MchjW Bettung.
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Mtf*** Jllustrirtes Sonntagsblatt. SSaEta’,?1«»
M 30.
ErschUut täglich «mH« <n ötrftagtn mich C«m« xnb Feiertagen. — O»artal-Abormem«rt»-PreiS bti der fcbt» Mtion 2 Mk>, bei allen Postämtern 2 ML 25 Pfg. (exll. Bestellgeld). JnseratimlSgedühr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile «Pfg.
Marburg,
Dienstag, 5 Februar 1895.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Toffel, Magdeburg und Wien: Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: G. L Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
XXX. Jahrg
Der Verlauf des Berliner konservativen Parteitags,
Ifcr am letzte» Januar uuter sehr lebhafter Beteilig»»g ßiittgefuudeu hat, war, so schreibt die „6o»f. Lorr.', fit unsere konservative Bewegung t» Reiche erfreulit, gib bedeutsam. Bestand früher zwischen de» Seilixei kMservativev Krtiseu und der offizielle» Parteileituug ei» gewisser bald offner, bald latenter Gegevsotz so hat der Berliner Parteitag gezeigt, daß heute dieser Gege»satz geschwunden, daß also in alle» koiser mtive» Kreise» Deutschland» volle Einmütigkeit ne hohe Begeisterung für die im .Tivoli-Programm' Meich»eteu Aufgabe» herrscht.
Diese «ufgabtn bildeten de» trotz der Berschiede» heit der einzelne» Themata übereinstimmende» Getan kengang der vortreffliche» Rede», mit denen die Herren Abgeordnete» Freiherr vo» Manteuffel Troffen, gticker und Dr. Klafiug die Versammlung erfreute». tLihreid in diesem Siine Herr Hofprediger Stöcker Me Stellungnahme der konservativen Partei zu den Fialen Aufgaben der Gegenwart erörterte und Hen Freiherr von Manteuffel eine andere konservative Hauptaufgabe, de» Kampf gegen deu Liberalti mu» beleuchtete, hob Htrr Dr. Klästig die Aufgabe» der dnservative» Partei t» der Notwehr gege» da» Jude», in» hervor.
Alle diese Aufgabe» liege» ebenso auf politische« nie auf wirt'ck östlichem Gebiete, alle ersorder» em ßmke» bewußte» und beharrlich 8 Festhalte» a» dem christlichen Charakter unsere» d'Utjche» Staatßweseu». Darum fand auch Herr Slöcker reichen nnd nage- teilte» Beifall, al» er erklärte, die konservative Sozial Mik könne nicht wieder ei»geschiä»kt und ringe biwwt werden, fie beruhe auf der kaiserliche» Botschaft r»m November 1881 und diese Botichast werde al» Vermächtnis des große» Kaiser» der christlich kouser- ratwe» Sozialpolitik stet» zu Grunde gelegt werde»
Um aber de» Zielen der Kaiserbotjchast näher dmm« zu könne», find zunächst diejenige» Elemente bekämpfen, die sich ihuen ertgege»stelle». Das isi der Liberalismus und die Sozialdemokratie. Herr Freiherr v. Manteuffel zeigte an einer AuSlaffung ter „Köln. Ztg.', welche Augst im lteberalen Lager wr den „Tivoli-Konservativen' herrscht, er gab aber ach unter der lebhastepeu Zustimmung der Ler smmlung seiner Entrüstung darüber Ausdruck, daß te» „Weltblatt' seine denunziatortschen Allüre» au» ter „Aera Caprivi" der konservative» Partei gegen tter immer noch nicht ablege» will.
Et» eigentümliche Erscheinung ist e», daß der telitische Liberalismus in Deutschland ander», als
die» beilpielSwet^e in England der Fall ist, mit dem relig'ös« LtberaliSwa» und de« Manchestertum fich vereinigt hat I» dir se« merkwürdigeu Symptom liegt — so führte Herr vo» Remteuffel zutreffend au» — die Begründung der Aufnahme der berech tiate» antisemitische« Forderungen in da» konservative „Tivoli Program", und ebenso auch der Grund des liberalen Haffe» gegen diese». Auch in diese« Punkte berührte» die AnSsühruuge» de» konservative» Führers fich mit beee» de» Herr» Stöcker, bet beto»t hatte, daß die Leugnung der Gottheit Christi keineswegs nur i» sozialdemokratische» Streifen zu beklage» sei. Da» sei eben die Rot, daß da» in alle» Schichte» vorkomme, und deshalb fand auch die Forderung Herr» vo» Manteuffel», daß die Schmähungen der Christentum» auch in der „Umsturzvorlage* geahndet werden solle», laute und begeisterte Zustimmung.
Hen Dr. Klafing forderte tu demselben Sinne die energische Zurückweisung de» jüdischen Hohn» gege» alle» Christliche i» Preffe, Ltlteratur »xb Theater. E» ist — so erklärte er unter lebhafte« Beifall — bie Aufgabe ber Konservative», bie Judenfrage nicht versumpf-» z» laffe». Wir kehre» unS nicht gegen bie Religio» ber J»be», bie an dem Glaube» ihrer Läter hange». Wir we»den uns gegen btt» «oberne Judentum, ba», selbst abgefallen von bet Religion ihrer Vorfahre», nun auch unsere« Volke de» Glauben au» dem Herzen zu reiße» bestrebt ist. Rechts» offene Juden hätte» uiemal» eine Jvdensrage geschoff u.
Mit Recht führte Hen Dr. Klafiug au», daß die christlich - konservative Partei keinen größeren Totfeind habe al» da» Judentum. ES gilt also einen Kampf bis auf» Meffer, einen Kampf, bei dem einer der beide» Teile vernichtet werden müsse. Gut wäre e», wenn die Aushebung der Smanzipatto» der Jude« auf politischem Gebiete aufgehoben werden önvte, jebeif-Bs aber sei die Abschaffung der üdische» Richt« zu «streben.
Daß 1» den geda> kenreichen Aussühru»ge» de» fiednerS auch die Notlage d« Landwirtschaft, die Handwnkerftage, die Not d>S Kleingewerbe» zur Sprache gebracht wurde, braucht nicht erst hervor gehoben zu werde». Jntereffaut ab« gestaltete fich die Diskuifio», die von einem Haudwerksweist«, der der konservativen Partei Mangel an Thatkraft vor warf, eiugeleitet wurde.*) Die Seiten Freiherr von Hammersteinu nnd JakobSkötter widerlegten
*) Dieser Vorwm f ist in vielen Wahlkreisen nicht gar, «nbmchNgt, nam-ntl ch dort wo die leitenden Männer zu „vornibm" fh b, sich in -ine energische, ztelbewußte Agitation einzulossm. (Ar m. b. Rd.)
diese Vorwürfe »tt großem Erfolge und mahnten die Haudwnk«, fich gleich de« Bunde bet Land- Witte zu »rganifi«en; dann erst fe en fie f« stände, ihre Macht in die Wagschale zu werfen.
Auch Freiherr von Manteuffel griff in die Debatte ein. Mit de« bewnkenswerten Schlußworte de» hochgeschätzte» konservativ« Führ«» schließen wir a« beste» auch nnsne Ausführungen. „Die konservative Bewegung wird — so ungefähr schloß Herr von Manteuffel — immer iwpulfi» i« Lande wirken müssen nnd deshalb wünschen auch vir ber vnliier konservativen Bewegung ei« danerudeS Blühe» and Gedeihe,!*
Untergang des Norddeutschen Lloyd- DampferS „Elbe".
Zar Charaktettsttk de» Kapitä«» ber „Elbe*
wird ber Frankfurter Zeitung von H«r« Emil Frank au» Newyork, zur Zett in Frankfurt, geschrieben: „ES ist «n« gerabe acht Tage h«, als ich mich vo« Herrn Kapitän Kurt vo» Goessel sowie von bei anderen Offizieren b« „Elbe* verabschiedete, um da»» frohen Mute» nach Breme» und vo» da »ach Frank art z» reise». AIS ich seine Kajüte pasfi«te, ries >tr Kapitän «k an» dem Kreise sein« Familie, die Freitag Nacht schon an Bord der „Elbe* gekommen war, nochmals et» herzliche» Lebewohl z». E» wn die» meine dritte Reise mit ber „Elbe*, und so habe ch reichlich Gelegenhett gehabt, diese» vortteffliche, Mann kenne» zn lerne». Hebet sechs Fuß groß mit große», blauen Augen, blonden Haare» und ilonbem Vollbart war Kurt v. Goessel wirklich b« Typus eine» richtigen Teutonen. Liebenswürdig und aufmerksam gegen Alle, war « stets auf das Wohl der Passagiere bedacht. Gegen feine Untergebene» war et wie ein Later, »nb mußte er einmal gegen einen wegen eines Vergehens einschreiteu, so that es hm leib, es thun zu müssen. Besond«S gege» Frauen uub Kindern war er stets so freundlich, daß
s keine Seltenheit war, ihn mit eine» ober zwei lindern auf feinen Kutten spielend ans Dick zu sehe«, tarn Kapitän v. Goessel »ach Newyork, so war et mm« ein beliebter Gesellschafter. Sein Tagebuch enthielt viele hübsche Verse, die ihm von Passagieren aus all« Herren Ländern in allen mögliche» Sprachen gewidmet waren. Leid« ist anch diese» Buch, bas er so hoch und teuer hiett mit ihm auf den Grund de» Meere» gegangen. Auf der Kommandobrück tehend, hat er tapfer dem Tode in» Auge gesehen,
und fein letzt« Befehl gelt ber Rettung der Frauen nxb Kind«.* Kapitän v. Goessel sollte demnächst ba» Kommando übet ein größere» Schiff «halte». Diese» Eharattetbild de» Kapitän» wird »och durch folgende Mitteilunge» b« Straßburg« Post ergänzt: Kapitän v. Goessel war ber Typu» eine» «fahre»«, zuverläsfigen »nb ritterliche» Seemannes. I» b« Mitte bet Vierzig« stehe»b, groß, breitschnlttig, mit volle« blond« »Haar Mb blondem krausen Bari, durchdringend« und doch wttder «»«blich gutmütig« blaue» Auge», machte er ein« geradezu heldenhaft« Eindruck. Seine «ehnlichkeit mit Kais« Friedrich fiel Jede« auf, ber ihn sah. Et widmete fich mit »tt nlahm«de» Sif« seine« Dienst und war den Paffagi«en gegenüber zwar äußerst fteundlich und di«stb«eit, ab« nicht ohne gewisse vornehme Zurück- Haltung. Die DiSz'pli», welche er an Bord hiett, war musterhaft. Kapitän v. «oeffel war der Sohn eine» früh versterb«« preußischen Offiziers Md mtt viuzehn Iaht» al» Schiff-junge auf b« Handel», marine eingettet«. Dnrch eisern« Fleiß, zielbewußte E»«gie nnb große Besonnenheit, Verbund« mitein« mnsterhaften Lebensführung, hatte er fich stet» so ausgezeichnet, daß « schon im Atter von 36 ob« 37 Iahten Kapitän wat. Auch d« kaisnlich« Marine hat n lange Jahre al» Offizier de» 8e* nrlaubtenstandeS angehört. Er wat »«hettatet Mb Batet ein« Tochter.
lieber die Ursache be» Unterganges
ber „Elbe* kotz ber vorzüglichen Konstruktion — hat acht wasserdichte Abteilungen, sogenannte Schotten — wird von authentisch« Seite gesagt: Die .Crachie* ist direkt in den Postraum, d. h. derjenigen Raum, in welchem fich bie Postbüreau» befinden, yineingesahre» und hat denselben, wie auch da» wasserdichte Schott, welche» da» Schiff gegen den Maschimnroum abteilt, durchbrochen. Dann ist da» Wasser in den Maschinenraum, ber selbst kein Schott besitzt, gedrungen hat denselben überflutet und bie Lerbindungrthüren, die zum Riff-lraum führen, gesprengt und io die Feuer gelöscht. Gleichzeitig Drangen die Fluten in den neben dem Maschinen, raume belegenen Hinterteil de» Schiff », da», von ungeheuren Massen Wasser beschwert, in wenigen Minuten nach hinten sank. Und doch wäre es möglich aewesen, fine große Zahl der im Vorderschiff befind- lrchen Paffagiere und Mannschaften zu retten, wenn nicht die „Cratbtt*, bie mit ihrem Vorderteil im Schiffstumpf sttckte, fich sofort wieder freigemacht )äte, so daß der natürliche Uebergang zu dem Kohlend am pser unmöglich geworden war.
Dana Kirtalst.
Kolonial - Roum» »»« Ehristiau Beuknrd.
(Nachdruck verboten.)
(ROnMMfc)
Der Dauführer und ber Bootsmann werden an 4m Mast gebunden, die Sklaven alle heraufgeholi «üi notdürftig erfrischt, bann wird bas Segel gesetzt Md nach Süden zu gesteuert. Der Kutter schleppt feiten nach.
Nach ein« Stunde kommt der „Wodan* in öicht und als er ah dem Mast bet Dau eine deutsche Bootiflagge wehen sieht, dampft « mit voller Kraft fer Maschine heran.
Ein Hurrah bet Kuiteroäste verkündet den Mien Fang. Die ganze Schrffsbesatzung g«ät in «ewegung.
„Siebenundachtzig Sklaven I* ruft Leutnant von 8tano® dem Kommandanten zu und steckt dessen übende» „Brav so!' rntt so unschuldig« Miene ein 8b habe er in seinem ganzen Leben noch nicht daran fichrcht, aus Durst einen Postdampfer anzuhalten
Schnell find die Sklaven an Bord geschafft, bann ferd ber Kutter gehrßt und mit ber erbeuteten Dau fe Schlepptau wendet bie Fregatte in großem Bogen,
Kurs nach ©anfibar zu nehmen.
XV.
Nach ber Ankunft des „Wodan* wurde bie er. -tutete Dau in ber Nähe des deutschen Konsulats fe>f den Strand geschleppt, und die Besatzung der. »Ihm, übet welche den Deutschen keine Gerichtbai- fet zustand, ließ man einfach laufen Die befreiter Estaven blieben an Bord bet Fregatte, um nach «egamojo gebracht und ber dortigen Mission übet. *Men zu werben, deren Reuttalttät noch immer
von den Arabern respektiert wurde. Und die» wollte viel heißen, denn ber große Löwe hatte in dem deutschen Leuen zu Dar.es-Salaam mittlerweile seinen Meister gesunden und war erbittert nach Bagamojo zurückgekehrt, diesen wichtigsten Hüften- platz mit erneuter Wut berennen
Da ber „Wodan* die gefährdete deutsche Station voraussichtlich längere Zeit unterstützen mußte, sollte Eyffenhardt bis auf Weiteres in Sansibar bleiben, uns alsbald fuhr et an Land, um für sich und '"einen schwarzen Diener Quartier zu machen. Vor Jahr und Tag hatte er als fieberkranker gebrochener Mann feinen Fuß auf diesen Strand gesetzt, jetzt betrat er denselben elastischen Schrittes, obgleich die Verhältnisse für ihn wenig besser lagen, als damals. Da» aufregende Leben der letzten Zeit hatte ihn aus aem selbstquälerischen Brüten aufgerüttelt und den Träumer in einen thalkräftigen Mann umgewandelt Sr glaubte wieder an Erfolg bei seinem Wirken
An der Landungsstelle umstand eine vielsprachige Menschenmenge die auf dem Trockenen liegende Sklavendau.
Die Zimmerleute des „Wodan" waten g«ade tabei, das Fahrzeug zur Warnung in drei Stücke zu zersägen, ein Verfahren, das durchaus nicht den vettbsichtigten Eindruck auf die farbigen Zuschauer machte, die sich im Gegenteil bei dem seltenen Schauspiel königlich amüsierten. Al» Eyffenhardt vorüber- ing, riefen fie ihm nicht ihr gewohntes „Jambo, Bana?* entgegen, sondern fie deuteten nach Westen, aus welcher Richtung der Landwind den gedämpften Schall fernen Geschützdonners über bie Sansibar firaße herübertrug und sagten höhnisch: „Bagamojo bum, buml* Mundi wußte, lediglich weil er einem Wadatschi diente, noch ganz andere Zurufe einstecken;
die Waffenerfolge der Aufständischen hatten bas An- ehen ber Deutschen zum Kinderspott herabgewürdigt
In ber Konsulatsstraße wehte über vier großen arabischen Häusern bie schwarzrothe Flagge; zwei oerselben würben als Krankenhäuser hergerichtet, in den beiden anderen sollten außer den darin wohn enden Verwaltungsbeamten dtt Offiziere btt Schutz- rruppr untergebracht werben, die sich unter der Führung des Hauptmanns Wißmann auf dem Weg- nach Ostaftika befand.
In einem d« letzteren Häuf« sollte auch Eyffen. Hardt wohnen und sofort schickte Mundi zurück, um oas Gepäck vom „Wodan* zu holen; er selbst ließ ich von B. kannten, dtt während des Krieg-s von hren Stationen vertrieben worden, dnen Erlebniss »richten. Gutes hörte er nicht, am meisten ergriff ihn jedoch die Nachricht, daß Ann» Dorn» Pflege- mutt« vor einigen Tagen dem Fieber erlegen fei. Ihr Gatte, der in Ufambara als Missionar gewirkt mar telegraphisch nach Deutschland zurückbetusen morden und hatte Sanstbat bereits verlassen. Und mie sehr hatte Eyffenhardt sich bar auf gefreut, ben Eheleuten bie Verlobung ihres Pflegekindes mit bem mackeren Waldhuber mitzuteilen!
Aber auch dttse betrübende Nachricht vermochte es nicht, ihn jetzt länger als einige Minuten zu be. drücken, und bald verließ er in wieder Hoffnung« freudig« Stimmung das Hau». Der Talisman de« Lklaoenschiffes, den er in ber Brusttasche trug war ein eigen« Talismann geworben, ber Sorge und Traurigkeit von ihm abwehrte. Hatte ihn derselbe doch auf dtt Spur feiner schmerzlich vermißten Papiere gebracht und ihm gleichzeitig ben Weg mr Versöhnung lein« englischen greunbe gezeigt. Und was seine alte Schuld anbetraf, Grace gegenüb« wollte er sie
heute bekennen, wenn fich irgendwie eine Gelegenheit dazu bot; er hatte ja jenen Unglücklichen nicht mit Vorsatz erschlagen und edle Frauen find milde Richt«, weil fie mehr mit dem Herzen als mit bem kalten Verstände urteilen.
Indem er dem Larfon'schen Geschästthause zu- chritt, sagte er fich, daß es eine keineswegs sehr tiefe Kluft sei, bie ihn von Grace und ihrem Vai« trenne. Der L tztere hatte ein sehr weites kaufmännisches Gewiss«, dies war nicht abzuleugnen, ob er fich jedoch wirklich unehrenhafter Hanblungm chuldig machte, blieb noch zu beweisen Sein angeblicher Geschäftsverkehr mit Sklavenjägern, von dem Warnick in Mpoopma gesprochen, beschränkte fich vielleicht aus den «laubten Handel mit Sklaven aus Famlienbesttz; anderenfalls wußte wenigsten» Grace nicht» von diesen Umtrieben ihre» Vater».
In der zuversichtlichen Hoffnung auf einen »reundlichen Empfang beschleunigte er feine Schritte. Durch sein Schreiben aus Dar.es-Salaam hatte er sich bem Engländer ja gewissermaßen verpflichtet, und niefer benutzte gewiß gerne seine V rbinbung mit 8er Küste, den Reisetagbüchern nachzuspüren. Nach beendeter Geschäftszeit ritten sie dann zusammen nach oer Schamba hinaus zu Grace, und —
Am Ziel angelangt, unterbrach er feinen ®e* nantengang und trat ein. Als er die Schwelle überschritt, fühlte « ein leichtes Herzklopfen
In feinem Innern erschien das Hau«, ein all« arabischer Steinbau, ander» wohnlicher als früher. Der Hausgang war mit Matten belegt und bie landesübliche offene Halle, um die fich die Zimmer qrvppiren, mit Teppichen und Blattpflanzen geschmackvoll beforirt, wie man es sonst nur in orientalischen Wohnhäusern findet. (Fortsetzung folgt.)