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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

M 21

Ersch«iut täglich außer « Werktag« nach Semi- und Feiertag«. Onartal-AbonnementS-Prei» bei der Expe­dition L Mk., bei all« Postämtern 2 Mk. 86 Pfg. (ejfl. Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltm« Zeile »der denn Raum 10 Pfg., Reklam« für die Zeile L5 Pfg.

Marburg,

Freitag, 25 Januar 1895.

Slryeig« nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie di« Annoncen-Bureaux von Haasmstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Taffel, Magdeburg und Wim; Rudolf Moffr in Frankfurt a. M, Berlin, Münch« u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».

XXX. Jahrg

während de» Kriege» fottgesetzt

Ihre Dieuste

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in der stlech siche- «uf: l Nack nger- Di art ft, 17.

Abg- Motty Pole): Im Justizetat ist die Bermebrung der Richterstelleu erfreulich, auglficht» der Ueberbürdung der Gerichte aber noch eine weitere Ver­mehrung wun'chmSwert. Die vielbesprochene Not der Landwirtschaft beklage auch ich, und e» ist mir un­begreiflich, wie mau diese Not leugnen kann. Die Interest« der Laubwirtschaft find von denen der avtereu Berrvst- iärde gar uicht zu trennen, leiden jene, so find auch diese in M tleideuschaft gezogen. Mangelt e» der

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhandi (6. Sitzung vom 23. Jannar.) Tagesordnung: Etat.

konnte» dem französische» Revanche-General nur nützlich werde», wenn diese seine Soldknechte vomVorabend de» Kriegrausbruche»* an da» revolniionäre und vaterlandslose Programm ihrer Partei in Thate» umsetzteu, und damit die Widerstandskraft der deutsche» Heere gegen Frankreich brache», mindesten» erheblich abschwächte«. Ei» solcher Vaterla»dkverrat begann feiet Wühlarbeit allerdings für die Urheber und für Lonlonger am stcherste» erst amVorabend de» Kriege auSbruch»*.

Weiter unternimmt e» Herr Blum nachzuweiseu, daß größere, vom General Boulanger verbrauchte Geldsummen i» die»de der d entsche« Sozialdemokratie geflossen seien, in Ermmia 36000 Frc».

sozialdemokratische« Söldner» i» Deutschland den» nur Deutschland ist zweifellos mit de»gewifien Lande' gemeint ganz andere Dienste erwartete al» Spionendienste. Wa» er an» dem geheime» Reservefonds für Spione entnommen und auSgegebe», das hat er uns schon viel ftüher gesagt, nämlich 80 000 Franc». Die Summen, die erunter dem Deckmantel" de» Avenir National aukgab, verfolgte» ja zum Teil auch den Zweck, Bonlanger»Kundschafter- dienst zu vervollständigen*. Aber dabet «erde»die Sozialdemokrate» eine» gewisse» La»dcS* »och nicht genannt. Sie hatten fich vielmehr für «inen anderen Zweck vo» Bonlangrr erkaufe« laste» beste» Eut schleieru»g Boulanger ei»ebedeutsame Enthüllung* nennt, während da» französische Sploniersysttm dies­seits und jenseits der Mosel «eltkuudig war. Die sozialdemokratische» deutsche» Söldlinge Loulanger» sollte» ihr Vaterland erst im Augenblick de» Kriegs­ausbruch» verrate».Ebe» erst für diesen Tag' war ihr franzöfischer Brotherr ihrer la»de»verräterischen Dienste sicher', d. h diese Dienste begannen mit jene«Vorabend de» Kriegsausbruchs* und wurde»

Die Sitzung wird um ll1/« Uhr eröffnet- _______

gierungktische find die StaatSwinister Miquel, Beste, Frhi. v. Berlepsch, Thielen und Frhr. v. Hamwerflein zrgegen. Das Haus setzt die erste Beratung des Staats- haurhaltr-EtatS fort. Dar Wort erhält

.Dir sei das andre Glas geweiht, Du Braut voll wflder Herrlichkeit, Die ich mir beut im TodeSknß Mit meinem Herzblut freien muß! Schrei immer Nein, ich sage Ja! Ich halte dich, Deutsch-Afrika! O Stolz, vor dem die Qualen schweig«; Der Bodm, dm mein Blut getränkt; In den mein Leib hinabgesenkt. Ist ewig meines Volkes Eigen!*

Er sprach begeistert, mit fast unheimlichem Augen­leuchten. Als er trinken wollte, riß ihm Epffrnhardt da» Glas au» der Hand.

Wollen Sie sich mit Gewalt den Lod holen, Mann? Da« Fieber schüttelt Sie ja ordentlich! Rommen Sie; zu Bett mtt Ihnen I*

Den Widerstrebenden halb gewaltsam hinunter- führend, rief Eyssmhardt dem an der Brustwehr stehenden Waldhuber zu, er möge die angebrochene Settflasche langsam austrinken. Da»Langsam* wurde stark betont-

Merkwürdiger weise rührte fich der Angerufene gar nicht; wie geistesabwesend starrte er immer nach einer und derselben Richtung in die Dunkelheit hinaus. Al» längst der letzte Schuß verhallt war und die Askatt», die Gewehre im Arm fich nieder- hockten und schnarchten, ließ er fie schnarchen; er kam ihm gar nicht in den Sinn, fie mtt Watschen zu wecken.

Bei Sonnenaufgang »eckte er die Schläfer end­lich doch, aber mtt einem Jauchzer, wie ein solcher am indischen Ozean wohl noch nie gehört wurde.

Dort draußen auf der Landspitze standen die Häuser der Mission unversehtt und durch dm tiefen

Landwirt chaft an Bischäftigung, so werden die Arbeiter ht die Städte getrieben und damit die soziale Gefahr vermehrt. Nun komme ich zu einer besonderen Arg-leg-nheit meiner Provinz. Bisher bestand dort ein gutes Einve nehmen zwt'chen beiden Nationalitäten, wodurch ein segensreicher gemeinsames Wtrkm in Prov'nz und Gemeinde ermöglicht wurde. Da kam die Gründung des Verein» zum Schutze der Dmtschtum» in den Ostmarken, die fich an den Besuch der Deutsch-n au» Weppreußen und Vosen beim Fürsten Bismarck knüpfte- Formell hat der Verein nichts Gesetz­widrige», aber seine Tendenz ist bedenklich; daS ganze Deutschtum wird zum Boykott der Polentnms aufgerufen. (Widerspruch rechts.) Da» muß zur Verhetzung und Ver- bitt rung führen- Wir Polen find nicht die Angreifer, sondern die Angegriffenen. Für Preßäutzerungen in polnischen Blättern, die verhetzerw wirken, find wir uicht verantwortlich, wir haben gar kein« Einfluß darauf.

Abg. v. Eunern (natl.): Der von dem Herrn Vorredner angegriffene Verein ist noch viel zu jung, als daß ein so absprechendes Urteil, wie eS der Herr Vorredner über tijn gefällt hat, gerechtfertigt sein könnte. Der Verein will nur das Deuischtum in unfern östlichen Provinzen stärken. Die Schwierigkeiten der Finanzlage im Reiche haben ihren Grund darin, daß bei der Gründung deS Reiches die Staatsmänner ein zu großes Vertrauen zum Volke hatten. Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts hat unhaltbare Zu stände geschaffen. (Sehr richtig! rechts) Unter dem Fürsten Bismarck ist e8 gelungen, die traditionelle querelle allemande niederzuhalten, jetzt aber machen sich alle möglichen Bestrebungen wieder geltend, auch solche, die das Reich finanziell aushungern möchten, um ihre Ziele, die zum größten Teil jenseits der Berge liegen, zu erreichen. Das Lob, das der Herr Finanzminister der Steuer­reform spendete, muß ich einigermaßen abschwächen. Der Mittelstand ist am schlechtesten wegge­kommen. Sehr betrübend ist die Aussicht, wie das Defizit gedeckt werden soll. Preußen hat aber meiner Ansicht nach keine Schulden. Man braucht nur die Eisen­bahnen zu verkaufen oder zu verpachten, so würde sich ergeben, daß Preußm ein Vermögen von Milliarden hat. Wir haben auch noch ein anderes Mittel, das Defizit aus der Welt zu schaffen. Die Konvertierung der vier- vrozentigen Konsols. Wenn es uns gelingen sollte, diese Konsols in dreiprozentige umzuwandeln, so kann man au: einen jährlichen Gewinn von 20 bis 25 Millionen Mark rechnen. Der Herr Finanzminister hat gestern ausgeführt, er sage weder Ja noch Nein, d. h. er will noch abwarten. Ich glaube, im Großen und Ganzen muß hier die Er­wägung maßgebend sein, daß es sich um eine Maßregel handelt, die sämtlichen Steuerzahlenden zugute kommt. Für llniversitätswesen und höhere Lehranstalten sind die Aus­gaben minimal; hier läßt sich nichts sparen. Wenn man nur 290 000 Mark für die Entwickelung des Klein» bahnwesens bewilligt, bann gebe man lieber garnichts. Der Staat ist der größte Arbeitgeber, er hat die Aufgabe, regulierend auf den Arbeitsmarkt zu wirken. Es muß sich darum hüten, in schlechten Zeiten die Verhöltniffe auf diesem Gebiete durch ein übertriebenes Sparsamkeitsprinzip zu verschlimmern und schließlich zu Streiks Anlaß zu geben. Das Kommunal-Steuerge'etz hat einen Interessengegensatz der schlimmsten Art in den Kommunen hervorgerusen. In den kleinen armen Gemeind« besteht die Gefahr, daß die wohlhabend« Bürger unter dem hohen Steuerdrücke ihren Wohnsitz ändern und dadurch die Gemeinden dem finanziellen Ruin näher gebracht werden. In Bezug auf die Steuer­reform bestehen mannigfache Klagen, die fich erstens auf den Mangel an Geheimhaltung der Steuereinschätzungen und

Eyffmhardt sah über die Dachbrüstung hinunter »d unterdrückte rin la«te» Lachen. Da blitzte e« in der ihr der Station zwanzig, hundertmal im Rächt- »krl auf und pfeifend flogen die Kugeln wider » hau«. Gleichzeitig erhob fich ein Johlen und freien, al» sei die Hölle losgelaffen.

Die Araber hatten die Stadt umgangen und «suchten, die Station von Westen her durch einen tfötn Handstreich in ihren Besitz zu bringen. Aber 1 bedurfte nur einer Wendung de» Geschütze» und a Gewehrläufe, um fie zu überzeugen, daß die «datfchi nicht beim Weine saßen; der schettrbar dunmernde Steiubau spie unvermutet Feuer und 6 Gefchoßhagel überschüttete die Angreifer, die im Heine der vom Hausdache aussteigendrn Leuchtkugel- Eetm den Schützen deutlich sichtbar waren.

Doch fie ließen nicht locker, wie viele von ihren Geraden die deutschen Kugeln niederstrecken mochten »»er wieder von Neuem heulte ihr Krtegrgeschrei die Nacht, knatterten Flintenschüffe unb krachte ^kchnellfeuergrschütz. In den betäubenden Lärm We sich da» Wimmern der Verwundeten und im fe nten raste ein Schlachtrind, da» in seiner W sich lorgerissen brüllend hin und wieder, bi» e» p ktationschef niederschoß- ländlich verstummte da» Feuer de» Feinde«, nur F&'t zu Zeit fiel noch ein vereinzeüer Schuß, p die deutschen Waffen ruhten, die Kämpfer

wischten fich den vom Pulverdampf schwarzgesärbten Schweiß von der Stirne und bemühten sich um die Verwundeten.

Auf dem Dache gab er keine solchen, da die hohe Brustwehr den Mannschaften eine vorzügliche Deckung geboten hatte; Epffenhardt konnte also ruhen. 6i «etzte fich auf einen leeren Munitionrkasten und zog die Uhr drei Minuten vor Zwölfe.

Rag da» neue Jahr kommen, angeschoffen ist e» schon,* sagte er leise; dann laut:Wollen Eie sich nicht nach etwa» Trinkbarem umthun, Waldhuber? Auch Sie werden durstig sein.'

Kommt schon-'

Doktor Kortegarn wat e», der antwortete. Eine geöffnete Sekiflasch« in der einen Hand, mtt der andern zwei Spitz Mer haltend, Kat er näher; durch die Binde, die seine Stirn umwand, sickerte Blut-

Verwundet?* Eyffenhardt sprang auf.

Ja, ein Streifschuß ist'» oder ,ein Aderlaß gegen die Heißblütigkeit', wie Leus fich ausdrückte, als er mich verband. Rehmen Eie mir die Sachm da ab, ich muß mich ein wenig setzen.'

Es geschah; bald schäumten die Gläser über.

Profit Neujahr!'

Der Verwundete stürzte da» perlende Naß hastig inunter, füllte sein Glas wieder und richtete fich in die Höhe.

Bleiben Sie doch fitzen; Eie haben es nöttg!' mahnte Epffenhardt. Doktor Kottegarn aber stand chon, hob sein Glas hoch und cttirte:

General Boulanger und die deutsche Sozialdemokratie.

* Marburg, 24. Jauuar 1895.

g« derMagdeburgische» Zeitung' be- gfryt Ha»r Blum eine Artikelserie, betitelt:Ent htlluuge« über die Beziehungen de» General» Boulanger zu deutschen So­zialdemokraten.' Han» Blum zttiett tu der Einleitung eine» Atttkrl derRordd.Allg. Zig *

17. Februar 1890, worin fich u. a. diese CitOe send:

Boulouger war, wie seine eigenen im Sommer . 1889 veröffentlichten Enthüllungen beweise«, bi» ins

Detail auf de« Krieg vorbereitet uxd hatte durch die i LeitungAveuir national* mit deutsche» Sozialdemokraten Verbindungen ange- ttäpft, um sie al» Agenten,« verwende«.

l D«ß die kriegerische» Aspiratio»e» Boularger» uicht et», nur Re»ommistereie» find, dafür liege« authen

tische Beweise vor.*

, Murn erklärt weiter, er habe fich jeneauthen- tisch« Beweise verschafft; fie seien für die ge»a»ute Parteimoralisch geradezu vernichtend*. Dan» nerdeu größere Stellen au» der seinerzeit gegen vou- - , lenser erhobene» Anklageschrift (vom 15. Juli 1889 ' zitiert und dara» schließe» sich solche au» dem Ma- (40 nifest BorelargerS vom 5. August 1889 u»d zwar tiij'nige», auf die sich der obe» erwähnte Artikel tu81. A. Z." bezieht. Folgende» hebe» wir hervor: Um meine» Knndfchcfterdienst zu vervollständigen (sagte Boulanger) welcher i» Folge der VorfichtS neßregel» der ftemdr» Regiervnge» immer schwieriger ßch gestaltete, wollte ich ei» Orga» zu meiner Ver­fügung haben, welches mir unter dem Deck «ante! (couvert) auswärtiger Korrespondenzen die mächtige Beihilfe gewährte, Sgeute» zu erhalte» rnd mit ihne» zu verkehren.*Ich wollte aber wt Allem Eie rölige» mich z» bedeutsame» rithülluuge», unter meiner Hand Beete zur Lersügurrg habe», die mit de» Sozial-

Demokraten eine» gewisse» La»deS Ber- tiudunge» unterhielten, so daß ich auf tereuDieuste zählen konnte andern Tage, ter dem Ausbruch de» Kriege» voraus- ging, aber erst an eben diesem Tage. Aus Htftm Grunde wollte ich in diesem Blatte Leute ftie», die an der sozialdemokattschen Bewegung

Kava Kirtasst.

Kolonial »Roman van Christian »enkard.

(158 ch (Nachdruck verbot«.)

T*ihn \

- Idl genommen hatten.*

£Schon aus diesem Manifest voulangerS geht ic hervor, daß seine Verbindungen mtt deutsche« Kzialdemokrate» einen wesentlich andere« Zweck ver ügteu, M bat der Spionage. Die Worte heleeger» selbst verrate», daß dieser vou feixen

sodann auf die Deklaration« bei der Vermögenssteuer beziehen. ES ist zu wenig bekannt, daß die letzteren mit ihrer lieber» fülle von Fragen gar nicht ausgefüllt zu werden brauch«. Einer der erst« Schritte, die der neue Ministerp äfltent gethan hat, nämlich den Fürst« Blsrnar«in FiedrichSruhe zu besuchen, darüber ist im ganz« Volk kein Zweifel, daß diese Annäherung an den größten lebenden StaatSmau» segenbringend für unser Vaterland sein wird: denn wir schöpfen daran» die Ueberz«gmig, daß die deutsche Nation in d« j tzlg« schwierigen Fragen der Ratschläge deS Fürst« Bismarck nicht ,n entbehren braucht- (Beifall.) Wen« die Dinge im Reichstageso weiter gehen, wird sich der Reichstagsein eigenSGrao graben- (Sehr richtig l) Wenn der Reichstag die Be» dürfniffe der Staaten nicht befriedigt und uns in finanzielle Kalamität« hinein stellt, wird die Not uns dazu dräng«, eine preußische Partei zu bilden. (Wider» sprach und Beifall) Ich habe die Ueberz«gung, daß dann da« deutsche Bürgertum sich zusammeuthun und fich vo« dem zersetzend« Einfluß frei machen wird, den heute die AgftationSpolttik des Herrn Eng« Richter in unserem Vaterland und allen bürgerlichen Partei« auSübt.

Finanzminister Miquel: Ich weiß dem Vorredner durchaus nicht Dank, daß er in dieser Weise die spezifisch preußisch« In ter» ff« durch eine preußische Partei im Reich«, tage vertreten sehen will- Ich halte das, daß die etae Volksvertretung in der Weife über die Volksvertretung de» Dcutsch« Reiches spricht, für viel gefährlicher, als wa» («ehr richtig! links-) Ich hoffe, schließlich werden die Macht der Gründe und die Notwm- bfgteit, die in den Dingen liegt, auch im Reichstag noch zu einem guten Ziel führen. Ich möchte den Künstler seh«, der eine so große Umgestaltung irgend eines ©teuermefen» durchführen könnte, ohne daß uicht von der einen oder au» der« Seite geklagt wird. (Sehr richtig!) Diej«ig«, die nun stärker zur Steuer herar gezogen werden auf Grund ilner gerecht« Veranlagung, befind« fich natürlich nicht in einer guten Stimmung; das verdenke ich ihnen gar nicht; (Heiterkeit.) Der Reformator hat fich abr auch auf die Folge gefaßt zu machen, daß diejenigen die entlastet werd«, nicht rühm«, sonder schweigen. Sie nehmen es ruhig Hw- (Heiterkeit.) Das wdd immer so sein und wird nie auf» hören. DaS ist kein berechtigter Vorwurf gegen eine Steuer» «form. Selbst bei der Reform nach 1846 und 1866 wurde da nicht auch geklagt? G.klagt wird immer; das Beste ist, «ran läßt fie klag«- (Heiterkeit.) Der Staat kau« nicht, wmn die Großindustrie keine Beschäftigung hat, Be­schäftigung für fie schaffen- Der Staat muß neutral sein, zwar nicht gegen die allgemeine Wohlfahrt, aber gegen die Interessen Einzelner- Er muß bann bestellen und bann kaufen, wenn eS auch mit feinen eigenen Inter« sie» har» monirt. Aber Herstellen, kaufen unb machen lass«, ohne daß seine Bebürsniffe es erforberu, das wäre zu weit ge» gangen. Man hat die Finauzrefo m im Reiche, die nur eine angemeffeue Auseinandersetzung zwischen Reich und Einzelstaat« bedeutet, einen Automat« genannt Da» können nur solche Leute thun die von der Sache nicht« versteh« Darüber herrscht kein Zweifel, daß da« Maß beiBierbesteuernng in den norddeutschen Staaten außerordent­lich niedrig ist und daß die Fordemng, demnächst zu einer Reform zu kommen, die auch dem Staate ,n Gute kommt, durchau« berechtigt ist- (Sehr richtig! recht«.) Schon j-tzt wollen die Kommunen allerlei neue Stenern- Ich bin ein wahres Kind gegen diese E stader n«er Steuern. (Heiterkeit) In keinem andern Lande der Welt ist jemals soviel für die Gemeinden geschehen, als bei uns durch die Kommunal» steuer. Wenn der Herr Vorredner auf die Entscheidung dieser Frage nach 10 Jahr« verweist, so reiche ich ihm die

Ufersand stapfte der deutsche Pfarrer daher, zum Neujahrsgruß sein Tuch schwenkend.

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Der Missionar kam indeffen nicht, um lediglich einen Gratulationsbesuch zu machen, sondern e» war hauptsächlich der Wunsch die Verwundeten zu ver» binden und zu trösten. der ihn so früh hergeführt hatte. Er und die Seinen waren die ganze Ncüht hindurch wach aber unbehelligt geblieben, aber i« Stationrhau« mfiffe es doch wohl schlimm aussehen, meinte er.

Zu seiner Freude täuschte er fich, denn außer Doktor Kortegarn, der am Fieber schwerer eie an seiner Verwundung darnieder lag, bedurfte Niemand einer ärzttichen Pflege. Auch nicht in der näheren Umgebung des Hauses, wo fich stellenweise nur Blut» puren zeigten; seine Toten und Verwundeten hatte der ahiehende Feind mitgeschleppt.

Uebrigen« hatte man e» diesmal nur mtt einer kleinen Abteilung des Rebellenheeres zu thun gehabt, wie der Stationschef von Negern erfuhr, die in der Stadt geblieben waren. Ferner hörte er, daß die fier ansässtgen Araber, ihnen voran der Walt, ihre Pulvervorräte vergraben und ben Angreisem, die ich bi» Mittemacht verschossen, keine Munition ge» geben hatten, ttotz hoher Geldangebote und Drohungen. Bana Leue weinte darüber zwar nicht, doch ließ er den StatthaÜer wissen, daß er fich beschämt ftthle.

Im Laufe de» Vormittag» lief ein deutsche» Kanonenboot ein.

(Fortsetzung folgt.)