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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««- Kirchhai«.
*** Naiv Ll.^'g«^pnch«r Kr. 66”•*"* Jllustrirtes Sonntagsblatt. Redakttou nnb* Expeditionr Markt S1F Fernsprecher Nr. 65?
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Marburg,
Dienstag, 22 Januar 1895.
Aiyrigen nimmt entgegen di« Expedition diese- Blatter, sowie dir Annonnn-Bureaux von Haasenstein u. Vogler iu Frankfurt a. M., Cafiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosie |n Frankfurt a. M , Berlin, München u. Köln; G. L. Daube n. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Paris.
XXX. Jahrg.
Neue Freunde für den Antrag Kanitz.
B. L. M ar bürg, den 21. Jan. 1896.
Da» Berliner Olga» der Zeutrmnspartei, die Sermoxta*, spricht fich im Gegensatz zum «»trag gauitz und dem Einfuhr • KoutiugentterungSvorschlag für eine« dritte» Plan znr Hebung der Getreide- preise aus, der ihrer Meiuuug »ach selbstverständlich ist, faktisch aber auf da? Nämliche, wie der Antrag gmitz, htnauSkommt. Nach diesem neuen Borschlage »ürde die Getreideei»fvhr genau so wie bisher vor sich gehen: eS führt ein, wer will und wo er will, «d er zahlt de» betreffende» Zoll. Dau» aber »ich von diesem ausländische» Getreide sofort, oder «am tl im Inland« in de» verbrauch übergeht »ta im Jnlcmde weiter verkauft wird, eine Lei- brauch»- bezw. Verkehr» - Steuer erhoben. Diese kau» natürlich gegenüber dem Zwecke keine feste Steuer sei», sondern sie muß veränderlich sein. Und sie kann auch nicht ein Prozentsatz de» Werte» de» eingesührte» Sekeide» sein, denn daun wäre fie um so uiedriger, je »iedriger der jeweilige Gekeideprei?, »ährend umgekehrt um so höher. Ihrem Zweck gewäß müßte die Steuer um so höher sriu, je niedriger der Getreidepreis steht, am so niedriger, je höher er steht, und bei einem für diese» Zweck gesetzlich zu bestimmende» Höchstmaß hört diese Ver- brauch»- bezw. LerkehrSsteuer ganz auf.
Da» Höchstmaß soll entweder, wie Graf Sanitz will, t» feste» PreiSzahle» ausgedrückt, oder, wie der Bund der Landwirte vorschlägt, »ach dem vierzig, jährige» Preisdurchschnitt festgesetzt werden. Die Steuer würde danu so viel Mark betrage«, wie die Differenz deS i» der vorstehenden oder einer andere» Weise bestimmten Höchstpreises von dem jeweiligen natürliche» wirkliche» Einkaufspreise deS Getreides (Weltmarktpreis plus Zoll). Betrüge der Ein- kanfiprei» verzollten GeKrideS z. B. 14 Mk. und der gesetzliche höchste Verkaufspreis 20 Mk., oder mit Graf Sanitz will, 21,50 Mk, fo wäre eine Steuer von 6 bezw. 7,60 Mk. zu erheben; bei einem Getreidepreise von 17 Mk. ei»e Steuer von 3 bezw. 4,60 Mk.; und überstiege der Grtreideprei» 20 bezw. 21,50 Mk., so fiele die Steuer fort.
Daß der Vorschlag vou dem des Grafe» Sanitz gar nicht sehr verschiede» ist, zeigt fich besonders, wen» ma» die i» der Sa»itz'schen Broschüre dar- gebotene» Ausführungen über die praktische Durch- sthrung seine» Antrag» mit dem vorliegenden Plan des Zeuttum» vergleicht. Ob man die Maßregel
Kam» Kirtasst.
tilraUI - Rom«« von Ehrtstiau »enterb.
tl) (Nachdruck verboten.)
(vsryetzxur.)
„Nicht etwa au» reiner Freundschaft zu mir*, setzte da Baron hinzu, da Eyssenhardt ironisch lächelte: „so eingebildet bi« ich nicht. Sie ist eben eine «praktische Engländerin, der e» gegen die Natt» geht, wenn jemand nicht mit seine« Pfunde wuchert, fta durch eiue intensive Bewirtschaftung dieser Schamba komme» Sie auf Ihre «oste», sagte fie wir, eiue Schande wäre er ab«, wen« Sie Geld d«a«flege» müßte».*
Eyssenhardt gab fich keine Rechenschaft üb« die große Erleichterung, die « bei des Barons ganz unbefangen klingenden Worten empfand- Sein Lesen dem Gastfteunde gegenüb« ward plötzlich fraulicher, ab« « scheute fich, al« bet Baron später noch eine Weile mit seinen Gästen rauchend im Pavillon zusammensaß, auf den Gesprächsstoff zurückzukommm-
Als er fich in eine» der beiden kleineren Zimmer - Waldhub« schlief in dem and«en und d« Baron ging in» Wohnhaus hinüber — zurückgezogen hatte, sah « dn Bettwand gegenüb« unter eine« Seffel einen blanken Gegenstand liegen, in dem das Kerzen, licht fich spiegelte. Denselben aufhebend, machte « plötzlich große Augen — eine goldene, mit Rubinen «erzielte Armspange war es!
Eigentümliche Gedanken durchkreuzten sein Hirn, indem « das schön gearbeitete Schmuckstück gerat» delrachtete. Einmal dachte er daran, dasselbe am Sorgen dem Baron mit der Frage nach de« Namen der Vttlinerin aurzuhändigen, aber diese Frage «nd ihm so wenig zu, wie überhaupt jede Ein.
„Vnbrauch». bezw. VnkehrSsteuer* ob« „Ver- staatlichung* ue»»eu, ob «a» de» Zoll beibehalten ob« aufhebe» will, da» find ja lediglich Frage» der SinzelauSführuug, die sich «ach Gründe» der Zweck Mäßigkeit und nicht deS Gru»dsatze» er tscheiden. Wk halte» deu Suttag Sanitz völkerrechtlich für «heblich leichter durchführbar, al» jenen Borsetlag. Darüber wird fich übrigen» innerhalb der „Wirt' schastliche» Bereinigung* leicht eine Verständigung erziele» lassen, wen» da» Zentrum fich entschlicht, demnächst dort einznkete» und den von der „Germania* gemachten Vorschlag, al» Gesetzentwurf formuliert, mit zur Beratung stellt.
„Der Zaunkönig von Bulgarien."
* Marburg, 21. Januar 1896.
Unter dem oben angegebene» Titel bringt da» Januar-Heft der Monatsschrift: „Die Gesellschaft* eine» Aufsatz, deffe» Verfass« fich al» „Bulgare* bezeichnet. Nur Stambulow kann dies« Bulgare sein, den» nur er hat Kenntnis vo» de« wa» hier erzählt wird. Für de» Prinzen F«dirand ist da» i» diesem Eutikfilei e»twrrfe»e Bild ei» nichts weniger al» schmeichelhafte». Der Prinz, von dem behauptet wkd, daß er zur Zeit sein« Wahl tu politischen Dinge» „vo» geradezu schülerhafter Unwissenheit* gewesen sei, hat, alS seine Wahl stattfand, de» Ver tretet« Bulgariens die folgende Erklärung gegeben: „Ich lege «ehe Geschick wie das meines neuen Vaterlandes rnhig iu Ihre bewährten Hände. Nehme» Sie mein Wort, d«ß ich »iemals andere Wege zu gehe» versuche» werde, wie diejenige», welche Sie mk weise» werde».....*
E» wird de« Prinzeu daS Zeugnis «teilt, daß er lange Zeit diese« Verspreche» „mit »xemplarischer Fügsamkeit, sanft wie einte Taube*, »achgekomme« sei. Dann folgt eine sehr selbstbewußte und, wie «an zugeben «uß, nicht ungerechtferttgte Schilderung b« Erfolge, die Stambulow in den sieben Jahre» errungen hat, da er schalte» u»d Watte» durfte, wie er es für »ötig hielt, danach die drastische Zeichnung b« ersten Em anzipationSversuche deS Prinzen Serbin aab, die dahin führten, daß Stambulow im November 1893 seine Entlassung einreicht, wa» dann vorübergehend eiue erneute scheinbare Unterwttfung de» Fürsten zur Folge hat. Nachdem aber am 30. Januar 1894 dem Prinzen ein Sohn und Thronerbe geboren ist, wkd ihm d« Gedanke, kgend eine Form der Versöhnung mit Rußland zu finden, so sehr der dominierende, daß « eine Fortführung der langsam abwartenden und vorbereitende« Polstik Stambulow» nicht länger ertragen kann. 68 wird nx» iu Rede
Mischung in die Privatangelegenheiten seine» Gast, freunde»; « Hütte fich da garstig den Mund v«. brennen können.
Allzu ängstlich wellte et jedoch auch nicht sein, denn btt Fund ließ ihn die halbe Nacht lang nicht schlafen. Al» er daher mit Tagesgrauen den kleinen Salon bettat und bett bereits bet Baron und Waldhuber am Frühstückstisch saßen, legte er das Schmuckstück vor den Ersteren nieder und sagte dann heiter:
„Die Schätze mehren fich; «st Kopal, dann Gold und Edelsteine. Gratulieret"
Hastig griff d« Angeredete z« und schob da» Geschmeide in die Brusttasche.
„Ich muß mich ja schämen,* sagte et vermint „Vor zwei Jahre« — Sie wissen ja, jeder junge Mann hat seine eitle Zett und meine Berliner Freunde suchten e» den Wiener Gigerln und den Paris« Modeaffen zuvorzuthun. Um nicht hinter ihnen zurückzubleiben, legte ich mir ebenfalls ein Armband zu.*
Waldhuber machte zu dies« Erklärung ein dumme« Gesicht, Eyssenhardt blickte unwillkürlich nach dem kräftigen Handgelenk de» Baron«, welche« da« ge- fundene Armband nie und nimm« zu umspannen vermochte. Trotzdem »bet vielleicht gerabe darum schien fich d« angebliche Ex-Gigerl doch «Kklich zu schämen.
Al« derselbe beim Abschied noch einmal aufgr- fordert wurde, fich in den Schutz seiner Sanbileute in Dar-eS-Salaa« zu begeben, schwanke «, als schwebte ihm ein Bekenntniß auf den Appen. Doch e« blieb bei seiner Weigerung.
„Danke, ich fürchte mich, wie gesagt, ni$t*
u»d Gegenrede eia Gespräch »de« Zaunkönig»* mit fehlt« Minister wiedergegebe», in welche« die Gegensätze drastisch genug aufeimmder platzte». Prinz Ferdinand erklärt, daß er die Anerkennung um jeden Preis haben »Affe, aber diese Anerkennung sei nicht sein letzte» Ziel, « wolle, tote die Herrscher in Rumänien nnb in Serbien, sich dazu noch dir König»- heue avfr Haupt setzen. „Und nun sagen Sir mir: wolltn Sie «k helfen?* Wk ziti«en da» Folgende wörtlich:
Stambulow, grenzenlos übenascht, ließ fich die lebte Frage wiederholen. Dann aber sagte er in entschiedenstem Tone ungefähr folgende»:
„Ich kann und darf Ihnen nicht verhehlen, König- liche Hoheit, daß die Idee von dem Königreich vnlgarie», zum Mindesten wie die Dinge liegen, nichts weiter ist als ein Nebelschloß, erbaut im Mondschein. Ich will »k eine Hand abhacken lassen, wenn e» Ihnen gelingt, die Anerkennung Rußland» zu erringe», oh»e daß Sk gewaltige Opfer bringe». Nur wen» Eie fteiwillig alle» dahingeben, wen» Sie Ihre äußere Politik in die Hände de» Zaren legen, wenn Eie Rußland den Einfluß auf unsere Armee zuröckgeben und mit ihm einen Militärvertrag auf alle Eventualitäten abschließen, mag e» Ihnen gelingen, beim Zaren Gnade zn finden. Aber auch wenn Sie die» alle» thuu würden und ihnn könnten, würden Sie niemals König von Bulgarien werd« — niemals, so lange es einen Zaren in Rußland und einen Großsnltan in der Türkei giebt*. Wenige Tage darnach ließ Prinz Ferdinand seinem Minister sagen, er fei entschlossen, die Regierungsgeschäfte In Zukunft selbst zu leiten — und Stambulow gab seine Demission. Er folgt nun die nicht ohne Bosheit geschilderte erste Tt ätigkeit des Selbstherrscher». Der Tod Alixauder» UL, dar Kondolenz Telegramm a» Nikolaus II. die Antwort desselben nnb die überströmenden Hoffnungen des Prinzen Ferdinand, der den großen Fehler begeht, urbi et orbi die vollzogene Versöhnung mit Rußland anzukündigen.
Stambulow geht in sein« Kritik dies« Dinge unbarmherzig vor, überschüttet namentlich Sioilow mit Hohn, geht aber weit üb« die Grenzen hinaus, die auch die weiteste Nachsicht ihm setzen kann, wenn er seinen Artikel in die Aufstellung eine» Thron- kandidoten zuspitzt: Prinz Franz Joseph von vatttn- be-g, der Bruder de» Fürsten Alexander, ist sein Mann. Die Charakterttzik de» Prinzen Ferdinand, mit welcher der „Bulgare* schließt, ist eine wehr als scharfe. So heißt er an der betreffenden Stelle:
„Bon Großmut und Dankbarkeit wohnt nicht» in der Brust Ferdiuandr, d« fich rühmt, der Sprosse
Auf dem Rückweg suchte Eyssenhardt etwa« von feinem Diener zu erfahren.
„Wo hast Du heute Nacht geschlafen, Mundi?* „Vor Deiner Thür, Sina.*
„Bist Du nicht gestern Abend einmal im Wohnhause gewesen, um Dich mit den Fundi» (Bauleuten) zu unterhalten?*
„Nein, Sana, «an hat «ich nicht hinein gelassen/' .Der Bibi «egen?*
Mundi sah verdutzt auf und fragte:
„Hat denn auch der Sana mit dem spitzen Schnurrbart eine böse Bibi? Wenn auch die weißen Bibi« kratzen, dann ist'« gut, daß Du damals in Sansibar nicht die mit den gelben Haaren geheiratet hast.*
„Sind wir also ohngefähr ebenso klug wie zuvor,* murmelte Eyssenhardt und trieb fein Reittier zu schnellerem Lauft an.
XI.
Die weite See — ein schmaler Strand — Vor palmengrüner Uferwand Ein Dutzend Hütten im Kreis;
Darüberher vom Walde, heiß Wie Tigeratem gistbewehrt Der Abendwipd zum Meere fährt Und läßt mit Rauschen und mit Knattern Dort oben auf der Faktorei Schwarz weiß rot in Lüften frei Ein halb zerschoß'neS Banner flattern. Sie fochten früh vom Morgenthau, Bis hoch die Sonne stand im Blau; Eie hielten aus, sie schlugen brav. Doch auch des Feindes Kugel traf. Am eng verbauten Fensterloch Hockt müd' rin weißrr Kämpfer noch, Vom späten Tagesschein nmglommen; Bald sink die jäh« Tropennacht, Dann, weiß er, hat die Hölle Macht Dann wkd an ihn die Reihe kommen.
etaeS bet älteste» und berühmtesten Geschlechter Europa» zu fei». Set» hervorstechendster Charakterzug ist maßlose, in Bulgarien geradezu sprichwörtlich gewordene Eitelkeit, Sie erfüllt sei» ganze» Sein und bitt in großen wie ix kleinen und kleinlichen Dinge» zutage. So bereitet es de« Fürsten — nm nur ei» Beispiel für die in ih« wohnende, hankhaste Eitelkeit zu gebe», — namenlose» Vergnüge», fich in die goldÄotzende Uniform zu werfen, sich mit allen Orden zu behänge» u»b fich so halbstundenlang im Spiegel zu besehe» ... Seine Ettelkeit war es auch, die dem Fürste» so tiefen Haß gegen Stambulow einflößte. Neben der Bedeutung Stambulow» verschwand seine eigene vollkommen; und da die auswärtige Presse nicht müde wurde, Starnbulows staatsmännische 8e« dkutung anzuerkennen und seine Schritte zu loben, während fie den Fürsten al» eine nebensächliche Puppe ansah, erwachte in diesem eine zornige Eifersucht und er dachte immerfort daran, fich fo bald al» irgend möglich in den Vollbesitz der fürstlichen Macht z» setzen. Der Ehrgeiz, der ihn anteeibt, sich den König»- titel zu gewinnen, ist natürlich auch nicht» Wetter al» ein Ankfluß feiner tollen Eitelkeit.*
„Engherzig und selbstsüchttg ist der Fürst auch in Bezug auf die Bttwendung seiner Einkünfte. Seine Höflinge behauptete» wiederholt, Ferdi»a«d opfere sei» »«mögen für Bulgarien Das ist erlöge». In seine» ersten Regierungsjahren, während der Zeit, ba seine Mutter in Bulgarien weilte, wurden allerdings beträchtliche Summen ««»gegeben. Allein diese flössen eben ans der Kasse der Mutter, die alles daran setzte, m» den Sohn populär zu wachen. Al» fie sich aus Bulgarien znrückzog, hörte» auch die große» Ausgaben auf. Das Vermögen der Fürsten ist in der Bank vou England fiwer angelegt und die Zinsen werden zum Kapttal geschlagen. Auch von der Apanage, dk der Fürst vom Prinzen Phttipp bezieht, gkbt er keinen Centime aus. Er bestreitet die Kosten seine» HofhalteS allein von der Zivilliste, die er sich hat erhöhen lassen und über welche hinan» er fast alljährlich noch größere Geld» anforderur gen stellt und auch bewilligt erhält. „Vorläufig*, so heißt e» zum Schluß, trägt den Schaden ba» Land, endlich aber wird ihn der Fürst trage» müsse», wen» er getriebe» von seiner Selbstsucht und seiner Eitelkeit, dem Volke unken wkd. Da» Boll von Bulgarien ist stark genug, «m seine Freiheit und seine Unabhängigkeit auch ht den schwerste» Stürmen aufrecht zu erhalte». E» wkd seine herrlichen Eigenschaften gegen jeden Feind zu schütze» wissen, ve»» es sei» muß auch gegen de» mächtige» Zaren Rußlands wie gegen den eigenen Zaunkönig.*
„Da« geht auf Hessel, meinen braven Kameraden von Pangani,* unterbrach Doktor Äortegam den aus einer soeben an gekommenen deutschen Zeitung vorlesenden Eyssenhardt. „Daß man uns trennen und ihn nach Kilwa versetzen mußte! Nachdem sein Landsmann Ärieger und auch die »enigen getreuen Schwarzen gefallen, konnte er, um nicht lebend in die Hände der Araber zu fallen, allerdings nicht» Bessere« thun, als fich selbst eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Der gute, lebensfrohe Hessel l Die Fäuste möchte man fich zernagen, daß man hier fitzen muß, nicht dreinschlagm, ihn rächen darf.*
Bei den letzten Worten «ar der Stationchef Lene eingetreten nnb sagte:
„Gemach, junger Herr! Bis jetzt haben wir beim Dreinschlagm üb«all den Kürzeren gezogm, auß« bei Bagamojo, wo die Marinetruppm den Feind zurückwarfm. Mein Stolz wäre, wenn es hi« überhaupt nicht zum Schlagen käme *
„Au« Humanttät«gründm? Wir find doch kein« Msfionarel Die gleiche große Sache ist'«, bie hi« wie i« ganzen Schutzgebiet auf dem Spiele steht, und wer fich dem Kampf für fie entzieht, der ist—*
„Herr Doktor — !*
Dieser Mahnruf klang so ernst und eindringlich, daß ter Kampflustige da«, wa« er noch hatte sagen wollm, untedrückte und fich anschickte, da« Zimm« zu verlaffm. Da ter Stationchef vor ihm hinaus« ging, blieb er und eiferte gegen Eyssenhardt gewendet, von Neuem:
„Habe ich benn, um Alle« in ter Wett, nicht recht? Diese Langmut ist bei den Arabern schlecht angebracht; die »«schonen un« darum doch nicht *
Eyffmhardt lachte.
(Fortsetzung folgt.)