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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Marschall und Bötticher und der Kriegsminister.

50 Pf.

60 Pf.

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mb verweilten in etwa fünf Minuten langem angelrntlichen Gespräch, bei welchem |S sich, wie verlautet, um den Gesundheitzustand des Fürsten Bismarck und die Reise des Fürsten Hohenlohe nach tiedrichsruh handelte. Gleich nachdem Graf Herbert au ünm Platz zurückgekehrt war, erhielt er den Besuch des Ministers v. Köller und des Kriegsministers, die ebenfalls Inige Minuten in freundschaftlichem Gespräch mit dem trafen sich unterhielten, während sodann zahlreiche Abge- rdnete sich bei dem Grafen nach dem Gesundheitzustande er Vaters erkundigten. Als erster Redner erhielt der lbg. erno vom Zentrum das Wort, der ebenso wie sein «kmmterer Fraktionkollege Spahn das Prinzip der Vorlage toar bekämpfte, aber seitens des Zentrums eine wohl- rollende Prüfung in der Kommission versprach. Nach serrn Spahn erhob sich zu allgemeiner Uebcrraschung der ieichskanzler, der mit leiser Stimme eine Erklärung vorlaS, die Regierung, wenn sie auch mit Entschiedenheit auf ui Boden der Vorlage verharren müffe, doch nicht die Ein- hränkung derFrejheit der Meinung, die Verfolgung einer ein- llven Partei usw. beabsichtige, vielmehr die Bestrebungen der ttemationalen Umstürzler verhindern wolle. Dabei würde aber »ch die Fortsetzung der sozialen Gesetzgebung zu Gunsten murrn Klaffen nicht unterbrochen werden. Nach dieser ide, te mehi mal» von demBravo" der Rechte» unter-1

all,

Verantwortlicher Redakteur: Harry Finking in Marburg. Redaktion und Expid tion: Markt 21. Fernsprecher Nr. 55,

»er geringen Streitkräfte so erwünscht, daß er die ichtlinge absolut nicht ziehen laff.n wollte. .Hier k's mehr und wichtigere 3kbeit al« in Sansibar,"

hier im lustigen Bagamojo ihren mühsam erworbenen Lohn verjubelt hatten und nun gegen eine Ver- gütung von sechszehn Rupien pro Mann und Monat gern ein wenig Soldat spielen wollten. In ihren weißen roteingefaßten Jacken und weißen Kniehosen, mit den braunen Ledergürteln und feuerroten Lar- buschs auf den Kahlköpfen, machten sie keinen üblen Eindruck; die e» bereits bis zum Schausch (Unter­offizier) gebracht hatten und eine ähnliche Uniform au» graugelbem Leinenstoff trugen, fühlten sich sogar ungeheuer. Wäre nur das leidige Exerzieren nicht gewesen und Waldhubers Rechte, die mit .Watschen* niemals geizte I'

Während der Freizeit fand Eyffenhardt in dem überfüllten Usagarahaus so wurde die deutsche Station hier genannt wenig Erholung, weshalb er fast täglich die hart an die Stadt grenjcnbe französische Mission besuchte. Dort, an der Stätte des Friedens, vergaß er im Gespräch mit den wiffenschaftlich und praktisch tätigen Missionaren die unruhigen Zeitläufte und freute sich immer wieder an den Früchten ausdauernden Fleißes.

Auf Wurfch würden wir unsere Mission gerne in eine deutsche umwandeln,' versicherten die meist aus Elsaß und dem Rheinland stammenden Patres, .wenn es auch nur den Zweck hätte, zu zeigen, daß es auch geduldige Deutsche giebt. Denn heute säen und morgen ernten wollen, heißt Unmögliche« ver­langen.'

Eyffenhardt, der sich ein wenig getroffen fühlte, erklärte sich lächelnd für den geduldigsten Menschen der Welt, worauf ihm einer der Missionare mit dem Finger drohte, indem er schelmisch erwiderte:

Rur nicht so ruhmredig, lieber Freund I Wir wissen ganz genau, wo« auf dem Exerzierplatz vor-

Lebhafte Aufmerksamkeit erregte es, alSGraf Herber vismarck sofort nach dem Erscheinen bei letchskanzlerS auf diesen zuging; di letten schüttelten sich herzlich die Händ

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*** rnw^S^ttittio»? Markt 21.^ Fernfpncher Nr, W** Jllustrirtes Sonntagsblatt

g-ht. Und nun gar Ihr Bana Watschi, der ist ein wahrer Engel der Geduld.'

Mein Bana wie sagten Sie?'

.Bana Watschi. Verstehen Sie nicht?

Eyffenhardt zuckte die Achseln.

.Wadatschi heißt Deutsche, aber Watschi'

»Heißt Ohrfeige," ergänzte der Missionar lachend. .Sie wissen doch, daß die Suaheli« ein schlechtes Gedächtniß für europäische Ramm habm und die Burschen darum jedem Weißen einen zweiten Namen anhängen, der in seinem Beruf, seinem Aeußeren ober seinen Gewohnheiten begrfinbet ist.'

.Allerdings ist mir die» bekannt. Herr HintsL in Sanstbar, der Vertreter einer großen deutschen Elfenbernfirma, wird beispielsweise Bana Pemba, Herr Elfenbein genannt '

Und Ihr hünenhafter Feldwebel,Bana Watschi', weil er so oft Watschen anbietet und au»teilt.'

Sitte Anwesenden lachten.

Da bin ich mit ,Brna Rubwa' gut wegge kommen' meinte Eyffenhardt.

Das heißt .großer Herr' oderChef'. Den Titel fühtt hier Herr von Zelewrky.'

.Und wie nennt man mich?'

Bana Kirtasst.'

Eyffenhardt erschien der Beiname nicht gerade chmeichelhaft.

Ich bin doch, um mit dem alten General Ziethen zu reden, kein .Schreiber oder verpfuschter Student', sodaß ich verdiente,Herr Papier" zu eifjenl*

Nein, aber e« find Ihnen Bücher und Karten, mit einem Wort Papiere abhanden gekommen, und dieses Ereigniß wird zuweilen noch jetzt von den Regem besprochen. Trösten Sie sich mit um»; auch

zusammeuwiikeu 1 Die Boischaft hör' ich wohl, allein mit fehlt ter Glaube Wir haben zu traurige Erfahrungen gemacht. Wodurch ist denn die Sozialdemokratie ent­standen? Sie hängt innig zusammen mit dem Kultur- kampf mb der Einführung schrankenloser Freiheit für Handel und Gewerbe. Sodana tragen daran Schuld die Schriften her Gelehrtem Wir werdcn vei suchen, in da» Gesetz auch Bestimmungen gegen die Unfitilichkeit, wie sie die lex Heinze enthielt, hineinzubringen. Den Soztal- demokraten wird es nicht schwer werden in Folge ihrer Organisation, den Wirkungen des Gesetz!» sich bi» zu einem gewissen Grade zu entziehen- Für die anderen Parteien aber liegt die Gefahr vor, daß sie dmch da» Besitz breinträchtigt werden. Daher habe» diese doppelte Veranlassung, die Vorlage auf da» Ernsteste zu prüfen. Die Z ntrumkPartei l-hut da» Gesetz nicht von vornherein ab; sie wird e» ohne jede Rebenrückstchten au» sich heraus prüfen-

Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: Der bisherige Gang der Verhandln»gen über deu vor liegenden Gesetzentwurf läßt mich hoffen, daß die Be deutnig desselben vom Reichstag gewürdigt wird, rnd daß Sie ihn einer Kommission zur nähere» Prüfung überweise» werden. Ich glaube au»ihmen zu dürfe», daß Sie die Gefahren, von welchen die Staatsordnung und die bürgerliche Gesellschaft be­droht fiud, eite»ne» und Abhilfe schaffen «ollen. Die verbündete» Regierungen find der Meinung, daß den Lesorgniflen weiter Kreise der Bevölkerung, welche fich in ihren heiligste« Gefühle» verletzt n»d i» ihrem Besitz bedroht sehe», Rechnung getragen werden muß. (Sehr richtig l recht«.) Da« konnte durch ei» Aus­nahmegesetz geschehe», oder durch Verschärfung einzelner Bestimmungen be« Strafgesetzbuchs. Es schien nicht ratsam, bat Weg der Ausnahmegesetze zu betreten Ob da« Gesetz vom Jahre 1878 die günstige» Folge» gehabt hat, Heiman davon erwartete, ist eine sehr bestrittene Frage. Darauf gehe ich nicht weiter ein. Sachliche Erwägungen haben zu dem Entschluß ge fühtt, die Reform auf dem Boden de» gemeine» Rechts avSzuführen. Infolge dessen mußte eine ge wisse mittlere Diagnose beobachtet und Vorschriftev erlasse» werde», die einen Schutzwall für die höchste» Güter des Leben» gegen alle Angriffe zu bilden habe», von welcher Seite sie auch kommen möge». Auf dieser maßvolle» Grundlage bewegt fich der Entwurf und stellt, indem er fich nicht gegen eine bestimmte Partei, sondern gegen die gewalttbätige» Friedensstörungen in jeder Form ttchtet, da» Mindestmaß bar, welches »ach Ansicht der verbündeten Rrgierungen zur Auf rechthaltung der innere» Sicherheit im Reiche geboten ist. (Sehr gut! recht».) Noch zwei Punkte möchte ich hervorhebe». Es wäre vollkomme» irrig, wen» man in der Vorlage eine Schmälerung de» Rechts der freie» Meinungäußerung sehen wollte. Eine derartige Absicht und eine solche Wirkung liegt der

aller Eile angeworbenen Soldaten waren freilich h danach, und dieselben kriegrtüchtig zu machen, fyen Eyffenhardt als eine keineswegs angenehme ifiabe. Aber er konnte fich ihr nicht entziehen 1 tröstete fich damit, daß Walbhuber, der bei den »en. irischen Lägern gestanden und als Unteroffizier (256 Men warben war, sie ihm lösen half.

' .Die barfüßige Truppe setzte sich au« Karawanen-

*<knngsmannschaften und Trägern zusammen, die

Bo läge fern. Nicht irgend eine Meinung oder deren Aenßeruug wird von dem Entwurf unter Strafe ge» stellt; sie wird strafbar nur durch die Form, in welche fie gekleidet wird, indem diese in ehret Auf­forderung zu ei«er strafbaren Handlung besteht, eine öffentliche Friedensstörung oder einen öffentlichen Angriff enthält. Die Vorlage trifft nicht den Kampf der Meinungen, sonder» nur die Methode der Kampfe». Nach völkerrechtliche» Grundsätze» ist e» verboten, in drm Kampf der Völker gegeneinander vergiftete Waffen oder explistve Geschosse bei Havdfeuerwafftu anzu« «enden. Die Vorlage überträgt diesen Grundsatz auf deu Streit d-r Meinungen innerhalb derselbe» Volks- genossen. (Sehr ttchtigl rechts.) I« freien Au»» tausch der Gedanken mag der Widerstreit der «»fichten auSgefochten werden. Der Gegner soll überzeugt uud überwunden, aber nicht verstümmelt und »einichtet werden. Die giftigen Waffen de» Haffe», bet Ver­leumdung und der Gewalt sollen keine Anw<ndung stade» unter den Angehörigen derselben Volkes. Der Glaube, bet Alle» heilig ist, die grundlegenden Ein­richtungen des Vaterlandes und der Familie, die Allen gemein find, müssen gegen öffentliche, de« Friede» gefähr- be»be Angriffe sichergestellt werde«. (Bravo! recht».) Ma« hat behauptet, daß bet Ursprung de» Nebel» in gewissen sozialen Ucbelständen beruhe, uud daß mau diese wohl durch wirtschaftliche Reform,n, aber nicht durch Strafgesetze und polizeiliche Maßregeln beseitigen könne. Meine Herren, dem geg' nüber kann nicht mit Nachdruck genug betont werden, daß die Fürsorge des Reiches für die unteren Bevölkerung- klassen und die Bekämpfung der Umsturzbestrebangen, insbesondere der Sozialdemokratie gar keine Berührung mit einander habe«. Seit Beginn des deutschen Reichs und namentlich seit der unvergeßliche» Bot­schaft deS ersten deutschen Kaiser» vom 17. No­vember 1881 ist keine Session »ergangen, ohne daß die verbündeten Regierungen gemetnfam mit dem Reichstag «ach den verschiedenste» Richtungen da» Wohl der arbeitenden Klasse zu förden unternommen habe». (Sehr richtig! rechts!) Kaiser Wilhelm II. hat seine Regierung durch eine Förderung des Ar- beiter'chutzes auf internationalem Wege ein geleitet, und seither find die verbündeten Regierungen unab­lässig bemüht gewesen, auf den Fundamenten be» christlichen Volkslebens be» niederen und teeriger be­mittelten Volksklasse« ehr ge-viffts Maß von Wohl- bffinbe« zu sichern, sie insbesondere gegen Krankheit, Unfall und Invalidität zu schützen Darin ist Deutsch- land weiter gegangen, al» irgend ei» Land der Welt. (Sehr richtig! r-cht» ) Dieser Weg wird nicht ver- lassen werde«, und die verbündeten Regierungen find

wir haben unsere Spitznamen, wenn man un« auch nicht damit ruft"

Der Abend be« Tages, an dem ihm die jovialen Patres diese Eröffnungen gemacht, brachte Eyffenhardt eine Ueberraschung, wie er sie größer sich kaum hätte denken können. Als er nämlich ins Usagarahau« zurückkehrte, hörte er durch Walbhuber, Herr von Zelewsky nnterhanble im Speisezimmer mit einem englischen Waffenlieferanten; gleich barauf ließ der Stationschef ihn zu sich bitten, und er erkannte in dem Engländer Mister Larson au» Sansibar.'

Sieh da, der Herr Leutnant Eyffenhardt!' sagte der Kaufmann erfreut,nun wird da» Geschäft zu Staude kommen, denke ich. Hab da nämlich ein paar Kiste« Kapselgewehre und ein Pöstchen Schieß­pulver billig abzugeben.'

Eyffenhardt hatte die ihm bargebotene Hand nur flüchtig berührt und entgegnete mit Nachdruck:

»Und ich habe Ihnen Grüße von Naiorto bin Raschid zn überbringen. Et begegnete mit in Mnndo vor Buschiri» Hau», beutete auf eine Gewehrkiste, die Ihr Geschäftszeichen trug und sagte: Salaam meinem Ftennde Larson.'

Seht verbunden!' dankte der Engländer ohne ede Spnr von Verlegenheit.Wit haben gehört, wie e» Ihnen bei Buschiri und später in Usambata erging, «race wollte fich schier todtlache».'

Seht liebenswürdig, in der Thatl'

Nicht über Ihr Unglück, sondern darüber, daß §ie unverbesserlich nnpraktisch find', erläuterte Larson, >em der bittere Ton der Zwischenbemeikuug anfge- allen war. ,8U» ob wir Ihnen da» Lösegeld für Ihre Sachen nicht mit Vergnüge« zur Verfügung gestellt hätte«!'

Kana Kirtasst.

t »Untal»Roman von ChristianBeukard.

st (Nachdruck verboten-)

(Fortsetzung.)

Eyffenhardt fuhr mit der Hand über die Augen ib verließ die Offizier «messe, um fich in die ihm gewiesene Kabine zmückzuziehen

DerWodan' dampfte unter südlichem Km« e Küste entlang. Da über einigen Stranddörfern ReHe die weiße arabische Sriegeflagge wehte, schloß 6 Kommandant, Buschiri marschire auf Bagamojo eichet wichtige Hasen unbedingt gehalten werden Hte.

Eyffenhardt und feine Leidensgefährten nach «usibar zu bringen, ging daher nicht an; mochten 1 sich non Bagamojo au», wie üblich, von einem dvführer übersetzen lassen.

Dazu kam e« indessen nicht. Henn v- Zelewsky R Station« chef von Bagamojo, war ein Zuwachs

Vie Umsturzvorlage im Reichstage.

»Rarburg, 14. Januar 1895.

Sie letzte Sitzung in der erste« Lesung der l»sturzvorlage fand am Sonnabend statt. Unser amentarischer Korrespondent berichtet über dieselbe

dem Datum des 12. d». folgende«:

Am heutigen letzten Tage der ersten Lesung der ßurzvorlage wiesen die Bänke der Abgeordneten zahlreiche en auf; viele von deu Volksvertretern waren bereits n mit der Beruhigung nach Hause gereist, daß heute ter allen Umständen die vorläufige Erledigung der Vor-

e durch die Verweisung an die Kommission erfolgen jgfrbe. Die Zuhörertribünen waren dagegen wie an allen en Tagen dicht besetzt, was von dem lebhaften Jnterefle ugnis ablegt, das im Volke der Vorlage entgegengebracht

, Von Ministern hatten sich anfangs nur Staats- är Nieberding und Justtzminister Schönstedt einge-

; später, während der Rede des ZentrumS-Abge- eten Spahn, erschienen der Reichskanzler, die Staate«

»sitz'

gutem rrdankt I seine entew -Pain- matis- itrjen, retten, )e@in- d stets halten, sofort endrS

Der Haus- ämlich he.

Reichskanzler zu einer Sitzung zurück, indes der Präsident dem Sozialisten F r o h m e da» Wort erteilte: Herr Frohme sprach etwa V- Stunde in weinerlich-pathetischem Tone red t verworren und urklar gegen die Vorlage und wendete sich scharf gegen de» KriegSminister Bronsart, sodaß dieser fich zu einer Erwider ung veranlaßt sah, dieHaare und Zähne" hatte. Seit den Tage» Bismarcks nnd Puttkammei» haben die Roten nicht mehr solche schneidige, markigen Worte gebärt wie in dieser uud der vorigen Rede des Henn KriegSminister»- In den Ausführungen des Herrn Bronsart v. Schellendorf zur Verteidigung der Armee lag eine packende Wucht, denn Ueberlegenheit über da» bezügliche Gewäsch der Reichkfeiude allgemein vermerkt wurde. Die Worte mit denen der KriegSministerauf die persönlichen Angriffe Frohrms erwiderte, enthielte» die ganze Fülle von Verachtung, die jeder Gentleman dem nichtswürdige» Treiben gewissenloser Volksverhetzer gegenüber empfindet- Ui parlamentarische Zwischenrufe, in denen die äußerste Linke ihre Wut über die ihr vom Minister applizierten moralischen Peitscher hiebe kandgab, wurden vom Herrn Präsidenten v. Levrtzow energisch gerügt- Nachdem dann noch kurz der Minister v. ller einige Angriffe gegen seine Person abgewiesen und nachdem der Korservative v- Buchka nochmal» de» Standpunkt seiner Partei praeifiert hatte, wurde um 8/.6 ein Schlußantrag angenommen, und die Sitzung auf Montag vertagt, ohne daß »och die Abg- Eugen Richter und «hlwardt, die ursprünglich sich zum Worte gemeldet hatten, gesprochen hatte». Die Vorlage selbst wurde au eine Kommission von 28 Mitgliedern ver­wiesen- Diese erste Lesung der Umsturzvorlage gehört zu den der kwürgsten Beratungen in den Annalen de» Reichstag»."

3m folgende« geben wir eine« Auszug au» den Verhandlungen:

Abg. Leruo (Zentr.): Ter Abg-Kröker ist der einzige bayerische Demokrat hier im Hause, während wir d-n größten Prozentsatz der Bayern bei treten. Er ist richtig, daß in Bayern Aufregung herrscht, aber diese ist hrrvorgerufen durch das Darniederliegen von Handel, Gewerbe und Landwirtschaft. I» der Beurteilung der Un stu zvorla, e davon bin ich überzeugt find die Bayern m t der Haltung de» Zentrums vollständig rin verstanden und wünschen eine KommisfionSberatung. Für eine weitere Einschi är.kung der Piesse im Sinne der Vor­lage trerbin wir richt zu haben sein. Wenn man drn Uebelsiänden in der Presse abhelfen wollte, so müßte man etwa von den Journalisten den BefähigurgSnachweir ver­langen und einen Ehrenrat einrichten.

Abg. Spahn (Centt.)r Wir sollen, sagt man uns vom RegieningStisch, Bertram» zu den Richtern haben; ja, wenn wir als Gesetzgeber diesen nicht die Forme» vor- ichreiben können, wonach fie urteilen sollen, so sollten wir doch vou einer derartiger Gesetzgebung ganz Abstand nehme». Zuerst müßte» wir doch auch wisse», wa» in Bezug anf da» Verein», und Versammlungsrecht in den Est zelstaaten beschlofien wird, ehe wir m s hier schlüssig machen. Wir sollen die Zwietracht ruhen laffen md fri, blich

Erscheint täglich außer an Werüagea nach Son«» und CVW. . Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes,

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»der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg. ICUSlUlj, 1U ^UllUUl lOtAJ. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Paris.

Ke er zu Eyffenhardt:wenn Sie einen ausführ.

- j AN Bericht hinüber schicken, so genügt es. Ein ge- "S, i «ter Offizier wiegt hundert Askaris auf * "d- Z Die von der Deulfch-Ostafrikanifchen Gesellschaft