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dem Hochsttfte Paderborn von Rechts Wege« zastaud. Die Kirche samt dem Ort Pappeuheim fand dann im SOjShügeu Kriege a. 1622, ihren Untergang. Die Benefizie« der Kirche waren unter dem Bischof Th odor von Fürflenberg in der ReformatiouSzeit de» Jesnite» in Paderbor» gegebe» werde«. Nachdem im Jahre 1634 die Benefizie» der Kirche zu Peppen« heim wieder freigeworde» wäre», ließ er die recht» mäßige« Eigentümer derselben, dieselben auf dem Rechts» weg mittelst lustrumentum Apprehensionis*) wieder in Besitz nehmen.

(Fortsetzung folgt)

*) Instrumen. Appreh., wonach der Notar Christoph Westhoff für Fritz Georg von Pappenheim wieder in Besitz nimmt in Stammers Archiv.

Neue Spruchwrisyeit »»» Verfasser der Al«me« am Wege'.

Wenn starker Wille« und ein gut Gewisse» Die Wurzeln find, woran der Stamm sich hält, Wirst du durch keine Macht der Welt gerisien Bon deinem Platz, wo bist hingestellt.

Eine halbe Wahrheit, daß Jhr's wiß't, Ost schlimmer als ein Irrtum ist.

Dem Man», der, stark und kühn, Die halbe Welt bezwingt: Et» trotzig Weib zu zähme« Ihm selten doch gelingt.

Himmel und Hölle findest du im Weibe vereint: Bo» Himmel die Siebe, dm Trotz vo« bösen Feind.

Alles strebt und rennt »ach Gold und Ehr', Als wenn Gold und Ehr der Himmel wär!

Der b.ste Freund hält dir nicht Stand, Wenn dein« Ohnmacht er erkannt.

Gott kann schaffen zu jeder Zett, Der Mensch, wenn Golt thm Kraft verleiht. Durch Kreuz zur Krone!' ist ei» alter Spruch; Man hört ihn oft und doch nicht ost genug.

Mehr al» irgend einer Zett, Fehlt unsrer die Bescheidenheit.

Glück im Unglück trag nicht allein, Leichter trägt jede Last sich zu zwet'n.

Zweierlei steht mir nicht an:

Ein schamlose« Weib und ein mutloser Mann.

Unsere Zeit macht ein Gesicht, Al» wollte sie lachen und könnte nicht- Nicht nur große Wunden können schmerzhaft sein, Viele Nadelstiche machen ost noch größre Pein.

oder:

Nicht nur große Wunden machen Schmerzen, Viele Nadelstiche dringen auch zum Herzen. Manche« Wetter sieht sich furchtbar an Und zieht vorüber, ohne doch zu schaden, Eine leichte Wolke, die wir gar nicht sah'n, Verwüstet unbarmherzig unsre Saaten.

O Mensch, war soll Dein Streben, Dein Jagen nach dem Glück?

Es endet Glück und Leben Sin einz'grr Augenblick

zur Uebergabe zu zwiugeu. Damit »ar aber der Widerstand »och »icht gebrochen. Am 27. rückte der General nochmal» mit drei Bataillone» gege» Aoak Sg«»g Neugah Raren i, genannt Kantngau, de» natürliche» Soh» de» Suita»», au», der sich bei Topati verschanzt hatte. Der kravke Prinz, der fich dem Tode geweiht hatte, ließ sich durch seine Anhänger an die Spitze der zu« Lanzenangriffe übergehende» Krieger trage», am die Seine» zu er» mutigen. Alle fiele«. U«ter 62 Toten fand man 48 Frauen. Hiermit fand da» Drama von Tjakea« Negara ft ine« Abschluß.

Der Staatsanwalt i» Gefahr. Ma» schreibt au» Hamburg: Die schlimmen Zustände i» zahlreiche» Kellerkneipen hatte» Vera»laffu»g gegebe», daß höhere Polizetbramte, ein Staatsanwalt und der UntersuchuugSrichter persönlich diese» übel beleumundeten Lokale» et»e» Besuch abstattete», um fich davo» zu überzeuge», daß die Klage», welche i» SirafgerichtSverhandlungen vielfach erörtert wurden, thatkätzlich begründet find. Die Exkursion ist den Heue» aber sehr übel bekomme«. Wahrscheinlich habe« die Gäste der in Betracht kommende« berüchtigte« Wirt» schäften durch irgend eine« Zufall erfahre», welcher Besuch ih»eu zugedacht sei, und danach ihre Maß­nahme« getroffen. Kaum hatten die Beamte», i» deren Gesellschaft fich verschiedene Krimi»alsch«tzle»te in Zivil befände», »ach Revifio» einer solche»Penne' die Straße bettete», da wurde» sie von einer Rotte reduziert auSsehtndrr Männer «»ringt und hart be­drängt. Ehe genügende Hilfe zar Stelle war, hatte» mehrere höhere Beamte bereit» Mißhaudlunge» davon» getragen. ES gelang schließlich, vier der schlimmste» Tumnltuante» »ach heftiger Gege»wehr zu überwältige», worauf ste gefeflelt in» Gefängnis gebracht wmde».

Beim Spiel erstochen. Der zwölf­jährige Sohn eine» Berliner ArchtteVen war mit feiner jüngere» Schwester »ach de« Bahnhof Zoo« gischer Garte» zu spaziere« gegangen; in der Nähe der Stativ« hatte er sei« Taschenmeffer hervorgehott und der Schwester lachend zugerufen, er werde fich ersteche». Thatsächlich stieß er auch mit der linke» Hand da» Meffer gegen seine Brust, leider »it solcher Kraft, daß es Anzug und Hemd durchfuhr und un­glücklicherweise da» Herz ttaf. Während er da» Meffer au» der Wunde riß, zusammenklappte und i« die Tasche steckte, machte er seine Schwester darauf aufmerksam, daß er fich verwundet habe. Die Kinder suchte» da» Blut aafzuhalte»; aber schon nach ve»ige» Minute» brach der K»abe mit de» Worte»:Eve« Itnche», m't wird so schlecht!' zusamme», und bald war er eine Leiche. Ei» alrbald erschienener Arzt konnte nur de» Tod konstatiere»; die Polizei stellte de» Vorgang fest, al« der unglückliche Later herbeietlte. Man brachte seine» tote» Liebling auf einer Traglahre nach ftietm Hause.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain

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Jllnstrirtes Sonntagsblatt

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Verantwortlicher Redakteur: Harry Finking in Marburg. Redaktion und Expedtion: Markt 21. Fernsprecher 55.

xnb Verlag: Jo h. Au g. Koch. Unionsitäts-Buchdruckerei in Marburg. ® RrdaLiou und Expedition: Markt 21. Fernsprechtr Nr. 55.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Frtrrtagrn. Quartal-AbonnemrntS-PreiS bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 M. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsrrationSgebühr für di» gespaltene Zell« »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für di« Zeil« 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 13 Januar 1895.

Arteigen nimmt entgegen die Expedition diese« BlatteS, sowie die Amoncen-Bureaux von Haasenstrin u. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Masse sti Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari«.

XXX. Jahrg.

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Zweites Blatt

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orktau angenommen. Die klei»e niedliche Lokomotive aber

htSkursuI graphie »ar d. $ von Frank''«

spielte jetzt i» jener verdächt'ge« Farbe, welche die Lügeleise» bet höchster Leistungfähigkeit auzuuehme» pflege». DaS Dingelchen sah nicht mehr freund lich an», sondern bösartig nnd heimtückisch. Und da! Plötzlich sauste die Loromottve und mit ihr der ganze Zug mit einer Kraft und Geschwindigkeit loS, die jeder Beschreibung spotten. Wie vom Bösen besessen, rast das Ganze htxensabbatarlig über die Schienen, einem Kourierzug gleich, der alle und jede Fühiuag verloren, so schnell, so drohend und wirbelnd, daß die Umstehende« de»

g: age, )l.

wie hypnotisiert auf die Sotemotioe, die mit jedem Augenblick mehr p«stete und dampfte Noch immer stand der Zug unbeweglich Totenstille herrschte unter dem lieblichen Weihnachtsbaum, die Erwar- inuar 18 jungen hatten eine förmliche elektrische Spannung

a _ - blicken, unter dessen Wirkungen Hören und Sehen vergeht. Bereits ertönen Hilferufe, und die Behtrzteu

zooiogi' Einsinniges" Weinachtsgeschenk, s hiuier

^Der kleine Lix, der eigentlich Felix heißt, so er. zählen die Dresdener Nachrichten, hatte sich schon ^[ange einen Eisenbahnzug mit heizbarer Lokomotive gewünscht, und dieser Wunsch war ihm nun erfüllt »rstarrö mürben. Auf einem besonder« großen Tische neben i*t» Sem Weihnachtsbaum waren die Schienen gelegt und - fattlrch nahm sich der kleine Zag au«, der zum m««;» ^bfaforen bereit stand: eine allerliebste Lokomotive, 15 bis 1 Tender, ein Gepäckwagen, Wagen erster, zweiter le Urbr - ^b dritter Klaffe und eine vollständige Holzlowrp Mtttw Der Zrg sollte nun in Bewegung gestzt und die iwrsta« Hxeude de« kleinen Lix auf das glanzvollste gesteigert (hpn tf 4. Derben. Man brachte Spin ms unv Wasser, füllte l7t'uHiileibe8 in die Kessel der Maschine ein, entzündete aw. b. L ie Brenner nnd alle« stand erwartungvoll und hr: de» großen Augenblick«. Wohl volle fünf

ttttltttt Minuten, während da« Wasser im Kessel kochte und tSWMi »e Dümp'e sich entwickeln mußten, starrten alle > l *- Ai«C k*d ki» mit ipSom

Sek. 9 _ ,,, , , , ,

»ewegr-ngen «icht mehr zu folgen vermögen und nur j noch einen mit aller Macht schwingenden Kreis er­

wachten Versuche, dem verrückt gewordenen Schnellzug

»scheu, »iese«, ia«d.

vor ähnlichen Weihnachtsüberraschungen entgleist -der Zug und füllt auf den Boden. Die nun ent­stehende Verwirrung ist grenzenlos. Ter Zug rast unten am Boden weiter, zurächst unter einen große«

rre», w t|a Ziel zu setzen, da der Himmel bewahre jeden ;erhalb ..............

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Lehnstuhl, dessen Bekleidung Feuer säugt, dann unter das Sopha, wo er nur einen Augenblick weilt, um seinen Keg sofort unter die übrigen Möbel zu nehme«. Niemand wagt eS, die glühend heiße Lokomotive arzufasse», zwei Personen hoben fich daran schon die Finger gehörig verbrannt und auch das Nl-id der Schwieger

»rg.

; 1397 Otto von Falkenberg; 1415 Conrad

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Prozeß zwischen der Romana Curia und der Kirche

Kaiser

*) Urkunde de» Grammer Archiv».

rmitte Uw rgerr

mehr lebte. Das Pfarramt war damals unbesetzt geblieben und wurde darauf dem Edlen Hennig von

Neitrng zur Geschichte des ehemalige« stch fische« Kessevgaves, der Aurg «ud Stadt Marburg u«d der ehemalige« Maracht« z«

von Niehausen, welcher im selben Jahr darauf an Johann von Kolstede resignierte; 1450 Theodor!«» erstr.^von Kleen, 1461 Werner Stephan von der Mal«- b«rg und 1564 Johann »o« Niem */. Nach dem letzteren wird Heinrich von Spiegel als Pfarrer zu Pappenheim genonnt, welcher im Jahr 1588 nicht

iu Paderborn. Der Bischof von Paderborn hatte b,t Ho ^lsolge dessen über die Pappenheimer Kirche und ^den dazu gehörigen Ländereien die Exkommunikation »ud den Arrest verhängt. Im Dezember de» I ihre»

St« E« sind jedoch nur noch au» dem 14, 15. und 16. Jahrhundert die folgenden Pfarrer derselben bekannt: Ludolph 13181323; 1362 Johann von

sowie Btöiteoen unv wuroe Darauf vem Evren Hennig von rrLd« -Luoingshausen genannt Wolf, Dechant in Fritzlar, zur d i80m Bischof von Paderborn verliehen. Die Ro- l«tuti «'"a Curia hatte indessen dem Franzi« ka« Naber- lne Si fbrt in Warburg die Kirche zu Pappenheim ver. stttglsti ^hen. Um den Besitz der Kirche entstand nun ein

starb» Gesell en L«l' stattfi» " Mappeaheim'

®en Gustav Frhr. Rabe von Pappenhei wi

I) (Nachdruck verboten).

_____15 (FortsetzungO

mutter riecht bereit» breunlich alles stürzt durch einander, ratlo», hfloS! In diesem verzweifelten Augenblick faßt tt» junge» Mädchen den kühnen Ent schloß, der wahnsinnigen Lokomotive mit einem Stuhle zn Leibe zu gehen ein Krach und da» Un­getüm liegt auf der Seite der Zug steht still, und nur eine große Flamme, die au» dem ausge­laufenen Spiritus entstanden ist und ein Loch in den Teppich brennt, zeugt noch von dem kaum überstan­denen Schrecke«. Als die F.uersgefahr beseitigt ist, sehen fich die Versammelten nach einander um. Die Mutter liegt leichenblaß auf einem Lehnstuhl hin gestreckt, die Schwiegermutter befindet fich in ähnlicher Lage auf dem Soph j, Vater und Onkel wickeln dieTaschen tücher um die verbrannten Finger das junge Mädchen versucht da» abgeschlagene Stuhlbein dem Stuhle wieder aizupassm da» Dienstmädchen plagt fich ab, da» Scheusal ton einer Lokomotive auf eine Kohlen­schaufel zu bringen und die gräßlichen Spure» des Eisenbahnunglücks zu beseitigen Lix ist völlig verschwunden und mit ihmMänuel', der Dachs­hund. Beide fand man später a« der Wasserleitung, Lix an allen Gliedern zitternd und an dessen Seite Manuel mit eingezogenem Schweife. Keiner von beiden wollte gutwillig wieder in» Zimmrr zurück- kehren. Als fich der Schrecke« gänzltch gelegt hatte und der strahlende Weihnachtsbaum wieder in seine Rechte getreten wir, hat man allerdings herzlich über das Eisenbahnunglück gelacht. Wer seinen Kindern und seiner Familie aber eine wirkliche Ueberraschnng' undFreude" bereite» will, der gehe hin und kaufe eine so reizende kleine Lokomotive. Er wird stch mit diesem Geschenk lange Zett in lebhafter Erinnerung seiner Freunde erhalten.

Beruttichtes.

Aus Schlesien, 10. Jan. Arbeiter Fürsorge. Zur Besserung der Lage seiner Arbeiter hat Graf Schaffgotsch auf Koppitz Aufwendungen gemacht welche es verdiene«, auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Durch zinslose und niedrig verzinrltche Hausbau > Vorschüsse und Uebeilassnug von Grund und Boden ist einer große« Anzahl von Arbeitern Gelegenheit gegeben worden, stch eigene Häuser zu beschaffe«. Die Kolonie Neu-Orzego» besteht säst nur aus solchen Arbeiter - Wohnhäusern, denen auf Wunsch auch gegen einen sehr niedrigen Pachtzins Ländereien ungeteilt werden. Ferner bieten ca. 1400 gräfliche Wohnungen einer großen Anzahl vrn Ar Vettern gesunde und billige Unterkunft. Für feine in und um Morgenrot wohnenden Arbeiter hat Gras Schcffgotsch aus persönlichen Mitee!» ii«e Pfarrei und etxe zehrttlasfige Volksschule in Godullahütte de- gründet. Die Errichtung einer zweiten Pfarrei in Orzego» nebst Schule ist t« die Wege geleitet, wozu der Gras bis jetzt 30 000 Mk. und den erforber

1588 erließ der Papst Sixtu» V. dagegen eine Bulle, worin er d n Bischof Amerion vor Mainz beauftragte, den Bischof Theodor vrn Füestenberg wissen zu lassen, daß er ihm die Exkommunikation der Pappenheimer Kirche nun cupatae sancti Jacobi probe et extra muros oppidi Warburg, Paderbornensis Capellam unterläge und die Herausgabe der arrestierten Früchte an Franziskus Naberkort verlange. Kraft feirer Autorität hebe er die Ex-kutiv« und den Arrest, welchen der Bischof von Paderborn über die Kirche verhängt habe ans u. s. f. Dr. Johannes Berneburg Exekutiv und Kommissar der Mainzer Kirche berief fich noch in den Jahre» 1589 und 1590 wiederholt auf diese Bulle des Papste» SixluS und drohte dem Hennig von Lndiagrhausen gen. Wolf, Dechant in Fiitzlar, mit der höchsten Exkommunikation und einer Strafe von 1000 rheinischen Gulden, wenn dem Geistlichen F. Naberkort die Papp nheimer Kirche nicht über­geben würde nud zwar mit allen F üchten und Znbe- hörungeu, welche feit dem Tode de» letzten Rektor» de» Heinrich von Spiegel fällig geworden wären. Franziskus Nabetkort und fein Advokat ' Johann Lerneburg waren dann im Jahr 1590 gestorben und Hennig von LndiugShausen gen. Wolf war bis zum Jahr 1594 unbehelligt im Besitz der Pappen Heimer Kirche gebliebe». Bald danach wurde er dann wieder von bet Mainzer Kirche durch bin Dr. juris unb Kommissar derselben, Otto Schultheiß, in seinem Befitzrecht der Pappenheimer Kttche ange­fochten, doch ohne Erfolg, da die Kollatur über dieselbe

ichen Grund und Boden hergegeben hat. Endlich ist für dieses Jahr drr Bau für eine Niederlassung von Krankenschwester», sowie die Errichtung einer Wirtschaft»-, einer Näh- und einer Kinderspielschule vorgesehen. Erwähnt möge »och werden, daß dieser Tage Graf Schaffgotsch an» Anlaß de» 25 jährigen Dienstjubiläum» seines Generaldirektor» Erb» an die Arbeiter 3000 Mk. verteilen ließ.

Haremsdamen im Kampfe. Berichte ans Batavia erzählen von Heldenthaten, welche bei der Erstürmung von Tjokra-Negara, de« Schlußakte der unter dem Befehle de» holländischen Generals Sitter nach Lombok entsendeten Expedition, die Harems­frauen des Sultans als Berteidigertnnen vollführt haben. Der Angriff war auf den 18. Novbr. festgesetzt worden. Nachdem eine Ueberrumpelnng desPuri da» ist das Lustschloß des Sultans al» unmöglich sich erwiesen hatte, wurde seitens der Holländer ein regelmäßiger Angriff eingeleitet. Mit ungeheuren Opfern waren die Angreifer bi» etwa 1000 Meter Distanz vnn den Mauern de» Schlosses vor gedrungen. Gegen 9 Uhr gab Oberst Swart Befehl zum Stur«. Mit Hurrah stürzten fich die Angreifer auf die Pforten und zerschossenen Mauern. Geschossen wurde »icht mehr, nur Kolben und Bajonett arbeiteten »och. Kurz vor dem Eingänge zum Palast ereignete fich ein Vorgang, der tief tragisch genannt zu werden verdient. Unter Anführung einiger Prinzesfinnru drang eine Schaar hübscher Mädchen Verwandte des Sultan» und Haremsfrauen mit gefällten Lanzen auf die Truppen ein. Die Offiziere waren durch den Anblick so betroffen, daß fie zauderte«, den Befehl zum Feuern zn g-ben. Erst al» die todesmutigen Schönen nur noch wenige Schritte vor der Front stch befanden und abgewendeten Gesichte», wie um die Wunden nicht zu sehe», die ihre Lanzen schlage» würden, gegen die 8ajo»«ette vor drangen, erklang da» KommandoFeuer! Attackiere«! unbnn» wurden die armen Ge chöpfe weggrmäht wie reife Aehre». Keine blieb am Leben, liebet die Leichen hinweg stürmten die Tapferen durch da» Labyriith von Gängen usb Pforten bis zum Reduit, welche» der Sultan mit feiner Leibwache verteidigte. Hier brach fich der Sturm. Es mußte erst Artillerie heraugezogen werde«, nm in die starken Mauern und Brustwehren Bresche zu schießen. Ein Signal rief de« Rest der kleinen Siurmkolonne zur Haupt­truppe zurück. Am folgende« Tage wurde der An­griff auf ta» Reduit von Tjatta-Nega-a fortgesetzt. Um dir Wette kletterten Europäer und Amboinesen an den Stumleiter» empor, doch kein Schuß fiel da» Nest «ar leer. Durch geheime Gänge hatte« die Belagerten ihren Abzug bewerkstelltgt. Sofort brach Generalmajor Segov mit einer Kolonne auf und hatte da» Glück, den verwundeten Sultan nebst einigen Mitgliedern seiner Familie zu umzingel« und