MchMD Britung.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«. Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
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Erstes Blatt.
Wochen-Rückblicke.
»Marburg, 12. Januar 1895.
Während der Fest zeit ruht die innere Politik Laß aber nicht» sonderliche» Aufregende» zu berichten »«, scheint manchen Bikliner Zeitungkonespondenteu namentlich solchen, die sich mit parlamentarischen Sachen des»äftigku, nicht recht behagt zu haben, und so brachten fie eine „Präsidentenkrisi»' ans» Tapet. ES hieß nämlich, der Abgeordnete v Levetzow sei de» Vorsitzes im Reichstage müde. Vorgespukt hatte die Geschichte schon nach der feierlichen Legung he» Schlußsteine» für da» neue Reichstagshaus, bei ter Präsident v. Levetzow in der Uniform eines Landwehrmajor» erschienen war. Er ist schon seit einer Reihe von Jahren in der ersten Ehrenstellnng, die der Reichstag zu vergeben hat, und noch bei jedem feierlichen Akte, der fich in Gegenwart des Kaiser» und König» vollzog, hatte man ihn seine Obligenhetteu tu Uniform ausüben sehen. Da» 6e» ruht einfach auf allerhöchsten Bestimmungen, nach denen j-der, der da» Ehrenrecht besitzt, Militsruuiform zn tragen, diese bei allen feierlichen Begeguuugeu mit Seiner Majestät anznlegen hat. Herr v. Levetzow hat fich da» Ehrenkleid eine» Landwehr-StabSosstziers w mehreren Feldzügen erworben. Der Borwnrf, daß der ReichstagSprästdeut mit seiner Uniform statt des .bürgerlich« Kleide»" da» Lolksgesühl verletzt habe, erinnert beinahe an die vergangenen Zeiten des .Mänuerstolze» vor Fü-stenthronen" nnd der tzccker- hite. Wir find ein Volk in Waffen, die Armee ist wie jeder andere Stand oder Berns ein Teil des ganzen Volke»; wie scllte e» da» Volksgefühl verletzen, wenn der Präsident der Volksvertretung vor den Augen de» Monarchen die Umform trägt, die er fich im Dienste für König nnd Vaterland erworben hat? Einzelne freisinnige Blätter haben denn anch die Verkehrtheit der Veisnche eiugeseheu, ter Uniform- ftage einen politischen Charakter zu geben. ES ist dann gesagt worden, der Präsident hätte fich bei der Verhandlung über die vom Staatsanwalt be antragte Versolgnug der sozialdemokratischen Abge ordneten, die beim Hoch auf den Kaiser fitzen geblieben waren, lieber der Stimme enthalten, als fich durch fein Ja mit der Mehrheit in Widerspruch setzen sollen. Da» wäre aber ein schöner Präsident, der in jedem Falle seine Abstiwmnrg »ach dem Votum der Mehrheit etnrichten wollte. So viel wir nur erinnern, hat der Abgeordnete v. Levetzow auch
Kam» Kirtasfi.
Kolonial - Roman von Christian Beukard.
M) (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung)
Dem Mann auf dem Ausguckposten war er jedenfalls zu gönnen, wenn er nicht immer und ewig .allhier", d. h achtzig Fuß hoch über Deck auf der Lormarsraa im schönsten Tropenregen fitzen und hl Graue gucken müßte. Sr hatte sich vor lauter Langeweile schon ganz in den Bug de» Marssegel» hinetnge wühlt, nur ab und zu hob er den Kopf und spukte von seinem erhaben« Sitze in die Welt hinan«. Nicht etwa an Deck, denn da» ist strenge »erboten, sondern seewärts über Bord, wie e» sich für einen befahrenm Seemann geziemt.
Im Begriff, seinem Munde neue Munition in Gestalt eine« Priemchen» zuzuführen, reckte er plötzlich den Hal« wie eine Schildkröte und sah schars nach der Gegend hin, wo die Sonne, durch eine Wolkenlücke brechend, einen kleinen Teil der Meere«. ßäche hell beleuchtete. Dann kehrte er stch um und rief durch die hohle Hand hinunter:
«Boot mit Notflagge voran« zwei Strich an Backbord!"
Seitdem Tag« zuvor die von Mitte September bi« Anfang Oktober dauernde kleine Regenzett begonnen hatte, war die Stimmung an Bord dem Wetter entsprechend trübe, nun aber kam plötzlich Leben in die Schiffibesotzung.
Wie da« Verdeck plötzlich von Menschen «im- weite! Alle Augen richteten fich nach dem kleinen Fahrzeug, auf da» der .Wodan' nun seinen Kur» richtete. Ein Neger kanoe war e», in dem zwei weiße und zwei schwarze Männer saßen; einer der Letzterm schwenkte ein Ruder mit einem Hemd daran.
gegen den russtschen Handelsvertrag gestimmt, der doch die Mehrheit de» Parlament» hinter fich hatte. Etwas Andere» ist es, ob der wockere patriotische Präsident v. Lcvktzow mit Recht verdrießlich sein darf über Wahrnehmungen wie die, daß ihm gegen den Hohn ans die Gefühle de» Reichstage», der in dem Sitzenbleiben sozialdemokratischer Abgeordneter beim Kaiserhoch lag, kein Machtmittel zur Verfügung stand, und daß die erste Lesung der Umsturzvorlage vor Weihnachten durch den Mangel au Pflichteifer vieler Abgeordneten vereitelt werden konnte. Dem Reichstage liegt ein Antrag auf Verpä kung der Machtmittel des Präsidenten vor. Hier, wo e» fich um die Befugnisse zur Anstechthaltnng der Würde des Reichstages selbst handelt, wird Herr v. Levetzow wohl zu prüfen haben, in wie weit fich die Anschauungen der Mehrheit mit seinen eigenen decken. Einstweilen aber scheint nach dem Auftreten sdeS Präsidenten während der Sitzungen der nun vergangenen Woche das Gerede von RücktrittSabstchten des Henn v. Levetzow gegenstandslos und eben nur aufgebracht zu fein, nm trübselige oder sensatious- tüchtige Leser mit kritischen Stimmungen zu unterhalten.
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In den fünf Sitzungen, die der Reichstag in vergangener Weche obhielt, beschäftigte fich da» Han» mit der sogena» nten Umsturzvorlage. Bei diesen Verhandlungen fitzt gewiffermaßen die Sozialdemokratie avf der Anklagebank. Die Vertretung der Klägerin, der Deutschen Regierung sührt der Herr Staatssik-etär Dr. Niekerdtng nicht gerade sehr ge schickt, doch kam ihm am Donnerstag der Herr Krieg» Minister Lronsart v. Scheullendorf mit einer markigen, in jeder Beziehung ausgezeichneten Rede zu Htlse, während gestern der Minister de» Innern, Herr von Köller den Sozialdemokraten mit vielem fie belastenden Material zn Leibe ging. Tie Verteidigung der Sozialdemokratie, al» einer berechtigten Partei, mit welcher der Abgeordnete Aner am Dienstag eine dreistündige Sitzung auifüllte, war matt und schwäch lich. Den Höhepunkt der Verhandlung« bildete zweifellos die von großen Geflchtspnnkten getragene Rede de» Freiherrn v. Stumm. Außer ihm sprachen Graf Limburg-Stimm und Herr v. Beunigseu recht verständig und überzeugend für die Vorlage, Herr Liebermann von Sonnenberg wenigsten» für einen Teil derselben. Ablehnend verhält fich außer den Linkkliberalen und Sozialdemokraten anscheinend da» Zentrum, auf da» es bei der Abstimmung ar kommen wird. Hoffentlich wird diese Partei aber noch mit fich reden lassen oder fich bei der Abstimmung teilen.
Die Maschine stoppt-, da» Kanoe trieb längrseii und deffen hohläugige Insassen kletterten die Sturm, leitet herauf, bi» auf einen Neger, der verwundet war und an Deck gehißt werden mußte.
Derjenige der beiden Weißen, welcher da» Schiff in deutscher Sprache angerufen hatte, trat auf den Kommandanten zn und nannte ihm seinen Namen: „Eyssenhardt."
Nach einer Viertelstunde wußten die Offiziere von Eyssenhardt, die Deckoffiziere von Waldhuber, oie Unteroffiziere und Mannschaften mit Hilfe von Pantomimik von den Negern, was die Geretteten betroffen hatte. Dieselben waren unter dem Feuer ver Araber an Pangani vorübergefahren und vier Tage lang fast ohne Proviant auf See umherae- trieben- Wäre nicht Regenwetter eingetreten, fie hätten verdursten müssen, da ihr einzige« Trink- waffergefäß von einer Kugel getroffen und leerge- laufen war; so indessen hatten fie doch etwa« Feuchtigkeit au« ihren Kleidern saugen können. Jetzt brauchten fie die» nicht mehr, denn vor jedem der Erzähler fuhr im Handumdrehen eine stattliche Flaschenbatterie auf und selbst dem in» Lazaret geschafften Verwundeten fehlte e« nicht an reichlicher und kräftiger .Arznei'.
Die Deutschen in Tanga und Pangani hätten fich noch rechtzeitig flüchten können und befänden fich in Sicherheit, erfuhr Eyssenhardt. Ferner verficherten oie Seeoffiziere, daß e« dem.Wodan' seine» großen Tiefgange» wegen unmöglich sei, die von den Arabern besetzten Plätze zu beschießen.
.Geschieht denn von Sansibar au» nicht«, den Aufstand zu dämpfen? Der Sultan hat doch unserer Gesellschaft ihren Bcfitz vertragsmäßig garantirt.'
.Chalifa ist ftoh, wenn er selbst in Ruhe ge-
In eigentümlicher Verkennung der Sachlage be haupten verschiedene Politiker, die Umsturzvorlage sei geeignet, die Srzialtemokratie, die stn Begriffe gewesen, fich zu spalten oder wenigsten» zu einer „radi kalen Reformpartei' zu entwickeln, auf» neue zu einigen und zu stärken. Wie oft hat mau schon auf Spaltungen innerhalb der Sozialdemokeatie ge wartet, wie oft schon ihre Umbildrng an» einer Re volutiou- in eine Reformpartei verkündet; noch immer aber haben die .Genoss«', die gestern stch wütend schlugen, am ander« Tage fich brüderlich vertragen. Soll nun augeficht» dieser stehenden Voraussage vor einer Umbildung der Sozialdemokratie mit ver- schränkten Armen zugesehen werd«, wie die mit immer größeren Mitteln und mit immer stärkerer Kraft unternommene revolutionäre Agitation die religiöse, monarchische, vaterländische Gefinnung der deutschen Bevölkerung gänzlich untergräbt und in ihr jedes Autoritätgefühl ersticke? Soll wirklich gerade der Sozialdemokratie gegenüber, deren Lehren doch von ollen Sest« al» Irrlehren betrachtet werden, da» System des Gehenlassens, das auf oll« Gebieten Fiasko gemacht hat, aufrecht erhalten bleiben? Ganz gewiß nicht! Wollte man mit dem .Mute der Kaltblütigkeit', den am Dienstage .Genosse' Aner in feiner unendlich langen Rede pries, abwarten, bis die Sozialdemo laten gegenseitig fich selber .anffreffen*, so könnte da» ein wenig lange dauern. Das thatenlose Zusehen, wie die sozialdemokratische Agitation hier durch Heuchelei, dort durch Terrorismus die Grundlagen de» Staate» in immer zunehmendem Maße zerstört, wäre ein Fehler — nein, eine Pflichiversänmnis, die fich rächen würde. .Zu spät', wird man bann jammern, wenn die von den sozialdemokratischen Führern voraus gesehene .Auseinandersetzung' unver weidlich sein wird. Wir stellen uns die Wirkung energisch angewandter Umstmzmaßregeln ganz anders vor. Zunächst werden fie auf den Ton nnd die Manier« der „Genossen' in der Presse und in Ber samwlmgeu sehr wohlthätig und erziehend wirken ES ist doch wirklich nickt nötig, daß man politiiche Grundsätze, die mau für richtig hält, in möglichst rohem Tone verficht. Schon das Sozialistengesetz hat eine ähnliche Wirkung auSgeübt, und wenn gegenwärtig die „Genoss«' — sogar einschließlich der Herren Bebel und Liebknecht, die nur im AuSlande noch reden, wie ihnen um» Herz ist — immerhin urch gemäßigt austrete», so ist diese Haltung in erster Lirie durch die Furcht vor der Wiederkehr eines Sozialistengesetze» verursacht. Weit entfernt also, daß die sogenannte Umsturzvorlage den Einfluß der revolutionär« .Genoss«' kräftigen könnte, würde
lassen wird,' beantwortete der erste Offizier, Kapitän- leutenant Ristenpart, Eyssenhardt'» Frage. »Da« Wirksamste wäre wohl, wir redeten mit ihm, wie mit feinem Vorgänger Brrgasch, dem wir im August 85 mit fünf Schiffen auf den Leib rückten, bi» er seinen Verpflichtungen nachkam. Wir könnten dann unser Pulver sparen und den Heimatswimpel hissen.'
.Ich finde es ganz hübsch hier draußen,' warf sein jugendlicher Adjutant, Leutmrnt v Brano», ein. .Wenn es nun erst zum Knallen kommt —'
Tiefernst klangen die Worte, mit dmen der erste Offizier den Thatendürstigen unterbrach: .Sie haben gut reden, junger Herr; auf mich warten Frau und Kinder zu Hause'
Gegen eine also begründete Friedensliebe fand Barnow natürlich nicht« einzuwenden; um so eifriger griff er wieder in« Gespräch ein, al« Eyssenhardt später den Baron v. Wallerstätt erwähnte, der bei einer weiteren Ausbreitung be« Aufstande« vermutlich arg ins Gedränge gerate.
.Von Wallerstätt? Sagten Sie nicht so?' .Allerdings.'
.Sein Vorname?"
»Ist mir unbekannt."
„Fatal! Steht er allein?"
„Von seiner Mutter sprach er einmal mit großer Anhänglichkeit, von seinen sonstigen Verhältnissen weiß ich so gut wie nicht»."
„Ich weiß um so mehr davon, Herr Kamerad. Sagen Sie mir nur erst noch: ist er blond oder dunkel?“
.Hellblond und schlank."
.Stimmt!" rief Leutenant v. Barnow au«; .Reinhold v. Wallerstätt ist'«, ein Verwandter von mir au« der siebenten Schachtel — Steckt der Mensch
dieser vielmehr lahmgelegt. Aber nicht nur da». Seitdem die Sozialdemokraten, die offen die Religion, die Monarchie, die Autorität i« jeglicher Gestalt bekämpfen, anf dem Fuße der Gleichberechtigung behandelt worden find, find weite Bolkskreise an jenen Autoritäten, die solche Bestrebungen al» berechtigte gestatten, ine geworden. Au» dem Volke heran» also verlangt man eine festere, krastbewnßte Wahrung der Autorität und diese soll durch die Umsturzvorlage ermöglicht werden. Wenn nun die Sozialdemokraten einmal über da» andere verfiche«, daß die Umsturz« Vorlage nur geeignet sei, ihre Partei zu triftigen und ihr zu „neuen Siegen' zu verhelfen, so sticht von dieser Behaupmng ihr fanatischer Kampf gegen d« Gesetzentwurf ganz gewaltig ab. Die „Geroff«' könnte« doch, wenn die Vorlage wirklich nur einen „eisernen Steifen* bilden würde, lächelnd stillhalten und die Maßregel vergnügt über stch ergeh« lassen; statt deffen schimpf« und wette« fie mit aller Macht dagegen und zeigen eine Angst und ein Entsetz:«, da» viel zu urwüchfig anstritt, al» daß e» lediglich Komödie fein könnte. Die Legende von dem „eife«en Reifen' also sollte niemanden deinen.
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Die Umsturzvorlage im Reichstag.
Berlin, 11. Jan. 1895.
Aw Tische be» Bundesrat» find zugegen: Staatssekretär Nieberding, die Minister von Köller, Bronsart v. Schellen» dorff und Schönstedt.
Die Sitzung wird um l‘/< Uhr eröffnet und e» erhält in der wetteren Bei Handlung über den Gesetzentwurf, bett» Aerbermig und Ergänzungen be» Sttafgesetzl-nch» u. s. w» da» Wort
Abg. v. WolSzlegier (Pole): Die Worte be» Kaiser», daß fich alle Klaffen unb Parteien gegen bte Umstuizbr- strebungen vereinigen sollten, haben bei ber polnischen Be» löll-tung lebhaften Wiederhall gefunden. Die Polen erkennen in der Religion die wichtigsten Grnndlaaen be» Staate», sie ei kennen keine von Gott unabhängige Ethik an, wie fie der Sozialdemokratie vorschwebt. Ein religiöse» Volk ist die Stütze de» Königtum» (Beifall im Zentrum») In der ganzen polnischen Geschichte finden Sie keinen König»» mo>d, nicht einmal ein Attentat auf ein gekrönte» Haupt» Obgleich unsere Bevölkerung mit derjenigen ter Hauptstädte uib Jnbusttt c utreu in häufige Berührung kommt, hatbie Soz'aldewokratie in ihr noch keinen Boben gefunden; die eiizige polnische sozialdemokratische Zeitung erscheint in Berlin» £b man im Stande sein wird, die sozialdemo- keatische Agitation auch ferner von den Polen fein zuhalten, hängt nicht allein von diesen, sondern auch von anderen maßgebenden Faktoren ab. Wenn man die Unzufriedenheit für den besten Nährboden ber Sozialdemokratie hält, so muß man andererseits die Zufriedenheit al» die beste Schutz» w hr gegen j-ne betrachten» Die Staatsregierung muß also bestrebt sein, Alle» au» dem Wege zu räumen, wa» Grund zur Unzufriedenheit geben kann» Im Namen meiner politischen Freunde muß ich eili&ren, daß die Vorlage für rm»
hier in Afrika, statt zu Hause bei Muttern auf seinem schönen Gute zu fitzen! Und die» alle» um eine Schauspielerin."
„Schauspielerin?" fragten mehrere der Zuhörer zugleich.
.Die Herren erwarten jetzt wohl eine kolossal interessante Geschichte zu hören? Ganz einfach: Wallerstätt, ein prächtiger Kerl, leider nur gar zu harmlo«, verliebte stch in einen bildhübschen Bühnenengel, mit dem er stch ttotz aller Gegenbemühungen seiner Familie verlobte, »l« e» geschehen war, kam er dahinter, daß das Mädchen nichts taugte."
.Und?"
.Und dies nahm er fich so zu Herzen, daß er schleunigst sein Gut verkaufte und von Hause verschwand. Sowett weiß ich'« au« Briefen; durch Herrn Kamerad Eyssenhardt hörte ich soeben, datz er sich nach Afrika gewendet und bei Dar-es-Salaam angekanst hat."
.Ist dies alle«."
.Alle«!"
Man hatte allerding« mehr ermattet, Eyssenhardt jedoch konnte fich jetzt die melancholischen Anwcmd- langen des jungen Edelmannes erklären. Und während er des fremden Leide» gedachte, überkam auch ihn wieder eine tiefe Schwermut. Was dm jungen Baron nach Afrika getrieben, war nur eine schmerzliche Enttäuschung, die Folge einer Lbereittm Verlobung gewesen, er selbst hingegm hatte mit einem schwer belasteten Gewissen die Heimat ver- lass«. Wenn nun einer der Seeoffiziere auch seine Vergangenheit kennen unb plötzlich fragen würde: „Sind Sie nicht jener Leutnant Eyssenhardt, der vor 3 Jahren unvermutet quittierte, well —'
(Fortsetzung folgt.)