Neue Sprrrchwrisyett vom Nerfaffer der „Alvmeu am Wege".
Immer schaffe«, fleißig sein, Dav« ziehe« keine Grille« ei«.
Ist zerbrochen erst die Krone Und verdorrt daS Mark der Eiche, Sie zn fälle« nicht mehr nötig Sind bau« viele scharfe Streiche, Besonvenheit, gepaart mit Stärke. Ist gnt zu jedem großen Werke.
Was »nter den Tiere« die Äff«, Sind unter de« Mensche« die Laffen.
Spricht gut, — weu» Keiuer auf ih« hört. Kei« Mau«, wär er auch hochgelehrt
Alle gute« Dinge find drei:
Bleibe Gott, der Tugend und dir selber treu. DaS find der gute« Dinge drei.
Seine tolle» Laune« hat häufig das Glück:
De« Dumme« verfolgt er und stößt de« Kluge» zurück.
Eh' stch der Mensch entschließt zum Böse» oder Gute«, GiebtS vorher eine» Krieg wie zwischen Feuer und Finten.
»Lernen leide«, ohne zn Nage»!" Körnt' ei« Kaiser Friedrich sage«, Der ein Held war im Ertrage«. — Doch wir muffe« um ih» klage«.
Die ®«ea wolle« Sonnenschein,
Die Andern wollen Rege»,
Drum machte Gott daS Wetter nicht. Wo blieb der Erntesege»?
Richt leben von der Arbeit, — erst fie thm; Erst legt e» dar Ei, da«» gackert bei Huhn,
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Verantwortlicher Redakteur: Harry Finking in Marburg. Redaktion und Exv d tion : Mai kl 21. Fernsprecher Nr. 55.
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Die Sitzurg wird um V/« Uhr tom Präfiderten von Glutzow ei öffnet. Am Tische des BundeSrats ftrb der ^ichrkanzler Fürst zuHohenlohe.die Staatrsekleiäre
Kana Kirtasst.
Kolonial • Rowan von ChriftianBenkard.
(Nachdruck verboten)
(Fortsetzung.)
Nun hieß es umkehr en, denn den Arabern dort
(paotn, bin Loltalen au de« Gedankt» zu gewöhnen, baß der Trcubruch kein Verbreche», baß er unter Uml Süden fojar rühmlich unb lobenswert sei. Ich glcu e vollkommen, baß Sie Ihre» Genoss» iu der Armee den Rat gebe», sich gut zu iühre», daß Sie ihnen sogen: es wäre Heller Wahnsinn, wen« sie jetzt schon ihre Lehre» i«S Praktische übersetzte». Ich sehe daraus nur, dcß die Führer der Sozial- b mokraiie mit einem gewissen Quantum von Ueber- l-guug ein viel größeres von Vorsijt verbinde«, aber es fragt sich, ob ihre Hintermänner sich an ihre Ratschläge kehre«. Sie haben in ihren Reihen z« viele FronklircurS (Heileikeit) viele denen die Sache zu lang'am geht, die Leben nud Fluß in die Bewegung diingen wolle» Wie kommt es, daß bald in dieser, bald in jene: Kaserne Lieder, Flugblätter gefunden werde«, daß mehr als sonst Posten vor Pulvkrmaxazi. ea vsw. angegriff n werden? (Zuruf bei den Sozial'emokraten: Wo denn?) Daß Sie (zn denSoz.)dus nichtthvn wollen, davon bin ich überzeugt; es sieht auch kei»er von Ihnen darrach aus, eU ob er ein Pulvermagazin erbrech n wollte, wcnn eie Posten davocsteht. (Große Heileikeit) Aber Sie werde» womöglich noch einmal Helden wider Willen sei» müssen. Wen der große Kiach anfängt, den Sie immer prophezeie», und aus Ihren unbotmäßige» Reihen von hi.ten der Ruf erschallen wird: „Die Herrin Reichslagsabgeordnete» vor die Fronti les officiers avautl" (Heiterkeit.) — bann Hil t Ihnen alles nichts, bann müsse» Sie mit Sie können webet »ach rechts, no* n ch lirks auibreche», Sie köuue» keinen Haken schlage»; dann Hilst kei» Mundspitze», es muß gepfiffe» weiden (Heiterkeit). Dan» werde» wir wahrnehmen, was Sir auf diesem mvsikalischen Gebiete leisten können und wem die Noten zuerst auSgehe» werde«. Ich verlaffe diescs heitere Bild (Heiterkeit). Die Mehrzahl aller Rekruten, die zur Truppe einrücken, kommt unverdorben, gottesfürchtig unb königstreu zur Fayue. Tiefe find über jede Ansteckung erhaben. Wir habe» aber auch mit Rekruten zu rechue«, die schon von Jugend auf verwahrlost sind, die auf den Werkstätten und in den Fabriken eine Maffe verworieue» Zeugs anfgenomme» habe». Wir wollen auch sie zu gute» Soldaten machen, und es gelingt nnS auch zum Teil. Wenn aber permanent von außen ein Gegengewicht fich geltend macht, was soll aus diese» Leute» werde»? Wir müffe» auch für daS Wohl und Wehe der uns anvertrauten Mannschaften sorgen Was ist daS Schicksal eine! bethörteu eidbrüchige« Soldaten. Er erleidet schwere Strafe; die Anstifter aber gehe» fast immer leer aus, ihm« wird kei« Haar gekrümmt.
Abg. M u r ck e l (srs. Vv.): Nur wenn man es nötig hat, soll man das Strafgesetz auf politische Dinge anwendcn. Ich ha'te die Justiz zu hoch, um sie in den Dienst der Politik zu stellen. Ohne Vorurteil sollen wir an die Vorlage herantreten, sagt man uns. Das wollen wir thun; ich bringe der Vorlage das Wohlwollen entgegen, das man dem Unglücklichen im Allgemeinen schuldig ist. Das Kind hat bei der Geburt den Vater verloren. (Heiterkeit.) Jetzt ist allerdings zu fürchten, daß die Pflegeeltern das Kivd mit mehr Liebe aufnehmen werden als der eigene Vater. Vertrauen kann ich zu den Personen nicht haben, denn ich weiß nicht, wer eine spätere Vorlage hier vertreten wird. Wer steht mir dafür, daß der neue Kurs nicht durch einen neuesten Kurs ersetzt wird, der dann eine lex Stumm einbringt ? Man gicbt das Gesetz für ein allgemeines aus, wird man es aber auch gegen agrarische Bestrebungen anwenden? Nein, m. H., es fft das alte Ausnahmegesetz in neuer Form. Es wirb sich gegen die Sozialdemokraten, gegen die Juden richten und vielleicht auch gegen einige unbequeme Leute nach rechts, vielleicht auch gegen Herrn Sigl (Heiterkeit). Nicht nur das Angreifen, auch das Entschuldigen von Verbrechen soll strafbar sein. Manche Heldenthat wird dann aus unfern Geschit tbüchern ausgemerzt werden müssen. Vielleicht veröffentlicht man eine Liste von Ereignissen aus der preußischen Geschichte, für welche das Gesetz außer Kraft gesetzt werden soll; z. B. für die Thaten eines Jork und Schill! Es giebt keine schönere Aufgabe, als die, auch in dem Verbrechen noch das Menschliche, das Entschuldbare aufz« finden. (Sehr richtig! links.) Das Schönste in der Vorlage aber ist der Absatz 2 des § 130, der die Institute der Familie, der Monarchie, der Religion und des Eigentums als unantastbar hinstellt. Mit die'er Bestimmung marschieren wir an der Spitze der Zivilisation. Alle Angriffe, alle Erörterungen über diese Einrichtungen sind schließlich Ausflüsse der Wiffen- schaft, und wenn man diese Punkte nicht unterbindet, so wird man mir dem Gesetze nichts ausrichten. Der Abg. Gröber schloß gestern seine Rede mit den Worten: Kein Heil als in Jesu Christo! Jesus Christus aber hat nicht die Knechtschaft, sondern die Freiheit des Geistes gebracht, und das war sein größtes Verdienst. (Bravo! links.)
Kriegs«,'nister Brousart vo» Schellen- b o i ff: Der Vorredner ist mit der Fassung der § 112 nicht einverstanden. Er hält ih» überhaupt für entbehrlich. Seine Argumente habe» aber die Motive nicht tnilräften können. Dari» muß ich ihm aber Richt gebe», wen« er glault, baß die Disziplin der Armee gut ist. Ich hoffe, baß es so bleiben, baß bie Armee sich allezeit al» ei» scharfe; Instrument erweise» wirb, gleichviel »ach welcher Richtung sie berufe» wirb. (Bravo l recht;.) Dagegen bi» ich nicht mit ihm einverstanden, wenn er meint, baß bie Armee gegen Anstcckungstoffe völlig immun sei. Die Aufrechterhaltung bei Disziplin tarn erschwert werden, wenn wir angesichts gew sser Erscheinungen les Kopf in de» Sand stecke» »nd eS an der nötige» Achtsamkeit fehle» lassen, und wen« Eie uns die Mittel verweigern «olle», die wir brauchen zur Abwehr von Verlockungen, Anreizungen und Einwirkungen, die dahin ziele«, systematisch jede Autorität zu unter.
libeitt! Parteien als bie sozialdemokratische. Der dn bet sozialdemokratische» Partei ist nicht die ürsoige für die Arbeiter, sondern ihr Charakteristikum
Ein klägliche» Gewimmer, das in diesem Augen- ick hörbar wurde, ließ einen Verwundeten in der He vermuten. Derselbe fand stch schnell und *t war e» ein schwarzer Vormann der Plantagenbeiter, der bei dem Ueberfall eine Kugel in den hten Oberschenkel erhalten und fich im Busch ver- Hen hatte- Dort lag er unverbunden und hilflos >n schon den dritten Tag. ,
; »Lebt Ihr denn noch?" fragte er mit matter ümme, al» die weiß-n Männer fich Über ihn tyen, seine Wunde notdürftig zu verbinden. .Die dsrmgu werden doch alle getödtet; keiner soll übrig titen."
Der Verwundete wurde au«geforscht und erzählte, >schiri sei mit mehreren Tausend Arabern und »ssarkriegern nach Tanga gezogen und habe von und au« Pangani die Deutschen vertrieben
R Direktor der Farm hatte diesen Nachrichten hen Glauben geschenkt, aber bald daraus wurde 4 Lewa überfallen und er selbst mußte alle» im ti) laffen und mit feinen Leuten fliehen.
Eyffenhardt geriet außer fich.
. »Tanga, Pangani gefallen, Leva zerstört, und »hätte t« hindern könnenI"
Geschrei ertönte von der Farm herüber und Hvte zur Flucht. Der Verwundete sollte auf seinen «nmerbruder gestützt nachhinken, nötigenfqür mußte
er späterhin getragen werden. Ten Fluß und in einem Boot bei Nacht und Nebel da» Meer zu erreichen suchen, trotzdem der Feind die Küste besetzt hielt, — einen anderen Rettungsplan gab es nicht.
Rach einigen Schritten blieb Waldhuber, der ein paar Minuten lang still vor fich hingebrütet hatte, stehen und fragte Eyffenhardt:
»Glaubens, daß e» in Pangani drunten Tote gegeben hat?"
»Ich fürchte es."
.Glaubens, daß auch die beiden deutschen Frauen abgeschlachtet worden find? — Dann bleib' ich nämlich und rechne gleich hier ab mit den Mord- buben; mag'« da» Leben kosten oder nit *
Eyffenhardt blickte betroffen in da» verstörte Gestcht de» sonst unerschütterlichen Gefährten; er wußte genug. Indem er Waldhuber beruhigte, he- neidete er ihn gleichzeitig im Stillen; dieser Mann satte fich nicht selbst den Weg zum Glück verlegt und Anna Dorn'« Vater stand weder mit Sklaven- ägern in Geschästsoerbindung, noch lieferte er den arabischen Rebellen Waffen. Da» Mädchen selbst war von den Misfionsleuten einfach und gut erzogen worden und wußte fich auf eine weiblichere Art nützlich zu machen, al» durch Verwiegen von Rhi- nozerorhörnern Und dennoch I Um fich de» Gedanken» an Grace gewaltsam zu erwehren, riß er die Flinte von der Schuller und schoß nach einem Hubel am Plateaurand äsender Antilopen. Die Kugel erreichte da» Ziel nicht; die Entfernung war viel zu groß gewesen
E« war in der Thal nicht die Furcht um da« eigene Leben, die Waldhuber rastlos vorwärts trieb ttls die Ebene durchschrllten war und nach langem Suchen endlich ein Kanoe entdeckt wurde, da« jedoch
je Umsturzvorlage im Reichstag.
»erli«, 10. Ja». 1895.
hüerftcnben; bie Srzialbiwokraten körnen nicht «ich bloße Theorie bekämpft werben. Tie Rede des bgeorbneten Auer war vom sozialdemokratischen tarbpurkt aus äußerst geschickt. Er und feite Inteigenoffe» find immer bestrebt, Schäbe» der »tige» Gesellschaft auszubecke«. Aber ich möchte Üe doch bitten, hierbei etwas mehr Grü»dlichkeit izuwende«. Sehe» Sie lieber, tote Sie selbst es eibex! Die Führer bei Sozialdemokraten lebe« an aste» bei B ässe, unb ich behaupte, baß bei einer »zialdemokratische« Entwickelung bie Probukiio« ge
er und dadurch das Elend und bie Not viel größer
BF, Hanb-
«,
31.
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Von hoher patriotischer Begeisterung des Sänger« Zeugten weder bie Wahl diese» bekannten Soldaten- rede» noch bei Ton, in dem e» vorgetragen wurde.
(Fortsetzung folgt.)
am jenseitigen Fiußuser lag, schwamm er ohne Be- denken über den von Krokodilen wimmelnden Strom, da» Fahrzeug herüber zu holen. Dann ging es an Mundo, der Höhle de» Löwen vorüber, dem Meere entgegen.
Oberhalb der Stadt Pangani steuerte Eyffenhardt da» Kanoe in ein Mangrovendickicht und sandte den unver mundeten Neger al» Kundschafter au».
An beiden Ufern schwärmten Araberhaufen, und es sei unmöglich, daß ein Boot unangehalten die Flußsperre an der Mündung pasfire, lautete der Bericht.
«Wir müssen aber doch hindurch!" erklärte Waldhuber. „Warten wir, bi» e« dunkel ist; wer weiß, ob bie Mordbuben in bet Nacht Wachen au«» stellen."
Eyssenhardt schrieb einen kurzen Bericht, den die Neger in Sanfibar oder auf einer beliebigen deutschen Station abgeben sollten, fall» fie mit dem Leben davonkamen, die beiden Weißen aber da» ihrige verloren. Bei einbrechender Dunkelheit steckte er )en Bleistift ein und griff mit seinen Gefährten nach dem Ruder.
„Nun denn, in Gotte» Namen: Vorwärts 1" .
Marburg,
Sonnabend, 12 Januar 1895.
Q„rhrili Abg. Graf z« Limburg-Stirum (konserv.) ° Air begrüße« die Vorlage mit Befriedigung, denn
uud^E^edttionMartt^Ll.^Fer^p^"/^ i”1™ Jüustrirtes Sonntagsblatt
. Gesetze ihre» Interesse« zuwiderlanfen, suchen
6 sie zu umgehe». Tr-u und Glaube» wilden nur
i hh i pder» Parteien behandel» unb alles, wie seit vier Jahre», gehe» lasse», wie es gehe» wolle. Von iMt f nwherei» erchebe ich. Einspruch bagegen, baß die
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Korse
-—r- jtbenben Kreise» von dem Gedanke» abgekommen i", jict törnre bk sozialbemokratische Partei wie alle empstes l „ Nmieieu bebanbeln unb alles, wie feit vier
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- nnb Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exll. Bestellgeld). Jnserationsgebühr für die gespaltene Zelle »der deren Raum 10 Psg., Reklamen für die Zelle 25 Psg.
[betrage . _ .
glück«« Üe e» sicherlich nicht an einer großen schwarzen 3 Mk eute, mit deren Hilfe fie jeden Augenblick eine sfind R Hagd auf Mcnschenwild veranstalten konnten.
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rit wir t Bott1 djer, Frhr. v. Marschall nid Nieberdiug, sowie die 5<WSl i» Mirminister Bronsart v. Schellende» ff und Schönstedt < »egen.
z-x . \ ÄTöf t im 6 it T fl ; Siittint ftoüfeTb.)
„Es dauert nicht immer unb ewig, allhier Soldat sein,' sang der Aurguckrposten der deutschen Kreuzersregatte .Wodan' leise vor fich hin.
i IbaS Strebt» rach Umsturz alles Bestehenden M tfl la» kau» daher nicht vo» einem „berechtigten Kern" 11 lU ieser Partei spreche». Mit den Ausführungen des
j fg saziaidemokiati che Partei fich als Arbeiterpartei - wri’ t'£oxiv hinstelle. 3» der Fürsorge für bie XÄÄhbeiter find die ander» Parteien schließlich mehr
ge» Ao ier 161 berweit «t. — hsten D nuar H erkauf rnern g« heue» I n Förs wselde I lamttr I unbegrÄ rmit all
geg- u bie Agrtatore« allein ist es allerdtog» nicht get'an. Wir verlauaen positive Resorm-n; Stärkung be« Mittelstandes, Organisation be# Handwerks urb Schutz ber Lanbtoirtschast. (Zustimmung rechts.) Wir freuen uns, baß bie Regierung nicht mehr gering' schätzig vo» ber Not bei Landwirtschaft spricht. Der Abg. Gröber appellierte gestern an das christliche Gefühl. Dem könre» wir nur beistimme». Er sagte aber, daß das Zentrum baS Sozialistengesetz als Ausnahmegesetz bekämpft habe, weil die Katholiken ebenfalls unter Ausnahme - Gesetze» zu leide hätte». Damals wurde vom Zentrum verlangt, mau solle baS gemeine Recht cbänberr. Atzt gehr die Regierung diesen Weg, und vu» sagt Herr Gröber: Was, Ihr stellt alle Mensche» auf den Bode» les gemeinen Rechts und uns stellt Ihr unter Aus nahmegesetze? Ich bestreite, daß das Jesuitengesttz ein Ausnahmegesetz ist (Lachen im Zentrum). Die Herren vorn Zentrum habe» leider die Tendenz, in bie Beratung Dinge hineinzuziehen, bie nicht hirein gehören, und für ihre Hilfe stets Konzesfionen zu verlangen. Ich habe auch ben Kulturkampf mit burchgemacht und bekenne, daß im Verlaufe beSselben Vieles geschehe» ist, was besser mterbliebe» träte. Aber auf beibe» Seitenl (Sehr richtig! rechts.) Jttzt gilt es ei» Zusammenfaffe» aller Kräfte. Die Methode des Abg. Gröber in der Bekämpfung bei Gesetzes bestand darin, daß er jede» Paragraphen vornahm und einzelne Fälle konstruierte, in welchen die Bestimmungen ungerecht ana ewenbet werbe» kör nten. Tas läßt fich bei jedem Paragraphen des Straf gesetzbncheS mache». Es ist darauf hingewiesen worden, daß die vorgeschlagene» Bestimmunge» auch gegen andere Parteien angeweudet werden könnte». Der Unterschied ist aber der, daß die Sozialdemo traten ihre Tendenzen nicht verfolgen könne», ohne gegen die Bestimnungen des Gesetzes zu verstoßen, während die andere« Parteien ihre Ziele und Zwicke recht wohl verfolge« könne«, ohne mit de» Borge» schlcgene« Bestimmungen in Konflikt zu geraten. Meine politische« Freunde halte« die Vorlage keines Wegs für vollkommen unb ausreichend; sie betrachten dieselbe nur als Minimum befft», was auf dem Wege ber Gesetzgebung gegen bie Umsturzbestrebunge» geschehen kann. Darüber kau« man sich doch keinen Jünfione« hingeben, daß, wen« zur Abwehr des Umsturzes nicht jetzt vorgegange« wirb, später um so gewaltsamere Maßnahme« notwendig sei« werben. (Sehr wahr! rechts.) Ich hoffe, daß a»S der Bor läge, für deren lieber Weisung an eine Kommis sisn auch wir stimme«, etwas Praktischeres und Wirksameres werbe. (Beifall rechts.)
^-»soweit gepflegt, al« das Veehältnis der „Genossen" * 6 Partei und ihren Führern in Betracht kommt,
errn Staat gegenüber aber nicht. Gftbt eS ein bettens Beispiel hierfür, als den AnSsprnch des dg. Bebel, daß er einen Eid auf die «^erfaffung schwören wolle, während et » «nfc *U> darauf fagre, er glaube nicht an
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in v w rv -g Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf ÄAA.
Mosfe hn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. ’ 3
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Paris.
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