Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Verantwortlicher 9teb«ttatr: fierte Finking ta Mark«,, KAeftien inb Expeditionr Merkt 2L Fernsprecher Nr. SS»
JG. 297
■
und
*»**lti*b!timi: Me^^^8«^p^^Rr! Jllnslrirtes Sonntagsblatt
Aiyeigen nimmt entgegn« di« Lrvcdition dieses Blatte», sowie die Annoncrn-Bureaux von Haasenstein u. Vogler m VVIV - ,
Frankfurt a. M., Lasse!, Magdeburg und Wien; Rudolf UUu ft (lut G.
Rofse tzi Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; 6. L. v 1 ’
Daube «. Lo. in Frankfurt a. M., Berlin Hannover, Pari».
,3a, Barm, alle kamen in« Zelt und diese eine lag wie immer am Fußende Deiner Stittanba.'
.Wie? meine Bücher und Karten? Unmöglich!'
Eyssenhardt war vor Schrecken erbleicht und zitterte vor Erregung Aber die betreffende Last fand sich wirklich nicht. Die meisten seiner Leute stimmten Mundi bei, indem ste sagten, in diesem Dorfe sei der Djumbe und der Dorfzauberer eine und dieselbe Person, kein anderer könne da« Gut entwendet haben.
.Ich will chm zaubern helfen, dem Saufau«!'
Mit diesen Worten winkte er den marschfertigen Trägern, hier zu matten, und ging mit Mundi und Den beiden Somali« — der in der Marenga Mkhali Verwundete war von seiner Verwundung soweit genesen, daß er wieder fein Gewehr handhaben konnte — in« Dorf, um den vermeinllichen Dieb herauszutrommeln. Derselbe erschien mit einem sehr kitzenjämmerlichen Gesicht, verschwor sich aber, von nicht« zu wissen. Uebrigen« möge sich der Msungu schleunigst wieder verziehen und die Leute nicht au« oem Schlafe schreien, sonst — er machte eine drohende Handbewegung.
Aber der Msungu verzog sich nicht, sondern er faßte da« würdige Gemeindeoberhaupt am Arm und rief: ,Du schaffst mir die gestohlene Last zur Stelle, oder ich brenne das ganze Dorf nieder!'
Run schrie der Mann um HUfe, von allen Seiten liefen wohldewaffnete Neger hinzu, da« ganze Dorf geriet in Aufruhr. Al« der erste Schuß fiel, wendete sich Eyssenhardt zum Rückzug; suchte er jetzt nicht eiligst da» Weite, bann verlor er samt ben Seinen noch am letzten Reisetag bas Leben. Wuchs boch die Zahl ber Feinde mit jeder Sekunde, an jeder Haurecke, hinter jeder Bananenstaude blinkten öe- wehr laufe.
Nachdem er fich zu seinen Trägern durchgeschlagen,
un- in«
Zwischenzeit werden sie natürlich noch zu möglichst iutenfiver Verhetzung der Masse» auSnutzen, und e! find bereits viele Versammlungen auberaumt worden, in denen unter dem Deckmantel einer Besprechung bet Umsturzvorlage die Verfolgung jene« Ziele« betrieben werde» wird. Die« so weit all möglich zu der» hindern, wäre Pflicht der Volksvertreter geweseu, und das deutsche Volk wird daher die Handluugweise der Herren, die fich einer so wichtige» Pflicht aus Be« qnemlichkeit entzöge», sehr scharf verurteile».' Das Resultat ist eine Minderung des Ansehens des Deutsche» Reichstages, und eS fragt fich, was der Reichstag thu» kau», um eher solche» Herabwürdigung ent« gegenzuwirken. Wir meinen, ber Reichstag sollte das Recht habe», lässige Mitglieder auf kürzere oder längere Zeit au«,»schließen, eventuell daS Mandat derselbe« ganz zu kasfiere» und im schlimmsten Falle denselben die Wählbarkeit abznspreche». Ans diese» Wege dürfte dem jetzt herrschenden, überaus bedenklichen Unwesen zu steuern fehl.
.Snebelgesetz'.
Für de» Sesetzeutwurf betreffend Aeuderunge» und Ergänzungen des Strafgesetzbuchs, beS Militär« strafgesetzbuchS und bei Gesetzes über die Presse hat die sozialemokratische Agitation berettS einen brauch« baren Namen gefunden. Sie nennt die Vorlage das .Knebelgesetz' und diese! nicht übel erfundene Schlag« wort überhebt die führenden .Geuoffe»' aller eingehende», fachliche» Kritik. Der allersschwache Frei« fin» hat fich, in dem Bestreben, die sozialdemokratische Erfindung für fich auszuuutzen, beeilt, a»ch in seiner Presse .Knebelgesetz' .zu Ehren zu bringe»'. Wie tief ist doch der stolze .nuentwegte' Liberalismus gesunken, daß er el nicht verschmäht, von de» sozialdemokratische« Brosame« zu leben! I« dem Sinne aber, 1» dem die Linke den neue« Gesetzentwurf ei« Knebelgesetz nennt, verdient eben jede! Gesetz dal im Gesamtiniereffe die Freiheit einzelner einschränll, diese Bezeichnung, in erster Linie natürlich — alle Strafgesetze l
Die Notlage der Landwirtschaft, ist im MilitSretat in drastischer Weise durch die Positiv« illustriert worden, an« welcher hervorgeht, daß a« den Einkauf von landwirtschaftliche« Erzeug« niffe« für daS Heer gegen de« Voranschlag in diese» Jahre 151/4 Millionen Mark erspart worden find. Diese Ersparnis belastet natürlich die Landwirtschaft. Nun beträgt aber, wie Herr Freiherr v. Manteuffel i» seiner EtatSrede hervorhob, die Gesamtheit bei
Der Antrag Kcmitz und das Zentrum.
* Marburg, 19. Dezbr. 1894.
Allel wahrhaft Vortreffliche hat dal Schicksal, anfangs die große Masse zu verblüffeu, von de« Oberflächliche« bekämpft und nur von Wenige« emer- tamt zu werden. Lasse« da«« diese We«ige« hl der Verteidigung und Erläuterung des als gut Erkauuteu richt »ach, so bricht fich dasselbe langsam aber ficher Sah» und gewinnt namentlich alsbald diejenige», die sich zunächst indifferent verhalle» habe». Zn dem flutrage del Grafe» Kauitz auf Verstaatlichung ber Getreibeeinfuhr haben stch bislang weite Kreise bei Zentrums, wen» nicht ablehnend, so doch abwartend verhalle». Nach und »ach scheint fich »»»mehr auch i« diese« Kreisen die richtige Erkenntnis und objektive Würdigung eiuzufinden. So bringt das führende Statt del Zentrums in Schlefieu, die .S ch l e s i s ch e LolkSzeituug' anläßlich des nationalliberalen Antrag!, den Meistbegünstiguugverllag mit Argentinien zu kündigen, folgende bemerkenswerte« Sns- fährnnge«:
.Immerhin sehe« wir iu de« Anträge (bezüglich Argentinien) eine Art von Besserung bet Erkenntnis, — nur kommt diese zu spät. Gegen diesen Rattenkönig von Handelsverträgen helfe» Maßregel» gegen einen einzelnen Vertrags float, besonders wo eS fich um laudwirtschaftliche Produkte handelt, gar nichts. Wir find eben bis zu« Jahre 1904 de« verderbliche» Folge» schlechter -inanzwirtschast in ander» Staaten rettunglo! preis- gegeben; rettunglos, — anher i» demFalle der «»»ahme del Antrages Kanitz. Dieser allein kau» gründlich Remedur schaffe». Ist der AMrag Ka»itz vertragsmäßig zulässig? llrükel 5 deS russisch-deutschen Vertrages lautet: .Die vertragschlteße»de» Teile verpflichte« stch, den gegenteiligen Verkehr zwischen beide« Länder« durch keinerlei Einfuhr- oder Ausfuhrverbote zu hemme«, auch die freie Durchfuhr zu gestatte», sowett eS fich »icht um Wege handelt, die der Durchfuhr verschlösse» find •bet sehr werde». Ausnahmen find nur fü« solche Erzeugnisse zulüsstg, welche auf dem Gebiete eine! der vertragschließende» Teile de» «egen-
Politische Rundschau.
»Marburg, 19. Dezbr. 1894.
Die Marburger Sozialdemokraten habe» im Lokale des Herr» Conrad Müller eine Versammlung abgehalten, über deren Verlauf das .Volksblatt für Hessen und Waldeck' berichtet. Von Interesse ist in diesem Bericht folgender PaffuS: .Die Agitation auf dem Lande kam zur Sprache und zeitigte eine recht interessante Debatte an der fich die Genossen Abel, Euler, Scheidemauu, Peterseu und Andere beteiligten. Em Vorschlag Abel's,
«Welche ist'» denn?' fragte Eyssenhardt willig. .Es wurde doch gestern Abend alles Zelt gebracht.'
Mundi trippelte suchend hin und wieder fing an zu jammern.
hätte er mit deren Hilfe von einer gedeckten Stellung aus die ihn verfolgenden Dorfbewohner leicht durch einige Salven zurücktreiben können, doch er dachte nicht daran und floh immer »eiter. Verwundert schüttelten seine Leute die Köpfe; der Bana war doch sonst niemals feige gewesen. Wie er so ost nie Farbe wechselte und trotz der großen Hitze die Zähne zusawmenschlug! — Jetzt ward ihnen klar, baß nicht die Furcht ihn vorwärts trieb, sonder« daß das berüchtigte Fieber ihn gepackt hatte.
Sie täuschten fich nicht; ber Nacktthau, dem er sich heute ausgesetzt, bie Nähe ber ungesunden Küstenniederung und die furchtbare Auftegung über den Verlust seines kostbarsten Eigentums hatten ihm einen Fieberanfall zugezogen, wie et von einem solchen in ben Sumpfgegenden am Rikwa-See nicht plötzlicher und heftiger betroffen worden war. $>a er nicht daran dachte, sogleich eine tüchtige Dosis Chinin zu nehmen, verschlimmerte stch sein Zustand außerordentlich schnell, und endlich brach er am Rand eines Gehölzes zusammen.
.Laßt mich allein und schasst die Last herbei!' gebot er denen, die ihm au» feinen Kameelhaar- decken rasch ein Lager bereiteten. .Hier, nehmt mein letzte» Geld, meine Waffen, kehrt um und schleicht Euch in» Dorf, in jede Hütte, sucht jeden Strauch ab, die Felder, alle»; ich muß die Last wiederhaben!'
Dann schloß er bie Augen unb phantasierte von betrunkenen Negern, die seine Schätze verbrannten, oon Nasorro ben Raschid, der in die Tagebücher die Namen der geraubten Sklaven einschrieb, und von einem bildschönen jungen Mädchen, da» au» den dünnen Blättchen der Blockrote, auf die er alltäglich seine Beobachtungen ausgezeichnet hatte, Zigaretten drehte.
(Fortsetzn», folgt.)
stand eine! StaatsmonopolS bilden ober bilden werde», sowie auch für gewisse Erzeugnisse, für die anS Rücksichten auf die Gesundheit, die Veterinär- Polizei und die öffentliche Sicherheit oder aus ander« schwerwiegende« Gründe« außerordentliche Verbots- waßregelu ergehe« könnte».' Nu», die ,a»deren schwerwiegenden Gründe' erinnern einiger maßen an ben Unsugparagraphe» im Strafgesetzbuch, aber sie stehen nun einmal in dem Vertrage, und, wenn wir nicht sehr irren, auch in den Verträgen, welche vor dem rusfiche« abgeschlossen worden find. Hab bie fich immer mehr verschärfende Notlage ber Landwirtschaft ist von schwerwiegendster Bedeutung.'
Die „Schlefische Volkszeitung' tritt also mit voller Offenheit und Entschiedenheit für das Prinzip des AnttagS Kanitz ein. Daß diese Stellungnahme bea Ansichten der katholische» Landbevölkerung entspricht, beweist der Umstand, daß diese allenthalbe» in Masse» dem Bunde ber Landwirte zuströmt, und ist auch ganz natürlich, denn ber katholische Bauer leidet unter derselbe« Not wie ber evangelische, unb es find dieselbe« Mittel, die ihn daraus befreie» könne«. DaS Zentrum handelt also im wohlverstandenen eigne« Interesse, wen» el fich trotz bei freihäud- lerisch-demokrattsche« Phrasenhelden Dr. Lieber einer ruhigen, sachliche« Prüfung und Würdigung der Lebensfrage unsere! Bauernstandes zuwenbet. Die jenigen Zentrumsabgeordneten, welche Gegenden vertreten, in denen Sörnerbau in großem Maße getrieben wird, dürfte« wohl den Standpuntt der .Schlefische» Volkszeitung' teilen nnd werden hoffentlich eine« große« Teil ber Fraktion bei Reichstages von ber Richtigkett dieses Standpunktes überzeugen I
Hinterher zog bi» zur letzten Hütte ber Djumbe unb sang, ein riesige» Pombengefäß schwingend, ein eigene» Lied; ab und zu fiel seine Sippe jubelnd ein:
Die Wasungu wollen unser Land fressen;
Die Wasungu wollen unsere Häuser fressen;
Die Wasungu wollen uns selber fressen.
Wir aber wollen die Wasungu fressen;
Die Araber helfen uns, die Wasungu fressen;
Wir helfen den Arabern, die Wasungu fressen.
Noch in seinem Zette hörte Eyssenhardt deutlich da« dröhnende „Wasungu' de« wilden Chore«; ihm war, al« »eile er tief im Innern de» Erdteil» unter Kannibalen, nicht nahe der Küste im deutschen Schutzgebiet.
.Keiner entfernt fich drei Schritte weü vom Zett!' befahl er feinen Leuten, und er selbst machte mit der Flinte im Arm bi« zum Morgengrauen die Runde um die schlafenden Träger.
Al« da» Zelt abgebrochen wurde, murmette er mit erleichterndem Aufatmen: .Da» letzte Nacht- quartier im Busch! Heute Abend Rast in Bagamojo. morgen kann mir Grace zu meinen Erfolgen gratulieren. — Ob ihr wohl dabei die Augen feuchi werden, wie vor zwei Jahren beim letzten Fare well? Ach, ich darf e» ja gar nicht wünschen, daß ich ihr mehr bin wie ein Freund!'
Frohgemut nahmen die durch den Schlaf wieder ernüchterten Träger ihre Lasten auf, bi« auf einen, ber bie feinige von Mundi verlangte. Dieser jedoch versicherte ganz betroffen, er wisse nicht, »o die Last hingekommen sei, und behauptete, der Djumbe habe sie sicherlich fortgezaubert.
Ka«a KirlM.
Kolonial - Roma« von Christian Benkarb.
») (Nachdruck derbstem)
(Fortsetzung.)
Eyssenhardt, der die Reizbarkeit de» Neger» im betrunkenem Zustande kannte, wollte weiterziehen, «bet man ließ ihn einfach richt fort. Da er, um seinen Willen dennoch dutchzusetzen, wahrscheinlich Wenschenblut hätte vergießm müssen und seine Leute der Tettnahme an dem feuchtfröhlichen Erntefest keineswegs abgeneigt waren, fügte er fich in bat Unabänderliche, ließ alle Trägerlasten in sein Zett bringen und ließ fich von Mundi sein Essen bereüen. Seine Tagebücher, Karten und Aufzeich- tongen blieben eingepackt; er wollte für alle Fälle tof dem Qui Tive bleiben und morgen erreichte er X die Küste.
Lange saß er rauchend und seine Reiseerlebnisse verdenkend auf dem Rande seiner Rittanda, bi« ihn gegen Mitternacht ein furchtbarer Tumult aus- schreckte. Mundi, der sonst in oder dicht an dem Zette seines Herrn zu schlafen pflegte, war nicht zu toben, vermutlich saß der Bursche mit seinen Kameraden im nahen Dorfe beim Hirsebier. Oder schlugen sie fich bereit» mit ihren Wirten herum, Ml da» Geschrei kein Ende nehmen wollte?
Mit dem Revolver in der Hand betrat er da» Dorf und rief nach den Seinen. Er sand fie an tzttrunken und mit den Eingeborenen streitend, aber bi» zu Schlägen war e» glücklicherweise noch nicht Mkommen, sondern er wurde nur »eidlich geschimpft tob gebrüllt- Mundi war ganz außer fich; .der Djumbe fingt Spottlieder auf Dich, Bana, und Wgt, alle Wasungu (Weiße) würden demnächst tot« ieschlagen,' verklagte er ben Dorfschulzen.
Nur mit Mühe war e» möglich, Mundi und die *täger zu beruhigen und au» dem Dorfe zu führen.
eine Kommission, die fich mit der Frage der La»d- agttatio« beschäftigt, zu wählen, wirb angenommen Gewählt werden die Genossen Abel, Euler unb Faulstich.' Nun, die Herren möge« ruhig Kom- misfione« wähle». Erfolg werbe» fie in ihrer Laub agitario» «icht habe«. Wen» fie auch bekanntlich sehr gering vo» ben sogenannten .bumme« Bauern' denken — so dumm ist ber hessische Bauer ben» doch nicht, daß er fich vor den Wage» seiner schlimmsten Feinde spanne« ließe. Wir haben dal Vertrauen zu de« gesunde» Sinne unserer Landbevölkerung daß fie sich nicht vo» de« jungen Leuten, die in Marburg offiziell Sozialdemokratie spiele», tyrauui- fiere» läßt. Habe« doch die weit gefährlichere», verkappte» Sozialrevolutionäre hierselbst mit ihrer Land- agilatio» bislang nicht den geringsten wirklichen Erfolg erziett!
Ehre »»b Pflicht.
Zweifellol ist el eine ber größte» Ehrebezeugnngen, bie ba» deutsche Volk erweise» kann, wen» es eine» seiner Angehörige» zum Parlameutsmitgliede erwählt. Solche Männer sollte« aber auch nicht nur im allge- meine« Leute vo« tadellosem kharakter fehl, was be kanmlich vo» einigen unserer gegenwärtige« Reichs- tagSabge'tbnete« leider «icht gesagt werde» kau», sonder» fie sollte» auch ber ihnen erwiesenen Ehre dmch möglichst Irene Erfüllung ber mit derselbe» verbundene» Pflichte« fich würdig zeige». Daß das letztere seitens eine! große» Teiles ber Erwählten ber Nation »icht geschieht, ist eine lanbbekannte Thai- jache. Selten aber ist diese beklagenswerte Erscheinung in einer so beschämende» Weise zutage getreten, wie in ber vorgestrigen ReichStagkfitzung, in welcher e! dank ber Pflichtoergessenhett zahlreicher Abgeordneten de« Sozialdemokraten gelang, daS ganze Haus ihre» tyrannische« Wille« zu unterwerfe». Mau hat das Ergebnis bieser Sitzung, in welcher bie Beratung bet Umsturzvorlage nicht über bie Begründung derselben durch einen Regierungvertreter hinauskam, eine Nieder läge der Regierung genannt. Es gehört schon ein sehr geringe! Maß von Wohlwollen dazu, ein solches Urteil zu fälle». 3» Wahrheit Ian» zur Zett niemand etwas dagegen thu», daß infolge ber Nachlässigkeit und Unzuverlässigkeit zahlreicher Abgeordneten in ber Erfüllung ihrer Pflicht bie Beschlußfähigkeitziffer nicht erreicht wttb. Daß bie Sozialdemokraten diesen Umstand ausnutzten, «» ba« Zustandekommen des ihnen so verhängnisvolle» Gesetze» eilige Woche» zu verzögern, kau» ihnen Niemand Übelnehmen. Die
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und cmw» <
Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-Preis bei der Expe-
bitten 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (ex«.
ÄÄÖÄÄ Donnerstag 20 Dezember 1894