bcr.
Ihn.
k
29
bi*
ganz oder teilweise vermiede« werde» könne».
°---» VVllHiy UHU
W, als dabei Wünsche oder Befürchtll»ge» für
Rmtst rmd (Stuft.
(Nachdruck verdotem)
l
8
halte sie gedacht, er wisse um
p. Wit
45 0/»
i
I»»t m te»b
nter $41
enter ttz- sch-
m, >ene
Leider ist von der Presse nicht allenthalben diese i selbstverf Südliche Haltung beobachtet worden; Iwehr hat sich eine Anzahl von Blätter» namentlich die Frage der Behandlung und der Reihenfolge Vorlage», die dem Reichstage zu mache» find, i willkürliche» Behauptunge» und vorschneller! Men ei»gemischt. So hat fich ein Streit darüber
Tie Gemeindebehörden find jetzt bei der Arbeit, das Gemeindest euer wese» aufgrund des Kommunal' abgabeugesetzes vom 14. Juli 1893 mu zu orduen Dabei tritt in vielen Gemeinden das Bestreben hervor, de» Gruudbefitz und den Gewerbebetrieb weit
Rebe» der Umsturzgefahr wird de» Reichstag hauptsächlich die Finauzreform zu beschäftigen haben War die Sesston sonst noch bri»ge» wird, namentlich an Arfgaben auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiete, wie Börseureforw, Bekämpfung des nulautere» Wettbewerbs re., bleibt abzuwarteu. Möchte »ach dem Uwzuge in da» neue prächtige Haus am Königs- Platze der große uatiouale Gedanke, aus dem heraus es euistaude« ist, in dem Geiste der Vertretung des deutsche« Volke» immer mächtig sein uud bleibe» I
I Zar Nikolaus von Rußland ist auf dem besten Wege, wirklich volkstümlich zu werde»: Er scheint auch zu denke», daß ein tirrze« Leben i» voller Freiheit einem lauge« Lebe» voller Angst vorzuzieheu sei, denn als ob el keinerlei Nihilisten im heiligen Rußland mehr gebe, hat der Kaiier die Machtbefugnisse der Polizei ganz gewaltig beschnitten, bewegt fich ohne polizeilichen Schutz uud in voller Ungeniertheit unter seinen Russe». Ma» kan» von ganzem Herze» wü»fche«, daß daS Zutrauen des tapfere» junge» Herrschers zu seinem Volke nicht
I Der Tod hält reiche Ernte unter hochgestellte» I Persone», die weste» Kreisen lieb und wert waren. I De» russischere Selbstherrscher ist der Erbgroßherzog Karl August vo» Sachse» und diesem die Fürstin l Bismarck gefolgt, die nun im stillen, lauschige» Park Ivo» Borzi« ihre letzte Ruhestätte gesunde« hat, wo I a« ihrer Sette auch ihr weltberühmter Gemahl eiaß Ischlumwrr« will. Die Fürsti« Bismarck ist I niemals eine geniale, eine politisch veranlagte Frau lgewese», aber sie war das Muster einer deutsche» I Hausfrau, ein Schatz für ihre» Gatte», der ihr aufrichtige Verehrung entgegeubrachte. Fürst Bismarck hat ei« Familtenlebe» geführt, welches »jemals durch de» Tod i» düstere Schatte« gehüllt war. Von seinen Kinder» und Enkelkinder, ist keins gestorben I der grimme Schritt er mied sorglich die Schwelle des! fürstlichen Hauses. Nu« aber, wo der Haush rr! nur «och eiue geringe Anzahl vo» Monaten vo»! seinem achtzigste» Geburtstage entfernt war, der für! ihn ein Tag besonderer Ehren werde» sollte, ist die! HauSftau plötzlich »o« seiner Seite gerissen. Für! de» greise» Staatsma»» ist dieser Schlag ein ganz! außerordentlich schwerer gewesen, er wttd ihn utcht! so leicht verwinden. |
|be8 unumschränkt regierten Rußland tu einer nicht absoluten Monarchie, nicht. So viel zeigt daS Auf. treten der neue» Zare» aber doch, das vo» ihm z» erwarte» ist, er werde mtt manchem Schlendria» gründlich anfräume». Rußland stehen bessere Tage bevor.
I Wahnwitz istr ja, was Du eben dachtest ... daß lsie schon damals. . . Und wenn das Tollheit ! ist ... so ists auch am Ende das, was Du gesehen Izu haben meintest . . /
I Barmherziger Gott! Wenn er in so einer | Wahnvorstellung den gnädigen Gönner beleidigt — I Susanne tödlich gekränkt hätte I . . . Darüber mußte l er Klarheit haben. Er raffte sich auf und schleppte I stch mühsam in den blauen Salon.
I Susanne war dort, wo sie gestanden hatte, im Irrsten Schreck in die Knie gesunken und hatte dm I Kopf in die Polster eines Sessels vergraben. Als sie seinen Schritt hörte, zuckte sie zusammen «nb sprang hastig auf ihre Füße. Sie hatte Zeit gehabt, sich die Takttk zu überlegm, die sie nach der unverhofften Entdeckung ihre« Geheimnisses einschlagm müsse Statt sich auf bie Defensive zu beschränken, beschloß sie, durch einen kühnen Frontangriff dm Feind zu überrumpeln, au« seiner Verblüffung Nutzen zu ziehen und fich entweder einen ehrer^ vollen Rückzug zu sichern, oder einen Scheinstiedm !mtt ihm zu schließm. Dmn nicht, konnte ihr peinlicher sein, al« ein offener Eclat. Mochten die Leute, soviel sie wollten, heimlich munkeln, wenn ihr nur vor der Wett Stellung und Ansehen der ehren, hasten Frau blieb.
Schönhett, die seine« Leben so verhängnisvoll ge- wordm ist.
®en will Pietro ein Lebenszeichen geben
öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
. Wie kann man so blind fein! C*. und dort . . . da« I hättest Du doch merken müssen ... Und nun 'fielen ihm allerlei Dinge ein. Wett zurückliegende kleine Begebenheiten, die ihm, dem Ahnunglosm, unverfänglich und harmlo« geschienen hatten, tauchten ! plötzlich auf und warfen grelle Schlaglichter in seine Seele. Immer «eiter zurück verfolgte er mit grau- samer Selbfiquälerei diese furchtbare Spur. Sein Argwohn war erfinderisch. Kühner und kühner wurden seine phantastischen Kombinationen.
Mpovre», raß angeblich dem Reichstage zunächst
Wv der Entwurf über Abänderungen deS Reichs-,. .. .... ....
MfgesetzducheS, des MiliiärstrafgesetzeS und des I über die Absichten, welche der Steuerreform zu Grunde MßgejetzeS — die sogenannte Umsturzvorlage — I l"ge», hinaus zu entlaste».
Mgelegt und alle weiteren Vorlagen, auch der Etat, vLckgehalte« werden sollten.
£erteSÄ*”ei»T S? 5“ vor der Genehmigung So schnell vollzieht fich eine Umwälzung, wie die von Zuschläge» Über 100 pCt. der Einkommensteuer --------,JC " - • ■ — --
sorgfältig geprüft werden, ob dieselbe» nicht bet mehr angemessener Regelung der Gebühre» und Beiträge oder durch Einführnug geeigneter indirekter Stenern
drängt von den befehlenden Blicken des Machthabers tiitt Pietro wirklich einen Schritt zurück und der Fürst geht vorüber, hoch aufgerichtet, mit festen, dröhnenden Schritten. Im Nebenzimmer klirrt
- • • . ISS fem Weile. . . . Dann wird»!
geschieht etwa« Unerwarteter. Der hohe Herr I — ganz still.
---- - ' --- i Pietro — al« hätten die kalten, braunen Augen des Fürsten eine hypnotifierende Wirkung auf ihn gehabt, steht noch ein paar Sekunden wie in den Boden hineingewachsen.
alle Räume des Hauses, unablässig — ruhelos, vor sich hinmurmelnd, wie ein Irrsinniger.
„Also daher," flüstert er immer wieder, indem er mechanisch einen Fuß vor den andern setzt I „daher diese unerschöpfliche Huld und Gnade! Da her dieser glänzende Flug, über alle hinweg! Nicht Deiner Kunst . . . nein, ihren Künsten dankst Du Deine Erfolge! ... Und Du hast nichts davon gemerkt, in all den Jahren nicht? Du
- , - - h, , ,, , taumeltest vorwärts, blind von Deinem Ruhme
Dann kommt Leben m ihn. Er blickt auf! immer toller, immer begehrlicher, wie die Motte
Susanne, die in ihrem Germaniaschmuck in der dem Lichte zu . .
Thüröffmmg steht, keinen Blutstropfen im Gesicht So blind . . .! Ja, da . . grünliche Töne um Mund und Nase ... und au»------- ' “ "
Acht, ^obe plötzlich in den Rachen einer Riesenschlange geschaut.
Unzufrieden mit dem «tuen russischen Zare», wen» sie dies auch nicht laut sage», find allein die Franzosen. Ma» hatte in Paris erwartet, der Kaiser werde »u» doch eine Gelegenheit fi,den, seiner I Freundschaft für die ftanzösische Republik Ausdruck I zu gebe«. Bisher hatte ma» als Beweis der Fortdauer der rusfisch-französtscheu Allianz »nr die paar I mageren DaxkeStelegramme, welche Nikolaus II. z«r Beantwortung der Pariser Beileidsdepesche« »ach der I frauzöfischen Hauptstadt sandte, u»d rechnete seh», süchtig auf eine weitere Kundgebung, die tndeffe» ausblieb. Wen» die französische» Zeitungleser mu geduldig werden sollte», dann taucht wieder die scho» so ost aufgetischte Legende vo» einer Zusammenkunft deS Zare» mit dem Präside»te» der Republik irgendwo ia einem Kriegshafen auf. Daraus wird natürlich |Bie etwas, aber solche Ankündigungen helfe» de»» doch eine Weile über die stärkste Ungeduld fort.
Die englische» Zeitungen führe» gar z» humorvolle Darstellunge» auf; sie und ebensowenig ihre Regierung habe» eS fertig gebracht, eine» europäische« Staat zu finden, der im brttische» Jrtereffe de» Chinese» gegen die Japaner bei» ^piänge, u»d da nun die Japaner »ach der Ei»» »ahme vo» Port Arthur ihren Vormarsch gege» Peking immer weiter forlsetze«, was also die Abficht bezeichnet, der Pekinger Regierung die denkbar schärfste» Fliedcnrbediogunae» aufzulege«, mache» die Stimme» der öffentliche» Meinung iu Lo»don, daS heißt deS britischen KrämertumS, einen große» Lärm, um de» Japaner» mit Tinte, Papier uud Stahlfeder- Angst ei» zujage». Ma» kan» wohl annehmen daß das nicht so fix gehe» wird, denn i» Ostafie» weiß ma»ga»z genau, daß John Bull immer sofort mtt
einem Schlag hat fich de« Monarchen (691* «würdigverbinbliche» Gesicht verändert. Lang- er den Kopf, zieht die Augenbraunen em- bf« j*® betrachtet sich den unbotmäßigen Protegä »*7 «engem Blick von oben bi« unten.
b Susanne auf bie ©tim. .Adieu, Susi 5— ° morgen also? In Monrepo»?'
>lnd Susanne blickt zu ihm empor, so verklärt »äre ein Gott zu ihr herabgestiegen. Sie neigt ^mnsch-ceremoniell und flüstert: .Wie Du zu Mm geruhst, meine geliebte Hoheit. . /
erschallt ein Laut hinter ihnen — ein Ruf Faunen«, der Entrüstung.
mm Moment zuckt der Fürst. Aber mit der ^Kindesbeinen an geübten Kunst der Selbst- °mchung ist er sofort wieder vollkomrnm Herr
i den obersten Remter» lege» fich alle verständige» Btt» tzelittker ei»e ruhige Zurückhaltung auf, und nicht« ß natürlicher, als daß ma» abwartet, was die (691? K,t“ Männer an Thaten bringen werde», und in »elcher Weise insbesondere Fürst Hohenlohe, in dessen t Md die Leitung der Politik im Reiche uud in • Mtutzeu wieder vereinigt ist, die Geschäfte zu führen Mdakt.
. iils bei der Steuerreform die staailicheu Real-
, . - ■ Einzelne Blatter I steuern aufgebobeu worden, wurde es aliickrettia nls
t ,“r n/? »gliche» Entschluß eistig ins ei» kaopisächliches Ziel der Steuerreform bezeichnet
Mg, wett er de» Reichstag zwinge, sofort i» der! die Realfieuern entsprechend schärfer zu de» Gemeinde-
edkttreibung vo» einer Ueberrumpelung deS Reichs S» sprachen. Aber auch recht« stehende Blätter wdte« die Regierung vor einem solchen Verfahre« «en zu müsse», da e« ei» Mißtrauensvotum gegen i Reichstag enthalte und leicht Elemente, die man i Leiämp'ueg des Umstürze« und für eine Mehr-! u»ötig habe, vou vornherein i» eine oppositionelleI Mmnug versetzen könne. \
kommensteuer aber gleichzeitig so herabzumiudern, daß ihre Höhe die letztere, die »unmehr »eben der Er- | gönzurgsteuer die einzige direkte StaatSstener bilde», nicht mehr gefährde. Diesem Ziele liefe eS aber geradeswegs zuwider, wenn die Umgestaltung des GemeindesteuerweseuS dahin führte, daß in erster! Linie Grundbesitz und Gewerbebetrieb auf Kosten der Zuschläge zur Einkommensteuer entlastet würden; der
• «■.,-- ... i gestalt, daß die letzteren im Verhältnis zur Entlastung
S “”bbe8 «rundbefitzesnnd Gewerbebetriebe, nicht erheb!
8 bB1 880 M nh" tr~ lich gegen ihre bisherige Höhe ermäßigt würden.
। ~. - ■ Am Ende hat sie Dich gar mit der freundlichen
rE«t am ganzen Körper vor Schreck! Absicht schon geheiratet! lachte er endlich auf. Und und Angst . . . Angst vor ihm, der immer bielk------- ------- ' —
Güte selbst war gegen sie. Er sieht es, und ein Gefühl, aus Verachtung, Ekel und einem Tropfen Mitleid gemischt, steigt in ihm auf — steigt ihm in den Hal«, wird fast zum physischen Ekel, ^s^folbe häßliche Gefühl, da« ihm jene armen, gefälligen Nachtvögel eingeflößt, wenn sie bei späten Heimgängen zuwetten seinen Weg kreuzten.
krm ihren Anblick nicht länger ertragen.
I dann griff er an seinen Kopf. Wie da» hämmerte, bohrte, brannte I Ein Schwindel überfiel ihn. Er tastete in die Luft und sank auf einen Stuhl, wie
ät* Hs tarert z
® ^gte er sich »Und im! fränkisch-bürgerlichen Grundsätze — der Versuchuna
Fieber bildet «an fich manchmal bie verrücktesten wiberstanben, betrachtete sie al« vorweggenommen« Dmge ein und thut ba« ungereimteste Zeug . . .«Verdienst — eine Art Ablaß für bieÄnft Und Hft 1» rÄMrtft fifu.rn.k.u.t rx«.a . . , Man Iso war ihr Gewiffm jetzt vollkommen rubia
- ■ - Der bare! (F-rtsrtzmrgL)
Erschein täglich außer an Werktagen nach Sonn- und es
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Srpe- «mmt ^tgegen die Expedition diese» Blatte»,
dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg (trfL WwVwVVwVvle We ilt von Haasenstein u. Vogler in vnv
Bestellgeld). Jnserationsgebühr für die gespalt-ne Zest. o V 4or.x 2f°AEs«rt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXIX; Iahia
°b« d-ren Raum 10 Pfg., Reklamen für di- Zeile 25M SvNNtag, 2 Dezember 1894. #
Erstes Blatt.
Wochen-Rückblicke.
*** Marburg, 1. Dezember 1894.
3» weuige» Tage» wird der Reichstag eröffnet wd zugleich das »tne Reich«tag«gebäude feiner Sefiiwmuug übergebe« werde«. I» «»deren Jahre» W diese Zeit pflegte der Reichstag bereits versammelt i» sti»; gegenwärtig jedoch machte» der Kanzler »echsel, die Vereiuiguug deS Präsidiums des preußische» StaatSministeriumS mit dem Kauzlerposte» und die fieubesetzung vo» drei preußische» Mi»isterstelle» eine duze Verschiebung des Beginus der ReichStagSsesfiou «forderlich. Gegenüber der veränderte» Situation
I Tharfachen ausgegeben wurden. I» Wahrheit hat! Die Prori,zialbehörden find daher verständigt I getäuscht wird dasi kein Attentat nd-i- -t» au maßgebender S elle jener Plan gar nicht be- worden, diese» SefichtSpnntt bei der ihne» durch d Zw7che»f°ll diesn tieim $ 2
*,"■* ,L-> -- » d-- a»Mi, a d-, H. 10. Mai b. 3= f«,
bisher eingeschlagme» Verfahre» eine bestimmte Marschrovte i» seiner Geschäftshandlung vorzu- schreibe». als bis zum Begi»» der Weihnachtpause genug Zeit zur Erledigung der ersten Lesungen sowohl des Etats als auch der sogenannte» Umstnrz- vorlage verbleiben wird.
Seine Künstleraugen sagen ihm auch noch in
diesem Augenblick, wie schön sie ist, mit dem Kranz
Castelli . . . find Sie e«? Habe leider !" ^«enHaar, dem weißm, losmGewände, au« !3eit mehr . . / Und mit gnädigem Hand-1^ Marmor Büste und Arme schimmern.
einen baldigen längeren Besuch im Atelier!^- nnGrausen befällt ihn vor dieser dämonischen W«d, will er an Pieko vorüber. We W***w ““ f‘
iu1 °ber, statt wie sonst mit tiefgebeugtem V kJxöen SNädigm Gruß zu erwietem, steht hoch ^dtet müten im Wege. Mann gegen Mann, IMnmendm Augen, mißt er ben Eindringlina E8 Rechte. .Königliche Hoheit!" stößt er au» Lippm hervor.