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Wöchentliche Beilagen: Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Erscheint tSgtich »ußer an Werktagen nach Sonn- inb Feiertagen. Quartal-Nbonnements-Preis bei d-r Expe­dition 2 Mk., bei alen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserationsgebühr für die gespaltene Zeil, oder deren Raum 10 Pfg., Reklamen für di« Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 11. November 1894.

Lnzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie di« Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. B»gl«r in Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg und Wi«n; Rudolf Moss« in Frankfutt a. $t Berlin, München ». Köln; ®. L. Daube«. Eo. in Frankfutt a. M., Berlin Hannover, Patt«.

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Wochm-Rückblicke.

*** Marburg, 10. N«»br. 1894.

Die R-ichsmaschive ist unter der Leitung der samt Maschinisten nun wieder im vollen «Sauge. Vorläufig ist der Gang aber »och recht lautlos, es

waS den» nun gescheh' n werde. Manches weiß m«n, das Meiste nicht, und über alle Gesichtspunkte, denen in Zukunft Rechnung getragen werden soll und Rech, uung getragen werden muß, find wohl noch nicht einmal die neuen Männer am Steuer einig, ebenso- wenig, wie in den Personalveränderungen im preußi­schen Staatsministerium schon das allerletzte Wort gesprochen erscheint. Wenn auch vorläufig nur die Neubesetzung der beide» Ministerien für Justiz und Landwirtschaft erfolgt, wer will sagen, wie lange fich dann noch die neuen Kollege» »»ter einander in voller «»tracht »ertrage» werden? Nach den Erfahrungen der letzten Jahre zieht ein Ministerwechsel immer diverse nach fich, wen» ja auch die Zwischenräume »»ter de» Neuer»e»»u»ke» viele Monate betrage» V«ne». Dem Bundesrate ist von Entwürfe» für die

wird hier »och etwas repariert u»d da noch etwas repariert, und erst wen» nun jedes Rav und jede Schraube wieder i» Ordnung, dann wird die ganze Kraft entfaltet werden könne». ES ist immer so, daß dem Sturm die Stille folgt, wen» neue Staats» wän»er ihr Amt antrete». Die Herren mäste» fich hierhin »msehen und dorthin, und bevor fie nicht alles genau erledigt, können fie nicht die umfastrnde Vertretung nach Außen hi» übernehme». Erwartung- voll wird i» de» Zeitu»ge« die Frage aufgeworfen,

bevorstehende ReichstagSsefsto» bisher nur da« Umsturz­gesetz zugegangen; über seine» Inhalt wird viel ge­schrieben, ei» richtiges Urteil kau» jedoch erst abge­geben werden, wenn das Gesetz vorliegt. Ueber de» Etenervorlage» liegt trotz aller Meldungen i» Einzelne» doch immer »och Dunkel, und die übrige» Tages frage» fi»d für das Reichsregiment deS Fürsten Hohenlohe bisher »och unaafgeschnütene Bücher. Ziemlich drohend hebt fich aber schon eixe neue wirt­schaftliche Streitfrage am Horizont ab, die Zwangs­maßnahme« der Vereinigten Staate» von Nordamerika gege» die europäische Zuckerindustrie, vo» welche» auch die deutsche Zuckerkultur etuschließltch de» Rübenbau» privE schwer betroffe» wird. Bisher hat ma» fich in

Washington nicht zur Rückgängigmachung der ge­troffenen Maßnahme» bereit finden lassen. Deutsch la»d hat seine vertragsmäßigen Lerpfltchtungen gegen- über der nordamerikanischen Union ans da» Genaueste

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R»wn von Gertrud Fronke-Schievelbri».

7g) (Nachdruck verboten.)

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swarzü' (Fortsetzung.)

höreni! Susanne ich habe Müh« gehabt, «ich

61893 Wir selber wieder Halbweg» zu Ehren zu (656 dringen . . .' _

----- Sie sah ihm au, er hatte keinen leichten Tag gehabt.

.So eine« Künstler,' sagte fie versöhnt, .muß man fteilich viel verzeihen. Die gehören »n» doch rmr mit einem Bruchteil ihre» Herzen».'

Er aber nach allen Schmerzen »m so glück- bedürftiger, von Vorwürfen gequält, daß er fie ver- - nachläsfiat verdoppelte seine Aufmerksamkeiten '* ' xnb suchte in der Liebe Trost für die Geißelhiebe

'seine» künstlerischen Gewissen«. Ein paar köstliche /8 94M Tage folgten diesem ersten leisen Mißton in der Harmonie ihre» jungen Eheftiedeu». Berauschend »ar Susannen» weiche Hingebung und Pietro dachte, * loci« »ie so ost schon: womit hab ich ein solche» Glück derdient?--

In der Pinakothek zu Bologna suchten fie die heilige Cäcilie auf. Pietro kannte fie genugsam tu« guten Photographien. Aber er stieß doch einen Huf per Ueberraschung au». Die» liebliche Kinder- gesicht, da» so verklärt nach oben lauschte, war ja das Marthel, wie er leibte und lebt«.

Nun mußte er Susannen von ihr erzählen. Sie horchte mit großen Augen und bückte während semer iBorte immer wieder auf da» Bild. »Lohübschtst fte... und Du hast fie also sehr üeb gehabt? Unb, nicht wahr, wenn fie nicht erblindet wäre, io hättest Du Dein Versprechen gehalten und fie

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erfüllt, und sollte darauf mit vollster Entschiedeaheit bestehen, daß drüben daS Gleiche geschieht. Zumal nun bei den letzte» allgemeine» Wahle» dir Republikaner drüben gefiegt haben und die Wiederwahl des heutige» Prästdente» Eleveland bei Ablauf seines Amtes sehr i» Frage steht, wird die deutsche Reichsregierung gut thu», keinerlei Zeit zur Klarstellung der Zucker- ftage z» verliere», »nd mit aller Bestimmtheit i» Wahingto» ihre» Standpunkt, der zugleich ihr Recht ist, z» betone».

Der Rücktritt der Geheime» Rat» GS« ring als Chef der Reichskanzler wird nur i» sehr tage» Kreisen Bedauern erregen Dieses Amt kann je nach den Persöulichketten und sonstigen Umständen sehr wichtig und einflußreich sein. DaS war eS unter der Leitung des Herrn Göring mehr, als äußerlich hervorttat. Dieser Mann hatte wegen seiner ganz einseitig frethändlerischen Richt»»« als Rat des auswärtigen Amts unter dem Fürsten Bis- marck fast keine Wirksamkeit und war darum wegen vermeintlicher Unterschätzung seiner Bedeutung ver­drießlich und verbittert geworden. Mit de« Amts­antritt des Grafe» Caprivi wurde er zum Chef der Reichskanzlei berufen und erlangte nun einen bedeu­tenden Einfluß. Er war auch einer der Schulbank- genoffen des Grafe» Caprivi, für die dieser eine fast rührende Anhänglichkeit hatte. Er ist der eigent­liche Vater der Handelsverträge. DaS rechne» wir ihm an und für fich schon nicht als Verdienst an, umsoweniger aber, als von Kennern stets behauptet wurde, Deutschland hätte dabei weit günstigere Bedingungen erlangen könne», wenn die Regierung etwas mehr Entschiedenheit und Thatkraft gezeigt hätte.

Der .Reichsanzeiger' erklärt die Nachttch! der .Kreuzzeituna', welche Briefe Krauses (aus West­afrika) veröffentlichte, wonach in der von Deutschland und England i« Jahre 1888 für neutral erklärten Zone (Salaga) ein englischer Agent namens Fergusson Verträge mit den Häuptlingen abgeschlossen habe, wodurch diese fich in englischen Schutz begaben, für unrichtig. Die Erklärung der Neutralität verhinderte die Häuptlinge nicht, fich in den Schutz einer dritten Macht z» stellen; um diese Möglichkeit aber anSzu schließen, kamen die deutsche und die englische Re­gierung überein, daß ei» Agent in jene Gegenden gesandt werde, der im Auftrage beider Regierungen vo» de» Häuptlinge» daS Versprechen erhebe, fich nicht in den Schutz einer drttten Macht z» stellen. Diesen Aufttag führte nach einer amtlichen Meldung Fergusson aus.

Sine Mitteilung der .kölnischen Volkszeitung' liefert wieder einmal eine» Beweis dafür, daß

Er lächelte. Jedenfalls . - . Da» heißt, wenn er sie nicht kennen gelernt hätte, seine schöne Frau . . . Und dann redete er von dem ersten Eindruck, den ste auf ihn gemacht habe damals al» ihr blonder Kopf zwischen den Fallen de» Vor- hange« erschienen sei.

Sie seufzte. .Und vorher hast Du mich nicht geliebt?'

.Du verlangst da» Unmögliche, Sustl'

Aber Du hast da» kleine Marthel viel, viel länger lieb gehabt al» mich!' Und fie rechnete: .Dreiundzwanzig Jahrei'

Er bewie» ihr, daß e» rmr neunzehn feien, da ja da» Marthel so lange noch gar nicht auf der Lett wäre. Sie aber war« doch nicht zufrieden.

.Siehst Du, ich kann e« gar nicht begreifen, daß e« eine Zett geben konnte, in der ich Dir gleich gilttg war gleichgiltig wie jede« andere ftemde Mädchen. E« thut mir ordentlich weh. und ich könnte den Menschen, denen Du ftüher gehört hast, fast gram darum sein."

Sufi! Liebe, süße thörichte Sufi!' Und mit entzücktem Blick umschlang er ste fie waren gerade allein im Saal und küßte ihre roten Lippen.

Daß fie ihn so liebte, so leidenschaftlich, so aus­schließlich, daß ste ihn selbst in der Vergangenhett mit niemand teilen wollte, beglückte ihn unbeschreib­lich. Freilich, er huschte ihm durch den Sinn, daß auch eine große Dost« Egoismus hinter diesen berauschendm Worten stecke. Aber die Liebe ist einmal egoistisch und der Liebende der letzte, der diese Art von Selbstsucht übelnimmt.----

Vier Wochen waren sie fast unterwegs. Eine

katholische Prinzessinnen mehr Glaubens­wut und Glaubenstreue zu zeigen pflege», wie unsere protestantische«. Nach dem genannte» Blatt sollen im März 1894 Verhandlungen betreffs einer Heirat des Cäsarewitsch mit der Prinzessin Helene von Orleans, der Tochter des Grafen vo» Paris angeknüpft worden sein. Der Gedanke sei jedoch in anbetracht deS damtt verbundenen Klaubenswechsels am Widerspruche der Pttnzesfin gescheitert, die den Vorschlag als einfachnndiSkutierbar' bezeichnete. Im April erfolgte dann die Verlobung der Prinzesfin Alice von Hessen mit dem russische» Thronfolger. Die Pttnzesfin Helene erklärte übttgens auch in eine« frühere» Falle, als Uffe Fühlungen gemacht wurde», um zu erfahren, ob fie geneigt sei, de» englischen Thronfolger (Sohn deS Prinzen von Wale») zu heirate», daß fie unter keiner Bedingung auf eine nichtkatholische Trauung eingehe» werde. Die englische Dynastie hatte nämlich nicht einmal eine» Glaudenswechsel verlangt, sondern nur eine anglikanische Trauung. Angesicht» des festen Wider­standes der Prinzesfin Helene wurde auf die Weiter» Verfolgung deS Projektes verzichtet.

Des Zaren Alexanders III. Leiche steht steht noch über der Erde die Beisetzung wird fich noch geraume Zttt hinziehen, da der TranSpott des Sarges von Lioadia nach Petersburg im denkbar langsamsten Tempo erfolgt und schon wird die bekannte Kriechpolitik seinem jungen Nachfolger Nikolaus gegenüber von unsere» westlichen Nachbarn weiter bettieben. Die Franzosen haben große Angst, es könnte dem deutschen Kaiser, der in Stettin btt seinem dortigen Besuche von der Waffenbrüderschaft mit Rußland gesprochen, gelingen, den Zaren Nikolaus in politischer Beziehung zu gewinne«. Nicht nur, daß dann kamst den netten franzöfischen Revanche» Hoffnungen unbedingt der Garaus gemacht würde, nicht nur, daß der französischen Eitelkeit, welcher der verstorbene Zar sich einigermaßen gefällig er­wies, eine Hefe Wunde geschlagen würde, auch die republikanische Regierung i» Paris, welche den Franzosen so unendlich viel von der gar nicht in bindender Form bestehenden Allianz franco-russe erzählt hat, wäre arg diskreditiert. Man ist an der Sttne in Allem, waS Rußland betrifft, entsetzlich nervös; steht in jeder Kleinigkeit etwa» Besonderes, und macht auS jeder Mücke einen Elefanten. Dabei hat der Czar Nikolaus nun allerdings nichts anderes, als ein paar höfliche Dankektelegramme nach Paris gelangen lassen, die er auch nicht umgehen konnte. Solcher Schriftwechsel besagt aber absolut nichts, und die vielen Motte, welche heute gemacht werden, solle» »nr die Gedrücktheit verhüllen, welche bei

leise Unruhe begann an Pietro zu zehren. Nie im Leben hatte er so lange gefeiert. Nur die fort­während wechselnden Eindrücke, die täglich neue Jagd nach Genüssen und Susannens offenbare Freude an dieser lustigen Zigeunerexistenz konnten ihn darüber Hinwegtäuschen, daß er fich nach Hause, nach seiner Arbeit, nach einem strafsm Erfassen und Gestatten de» Leben» sehne.

Er hatte fich, da e» einmal nicht ander» anging, an das Geldausgeben mit vollen Händen gewöhnt 3« Anfang war ihm manchmal heiß geworden, wenn er sah, welche Summen da» Hotelleben ver­schlang, wieviel für da« Reisen selbst draufging »nd wie unbekümmert Susanne überall Einkäufe an Mosaiken, Korallen, Spitzen und nutzlosen Kleinig- ketten machte. Einen Reservefond» von ein paar Tausenden trug er in einer schmalen Tasche von weichem Leder auf der Brust. Aber al« er dieser letzthin einen größeren Schein entnommen und den Rest überzählt, war er erschrocken gewesen, wie ge­waltig seine vaarschast zusammengeschurolzm «ar. .Sufi, wir müssen nach Hau«!'

Sie saß am Fenster de« Hotel« Croce di Matta und legte eine breite Schärpe von köstlicher bunter Seide um ihren großen Florentiner Sttohhut.

Nach Hau«? Mer Schatz jetzt schon?' Unser Geld ist alle, Sufi.'

So telegraphiere, daß fie Dir neue« schicken!' Er lachte. .Wer sollte mir wo« schicken? Omni» mea mecum porto '

So hast Du doch noch genug? Zur Rückreise? O Du schlechter Mann, warum jagst Du mir erst solchen Schreck rin?"-

Sufi, wir müssen sparen.'.

lllle» obwaltet, die wirkliche Einsicht iu die Sach» läge habe».

Im ostasiatische» Kriege habe» die Japaner »»»mehr recht bedeute»de Fortschritte gemacht. Wahrscheinlich vo» de» E»glä«dern berate», habe» die Ehinesen daraufhi« die Friedeu»ermittlu»g der europäische» Staate» »achgesucht. Das Ansuche» China» begegnet bei de» Mächte» zwar einer wohl­wollende», aber zurückhaltende« Aufnahme.

Praktische Sozialpolitik.

* Marburg, 10. Novbr. 1894.

Hebet die diesjährige Oe»eralversaamlu»g de» deutsche« Verein Arbeiterhrim", geht u»S folgender beachtenswerte Bericht zu:

Derdeutsche Verein Arbeiterheim' hielt, bei zahlreicher Beteiligung, im Beisein auch deS Herr» Rc^i-inugprästdenten rc, im evangelische» Vereins» Hause zu Bielefeld, am 19. Oktober seine diesjährige Generalversammlung ab. Pastor ». Bodelschwingh teilte zuvörderst mit, daß die Vereinssache dadurch eine» weitere» freubige» Fortgang genommen habe, daß Ihre Majestät die Kaiserin selbst auf die Huld» vollste Weise daS Proteftorat übernommen habe. Auch Se. Majestät der Kaiser habe wieder einmal Seine vollste Sympathie durch ei» Haudschreibe» wie ben laufende» Beitrag der Vereinigung zu be­weisen geruht. Im übrige» feie» die Bestrebungen des langsam aber stetig wachsende« Vereins dieselbe» gewesen: I« regster Thätigkeit im Daterlande da» Wohnnngelettd aufzusuche», ix der Presse rc. alsda»« dasselbe eingehend zur Sprache zu bringe«, auf die trostlose» Folge« für Volk und Vaterland aufmerksam zn machen und zugleich zur Abhilfe aufs dringendste zu raten, hierbei aber mit Rat, That, Auskunft rc. treulich zur Hand zu gehe», namentlich sobald eS Gründung vo» gemeinnützige« Baugenossenschaf.e» rc. anlange. Außer de« Studie», die, um immer mehr auf diese« Gebiete zn lernen, an ben verschiedensten schon bestehenden bezügl. Schöpfungen gemacht worbe», gebe bet Lokalverein zu Bielefeld, mit feine» i» nächster Zeit 97 Doppelhäuschen, gewissermaßen al» Versuchsstation de»deutschen Verein Arbeiterheim', ein wertvolles Feld bet Erfahrung. Auch bei diesem Lokalverei» würde» gr»»dsätzlich nur fittliche An» forbern»ge», sie konfesfionelle ober politische an bie Erwerber gestellt. Die von ber vorjährigen General­versammlung gefaßte» Beschlüsse, namentlich Kreis- verwalt»»ge» »nd Magistrate z»r Aufnahme be» Kampfes gegen ben Wohnungjammer beS kleine» Mannes nachbrncklichst z» bewegen, hätte« immerhin i« Vaterlande rin bnrchan» ermutigendes Gehör ge»

Dar sagst Du immer Schatz! Darin bist Du entsetzlich langweilig!'

.Schadet nicht«. Dafür trage ich auch die Ver» antwortung. Wenn wir in Verlegenhett gerieten Deinetwegen wär' mit« furchtbar.

.Ach, Du Philister!' Siehst Du, darin bist Du ganz ander» wie Papa. Der hat solche Bedenken nie gehabt. Wenn ihm einmal da« Geld ausge­gangen war, so borgte er fich welche«. Seine Freunde waren glücklich, e«ihm vorzustrecken. Sie wußten ja, wie große Einnahmen Papa hatte und daß sie'« sicher wiederbekamen.'

Peter schmieg. Boll Schonung unterdrückte er die Erinnerung an die Schuldenlast, die nach de» großen Künstler« Tode der Familie htttterblieben »ar.

.Und darin bin ich ganz Papa« Tochter," fuhr fie selbstgefällig fort, indem fie vor be« Spiegel ihren großen Hut aufprobierte. .Richt wahr? die Schärpe macht fich gut? Ja, da« gehört zu« Künstlerleben l Und einem Mann wie Du mit solchen Aufträgen wenn auch einmal vorüber­gehend Ebbe eintritt . . . ach Schatz, da darfst Dv den Kopf nicht verlieren I Und nicht wahr ei langt noch und wir bleiben noch ein Weilchen hier am himmlischen Comersee?'

Sie trat an ihn heran, legte ihm beide Händt auf die Schultern und blickte ihm spitzbübisch bittend in die Augen. Wie unwiderstehlich ihr weiches junge« Gesicht unter dem breiten Rande be« Stroh« Hute« hervorsah, hatte fie ja eben vor dem Spiegel beobachtet- Aber Pietto nahm die schmeichelnden kleinen Hände fest in die seinen und sagte ernsthaft: Rein, Susanne!'

(Fortsetzung folgt)