öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.
" mb enxb&en: Rarkl^!^ Ferusprech« Ri. Jllustrirtes Sonntagsblatt.
«MMtwortlicher Sebetteur; fiert» Finkiug tu Stetbare. Ktbeittms mür Erpeditiou: Merkt 8L Fernsprecher Nr. 56.
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Marburg,
Dienstag, 6 November 1894
Anzeige» nimmt entgegen die Expedition dieses BletteS, teerte die Anrronttn-Bureanr von Heesenstein u. Vogler in Frankstltt e. SSL, Kessel, Magdeburg und Men; Rudolf Moste in Frenksntt e. M., Berlin, München u. Köln; G. L Deube«. Co. in Frenkfurt e. SSL, Berlin, Henuover, PeriS.
XXIX: Jayrg.
Der neueste Kurs.
* Marburg, 5. Novbr. 1894.
Hochoffiziös wird unter der Ueberschrifi ,zur Lage" folgendes ans Berlin geschrieben:
„3n den letzten Sessionen des Reichstags tobte ein heftiger Kampf unter den Parteien und mit der Regierung. Die Verstärkurrg der Wehrkraft konnte erst nach einer Auflösung des Reichstags durchgesetzt »erden und dann auch nur mit einer Mehrheit von wenigen Stimmen. Beinahe noch erbitterter wurde nm den zweiten großen Streitgegenstand, den rassischen Handelsvertrag, in der vorigen Session des Reichstags gekämpft, wiewohl es hierbei zu keiner Auflösung kam. In beiden Fällen war die Parteigrnppiernng verschieden: die Militärvorlage war von der gesammteu Linken bekämpft, von der gesammten Rechten unterstützt worden; bei dem msfischen Handelsverträge bildete den Kern der Opposition die konservative Partei, die MÜte war gespalten, dir Linke unterstützte dir Regierung. Während aber der Kampf nm die Militärvorlage nach der Entscheidung keine« Einfluß auf das öffentliche Leben mehr ausübte und die Hauptgruppe des unterlegenen Teils, die fteisinnige Partei, in zwei Hälften zerfallen war und blieb, wirkte der Streit u» die Handelsverträge mächtig im öffentlichen Leben nach und schien sich die Opposition der konservativen, landwirtschaftlichen Elemente gegen die Vertreter der HandelsvertragSpolitik innerlich nur noch mehr zn verstärken.
Diese Erscheinung erklärt sich im Wesentlichen daraus, daß irn ersteren Falle parlamentarische Macht- ftagen eine große Rolle spielten, während im Streite nm die Zollpolitik starke wirtschaftliche Interessen das Kampffeld weit über den eigentlichen Streit- gegenständ hinaus erweitert hatten; Interessen, die üjier Natur nach und namentlich wegen der mtder» mindert üblen Lage der Landwirtschast fortwirken wußten. Die konservative Partei aus der Opposition gegen die Regierung, die übrigens die Notwendigkeit, der Landwirtschaft auf- znhelfen, nicht verkannte, heraus zu bringen, war um so schwerer, als sich nach dem Attentate tof den Präsidenten Car not während des Sommers wegen der Frage, wie die Machtmittel der Obrigkeit gegen die Umsturzgefahr zn verstärken seien, eine
wilde Preßfehde entwickelte, bei der die Sache selbst hinter allerlei taktische Nebenzwecke zurücktrat.
Der Ausgangspunkt einer Klärung lag in der Königsberger Rede unseres Kaisers, in welcher der Weg der Versöhnung gezeigt wurde. Der zweite wichtige Schritt war der Kanzler- und Ministerpräsidentenwechsel und die Wiedervereinigung der beiden höchsten »erntet des Reichs in Preußen in einer Hand. Der Reichstag wird sich einer Regierung gegenüber sehen, die durch jenen Akt an innerer Kraft gewonnen hat und gegen beten verantwortlichen Leiter keine alte Verbitterung, sondern nur hoffendes Vertrauen rege ist. Man darf daher wünschen und erwarten, daß der Kampf um die Handelspolitik für die Fragen, die sich in dem weiten Gebiete der Sozial- und Wirtschaftpolitik aufthnn, nicht nachwirken werde. Hier, in diesem weiteren Kreise, liegen die großen Aufgaben der Zukunft, die zu ihrer friedlichen Lösung einmütiges Zusammenwirken erfordern."
Dieser Artikel, der den Provinzblättern von hochoffiziöset Seite übersandt wurde, ist ein weiteres Glied in der Kette der Kundgebungen, die eine Besserung der Lage für die Landwirtschaft wie auch für die konservativeParte^ erhoffen lassen. Wir stehen auf der Schwelle einer neuen Zeit. Kräftige und vertrauersvolle Mitarbeit von unserer Seite wird nicht fehlen, wenn die Regierung unseren berechtichteu Wünschen entgegen kommt.
Politische Rundschau..
* Marburg, 5. Novbr. 1894.
Die Umsturzvorlage.
Die zum Zweck der Verstärkung der staatlichen Machtmittel gegen die Umsturzpropaganda ausgearbeitete Vorlage ist in der letzten Staatsministerial-Sitzung in ihren wesentlichsten Punkten gut geheißen worden. Nachdem sie noch im Einzelnen überarbeitet ist, wird, wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, die Ermächtigung Sr. Majestät des Kaisers zur Einbringung des Gesetzentwurfs als Präsidialvorlage im Bundesrat eingeholt weiden. Ferner glaubt die „Nat.- Lib. Korresp." mittcilen zu können, daß die Vorschläge, welche zur Abwehr der Umsturzbestrebungen dem Reichstage zugehen werden, in allem Wesentlichen mit dem C ap ri v i - schen Entwurf, der bereits die Zustimmung des
73)
(Nachdruck verboten^)
(Fortsetzung.)
Kunst «rrd Gunst.
Itemen Mn Gertrud Franke-Schievelbein.
„Was hat der von Ihnen gewollt?" stieß er schroff und grollend heraus.
«Der? Ihr alter Jugendfeind? — Eifersüchtig?" — Sie hatte sich schnell gefaßt und den Kopf ein wenig auf die linke Schulter neigend, sah sie ihm lustig und dreist mit ihren blitzenden Augen ins Gesicht. „Was geht Sie da» an?" fuhr sie neckend fort.
Er «ar bis an den Eingang de« Gartenzeltes gekommen und hatte ein« der dünnen Säulchen mit seinen Händen umklammert. Wieder huschten die schwarzen Schatten an seinen Augm vorüber, kalter Echweiß trat ihm auf die Stirn. So gewaltsam er auch die körperliche Schwäche zu bemeistern suchte er fühlte doch, daß er totenblaß geworden war. .Keine Ausflüchte, Susanne! Ich will die Wahrheit wiffenl" rief er mit der verzweifelten Eugene eine» Menschen, der va banque spielt.
Da« Lächeln erstarb auf ihren roten Lippen. An leise» Zucken flatterte ihr über Wangen und Ann und zerrte ihre Mundwinkel entstellend herab.
»Wie taktlos, Pietro! Wie wenig zartfühlend! Ae müssen doch wiffen, wie peinlich mir . . .' . .Peinlich!" rief er, voll Hohn den Kopf Mttelnd. .Er hat Jhnm also gesagt . . ." , Susanne nickte und riß ein Blütenzweig, der H tief in» Zelt hineinneigte, mit einer ungeduldigen, ttiegenen Bewegung ab.
.Und — Sie!"
. .Mein Gott — ich —" Sie blickte in ihren Ahvß und zupfte mtt nervös bebenden Fingern W für Blatt von dem Stiel.
Sie hörte, wie schwer sich der Atem seiner Brust Strang; aber fie vollendete ihren Satz nicht- Auf
einmal machte er eine Bewegung, als wolle er gehen.
„Pietro!" rief fie, die schönen Augen voll zu ihm ausschlagend. .Bleiben Sie doch! Wir wollen einmal vernünftig miteinander reden. Kommen Sie!"
Der warme Wind hob die Zweige, die ihren Schatten auf das Gartenhaus warfen. Ein Sonnenstrahl schlüpfte hindurch und flimmerte bis über ihr hellblondes Haar. Sie legte die Hand über die Augm und geheimnisvoll lockend traf ihn aus dem goldig klaren Dämmer ihr Blick.
Da seufzte er.
»Was haben Sie mir zu sagen, Susanne?" sagte er zögernd. .Ich weiß ja alles--"
Aber fie wußte nun doch, daß er bleiben würde, so lange e» ihr gefiel.
Sie war auf einmal wieder ganz heiter und lächelte unb nickte ihm in ihrer alten drollig-unbe- fangenen Weise zu.
.Setzen Sie fich erst einmal," schmeichelte fie, einen neben ihr stehenden Stuhl näher herbeiziehend. .So! — Und nun, Sie böser, schrecklicher Mensch ... Sie haben mir ordentlich Angst gemacht. — Mein Gott, wie furchtbar ernsthaft Sie immer noch find! — Kann ich denn dafür, wenn ich auch.anderen gefalle? — Soll ich denn jeden jungm Mann, der zu «ns in» Haus kommt, schnurstracks hinaus- graulen? . . , Bedenken Sie doch, Pietro — so eine richtige Bettelprinzessin, wie ich bin, deren einziges Talent ihr bischen Larve ist.... ach Gott, was müssen Sie beulen, daß ich das so sage . . ."
.Daß Sie sehr klug find, Susanne . . ." murmelte et bitter, während fich in seinen Augen da» Entzücken über ihre Schönheit spiegelte.
Sie beugte fich zu ihm hinüber und drückte seine Hand. .War hab ich um Dich gelitten i" brach es au« seiner Brust.
Sie schüttelte den Kopf.
preußischen Staatsministeriums empfangen hatte, übereinstimmen. Es wird danach nur eine Verschärfung und klarere Fassung der bezüglichen Bestimmungen des Strafgesetzbuchs vorgeschlagen werden. Aenderungen des Preßgesetzes sind nicht beabsichtigt, auch ein Reichsvereinsgesetz zu schaffen liegt nicht im Plan. Ob dagegen in Preußen eine Abänderung des Vereins- und Vcrsammlunggesetzes vorgeschlagen werdev wird, scheint noch nicht festzustehen.
,Wte verla «tetj —e
Der vorn Posten d«S Landwirtschaftministers zurücktretende Herr vi Heyden, dem ein frei tue: dendeS Ober- Präsidium angeboten sein soll, hat, wie die „Kreuzztg." hört, abgelehnt und wird sich auf seine Güter in Pommern zurückziehen. Jnbetreff der angeblich noch weiter bevorstehenden Minister-Demissionen meldet nunmehr auch die „Kreuzztg.", daß der Justizmluister Herr m Schelling seinen Abschied erbeten habei Ueber seinen Nachfolger stehe Endgültiges noch nicht fest isti Wie die „Köln- Ztg." berichtet, holte man in juristischen Kreisen au der Ueberzeugung fest, daß der Ober-ReichSanwalt Dessen- d o r f f zum Justizminister ernannt werden würde. Das letztgenannte Blatt schreibt ferner: Die von einzelnen Blättern verbreitete Nachricht, auch der Handelsminister Frhr. von Berlepsch wolle sein Entloffnnggesrch cinreichen oder werde demnächst in den Ruhestand treten, ist unbegründet. Ebenso gilt in untei richteten Kreisen für ausgeschlosien, daß bei Landtagsabgeordnete v. Iagow, der noch vor Jahresfrist Landrat in Osterburg war und jetzt Oberpräsidialrat in Posen ist, zum Nachfolger des Herrn Köller als UnterstaatSsekretär des Innern in Straßburg in Aussicht genommen sei. Dagegen gilt cs für richtig, daß der Chef der Reichskanzlei, Wirklicher Geheimer Rat Göring, der als Nachfolger des Herrn von Rottenburg seit Ende 1890 diese wichtige Vertrauensstellung bei dem Reichskanzler Grafen Caprivi, seinem ehemaligen Schulgenossen, eingenommen hat und der in den nächsten Tagen sein 65 Lebensjahr vollendet, um seine Verabschiedung einkommen wird.
Die Spekulation in russischen Rubelm
Einen verdienten Denkjettel hat der russische Finanz- Minister den Spekulanten an der Berliner Börse gegeben. Diese Biedermänner, welche durch ihre Leibblätter den lebhaften Anteil an Genesung des Zaren heucheln ließen, haben gleichzeitig ftisch und munter bereits auf seinen Tod spekuliert. Von diesem erwartete man ein starke« Sirken des Rubel- kurscS bereits zu ultimo Oktober, und daher find riestge Summen von Rubeln auf diesen Termin verkaufL Natür-
.Sie wiffen doch — es wäre das Letzte — daß ich so einen Philister nehm', blos weil er Gelv hat . . . Aber wenn nun — nicht jedem Künstler glückt» ja wie Papa ... und ich bin so bequem ... und kann nicht arbeiten ... und möchte doch immer hoch hinaus . . . Sehen Sie, als kleines Kind schon, im Winter, bei den Hoffesten, da könnt' ich stundenlang in der Kälte am Schloßportal stehen und zusehen, wie die bunten Offiziere und die Damen in ihren kostbaren Kleidern ausstiegen. Ich fror nicht. Ich glühte bei den Gedanken: Das mußt du erreichen! Da mußt du hinein! Und diese vornehmen Leute müffen dir die Hände unter die Füße legen ... Ja, ich lächerliches Ding träumte alle Abend vorm Einschlafen, daß der schönste, fürstliche Held mich einer Tages zu seiner Gemahlin machen würbe • . . Nun, mit der Zeit wird man vernünftig! Jetzt geht mein Ehrgeiz nicht über bas Erreichbare hinaus. Den Ersten, Bedeutendsten meine» Kreise» — den möcht ich mir erringen... Denn, sehen Sie, wenn man so einen berühmten Mädchennamen hat wie ich — dann einfach untertauchen in einem obskuren .Frau Soundso" . . .
Ihre Reden hatten ihm plötzlich da« Ereignis be« gestrigen Tages, da« von der Erregung der Gegenwart so lange au« seinem Gedächtnis ver- drängt war, in seiner ganzen Tragweite zmück- gerufen.
.König! Hoheit waren gestern bei mir," unterbrach er fie ernst.
.König!. Hoheit?"--
Susanne sprang auf. Die Hände auf die Brust gedrückt, schnell atmenb, die großen Augen halb un- gläubig, halb selig auf ihn gerichtet, staub fie vor ihm.
.Er hat bie Verschleierte gekauft . .
Ein lauter Jubelschrei au« ihrem Murche. Sie beugte sich vor, um kein Wort zu verlieren.
(Fortsetzung folgt)
lidj besaßen die Verkäufer diese Summen nicht, hatten auch noch keine Schritte zu ihrer Erlangung gethan — über solche Spießbürgerlichkeiten im Handel find ja unsere Börsianer längst hinaus —, sondern sie hatten sich darauf ver« laffev, daß fie zum Monatsende im Staude sein würden, den Bedarf an Noten, soweit ein solcher nicht durch dir bloße Auszahlung der Differenzen unnötig würde, zu niedrigerem Kur» sich zu verschaffen und so die Differenz zu Verdienern Es war also eine Wette in bester Form mit einem Objekt von mehreren Millionen. Aber diesmal kam e« anders, Der erwartete Kurssturz trat nicht ein. Die Gegner der überschlauen Spekulanten bestanden auf ihrem Schein und verlangten die auSbedungeren RubeL Dazu hätten aber Millionen erst aus Rußland zugeführt werden müffen, und diffe Störung in den russischen Gcldverhältniffen gab der dortige Finanzminister, auf seine weitgehenden bezüglichen Befugniffe gestützt, verfiändigerweise nicht zu. Da:ob große Not. Ueber drei Millionen Rubel fehlten in Berlin und waren nicht zu beschaffen. Das Böeserkommiffariat wurde beim russischen Finanzminister — oder vielmehr, wie die Herren selber .berichtigen", bet dessen Berliner Vertreter — vorstellig, und der Minister hat sich dann im letzten Augenblick her- beige lasten, der Börse Noten bis zum Betrage von drei Millionen zum Kurse von 234 zu überlasten. Im letzten Moment standen aber die Rubel etwa 210 und etwa» darunter. ES war also für die Spekulanten auch nach Vermeidung der größten Gefahr der gänzlichen Zahlungunfähigkeit noch immer ein herber Verlust; und wenn wir auch bedauern, daß hier die deutsche Finanz eine Niederlage du:ch die russische Finanzpolitik erlitten hat, so stehen wir doc^nicht an, die Schuld allein den Berliner Spekulanten zuzuschreiben. Mit Freuden würden wir e? begrüßen, wenn unsere Regierung in ähnlichen Fällen mit ähnlicher Energie, unbeirrt durch daß Gezeter der Börsenpreste, vorgehen würde.
Zurr Nikolaus und Casimir Perier.
Kaiser Nikolaus hat an den Präsidenten Casimir Perier folgende Depesche gerichtct: »Ich habe die schmerzliche Pflicht, Ihnen von dem grausamen Verluste Mitteilung zu machen, den Ich und Rußland in der Person Meines geliebten Vaters, welcher heute verschieden ist, erlitten habens Ich bin sicher» daß das gesamte französische Volk lebhaften Anteil an unserer nationalen Trauer nimmt." Der Präsident Casimir-Perier hat dem Kaiser Nikolaus geantwortet: „Elm Majestät lassen in der Mitteilung von dem grausamen Verluste, den Sie erlitten haben, das französische Volk teilnehmen an der
Drei goldene Samstage.
Eine Hochlandsgeschicht, von Jos. MärtL
16) (Nachdruck verböte«.)
(Fortsetzung.)
V.
Der .Gigitzer" hatte in ben ersten Wochen nach dem letzten goldenen Samstag mitunter Stunden, wo er träumerisch ben Hammer in den Schoß finken ließ und sich mit der Linken verzweifelnd hinterm Ohr kraulte. Er hätte e« nimmer geglaubt, daß fein .Herr Freund', wie er ben Kommandanten in vertrauten Stunden zu nennen pflegte, plötzlich ganz auf seine Person verzichten könnte unb seine „Spionendienste" jederzeit einer höchst abfälligen Kritik zu unterziehen im stände wäre.
»Schuster," hatte der Wachtmeister eines Morgens zu ihm gesagt, al» er nachttäglich eine »sichere" Bürgschaft für den längst beabsichtigten Mord be« schönen Damerls leisten wollte. »Schuster, Du bist ein alter Waschkittel, ber seine Neuigkeiten alle hinterm Ofen hervorkramt, wo bie allen Weiber fitzen. Wenn Du alle Tage biimmer wirst, kann ich Dich bald nimmer gebrauchen al» »Spion" — Du blamierst ja bie ganze wohllöbliche Ortspolizei."
Dieser Ausspruch bes „Herrn Freund" machte dem bieberen Jünger von Hans Sachs gar großen Kummer. Er hatte fich in der Eigenschaft al» »Spion" stet» al» eine »bessere Person" de» Dorfe« gefühlt und die Furcht vor einer Degradierung ließ ihn schon seit langem nicht mehr ruhig schlafen.
„Sch—sch—schnei—neider, pa— paß, auf, mein He—Herr Fr—reund hat m—m—mir b—ben Sch—Schtu—uhl vor d—die Thür gs—setzt," klagte er seinem Schwager, dem Ortsschneider, al» er bei der Alarmnachricht von dem spurlosem Verschwinden de» Wirt-Xaverl», de« Bäckers und de« Binderserdl» auch nicht einen .Auftrag" von dem Kommandanten erhiell. Unb al« nun endlich gar bie Botschaft über ben geplanten Sterb an dem Jagdgehilfen unb dem