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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchhain.

11 >md <Erpkdtioo: Markt 81. 'Tttasprechkr Rti ä""6** Jllustrirtes Sonntagsblatt. Äsbettitn eab Erpedittou: 5§*rtt 2L Fernsprecher Nr. 56.

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Erscheint täglich «ißer n Berfttgta nach fra> nb gtteiiaeat O»artal»»bs«nemr»ts-Vrri« bei der Expr- bttiie 8 RL. bei allen Peftäxtern , EU. W W» (exL Bräellgeld). Jnferativusgebü-r fit dir «spalte« Zeile »6« beten Utexw 10 88fi.. Rellaxen fit dir 8eilt 86 8f«

Marburg,

Freitag, 26 Oktober 1894

Auzeige» nimmt entgegen dir Expedition dieser Blattes, sowie die Annoncen-Bureanr von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt «. M., Caffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Rofir in Frankfurt a. M., Berlin, München «. Köln; G. L. Daube m To. in Frankfurt <u M., Berlin, Hannover, Paris.

XXIX: Jahrg.

Die englisch-deutschen Beziehungen. Marburg, 25. Oktober 1894.

Die Periode derdicken Freundschaft* mit Eng­land, die bei allen nicht nach Gefühls- und Phantasie- aiotiveu, sonder» «ach nüchterner Berechnung des PluS und Minus urieileideu deutschen Patrioten stets ernste Bedenken erregt hat, scheint glücklich vorbei zu sein. Man wird eingesehe» haben, daß diese Freundschaft praktische, greisbare Vorteile lediglich den englische« Vetter«, unS dagegen außer Helgoland anb dem Lawutmvis > Spiel nichts Vernünftiges eiugebracht hat. Wir find die Letzte», die einem schwächlichen Buhlen um die Gunst Frankreichs durch Nachgiebigkeiten auf dem Boden des klaren Rechts das Wort reden würde», wir haben vielmehr derartige Maßnahme» stets kühler Kritik unterzöge», das aber ist zweifellos, daß abgesehen von der «atürliche» Nachbarn-Rivalität in Europa unsere Interessen in der ganze» übrigen Welt bis auf wenige Punkte mit denen Frankreichs parallel laufe», und daß die Interessen der beiden kontinentale» Westmächte denen Englands fast überall t« gleicher Weise gegenüber­stehen. In sehr verständiger und zutreffender Weise bespricht die russische ZeitungNowoje Wremja* die englisch-deutsche» Beziehungen, die in ei» «ems Stadium geirrte» feie», weil ma« in England mit der Haltung Deutschlands in der Kolo»ialpolitik sehr uznftieden sei. Der Umstand, daß Deutschland «ab Frankreich in der Kongoftage solidarisch vor- gingen, habe England zum Nachgeben gezwungen; in der Frage von der durch England angeregten Einmischung der Großmächte in den japanisch- chinesischen Streit habe Deutschlands ablehnende Haltung eine sehr wichtige Rolle gespielt; mit dem Vertrag zwischen Portugal und der TrauSvaal- Nepublik sympathisiere Deutschland zum Steiger der Engländer, und als eS gar ein kleines Geschwader bi die Delagoa-Bai entsandte, war in der englischen Presse kein Halten mehr. Man beschuldigte Wilhelm II. persönlicher Feindschaft gegen die von seiner Groß­mutter beherrschte Nation; man legte die Verleihung des Ordens der Ehrenlegion an den deutsche» Militäragenten in Paris alS einen weitere» Schritt der Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich ans; ma« griff dasbarbarische* undunsittliche* Lerwaltungsystem der Deutschen in ihre« Kolonie» an; man behauptete, das Deutsche Reich werde von einer gefährlichen innere» Krisis zerfrefle». Neu sei an alle» diesen Ausfällen natürlich nichts. Publikum und Presse seien in En gland längst schon gewöhnt, ihre Wut an fremde» Regierungen auSzulafseu, sobald diese es wage«, ihre Politik nicht mit de» Pläne» und geheime« Absichten Englands i» Einklang zu bringe». Jedoch tonne iS nur alS große Taktlosigkeit betrachtet werden, wen» man die Persönlichkeit Wilhelms II. hinein- ziehe in die Frage der Politik, die die deutsche Re­

gierung offenbar in Südafrika verfolgen will. Der junge deutsche Kaiser gehöre gerade nicht zu den Ge­duldigsten und durch persönliche Angriffe lasse sich schwer eine England erwünschte Aenderung in jener Politik erzielen. Auch das Gerede vo--einerinneren Krisis* könne ihm schwerlich gefalle», noch der Vor­wurf derUufittlichkeit* undBarbarei*, der gegen die Verwaltungbeamten in de» deutschen Kolonieen erhoben worde», insbesondere, wenn solche Vorwürfe in der Preffe eines Landes kant werde», das sich bei der Verwaltung der eigenen Kolonie» niemals viel um Sittlichkeit und Zivilisation gekümmert hat. Anstatt Wilhelm H. irre zu machen, könnten die Ausfälle der englischen Preffe nnr seine der britischen Regierung so unangenehme Stimmung verstärken. In Wahrheit ernte aber England jetzt nur, was eS selbst gesäet hat. Bei de» Tinge«, die sich jetzt im ferne« Oste« urd in Südafttka zutragen, habe es doch schon gar zu offenherzig seine übliche Neigung verrate», Fremde die Kastanien aus dem Feuer holen zu laffe», und dabei ganz übersehe», daß die Zeiten mittlerweile andere geworden nnd daß auf dem Boden der Kolonialpolstik seine Jntereffen i« vollstem Wider­spruche stehen zu den Jntereflen der übrigen Groß­mächte, die nicht geneigt find, ein einfaches Werkzeug in de» Hände» Englands zu sei» und aus dieser ihrer Unlust auch gar kein Hehl machen. Es sei garnicht zu verwundern, daß weder auf dem jopanisch- chinefischen KriegSschonplatz, «och in Süd- und Mittel- afrika eine solche Unlust in gleicher Weise und gleich­zeitig Rußland, Deutschland und Frankreich zeige». Die Interesse» jedes einzelnen dieser drei Staaten erwiesen sich i» diesem Fall ganz entgegengesetzt den Plä»e« der britischen Regierung und das genüge zu einer parallelen Handlung» eise ihrerseits i» überein­stimmendem Sinn.

Politische Rundschau.

Marburg, 25. Oktober 1894.

Der Kaiser und der Kampf gegen die soziale Revolution.

DieN o r d d. A l l g. Z t g. bestätigt, wie wir gestern telegraphisch mitgeteilt haben, die Blättermeldung, daß in Sachen des gesetzmäßigen Vorgehens gegen die Urnstmz- bestrebungen eine Einigkeit an den maßgebenden Stellen erzielt worden ist, und fügt bezugnehmend auf eine Aeußerung der Nationaszeitung, in der ein Vorgehen ohne Ernst und Zusammenhang vermutet wird, hinzu:

Es wird weder ohne Ernst noch ohne Zusammenhang vorgegaugen werden. Dafür bürgt der Reichs­kanzler, hinter dem der Kaiser steht.*

Diese offiziöse AuSlaflung entspricht durchaus unseren eigenen, mehrfach zum Ausdruck gebrachten Informationen, nach denen Se. Majestät die Seele des ganzen Vorgehens ist, während Caprivi und die Minister nur die Aufgabe haben, dievon Allerhöchster Stelle

gegebenen Anregungen zu verwerten, zn verarbeiten nr d io bestimmte Formen zu gießen. Se. Majestät beabsichtigt anscheinend das feiner« zeit'von Jhm gesprochene Wort:Die Sozialdemokratie über- lasien Sie mir nnr, mst ihr werde ich schon fertig werden I* einzulösen. Wo die Sache in solchen Händen ruht, können wir ihrem weiteren Verlaufe getrost und zuverfichllich ent» gegensehen.

Zuversicht oder Pessimismus?

In einer kurzen Betrachtung, die dieMünch. Allg. Zig.* dem gegenwärtigen sozialdemokratischen Parteitage widmet, worin sie fich darüber beklagt, daß mau Jahre laugmit einem getoiffen hochherzigen Gleichmut* das all­mähliche Wachstum eines Feindes mit anschaue und seine dröhnenden Werbeiufe* ungehindert durch daS Land dringen lasse, eines Feindes, der seine wahren Absichten keinen Augen­blick zu verhüllen fich die Mühe gebe, führt sie anS:

Eine solche Passivität ist doch eigentlich nur dann ge­rechtfertigt, wenn man entweder Grund hat, den Gegner zu verachten, oder aber, wenn man von dem sittlichen Rechte der eigenen Position nicht mehr genügend überzeugt Ist und, ohne es gerade offen auSzusprechen, doch insgeheim zu dem Zugeständnis bereit ist, daß die gegenwärtige Gesellschaft wert sei, daß sie zu Grunde gehe. Vielleicht ist diese letztere Anschauung verbreiteter, als man glaubt; namentlich unter einem Teil der gebildeten Jugend scheint sie, gefördert durch ein sozialpolitisches Dilettantentum (man denke nur an die Natarp, Naumann, Göhre u. a. Anm. d. Red.) allmählich Wurzeln zu schlagen; allein her nationale Staat ist doch wohl nicht nur von dem Recht, fongern sogar von der Not- weidigkeit seiner Existenz überzeugt, und im Ernste kann man doch nur mit Schauder au die Möglichkeit denken, es könnten diese geflissentlich M Verkennung der wirtschaftlichen und sittlichen Grundbedingungen einer Lebensgemeinschaft erzogenen Elemente auch nur für einige Jahre mit dem Wohl und Wehe unseres Volkes experimeMieren dürfen.*

Erbitterte Rivalität

besteht bekanntlich zwischen der sozialdemokratischen Partei­leitung und den Führern der gewerkschaftlichen Bewegung. Der Abgeordnete Legien, dem Bcb.l io Frankfurt den EhrentitelMephisto* verlieh, ist die Seele der Centraliflerung der Gewerkschaften, letztere aber ist den führendenGenoffeu* ein Dorn im Ange. Die Serien Bebel und Auer, die Hauptletter der sozialdemokratischen Partei, schätzen die gewerkschaftliche Bewegung mir in ihrer Eigenschaft als allmähliche Ueberleiterin großer Arbetter- massen inS Partellager. Eine ernsthafte, selbständig vor­gehende Gewerkschastbewegung »nd namentlich Centralistruvg ihrer die Organisation betrachtet man mit größter Eifer­sucht. Nun schufen fich aber dieauf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung* stehenden Gewerkschaften eine Zentralleitong in der .Generalkommission der Gewerk­schaften Deutschlands*, deren Vorsitzender der stühere Drechsler ßegien ist. Daraus erklärt fich die große Er- bttternng Bebels und AuerS gegen Legien. An letzteren schrieb Auer vor zwei Jahren schon:Die Gewerkschaften

wollten wohl einen Staat im Staate, eine Nebenregierung etablieren; den Herren scheine da» Fell zu jucken, das ihnen einmal gestrichen werden müßte.* Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung wegen der Wiedergabe dieser rohen Ausdrücke; dieselben sind so ungemein charakteristisch für den Geist der Gemeinhett, der unter den Sozial­revolutionären der herrschende ist. Daß die Erbitterung gegen dieNebenregierung* inzwischen nicht abgenommen, dafür zeugt die mehrfach angeführte Aeußerung Bebels auf dem Frankfurter Parteitage. Man ersteht aus diesen Vor­gängen, daß die Führer der Sozialrevolutionäre, wenn eS einmal, was Gott verhüten möge, zu einer vorübergehenden Diktatur des Proletariats kommen sollte, nicht nur den verhaßten Bourgeois, sondern auch, wie das bei Revolutionen üblich ist, fich gegenseitig die Köpfe abschneiden würden.

Religion ist Privatsache*,

so lautet bekanntlich ein Satz deS sozialdemokratischen Parteiprogramms. Wie die sozialdemokrattfche Preffe diesen Satz auS legt und vor offener Verhöhnung des christlichen ReligionsbewußtseinS nicht zurückschreckt, zeigt folgende Berliner Lokalnotiz deSVorwärts*:

Was die fich wohl einbilden! Bürgerliche Blätter registrieren die wichtige Geschichte, daß bei der kürzlich erfolgten Richtfeier eines der vielen neuen Gotteshäuser* Berlins das GlaS, welches der Polierer nach allem Brauch vom Turme herabgeworfen, heil auf dem Erdboden angekommen sei. An diesenhöchst seltenen Fall" knüpfen die Organe des GotteS Mammon die Ver­mutung, daßer so recht gemacht für abergläubische Seelen sei, dessen Ausschmückung sich auch die dichtende Volksseele nicht entgehen lassen werde." AlS ob dieVolksseele" fich im sozialdemokratischen Berlin überhaupt noch um kirchliche Richtfeste und Aberglauben bekümmerte. Ans dem KalmuS piepen wir schon lange nichtmehr.*

Diese Aeußerung, fo widerwärtig fic auch lautet, ver­dient überall bekannt zu werden, damit auch der Fern­stehende erkennt, wie es die Sozialdernokratte in Wahrheit mit der Religion hält. Zumal die Leute auf dem Lande sollen fich daS merken, wenn die Agitatoren kommen und sie scheinheilig versichern wollen, daß die Sozialdernokratte an ihren Christenglauben nicht rühren wolle.

Zur Lage der Deutschen Zuckerindustrie. -

Mehr und mehr beginnt das Reichsschatzamt einzu­sehen, wie übereilt daS Gesetz über Einschränkung und Aufhebung der Ausfuhrprämien für Zucker gewesen ist. Die gegenwärtige Lage der Rübenzucker­industrie scheint, wie die Korrespondenz des Bundes der Landwirte sehr zutreffend bemerkt, eher eine Erhöhung dieser Prämien zu fordern. Gegenwärtig finden im Reichsschatz­amte Erhebungen über die derzeitige Lage der Zuckerindusttte statt. Die Schwiettgketten, welche die deutsche Zuckerein­fuhr gegenwärtig in den Vereinigten Staaten findet, lasten einen raschen und befriedigenden Erfolg dieser Erhebungen nur um so dringender erscheinen. Zur Lage der Jndusttte wird bekannt, daß in dem Betriebsjahr 1893/94 der Durchschnitt der Fabriken mit Verlust gearbeitet hat, da den mittleren Produktionkosten des Doppelzentners Zucker gleich 24,31 Mark ein Durchschnittspreis von nur 24,16 Mark gegen«

Drei goldene Samstage.

Eine HochlandSgeschichte von Jos. Märtl.

T) (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Nach einem kurzenBfcheid* trat Franzei wieder en den Scheibenstand, wo jetzt die »en den Pinz­gauer Schützen gespendete Zahne erobert werden Mite.

Es waren nur wenigeThaler*, die fich daran beteiligten und da» waren obendrein meist noch solche, die der Wein und dar Bier bereit« zitternd pmacht hatte.

Vergeblich war die Mühe de« alten Försters. 6i hatte nur fünf Kugeln angefetzt, weil er die endere Hälfte für dir Königscheibe abgebm wollte, toi) so kam es, daß nach kurzem Ringen die Fahne denjenigen zufiel, die fie gespendet, den Pinzgauern Der schöne Adam hatte fiemit einem Schnaller gemacht', der gute Schütze hatte heute großes Glück. Nach einer kurzen Pause, während welcher Damerl »it vielen Komplimenten sein Abzeichen von Lenei eutgegennahm, rüsteten fich die Männer zum letzten kvtscheidungkampft, zum Ringen um die König- ivürde. E» waren nur die besten Schützen, welche da hervortraten. Von den Thalern fernen Nazi, der Jäger und der Herr Winfried, der Schulgehilfe; der dicke Bognerbauer ttat verständnisblinzelnd Her­tor er hatte schon zweimal die Würde eines Schützenkönig» bekleidet; ihm folgte der Kommandant

der Befehlshaber eine* aus zwei Mann bestehen­

den Gendarmerieposten«, »nd endlich stellten fich der Förster und Franzei in die Reihe. Die Pinzgauer schickten Damerl, dm Grafenjäger, dann den Wirt- Laverl; der Maierbauer und der Bäckermeister reihten sich hinter die beiden, und schließlich kam noch der alte Meßnervater auf seinem Stelzfüße einher- gewackelt; er hatte in früheren Jahren manchen Meisterschuß gethan, trat aber jetzt nur noch bei Gelegenheiten hervor, wo man feiner Ansicht nach ohne ihn nicht fertig werden konnte.

Da» war also da» Häuflein, welche» den un- blutigm Kampf auszufechten hatte, und er war schwer sehr schwer, denn al« bester Schuß galt der Kern der Punkt in dem letzten, innersten Kreise. Die Kugel, die ihn traf, feuerte dadurch zu gleicher Zeit einen Böller los, der mit dem eisernen Zentrum in Verbindung gesetzt war, und der Glückliche, der ihn knallen machte, war auf drei Jahre Schützenkönig. Wurde das Zentrum selbst nicht getroffen, fo war derjenige Sieger, beffen Kugel in der nächsten Nähe einschlug.

Abwechselnd je ein Mann von jeder Partei sollte zum Schüsse kommen, und die Pinzgauer waren die ersten, die dar gentium aufs Korn nahmen.

Es fing für fie mit einer bösen Vorbedeutung an, denn der alte Meßnervater, den fie al»Avant- garde* vorangeschickt hatten, schoß mit einem solchen Eifer über die Scheibe hinaus, als wäre der Feind in der Lust. Etwas besser schon erging e« dem sanften Herrn Winftied, der an die Stelle de»

wetternden Meßner» trat. Der bescheidene Erzieher der Jugend beschränkte fich auf das Weiße und fein glückliches Lächeln nahm schon ein Ende, als der Scheibenjunge beim letzten Schüsse auf den zweiten Kreis zeigte.

Nun versuchte der dicke Bäckermeister sein Glück, und er hatte die Genugthuung, Herr Winftied zu befiegm, er hatte einen Schuß im ersten Ringe. Nazi löste ihn ab, aber diesmal war ihm wmiger Reim" beschieden als vorhin; er übertraf zwar feinen Vordermann, allein bis zum schwarzen Punkt der MUte wars doch noch ein großer Abstand.

Jeder folgende Schütze, der nun antrat, rückte näher ans Zentrum. Der Wirt-Xaverl und der Bognerbauer saßm im letzten schwarzen Kreis, der Förster und der Meier im letzten weißen, einen Finger breit neben dem schwierigen Punkte, den fie alle erstrebten.

Jetzt hatten fie alle geschoffm, nur Damerl nicht und Franzei nicht, und aller Interesse wandte fich den beiden zu, den besten Schützen »eit und breit. Mit ruhiger Hand gab Damerl die Beweise seiner KunstfettigkeU. Dm Förster hatte er schon Über­schüssen, und nun galts de» letzten Schuß. Hart am Kern schlug die Kugel ein, es war ein Wunder, daß der Böller nicht losgegangm. Alle liefen zur Scheibe hinaus, um sich von dem ehrlichen Stand der Dinge zu überzeugen. DieThaler" mußten fich zu ihrem Schmerze gestehm, «eenn Franzei nicht das Zentrum traf, waren fie verloren. Rückhalt

loser Jubel hingegen hatte die Pinzgauer ergriffen. Sie wähnte» sich schon Sieger, und in großmütiger Weise nahm Damerl die Glückwünsche seiner Freunde entgegen. Der Sieg war sein, der Schützenkönig dem Thale abgenommen, und Franzei hätte mit dem Schwarzen im Bunde stehen müssen, wenn er dm Gegner überträfe.

Franzei hingegen dachte an nichts weniger als an den Teufel. Während seine Schützenbrüder zur Scheibe hinunter waren, hatte er, auf fein Gewehr gestützt, bei Lenei gestanden und als die anderen zurückkamen, hatte er ihr da« Gewehr entgegen# gehalten.Lenei,* sprach er lächelnd,jetzt gilt«, ob wir mit Schänd und Spott unser Schützenkönig- Recht verlieren ober nit Drum sei so gut und druck mer schnell a Busserl aufn Lauf;« kann mer helfn, sunst nix--*

Du balfeter Bua,* sagte Lenei dagegen uni beugte ihren Mund zu dem kalten Eism nieder, wenn D glaubst, e« Hilst, da meinetwegen bet heilige Hubertus mag Dir beistehn.'

Dankbar reichte ihr Franzei bie Hand.So U recht vergelt« Gott!" rief er mutig lachend. Nu paß auf, Lenei, nu werd i den Pinzgauern zeign, wie man Schützenkönig wird. So bhüt Dich Gott, Diandl, und gelt, wenn i jetzt abzieh, dann druckst mer a roengerl Dein Daum " Von den wohlwollenden Blickm der Mädchen verfolgt, sprang er hinweg und wieder auf den Scheibenstand.

(Fortsetzung folgt.)