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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

8enmtt»»rÜicher Ätbtitati: Hirry Finktng in gterbere- SteeftiK attb eoxbttion: M«rkt 9L Fernsprecher Nr. 66.

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Anzeige!-. nimmt «rtgegtit bk Expedition dieses Blntte»,

sowie die Amwuceu-Bureoux von Haasenstetn u. Vogler io VUIV _ ,

Frankfurt «. M., Casiel, Magdeburg und Men; Rudolf AA1Ä; ffflDtß.

Mofsr in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. & v ~ v

Daube a. Co. in Frankfurt t M., Berlin. Hannorer, PariSi

vrscheint täglich außer au Werktage» nach Goa», sw) rwe

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M 247. Mtiro 9 Mk., bei allen PostSu-trru 9 «L ii Kg. (rxkl.

Sonntag, 21 Oktober 1894

Erstes Blatt.

Wochen-Rückblicke.

* Marburg, 20. Oktbr. 1894.

Die bedeutsame» Worte, die Se. Majestät der Kaiser bei Gelegenheit der Weihe der den vierierr Bataillonen verliehenen Fahne» gesprochen hat, werden zum Teil in den' verschiedenen Berichte« verschiede» wiedergcgebeu. Tie wichtigste Stelle, an der die Rest rate auL einandergehen, ist diejenige, welche wir »ach einem Bericht der Continental - Telegraphen- Compagnie wie folgt verzeichnet haben:Treu bis zum Tode muß der Soldct dem Allerhöchsten Kriegsherr» sein; stark soll der Soldat dem äußeren und inneren Feinde gegenüberfiehen, und Ich hoffe, daß die Halbbataillone in ernster Zeit sich als Gauzbataillone erweisen werde»'. Statt d«S Schlußsatzes liest man io einer Berliner Lokalkorrespondenz:Ich hoffe, daßvieHalb bataillone, zu denen sie heute zurvckge- sandt werde», bald als ganze Bataillone im Heere deS Vaterlandes stehen werde«'. Dieser Wortlaut würde darauf schließen lassen, das die Erweiterung der vierten Halbbataillone zu ganze» Bataillonen au maßgebender Stelle wenigstens in abstracto i» Aussicht genommen worden wäre. Wir könne» natürlich nicht entscheiden, welche Lesart die richtige ist. Im Zusammenhang betrachtet, scheint uns die ersterwähnte viel natürlicher aus dem Ge- danta gange herauSzuwachscn. Sollte sich jedoch die letztaugesührte als die richtige erweise», sollte die Militärverwaltung eine Erweiterung der Holbbataillone zu Gauzbataillone» für notwendig erachten, so würde» wir auf deren für uns stets maßgebende Autorität hin wir sprechen hier raiürlich nicht im Namen irge»d einer Partei keinen Augeubl'ck ovfiehe», voll und ganz dafür einzutreteu. I» solche» Frage» muß sich der Laie unseres Ermessens jedes eigene» Urteils enthalten.

Weit wichtiger als d'ese Frage ist uns der Um­stand, daß unser Allerhöchster Herr auch i» tiefer Rede wieder die Möglichkeit ins Auge gefaßt Hot, daß die Waffen unserer Soldo te» sich auch eiumal, was Gott verhüte» möge, notgedrungen gegen innere Feinde zu richten haben würden. Es ist to8 wieder ein Beweis dafür, wie ernst Se. Majestät die innere Lage und die Gefahre», die uuserer staat­lichen und gesellschaftlichen Ordnung, unserer Kultur und Religio« vo» de» Umsturzparteieu drohe», auf­faßt. Es sind i» deu letzte» Tagen i» der Presse Meinungen laut geworden, als ob der Hinweis auf die revolutionäre» Bestrebungen und das Verlangen

Drei goldene Samstage.

ine Hochlandsgeschichte von Jos. Märtl.

3) (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Ohne ein Mort der Erwiderung abzuwarten, schritt er hier hinaus, und sprachlos vor Ueber- raschung starrte ihm die Riedherrin nach.

Das «ar zum erstenmale, daß sich der alte Schmied in ihre Famllienverhältniffe gemischt. Noch nie hatte sich der treue .Ehehalt', selbst wenn er geftagt wurde, ein Urteil oder eine Meinung erlaubt, und jetzt ergriff er für seinen Liebling, für Franzei, da» Wort, und in einer Sache, welche sie allein nur mit ihrem Kinde ausfechten zu müssen glaubte!

Ob ihn Franzei dazu bestimmt und durch ihn eine gütliche Lösung de» unglückseligen Kampfe» herbeizuführen gedachtes

Obwohl die Riedherrin den selbsthandelnden Charakter ihre» Sohne» kannte, schoß ihr dieser Gedanke dennoch durch den Kopf, und schon im nächsten Augenblick beschloß sie, weder auf Lenzei noch auf einen brüten zu hören und ihre Pläne einfach durchzuführen.

Die mittlerweile allmählich zusammengekommenen .Ehehalten' hatten sich längst um den in der Ecke de» Hausflur» stehenden Tisch versammelt, auf dem ihnen die alte Rose! ein ausgiebige« Festmahl auf. getragen; nur einer fehtte, und da» war Franzei, der Sohn de» Hause» und zukünftige Besitzer der Riedherrnhvfe». Man nannte ihn überall den langen Bauer, weil er eigentlich die ganzen Geschäfte und die Leitung de» Anwesens besorgte; nur rn dm

nach Schutz gegen dieselbe» nicht ehrlich gemeint seien, fo»beni parteipolitische Zwecke verfolgten. Solche müßigen Reporterwitze find natürlich nicht ernst zu nehme». Wen» ferner darauf hingewieseu wird, daß ein Teil der konservative« Presse sich zu de« Be streburge» nach gesetzmäßigem Schutz der Religio», Sitte urd Ordnung gegen die Parteieu des Um­sturzes ablehnend verhält, so hat das ebenfalls »ur sehr geringe Bedeutung. Diese Bestrebungen haben mit de» Parteien als solche» nichts zu thnn. Ueber der Parteitrndenz steht u»8 da» Wohl des Vater­landes. Die denkenden Männer aller Orb- «ug- parteieu aber habe» erkannt, daß dem Gemeinwohl schwere Gefahre« drohe« und alles Menschen­mögliche geschehen muß, um diese» Gefahren ent gegenzuwirkeu, ehe es zu spät ist. Wer diesem Ge- sistSpnnkte solche frakktiorpolitischer Natur voran­stellen kann, dem ist eben nicht zu helfe». Unser Bestreben geht dahin,in deS Wechsels buutcm Spille, den Blick zu richte» auf die ewgen Zieles

Eine recht erfreuliche Nachricht kam am Anfang dcr veifloffene» Woche aus Deut sch-Südwest­afrika. Dieses unter wertvollstes Kolonialgebiet konnte lange Zeit hindurch nicht »ach seinem vollen Weite erschlossen werde«, weil die Horden des RäuberhauptwainS Hendrik Witboi Unsicherheit und Schrecken verbreitcte». Lange Jahre hiuduich hatte die deutsche Regierung diesem Treiben fast unihätig zugefeheu; endlich war die Cchvtztivppe in gcnügeuder Weise verstärkt und an ihre Spitze ei» tüchtiger Mann gestellt worden, und nun ist es Le reitS dem letztere» mit unsere» braven Soldaten ge luige», de« Mordbrenner Witboi zur Unterwerfung zu zwingen. Deutschland hat olle Ursache, fick dieses Erfolgs zu freue», dein es ist eincr der schönste», die wir in «euerer Zeit errungen habe». Von Togo find noch keine weitere« Nachrichten gekommen. Die Grunersche Expcdttio» sollte bekanntlich Mitte ds. Mts. ousbreche». Ob dies geschehen ist, weiß mau nicht, jedenfalls aber wird die deutsche Expedition im Hinterlande bereits englische und ftanzösische Expeditione« finde», die scho» seit langer Zeit ie voller Thätigkeit find u»d vielleicht schon uachdrück lich vo» den Territorien Befitz ergriffen und mit den Etugebore»e» bezügliche Verträge abgeschlossen haben.

In Belgien konnte wa« interessante Wahl­rechtsstudie» machen. Es ist dort »euerdings ein ganz eigentümliches Wahlsystem eiugeführt worden. Es herrscht jetzt dort das allgemeine, aber nicht das gleiche Stimmrecht. Für die Abgeorduetenkawmer st jeder 25 Jahre alte, wenigstens ei« Jahr lang in der Gemeinde ausäjfige unbescholtene Bürger stimm­berechtigt. Aber gewisse Wählerklaffe» habe» ein mehrfaches Cttmmrecht. Ein Alter über 35 Jahre, verbunden mit der Eigenschaft eines Familienvaters

schwierigeren Geld, und Vermögensangelegenheiten hatte die Bäuerin da» entscheidende Wort, denn sie war eine von denjenigen, die nach dem Volkrmunde, .so lange rackern und Haufen, bi» sie sich die Toten, ruhe erspart'.

Man konnte e» der Riedherrnbäuerin aber auch nicht verdenken, wenn sie er noch nicht vermochte, da» Regiment au» der Hand zu geben. Im dritten Jahre ihrer überaus glücklichen Ehe hatte sie durch einen Blitzschlag den Gatten verloren, und nur ihr Söhnchen war ihr geblieben.

Thatkrästig und lebenrfrisch, wie die junge Witwe war, konnte es ihr nach kurzer Zett wieder gelingen, sich der Führung ihres umfangreichen Besitztum» zu widmen, und alle weiteren Heiratranträge von sich weisend, lebte sie nur ihrem Kinde, welche» einstens ren von seiner Mutter vermehrtm Reichtum erben öllte. Und Franzei war jede Arbeü'und jedes Opfer der Mutter auch wert.

Er war stets ein folgsamer Sohn gewesen, auf den die Mutter mit großem Stolze schauen konnte, und was ihr Glück im Laufe der Zeit noch ver­mehrte, war der Umstand, daß der allmählich heran, iewachsene Franzei der .sauberste' und.schneidigste Bub' im ganzen Thal war.

So wie er verstand es keiner, den Gegner im .Rankeln' zu werfen, kein Ziel war zu schwierig da» seine Kugel nicht erreichte, kein Schnaderhüpfl zu .Harb', auf da« er nicht geantwortet hätte.

War« da ein Wunder, wenn die Mädchen bei einem Anblick erröteten, wenn ihm die Mütter aller «iratfähigen Töchter mit den Augen zuzwinkertm,

oder Witwers und einer Steuerzahlung vo« mi» bestens fünf Franks, oder ein Grund- oder State». besitz vo» gewissem Betrog berechtigten zu zwei Wahl- stimme». Akademische Bildung gewährt sodann eine drttie Stimme. ES besteht ferner die Verpflichtung zur Ausübung deS Wahlrechts. Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts an Stelle deS bisherige» Census hatte die Wirkung, daß die gesamte Wähler­zahl auf das Zehnfache, 1,3 Millionen anwuchs, worunter 850,000 Wähler mit einer, 290,000 m t zwei, 220,000 mit drei Stimme» sich befinde». Man steht, das »tue belgische Wahlgesetz ist nach weit entfeint von dem demokratischen deutschen Reichs- tagswahlrecht, indem eS dem höheren Alter, dem Besitz und namentlich auch der Bildung ei» Vor­zugsrecht anweiß, das deutsche aber diese Unterschiede nicht kennt, sondern nur die brutale Kopfzahl, die deu untersten Mafien ei« ganz urveihältnirmäßige Uebergeuicht eiuräumt. Gleichwohl haben auch mi dem belgischen Wahlsystem die Sozialdemokraten gute Geschäfte gemacht und die Liberalen eine erheblich Einbuße erlitten. Wir glauben, in Drutschla» würde bei de» anders gearteten Verhältnisse» ein Wahlgesetz nach dem Muster des belgische» gau andere Ergebnisse haben. Tie Sozialdemokratie nab das Zentrum würden nach Einführung eines solche» Wahlrechts dezimiert in de» Reichstag zurückkehren, die Konservative Par tei sowie der gemäßigte Liberalismus würde« sehr gewinnen und möglicherweise zusammen eine Mehrheit bilden.

Auch in Norwegen haben Wahle» stattge- funde«. Ma« hatte gehofft, daß bei denselben der Herrschaft der fchwedeufeivdlichen Radikalen durch dos Bündnis der Konservativen mit der gemäßigien Linken ein Ende gemacht werde» würde. Die Radikale» habe» es jedoch durch intensive Verhetzung und namentlich Lurch unverjroreuste Verdächtigung und selbst Miß­handlung der Gegner man steht, die Waffen dieser Leute sind in alle» Ländern die gleichen dahin gebracht, daß sie sowohl die Vertretung der Hauptstadt an sich gerissen, als auch im Ganze» eine, allerdings nur kleir e Mehrheit erzielt haben. Von den Freunden der Unio» sowohl in Norwegen wie i« Schweden wird dieser Ausgang sehr bedauert, da nun der wüste Kamp um die Lockerung der Union von neuem beginnen wird. Schwede» ist nicht gewillt, irgend etwas von seine» Rechten aufzugeben. Wäre eS doch auch, wenn anders man die Union überhaupt aufrecht erhalten will, ein Unsinn, deu Norweger« einen besonderen Minister des Auswärttge» and eine eigene diplomatische Vertretung im AuSlande zu concedieren I Wo sollte da die einheitliche Stellungnahme, da» einheitliche Vor­gehen bleiben, welche doch der Zweck der Unio« find! Am litzie« Ende erstrebt allerdings der norwegische Radikalismus die völlige LoSreißuug vo» Schwede«,

die reichen Väter ihm offen zutranken und ihm die Hand heimlich stärker drückten, wie einem anderen, der Franzei nicht gewachsen war?

Sogar der reiche Zwingerbauer, der ein ebenso große« Gut im nächsten Kirchdorf besaß und noch dazu ein hübsche« Mädchen sein einzige« Kind nannte, war ihm .gut Freund', und mehr als einmal hatte er schon mit seinen Rappen vor dem Hause der Riedherrnbäuerin gehalten, und war er sagte, wußte niemand, al« Franzeis Mutter und er.

Franzei aber kümmerte sich um das alle» nicht. Seine einzige Unterhaltung, die ihn mehr interessierte, al» die gesamte Annäherung der guten Freunde, waren die Bücher, welche ihm sein .Firmgöd', der zerr Pfarrer, zur Verfügung stelle, und seinen lenntniffen hatte er es auch zu verdanken, daß er während seiner Milttärzeit Bereit« im dritten Jahre zum Sergeanten avancierte.

Sein Herr Hauptmann hatte auch alle Mittel angewendet, den Grammen Unteroffizier der Stern* pagnie zu erhalten, aber Franzei wollte nicht. Richt die Freihett war», oder die Anwartschaft auf ein griffe« Vermögen, nein, zwei tiefe, sanfte Augen ; ogen ihn nach Hause, und fie gehörten dem schmucken 1 Töchterlein de» Försters Winkler, der währmd Franzeis Dienstzett in das bescheidene Gebirgsdorf versetzt worden war.

Senei war auch ein Mädchen, da« Franzeis Auf. merksamkeit erregen mußte. Sie besaß einen zarten, chlanken Wuchs; braune, große Rehaugen verliehen >em feinen, jungfräulichen Antlitz einen lieblich ernsten Ausdruck, und da» seidenweiche, lange blonde

und alle anderen aufgestellre» Ziele fi»d «ur als Etappe« auf dem Wege zu jeuem Endziel gedacht.

Mit dem Ergeb«is der Sobranje - Wahle» i» Bulgarien ist die russische Preffe nicht zufiiede«. Uebereinstimmend find die russische» Zeitunge» der Meinung, daß vo» der Sobranje kein Schritt zu er- toarten sei, der eine Aussöhnung herbeiführen könne. Bekanntlich wird diese Auffassung, soweit fie fich auf die Gesinnung der Volks vertteter erstreckt, nicht überall geteilt. Ein ander Ding ist allerdings die Frage, ob die ruffenfreundliche Gesinnung der Abgeordnete» zu einem Ausgleich führen wird, denn zur Ver­söhnung gehöre» bekanntlich zwei. Solange die russische» Bedingungen nicht ganz klar aufgestellt sind, ist man auf Verwutunge« angewiese». Die jetzige Stimmung der russische» Preffe läßt annehmen, daß diese Bedingungen weit gehen. Den» annehmbare Bedingungen zu erfüllen, wird die Sobranje mit oder gegen die Regierung bereit sei» und fich überhaupt für ruffeu- freundliche Politik erwärme». Ob aber weitgehende Forderungen Rußlands einen Widerhall in der russen- freundliche« Mehrheit der Sobranje finde« werde», ist mit Recht zu bezweifeln. Will fich die russische Politik mit der Thatsache begnüge», daß eine Strömung, die man nicht anders als ruffeufteundlich nennen kann, fich bis in die Regierung Bahn ge­brochen hat, weil fie vo» der Regierung selbst zum Leben erweckt worden war, so find auch die Be- dingunge» für eine wirkliche Aussöhnung gegeben. Aber wie eS scheint, wartet man auf de» Durch­bruch einer solche» Sirömmung, die auf Versöhiung um einen sehr hohen Preis, vielleicht um jeden Preis, drängt. Nur tiie solche Sobranje würde dann de« Beifall der russische« Regierrwgpreffe habe». Wen« Rußland unter den gegenwärtige» Umständen ge- schickt für ei» solches Ziel arbeite» wollte, so kau« es erreicht werde»; eine kühl verneinende Haltung, die der Selbstüberschätzung entspringt, wird zu keinem andern Ergebnis führen, als daß die rufsenfreund- liche Strömung i» Bulgarien an Breite und Tiefe wieder verliert, was fie so unverhofft gewonnen bat.

Zu de» bisher schon sehr kritischen Verhältnisse« außerhalb Europas ist noch ei« neues die Lage erschwerendes Moment gekommen, die schwere Erkrankung bezw. der mutmaßlich bereit» erfolgte Tod des EmttS von Afghanistan. Wie i« den oft« astatischen Händeln, so droht auch a« dieser Stelle der Welt ei« Kovflitt zwischen England und Ruß­land. Schon vor mehrere« Woche« äußerte ein rusfischeS Blatt, wem solle vo« de» Pamirs aus eine» Vorstoß gegen Indien mache», um durch diese Aktion deu lusstsche» Bestrebungen i« Ostasien zu ekuudiere». An letzterer Stelle scheint die englische Politik gründlich ins Hintertreffen geraten zu sein. Die Engländer möchte» schon ganz gerne vo» dem

Lockenhaar, es war das Diadem, mit dem die. nigin des Thales fich schmückte, weil fie viel, viel ärmer war, als die übrigen Mädchen, von denen te um ihrer Schönheit willen beneidet wurde.

Der Riedherrnbäuerin war die Neigung ihre« Sohne« zu dem schönen Senei nicht entgangen. So sehr fie da« junge Mädchen um feiner Bravheit willen auch achten mußte, so entschieden war fie doch dagegen, daß Franzei fie zur Riedherrnbäuerin machen wollte. Er hatte ihrer Ansicht nach ganz andere Aussichten, als die Verbindung mit einem armen Mädchen, und mit hartnäckiger Zähigkeit hielt fie an ihrer Ueberjeugung fest, daß eine Heirat zwischen ben beiden jungen Leuten eine reine Un. Möglichkeit sei.

Franzei hatte bi» jetzt die Sticheleien und Vor- würfe feiner Mutter ohne Widerrede ertragen. Schon länger aber war er mit fich in« Reine gekommen, einen günstigen Zeitpunkt abzuwarten, und in diesem Sinne hatte er auch zu Senei und dem alten Förster geredet.

Obwohl fich der alte ehrliche Mann, angeficht« der nahezu unüberwindlichen Schwierigkeiten, gar ernstlich gesträubt, ein längere« Verhältnis zwischen einer Tochter und dem Sohn der reichen, flohen Besitzerin zu dulden, so hatte ihn die innige Zu­neigung der beiden, seine Vaterliebe und die Hoch­achtung vor Franzei schließlich dennoch dazu bestimutt, )en Entscheid in dieser Sache der göttlichen Vor« ehung anheim zu geben.

(Fortsetzung folgt)