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Rebetiien xnb Ervedition: Markt 81. Fmifprecher Nr. 65.
Erstes Blatt
DaS politische Lebe« schritt »ach trab nach au» seinem Sommerschlaf zu erwache». Der Reichskanzler ist »ach Berit» zuröckgekehrt, u»d Ministerpräsident «raf Eulenburg wird »ach kurzer Abwesenheit dort auch bald wieder ei»treffeu. lieber die Vorlagen, die die Parlamente demnächst beschäftigen werden, »erlattet noch immer nichts. Allem Anscheine noch ist jedoch auf ein Gesetz zur Bekämpfung des Um. sturzeS zu hoffe». 3» einer unlängst erschienene» Broschüre wurde der Gedanke, durch Ausnahmegesetze gegen die Suftuhrbestrebunge» vorzugehe», abgelehnt nud dagegen eine dreijährige Diktatur des Bundes. I rate vorgeschlagen, der im Laufe dieser Zeit die ge-1
Wochen-RüMicke.
♦ Marburg, 6. Oktober 1894.
3* der vergangene» Woche hat bekanntlich die Verhaftung von nahezu 200 Unteroffizieren der Ober- stuerwerkerschule von fich rede« gemacht. Nachdem nunmehr feststeht, daß eS fich uicht um eine revolutionäre Verbindung oder ei« Fraternisieren mit der Sozialdemokratie handelt, daß die Rufe „ES lebe die Anarchie!" und dergl. spontaner Natur waren nnd vielleicht nur den Zweck hatten, den betreffende» Vorgesetzten zu ärger», ist die Angelegenheit des poli tffche» Interesses entkleidet. Ihre Erledigung wird auch ferner »och mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden, indeffen sind politische Erwägungen nicht weiter daran anzuknüpfen, den« derartige Jusub- ordiuationvergeheu komme» zwar Sott sei Dank feite* "der doch hi» und wieder in alle» Armee» vor. I Unsere militärischen Behörden find mit dankenswerter!
Bmnruhigende Gerüchte nef ferner die Thtt ! fache hervor, daß anf gestern in London ein außer- ordentlicher Miuisterrat etnberufen worden war. Es wurde behauptet, daß fich derselbe mit einem Vor- gehe» gege» Frankreich in der madagasstsche» A»ge- legenheit zu beschäftigen habe. Dies war jedoch nicht der Fall, eS handelte fich vielmehr um die Stellungnahme!
Irrste Eindruck, welcher ihm auf dem neuen Leben«. I pfade, dm er jetzt einschlagen wollte, geboten wurde, l war nicht gerade ermunternd. Wie trübe sah ihn Ialler en! .Verkommen", so mußte er sprechen, I wenn er mit einem Worte sein Urteil gebm wollte.
Verkommen sah der Mann au«, welcher ihn auf I seinen Besitz führen sollte, schäbig elegant da« ganze I Gefährt- Und er wußte, dieser Eindruck würde noch erhöht werden, wenn er erst nach Tannenhof selbst gelangt wäre. Tiefe Mutlosigkeit befiel ihn I wieder. Da also sollte seine Aufgabe liegen, aus dieser Verkommmheit sollte er da« Ganze heraus- arbeiten. Würden seine Kräfte dazu reichm? — Fast wollte e« ihn gereuen, dm Schritt gethan z» haben. Von Berlin au« hatte chm die Sache viel leichter geschimm, ja er hatte in fich einen fröhlichen und freudigen Schaffmrdrang gefühlt. Aber jetzt, wo die trostlose, nackte Wirklichkett fich wieder vor ihn stellte, hatten die Dinge ein anderes und, viel häßlichere« Ansehen. Trübe sah er in den grauen Tag hinein. Da fiel sein Blick auf dm! vor ihm sttzmdm Müller. Und wie jener schon! einmal in der bösesten Stunde seine« Leben« um-! wandelnd auf ihn gewirkt hatte, so war e« auch heute wieder Er reckte fich auf au« seiner zu-! sammmgesunkmm Stellung. Ihm war nun eben! diese Aufgabe geworden, er mußte und wollte fich!
I Die Verhandlungen über die Silberproduktion Nnd in hohem Grade geeignet, die Bedenken gegen eine Ueberflutung der Welt durch das weiße Metall zu entkräften. Silber kommt in der Eigenschaft, wie das Schwemm- ' gold, an der Erdoberfläche garnicht vor. Schwemmsilber, das sich durch Auswaschen leicht gewinnen läßt, giebt cs nicht. Silber ist blos in Erzgängen zu finden und kann nur bergmännisch gewonnen werden. Auf keinen Fall ist das Vorkommen des Silbers in der Natur ein so reichliches, daß die Produktion beliebig gesteigert werden kann. Am allerwenigsten ist anzunehmen daß die Silberminen Nordamerikas unerschöpflich sind. Das Märchen von dem üner- Ichöpflichen Silberreichtum ist den kritischen Auseinander-
j _ Die Darlegungen der berühmten Geologen Professor« iSuess au» Wien über die Zukunft der Go löge- !<» crrUIUl £01J”letI durch Niemand entkräftet werden. Profeffor Suesi führte aus, daß Goldfunde und Goldpro- duktion der vordringenden Kultur folgen, daß feit dem graue» Altertum stets die neu entdeckten und der Kultur erschlossenen Lander möglichst schnell ihres Goldschatzes entkleidet wurden. Je schneller die Kultur in die entlegendsten Gegenden vor- bringt, desto eher werden die vorhandenen Goldfelder oui* hebfutet |e n unb je dfd9er der Mensch Sie Suche nach Gold betreibt, desto früher hat er den Vorrat der Natur erschöpft. Wenn dem entgegen gehalten wurde, daß im Bergbau Ueberraschungen nicht selten sind, und daß es keines- falls ausgeschlossen ist, cs könnten der Welt auch noch die Ueberraschungen großer Goldentdeckungen bevorstehen, so wird man das als ein ernstliches Argument schwerlich gelten loffen konnen. Mit Recht bemerkte daher Abgeordneter Dr. Arendt : Auf Ueberraschungen könne mau feine Währung begründen.
Exergie vorgegaugev, es werde» vorausstchilich strenge Beflrafn»gen erfolge», und der ganze Vorfall wird damit für la»ge Zeiten zur Warnung dienen. Zum Glück werden solche Verhandlungen wie die in dieser Sache zu erwartende in Preuße» geheim geführt, nnd die Einzelheiten werde» daher nicht durch das! zeileuwüttge Heer -der Reporter in die Oeffentlichkeit gezerrt und breügetrete» werden können. Was die Urteile des Auslandes aubelaugt, so find dieselbe», soweit ste bislang vorliege», im allgemeine» ganz verständig; namentlich die englische Prefle ist fich zweifellos bewußt, daß in der britischen Armee vor uicht allzulanger Zeit noch viel ärgere Exzesse vor»! gekommen find. Wen» einzelne ausländische Zeitunge», I ■an den Vorfall av knüpfend, ihre Leser glauben machen! wollen, derselbe werfe et» schlechtes Licht auf die! Manneszucht im Deutsche» Heere, so möge» ste das! Vergnügen haben! Wen» wir »ur wissen, daß es! chatsächlich nicht der Fall ist, so wäre nicht einzu-I sehe», waS uns jene Phantafiee» schaden sollte». I
I 3» der großen europäische» Politik lenkte in der I vergangenen Woche vor allem die Krankheit des I Zaren die Aufmerksamkeit des Beobachters auf fich. Ma» ist gewohnt, das Lebe» des Kaisers von Rußland als die sicherste Garantie für de» Bestand des Friedens anzusehen, weil Alexander III. ei» fried- j liebender Man» ist und die panslawistischen Be strebungen i» Rußland stets mit Festigkeit zmückge drängt hat. Mit großer Besorgnis werden daher die Nachrichten von der schwere» Erkrankung deS Zaren ausgenommen. Es war sogar die Meldung I verbreitet, man plane die Einsetzung einer Regent-1 schäft- Ob diese Meldung oder das ihr folgende Dementi, demgegenüber ste mit Zähigkeit aufrecht! erhalten wirb, be» Thatsachen entspricht, bleibt ab ! Mwarte». Jedenfalls dürfte soviel feststehe», baß! bar Befinde» bes Zare» trotz aller «blenguunge» zu! ernste» Bebeuke» «»laß giebt. !
lau» einem gedunsenen Gesichte hervor, und die l rote Rase zeugte von der Neigung ihre« Besitzer«, «sich mit geistigen Getränken besonder« gerne zu I beschäftigen.
I „Wollen der Herr selber fahren?" — stand er l barhäuptig und die Leine bietend neben dem Wagen. Zugleich blinzellen seine Augen zu Müller hinüber, um den neuen Diener be« Herrn zu mustern.
I «Nein, Franz, steige nur vorn auf und fahre Du. Ein große« Vergnügen wird'« so wie so nicht sein, mü den wilden Kreaturen in sausendem Schritt durch den Sand zu wühlen. Müller" — wandte sich Scheffler an diesen — „bringen Sie die nötigsten Sachen auf den Wagen und geben Sie die anderen dem Stattonrvorsteher in meinem Namen, daß er sie aufhebt, bi» ich sie Holm lasse. Alle« »eiben wir auf dieser Karrete doch nicht fortschaffen."
Nach einer Weile war da« Gepäck besorgt, der Diener hatte auf der anderen Bank neben dem Kutscher Platz genommen, der Herr saß zwischen Koffein und mancherlei Handgepäck hinten Eine! Strecke lang war man auf einer Chaussee in müdem! Trab dahingefahren, jetzt bog da« Gefährt von der-1 selben ab in einen Sandweg, der durch einen Tannen-! wald führte. Sofort mäßigten die alten Gäule! Zren Schritt und langsam nur bewegte fich bet| Wagen vorwärts, mit seinen Rädern tief in den losen Sand einschneidend. Die letzten Tage waren! hur heiß und trocken gewesen, da« ließ der lockere! Sand erkennen. Heute freilich war es bedeckt und!
kühl, ein leichter Sprühregen begann zu fallen und hüllte die unschöne Gegend in eintönige« Grau.
I beschlösse». England beabsichtigt gegebene» Falles l i» die dortigen Wirre» eiuzugreifen, um entsprechende» I Vorteil daraus zu ziehe». Scho» diese Absicht Idürfte die Engländer davon zurückhalte», de» Franzosen in Madagaskar Steine i* den Weg zu
I lege», zumal letztere, bene» augenscheinlich bas Recht I M Sette steht, nicht gewillt sei» bürste» in dieser
I Angelegenheit »achzngebe». Genau genommen hat I England bereits früher alle» Rechten in Madagaskar entsagt, Frankreich hat im Verttage vom 17. Tezbr. I 1885 sein SchntzverhältniS mit der Howa-Regierung schon geregelt, und Großbritannien hat es still schweigend auerkannt. 3a, als der Missionar Panet 1885 von der Howa Regierung abgesandt wurde, um in Europa Hülfe zu suche», ging er zuerst »ach Loudon u»d machte Versuche, die! englische Regierung zum thätige» Eingreifen zn ver! aulasse«. Das Ersuche» wurde rund abgelehnt, und! da»» erst ging Parrett «ach Paris, wo er seinen! Zweck, Einleitung eines Friedensschlusses, erreichte. 3» dem ftanzöstsch. englische» Verttage vom August! 1890 erkannte Großbritauuie» das französische Pro-1 tektorat über Madagaskar an. Dar „Protektorat"! pflegt nu» aber ttr der Kolonialpolitik der Uebergaug! znr Annexion zu sein, und wen» die Franzose» nunmehr z» letzterer entschlossen find, so ist kein Grund vorhanden, aus welchem die Engländer dagegen Einspruch erhebe« könnte». Warum die Franzose» die Einverleibung Madagaskars wünsche», darüber läßt sich streite». Daß ma» damit eine Revanchepartie Wege» Aegyptens, wo ma» des nutzlosen platonischen I Protestierens gege» die thatsächliche englische Herrschaft müde ist, zu spielen beabsichtigt, ist wohl denkbar. Eher aber ist anzuuehmeu, daß ma» die Erwerbung der großen 3»sel für eine wttklich wertvolle hält. Frankreich hat letzthin viel Geld für Kolonialgebiete ausgegeben, die entweder nie oder doch erst nach vielen 3ahre» die ge-
I machten Auslage» wieder einbringeu werde«, und es I ist daher begreiflich daß die Franzosen zugretfe», wo l fich ei» besseres Geschäft mache» läßt. Dabei drängt «sich UNS »»willkürlich »och eine Erwägung auf, die! «nicht so kurzweg von der Hand zu weise» ist. Frank.! «reich ist am Ende seiner militärische»! Leistuugfähigkeit angelangt, während! die Bevölkernngzahl i» Deutschland rapide zunimmt. Ob mau vielleicht daran! denkt, »ach Unterwerfung Madagaskar»! eine» Teil der Ei»gebore»e» zu diSzi-! pliuireu und daraus französische Regimenter 8» bilde», dieeventuell i» einem Kriege mit Deutschland Verwendung! finde» kö»»te»? Qui vivra verra! f
b. l. Gold und Silber als Währung-Metalle.
Unveränderlichfeit und Seltcnhett find die bervor- ragendsten Eigenschaften der Edelmcialle Gold und Silber, welche sie zu Münzzwecken geeignet wachem Geld ist I seinem Wesen uach ein allgemein gesuchter und begehrter Gegenstand und die Seltenheit deS Metalls eine Vorbedingung der Kostbarkeit für die aus dem Metalle hergestellten Münzen. Ob die Münzmetalle in der Natur fetten Vorkommen oder ob sie in so großen Mengen gewonnen werden s?^n, daß die Eigenschaft der Seltenheit und damit die Kostbarkeit verloren geht, das ist eine Grundfrage, die in bera Kampf um die Währung eine wichtige Rolle spieltt U mußle daher der von der deutschen Regierung berufenen Silberkommi sion naheliegen, den Entschluß zu fassen, über dre Verhältnisse der Gold- und Silberproduktion eine Reihe bon Sachverständigen zu hören. Der stenographische Bericht über diese Bei Handlungen, welcher kürzlich im Druck er- schienen ist, bietet eine Fülle interessanter Aufschlüffe. Zwei Behauptungen der Goldfreunde find in diesen Verhandlungen wrderlegt worden, einmal diejenige, daß der Goldvorrat in absehbarer Zeit fein Ende nehmen weid', und arderersettS die, daß das Silber durch Uebcrproduttiou mehr und mehr entwertet werden würde.
I setzliche» Verhältnisse derart anszugcstalte» habe, I EnglanbS in be« ostasiatischen Händeln. Unter dem Vor- kuVLrS Ä?aiL3dt 6.in°“8 b£n Staat und wände de» Schutzes ber britische« Sitereffen wurde He «die Gesellschaft instanbsetzen wurde«, alle» Anstürme«!wohl schon vorbereitete Zusammenziehung einer zu trotze» Der Gedanke ist originell, überraschend, englischen Flttte in den ostastatischen Gewässer»
«hat aber bei näherer Erwägung manches für sich.'' ~ ' ■ - -----
Jedenfalls wäre er als schätzbares Material für ben Notfall im Augenmerk zu behalten. Vorläufig indeffen find noch so viele gewöhnliche Mittel, durch die bas staatliche uub wirtschaftliche Leben seiner
I Gesundung entgegengeführt werden kann, unversucht «geblieben, baß es bis anf weiteres nicht notwendig «scheint, z» außergewöhnlichen Mitteln zu greifen.
Daß bie Zett ernst ist und ber Kampf für Religio», I Sitte »nb Ordnung euergisch geführt werbe» muß, ehe e» zu spät ist, beweist eine Mitteilung der „Kreuzzeitung", derzufolge ermittelt worden ist, daß die im bayerischen Heere auBrangieiten Gewehre größtenteils von Sozialdemokraten angekauft worden sind. Ma» trifft eben bei Zetten Vorsorge für de» „großen Kladderadatsch", da der Gedanke an eine „gesetzmäßige Depossedierung der herrschenden Klassen"! wohl auch von ben wenige», die eine solche 3bee| ««st genommen habe» sollten, als Utopie erkannt sein bürste. Die Demokratenpresse macht fich lustig! über berartige Mitteilungen. Nun, diese Leute habe» gut spotte«, ste werde« fich eben, wenn es zu einem | ernften Klassenkampfe kommen sollte, rechtzettig zu der Partei schlage», die oben bleibt. 3beale, für| bie man lebt und stirbt, find für sie ein überwundener Standpunkt. I
durchkämpfen. Der Regen riefelte noch immer, ja, er war dichter geworden, al« vorher, aber er sah fast lnstia Scheffler saß schweigend auf seinem Sitze. Derl^"^"» Men doch da« Wetter heller al« vorher. " Ein Hundegebell ließ fich hören, ein schriller
Pfiff folgte.
I—, K-r'^g in Öfterste» nimmt seine« Fortgang ! Wichte Entscheidungen find in der vergangene» Woche mA gefallen, doch nimmt man nach de» letzten Nachrichten an, daß tokbet ein Zusammenstoß be« oorsteht, und zwar an ber koreanisch mandschurischen «renje, bis zu ber bie Japaner ungefähr vorge- diange» zu fein scheinen. Die Chinesen wolle« dort in einer befestigte« Stellung de« Angriff der Japaner erwarte». Da» Weitere bleibt abzuwarteu.
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I »Diana! — aller Esel! Guten Tag, Herr! —' I Neben dem Wagen stand ein aller Mann mit graue« I Bart und Haar, die grüne Mütze in der Hand, die «Flinte über der Schuller.
I »Ach, guten Tag, Waller! Da« ist hübsch, daß Du der erste bist, den ich hier zu sehen bekomme.
I Da find wir ja auch schon mitten im Tannenhöfer «Revier. Wie geht'« Dir, Atter?"
| »Danke, gut, wenn auch manchmal die allen Knochen nicht mehr so wollen, wie sie sie sollen. — Mutter ist auch noch rüstig in den Beinen und freut sich, daß ste den Herrn sobald nrirb begrüßen können. Sie kommen aber sehr früh in diesem Jahre. Die Jagd ist ja kaum offen, haben auch niemanden rnttgebracht. Oder kommen die anberen Herren nach?"
»Hat seine Gründe, Aller," war die lachend gegebene Antwort.
„Erzähle Dir alle«, wenn ich morgen früh mit Dir durch den Forst gehe. Jetzt muß ich machen, daß ich Tannenhof erreiche. Grüße Deine Frau! Auf Wiedersehen morgen!"
Er schüttelte dem Alten die Hand und der Wagm rollte «eiter.
„Den hatte ich ganz vergessen. Da« ist doch
Das Glück -es Lebens/)
Novelle vo» U. Lei».
*•) (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Aber da« ist zu viel," stotterte Müller, al» er kmrn Check von 500 Mark in der Hand hielt.
„Söffen Sie gut sein. Sie »erben manches «nzukaufen haben Ganz äußerlich »erben Sie ^lerdings in die Livree meiner jetzigen Dienerschaft, wenigsten« vorerst, fich steckm müssen. Uebermorgen »warte ich Sie, ich reife gegen Mittag. Wenn Sie «so um 9 Uhr morgens kommen wollen, wird da» *e passendste Zett sein."--
. Der Zug hiell auf der von Tannenhof etwa «me Stunde entfernten Station. Die beiden Reisen-
entstiegen ihren Goupe» und begaben sich zu •to hinter dem kleinen Stationgebäude hallenden «agen. Müller hatte fich schnell in seine neue Wellung gefunden und schritt mit Gepäck beladen toter feinem Herrn her Es war ein nicht gerade Asante« Fuhrwerk, da« ste in die neue Heimat Gingen sollte, Wagen und Pferde boten beide einen tows altersschwachen Eindruck. Der Fuhrmann, sicher eine Art Livree, abgegriffenen schwarzen wt und Rock mit farbigen Aufschlägen trug, erhöhte I
das unbehagliche Gefühl, hier solle eine gewisse Eleganz erscheinen und sei doch nicht recht zu erd toben. Dazu sahen seine kleinen stechenden Augen!
*) Dir Fortsetzung d-S RomauS „Kunst xnb Gunst'|
*mbet fich im zweiten Blattt I
Marburg,
Sonntag, 7 Oktober 1894 ;
° D«be «. Co. in Frankfurt er. M., Berlin, Hannover. Pari,.