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(N'chlW Zeitung.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

S.-*- Jllustrirtes Sonntagsblatt. teVäSsttt?

Zweites Blatt

Burglöwe« und der Heinrichsltade schmückte, wie fie sich ax jenem Tage zeigte, an welchem Herzog Wilhelm das 50jährige RegieruugSjubiläum feierte. Diese Base wurde dem Herzog vo» Cumberlmrb zum Weihnachtsfeste 1888 zum Geschenk gemacht.

Da» wäre von neuem be» .Solchen Gefühlslux«« kannst Ruhe für Deine Arbeit, das

(Fortsetzung folgt)

nett so nett, daß ich Ihnen, wenn sich« schickte, beinah einen Kuß geben könnte wie der Tini vorhin. Aber die Hand sollen Sie mir wenigstens küssen .. .* Und mit schelmischem Lächeln streckte ste ihm ein weißes, schlankes Kinderhändchen entgegen.

Dann, als er grüßend gegangen war, schien fies auf einmal nicht mehr eilig zu haben, ins Haus zu kommen. Denn fie stand noch ein paar Minuten am Gitter und sah ihm nach, und als er fich einma umwandte, nickte fie ihm wie einem guten Freunde zu und ließ ihr Battisttüchlein im Abendwinde flattern.

Diese Unterredung mit Fräulein Susanne raubte dem Peter manche Nacht gesunden Schlafes und unzählige ruhige Arbeitstunden. Er suchte Zer« streuungen auf, »ar gegen seine Gewohnheit viel im Stammlokal der jungen Künstler zu finden wo er zwar der schweigsamste, aber auch der an- dauerndste Gast war und zeigte während der Arbeit bald eine so tiefe Versonnenheit, bald eine so nervöse Aufgeregtheit, baße» endlich den Kollegen auffiel.

Eines Tage» warf er sogar im Unmut über ein kleine« Mißlingen sein Handwerkszeug fort, zog fich den Rock an und lief hinaut, obgleich noch Heller Tag war. Wie sollte er schaffen, «enn nebenan die weiche Mädchenstimme lachte und plauderte. Er verstand nichts; aber darum gerade spielte ihm seine Phantasie allerhand Streiche. War das nicht wieder: »Eie find so ander» al« alle, so nett und ich könnte Ihnen wahrhaftig einen Kuß geben, wie der Tini ? D dieser Teufelrspuk I Immer nur dieser eine Tag... und wie fie aursah, in dem und dem Augenblick... und wie ihr im Zorn oder Uebermut die feinen Nasenflügel bebten und da« blaue Feuer in den Augm . . .

Nun lief er draußen umher und suchte fich zu

to paschen waren up ter lyudeu to BruuSwyk sodeu brede blede (solch breite Blätter), alse hier up de« andern blot geteket IV Die beigegebene Zeichnung tellt ein Blatt der Linde von 15 Centimeter Länge und 14 Centimeter Breite dar. Wenn der Chronist >eu Baum einfach alSdie Liude von Braunschweig" bezeichuet, so beweist daS, welche Berühmtheit er chou vor 400 Jahren erreicht hatte. Seit der Zett, wo da« von GörgeS erwähnte Absterbeu der Linde immer bemerkbarer wurde, hat man alles Mögliche getha», um seinem weiteren Fortschreiten vorznbeuge«. Mau hat ihr künstlich Nahrung und Dungstoffe zugeführt, de» hohlen Stamm mit Sand «efüllt, die Aeste mit eisernen Bänder« versehen, Alles aber ist vergebliche Liebesmühe geblieben und an dem Schade» gescheitert, der dem Baum tat ahre 1830 zugefügt ist. Eia interessantes »denken a« die nunmehr in den Stand gesunkene Heinrichsltade besitzt der Herzog von Cumberland. AIS vor etwa 8 Jahre« ein gewaltiger Sturm der Linde einige Aeste nahm, hatte« diese noch ziemlich esteS Holz, da» fich verarbeite« ließ. Unter anderen Gegenstände« wurde daraus eine kleine Base her- gestellt, welche eine Künstleri» mit de« Bilder« be»

überführt und in zwei Gräber« von Neuem beigesetzt. Auch vier alte Grabdenkmäler, darunter daS eines am 14. Mai 1781 gestorbenen HofgerichtSasefforS u»d CauouicuS deS St. BlafiuSstiftS, wurden nach dem Friedhöfe geschafft und dort wieder aufgestellt. Bereits tat Januar 1831 war das Zerstörungswerk beendet nnd eS entstand »un der jetzige Wilhelms- Platz, bei dessen Pflasterung mau ««geschickterweise der erhalte« gebliebene« ölten Linde die in dem humusreiche« Friedhöfe weit auSgestreckteu Soug- wurzel« raubte. Der Domkantor Friedrich GörgeS sagt in seiner 1834 erschienenenBeschreibung deS St. Blastns-DomS":Die südwärts der Kirche stehende Linde wird schon vor 200 Jahre« in deu Kirchenbücher« als die dicke alte Linde erwähnt. Sie ist ungefähr 86 Fuß hoch und mißt int Umfange des Stammes 19 Fuß. Sie stirbt jetzt int Gipfel ob." Dos war der Anfang vom Ende. Die Folge« der Verunglimpfung des herrliche» Baumes begannen fich also bereits »ach vier Jahre» zu zeige». Die älteste, zugleich tatressanteste Nachricht über die Stabe hat u»S Kort Bote i» seiner 1492 ta Mainz bei Peter Schöffer gedrucktenKrouike der Sassen" überliefert. ES heißt dort:In duffem Jahre, 1473, ward et to tide» (sehr früh) sommer, rat to unser leben ftnven tage, in der vasten de bome stoben nbe blomenbe» n»b bat rovesat. Unbe

Sie Wiedersehen! innen mit Kämpfen. Du nicht brauchen! ist die Hauptsache."

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wird zufammengegvffe» und in Zentrifugen im Großen! Braunfcywerg.

unter Anwendung großbetrieblicher Technik verbuttert, Mit der Domlinde (Heinrichslinde" ist eine ta neuer worauf da» hergestellte Produkt in den Händen Zeit aufgekommeue Bezeichnung des Baumes) ist eines einzelner Expoi teure gesammelt wirb. Die Butter Iber alten Wahrzeichen Braunschweigs verschwunben. wirb namentlich »ach Norbevglanb «rp-riiert, dessen Der Platz, wo fie Jahrhunberte lang gestavdev, Importeure wöchentlich angebe», ei» wie großes I war ursprünglich der von be» Kreuzgä»ge» bes Domes Quantum in ber kommenden Woche in Englanb ab. hab bem Capitelhause umgebene große Friebhof des gesetzt werden kann. Dieser Angabe und dem vor« I Stifts St. Blafii und St. Cyriaci, auf dem noch Haubene» Angebot gemäß stellt darauf der sogenannte l in ber zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ButteruotierunganSschuß" auf ber Börse zu Kopen- begraben wurde. Eine vollstänbige Veränberung bes Hage» bie Notierung fest, welche bann ta England I Platzes begann am 6. September bes Jahres 1830, für gesalzene Butter nub damit für ben Welthandel als Herzog Karl II., um ben Arbeitern Verbienst der maßgebende Preis ist. zu verschaffen, den Abbruch der aus der Zeit Heinrichs

Die Magermilch wirb ben Höfen im Verhältnis des Löwe» stammenden Kreuzgänge und übrigen der gelieferten Mengen zurückerstattet, der Erlös nach Stifsgebäube befohlen hatte. Damals würbe bei Maßgabe der ein gelieferten Menge» u»b ihres Fett-1 Friedhof abgetragen, bie ausgegrabene» menschlichen geholt», der für bie Milch jebes Hofe» vor der Ver-f Gebeine »ach dem Domkttchhofe bei St. Leonhard

RttUÜ itttil Gttttö. Lu fetal" lief fie und zog die Stirne kraus.Nein,

. Renten von Gertrud Frenke-Schievelbeiu. I nein, um Gotteswillen, davon will ich nichts hören 48) (Nachdruck verbot-m) I Und taffen Sie fich'» nur ja nicht nach solchem Los

(FortsetznM) I gelüsten, Herr Pietro! Ihnen kann man'« zuttauen

Sie sah ihn streng an, während fie die Zähne ~ 34 meine es wahrhaftig gut mit Ihnen; denn in den Apfel grub. ISie find so anders, als all die jungen Leute, die

Er brachte nur ein alberne«Wirklich?" heraus. '4 kenne. Und das gefällt mir gerade! Sie sagen Ja, wirklich! Papa soll niemand so lieb haben ^". einfachFräulein" zu mir was keinem al» mich! Denn ich ich vergöttere meinen be-1Menschen sonst entfällt; aber Ste könnten auch rühmten Papa. Ach, ich bin fo furchtbar stolz auf I -Fräulein Susanne sagen. Dar klingt noch hübscher, ihn! Sehen Sie, wenn ich so in der Zeitung von I kann man mit Ihnen auch ein ver-

ihm lese, oder zu ftemden Stuten komme wrd meinen I Günstiges Wort reden, ohne daß Sie gleich die Namen sage ... die» Erstaune«, diese Ehrerbietung: laugen verdrehen unb Süßholz raspeln zum Nebel- ah, der berühmte ... ich habe alle«, was ich mtt w.eJbeIt ^Sehm Ste, daran« mache ich mir gar wünsche, aber dar ist doch mein Schönste«!" mcht« mehr, das bin ich so gewohnt, ach, so ge-

Sie hatte den Apfel aufgegessen und warf das I Schule die Leher ... und

Herz in« Gebüsch, wischte Mund und Hände mtt rmchher der Kaudtdat m der Predigerstunde ... zu einem Batttfltnch und interpellierte ihn: .Da« be- krnen hätte rch gar nicht brauchen, wenn ich nicht greifen Sie doch?" Igewollt hätte; denn keiner hätte mir ein Haar

Auf diese« kindische Geplauder antwortete er mtt gekrümmt . . . Und kaum «ne ich vierzehn Jahre einer ernsthaften Bemerkung, bie ihm selber freilich I »oHte ntt^ schon einer heiraten. Sehen höchst pedantisch vorkam.Fräulein Susanne," sagte ich bin zu ftüh m Gesellschaft gekommen; und er,Ihr Vater wäre ein großer Mann, auch wenn I, ^ntltch gar keine richtige Jugend niemand seinen Namen kennte.' Igehabt wie andere und gar keine rechten Wünsche

Sie sah ihn verwundert an.Ach, Unfinn!"!"^' nur etar »röcht ich noch ich glaube, ich Rein," behauptete er mit derselben Pedanterie; Ibui schrecklich ehrgeizig . . "

denn daß einer berühmt wird, dankt er dem Zufall I Wa» die« Eine war, verschwieg sie. Eta Weilchen und äußeren Verhältnissen. Daß er groß ist,!kramte fie noch zutraulich allerlei sonderbare, halb Schöne« schafft fich selber, seinem Genius, seiner! kindliche, halb altkluge, ja überreife Anschauungen inneren Arbeit. E» hat große Menschen gegeben ... I vor ihm an«. Dann fiel ihr ein, daß die Schneiderin und keiner wußte von ihnen. Vielleicht erst als I rm Hause sei und daß ste einmal nach dem neuen sie lange, lange vermodert waren, find die Leute! Kleide sehen müsse. Sie begleitete ihn bi» an die dahinter gekommen, wa» fie ihnen danke«, »nd haben I Gartenpforte und nickte ihm ein paar Mal herz- ihnen Denksteine gesetzt . / I|tt*

Ach Gott, muß da» ttaurig muß da, enü lKommen Sie doch öfter »u uns" sagte fie e» setzlich sein, so ein armer verkannter großer Mensch! war so hübsch heute und Eie find ^klich' sehr

Mischung festgestellt wird, verteilt. Daß bie bänische Butter durchweg ta ben vorzüglich eingerichtete« Großbetriebe» hergestellt wirb, giebt ihr bie gute u»b m , gleichmäßige Qualität, welche fie zur gesuchteste» ber

B. L. 9Dt£ AOUltCTQCtDtnttmtQ ttt I Welt macht. Die technische Vervollkommnung ber

Tlftttpmerrf I Herstellung scheint nu» gerabe ta ber letzte» Zett »och

*' u Uit I weitere Fortschritte machen zu wollen. Die große»

Heber die großartige Buttererporttabusttie Däne I Rittergüter scheibe« au» be« bisher bestehende» An- marks macht Dr. Fränkel in einem Aufsatz über I teilsmolkereie« aus, um unter sich neue Genosse«. »Kartelle und Kollektivbetriebe in Dänemark" einige! schäften zu gründen, die mit dem denkbar höchste« interessante Mitteilungen. Die dänischen Landwirte Grade großkapitalistischer Technik arbeiten sollen

habe» die auch über fie hereinxebrochene Absatzklise Man ist in Tänemark der Ansicht, daß diese eenen

wegen der günstige» »odenbeschaffenheit und der! Gründungen de» bäuerliche» Molkereien wieder um glückliche« Lage ihres Landes, die fie mit «ngewöhn-! ebensoviel überlegen sei« würde», al» ehedem die licher Intelligenz avSgenntzt habe», verhältnismäßig Einzelmolkerei bes Ritterguts bem Butterfaß beS gut überstanden. Sie haben ihre Milchwirtschaft Bauernhofs. Das würbe natürlich eine» neuen ge- »um Hauptbetriebe gemacht nub biefe ta Form des wattige» Ansporn für den weiteren Fortschritt ber kollektive» Großbetriebes zu hoher Blüte gebracht, I gesamte» Buttergewin»u»g bes Lanbes geben unb so daß jetzt bänische Butter jährlich für ca. 1001 bie lieberlegenbeit der dänischen Butter im Welt- Millionen Mark ausgeführt wirb. I handel »och vermehren.

Tie Entwicklung von ben ursprünglichen Einzel-l Auf ben Jnlanbsgebravch hat ber ausgiebige unb bettiebe» zum Masseubetrieb begann in ber Weise, I lohnende Export in ber Richtung gewirkt, daß die baß einzelne Unternehmer mit einer Anzahl von Höfen I Arbeiter vielfach die Ziegenhaltung eingeführt habe» Kontra» schlossen über ben Ankauf ber Milch dieser Ium die Schmälerung ber Milchdepuiaie ans zugleichem Höfe unb diese ta ihre» Maschtaenmolkereien für! Ter Bedarf a» billigerem Speisefett, al» es bie eigene Rechnung verarbeiteten unb verkaufte«. Solcher! hochwertige dänische Butter darstellt, wttd teil» durch Molkereien giebt es noch jetzt ca. 100 ta Dänemark, I Buttereinfuhr ans Rußland, Schweden unb Deutsch- während die spätere» Molkereigründungen, etwa 1000 Land gedeckt, teil» durch die Margarine bie ta Säue, a» Zahl, bie Form der Anteils- ober Genossen-1 mark unter bem Schutz u»b bet Ueberwachnng eines schaftsmolkereie» harten. Unter dieser BettiebSsorm I vorzüglichen Margarinegesetzes in großen Mengen unb vereinige» fich eine Anzahl Höfe größere u*bl guter Qualität hergestellt wirb.

kleinere zur Errichtung einer Molkerei, deren I

überzeugen, daß er fich auf ihre Gnade nichts weiter einzubilden brauche Aber wenn er sich» mit den zwingendsten Gründen bewiesen hatte, daß er nur seiner Ungefährlichkeit diesen Vorzug verdanke, dann brauste auf einmal eine heiße Blutwelle heran: Nein, nein, fie hat Dich gern! und überflutete das mühsam zusammengeklügelte Gebäude seiner Sophistik.

Die Kollegen legten fich seine Veränderung auf ihre Weise au». 8 '

ES scheint ihm doch im Kopf herumzugehen", meinte einer, und alle wußten, wa» mtt bem ge- beimniSvollenes" gemeint war.Tu las voulu, George Dandin, deklamierte ein Zitatenwütiger. Was Du von der Minute ausgeschlagen

Armer Kerl 1 Muß ärgerlich sein, zu denken... Wer weiß, ob fich ein anderer Liebhaber findet für seine beiden Donnen . Ich begreife, offenge- standen, mcht, wie Seine König!. Hohett . . , na, Geschmacksachei ... Mir wären fie zu... wie soll ich sagen . . . derb ..."

3u fimpel zu menschlich . . . zu menia ideal..." Mtt einem Wort: zu naturalistisch!"^.

Die» Schlagwort wirkte befteiend. Wohlgefällig blickten fie auf ihre eigenen glatten, eleganten Ge- »allen, denen fteilich keiner mit dem Vorwurf:zu wahr, zu menschlich" zu nahe treten konnte___

Der Professor forderte Peter mehrfach auf, ein- nal einen Abend gemütlich in seiner Familie zuzu- «ringen. Aber dieser ein gebrannte« Kind cheute das Feuer und hatte allerhand Ausflüchte.

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