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Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marlmrg «nd Kirchhain.

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«-schrillt tögltih «ch« «s Berftafea -mch «nm xri> teKSSffi»Ä?£ Marburg, Ä'ÄÄJÄft&S Sonntag, 23 September 1894

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Amwncen-Bureaur von Haasenstein n. Vogler in Frankfurt t. 9JL, Eaffel, Magdeburg und Mm; Rudolf Stoffe in Frankfurt tu M., Berlin, München «. Köln; G. L- Daube u. Eo. in Frankfurt tu SL, Berlin, Haunotec, Paris.

XXIX: Jahrg.

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Zum Quartalswechsel!

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.AufzumKampfefür Religion, für Sitte gab Ordnung gegen die Parteien des Urn- zurzes!" Diese herrlichen Worte ans Kaiser Wilhelms gönigSberger Rede werden noch lange im Bewußtsein deS hutsche« Volkes nachkliugem In ihnen ist die Richtung bezeichnet, welche unser politisches Leben und Streben in »ächster Zukunft cirzuschlagen hat. ES ist wahrlich auch hohe Zeit, daß endlich einmal von nnserem gesamten Volke, amt höchsten Staatsbeamten bis zum einfachstm Arbeiter i, mergischer Weise Fr ont gemacht wird gegen den immer mehr mn sich greifenden Geist des Umsturzes, der unser ganzes staatliches und gesellschaftliches Lebe» zu zerfressen droht, grnige genug hat man sich dieser Gefahr gegenüber von einem falschen Liberalismus leiten taffen, der alles Hell in dem unbeschräntten Gehenlassen steht. Es muß endlich ein- gfll anders werden, sonst müssen wir uns darauf gefaßt Nachen, daß d-S Gespenst des Umsturzes vampyrgleich Nstrem Volke Blut und Lebe« aussaugt. Es güt dar Gespenst zu bannen und dabei müssen alle mstwirkev, benen Religion, Sitte nnb Orbnung, Vaterland ,nd Freiheit noch heilige Ideale find.

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Unsere Leser wisse», daß dieOberhessische Zeitung" nicht erst durch die Königsberger Kaiserworte »eranlaßt worden ist, diesen Gedanken Ausdruck zu geben. Mr haben eS vielmehr von jeher für unsere Pflicht ge­halten, das Publikum, das so gern arglos dahinlebt und mS Bequemlichkeit die der Allgemeinhell drohenden Gefahren p unterschätzen pflegt, über die Größe nnd Tragweite der «volutionären Gefahren aufzuklären. Wir lebm thatsäch-

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sich schon in einer Zeit der Revolution. Auf der gonzm Anie wogt erbitterter Kampf zwischen den Umstürzlern ,md den Vertretern deS Bestehenden. Jeder Bürger kann de die Lage kommen, an diesem Kampfe aftiv teilnehmen müssen, und es ist daher seine Pflicht, stch zu unter­richten über die Kraft und die Ziele der Gegner, über den Etand des Kampfes um die Waffen, die wir zu führen haben- Dies ist nur möglich durch die Lektüre einer Zeitung, die fest und treu zu den alten, ewigen Idealen Gott, Röntg und Vater­land, Recht, Ordnung nnd Freiheit hält, die durch keine Rücksicht en sich bewegen läßt, Feinden dieser Ideale Zugeständnisse zu machen^ Auf diesem Staudpuntte steht die konservative hßnffe, und wer dieOberhessische Zeitung" kennt, tzeiß, daß fie dabei nicht in letzter Reihe ficht- VertrauenS- wll wende« wir uns darum beim Herannaheu eines neuen «rrteljahreS a« die Bewohner Marburgs und Hessens mit ter Bitte, weiterhin treu z« derOberhesfischen Zelluug" « stehen nnb ihr in dem Kampfe für das Wohl aller «utgefinnten die notwendige Unterstützung zu Teil werde« » lassen.

Marburg im September 1894.

Ver la g und Red aktiv» der,Oberhi Zeitung."

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Aas Stück des Kebeus.

Novelle von U. De iS.

h (Nachdruck verboten.)

(Fortsetzmgi)

Ich möchte jetzt bitten, daß Du mir ein kein wenig von Deinen Kriegserlebnissen berichtest. Denn wenn Du auch behaupten wirst, keine Thaten gethan üt haben, irgend welche Ereignisse «erden doch auf Deinem Kriegspfad liegen.*

Aber feine Bitte fand zunächst nur halbe Er- Mung. Erst nach «nd nach gelang e«, dem Gaste ties und da» von seinen Kriegsabenteuern zu ent- locken. Zuletzt aber «ar doch die Unterhaltung »jeder eine fo lebendige geworden, daß man nicht werkte, wie man die Mitternachtstunde bereits Über- Bitten hatte.

Ein zufälliger Blick auf die Uhr machte Scheffler wtffahren.

.Ich bitte um Verzeihung! So lange meinen defuch anszudehnen geht allerdings über da« ge- wöhnliche Maß der Unbescheidenheit hinaus. Aber He Mitschuld trägt freilich Ihre Liebenswürdigkeit. 3ch kenne die Zeit nicht mehr, wo mir die Stunden io schnell verflossen find wie heute Abend. Haben Sie herzlichen Dank, Frau Doktor und scheltm Sie nicht zu sehr, daß ich Sie nicht stuher von meinet listigen Gegenwart befreite.*

t ,Es würde mich freuen, wenn Sie durch Ihr

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Politische Rundschau.

Marburg, 22. Septbr. 1894.

Preußenfeindschaft imCasseler Sonntagsblatt"-

DieOberhesfische Zeitung" wurde seinerzeit vom Casseler SomitagSblatt" in maßloser Weise angegriffen, weil fie einen Artikel, in dem wegen der Zulassung einer Kurstreitergesellschast auf dem hiesigen Kämpftafen ht her Woche vor Ostern die hiesigen Behörden beschimpft wurden, nicht aufuehmen wollte. Der MarbnrgerGeneralanzeiger", dessen Redaftenre sich trotz der Osterwoche an bett Kunst­stücken ber fahrenden Leute sehr delektiert hatten, druckte nichtsdestoweniger auS alter Freundschaft gegen dieOberh. Zeitung" nnd die Marburger Behörden den Artikel des Casseler BlSilchenS mit Monte ab. Wll baten uns damals unter Beifügung von Marken ein paar Nummern desCasseler Sonntagsblattes" aus, erhielten jedoch von dem Redakteur deS Blättchens, namens FöbuS, der unsere Absicht, ihn gerichtlich zu belange«, «reifte, einen so ergötzlichen Brief, daß wir aus Dankbarkeit für die vergnügte Stunde, die unS letzterer bereitete, von unsere» Vorhaben Abstand »ahmen- Neuerdings nun erlangten wir Kenntnis von einer Auslaffung des Herrn Föbur, die uns zeigt, web Geistes Kind dieser Herr ist. Der Artikel desCasseler Sonntagsblattes", den wir in de»Mitteilungen des Vereins zur Abwehr des AntisemlliSmuS" citiert finden lautet folgen dermaßen-

Jn dem gegenwärtigen Konkurrenzkampf auch auf christlichem Gebiete bitten wir herzlich nicht ab-, sondern zuzubestellen, denn nur Satter, die die Wahrheit reden, haben wahren Wert vor Gott und Menschen. Man sucht heute auch von sogenannter christlicher Seite mit viel Lug und Schwindel das zu erreichen, was man auf geradem Wege nicht erreichen kann. Preußen drängen sich in unser« (!) Hessenlande mit Machthinein, wo sie eigentlich gar nichts zu suchen haben- Und dann wendet man alles nur Denkbare an, um für sich Leser zu gewinnen. Vor Lüge und Schwlldel schrickt man nicht im geringsten zurück, und dann dankt man nachher Gott dem Herrn, der alles so wohl gelingen ließ."

Also die P r e n ß e n find nurs o g e n a n n t e Christen", diemit viel Lug und Schwindel" auf krummen Wegen wandeln, um sich ins Hessenland himeinzudrängen, in dem sie nichts zu suchen haben- Und doch verdantt das Heffevland den bösen Preußen, daß es sich aus der vielfachen Misere, in der es sich vor 1866 befand, aufroppeln konnte- Natürlich ist der Standpunkt de»Casseler SonntagSblatteS" eine verrückte Spezialität, über die jeder vernünfttge hessische Deutsche lacheu wird- Jedenfalls aber wissen wir nun woher der Zorn des Herr» FöbuS gegen die von einem prenßis chensogenannten Christen" redigierteOberhesfische Zeitung" stammt- Bezeichnend ist eS, daß derGeneralanzeiger" seinerzell in seinem Grimm gegen uns auf jene Aeußerung eines vorsintflutlichen ParttkutariSmuS hereinfiel-

Der oft beklagten Berleumdungseuche ist eine kleine Schrift gewidmet, die unter dem Xitel Thersites" im Verlage von Albert Limbach zu Braun»

Wiederkommen beweisen wollten, daß es Ihnen bei uns gefiel,* war die Antwort-

Da» Leben der Großstadt war auch entschlafen, al» jetzt Scheffler seiner Wohnung zuschritt. Nur einzelne späte Wanderer wie er eilten schneller ober langsamer nach Hause, fern von den Bahnhöfen tönte da» Pfeifen eine» kommenden oder abgehenden Zuges, ab und zu rollte eine Nachtdroschke vorbei und man merkte es dem Trab de» Pferdes an, daß es müde war- Dar Rachtbild konnte dem langsam Dahinschreitenden nicht» unbekannte» bieten. Er war oft zu dieser Stunde heimwärts gegangen. Aber er «ar in anderer Sttmmung gewesen al« heute, zuweilen auch wohl von sehr helleren Käme- raden begleitet worden. Heute fiel ihm die Sülle auf. Wie lange währt'», da «acht da»-Leben hier wieder auf und derselbe Lärm, welcher vor wenig Stunden herrschte, wird wieder tönen-

Da« Leben «acht auf- Sie rennen und laufen, der eine hierhin, der andere dahin, ein jeder geht an seine Arbeit; müde «nd matt ist er heute Abend auf» Bett gesunken, dar Tagergrauen ruft ihn wieder, wenn er nicht schon in den noch dunklen Morgen hinaus muß. Gottlob, da habe ich's beffer, mich treibt kein Herr, keine Pflicht und keine Sorge an die Arbeit, ich bin mein steter eigener Herr- Aber ist dar nun wirklich das Glück? Wmn der Tag grai in mein Fenster scheint, wa» bringt er mir? Da» ewige, langwellige Einerlei. Sollte fie

schweig erschienen ist. Die bucklige Mißgestalt, die zugleich den Agamemnon nnb beste« Gegner Achill mit dem Schmutze ber Verleumdung bewirft, nnb bafür von bem entrüsteten Odysseus die verdiente« Prügel erhält, ist das Vorbild der auch jetzt leider nicht seltene« feigen und gemeinen Seelen, die mit hämischer Freude ftemde Größe in den Stand z« ziehen suchen- Unter vielen anderen Beispielen erwähnt die Schrift auch das Pamphlet, das den Kaligula zu einem Prototyp des sogenannten CäsareuwahnfiunS machte, und führt dabei ans:Diese eigentümliche geistige Ueberspanuung findet ihren charakteristischen Ausdruck nicht in dem Kaligula, der wie ein dummer Junge in alberner Zertzömugwut alles unt sich her zerbricht nnd sein Reitpferd zum Konsul ernennt, sondern in dem Nero, der sich wirklich als den Herrn der Welt fühlt und in diesem überspannten Gefühl sich bis zu einer krankhaft emporgeschraubten Höhe der All­macht anfschwingen will. Bei dem Kaligula ist alles klein in seiner blutgierigen Verrücktheit, wenn aber Nero Rom in Flammen setzt, um stch den Brand von Troja zu ver­gegenwärtigen, und auf daS furchtbare Flammenmeer von hoher Warte herablickend, Virgils Verse ließt, so ist in diesem Wahnsinn immer noch Größe enthalten, eS steckt darin etwas von der Natnr der Titanen, welche den Offa auf den Pelion türmten, um die Olympier herabzustürzen und an ihrer Stelle die Welt zu beherrschen. Aber auch Nero ist doch wahrlich kein Gegenstand des Vergleichs mit Zuständen, die zu unfern Zeiten auch nur möglich sein könnte», uub nur der Reiz der Ueberfättigung, ber die Krankheit unserer Zett bildet, kann einer solchen angeb- tichen Studie Leser zuführen- Zu beklagen ist eS, daß solche Elaborate giftgeschwollener Impotenz auch in den Kreisen oft beachtet und weiter getragen werden, welche ihrem tattern Wesen nach sich um daS Edle, Große und Strahlende scharen sollten, nm eS vor Thersitischem Unflat zu schützen, und daß die Mitglieder solcher Kreise die hämischen, gänzlich unhistorischen, keinem Tertianer erlaubten Vergleiche, welche jene Studie andeutet, flüsternd und zischelnd weiter ansspinueu, vielleicht, weil sie in dem großen und herrlichen Bilde unserer Zeit auch eine Thersttrsche Mißgestelt bar» zustellen sich bewußt finb."

Wochen-Rückblicke.

* Marburg, 22. Septbr. 1894.

Alle» in der Welt hat endlich einmal ein Ende, und so beginnt denn auch das Triumphgeheul der nationalliberalen Presse über die Königsberger Rede allgemach zu verstummen. Ob man sich in diesem Lager nicht doch im Stillen eingesteht, daß man eine urkomische Rolle gespielt hat? Wir wiffeu es nicht! Das aber ist un» inzwischen bekannt ge­worden, daß daS den liberalen Ideen ebenso wie dem gesunden Menschenverstände widersprechende Verhalten eines großen Teiles der nationalliberalen Presse in vornehmen nationalliberalen Kreisen vielfach sehr ver­stimmt hat. ES liegen u«S zwei Privatmftteilunge» vom Niederrhein und eine au» Hannover vor, die stch in bezüglichen Klagen ergehen. SS ist nicht das erstemal, daß

doch recht haben, daß nur Arbeit dar Glück des Lebens bringt? Ach war, eine Schulmamsell! da» ist die Weisheit für Kinder. Sein Leben genießen, da« ist da« Glück.

Er «ar zuletzt schnell rugeschritten und stand an seiner Hau«thür, fast überrascht, daß er seinen «eiten Weg schon zurückgelegt habe. Der Diener wunderte stch über die Schweigsamkeit seine« Herrn, der ihn bald entließ. Er schlief lange schon fest, al« derselbe noch «ach lag und al« auch seine Augen fich schloffen, verfolgte ihn da» Bild der Schulmamsell* bi» in seine Träume. Er suchte da» Glück de» Leben» «nd konnte e« nicht finden, «ährend fie e» in ihren Händen hielt, aber e» ihm nicht geben wollte.

Da» war der erste Tag gewesen, wo Scheffler in da» Hau» seine« Schulfreunde« getreten war. Doch blieb e« nicht der letzte. Frälich zunächst hatte ihn ein gewiffer Trotz abgehalten, wieder dort­hin zu gehen. Er hatte fich in den Strudel aller denkbaren Vergnügungen hineingestürzt, um fich selber zu beweisen, daß darin doch dar Glück zu finden sei. Aber so wenig er er fich gestehen wollte, sein Unbefriedigtsein wuchs von Tag zu Tag und mitten in sein Vergnügen hinein begleitete ihn der mttleidige Blick de» jungen Mädchens, welches ihm so unbarmherzig die Wahrheit gesagt hatte. So kam'«, daß er in der tollsten Lustigkeit ernst «nd nachdenklich wurde und oftmals mußte er die

ein AuSetnandergehen eines großen Teiles der öffentlichen Meinung und der Preßäußerungen im nationalliberalen Lager konstatiert wttd. Die Schuld liegt großen­teils darin, daß wohl in keiner Partei weniger Zusammenhang zwischen den Parteiangehörigen und der Preffe besteht, wie in der nationMberalen. Die nattonalliberalen Blätter msttlerer Bedeutung vertreten zumeist irgend ein ganz besonderes wirt­schaftliches Interesse z. B. das einer großen Fabrik, einer Clique von Industriellen, eines großen Rheder», einer Bankfirma u. dergl. und find im übrigen ganz auf fich selbst angewiesen; die Parteileitungen find meist zuvornehm*, um mitihrer" Preffe die so notwendige Fühlung zu halten und begnügen stch nur zu oft bamit, post festum auf deren Haltung zu schelten.

Das öffentliche Jntereffe hat fich inzwischen von der Königsberger Kaiserrede z« einer hochbedeutsamen Kundgebung unseres Altreichskanzler» gewandt. Fürst Bismarck beklagte den ihn be­suchenden Posenern gegenüber daS Anwachsen der polnischen Agitation, das Anschwellen des polnischen Uebermutes iu der Provinz Posen, Wogegen seitens der Regierung und Verwaltung nicht mtt genügender Schärfe und Festigkeit vorgegangeu werde. Gleiche Klagen finden wir seit längerer Zeit schon in wohl­unterrichteten Blättern, und wenn man deren Stich­haltigkeit vielfach auch nicht prüfen kann, fo geht doch ans manchen bekanntwerbenden Vorfällen klar hervor, daß thatsächlich in Posen Mißstände herrschen, die geeignet find das fteudige nationale Ehrgefühl unserer östlichen Landsleute tief niederzubeugen. Man hat oft in den letzten Jahren geglaubt, die Polen oder wenigstens ein Teil derselben begännen sich mit den bestehenden Verhältnissen abzufinden, aber es scheint doch als ob alle bezüglichen Schritte nur opportunistischen Erwägungen entspringen. Gerade nach manchen Vorgängen der letzten Zeit gewinnt e» den Anschein als ob die Pole» unserer Grenzpro- Bingen geradezu darauf auSgingen, die Berechtigung der 1886 zum Schutze des Deutschtums eiugeleiteten Politik so recht ad oculos zu demonstrieren. Nament­lich ihr Auftreten auf bem Kongreß ans Sibirien heftngekehrter polnischer Rnffen in Lemberg, hat sehr zu denken gegeben. Erklärte doch auf diesem Kongreß derHofpole* Herr v. Koszielski gerade heraus, daß die preußischen Polen nur an» Klughestgrüuden ihre innersten Ideen nicht laut werden ließen, und daß fie nach wie vor an dem Gedanken einer Wiedervereinigung mit den russischen nnb österreichischen Polen zu einem polnischen Reiche fest­hielten. Herr v. KoszielSki hat damit den Beweis der Richttgkeit einer Meinnngänßerung des Fürsten Bismarck geliefert. Während nämlich in den letzten Jahren die Legende verbreitet war, daß die polnische Agttation mehr in den niederen Volkskreisen blühe, nnb daß die sogenannte Hofpartei, also der Adel

Neckereien seiner Kameraden hören, daß ihn ent­schieden heimliche Liebe gefangen hatte. Zu lächer­lich! Etwa die Liede z« der .Schulmamsell?' Hartmann hatte ihn in seiner Wohnung ausgesucht, aber nicht zu Hause getroffen. Anstandshalber müsse er doch einmal wieder z« ihm gehen, redete er sich vor und fand fich denn auch eine» Tage» auf dem Wege zur Sophienstraße. Da« öffnende Mädchen berichtete, daß niemand zu Hause sei, aber recht» und link» sah an ihrer Sette ein Knabenkopf her­vor und vergnügt streckten fie ihre Hände hin, al» der Besuch fie bei Namen begrüßte.

.Kennt Ihr «ich noch, Ihr Kerle?*

Sie nickten.Papa hat noch immer wa» van Dir und da» schmeckt gut.*

Ach so, daher da» gute Gedächtnis. Nun, so sagt Papa nur, ich käme ball» einmal wieder. Soll ich denn auch für Euch wieder etwa» bringen?*

Die Antwort war eine stürmisch bejahende. Unter­wegs fiel de« Heimkehrenden erst ein, daß er fich ja eben eigentlich zu einem neuen Besuche verpflichtet habe. Nun, man konnte das ja lange hinaus­schieben. Al» aber am nächsten Morgen ein Brief de» Freunde» auf seinem Tische lag, in welchem der ihn bat, auf den Abend zu kommen, damit fie fich nicht wieder verfehlten, fühlte er fast wider Willen eine gewisse Befriedigung und versuchte umsonst fich zu verhehlen, daß er den ganzen Tag in Vorfreude und Erwartung auf den Abend verlebte. (Forts, folgt.)