Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
»erautwottltcher Äebettexr: Harry Finking tu »erbere. Äebettien end Expedition: Merkt LI. Fernsprecher Nr. 56.
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Zum Quartalswechsel;
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w mibeschiäntten Gchenlaffen fttfjL ES muß endlich ein-
ib den Lertreteru der Bestehenden. Jeder Bürger kann
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notwendiger Ausgaben, Bezahlung rechnunge» usw. zu bemächtigen.
eS gerade der faSciniereude erste baare» Geldes in Verbindung mit
!tmid des Kampfes um die Waffen, die wir zu führ« iben. Dies ist nur möglich durch die Lektüre einer eitung, die fest und treu zu den alten, Nigen Ideale» Gott, König und Vater- «nd, Recht, Ordnuugnud Freiheit hält, ie durch kein e Rücksichten sich bewegen läßt, linden dieser Ideal« Zugeständnisse zu ich en. Auf diesem Standpunkte steht die konservative reffe, und wer dir.Oberhessische Zeitung" kennt, iß, daß sie dabei nicht in letzter Reihe sichte VertrauenS-
der Wochen«
Ferner ist Eindruck des der Aussicht
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der SchnapSverkauf verboten, so wäre damit viel ge- wouuen. Das Bier macht einmal nicht so leicht bettuuken, erfordert zwestenS nicht so viel Geld und erweckt drüteuS lange nicht in dem Maße die bestialischen Triebe im Menschen wie der Schnaps. Ferner ist eS zweifellos, daß sich der unmäßige Schnapskonsum mit seine» scheußlichen Folge» im Allgemeine» nicht auf andere Tage übertrage» würde. Zunächst wäre nämlich den Frauen und Eltern hinreichende Gelegenheit geboten, sich de» Geldes zur Bestreitung
M und f» sowie 1t Muston.
I werden wir uuS darum beim Herauuaheu eines neuen ttteljahreS au die Bewohuer Marburgs und HeffenS mit t Bitte, weiterhin treu zu der .Oberhessischen Zeitung" stehen und ihr in dem Kampfe für das Wohl aller dtgefinnten die notwendige Unterstützung zu Teil werden lasten.
Marburg im September 1894.
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chxnst zu bannen und dabei müffen alle müwirken, denen ieligion, Sitte nnd Ordnung, Baterland ,d Fr e i h ei t noch hellige Ideale find.
Unsere Leser wiflen, daß die „Oberhessische eitung" nicht erst durch die Königsberger Kaiserworte
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auf anderthalb freie Tage, der die Arbeiter zu dem uufinnige» SchnapStriukeu und de» folgeude» Rohheiten veranlaßt. Sobald die geregelte Arbeit wieder begou»e» hat, wird der Arbester erfahrunggemäß wieder veruüufttger nnd wird da»» auch mtt dem Gelde, das er schon eine zettlaug i» der Tasche trägt, zumeist ganz beso»»eu zu wirtschafte» verstehe». Der i» Rede stehende Vorschlag deS „Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke* verdient daher durchaus Beachtung, seine Ausführung wäre unseres ErmesienS eine sozialpolitische Maßnahme von allergrößter Bedeutung, und wir empfehlen ihn deshalb de» maßgebende« Stelle» zu eingeheudfier Erwägung.
cht Zeit, daß endlich einmal von unserem gesamten.Volke, «n höchsten Staatsbeamten bis zum einfachsten Arbetter , energischer Weise Front gemacht wird gegen den immer mehr
Die Lage der konservativen Partei.
** Marburg, 21. September 1894.
Wie Herr Freiherr von Manteuffel-Crossen auf dem Thüringer Partesiage zu Erfutt unter einmütigem Beifall auSfühtte, ist gegenwärtig die kouser- vattve Pattei vo» alle» politische» Parteien Deutschlands, die Sozialdemokraten nicht ausgenommen, die geschlossenste. Die Wahrheit dieses Satzes wird mau mit Erfolg nicht anzufechtm vermögen. In alle» übrige» Parteie» „bröckelt* eS, die Ko»ser- vativen aber gewinnen auf Grund der vielgeschmähte« Tivoli« Programms von Tag zv Tag mehr Boden im Volke.
Betrachte max doch die übrige» Parteie» im Vergleich zur konservative«! Da ist — vir folge» i» nachstehendem durchaus dem Bottrage des Herrn von Manteuffel — zunächst der Freisinn, der nun ebenfalls eine Programmrevifio» in die Wege leitet. Aber wie geschieht das? Mit der allerängstlichsten Exklusivität. Am Tivolitage hatte Jedermanu aus der Partri und die Preffe aller Schattierungen Zuttttt. Die konservative» hatte»
Bestellgeld). JuserettsuSxrbühr für bk •btt ktr: Rex« 10 Pfg., Nellamen für
Bekämpfung der Trunksucht und ihrer Folgen.
* Marburg, de» 21. Septbr. 1894.
Wir gestehen offen, daß wir im Allgemeinen nicht viel von de» Bestrebungen der Mäßigkeit- Vereine halte», da wir bislang vnter den von diese» Berei»eu zu Tage geförderte» Vorschläge» nichts Praktisches gefunden habe». Eine bedeutsame Ausnahme macht die vo» dem „Verei» gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" vor einige» Tage» in Cassel aufgestellte Forderung, deu Schnaps« verkauf von Sonnabend Mittag bis zum Montag Mittag zu verbieten. Wir würden zu dieser Forderung weiter keine empfehlenden Bemerkungen gemacht habe», da fie für sich selbst spricht, wenn nicht die „Frankstltter Zeitung* fich veranlaßt gesehen hätte, in völlig verständnisloser Weise dagegen zu polemisiere«. Der Einwand, de« das genannte Blatt gegen de« erwähnten Vorschlag macht, ist so recht typisch sür die pfiffige Stubeuweisheit, die fich i« der deutschen Preffe so vielfach breit macht. Der Gelehrte der Frankfurter Zeitung hat fich also sei« bestaubtes Rechenbuch vom Regal geholt und daraus festgestellt, das 7—2=5 ist. Diese Konstatierung ist aber auch dar Einzige, war an dem Frankfurter Einwand unantafibar wahr ist. Die wettere Folgerung, daß fich der Schuaprkonsu», der fich jetzt auf 7 Tage verteile, auf 5 Tage konzentrieren werde, ist so unüberlegt wie möglich. Zunächst verteilt fich der SchoapSkonsum, soweit er unmäßig genannt werden kann, in der Regel nicht auf 7 Tage, sondern auf den Abend des Lohntages und eine« oder zwei folgende Tage. Wer die Verhältnisfe i« Jndustriegegende« kennt, weiß, daß der Sonnabend nnd der Sonntag, sowie eventnell noch der „blaue* Montag für einen sehr großen Prozentsatz der Arbeiter völlig hinreichen, um den Lohn zu »ersaufen und einige Leute zu steche«. Gerade am Abeud des Lohntages ist er z. B. i« viele« Orten an der Ruhr bei der beffere« Bürgerschaft üblich, nur im äußerste« Notfall eine« AuSgang z« machen, weil die Bursche« daun mit unheimlicher Geschwindigkeit betrunken find und, vom SchnapSteufel be- seflen, die Straße« durchziehe« in der bestimmte« Absicht, jemand z« steche». Wäre na» am Abend des Lohntages «nd am folgende» arbeiffreie» Tage
»rscheiat täglich anßer «t Werktagen nach Sina- xnb rww»
Feimagrn. — Qxartal-Abo«nemeM»-Prei» bei bet Expc- IwldTDllTU«
btftaS JRL, bei allen Pofläwt-rn 9 Btt. SB Sfg. (eitt.
.......ßifcttW Sonnabend, 22 September 1894
freilich die Oeffentlichkeit nicht z« scheue«. Bei den Freifinnige» werden nur die stimmberechtigte» Dele« gierte» z« den Verhandlungen zugelaffe»; die Preffe ist auSgeschloffen, und nicht einmal Zuhörerkarte« a« Parteigenossen werden auSgegeben. Da» ist nicht das Vorgehen einer einige« und starke« Partei.
Die Natio«alliberale« leiden ebenfalls weder a« Stärke, noch an Einigkeit. Bei den Handelsverträgen stimmten rund zwei Drittel dafür, ein Drittel war dagegen, die Verhindernnggründe derer, die „abwesend* waren, solle« gar nicht unter« sucht werde«. Viele der Herren waren ebe« durch de» Bu»d der Landwirte mehr „gebunde»*, als ihnen lieb war und als der „große Staatsmann* der Partei für seine „weitblickende* Poltttt brauche» konnte.
Das Zentrum halbierte fich bei den Handels« verttagsberatuugeu. Während e» noch zu Windt« Horsts Zeiten in alle» wichttge» Frage» einig war, klafft jetzt bei de» meiste» Parlamentsakttoue» ei» breiter Riß durch die Partei, uud man kann getrost behaupte«, daß das Zentrum in alle« nichtkttchliche» Fragen gespalten sei. Wtt werden daS bei den z« erwartende« Steuervorlage» aufs »eue sehe« und halten einen solche« Zustand doch keineswegs für de« der Geschloffenheit «nd Stärke.
Was die Sozialdemokratie betrifft, so ist zweierlei zu unterscheide«: die Partei im Parlament «nd tat Lande. Hier ist sie geschloffen (wenn nicht etwa der Fall Bock «och Nachwirkungen hat), dort mache« fich — beispielsweise i« Bayern — große Mdersprüche mit der Patteileitung geltend.
Solche Spaltungen, wie fie mehr oder weniger alle übrigen Parteie« aufweffe«, kennt die konser« vative Partei «tcht. Zwar versuchen die Gegner und besonders gewiffe liberale nnd offiziöse Organe, die Geschlossenheit unserer Partei ta Frage zu stellen; allein mit welchem Erfolge geschieht da»? Diese heißen BemShuuge« beweisen doch nur, daß man die konservative Partei fürchtet. Und fürchtet man etwa einen schwachen Gegner? O nein! Man würde gegen die konservattve Partei recht „wohlwollend* fich verhalten, wen« fie nicht geschlossen nvd nicht stark wäre. Und weil da» „Tivoli- Programm* ta der Thai diese einigende xnb kräftigende Wirkung auSgeübt hat, darum haßt und schmäht man e».
Wie geschmacklos ist dabei die Kampfesweise der andere« Parteie«, besonders der Freisinnige« und Natio«alliberale« gegen uns. Denunziationen und Verleumdungen find die Waffe» dieser Helden. Früher sagte «a» a»f jener Sette: Ihr Konservative» seid ja jämmerliche Kerle, Ihr stimmt blind mit der Regierung. Jetzt heißt eS: Ihr treibt gewerbmäßige Opposition, Snch muß durch die Regierung das Handwerk gelegt werden. Worin hat den» die
,izrS t" Diese herrlichen Worte aus Kaiser Wilhelms SnigSberger Rede werden noch lange im Bewußtsein des latschen Volkes vachkltageni In ihnen ist die Richtung
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iS B, «l anders weiden, sonst müssen wir uns darauf gefaßt Bed« »chen, daß das Gespenst des Umsturzes vampyrgleich im Volke Blut und Leben auSsaugtt Es eilt dar
die Lage kommen, an dksem Kampfe aktiv teilnehmen ISSJ > »Lssen, und -S ist daher feine Pflicht, sich zu unter- ' - chten über die Kraft nnd die Ziele der Gegner, über den
| schon in einer Zett der Revolution. Auf der ganzen tat wogt erbitterter Kampf zwischen de» Umstürzler»
aerwen. 6mlo6t worden ist, diesen Gedanken Ausdruck zu geben. Bit haben eS vielmehr von jeher für unsere Pflicht ge- iltev, das Publikum, das so gern arglos dahinlebt «nd ns Bequemlichkeit die der Allgemeinheit drohenden Gefahren ' । mterschätzcn pflegt, über die Größe und Tragweite der
— wlutionären Gefahren aufzuklären. Wtt leben thatsäch-
v ,S»fz« mK ampfe für Religion, für Sitte J™ [gb Ordnung gegen die Parteien deS Um-
yrichnet, welche unser politisches Leben und Streben in jchster Zukunft cttzuschlagen hat. Es ist wahrlich auch
rige
» sich greifenden Geist deS Umsturzes, der unfer ganzes ■ etliches und gesellschaftliches Leben zu zerfteffen droht, tage genug hat mau fich dieser Gefahr gegenüber von gern falschen Liberalismus letten lassen, der alles Heil in
tge in_
echt ttlagnudRedaktionbrr „Oberh^Zeitung.^
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses BlatteS, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler ta VVTV - ,
Frankfurt «. 3JL, Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf XaIX; StÖfllQ,
Rosse tu Frankfntt a^ M., Berlin, München u. Köln; G. L- ”
Daube u. Co. in Frankfntt e. M., Berlin, Hannover, PattS.
It
>«s Stock des Lebens.
Novelle von ll. DeiSi
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
b.
Sehr riskant, lieber Freund, sehr riskant I
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BF, h nichts angeboten,' erinnerte Frau Minna.
,3a, siehst Du, über Sorgen vergesse ich alles. 7^5 er dar mußt Du mir zugeben, angenehm ist e« In doch, wenn die holde Gattin für «ns denkt, n bitte, greife zu. Was Du siehst, soll alles t gehören, übertriebene Genüsse erwarten Dich
I Doch der Gast fand, daß ihm selten so gut ein »dessen geschmeckt hatte, wenn e« auch viel ein- er war, al» er es für gewöhnlich entnahm, it zum wenigsten that dazu Mich die Gesellet. in welcher er fich befand. Da« neckende präch wat in ein ernstere« überlangen unbftr <e unwillkürlich Vergleiche an mtt den Abend-
jSlun in der That, gnädige Frau, wenn eine lüg i tttige Umgebung solche Wirkungen hat wie bei ' «em Freunde, möchte ich selber seinem Beispiele ------ sm. Aber da« ist riskant.'
werte Hartmann mit affektiertem Ernste. „Und UUv । sagt doch noch dar Sprichwort: Der Schein zt! Wenn Du die ganze Last kenntest, die meine C! Wern zu tragen haben!--"
zKZfl8 „Lieber Werner, jedenfalls trägst Du die Lasten I Wirte« sehr leicht Du hast Deinem Gaste
Unterhaltungen, welche er gewöhnlich im Kreise seiner Genossen fand. Sie fielen nicht zu Ungunsten seiner heutigen Umgebung au«. Als das Abend- essen beendet war, tiug einer der Knaben, welche an der Seite von Vater und Mutter ihren Platz zefunden hatten, ein Buch herbei. Hartmann la« >en Abendsegen, die Knaben verabschiedeten sich zum Schlafengehen und die Familie ging in« Wohnzimmer hinüber, wo die Herren bei einem Glase Bier ihre Zigarren rauchten, die Frauen fich zur Handarbeit etzten.
„Ist e« wahr, gnädige« Fräulein, daß Sie fich mit Unterrichten plagen?' unterbrach Scheffler eine plötzlich eingetretene Pause der Unterhaltung.
„Ja allerding«, nur nicht bei den „höheren Töchtern', wie erst mein Schwager freundlichst be- merkte. Ich bin Lehrerin an einer Gemeindeschule, sabe also die „niederen Töchter' vor mir.*
Der Frager fühlte fich fast unangenehm berührt- Da« war doch eine fast ordinäre Thätigkeit in feinen Augen. Also eine richtige „Cchulmamsell*, wie man in feinen Kreisen sagen würde. Unwillkürlich kräuselten fich seine Lippen etwa« verächtlich und der blasterte Zug trat auf fein Gesicht-
„Nun, verzeihen Sie, angenehm denke ich mir solche Thätigkeit bei den ungezogenen Bälgen aus den niederen Ständen nicht *
Da« junge Mädchen sah ihn unbefangen an »Da« ist fie durchau« nicht immer. Im Gegenteil,
e« giebt recht saure Stunden für uns Lehrerinnen Aber es giebt auch wieder schöne Stunden, wo man alle Mühe und allen Aerger vergißt- Oder meinen Sie, daß man bei den Kindern der unteren Volksklaffen weniger Freude hätte als bei benen der so- genannten „Gebildeten* ? Nach dem, was mir meine Kolleginnen, die mit solchen zu thun haben, erzählen, glaube ich das nicht. Ein Herz haben meine Mädel auch und viele von ihnen reiche, prächtige Herzen. Und wenn fich so ein Herz einem einmal austhut, da ist da« der Lohn für viel harte Arbeit. Und wäre fie auch noch saurer, zuletzt ist'« doch eben Arbett und Lebenrarbett. Wozu lebt man denn sonst, al« um zu arbetten? Ich meine, wie kann man da» Leben ohne Arbeit ertragen? Denn von einem Glück tarnt doch im thatenlosen, arbeitlosen Leben keine Rede sein.*
Da« junge Mädchen war im Reden immer eifriger geworden, sonst hätte fie vielleicht bemerkt, daß der, welchen fie zu belehren suchte, unter ihren Worten sehr stark errötet war. Aber sie bemertte nicht« davon. Ja, al« er jetzt ironisch fragte: »Da halten Sie demnach mich, der ich nicht da« Glück habe, Gemeindelehrer zu fein, oder eine andere nutzbringende Thätigkeit zu üben, auch für einen, der vom Glück de« Lebens nicht« weiß? —' antwortete fie ohne zu stocken: „Gewiß, wenn er so wäre, daß Sie ohne Srbett durchs Leben gingen, würbe ich dasselbe für ein verfehlter halten müffen *
Scheffler verbeugte fich spöttisch. „Ich danke
für diese Zensur, wenn fie auch weder schmeichelhaft noch vorteilhaft für mich lautet. Aber Sie haben nergeffen, daß es verschiedene Begriffe von Glück giebt und daß ich auch mir einen gebildet habe, nach dem ich mir nicht ganz unglücklich vorkomme.'
„Ich kann mich täuschen,' entgegnete die Gegnerin zögernd. Auch fie war errötet, al« fie bemerke, wie ihre Worte persönliche Beziehungen gewonnen hatten. „Aber nein doch, Herr Scheffler,' setzte fie fest hinzu und blickte ihm voll in« Gesicht und ein Zug wie von Mitleid lag darin — „er giebt nur ein Glück, und wer e« finden will, muß e« suchen, muß darnach ringen und da« heißt man „arbetten'.
Hartmann klopfte dem schweigende» Freunde auf die Schulter.
„Atter, laß Dich nicht mit den Frauenzimmern ein, fie behalten doch stet« da» letzte Wort- Und wenn man e» ihnen vorhält, daß e« so ist, so behaupten fie, es komme daher, daß man ihnen da» erste nicht ließe. — Uebrigen»" — fügte er ernster hinzu — „diesmal muß ich mich leider auf die Sette unsere« gemeinsamen Feinde« schlagen. Recht hat fie, und innerlich giebst Du ihr auch Recht. Ich glaube sogar, daß Du gar nicht so t bat en« und arbeitlo» bist, wie Du Dich aurgiebst.'
(Fortsetzung folgt.)