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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
«arf «d »erlag: Joh. Aug. Koch, UuiverfitätS-Buchdruckerei in Marburg. «erant»»rüicher Redakteur: Harry Finkiug in «arbar,,
" Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 56. wVUUKlßvVlUH* Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 55.
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* Marburg, 3. September 1894.
Z, einer Besprechung von Bemerkungen der .Keuzzeitung" worin dem Liberalismus prophezeit ic, er werde, eingekeilt zwischen Sozialdemokratie sd Konservative, unfehlbar zerrieben werde», kommt y „Berl. Tagebl." auch auf Agrariertnm und btisemüismu» zu spreche». „ES ist", so heißt eS ß, „um auf die Bedeutung der rechtsstehende» ßerteie» etnzugehe», nicht zu leugnen, daß Agrariertnm nh Antisemitismus gegenwärtig eine größere Gewalt sti de» Masten haben, als ftüher. Werden sie die. jdte aber auch auf die Dauer zu behaupte» per« lögen ? Das Agrariertnm wendet sich au den ßiMvutz, der Antisemitismus an die niedrigsten Äßinkte der menschlichen Natur: Neid, Mißgunst ab Rassenhaß. Das si,d Saite», die sich durch «gewissenlose Agitation leicht in starke Schwingung «setzen lasse». Aber auf die Dauer hält das nicht w. Die agrarische Bewegung wird wieder zusammen- stumpfen, sobald erst die kleineren und mittleren Ädliche» Besitzer dahinter gekommen sind, was eS taa eigentlich mit den Versprechunge» auf sich hat, buch die man sie geködert hat' usw. 3» diesem kme geht eS noch eine ganze Weile fort. Nun ist 4 ja ein sehr „billiges" Vergnügen, die Bestrebungen 1« Agrarier einfach als „Eigeunntz" zu bezeichnen. $ii kann man daun schließlich aber auf alle Mischen Verhältnisse anwende». Ma» könnte sage», A» wir Elsaß-Lothringen behalte» wollen und die Mcht am Rhein" halte», so sei daS auch nichts sbrreS als verächtlicher Eigemmtz.
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Den Landwirten könnte ma» Eigennutz zum Vor- taf machen, wenn eS ihnen sehr gut ginge und sie ä bestrebt wären, andere und ärmere Klasse» der Eevölkeruug auszusaogen, um sich dadurch zu be- «ichern. So liegt die Sache indeffen nicht — die iabtthte kämpfen um ihr Dasein. We»u aber 3ananb sich seine wirtschaftliche Existenz zu rette», M vor dem Untergänge zu schützen sucht, daun imcht er sich beste» nicht zu schämeu — eS ist iielwehr seine Pflicht, gegen seine Familie und sich selbst.
Wenn daS „Berl. Tagebl." meint, die agrarische Eoveguug werde „bald wieder zusammeuschrumpfen" ®b der Antisemitismus „schnell wieder verschwind:»", ist dabei sicherlich der Wunsch der Vater des Ge-
Nicht übel bemerkt die „Kreuzzeitung" in betr. Artikel zu diesen Phantafieen:
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Kttnst mrd Gmrk.
taua von Gertrud Franke-Schievelbein.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
nur — nur--
«<18, ».
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-Ich sag'« ja keinem Menschen weiter. Nicht der Lisabeth. Nur Dir. Weil Du'« doch Ni . . Siehst Peter, ich kann gut sein, ? M ich will . . . und ich bet doch de« Abend« ? inbrünstig, daß ich'« möchte ... und geb mir so . T,i«t. Mibare Mühe . . . und wa« ich thu, und wie nit: •' E anstell — der Mutter ist nichts recht. Ich nojf. 7* manchmal, wa» für ein bö« Herz ich haben " uullv N denn e« heißt doch, du sollst Vater und eidei- ehren — nicht den Vater allein — für spräng' ich in den Brunnen, «der in« Feuer, inner). 2?® ihm ein Gefallen damit geschäh . . . Aber
ryw- 17*^1 . . Vy icy » nut wui • . • wenn ftc uup ,iteB- *Wt und ich mein', sie thut mir Unrecht —
(ISbi 2? ist mir ein unartig Wort entschlüpft. Und _fefT [ N ich mir auch zehnmal dafür die Zung' ab- —Sä «bcht. . . gesagt ist gesagt... Und ich « ausbaden. Manchmal denk ich rein, ich ttt ^vtthext. . . halte doch sonst mit aller Welt roe’e>t — nur — nur--*
:745
1 keine Uebertretung
billig
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MtC ja,' seufzte sie dazwischen, in ehrlichem ^>bewußtsein.
wenn Du erst älter bist .... und
!t»er, ■ e«xi» kannst . ... und ihr zur Hand
tJ^re Stimme zitterte und. sie fuhr sich ver- mit der Hand über die Augen und stieß ihrer tiefen, endlosen Seufzer aus.
s .^6 fand er die rechten Worte. „Deine Mutter ■---- sehr für die Ordnung, und daß alle« wie am
£ Archen geht im Hause. Und sie ist streng und
„Den Kurs der „öffentliche» Meinung" erkennt mau schon a» de» neuen ZeitungSgründunge». I» Berlin erscheinen demnächst drei neue Blätter, zwei antisemitische und ei» agrarische»; ix Köln wird eine agrarisch katholische Zeitung gegründet, nachdem man zu Münster i. W. bereits mit ehern solchen Blatte vorgegangeu ist. Wie mau nun auch zu den neue» Uuteruehmungeu sich stelle« mag: daß solche Blätter errichtet werde», giebt doch zu denke». Ihre Gegner behaupte», es spielte» „geschäftliche Spekulationen" hierbei stark mit. Selbst wenn das wahr wäre (be den „Agrariern" ist es keineswegs der Fall), ist eS nicht minder symptomatisch; den» der geschäftliche Spekulant hat „ehe fehe Nase" und kennt de» Geschmack deS Publikums. Ein Millio»är, der schnell sein Geld los werde» wollte, brauchte »ur noch ei» großes liberales Blatt in Berlin zu gründe». Wir hören von große» liberale» Blätter», die ia letzter Zeit eine» starken „Blutverlust" durch Abouueute»- schwuud aufzuweise» habe» solle». Im Westen find in eher Zahl von Städten alte liberale Zeitungen ehgegange». Wenn irgendwo neue Blätter inS Leben gerufen werde», find fie fast immer antisemitisch oder agrarisch. Kann etwas bezeichnender sein für den Umschwung der „öffentlicheu Mehuug?"
Politische Rundschau.
♦ Marburg, 3. Septbr. 1894. Klatsch.
Ueber das Verhältnis de« preußischen Finanzministers Herin Miquel zum Reichsschatzsekretär Grafen Pösadowsky berichtet die „Lib. Korr.": „Es ist kein Geheimnis, daß G:af Posadowsky keine Neigung hat, nur daS ansführende Organ deS Herrn Miquel zu fein; daß er sich Mannes genug fühlt, feinen Posten selbständig auSzufüllen, ohne sich von einem Andern dreinreden zu (offen. DaS Haupt- und Kernstück des Miquelfchen Planes, die Dotiiung der Einzelstaaten, ist stillschweigend znm alten Eifen geworfen und auch sonst sieht Herr Miquel sich bei Seite geschoben^ Die Sache soll ihn stark gewurmt haben und er hat auch bei mehr oder weniger paffenden Gelegenheiten seinem Aerger in einer für den Reichsschatzsekretär nicht allzu verbindlichen Form Luft gemacht Daraus soll sich dann ein ziemlich seltsame» Vorkommnis entspannen haben. In Berliner Ministerien erzählt man sich nämlich, daß Graf Posadowsky sich veranlaßt gesehen habe, Herrn Miquel einen Brief zu schreiben, in dem er seinen Gefühlen so un- verhüllten Ausdruck gab, daß Herr Miquel zuerst stark verblüfft war, dann aber das Schriftstück seinen Minister-
Da fiel fie ihm lebhaft in« Wort. Er wisse gar nicht, was fie alles gelernt habe! Die Erste iei sie in der Schule und Thierbeck habe fie bei der Prüfung öffentlich gelobt Und bei der Lifa- beth habe fie ein Hemd genäht, ganz allein. Und beim Vater habe fie jetzt auch Klavierstunde. Und die Orgel solle fie auch noch lernen. Und Ostern käme fie in eine Pension in der Stadt Da solle fie noch „Schliff" kriegen, wie die Mutter meinte. Sie fteue sich auch schon riefig darauf . . .
Der Peter hörte diesen Plänen aufmerksam zu. In die Stadt — o da« glückliche Kind! Aber ihr gönnte er'«, so leid ihm war, daß fie fort sollte. Sie war ja immer seine» armseligen Leben» bester Sonnenschein gewesen.
„Denn da« hab ich längst eingesehen, Peterle," achte fie jetzt lustig, „mit dem Lernen für zwei — rar geht denn doch nicht an. Ei, war ich dumm, daß ich bö« glaubte! Und ich hab'« wahrhaftig geglaubt, Peter. — Aber weißt — da« andere, wa« Du damal« gesagt hast, weißt noch? — Dar war gar nicht so ungeschickt. Und «en» mir so recht icttfibt zu Mut war, dann dacht ich dran. Und'« önnt doch wirklich noch mal sein, wa», Peter?"
„Marthel," sagte er traurig, „nun geht da» nicht mehr. Ich bin ja nur ein Bäcker"
„Dar schad't doch nicht»," sagte fie unbefangen. „Wenn ich Dir nur gut bin. Und ich bin'». Du »ist der beste Mensch, den ich kenne."
Sie durchschritten da« letzte Stück de« Waldes Hier unter den hohen Tannen war'« so finster, daß er ihre helle Gestatt nur wie einen Schatten neben ich hingleiten sah. Desto klarer und lebensvoller lang ihre Stimme. Sie schien ihm losgelöst vom ! körperlichen; vom Himmel, oder irgendwo au« der Natur auf ihn einzudringen; eine Offenbarung der
kollegeu abschriftlich kundgab, vermutlich, um diesen darzulegen. wie sein gutes Herz verkannt werden ES wäre intereffant, über den Inhalt des Briefes etwa» zu erfahren. Vielleicht ist die Herrn Miquel nahestehende Presse im Stande, Genauere» darüber mitzuteilen." Wie die Nationalzeitung auS authentischer Quelle erfährt, ist die ganze Geschichte erfunden.
Ueber Fräulein Wabnitz schreibt die Berliner „Post": Sie (war eine überspannte, aber ehrliche Person, und diese zweite Eigenschaft, die in jeder Partei anzuerkennen ist, ist unter den sozialdemokratischen Führern so selten, daß sie in diesem Falle doppelt anerkannt zu werden verdient Aber wenn jetzt der „Vorwärts" Thränen über die Todte vergießt, hat das einen fatalen Beigeschmack von Heuchelei. Die Bemerkungen, womit er am Mittwoch die Nachricht von ihrem Todte begleitet hat, da» Zugeständnis de» „krankhaften Zug» ihrer Individualität" laffen keinen Zweifel darüber, daß die Führer der Sozialdemokratie Frl. Wabnitz von jeher im Stillen als das betrachtet haben, was fie in der That war, nämlich al» gestört Ihre Thätigkeit für die Partei hat diese Störung jedenfalls gefördert; aber anstatt fie davon zurückzuhalteu, hat die Partei fie jahraus jahrein zur Agitatwn benutzt, weil da» fanatische Feuer ihrer Rede unter gewiflen Umständen sehr wirksam sein konnte. Wenn die Unglückliche ou8 Furcht vor Gefängnis und Irrenhaus in den Tod gegangen ist, so ist daS tief zu bedauern; aber nach Lage der Sache ist e» klar, daß die Sozialdemokratte, die fie derart exponttte, daran Schuld ist, wenn Fräulein Wabnitz sich durch die Exzeffe ihrer wirren Reden Gefängnisstrafen zugezogen hat, wie sie denn auch Frl, Wabnitz, wenn die arme Person länger gelebt hätte, unzweifelhaft schließlich für daS Irrenhaus reif gemacht hätte, Frl. Wabnitz ist nicht daS Opfer deS Staats ober der Gesellschaft — fie hätte, wäre fie nicht der Sozialdemokratte in die Hände gefallen, ttotz der lieber« spanntheit noch lange ein harmloses Dasein führen können — sondern das Opfer ihrer Partei; und wenn diese jetzt die Leiche im Triumph als Märtyrerin durch die Straßen Beilins führt, ist das eine Schamlosigkeit, die den Abscheu jede» Denkenden erregen muß,
Streiktaktikder Sozialdemokratie,
Daß die Sozialdemokratte bei Anzettelungen von Streiks und Boykotts n i ch t im Jnterreffe der Arbetter und nicht spontan vorgehen, fonbern daß sie nach einem wohlüberlegten Plane verfahren, ist ost schon hervorgehoben worden. Bestreite» da» die sozialdemokratischen Führer und weisen sie darauf hin, daß fie ja im allgemeinen wie auch in Ein- zels allen von Streiks und Boykotts abgeraten haben, so
Treue selbst. So süß, weich und ttöstend schmeichelte fie fich in sein Ohr.
Aber sein Schicksal lastete zu schwer auf ihm. Er glaubte nicht an ihren freundlichen Trost.
„Da» steht ja noch in weiter Ferne," sagte er trüb. „Aber komm! S' ist fast dunkel. Und sieh, Du kommst zu spät!"
Er zeigte auf einen Hellen Schein, der zwischen den Baumstämmen emporglomm.
„Ei, der Trine ihr Feuer!" rief fie eifrig und rannte, ihn mit fich ziehend, ba» letzte Stück be« Berge» hinab auf» freie Feld.
Hier, nah am Waldrande, war ein großer Haufen von Unkraut, Stroh, Moor und Reifig kunstvoll übereinander geschichtet.
„Meiner wird doch da» beste!" rief da» Marthel loh, zog eine Streichholzschachtel au» der Tasche und machte fich mit dem Stroh zu schaffen. Kleine Fünkchen sprühten auf. Darm lief» wie dünne Feuerschlangen durch da» Reifig. Ein leise» Knacken und Knistern, wie die Flammen, langsam weiterressend, immer neue Speise suchten. Und nun qualmten die Kartoffelkräuter schwelend auf. Dicke, weiße, schwere Wolken wälzten fich langsam au» den Zwischenräumen de» Reifigneste« empor und legten ich atemraubend auf die Lungen.
Da» Marthel war ungeduldig, baß e» keine »elle Lohe gab. Ringsum flammte e« so lustig auf xn Feldern, wie ein Kranz von Osterfeuern. E» töberte und stachelte in der Glut herum, beugte ein liebliche» Gesicht weit hinüber. Peter sah e» angeflammt von der roten Glut — die hellen, blitzenden lugen--
Er hatte „den Glotzer", wie'» dort zu Lande «ißt. Er blickte in die Flamme wie gebannt. Die Augen wurden ihm trüb, aber er konnte fie nicht
bestätigt diese Einmischung der Sozialbemokratie nur ba» Vorhanbensein einer bestimmten Sireiktakttk, Hin unb wieder dringt denn auch von dieser etwa» in die Ocffent- lichkeit; namenüich wenn die sozialdemokratische Preffe, um di- „Begeisterung" der „Genossen" zu beleben, ins Prahlen verfällt, läuft manche unüberlegte Eathüllung mtt unter. So brachte der „Vorwärts" einen aus Pari» datteiten LobeSartikel über den kürzlich zu Befan?on mit einem Sieg der Arbetter abgeschlossenen Stteik der Bauschlosier mit folgenden Jndiskrettoncn: „Der Streik ging von dem Verband der Baugewerkschaften aus, der vor allem auf die Einführung des zehnstündigen Arbeitstages reffr auf die Verkürzung der Arbeitszeit hinarbeitet und dabei nach einem bestimmten Plan vorgeht. ES wttdnämlich immer nur ein Gewerk inS Feuer geschickt und zwar immer dasjenige, defle» finanzielle Lage am besten steht und die meisten Siegeschancen für fich hat. Sind einmal die Unternehmer eines Gewerks unterlegen, dann geben die anderen Gewerk- leichter nach, während die Arbeiter dieser Gewerke mit desto frischerem Mute für ihre Forderungen einttetem Wie der Verband diese Takttk bereits an anderen Orten mit Erfolg angewandt, scheint fie fich auch in Besancon bewähren zu wollen." — Daß die deutsche Sozial- demokratte eine ähnliche Stteiktakttk befolgt, darf nicht bezweifelt werden.
Koloniales.
* Marburg, 3. Septbr. 1894. Die Behaubluug her Neger.
„Seher sollte bort Herr fein, der nicht das Schwere gelernt hat, Herr seher selbst zu sei», bei xicht bie Weisheit gelernt hat, die mit Geduld und Ruhe ehern große» »nd vielleicht ferne» Ziel ent- gegenarbeiten kann". Unter diesem Motto erörtert h einer Broschüre der ftühere Stationschef auf Misahöhe, Hauptmann und Kompagnie - Chef im schleswig holsteinschen Fuß'Artillerie-Regiment Nr. 9, B. Herold, „die Behandlung der afrikanische« Neger". Während seine eigene Ansicht über diese Frage h dem Satze gipfelt, daß die Prügelstrafe nur h besonderen Ausnahmefällen wirksam und notwendig, im übrigen aber entbehrlich sei, findet Herold die Ursachen der vielfache», nicht wegzuleugnenden schwere» Mißgriffe mancher Kolonialbeamte« h ehern allzu hoch geschraubte« Selbstgefühl derselbe«, das unter dem Einfluß der ungewohnten Machtstellung nud der tropischen Sonne nicht selten anSarte.
wezthun. Sein Wille war erstarrt, wie der eine» Hypnotisierten. Ein dumpfer Gedanke: e» ist gefährlich für ba» Marthel, kroch ihm schwerfällig durch den Sinn. Wer ehe er nur die Hand gerührt . . .
Ein Knall ... ein Blitz . . . Funken »nd rote Flammengarben schossen knatternd wie ein Gewehrschuß zum Abendhimmel empor.
Ein furchtbarer Schrei: „Meine Augen! Gott! Gott! Meine Augen! ..."
Da» Morchel lag am Boden, mtt dem Gesicht vornüber. E» wand fich wie ein Wurm, e» schlug die Erbe, e» krallte bie Hände in» kurze Gras.
„Gott! Barmherziger Gott! Meine Augen! Peter! Peter I"
Lustig knatterte da» Feuer und warf seinen jellen Schein wett umher. Die Stämme und das mnlle Schwarzgrün der Tannen waren mit rotem Glast überflogen Auf dem Boden konnte man die Grarhalme zählen.
Wie da» Unglück geschehen konnte, hat keiner erfahren. Man vermutete, baß der Bergmann»karl Spaße» halber ein wenig Pulver zwischen da« Reifig geschüttet. Da er e« aber leugnete, bi« aus« Blut leugnete, konnte man ihm nicht« anhaben unb ließ ihn laufen.
Marthel »ar still geworden.
„Sie ist tot," sagte Peter, und ihm selber er- karrte da« Blut, al» er fie emporrichtete «nd ihre Glieder leblo« unb schlaff zurücksanken.
Er zertrat da« Feuer unb lud bie Last auf eine Schulter. Fast wollte fie ihn erdrücken. Er aumelte, stolperte, schoß bald ein paar Schritt bergab, ialb hielt er sich an einem Zaun, einem Br«m- iamm, um ein paar Atemzüge zu thun . . . Und dann weiter. (Fortsetzung folgt )