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*** Marburg, 20. August 1894.

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Die Berliner A»archiste»verhastuuge« stören etwas litebfam die Träume derjenigen, welche meine», daß iftt Vaterland von der irternationalen Mordbande |i behelligt würde. Der Anarchismus ist keineswegs wS ganz Neues in Deutschland. Der ehemalige ^demokratische ReichStagsabgeorduete Most war r Erste, welcher von bekannteren deutsche» Personen t offen zur anarchistischen Mordlehre bekannte und j

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Kunst und Gunst.

'««l von Gertrud Franke.Schievrlbein.

. Von dieser früheren Mostschen Zentralstelle ^whoik schlangen sich die anarchistische» Fäden «ßer Reihe nach Deutschland hinüber, und es damals schon verzweifelte Individuen gegeben, die anarchistische Mordagitation praktisch zu klichen strebten. Es sei da vor allen Dinge» t an den unheimlichen Attentatsversuch des echisten Reinsdorf, Kaiser Wilhelm L bei der " ung das Germauia-DeukmalS auf dem Nieder -m Rhein mit Dynamit zu treffen, infolgedessen ^stejchstage des wesentlich gegen die Anarchisten We Dynamit Gesetz beschloffen wurde. Weiter m hierher die Ermordung deS Polizeirates Rumpfs srankfurt a. M., die so gewaltiges Aufsehen ste, und weiterhin komme» dann noch eine Reihe! >mr Verbreche» i» Betracht. Dan» aber erlosch! «uarchismuS, wie es schien, mit einem Male in I ochland, und die Leitung oder Beeinstuffung bei I W Pläne ging nach London und Paris. Und! »Utfr !eaJ> es in Westeuropa schon seit verschiedene»! t*fL »icht an neuen Verbrechen anarchistischen! Ens fehlte, blieb es bei uns ruhig. Erst seit l

l den politischen Mord Propaganda macht. Most üe in Newyork, wohin er sich »ach seiner aufgrund I Sozialistengesetzes verfügten Ausweisung ans i Deutschen Reiche begab, ein wahres Mordlehr- neau eingerichtet, dessen Besucher in erster Reihe ortscht waren. Dort wurde die Verfertigung und üvendung deS Sprengstoffs gezeigt, die Fabrikation i Bomben gelehrt und was dergleichen Dinge mehr m. Die amerikanischen Behörden haben diesem «es« gegenüber sich lange Zeit gänzlich neutral galten, erst als die anarchistischen Bombeualteutate! dem eigenen Laudgebiet der Vereinigten Staate» «Hand nahmen, wurde Most und Genossen das »dwerk gelegt. Nach dem furchtbare» Attentat s dem Heumarkt in Chicago, welches über vierzig «scheu das Leben kostete, wurde» daun die Führer 'Karchisten auf das Schärfste verfolgt und siebe»

ihnen endete» i» Chicago mit einem Male am I

Artiges nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes sowie die »mwncen-Bnreanr von Haasenstetn n. Vogler in

Sil Magdeburg und Men; Rudolf XXIX:

Moste in Frankfurta. M., Berlin, München u. Köln; G. &

Daube m Co. in Frankfurt <u M., Berlin, Hannover, Pari».

MchM Srihinn.

Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg «nd Kirchkai«.

"-«SaJllustrirtes Son«tagsblatt. 'ääSä;

ter aHar^muä X = "* l

IVersammlungen abgehalte», in welchen indefle» der! ,1. Zur Lösung der sozialen Frage und zur Ver-Iund Tag doch in absebbarer ,! krause Unverstand herrschte, und die zn« allergeringste» I Löhnung der sich bekämpfenden Klassengegensätze bietet das I Stimmuna ßbetfrafferüber . Teile von Anarchisten besucht waren. Zum Teil waren b.a8 allein durchgreifende Heilmittel. Demnach I ^2® 9. Oberwasser über gewisse Leidenschaften der Ver-

I die Besucher Sozialdemokraten die fick mit he« nn* I x Gemeinde Jesu Christi, als die Verkünderin des I Witterung bekommen, die sich mit der Friedensliebe unb dem 'IZuT«X «SÄZV « ? «och göttlichen Wortes und Spenderin der Sakramente, durch Fri-oenSwunsch- auf deutscher S-Ü- begegnet. Ganz be- ;l weiter liitt stehenden Elemente» herumflritten, zum! ihre berufenen Organe eine größere Aufgabe bei den!sonder» aber dürfen sich diese beutln (LwrhZ

Teil waren es nur Neugierige, die sich einmal de» sozialen Wirren der Gegenwart zn lösem II. Diese Auf- di- »eo6a4hina «nlnh?« 5, L . °f

tollen Spektakel mit ansehen wollte»/ Denn ein «ab-besteht nicht darin, daß die Organe der Kirche in den ®°d°^chtMggimnden, wie in zunehmendem Maße auf I verrücktes Treibe» Radau" wie firfc her Nerfhter I ®amffen Partei nehmen oder im Namen des I französischer Seite das Bedürfnis hervortritt, einer Per- Lnshrfirf? RmSS;'tnJ M ? , Berliner Christentums technisch-wittschastlich- Grundsätze als Partei- sönlichkeit, wie der unseres Kaisers, gerecht zu werden Md

I ausdruckt, herrschte i» alle» diesen Versammlungen, I promamm aufstellen oder gar das Christentum zum Mittel! die von ihm der ftauzöstschen Nation aeaeuüber betfiflHnt» und sie wurden trotz der polternden Versammlung- für irdische Zwecke herabwürdigen. III. Di- Aufgabe wird Hochberttekeit 3U g-genuber b-thattgte

I tebner mehr komisch, als ernst genommen. Jm Ansaug '"' Wes-ntlechen erfüllt dmch die der Küche ursprünglich iu tourbi9en und zu erwidern, wie es den

! Hai auch kaum eine Rerbinduna mit fremden Anarcklft-n I N^benen alten Mittel: Dienst am Wort und christliche L-b-nsgewohnheiten einer so reichbegabten und hochent- Iiiwh nmui stemde»Anarchisten, 1 LiebeSthatigkeitt Das schließt nicht an?, sondern ein, daßIwickelten Nation, wie e» die stanzöstsche ist, entspricht.'

IU#b "?^"^l"k»igsten mit de» Mordredner» bestanden, I auf die heutigen besonderen wirtschaftlichen Verhältnisse in! Zum Zollkriege mit Svani-n !man schwatzte den Unst»» nach, der schon anderswo I allen Beziehungen Rücksicht genommen wird, doch ist stets L» s,,, Madrider V ,

laut geworden war, und das war alles. Hinterher b-achten daß die Aufgabe der Gemeindeorgane keine * T ? Berichterstatter desHamb. Korresp.' scheinen dann einige besonder- thatkrästige Personen I undbKb°nmuß!°^"" immer einc «ligiöS-fittliche sein legende ^Aeuß-rung de» spanischen Mnisterpräfidenten !den^mcntiisl^n^Kövfen^m"der* ? Di- werkthätige Lieb- od-r, wie -» Fürst Bismarck ,,Jm Hinblick auf die angebliche Beunruhigung bet alsdann lir^eBen 5fC 8enannt bat- »praktisches Christentum', das muß di- spanischen Industriellen darüber, daß der Bruch mit

alsdann zur Hellen Flamme geworden. Grundlage aller kirchlichen sozialen B-stt-bungen sein. Deutschland bishernichtamtlich kundgegeben sei, unb daß

1- ^flamme entstanden, die ein lodernde» I Richt das Wort, sondern die Thai ist eS, worauf -s l di- Verhandlungen wegen Wiederanknüpfuug der Be-

Feuer entzünden und bedenkliche« Schade» «»richte» ankommt. Ziehungen weiter foi tgesetzt würden, äußerte sich Sagasta dahin

kau», so muß man eS bei Zeile» auslöschen. Und Für den Ausbau des Kanalnetzes, 1^6 daran nichts Wahres seh Deutschland sei sehr ver- m. die anarchistischen Funken, I besonders des Mittellandkanals, tritt die Handels-1 stimmt, aber von dem Moment ab, wo es seine Note vom

JwLSJm ; rI,a9er ^afe wieder Ikamm-r Breslau ein, weil dies zur Verbilligung der Ec. |25- Mai Überreicht habe, die einen bestimmten Termin fest. I a2fletreAeM werden. Die I z-ugungS kosten in wetten Teilen Deutschlands beitragen I stv-. habe es sich der Gründe zum Tadel beraubt. Bei

IX» 4 e'^ba?f2er .Anarchismus aus I würde. Di- Kammer verlangt aber gleichzeittg, daß den i°°er Gelegenheit habe er berevs gesagt, man möge diese

rechnen östlichen PioduktionSg-bi-ten die Möglichkeit gewährt werde, Note zurückziehen und von diesen unglückseligen Terminen h.'al gefahrlos, welche nun einmal lauf gleichwertigen Wasserstraßen Berlin und die untere I Abstand nehmen, dann könne er versichern, daß der Vertrag Fanatismus, Elbe zu erreichen. Falls dies jedoch durch -ine genügende letzt oder wenigstens bald zu Stande käme. Man habe

Ub« k« onumifwet*<B0leM Anarchisten steckt, macht I Vertiefung ober Kanalisirung der Oder nicht zu erreichen 1°^ nicht gewollt und bann sei di- bekannte Lage ent- to«rr"ter j^?LCClfei- fo ttfabe dnc M den Selbstkosten anschmiegende Tarif- standem Er wisse nicht, ob Deutschland, wenn e» erst di- nur zehn zu Allem eutschloffene! bildnng der Bahnen -ine unabweisbare Forderung der Ge-1 Wirkung des Bruches fühlen werde, seine Haltung änbern m). km $Dtt weiß I rechtigkeit fein. Die Kammer ist der Meinung, daß in den I würde, denn fühlen werde -s ste bald!'

oder fiäbrbft afib«Mff^HbTb)tttCM aau nnb-ob«chtet I Ostseehäfen die englische Kohle verdrängt werden würde,! Das heißt also, Deutschland hätte mit Allem zufrieden «rnbe nJf hl ^"^^ "^weun dorthin dieselben Tarifeinsätze gewährt würden, toie|'dn solle", war Spanien uns gewähren wollte. Es

r»b?«kM.GOT,Abli<i lf^soffenheit der in Deutschland I der westfälischen nach den Nordseehäfem I scheint indeß, als ob Herr Sagasta in Wahrheit die gegen,

lebende» Anarchisten mache» wir wolle« lieber sofort Fromme Wünscke Artige L°e°, ta der sich Spanien befindet, doch bedenk-

wer?en"a«n und"we!°ben mnß ®atr gef56tIi4 Ein Enttefiltt der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung k?" anffa6t al8 « f« den spanischen Industriellen gegen- werde» kan» und werde« muß. b-faßt sich mit den deutsch-französischen Be- üb« geschildert hat. Will er den Schutzzöllnern doch ein- ---------------Izi-Hungen, untersucht, wie wett man berechtigt sei, von | Zollkrieg nur Deutschland, nicht aber

Politische Rundschau. I einer Besserung dieser Beziehungen zu sprechen, und bemerkt:!^"/'! Schaden bringe^ Das stimmt doch mit den

* Marburg, 20. August 1894®inrtiW' toic i6n bet Pariser Figaro letzter Tage brachte, Z^*«Mt üb«-du Sollt- man in Madrid davon ® i e e i ft 11A e . h < 7 « in w-lch-m ausgeführt wurde, der Dreibund habe für Frank- MtlP ^"trns haben?

® ""d die sozialen Kampfe .reich neuerdings seinen bedrohlichen Charatter in gewiffern!

Welche Stellung die evangelischen Geistlichen zur I Maße eingebüßt, hätte vor wenigen Jahren noch indem! K0l0MaleK.

sozialen Bewegung der Gegenwart einzunehmen haben,Ivielgelesenen Blatte nicht erscheinen können. E» ist nicht! * Marburg, 20. August 1894.

°°7k" lfL f TtltT £etL BieI unb a^rieben zu erwarten, daß sich solch- Symptome in raschen Pulsen AuSDeutsch-Südwestafrika Du sburaer^Sv^d- \ fürjli4 i)ie tt)ieberbolen werden. Aber auch durch gegenteilige Wahr- schreibt ehi Korrespondent der .Südafrikanischen

Duisburger Synode diese Frage erörtert und folgende drei I nehmungen, die sich ftüher od-r später ergeben möchten Zeitung' »»ter dem 14. Juli; Der Häuptling der

t- , (Nachdruck verboten.)

\VMtP (Fortsetzung.)

»Äft« ^ine ganze bescheidene Bibliothek halte er Peter i nach geliehen. Viel Theologie wat», *1« » Weltgeschichte und mancher alte Schmöker, M Stoff nach wenig für einen jungen Menschen j Brausejahren paßte. .Dem schad's nicht,' ' der sonderbare Pädagog. Und er hatte Recht L*?1 viel zu unschuldig und ernsthaft, um ^ianglein zu bemerken, dar unter den Blumen Dentalen Gefühlrüberschwanger schillerte.

«Bwal war« ein dicker, moderig riechender ^rgilbt, mit altmodischem Druck und wunder. ,P l."thographie: .Griechischer und Römischer erster Band, p,n denen Göttern der und Römer, dessen erster Teil von denen i Sfitn Göttern handelt, wie solche in drey ."tedenen Klassen oder Ordnungen aufeinander-1

Nebst einem Anhang i

dikV^st" ^eber9°b' K«

ZratrnemilhÄ^t?en greulich e« im Keller gewesen. Sogar eine Mau» ©ie fuhr ängstlich empor, lauschte an der Thür

, , ' * ! zwischen ihren runden Händen hin und her, al» ob! da» kalt und arau da« Zimmer erfüllt- fall fie*«

Täglich trug sie ehrenvolle Beulen und Narben! fie quirle, dar dann al, eine graue, dünne Wurst!seine Hand auf dem Deckbett rastlose sonderbare davon. .Da, heilt von selbst wieder,' meinte sie zum Vorschein kam. ! Bewegungen vollfMte *

m tF&S* "«r.ihr lieber! Peter klappte da, Gesangbuch zu, denn e» wurde Sie mochte ihn nicht wecken, aber ste konnte nicht AU r^r ,m etkC*o ^enn öre Pastorin hielt streng! iv zvm Lernen und wandte sich ins Zimmer I wieder einschlafen, au, Sorge, daß er krank sei. Ordnung und strafte unerbittlich. De-Halb - .Was hast denn da?' fragte er aufmerksam und Al, er ato früh in, Ser tat erstaunte ste war so em Unglück geschehen - suchte die kleine trat an Marthel heran. über sein Gesicht? Al« sei ihm ein arofie« Glück

drück-« bic. ^"ppe hinauf zu! .Kitt,' sagte sie.Der Glaser hat'« dagelassen. I widerfahren, so »erträumt, mit »erhaltenem Lächeln

brüden. Lrsabeth nähte ohne ein böse« Wort den! Drunten liegt noch em ganzer Klumpen.' I brennenden Augen sah er vor sich bin $ ' ÄÄe faUbei' di- Mutter Peter nahm tue batan\ Sie stellte'^ dm Kaffee L und schnitt ihm

sar werkte. h^um. - .Wo liegt«?' fragte er mit kurzem sein Brod. Aber er merkte cs nicht-

....----------, Eine, schönen JulmachmrUag«, al« Peter noch! Ntem. I <>6 bodil" faate fie fr-undli» vu

__ wn blühen poetischm! über seinen Schularbeiten saß, tönte ein laute? ,3m Hof am Fenster.' - Da «ar er hinau«. Hand auf s?inm »!m.^ .BistÄnn nicht humria?' Ste.»»«** L..Ämä"'SB

Verfahren liebte, verschwand da« Marthel, da, foleu mußte bald in, Bett kriechen «rch war bttterbör gründlich vorbereüet hatte, fand nicht

schön und lustig im Sonnenschein gespielt, alsbald! über den Unalückstaa und den treufafe« Interesse, das er der .seinem Studenten' »or«

für den Rest des Nachmittags unb taiiei te irn I Vn» S J J ? 5««nb. |augfe|en durfte. Als ein paar der größten Jungen

Milchkeller einsam über die Gebrechlichkeit von Glück I wi-d-r Im^1 Antwort schuldig bliebm und er seinen

und Glas. von «malmeder zum Vor chem kam «nd selbst sein Vesper, gewöhnlichen Trumpf ausspiette: .Ja, ihr, ihr . - .

Der Schaden wurde »om Meister Glaser tariert I !'hr großen Lümmel« ... die Bänke drücken, daß

- ' ' " 1 uw^hn Uhr, hörte sie leise Schritte, sie ächzen, dar könnt ihr ... aber antworten!. .

m he« er seine Gedankm »erkörpein könnte !nicht» gewesm, bei ihrer^Freundin^Lisabet? *S Ä"8 ln .Je Kammer.Iden Tort an und ließ ihn im Stich. Verwirrt,

ä 1 ' 8reun6m 'Da er schon ein großer Bursch war, schlief er dort!feuerrot, die Hellen Haare borstig emporgesträubt^

: pn Thon! Und er hatte sich so lange ver- _____

litLt- ^gemüht, mit einem Küchenmeffer die Sand. | Der Schaden wurde »om Meister Glas gflSü lUe drüben »om Bauplatz zu bearbeiten!«und mit Marthel« Sparpfennigen bezahlt.

®.£in ^hnen nach einem schmiegsamen Am Abend erschim ste so veranüat. <

König« Mino« entfliehen möchten." neue Welt ging in ihm auf. Ta« Wich, «r ihn aber war, daß auch auf die Technik ^dneny' einige Helle Schlaglichter fielen: DUtu* weychen Thon und bildete davon das

Eyner Göttin--*

Erscheint täglich außer an Werktag« nach Son», »nd

M194 KtKSÄKS Marburg, Dienstag, 21. August 1894