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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
* ^Itedtte« Ma^Ä^Fer^p^r^Rr. L.-""" Jllustrirtes Sonntagsblatt.
Ler«ntt»ortlichrr Äcbettexr: Harry Finking in Mnrbnri. Äebtttbn xnb Erpeditto«: Markt 81. Frnrsprechrr 9h. 55?
M 184.
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Marburg,
Donnerstag, 9. August 1894
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton dieses Blatte», sowie die Aunoncen-Bureanr von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. SL, Caflel, Magdeburg und Men; Rudolf Moste in Frankfurt a. SL, Berlin, München u Köln; G. L Daube u. Co. in Frankfurt a. SL, Berlin, Hannover, Paris.
XXIX: Jahrg.
Erstes Blatt.
Das deutsche Konsularwesen.
*** Marburg, 8. August 1894.
Unsere Konsulate im AuSlande könne» ganz uu- «ifelhafl durch Jnforrnatione» des heimischen Er «bslebers für die Erweiterung deS Ausfuhrhandels Mig wirke». Nu» ist die Voraussetzung dafür die, einmal die Konsul» in genügevt er Anzahl vor- eben find und daß soda»u denselben die möglichst agedehuteste Vorbildung für ihre» Beruf zuteil werden ist. WaS dos erstere Moment betrifft, so M es ja wohl ge»ug Konsuln des Reichs, es find nas über 700, aber noch immer zu wenig Berufs- gfgln, nicht einmal 90. Und tut von diesen wird en doch eben wirklichen Eifer für Förderung der llüsche» HandelSinteresseu erwarte» könne». Bei der nbilduvg könnte auch roch manches anders geregelt oben. Namentlich ist zu betonen, daß die prakti e, Kenntnisse deS Ausfuhrhandels bei de» Konsular- mite» erweitert werde» müßte». Sind diese flennt- jfie nicht in ausreichendem Maße vorhanden, so wird ch baS gediegenste theoretische Wiflen nicht de» Nutzen fern, der dem Ausfuhrhandel durch das Konsulares« zuteil werde« soll. Die Konsul» müssen fich ich lebendige Berührung mit dem Eewerbefleiß und Üben volkswirtschaftliche» Angelegenheiten der Heimat ktrant machen. lieber diese» Punkt gerade finden k ebe interessante Auseinandersetzung im Bericht er Handelskammer Osnabrück für das ihr 893. Darin heißt es: Derartige» Anforderungen letzt zu werde», erscheint uns recht wohl möglich, ie Gelegenheit für unsere Konsularanwärter, fich i den industriellen Werken oder in den große» adelrhäusern deS Landes für ei» ganzes oder 6(8 Jahr zu beschäftige», ist vorhanden; ebenso tim die Herren ohne Schwierigkeit für eine gleiche ü Aufnahme i» der Geschäftsstelle der einen oder deren unserer größten Handelskammer» oder unserer «tendereu wirtschaftliche» Vereine finden. Nur rbt eS freilich nicht zulässig fein, dabei von der «ahme auszugehen, daß daS große Staatsexamen
Assessors ein, nm durch persönliche ernste Arbeit »langendes, tieferes Eindringen in die Derhält- e unseres Wirtschaftlebens entbehrlich mache, oder i rS genüge, während dieser Ansbildungjahre fich de» gedachten Stellen nur pro forma „Studierens
halber- aufzuhalten. Inzwischen wäre es dringend wünschenswert, wenn seitens nuferes Reichsamts des Innern dahin gestrebt würde, die Berichterstaltung unserer Konsulate etwas mehr mit dem jeweiligen Interesse der Gegenwart iu Einklang zu bringen. Berichte, welche das Handelsarchiv im Anfänge dieses Jahres über die Lage ausländischer Märkte im Jahre 1892 brachte, konnte» kaum »och eine» geschichtlichen Wert habe». Für unsere« Ausfuhrhandel waren fie entschiede« nutzlos. Die Mängel einer solchen Verspätung werden fich aber naturgemäß in de« nämlichen Maße sttiger», i» welchem die ganze Bewegung deS Welthandels durch die fortwährende Aus gestallnng der Verkehrmittel beschleunigt wird. Wenn die veröffentlichte» Berichte unserer Konsul» wirklich dazu diene» solle», der Industrie für die Beurteil«»» deS Absatzgebietes im Auslande Anregung und Belehrung zu bieten, so müßte» fie mindestens vierteljährlich, und zwar sofort »ach Eingang bet unserem Auswärtigen Amte den Beteiligten vermittelt werden. Daß solches wöglich wäre, zeigen die Berichte der Konsul» Belgiens und Oesterreichs, welche i» den zu Brüssel und Wien erscheinenden osfiztellen, bezw. halboffiziellen Blättern „Bulletin du Musste commercial“ und „Das Handelsmuseum- veröffentlicht werden. Einen gleichen Beweis liefern übrigens auch die unsere» Handelskammer» von Zeit z» Zeit zugehende» vertraulichen Mitteilungen des Herrn Handelsministers, deren Inhalt »ur nicht umfassend genug ist, nm die in de» genannten beiden Länder» zur Kenntnis der Handelswelt gelangenden zahl- und lehrreichen Berichte ersetzen gn könne». Um andererseits unsere Konsuln im Auslande Über die Lage und die Bedürfniffe der deutschen Gewerbthätigkeit auf dem Laufende» zu erhalten, werden auch sie wenigstens alljährlich eingehend über die Entwickelung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse zu unterrichte» sein. — Soweit der Handeiskammeibericht. Man wird zugeben müsse», daß die dort» gemachte» Vorschläge recht beherzigenswert find.
Politische Rundschau.
* Marburg, 8. August 1894.
„Rote Kinderfeste."
Jn einem rheinischen Blatte wurde unlängst das Vorgehen der sächsischen Regierung gegen die „roten Kinderfeste- daS heißt gegen die von den sozialdemokratischen Vereinen veranstalleten Feste und Ausflüge von Schul
kindern einer beifälligen Besprechung unterzogen. ES ist nun eigentlich selbstverständlich, daß man die unschuldigen Kinder den verbrecherischen, revoluttonären Gesellen entzieht, die sie an Geist und Seele zu verderben wachten. Nichtsdestoweniger benutzt die anttgeimanische „Frankfurter Ztg." diese Gelegenheit zu einem Ausfall gegen die von bürgerlicher Seite an nattoralen Gedenktagen veranstalteten Kinderfeste, von denen wohl jeder von uns aus seiner Jugend noch weiß, wie dieselben auf Geist und Gemüt erhebend und veredelnd wirken. Die „Frankfurter Ztg." nennt die Veranstaltung derartiger Feste ein Hineinziehen der Kinder in daS politische Parteigettiebe und stellt die nationale« Kinderfeste mit den roten auf dieselbe Stufen Wir meinen dagegen, daß beide Arten von Feste nicht polittsche genannt werden können. Wenn wir bei festlichen Gelegenheiten die Seelen unsrer Kinder mit der Liebe zum Vaterlande und fetten geheiligten Einrichtungen, mit dem Stolze des Gefühls, Deutsche zu sein, mit der Verehrung für nufere nationalen Helden und großen Männer erfüllen, so ist das keine Politik sondern Erziehung zum Gutem Wenn dagegen die Sozialdemokraten die Seele der Kinder mit Haß gegen das Vaterland und den Landesvater und ihren Geist in gehässiger Weise mit falschen Vorstellungen über die gesellschaftlichen Verhältnifle ei füllen, wenn sie das Schönste und Hefligtze auf Erden, das Nationalgefühl, aus den Herzen der Kinder reißen, so ist daS auch keine Politik sondern Verführung zum Schlechten. Solchem verbrecherischen Treiben aber muffen die Behörden mit allen denkbaren Mitteln vorbeugen.
Die „Genossen" unter fichi
In Dortmund wurde der Stuckateur Lupp auf >echs Monate aus der sozialdemokratischen Partei ausge- chlossen weil er die boykotttrte Zimmermannsche Wirtschaft besucht hatte. Lupp wendet sich nun öffentliefe an die „Streber, Schmarotzer und Kreuziget in der Lindensttaße" (Redattion der Arbeiterzeitung) und droht: „Fange ich einmal an, die Sünden dieser Gesellen aufzuzählen, so wird ich noch mancher über diese Heuchler wundern." Die Aeußerung klingt wie eine renommistische Drohung, dürste aber doch nicht so ganz ohne Untergrund sein. Soviel ist :ür den Kenner der bezüglichen Verhältnisse sicher, daß es ein Schauspiel für Götter werden wird, wenn die „Genossen" im Ruhrkohlengebiet einmal anfangen werden, gegenfeitig ihre schmutzige Wäsche zu waschen.
Schutz der Deutschen in Mittelamerika.
Die „Südamerika«. Rundsch." veröffentlicht einen Fall von ungenügendem Schutz eines Deutschen in Mttelamerika durch das AuSwättige Amt, den tob vorläufig mit aller
Reserve wiedergeben, da wir noch an seiner Möglichkett zweifeln. Das genannte Blatt schreibt: „Ein Beschwerde, sührer benunctate - nachdem der zuständige kaiserlich« Konsul jede Jnttrventton abgelehut — einen kaiserlichen Gesandten, weil er ihn, den Beschwerdeführer, in Gegenwart zweier Zeugen (deS französischen Gesandten und eines deutschen Generalkonsuls cu D.) auf der öffentlichen Promenade eines vornehmen Seebades mit der Reitpeitsche insultiert habe. Der angeklagte Gesandte erhielt ein verttaulicheS Schreiben des damals die Personalangelegenhetten im Aus» wärttgen Amte bearbettenden Dezernenten mit dem Ersuche«, sich über den Inhalt der im Original beigefügten Beschwerde vertraulich zu äußern. Der angeklagte Gesandte gab tit feiner Antwort unter Ausdrücken des Bedauerns die Thal- fache zu, „dem Beschwerdeführer mit der Reitgerte den Hut vom Kopfe gefegt zu haben". Die Angelegenhett schien keine weiteren Folgen haben zu sollen. Des langen Warten» müde, richtete der Beschwerdeführer abermals mittelst ein» geschriebenen Couverts an die persönliche Adresse des Reichs. kanzlerS ein Gesuch auf eine endliche Resoluttou in seiner Beschwerdeangelegenheit drängend. Die Folge war ein an die Adresse des mehrgedachten Gesandten gerichteter Erlaß folgenden Inhalts: „Eure Hochwohlgeboren ersuche ich er» gebenst, die hier beigeschloffeuen Angaben dem pp. ohne »eiteren Bescheid wieder zustellen zu wollen. Der Reichskanzler." Dies erfolgte bann auch. Man batf wohl er» warten, daß diese merkwürdige Geschichte vom Reichskanzler, amte in befriedigender Weise klargestellt wttdi
Für st Bismarck über die Anarchisten!
Ein Mttarbeiter der „Magdi Ztg.", welcher den Altreichskanzler in Varzin besuchte, befragte den Fürsten über Seine Ansichten betreffs der gegen die Anarchisten zu ergreifenden Maßregeln. „Man müßte eS', meinte der Fürst, „mit bett Anarchisten so machen, wie mit unseren hier in Larzin." -- „Aber, Durchlaucht, hier in Varzin M doch keine Anarchisten!" — „Doch, aber wir haben fie hier ein gesperrt, ganz dicht bei der ObersörstereL" — „Ah, Durchlaucht meinen wohl vierfüßige Anarchisten ?- — „Ganz recht, ich meinte die Schweine!- — War internationale Maßregeln und Vereinbarungen gegen die Anarchisten betrifft, so hält der Fürst von ihnen nicht besonders viel, da man in dieser Beziehung viel zu verspreche«, aber weuig zn featten Pflege: „Wenn nur jeder Staat innerhalb seiner Grenzen gehörig dafür Sorge ttüge, daß keine anarchistischen Komplotte auSgeheckt würde«, daun würde bald wieder Ruhe und Ordnung in das Land zmückgekehrt fein. Aber reilich ; < . ."
Ser Trorrbadonr.
Raman von Karl gabele bet g.
Machdruck verboten.) (Fortsetzung)
Dann war kein Wort mehr über feine Lippen bmmen. Seine Nerven waren erschüttert — se starken Nerven eines Mannes von feiner Ko«, tton. Ein krankhafter, den Geist zerrüttender ®Rnn schien ihn ins Grab stürzen zu wollen, ih er fich um in dem sauber hergerichteten Raume, ■ttfte er die Sorgfalt, die der treuherzige, um i Wohl feines neuen Herrn besorgte Knabe für 81 Bequemlichkeit trug, die feine und zarte Auf. Umreit für seine geringsten Bedürfniffe und Meilen, welche sich in Alfteds ganzem Thun ® Lassen kundgab, dann stieg vor seiner Seele 1 Bild Bernards auf, das Bild seiner Agne», ?kr so aufmerksamen, liebevollen, demütigen, auf» tonben und nun ach verlorenen Agnes.
3n solcher Stimmung fand ihn auch Alfons * Sitonet, der, nachdem er dem Oberbefehlshaber ? die Ereignisse der verflofienen Nacht Bericht feine Gefangenen abgeliefert und um Ur.
sowie geeigneten Ersatz gebeten hatte, gekommen btn Freund aufzusuchen.
-*a saß Peirol bleich und abgehärmt, das An.
$ in feine Hände verhüllend. Ergriffen zog fie ihm sanft hinweg und Peirol, den Freund, ° Bruder der (Beliebten erkennend, brach in ein M»ftes Weinen aus, er schluchzte wie ein Kind.
nicht leicht, das Auge dieses Mannes, der JMt stürmische Tage durchlebt, mit Thränen zu Wer das heftige und grauenvolle Leiden, 'dir Seele des Mannes durchwühlt, wenn et seine Maimerkrast erschüttert fühlt — es ^te zum erstenmal, daß er die Erleichterung durch k^nen üt solch ungestümer Bitterkeit kennen lernte.
Tief erschüttert nahm Alfons neben ihm Platz, bettete den Kopf des vor Aufregung bebenden Mannes an feine Brust und sprach ihm Trost ein „Peirol, Freund, fasse Dich," sagte er leise; „wer wird denn gleich verzagen! Weshalb denn gleich das Schlimmste annehmen? Ist es denn so gewiß, daß Agnes den Tod gefunden? Liegt nicht die Möglichkeit nahe, daß fie nur verwundet wurde, daß sie noch lebt und ein gütiges Geschick Euch wieder zusammenführt?-
„Nein, Freund, eine innere Stimme sagt mir, daß fie, das unvergleichliche heroische Weib für mich verloren ist. O Gott, wenn ich bedenke, daß ich so lange Zett stets in ihrer Nähe war, daß ich Thor nicht erkannte, welch treues liebevolles Herz mich pflegte und wie ein Schutzgeist mich umgab, dieser Gedanke bringt mich fast dem Wahnsinn nahe. Wie konnte ich nur so blind sein! Jetzt erst wird mir so manches klar, was mir an ihr unverständlich und unbegreiflich war. Mit welch hingebender Treue fftt fie mich geliebt, das edle Mädchen, um solche Opfer zu bringen. O wüßtest Du, Alfons, wie mein ganzes Herz an ihr hängt, an ihr, die ich einst so heiß geliebt; doch nein, was sage ich! die ich immer geliebt habe und lieben werde, bis es mit mir zu Ende geht. Glaube mir, Alfons, kein anderes Weib hat feit jenen seligen Stunden, wo ihre Liebe mir die Erde zum Paradiese umwandette, mein Herz so voll und ganz besessen. Bei meiner Seligkeit, es ist nicht wahr. Wohl glaubte ich ein- mal zu einer anderen, jener schönen Fra», meiner Gönnerin, von der ich Dir erzählte, in heißer Liebe entbrannt zu sein, es war eine Leidenschaft, Freund, mit der ich mich über das Leid hinwegzutäuschen versuchte, das Deiner Schwester vermeintliche Untreue mir verursachte. Aber Liebe, eine echte, reine ie ganze Seele erfüllende Liebe war das nicht Denn wenn ich dem Zauber ihrer Gegenwart ent
floh und, ein einsamer Mann trotz alles mich um gebenden Glanzes, in stiller Kammer über die Regungen meines Herzens nachdachte, wenn ich dann die berauschende und doch so kalte Schönhett dieser koketten Frau verglich mit der lieblichen Anmut, der hingebenden Zärtlichkeit des gemütvollen Mädchens, das einst mein eigen war, dann — ach dann rang ich verzweiflungsvoll die Hände und suchte vergeblich das Bild meiner Jugendliebe zu bannen — immer wieder stieg es vor meinem geistigen Auge auf, so hold, so rein, so unschuldsvoll, daß mir bange Zweifel kamen an ihrer Schuld und mein Mund unwillkürlich den süßen Namen flüsterte, ben unvergeßlichen : Agnes.
„Agnes! und immer wieder Agnes! tönte es in meine Ohren; ihr galten meine Lieder, meine Ge- sänge, ihr, der einzig Geliebte». Und doch wollte ich sie nicht Wiedersehen, ich glaubte mich zu tief von ihr gekränkt Daß fie unschuldig sein könne an dem, was ich ihr als Schuld anrechnete, bedachte ich nicht, vis an mein Lebensende wollte ich meine hoffnungslose Liebe in mir tragen, tief verschlossen n der liebekranken Brust. Nie sollte fie erfahren, was ich litt Wahrscheinlich gedachte fie meiner ja »och nicht mehr, vielleicht war fie schon »erheiratet. So glaubte ich, indeß die Treue um mich wellte und fich verzehrte vor Sehnsucht nach mir. Und nun — e Alfons. Nun ist fie wirklich mir ver» oren Weißt Du, was das heißt? O könnte ich nur noch einmal Agnes sehen, wie fie nun schlummert o still und friedlich — und bann sterben, ihr eigen in ein besseres Jenseits, wo es keine Leiden, keine Trennung mehr giebt-
Jn wildem Schnerze warf Peirol fich an die Brust des Freundes und schluchzte leise vor fich hin
„Du hällst es wirklich nicht für möglich, daß Ugnes lebt?* Hub Alfons wieder an, nachdem er
den Herzenserguß des aufs tiefste erschütterten Mannes, ohne ihn zu unterbrechen, angehört und ihn gewissermaßen hatte austoben lassen „So wisse denn, daß Agnes mir Nachricht zukommen ließ, daß fie lebt und nicht, wie Du glaubst, in jener Nacht getötet worden ist. Du zweifelst? Bei allem, was mir heilig ist, ich rede die Wahrheit--
Die unerwartete Freudenbotschaft war mehr als der Leidende ertragen konnte; er wäre unfehlbar zu Boden gesunken, wenn nicht Alfons hinzugesprungen wäre, ihn zu stützen und zu einem nahestehenden Ruhesessel zu geleiten. Doch hielt seine Schwäche nicht lange an, denn plötzlich sprang er auf von einem Gedanken erfaßt, der seine Augen aufleuchten machte und seine Sangen rötete mit der Glut begeisterter Empfindung. „Sie lebt?” rief er. „Sie lebt, sagst Du? O Gott, nimm tausendfachen Dank für diese Kunde. Agnes lebt! Aber wie lebt fiel Ich sehe fie in Kerkermauern schmachtend, dem grau# amsten Tode verfallen, der Rache dieser Türken, dieses Uc Brunel ausgesetzt. Für wen leidet fie? Für mich. Und ich weile hier in stumpfem Brüten, in unverzeihlicher Unthätigkeü- Soll ich erröten vor diesem heroischen Weibe, das mich vom sichern Tode errettete? Nein, nein, dreimal nein! Ich werde fie befreien. Was säumen wir noch? Komm Freund, mir wollen zum Könige Noch heute muß aufs neue gestürmt werden, muß diese ungläubige Brut vom Erdboden vertilgt werden.
„O Alfons, Du weißt nicht, wessen dieser Brunel ähig ist. Er liebt fie, er selbst hat's mir gestanden und fie — fie ist in seiner Gewalt. Herr im Himmel, wen» Du einst jenen großen Vergeltung»- ag hältst, wenn Du Sonne und Mond und Sterne, die ganze Erdenschöpfung in ihr ewiges Urnichts urückfchleuderst, dann will ich, befeelt mit Engels- rast, diesen Elende», der allein an allem «einem