Einzelbild herunterladen
 

inco

n n n

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

** ^iSatoer ®ri^Uxpet^i-u: Markt 8^ Fer^Mcher Nr. &"6"*1 Jllustrirtes Sonntagsblatt. Äebtfttott xSb Expeditiou: 3^trft 21P Fernsprecher 55^

n

ff

M 176

Erscheint täglich anßer an Werktag« nach kann- and Feiertagen. Qnartal-Ab»v»imeut«'Prri» bei der Expe» bitten 8 Mk., bei allen Postämtern 8 Rk. 85 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnserationSzebühr für die aespaltme Zelle aber der« Raum 10 Pfgi, Reklamen für bte Zelle 85 Pfg

Marburg,

Dienstag, 31. Juli 1894

Anzeige« nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Aunoncm-Bnreai« von Haasenstei» n. Vogler in Frankfurt a. M., Casiel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moste in Frankfurt <u M., Berlin, München u. Köln; G. & Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXIX: Jahrg.

in.

der Türkei die Völker auf einander schlagen",

ig.,Ab

IM

längst vorbei. In dem Maße, in dem sich der hr zu Wasser und zu Laude, mit Dampfkrast tb Elektrizität, durch das geschriebene, gedruckte gekabelte Wort entwickelt hat, scheint unser et kleiner geworden zu sein. Wir nehmen jetzt

an Dingen, die unS stüher völlig ftemd waren; uns ehedem zur Beftiedigung der Neugier und Unterhaltung in müßigen Stunden diente, das ag jetzt unsere eigensten Interessen zu berühren. Halbinsel Korea liegt noch weit, weit hinter der

vta r«

Die ostasiatischen Händel.

* Marburg, 36. Juli 1894.

Die guten Zesteu, in denen der Europäer in be- Mer Ruhe die um Monate hinter den Ereignissen > Diz, sinkenden Nachrichten vernahm,wie hinten weit Ort « Ma QßRTVav kor

ikei im fernsten Asten, und doch braucht man

ms

ibermt1 ti# größeres Blatt eS braucht noch gar kein

* chblatt zu sein in die Hand zu nehmen, um

weder im Leitartikel oder doch gleich dahinter auf koreanische Frage zu stoßen.

2 Mmi rea war bis dahin Vasallenstaat Chinas, fortan

3m Jahre 1885, als China wegen Tonking mit mkreich im Streite lag, kam der Vertrag von «rfin zwischen China und Japan zn Stande.

ter

.00 a,

zrahme» lte jedoch auch Japan bei Regelung der höchst ; Mark, jotterten inneren Zustände der Halbinsel mitzu

ark.

leien haben. Allein China strebte von Neuem

er» « i dolle Oberhoheit über Korea an, ließ die Dinge

en.

iieier, gläser, iZ.

Auswahl (4100

i laufen, wie sie wollten, und aus dm Reformen ade nichts. In einer südlich von der koreanischen vplstadt Söul gelegenen Gegend brach ein blutiger Hand aus, der durch die grausame Mißwirtschaft Mischer Beamten hervorgerufm war. Japan «hte jetzt sein Verlangen nach Reformen in Ver- iltnng nnb Heerwesen mit Entschiedenheit geltend;

trasse

ia.

Der Troubadour

ilk. für

t Er

jsten Thom

i»a forderte, daß Japan seine Truppen aus Korea Weh« sollte, bevor über die Reformen ver- elt werde. Japan ist darauf nicht eingegangen, Lersuche der europäischen Diplomatie, einen Aus- herbeizuführen, find gescheitert. Nach den Nachrichten ist bereits Blut geflosien. Die er habe» nennenswerte Erfolge erzielt.

Der stärkere Teil ist nach allgemeiner Anficht d für den Anfang wenigstens Japan. ES besitzt «ach europäische« Mustern erzogenes Heer und wohlorganistette Seemacht, während die reguläre et Chinas sehr schlecht organisiert ist und die fischen Milizen schlechterdings nichts tauge», egen hat China eineu viel stärkeren Rückhalt in

ese

barst Du nicht verraten, am allerwenigsten

ng-

in

cten und m» r«

Erliche Weise da« größte Vertrauen Bohaeddin«, Kalifen gewonnen hat, schon fest einigen Wochm, Ley Ali Raschem zum Oberaufseher der Militär- gniffe ernannt ist und in diesem Gebäude seine ng hat?"

dieser Verräter," knirschte Bernard.Das freilich schlimm, denn ich möchte nicht in seine *tit geraten. O Gott, e« wäre schrecklich, wenn s,»ich erkannte. Und doch müffen wir jetzt Han- denn die Zeit drängt, hier im Schuppen bin ? nicht sicher, wenigsten« nicht länger al« bi« zum ~ Umbruch."

,Jhr habt Recht," entgegnete der unerschreckene mg.Hättm wir nur diese verwünschte Wache km Hofe beseitigt. Dann wäre Peirol« Be-

eher zn bewerkstelligen, da die Rückseite de» Mrde« nur stündlich einmal von der Ronde ' m wird."

ÄOTUtn von Karl Savelrbergi sNachdruck verbot«.) (Fortsetzung.)

Sei still, mein Name ist Bernard Valoi«, da« t Dir. Wa« auch kommen mag, meine Her­

der d« t Reel ücurrti

Unwillkürlich erzitterte vernarb bei dem Ge­rn, daß diese leicht ihn hätte überraschen können, -tt Vorhin dott sein Lied sang und seine« Herrn r.i schalt erkundete.

[er .-Ich hab'»" Werte Alfred fteudig erregt.

5 mich nur machen und zieht Euch wieder in

7ersUCl wiji äju miyi vcuuitn, um uuciivciugiicii annß e Peirol. Nun aber sage mir, wie kommst Du

[4JI ^hin. wa« treibst Du hier?"

»So wißt Ihr nicht, daß Herr Brunel, mein ter, welcher in so kurzer Zeit sich auf fast un­

feiner ungeheuren auf 360 Millionen Köpfe ge­schätzten Bevölkerung, während das japanische Reich nnr 40 Millionen Seelen hat. Während China sich nach anfeen absperrt und im Innern in seiner zopfigen Erstarrung verbleibt, huldigt Japan dem Fortschritt der Kultur und ist bestrebt, Korea dem allgemeinen Verkehr mehr zn öffnen. Jetzt biene« dem Außen­handel nur drei Häfen: Chemulpo a« der Westküste, Fusa« im Süden und Gensan im Osten; Eisen­bahnen giebt es i« Korea noch nicht.

Das gemeinsame Interesse der grofeen europäischen Staaten bei einem Kriege zwischen Japan und China geht dahin, ihre« «ehr oder weniger bettächtlichen Handel nach Ostasieu vor Schädigungen zu bewahren, sowie ihre dort wohnende« Unterthane« zu schützen. Weitere Interessen könne« fich noch einstelle» für England, Rufeland und auch für die Vereinigten Staaten von Nordamerika. England hat früher schon vorübergehend Port Hamilton besetzt gehabt. Rußland ist auf dem Küstengebiet von Wladiwostok Grenznachbar; mit dem Ausbau der große« sibirischen Eisenbahn bekommt eS in Ostasten eine viel stärkere Stellung und wird noch mehr als bisher wünschen, dort au der koreanischen Küste einen vollständig eis­freie« Hafen zu befitzeu. Nordamerika will Kriegs­schiffe absenden, während England schon ein Ge­schwader in der Nähe Koreas hat. Ein direktes Ein­greifen in die dortigen Kriegshändel ist vorläufig nicht wahrscheinlich; man wird hauptsächlich dafür sorgen, daß die offene« Häfen mit ihre« Fremden­kolonien, darunter namentlich Shanghai, wo auch das deutsche Element ziemlich stark vertteten ifi, vor Angriffen möglichst bewahrt bleiben.

* *

Mit der Stellungnahme Deutschlands in dem japanisch-chinesischen Streite beschäftigt fich ein Artikel derAlldeutschen Blätter". Der Verfasser geht von dem durch dieJndepeudance Beige" mit- geteilten Ansinnen Englands an Deutschland aus, ihm bei der Beseitigung der »stastatische« Wirre» auf Grund einer vereinbarten gemeinsamen Verhaltung- linie seine Unterstützung zuteil werde» zu lassen. Es wird bann weiter aus geführt, baß Englands Stellung an verschiedenen Punkt« der Welt bedroht ist, daß eS mit alle« Mächte» Konflikte habe« kau» und daß es sich daher begreiflicherweise «ach einet kräftigen Stütze umsteht. Im Interesse England» liegt e8 nun, daß der gegenwärtige Zustand i« Ostafie» erhalte« bleiben möge, da sonst zu befürchten ist, daß nicht nur Japan be« Vorteil von einer etwaige« Ver- änberung habe, sondern daß auch Rußland einen

Machtzuwachs bekomme« werde. Rußland würde vorausfichtlich de» ihm in Ostafie» notwendigen eis­freien Hafen anstrebe» Md bekomme», wodurch es i» die Lage käme, in den ostafiatischen Gewässer» vielfach seinen Einfluß anstelle des englische» zu setze». Mit Recht meint nun der Verfasser des Artikels bei Allbeutschen Blätter", baß eS nicht Sache Deutsch- lanbS sein könne, be« Engländern für nichts und wieder nichts die Kastanie« aus dem Feuer zu holen. Man solle England vorläufig fich selbst und der ihm feindliche» ganze« Welt überlassen. Rufe eS dann düngender unsere Hilfe au, so sei zunächst einmal unwiderruflich festzustellen, waS es uns für Kompensation« bieten werde. Mit dembischen Samoa" dürfe Deutschland fich in diesem Falle nicht begnügen. Wir stimmen der Anficht derAlldeutschen Blätter" voll und ganz zu.

* * *

lieber die wettere Entwicklung der Angelegenheit liege» folgende neue» Nachrichte» vor:

Fieutfiu, 28. Juli. Die Feiudseligkeiteu zwischen China und Japan haben begonnen und eS stehe» neue Zusammenstöße bevor, obgleich der Krieg offiziell weder in Tokio noch in Peking erklärt ist. Man glaubt sogar in hiesig« Regierungskreisen, daß dieKttegserklärung nicht vor Ver­lauf mehrerer Tage erfolg« dürfte und daß, wenn die »och immer schwebende» Unterhand­lungen zu einer freundschaftlichen Verständigung führen sollte», die schon vorgekommenen Konflitte ein Einverständnis nicht verhindern würden. Sollte» sich jedoch die Unterhandlungen zerschlage», so würden diese Konflickte de» casus belli bilden.

Loudon, 28. Juli. Auf der japanische» Gesa»dt- schaft ist folgende authentische Nachricht eiuge- troff«. Drei japanische Kriegsschiffe,Akitsusa", Takachito" undFlutje", trafen in der Nähe von Ronud Island ei» chinesisches Geschwader. Auf eine ernstliche Herausforderung wurde das chinesische Geschwader angegriffen. Tas Resultat des Kampfes war, daß daS chinesische Schiff Tsaskiau" erobert, ein Transportschiff mit Soldaten in den Grund gebohrt wurde. Das große chinesische PanzerschiffChingu«" entfloh «ach China nnd der TorpedokreuzerKuwauti" nach Korea. Die japanssch« Schiffe blieben unversehrt.

SHangHai, 28. Juli. Die von der japanisch« Flotte angegriffene» Transportschiffe waren am Sonn­abend und Sonntag von Takn nach Korea abge­segelt. Die Flottille bestand auS 11 Dampfern, lieber 10 000 Mann Truppe« waren an Bord, zu-

Euer Versteck zurück. In einer Stunde werde ich bei Euch sein."

Der enge Raum, in welchem Alfred Mercier, so hreß der Jüngüng, eine dürftige Lagerstätte an­gewiesen war, hatte auch ein Fenster nach dem Hofe hin, da« aber ohne Gitter war. Al» die Schild, wache nach einer Weile wieder ihren Rundgang machte, fand sie dm Knaben an diesem Fenster und e» entspann sich folgender Dialog:

Was treibst Du noch so spät?"

Ich kann nicht schlafen, die Lust ist schwül in diesem Raume, auch habe ich noch einen Rest Opium, den ich von dem Vorrat meine» Herrn entliehen, Ihr versteht mich wohl?"

Du host Opium? Gieb Herl"

Glaubt Ihr, ich sei toll! Ihr seid auf Wache und Ihr mißt, welche ©träfe meiner wartete, wenn ich Euch davon überließe."

Sei kein Kind, mein Junge! Nur ein paar Züge laß mich thun au« dem Rohr: Beim Starte be« Propheten, kein Mensch soll'« merken! Nun schnell, reich mir die Pfeife heran«, auf meine Ver- antworttmg hin."

Mit scheinbarem Zögern kam Alfred seiner Auf- forderung nach, innerlich aber triumphierte er. Denn er hatte die Mischung so stark gemacht, daß der Türke schon nach wenigen Zügen in jene Nstase geraten mußte, wo der leidenschaftliche Opiumraucher den einmal gekosteten Genuß nicht mehr lassen kann und so lange fortsetzt, bi« er in den traumhaften Zustand verfällt, der ihn der Welt entrückt und zu jeder Willmsregung unfähig macht.

Kaum fühlte der Türke da« geliebte Kleinod in feinen Händen, al« er zum größten Entsetzen Alfred« dem Schuppen zueilte; auch Bernard Valoi« erbebte vor Angst in seinem unfichern Versteck, doch

der Türke hatte weder Sinn mehr für feine Um- gebung noch für seine Pflichten. Er ließ fich auf einen Bretterhaufen nieder und rauchte und rauchte, bi« es ihm vor den Augen flimmerte und sein Kops, schwer wie Blei ihm auf die Brust sank.

Wenige Augenblicke nachher stand Alfted neben Bernard, der ihm wortlos die Hand reichte, welche jener mit ehrerbietiger Scheu an seine Sippen drückte. Dann entwickelte Alfred seinen Plan. Doch wir wollen der Handlung nicht vorgreifen und die beiden bei ihrem weiteren Thun beobachten.

Zunächst fesselten ste den völlig Berauschten so fest wie möglich an Händen und Füßen. Darauf untersuchten sie die nach außen führende Thüre, ob sie auch gut verschlossen sei und lauschten nun schweigend hinaus, da die Zett nicht mehr fern fei« konnte, wo die Ronde ihrm Rundgang um die Außenseite herum antreten mußte Und wirklich währte e« nicht mehr lange, bis sie draußen die Schritte der vorüberwandelnden Wache vernahmen. Endlich, als man annehmen konnte, daß dieselbe den Rundgang beendet, wurden die Riegel leise zurück- geschoben und Alfred trat vvrfichtig heran«, um zu erforschen, ob die Lust rein war. Alle« schien in Ordnung, nichts Verdächtige« war zu bemerken. Nun durste nicht länger gezögert werden. Wie Alfted bekannt war und auch Bernard vorhin entdeckt hatte, lag in dem Schuppen eine Leiter, von der sie hoffte«, daß sie bis zum ersten Stockwerk reichen werde, wo Peirols Zelle fich befand Mit Aufbietung aller Kräfte wurde dieselbe hervorgeholt, es war ein müh­sames Stück Arbeit, aber es gelang. Schwieriger war der Versuch, fie an der Mauer aufzurichten, fast schien es, als ob die Kräfte der beiden jungen Leute nicht ausreichten, aber ihre Energie und die Kraft der Verzweiflung, die die Gefahr ihre« Unter­

weist Kulis, bewaffnet mit altmodisch« Gewehre». Viele Dampfer wurde» i» de» Gruud gebohrt, die Besatzungen ertranken. Die Gefangen- vahme des Königs von Korea wird bestätigt. Die Japaner beabfichtig« ihn als Geisel zu behalt«, bi» die verlangte» Reformen verbürgt find.

3fati$, 28. Juli. Auf der japanischen Ge- audtschäft weiß man, daß als Kommandant der Landarmer Prinz Arisugawa fungier« werde, ein Verwandter be» Mikado, ber 1877 ben Aufstand der Südprovinz« stegreich uiedergeworfen hat. Er wird nicht zum Heere abgehen, sondern von Tokio auS die Oberleitung führen.

Köln, 28. Juli. DieKöln. Ztg." meldet aus Petersburg, die koreanische Frage komme der russischen Regierung sehr unbequem. Die an der Grenze verfügbare Truppenmacht spiele einem Gegner, wie China und Korea, vornehmlich aber Japan gegenüber, keine Rolle, umsomehr, al» an einen Nachschub vor Monaten nicht zu denken sei. Dieser ernste Zwischenfall komme Rußland einige Jahre zu früh, woraus dessen vorfichttge Haltung resultiere.

Ein Satyrspiel.

* Marburg, 30. Juli 1894.

Die französische Deputiertenkammer ist »unmehr geschlossen worden. I» der abgelaufenen Session haben fich hschpathettsche Dramen abgespielt, deren letzte» die Debatte über die Anarchistengesetze war. Den antike» Tragödie» pflegte ein Satyrspiel zu folgen, und etwas ähnliches ereignete fich auch kurz vor Schluß der französischen Deputtertenkammer. Ein von dem Sozialisten Grousset hervorgernfener Zwischen­fall führte in die lustige» Sitten der Blüte des Boulangismus zurück. Nachdem Dupuy ei» Dekret verlesen hatte, durch welches die Session geschloffen wird, protestierte Grousset heftig und erklärte, er habe Dupuy benachrichtigt, daß er die Regierung wegen ber Begnabiguug bet von dem Gerichtshof in den boulangistischeu Angelegenheiten SBeiurteilten interpellieren wolle. Dupuy erwiderte, der Schluß der Session sei auf Grund der SBerfaffuxg erklärt. Die Sitzung wurde alsdaun aufgehoben. Ueber die Vorgeschichte dieses Zwischenfalls entnehmen wir eine« Pariser Bttefe derKöln. Ztg." folgende«:In der Autorttö erzürnt fich Paul be Cassagnac darüber, daß seine Parteigenosse», die Deputiert« Graf Mun und Baron Mackan, während ber Beratung be» Anarchistengesetzes für den Anttag gestimmt hab«.

nehmen» in ihnen erweckte, brachten das Unmögliche zu stände. Im Nu war Bernard oben auf der Leiter, die Gewißheit, seinem Herrn so nahe zu sein und vielleicht, ach vielleicht bald schon ihn in Frei­heit zu wissen, ließ ihn ber Schweißtropfen nicht achten, die von feinem heißen Antlitz herniederperlten. Eine große Feile au« ber Tasche feine« Wamse» ziehenb, ben weißen Beduinenmantel hatte er längst abgelegt, be feine Helle Farbe ihn zu leicht verraten konnte, machte er fich eifrig baran, die zum Glück nicht allznbicken Eisenstäbe durchzufkilm. Um da» dadurch verursachte Geräusch möglichst ab- znschwächen, goß er von Zeit zu Zett au» einem mitgebrachten Kännchen Oel auf die Feile; an alle« hatte er gedacht.

So leise da» Geräusch bei seiner mühevollen Arbeit auch war, Peirol war davon erwacht, ahnung«- voll sprang er an» Fenster.

D Du gute treue Seele," flüsterte er innig, so ist e« wirklich wahr, daß Du"

Pst, stillet kein Wort mehr," warnte Bernard. Hier habt auch Ihr eine Feile und nun an die Arbeit, denn die Zeit drängt " Langsam ging da» mühevolle Werk von statten, aber ein Eisenstab nach dem andern wurde durchgefellt und endlich war auch ber letzte gelöst, so baß Peirol nunmehr versuchen konnte, fich burch die allerbing« sehr schmale Oeffnung hindurchzuzwängen. E» gelang.

Mit Freubenthrinen in ben Augen umarmte Peirol, nachbem auch die Fesseln an feinen Händen durchgeseilt waren, seine mutigen Befreier, aber noch war er nicht in Sicherheit. Flink wurden zwei Paar Ruder au« dem Schuppen gelöst. Schon hatten sie ben einen Kahn bestiegen, da eilte Bernard noch­mal« zu dem Schuppen zurück, um da« noch ver­gessene Steuerruder herbeizuholen. (Forts, folgt.)