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SScchssilch ZMG
Wöchentliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg ««d Kirchhain.
®,e< «nd^Grpü^i-ll: Mattt S^Fernspnch« Nr. 55.Jünstrirtes Sonntagsblatt. liSito*5r (^bttton: 21? ^Fernsprecher Nr. 55.
Erscheint täglich außer <n Werkt«,eu rurch Som. md **<*****^
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J1Q Ifin. bitten 2 Mk., bei ollen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl.
Mittwoch, 18. Juli 1894
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Armoncen-Burrmr von Haasenstetn n. Bögler in Frankfurt «. M-, Casiel, Magdeburg nnd Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a- M., Berlin, Machen u. Köln; ®. L- Daube u. Co. in Frankfurt a. M„ Berlin, Hannover, Pari».
HIX: Jahrg.
Zweites Blatt.
Vermischtes.
— „Bis zum KriegS«i»ister. Kürzlich wurde im Hotel Baur au lac in Zürich ein glä»zeudes Familienfest gefeiert, au welchem zwei preußische Lieutenants als Vettern sich beteiligten. Den Sturm etwas zu dämpfen, den der Sekt iu ihren Häuptern entfacht, unternahmen sie eine Promenade durch de» herrlichen Garten und trafen dort einen älteren distinguirten Henn, welchen fie mit etwas kriegerischem Ungestüm in ihr Gespräch hineiuzoge». Ob er wohl gedient, wollten fie wisien, und au die erste mit höflichem Ja beantwortete Frage reihte sich die zweite, wie weit er's wohl im Rang gebracht. „Bis zum KriegSmiuister", gab der Herr zurück. DaS klang sehr sonderbar; man tauschte die Karten and die beide« Lieutenants wurden zu ihrem Schrecken inne, daß fie thatsächlich ihren frühere» Kriegsminister General o. Verdy du Lernoi» vor sich hatten, der als Tourist im Hotel weilte. Die Excelenz erwies sich liebenswürdig — es floß zum Trost der jungen Krieger nochmals Sekt. —
— Ans der chinesische» Presse. Der Ostafiatische Lloyd teilt auS der i» Kanton erscheinende» Zeitung „Chung Se. Yat Pao" folgende Stelle mit: „17. Mai. Ein häufiges Gerede ist, daß die gelehrte» Herren wohl Berichte machen linnen, aber das Verständnis für ihr Amt sich erst in dessen Ausübung zu erwerben haben. Nichts kann einseitiger sein al» ein solches Gerede. Neulich starb der Präfekt von Suchow, der trotz seiner gelehrten Bildung der Behandlung seiner AmtSgeschäfte solche Aufmerksamkeit widmete, daß er <« Ueberaustreugung starb. 3» einer gemeinsame» Eingabe deS General-Gouverneurs und Gouverneurs ist gebeten, den Namen dieses Beamte» in den Annalen der Dynastie zu verewigen."
— Die „großen Alten." Die „Westminster Gazette" zählt nächst Gladstone, der natürlich in erster Reihe steht, folgende Männer «nf, die noch im höchsten Lebensalter Bewundernswertes und Rühm- liches vollbrachte«: 3« Frankreich: Sräbillo» Vater, der seine letzte Tragödie mit 84 3ahreu schrieb; Voltaire, der mit 83 3ahre» noch der scharfsinnigste und gedankenreichste Geist in Europa war, und Victor Hugo. In Italien: Michelangelo, der noch mit 88 3ahre» arbeitete, Tizian, der als Neunzigjähriger ein großes Gemälde für die Franziskaner begann,
Unsere Zeichensprache.
Plauderei von Peter Schwuchow.
(Nachdruck verboten.)
68 ist bekannt, daß nicht nur die nordamerikauischen Jndiauerstämme, bereu Schweigsamkeit viel beobachtet ist, sich einer großer Anzahl von Zeichen zur gegen- fettigen Verständigung bedienen. Auch dem europäischen Südländer ist bis zu einem gewisse« Grade dec Art Zeiche»sprache geläufig, die iudeffeu nicht etwa der Schwerfälligkeit oder Armut sdner Umgangssprache entspringt, sondern im Gegenteile dem temperamentvolle» Sprechbedürfuifle als eine wesentliche Unterstütznng zur Sdte steht. Beispielsweise der 3talie»er ist gewöhnt sdneu Worten durch lebhafte Gestikulation noch einen besondere» Nachdruck zu verleihe», wobd ga»z bestimmte Zeichen mit Hand nnd Kopf gegeben werde». Aber selbst der ernste Nordländer hat seine Zdchensprache und die geläufigsten Zeichen find die Kopfueigung beim Gruße, beim Bejahe» einer Frage, sowie dar Kopfschütteln beim Verneinen oder beim Ausdruck der Mißbilligung. Auch Demut nud Hoffahrt werde» durch Erheben b^w. Senken des Kopfe» pantomimisch augedentet.
Einen brefte« Raum in dieser Hinficht nimmt übrigens die Zdchensprache der Liebende» ein und « verlohnt sich wohl der Mühe kurz bet diesem interessante» Kapitel zu verweile», wobd wieder als wichtigste Unterabtdlung die Augensprache zu betrachte« ist. 3m me«schlicheu Auge liegt eine ganze Skala von Empfindungen; Furcht, Freude, Zorn, Wehmut Und Schmerz find ausnahmlos vermittelst des Augen- krtkons zum Ausdruck zu bringe«. Dazu gesellt sich die nicht minder beredte stumme Sprache des Lippen- fpieles, durch welches Schmolle«, Hdterkdt, Verachtung,
und der Doge Enrico Dandolo, der mit 83 3ahren Konstantinopel unterjochte. 3u Amerika: Franklin, der noch im Alter von 82 3ahreu die Stelle eines Präfidenten de» Kongresses von Pennsylvauieu bekleidete. 3u England: Newton, der mit 83 3ahren für die „Royal Socidy" arbeitete, deren Vorfitzender er war; die gekrönten Dichter WordSworth und Tennyson, die als Achtzigjährige starben. Lord Lyndhurst, der dreimal Lordkauzler von England war und der gleich Gladstone fich mit Erfolg einer Staroperativ» unterzog. Er war damals 90 Jahre alt. Da«« Lord Brongham, der noch mit 83 Jahren fich a» politische« Debatten beteiligte. Endlich Lord Palmerston, gleichfalls ein Achtzigjähriger, der uns das Geheimnis enthüllt, wie er trotz eines Lebens voll Kummer und Arbeit ein so hohes Alter erreiche» konnte. „Ich habe stets", so pflegte er zu sagen, „am Abend mit meinen Kleidern auch meine Sorge» abgelegt. Diese töte«, nicht die Arbeit." I» Deutschland schdut die „Westminster Gazette" keine» nennens' wette» „Alten" gefunden zu haben, und doch hätte fie wenigstens einen gewifle» Goethe, Leopold v. Ranke und einen Herrn von Bismarck kennen sollen!
— Bahnsekretär. Diesen neuen Titel erhalten am 1. April nächstens Jahres in erster Linie die jetzigen Eisenbahn-Sekretäre, dann aber werden am 1. April alle diejenigen, in einigen Direktions- Bezirken vorhandenen zahlreichen Anwärter für Eisenbahn-Sekretärstelleu zu Bahn Sekretären befördeit, welche schon länger als 12 Jahre auf ihre Beförderung warten. Aber auch sämtliche jüngeren Anwärter solle» gleichzeitig befördert werden. In Petitionen der Betriebssekretäre ist wiederholt der Wunsch zum Ausdruck gebracht worden, diese Beamkenklaffe, an welche bezüglich ihrer Vorbildung und Leistungen dieselben Auforderurgen wie an Eisenbahn Sekretäre gestellt werden, diesen gleich zu stellen. Um dieser Forderung gerecht zu werden, soll eS sämtlichen Be- tciebrsekretäreu gestattet sein, »och nachträglich die für Eisenbahn-Sekretäre vorgeschriebeue Prüfung abzulegen und zwar vor einer Prüfungskommission, die am 1. April nächsten JahreS in Hannover ins Leben tritt.
Witter arische«.
* EinvortrefflichesHilssmittel, sich eine gediegene Kenntnis der französischen nnd englischen Sprache zu verschaffen und die auf der Schule erworbenen neusprachlichen Kenntnisse zu erweitern und zu vettiesen, ist vor mehr als Jahresfrist in einem Französisch-Englischen Lern-, Uebungs- und Unterhaltungsblatte entstanden, welches unter dem Titel: „Le Maitre Fran^ais — The Englisch Teacher“ im Verlage der Rengerschen Buchhandlung in Leipzig seit 1. Oktober int
Staune», Trotz und manche andere Meiunngs- und StimmnugSfärbunge» zur Geltung gebracht werden. Die Augen find der Spiegel der Seele, die Lippen, auch wenn fie stumm bleibe», das Verstands- und GefühlSventil am Mensche». Ein liebendes Paar bedarf der menschliche» Sprachlaute keineswegs, um fich lautlos zu verständigen; Ang' Versen» fich in Auge, die Lippen finde» im beseligende» Kusse die Brücke der Verständigung, da weicher, inniger Händedruck bedeutet Zuneigung, Treue nud Beständigkeit. Die auf die Herzgegend gelegte Rechte besagt ebenfalls Mancherlei, — fie spttcht zum Andern be- teuernd von Liebe und Treue, vom heftigen Schmerze oder von Freude, die da driuuen ungestüm poche».
Die gefaltete» Hände spreche» eine fromme, stille Bitte, die erhobenen, gerungene» Hände das Flehe» deS bedrängte«, des Verzweifelnden ans. Der horizontal fottgestreckte Zeigefinger ist der Befehl zur Entfernung, die geballte Faust eine stumme, aber nur zu deutliche, oft recht schmerzhafte Bedrohung; der nach innen gekrümmte, zur Brust geneigte Finger die Aufforderung zur Annäherung. Das — doch lautlose — Stampfen des Fußes deutet eine» herttschen Befehl oder den drohenden Ausbruch des Zornes an, während du sanfter Druck auf den Fuß der Geliebten das Zdche» verschwiegener, inniger Verttaultchkeit ist. Beim Willkomm wie beim Abschiede gilt daS Hände- schütteln mehr als hundert leere Worte, ebenso bd Abgabe eines feierlichen Versprechens. Der drohend erhobene Zeigefinger enthält eine ernste Warnung, dne Mahnung oder gutmütige Fopperei. Bedauern, Gleichgültigkeit werden durch kurzes mehrmaliges Achselzucken ausgesprochen; „Über die Achseln anschauen" bedeutet Wegwerfung, Mißachtung. Der Finger an der Nase oder die flache Hand an der Stirne besagen Nachdenken,
II. Jahrgänge erscheint. Die Leitung des Blattes befindet sich in den Händen des dnrch vorzügliche Erfolge mit der neueren Methode des fremdsprachlichen Unterrichts bekannten Oberlehrers Dr. Junker, welcher durch treffliche Wahl des Stoffes, wie durch sehr schätzbare Anleitung zur Verarbeitung desselben dos Blatt so vorzüglich gestaltet, daß jeder seinen Zweck erreichen kann.
* Zwölf geistreiche Parabeln von Ludwig Fulda, nach Form und Inhalt feingeschliffene Edelsteine satirischer Poesie, eröffnen das neueste (11.) Heft der illustrierten Zeitschrift „V o m F e l s z u m M e e r" (Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig), in welchem auch Wilhelm Jordan durch einen Beitrag voll tiefsinniger Poesie, „Lilienlehre", vertreten ist.
WiriU- na» z»trse»Hntt<U.
Frankfurt a. M., 1«. Juli- Biehmarkt. Der heutige Viehmarkt war mit 396 Ochsen, 66 Bullen, 682 Kühen, Stieren und Rindern, 166 Kälbern, 187 Hammeln, 813 Schweinen befahren. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qualität Mark 70-73, 2. Qual. Mk. 66-68, Bullen 1. Qual. Mk. 59-61, 2. Qual. Mk. 64-56, Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. Mk. 60—64, 2. Qual. Mk- 54—58- Alles per 50 Kilo Schlachtgewicht. Kälber 1- Qualität 70-75 Pfg-, 2. Qual. 05-75 Pfg., Hämmel 1. Qual- 63-65 Pfg., 2. Qual. 50 -54 Pf,., Schweine 1- Qual. 58—59 Pfg., t. Qual. 56-67 Pfg. Alles per */» Kilo Schlachtgewicht-
Frankfurt a- M-, 16- Juli- Am heMigen Markte war der Verkehr ohne Anregung und der Umsatz bet unverändert schwacher B-darffrage von bescheidenem Umfange. Angesichts befriedigender Ecnteausstchteu blieben Brodfrüchte überwiegend offerirf, haben jedoch gegen vorwöchentliche Nofiz keine P-eiSeinbutze zu verzeichnen. Hafer behauptete für effektive Waare und auf kurze Lieferung feste Haltung. Mais war ebenfalls fest, doch ohne lebhaftes Geschäft. Es notiiten nach Qualität: Weizen hiesiger und Wetterau-i Mk. 14,00—14,60, kuih-ffifcher Mk-14,00-14,60, russischer Mark 14,25-15,60, Redwinter Mk. 14,60-16,00 Laplata Mk. 14,20-14,60, Roggen, hiesiger Mark 13,00-13,25, russischer Mark 13,60-13,25, Gerste, Futtergerste Marl 10'/« -10'/,, Hafer, hiesiger Mk. bis ——, Württemb. Mark — i— bis —, bayerischer Matt —bis —, russischer Mark 14.00 bis 16.60, rumänischer und türkischer Mark 14,00—15,00, MaiS, mixed Mark 11,00 bis 11,40, Donaumai» Mark 10.60 bis 10.75. Alles per 100 Kilo netto effektiv loko hier.
Berlin, 16. Juli. Weizen mit Ausschluß vor Rauhweizen per 1000 Kilo loko 136—145 nach Qualität, Lieferung»- Qualität 140 Mk., per diesen Monat und per August 139,6-139—139,26 be,„ per September 140,5 bi» 139,76 bez., per Oktober 141,26—140,5 bez., per Dezember 142,5-142 bez. Gel. 160 Tonnen- Kündtg.- Preis 139,5 Mk.
Roggen per 1000 Kilogramm loko 117—124,6 n- Qual., LieferungSqualität 120,6 Mk., inländischer guter 118,5 bis 120,5 bez-, per September 120,75—119,7b—120,5 bez, per Oktober 121,26-120,6—120,76 bez-
Gerste per 1000 Kilogr-, große und kleine 92 165 nach OiiflL
Hafer per 1000 Kilogr. loko 130—164 xu Qualität Lieferungsqualität 133 M., pommerscher mittel bi» gute, 132-140, feiner 143—168, preußischer mittel bis gute: 130—140, feiner 141—166, schlesischer mittel bi» guter
dar Suchen in der Erinnerung; das Legen der Fingers auf den Mund befiehlt Schweigen, die Fingerspitze an die Stirn geführt heißt so viel, als man zweifelt am geistigen Vermögen seiner Gegenüber». Das sanfte Gleiten der Handflächen über die Magengegend bringt die Sättigung, die körperliche Behaglichkeit zum Ausdruck; die mit ausgestrecktem Arme nach außen gekehrten Handflächen bedeuten eine Ablehnung. Das Trommeln der Finger auf dem Tische ist der Ausdruck der Ungeduld.
Die altgriechischen Heiden flehten mit gen Himmel geöffneten Handflächen der Götter Schutz unv Hilfe an, die christlichen Völker beugen zur stummen Bitte sowie zum Danke das Knie. Der Kniefall der Liebenden ist die prompteste Liebeserklärung, der Kniefall des Verbrechers die Bitte um Gnade, die Kniebeugung am Hofe das Zeichen der Unterthänig- keit, des willenlosen Gehorsam». Die wildeste Ver- zweiflung bedarf nicht des angstvollen Nvtschreie», — sie spricht aus der Geberoe de« Haarrausen», die hämische Schadenfreude behm.'tf sich durch diabolisches Händereiben; ein mild.rer Grad spöttischer Schadenfreude ist das Aneinanderstreichen der beiden gestreckten Zeigefinger. Da« Wort von der geballten Faust in der Tasche ist ebenfalls dem Zeichenlexikon einzurechm, denn es kündet ohnmächtigen Grimm.
Der in die hohle Hand gestützte Kopf spricht von drückender Sorge, vvn Müdigkeit, das auf dm Unterarm geneigte Gesicht von Schlaf, wenn er nicht die Pantomime bitterlichen Weinens und Grames ist. Da» Aneinanderreiben der Innenflächen des Daumens und des Zeigefingers ist da« Zeichenwort für Geldzahlen und Geldzahlen, durch ausgespreizte F-nger »erden Ziffern und Zahlen ausgedrückt.
133—142, feiner 143—168, russischer mittel bi» guter 130-138, feiner 140—166, per diesen Monat 135,5 bi» 35 bez., per September 118,25-117,75 bez. Gek. 60 To.
Kündig-.Pr- 135 Mk.
Mai» per 1000 Kilogr. loko 100—112 nach Qual, per diesen Monat 99,5 Mk-, per September 100,6 Mk. Gkk. 50 To. Kündig.-Pr. 135 Mk.
Erbsen per 1000 Kilogr. Kochware 140-175 nach Qual., Futter wäre 124—144 nach Qual-, Viktoria-Erbsen 160 - 200.
Roggenmehl Nr. 0 u. 1 per 100 Kilogr- brutto ein« schließlich Sack per September 16,76—16,7 bez., per Oktober 16 8—15,76 bez.
Weizenmehl loko per 100 Kilogr. brutto einschließlich Sack Nr. 00 19,26—17 25 bez-, Nr. 0 17-16,5 bez. Feine Marken über Notiz bezahlt- Roggeumehl Nr- 0 u. 1 16—15,26, do. feine Marken Nr. 0 u- 1 17—16, Nr. 0 IV. Mark höher al» Nr. 0 u. L
Stettin, 16. Juli. Nachmittag» 1 Uhr- Weizen still, loko 131-136, per Juli 136 CO, per September- Oktober 139,00- Roggen unv., loko 114-122, per Juli 121,00, per September - Oktober 119,00- Pommerscher Hafer loko 121-135-
P e st, 16- Juli. Weizen loko flau, per Herbst 6,82 Gd., 6,83 Br., per Frühjahr 7,16 Gd-, 7,18 Br- Roggen per Herbst 5,16 Gd., 5,17 Br. Hafer per Herbst 6,04 Gd>, 6,06 Br. Mais per Mai-Juni 5,16 Gd., 5,18 Br., per Juli-August 1894 6,05 Gd., 5,97 Br.
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Neben der Finger, und Fuß'prache giebt es auch noch eine Nasensprache; e» sei hier nur an das Nasenrümpfen und an das Schlüßen der Nase durch oie Hand erinnert, durch welches verschiedene, wenig schmeichelhafte Nuancen de» Mißvergnügen«, der Mißbehaglichkeit, oftmals aber auch der Selbstüberhebung angedeutet werden. Die Sprache der Augen- brauen ist begrenzt; das Zusammenziehen derselben weist auf Groll, Zorn »nd ärgerliche Stimmung hin, da» Hochhinäusziehen soll grenzenloses Staunen besagen; die Stirnfalten sind weniger als Zeichen« oeuter wechselnder Gemütsstimmung und bestimmte Willensmeinungen zu betrachten; immerhin kann die jugendlich faltenlose Stirn sich kräuseln »nd dadurch Verdrossenheit andeuten. Ja, gereiften Alter dagegen haben für gewöhnlich die Zeit und ihre Stürme dauernd ihre tiefen Runen in die Stirnhaut eingegraben, so daß es fich bei faltigen Stirnen mehr um einen stabilen Ausdruck handeln dürfte.
So ersehen wir aus der vorstehenden kurzen Aufzählung, daß «eben unserer di» zur höchsten Vollkommenheit ausgestalteten Lautsprache unserer modernen Zeit fich eine ganz natürliche Zeichensprache erhalten hat, neben welcher sodann auch die nach bestimmten Grundsätzen ausgebildete Zeichensprache der Taubstummen zu erwähnen wäre. Jn- oessen ist diese letztere Sprache dn Produkt der ystematischen Schulung und mag deshalb hier außer Betracht bleiben. Auf jeden Fall aber haben wir zivilisieiten Europäer keinen Grund, Über die Zeichensprache transatlantischer oder südeuropäischer Völker ein besonders lebhaftes Erstaunen an den Tag zu legen. ______________