Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaur von Haasenstein u. Vogler in wtv Frankfurt <l M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf AA1A1 -CÖDig. Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. &
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
und Verlag: gohi Augi Koch, UniversttLt».Buchdruckerei in Marburg. Verantwortlicher Redakteur: Harry Finking in Marburg,
Redaktion uud LxpEou: Marit BL Fernsprecher Rr. 56. Vv Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 55.
Frankfurt «. M., Casiel, Magdeburg und Mosse in Frankfurt tu M., Berlin, München Daube ».Co. in Frankfurt tu M., Berlin, Hannover, Paris,
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und rw» A
1/w - Feiertagen. — Quartal-AbonnemeutS-Preis bei der Sxpe» .
JtO IKK. ditiou 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 28 Pfg, (exkl.
Freitag, 6 Juli 1894
Das Beschwerderecht des Soldaten.
♦ Marburg, 5. Juli 1894.
Se. Majestät der Kaiser hat im Armeeverord» guugsblatt „Bestimmung« über die Beschwerdeführuug der Personen bei Soldatenstandes des Heere» vom Feldwebel abwärts' veröffentlich« losien, in den« da» Beschwerderecht de» Soldaten eine bedeutende Erweiterung erfährt.
Die Hauptvorschrift lautet: „Es ist jede« Soldaten, welcher glaubt, daß ihm durch vorschriftswidrige Behaudluug, durch Borenthaltnog geldwerter Eegeustänt e oder auS einem anderen Grunde Unrecht zugefügt sei, sei eS von eine« Vorgesetzten oder Kameraden, gestattet, stch zu beschwer«. Die Beschwerde ist dem Kompagniechef unmittelbar und mündlich vorzutragen; richtet sie sich gegen diese» selbst, so ist fie bei dem nächstälteste» Offizier anzubringen.' Jeder, der beim Heer gebient hat, begreift sofort die große Wichtigkeit der hierin enthalten« Neuerungen.
Zunächst fällt in die Augen, daß die Beschwerd« euch gegen Kamerad« gerichtet werden können. ES hat fich nämlich herauSgestellt, daß in sehr zahlreichen Fällen vielbeklagte Mißhandlung« von älter« mit dem Dienst bereit» völlig vertrauten Leut« gegen junge und »»behilfliche Soldat« begangen worden find. Die neue Vorschrift bient also zum Schutze des junge» Soldat«; fie soll ihm von vornherein das Bewußtsein einflößen, daß er mit älter« Kameraden völlig gleich steht und daß fich der Dienst nicht unter rohen Uebergriffen vollziehen darf.
Die zweite Neuerung betrifft d« Instanzenweg. Bisher hatte fich der Soldat, der fich in sein« Rechten verletzt oder ungerecht behandelt glaubte, an dm nächst« Borge etzten, der Gemeine also an seinen Unteroffizier, zu wenden. Ueber den Erfolg seiuer Beschwerde erfuhr er nichts, es sei denn, daß er selbst wegen falscher Beschwerdeführung zur Rechenschaft gezogen werden mußte. Künftig soll die Beschwerde »»mittelbar au d« Kompagniechef gerichtet werden, diejenige Stelle also, welche selbst das größte Interesse « dem vorschriftsmäßigen Sange de» Dienstes hat «ab der die untere Disziplinargewalt anvertraut ist. Hierdurch wird die beste Gewähr gebot«, daß jede Beschwerde sachlich und möglichst rasch erledigt werde. Die Beschwerde wird mündlich vorgetragen; der Kompaguiechef berichtigt, wo »Stig, sofort unrichtige Rechtsauffaffnnge» oder unrichtige Dienstauffaffnng« eines Beschwerdeführers; diesem maß später die Ent- scheidung dienstlich mitgeteilt »erden.
-er TrotrtraLour.
Roman von Karl Savelsberg.
41) sRachdruck verboten.)
(Fortsetzung,)
Einmal, al» fie wieder munter plaudernd und scherzend die schöne Gegend durchstreift«, traf er sich, daß beide vorausgeritten warm, während Delphin Robert, Baron Blacatz und Herr Prrdigon, in ein «»regende« Gesprächsthema vertieft, zurückblieben.
„Ihr seid allzu bescheidm, Herr Troubadour,' sagte die Baronin, „cs liegt mir ferne, Euch Schmeicheleien zu sagen, aber ich glaube, Ihr haltet zu wenig von Euch selbst und verkennt Euren eigenen Wert- Ihr seid in Wahrheit ein Talent, ja sogar ein Genie. Während ein anderer Stund« aber Tage braucht, um ein Gedicht aufzubaum, zu schmieden, zu bearbeiten, zu läutern, zu verfeinern, singt Ihr da» so au» dem Stegreif, daß kein Mensch <• schneller und besser machen könnte.'
„Ich müßte vor mir selbst erröten, wenn ich Euch in diesem Irrtum ließe, Frau Gräfin. Wenn A auch andere Leute in dem Glauben lasse, daß >4 meine Lieder zu improvifierm pflege, will ich •w Euch doch nicht al» ein Schelm dastehm. So Met denn, daß Klappern zum Handwerk gehört, hoffe, daß Ihr mir drum nicht «miger gewog« mb. Da» Dichten ist eine Kunst, die mtt Geist, «rstand und Wissmschast geübt werden muß. Man *66 viel Fleiß darauf verwenden und ich schäme *ich nicht, mich dessen ebenfalls zu rühmen. Auch *4 pflege meine Lieder sorgsam aurzuarbeiten und i* feilen, doch thue ich da» im Stillen und ohne •kl Aufheben» davon zu ^machen Ich sage Euch £e» offen und ehrlich, obwohl dadmch der Nimbus, «r «ich dir her oieleicht in Euren Auge» umgab, »rstört wird.'
Zu diese« Geiste ist die ganze neue Verordnung gehalten. Str«ge Disziplin muß in jede« gut« Heere sei». Aber ihr uotweudigeS Gegenstück ist die Fürsorge von ob«, daß Jedem sein Recht werde und jede Ungerechtigkeit anSgeschloff« sei.
Politische Rundschau.
* Marburg, 5. Juli 1894. Wieder Einer!
Den mit der sozialen RevolMion frottrnifarenben Herren Pfarrern, mit deren Treib« wir unS unlängst eingehend beschäftigt hab«, ist ein neuer Gesinnungsgenosse erstanden in einem Pastor Faber. Derselbe fällte in einer öffentlichen Versammlung zn Greiz nach einem Vortrage des br kannten Extheologen von Wächter ein sehr sonderbare» Urteil über BebelS Schandschrist „Die Fran und der Sozialismus.' Pastor Faber bezeichnete nämlich dies, s einfältige und unerquickliche Machwerk als ein wertvolles und belehrendes Buch. Sodann wandte fich der Herr Pastor gegen die besitzenden Klassen, nrd überhäufte dieselben mit S ch m ä h u n g e n, die in einem anständigen Blatte ihrer Gemeinheit wegen nicht wiederzugeben f inb. Dagegen namte ber Herr Pastor bie Sozialdemokratie eine Partei bie er ehre, nnb bewies seine Unkenntnis ber Verhältnisse am gründlichstenbaburch, baß er bie „offene unb ehrliche Kampfcsweise der Sozialdemokraten" lobte. Bekanntlich wird die KampfeSweise der Sozialdemokraten im Puntte der Unauftichtigkeit, der Verleumdung, Verdrehung usw., kurz imHanttereu mit »ergifteten Waffen höchstens von ber Demokrat«- unb Zentrumspresse erreicht. Pastor Faber sched t jeboch seine eigme ob« charakterisierte Kampserwe.se für „offen und ehrlich' zu halt«; schlimmer ist die sozialdemokratische allerdings auch nicht! Wir hab« vielfach bei ähnlichen Verirrung« gebildeter Männer ideale Schwärmerei vermutet. Im vorliegenden Falle aber läßt fich auch ein anderer Beweggrund annehmen. „Nicht Schwär mgeisterei', schreibt die „Kons. Korr.", „möchten wir ein solches Auftreten nennen, sondern Streberei nach der Gunst unklarer Köpfe um jeden Preis. Diese Gunst wird dem mit solchen Mttteln danach Strebenden wohl augenblicklich werden; allein, wenn er hoffen sollte, damit auch Einfluß auf die so Umschmeichelten zu gewinn«, so würde er stch einer großen Täuschung bingeben. Mit derartigen Umschmeichelungen unb Strebereien arbeiten bie Herr« bet Göhreschen Schule nur ber Umsturzpropogauda in bie Hänbe, unb besser wäre es darum, wenn fie fich gleich dem „Genossen' von Wächter offen der Sozialdemokratie znwenden möchten.' Letzteres wäre allerdings „offener und ehrlicher'! Aber es ist d« Herr« ja darum
„Ihr seid ein eigenartiger Mensch, Petrol so ganz anders al» alle die andern. Wie sollte ich Euch Eurer Aufrichtigkeit wegen zürnen! Werdet Ihr mir wohl ebenso aufrichtig eine Frage beantwort«, die ich an Euch richten möchte?'
„Ihr kennt mich zu wenig, sonst würdet Ihr nicht daran zweifeln. Denn ich verabscheue die Lüge al« etwa«, da» eine» Ritters unwürdig ist.'
„Ich erwartete e» nicht anders von Euch. So höret. Ihr selbst habt mir erzählt von Suren früheren Schicksalen, von — Agne» von ©tarnet Eure Lieder atmen tiefe» Gefühl, fie find von einer Glut belebt, für die r» nur eine Erklärung giebt.'
„Und diese wäre?'
„O Ihr Schalk! al» ob Ihr da» nicht wüßtet. Ihr seid verliebt und ich glaube nicht fehlzuschlagen, w«n ich annehme, daß diese Agne» trotz aller Vor- kommnisse doch noch immer Euer Herz gefangen hält, daß fie e» ist, die Euch zu solch herrlichen Liedern begeistert und entflammt.'
Mit schüchterner Neugierde sah sie ihm in» An- gesicht, aber seine Blicke waren, abgewendet.
Peirol seufzte und schwieg.'
„Seht Ihr, ich hab'» errat«, doch mir scheint ich habe Euch »ehe gethan mit meiner Frage, da» wollte ich nicht.'
„Keineswegs, schöne Frau! Auf Eure Frage änn ich ruhig mit Rein antworten. Ich will nicht leugnen, daß fie meinem Herzen sehr teuer «ar, aber da» ist vorbei. Agne» von Gironet ist für mich so gut wie gestorben.'
„So ist e» eine andere, der« Lob Ihr singt.' „Da» leugne ich nicht.'
„Man sollte glaub«, Ihr wäret durch die eine Erfahrung klug geworden, hättet einseh« gelernt,
zu ihun, als Wölfe in Schafskleidern Harm- lose Lhristeuleute, bie von ihnen Gottes Wort höre» wollen, anznlockennnb sie mit ber fszialbemokratischen Pest anzustecken. Unbegreiflich wäre es, wollt« bie Kirchlich« Behörbm ein solche» Treib« auf bie Dauer bnlben; eS ist vielmehr zu hoff«, baß Pastor Faber in Bälde seinem württembergischen Genoss« von Wächter nachgeworftn wirb. Solche Elemente gehör« nicht in bie christliche Kirche!
Anarchist Ahlwarbt wendet stch jetzt nicht nur gegen die „Junker und Pfaffen' fonbern auch gegen bie Fürsten und die gesamte Weltordnung. Da» Ahlwardtsche Blatt „Der Bundschuh" mit dem Motto: „Wenn die Reform versäumt wird, tritt der Umsturz in Kraft', enthält die folgend« Sätze:
„Die wirtschaftliche, polittsche unb religiöse Knechtung ist eine immer deutlicher in das allgemeine Bewußtsein getretene Thatsache. Die ursprünglichen und noch jetzt ziemlich uneingeschränkt« Machthaber, wie Fürsten, Junker, Pfaffen, zu denen sich in neueren und neuesten Zeiten das liberale, mit Hebräern reichlich durchsetzte Geldbürgertum und Händlertum gesellt hat, haben es an Reden nicht fehlen lassen, daß ihn« das Wohl der Massen am allermeisten am Herz« läge. Sie haben auch dadurch zu Zeiten ihren Zweck erreicht, denn zu arbeitlosen Machthaberschaft« ist eine arbeitende und unwissende Menge unerläßlich. Nach und nach find jedoch die Massen durch die in einigen Generationen gemachten thatsächlichen Erfahrungen dahinter gekommen, daß die Sorge jener machthabenden Gesellschaftselemente um das Massenwohl eitel Heuchelei und Betrug und es jenen Elementen nur darum zu thun sei, sich ein willfähriges für fie Werte schaffendes Arbeitertum zu erhalten."
Hiernach ist eS begreiflich, daß das Hauptorgan der Sozialdemokratie dem anttsemitischen Rettor das beifällige Zeugnis ausstellt, „et habe seit ber Judmflinten-Affaire Fortschritte gemacht." Schärfer braucht stch der eingefleischteste Anarchist oder Sozialdemokrat nicht auszudrücken. Es ist daher sehr betrübend, daß einem solchen Burschen seinerzeit in Arnswalde von konservativen Männern Wahlhilfe geleistet Word« ist. Inzwischen werden die betreffenden Herren ja wohl eingesehen haben, auf welchem Irrwege fie damals wandelten!
Vom Berliner Bierkrieg liegt folgender Situattonsbericht vor: Beim Eintritt des Hochsommers erweist sich der Durst dem Boykott gegenüber unbotmäßig; die Schaar«, die an den Abenden und an den Sonntagen Erquickung nach den Strapazen der Arbeit und Erfrischung in der Julihitze suchen, greifen um so mehr zu den von der sozialdemokrattschen Parteilettung „verbotenen" Bier«, Äs bie Qualität „erlaubtet" von Tag zu Tag weniger ben Anforderungen des Gaumens und Magens entspricht. Die Bierkommisston, an deren Spitze sett Kurzem Herr Singer an Stelle des Her« Auer getreten ist, stimmt
daß wir klüger unser Leben ohne die vielgepriesene Liebe verbringen al» mit ihr.'
Erstaunt sah Peire zu der Baronin hinüber, welche bitter lächelnd fortfuhr: „Ein so kluger Mann wie Ihr, Peirol, sollte seine Vernunft besser zu Rate ziehen, anstatt wie ein Falter um da» Licht zu flattern, da» ihm die Flügel versengt und ihm schließlich erbarmungslos den Tod giebt. Da singt Ihr von Liebe und verherrlicht fie auf alle mögliche Weise. Das klingt gewiß recht schön, aber habt Ihr wohl auch schon einmal darüber nachgedacht, was Liebe ist. Al» Kinder lehrt man un» davon träum« — in der Jugend find unsere Gespräche, unsere Spiele voll davon. Wächst man heran, so schwärmt man von ihr mit vertraut« Genossen als vom Wesmtlichst«, was zum Leben gehört. Sobald man «ber in da» wirklich« Leb« eintritt und Erfahrungen macht, sobald man diesem un« gewisser- maßen eingeprägten Streb« fich hingiebt, dann fühlt man fich gewiß zehnmal unter zwölf getäuscht und elend- Glaubt mir, Herr Troubadour, die Wett ist nicht danach, daß man allzu eifrig in ihr die Verherrlichung der Liebe betreiben sollte.'
„Spricht Frau von Mercoeur wirklich au» Er- fahrung?' fragte Peirol, fie gespannt beobachtend.
„Nein! und ich hoffe, daß ich nie in d« Fall komme,' erwiderte fie bestimmt.
Peirol» Augm funkelten vor Erregung, er ahnte, war fie damit sag« wollte, sein Stolz »ar empfind- sich berührt.
„Ich gäbe zehn Jahre meine» Leben» darum," ägte er mit zitternder Stimme, „wenn ich einst frau von Mercoeur diese Worte widerruf« hören formte.'
Die schöne Frau hiett ihr Pferd au und schaute zurück.
darum wieder eine schärfere Tonart an: sie rühmt fich, durch zwei kleinere auswärttge Brauereien von Neuem Unterstützung erhalt« zu hab«, spottet über ben „Bettelsack', der zu Gunsten der Berliner Gastwirte geschwungen werde, unb mahnt die Genossen: „Verdoppelt Eure Aufmerksamkeit! Nirgends darf ein Tropf« Boykottbier getrunken werd«!' Am letzten Sonntag ergab sich, daß in der Hasenhaide und an ander« Stellen in weitem Umkreise Berlins, wo der „kleine Mann" im Kreise der Seinen Erholung sucht, zahlreiche in Verruf getijane Wirtschaften von Besuchern gefüllt waren. In den Kreis« der „Zielbewußten" hält man mit der Entrüstung darüber nicht zurück, daß ganze Klassen sonst „gutgesinnter" Genoss«, wie namentlich die der Bauhandwerker, sich an den Verruf nicht kehren. Ganz natürlich: die Zimmerleute, Maurer und Tüncher, deren Geschäft augenblicklich blüht, wollen für ihr gutes Geld auch gute» Bier trink«.
Der niederbairische Bauernbund.
Die Correspondenz des Bundes der Landwirte schreibt: Der Antrag des Grafen Kanitz muß wohl doch nicht so widersinnig und undurchführbar sein, als er von unseren Gegnern verschrie« wird. Sehen wir doch, daß immer weitere Kreise in demselben ein Mittel erkenn«, womit der Landwirtschaft geholfen werd« könnte. Kürzlich hat sich auch der niederbairische Bauernbund offen und deutlich zu dem Kanitzschen Antrag bekannt. Dies ist um so bemerkenswerter, als in dem bezeichneten Bund der genugsam bekannte Herr Dr. Sigl von Münch« einen sehr großen Einfluß ausübt und man auf sein Wort viel giebt. Seine Stellung zum Kanitzschen Antrag ist ja bekannt, wenigstens erblickte er noch vor nicht langer Zeit darin „ein Mittel, das Raubrittertum wieder herzustellen." Diesmal scheint man also auch im niederbarisch« Bauernbund nicht auf feine Stimme gehört zu hab«. Oder sollte sich etwa Herr Dr. Sigl selbst bekehrt haben?
ZumFalleHaa».
Immer noch von fich red« macht der jüngst erwähnt« „Fall Haa»' in Elsaß - Lothringen, wir mein« die That- sacke, daß ein deutscher Reichstags abgeordneter sein« Sohn auf die Schule von Saint Ehr geschickt Bat; neue:ding» wird darüber dem „Schwäbischen Merkur" geschrieben: Der Fall Haa» in Metz ist dadmch in ein neue» „Stadium getreten, daß e» sich herauSgestellt hat, daß der Reichstag»- abgeordnete für Metz, Dr. Haas, im Besitze sowohl der deutschen, als auch ber französischen Nationalität ist. Letztere hat er mit seinem Later, der ursprünglich Deutscher war, durch NÄuralifiiung in Frankreich erworben und nicht darauf verzichtet, als er später die deutsche Nationalität annahm. Je nach Bedarf nimmt er nun die eine oder andere Nationalität in Gebrauch. Bewirbt er sich um ein
„Wir find zu »eit voran«,' sagte fie kalt, die Zurückgebliebmen erwartend.
„Dessen kann ich mich nicht rühmen»' hörte man Herrn Perdigon lachend ausrufm.
„Darf man wohl wissen,' fragte die Baronin munter, al« ob nicht« vorgefallen, „wessen ein so tapferer Degm wie Ihr, Herr Ritter, fich nicht rühm« kann.'
„Weshalb nicht, schöne Frau? Herr Blacatz erzählte un» seine Liebesabenteuer, ich denke e» mir schrecklich langweilig, grade herau» gesagt, so von den Frauen angebetet zu werden, wie er fich dessen rühmt-'
Frau Affalide lachte, aber »Shrmd de« ganz« übrig« Ritte« blieb fie nachdenklich und zerstreut — und mehrere Tage lang ritt fie nicht mehr au«. Frau von Mercoeur sei unwohl, sagte man.
Al« fie wieder in der Gesellschaft erschien, bezeugte fie dem Sänger dieselbe unbefangene Freundlichkeit wie vorher; dieser aber hütete fich »ohl, fie falsch zu verstehen. Der Umgang mit der ebmso schön« wie stolzen Frau »ar ihm zu einem schmerzlich süßen Genuß geworden; daß dieser ihm in demselben Augenblick entzogen werd« würde, wo er seine Liebe zu bekmnen wagte, lag auf der Hand. Sr litt unsäglich unter dieser Leidenschaft, >ie zu verberg« er stch alle Mühe gab.
„Die Augm meine» Herz«»," fang er eint» Tage», „find auf fie gerichtet, die ich hoch verehre, wohin ich mich auch wend« mag; ich sehe xtw betrachte fie stet«, wo fie auch wandle; also glerche ich jener Blume, von der man sagt, fie «ende fich iet« der Sonne zu.'
Hortsetzuug W-)