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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

«aVftjpMiion ° ä.6"*1 Jllustrirtes Sonntagsblatt. Äebtitiim «ab* Expedition: Markt Li? Fernsprecher Nr. 56?

JZ 145.

Erscheint täglich außer au Werktagen »ach Sonn» und Fciertagen. Quartal-AbonnemeutS-Preis bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern L Mk. 25 Pfg; (exll. Bestellgeld). JnserationSgebübr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Pfg;, Reklamen für die Zeile 25 Pfg

Marburg,

Sonntag, 24. Juni 1894

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bnreanx von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosie in Frankfurt <u M., Berlin, München u. Köln; G. & Daube u. Co. in Frankfurt a. M Berlin, Hannover, Parisi

XXIX: Jahrg.

Zum bevor strheude« Oirartalswrchse machen wir noch besoudeis darauf aufmerksam, daß von allen in Marburg erscheinende» Zeitungen die Hverhessische Zeitung"

die einzige ist, deren Inhalt und Form derartig gehalten find, daß das Blatt unbedenklich jedem Mitgliede einer Familie in die Hand gegeben werden kann. Dieses Prinzip hat im Verein mit dem gediegene ».reich haltige» Inhalt dieObcr- hesfische Zeitung" zu dem in Oberhessen be­liebtesten Familienblatt im beste» Sinne dieses Wortes gemacht. Die von urs stets be­folgten Grundsätze, jede perönliche Tendenz auSzu- schließen und bet Behandlung sachlicher Strestftagc» mit Entschiedenheit in der Sache Frische und Vornehmheit in der Form zu ver­binden, haben ebenfalls zu der weiten Verbreitung und der große», noch stets wochseuden Beliebtheit beigetragen, deren fichOlerhe:fische Zeitung" in Hessen-Nassau und den angrenzenden Provinzen erfreut. Zu rechtzeitigem Sbonnemert laden ein,

Marburg im Juni 1894,

Anlag und Hiedaktlon dnHvny. Zeitung."

Sozialismus.

IX.

* Marburg, 23. Juni 1894.

Wenn Julius Vorster in seiner mehrfach erwähnten, gegen die sozialidealistische» Schwarmgeister uuserer Tage gerichteten Broschüre die unklaren und deshalb maßlosen Bestrebungen dieser Leute kurzweg als denSozialismus der gebildeten Stände" bekämpft, so heißt das »ach einem bekannte» Deutsche» Volks­wort das Ki»d mit dem Bade ausschütten. Wir habe» in de» vorausgegangene» Aufsätze», zu dene» uns die Vorstersche Broschüre den Anlaß gab, gezeigt, daß der wahre Sozialismus, der Sozialismus des gebildeten, denkenden und rechtlichen Mannes mit den Schwärmereien eines Natorp, Naumann n»d Schall ebensowenig gemein hat wie mit den Lehren der Sozialdemokratie. Die Bestreb»«gen beider Richtv»gen find einseitig, ebenso einseitig wie auf der anderen Seite der manchesterliche Individualis­mus. Echter Sozialismus aber kann und darf nicht ei»feitig fein das liegt schon im Worte. Die Sozialdemokratie vertritt lediglich die Lohnarbeiter nnd zwar nicht nur deren berechtigte Interessen, sondern ihre maßlose», von Agitatore»

Der TronbaLonr.

Roma» von Karl SavelSberg.

II) ^Nachdruck verboten.j

(Fortsetzung;)

So ließ denn die schöne Frau ihre Augen in dem festlichen Raume umherschweifen und musterte die Gesichter der Herren und Damen, die in der heitersten Stimmung plauderten und scherzten, be­sonder» wenn zwischen den einzelnen Gängen eine Pause eintrat. Die meisten waren ihr persönlich bekannt, die wenigen Fremden aber betrachtete sie mit doppeltem Jntereffe. Unter diesen war e» »or eilen einer, der ihre Aufmerksamkeit erregte, nicht nur weil er ein wirklich schöner junger Mann «ar, sondern hauptsächlich deshalb, «eil er so merkwürdig schweigsam blieb und seine Züge einen für seine Jahre ungewöhnlichen Ernst zeigten, der nahezu an Melancholie grenzte.

Gar zu gern hätte sie einen ihrer Nachbarn nach Namen und Stand de» schönen Unbekannten befragt, aber da» schickte fich nicht und deshalb zog sie vor, eine günstige Gelegenheit abzuwarten.

Gelangweilt horchte fie, »ährend ihre kleinen Hände ein Bruststück eine» gebratenen Kapaun« »erlegten, auf da» Gespräch der beiden Herren zu chrer Linken.

Und ich bleibe bei meiner Behauptung," sagte der Bischof eben,daß König Philipp August» Re- girrung eine segensreiche sein wird, wenn.er in Wirklichkeit die Reformen durchführt, die man von ihm erwartet."

Wer ist e» denn," erwiderte Guido von Cler­mont,der diese Reformen, wie Du e» nennst, »rwartet und fteudig begrüßen wird? Da» Volk. Wir aber, wir haben den Schaden davon. Glaube mir, Bruder, e» wird die Zett kommen, wo wir

künstlich erzeugte» uvd genählteu Wünsche uvd Begehre». Die Sozialidealisten soweit man überhaupt erkennen kau», was fie wolle» stoße» so ziemlich in dasselbe Horn. Beide Richtungen sind also gar nicht sozia­listisch, fie treiben vielmehr Mißbrauch mit dem Morte Sozialismus. Das Grundprinzip des echte» Sozialismus ist daS Recht, sei» Bestreben geht dahin, daß alle zu ihrem Reckte ko»men, und daS Mittel zur Erreichung dieses Zieles ist ihm der Staat. Der Sozialismus lehrt, daß der Staat befugt und verpflichtet ist, überall wo es «otwe»dig, zweckmäßig und mögl'ch erscheint, in daS teilt« schaftl'che Leben einzugreife», um alle berechtigten Jntereffkn dem Auslande gegenüber absolut, urter einander in genauer Abwägung ihres relative» Wertes zu schützen und zu fördern. Der relative Wert der Dinge ist der Gradmeffer ihrer Berechtigurg.

Daß der Sozialismus nicht international, sonder» nur »ational sein kann, ist »ach dem Gesagten selbstverständlich. Die Staats form tt ihm an und für fich gleich gütig. Er kann in jedes Staatswesen eingeschaltet werde», aus praktischen Gründen leichter i» eine Monarchie wie in eine Re­publik oder Demokratie. Je einfacher, je mehr kon- centiisch ein Staatswesen, um so besser! Für den Sozialismus gilt mit einer Abschwächung der be­kannte Grundsatz Friedrichs des Große». Er er­strebt alles für das Volk, kann aber die Mit­wirkung nur derjenigen Volkskreise gebrauchen, die soweit im Denken geschult find, daß fie de» Blick vom Besoadereu zum Allgemeinen erheben könne», daß sie die Ewzelinteressen insonderheit auch die eigenen im Zusammenhänge der Allgemeinheit zu beurteilen verwöge». Daher wendet fich der Sozia­lismus zunächst nicht au die Masse», sondern an die Gebildeten, mögen fie nun mit eigenem Kapital oder im Dienste fremden Kapitals arbeiten.

Solange die Welt steht, wird fie bei aller Ent­wicklung zum besseren stets unvollkommen bleibe». Dieser Satz gilt auch für daS wtttschaftliche Gebiet; es wird also stets soziale Fragen geben. Die Auf­gaben des Sozialismus find so mannigfach tote das wirtschaftliche Leben. Er erstrebt um einige seiner Aufgaben hervorznhebe» das gesunde Gedeihe« des GruudbefitzeS, des Bauernstandes, der Groß, iudustrie und des Kleingewerbes; er erstrebt eine menschenwürdige Lebenshaltung und eine gesicherte Existenz für die Lohnarbeiter vom Minister bis zum Tagelöhner, vom Professor bis zum Handwerker; er will auch daS Gedeihen des berechtigte» d. h. des

die früheren Zustände zurückwünschen werden. Ihr reilich, ihr Herren von der Geistlichkeit, habt nichts dabei zu verlieren."

Grade deshalb können wir die Sache vom umparteiischen Gesichtspunkte au» betrachten", lachte )er Bischof.Ich mcineiteil« teile vollkommen die Ansicht Sr. Majestät, daß da» ganze Gerichtswesen einer durchgreifenden Reform bedarf. Bi» jetzt hatte oder Gaugraf, jeder Herr eine» kleinen Bezirk» das Recht, mit dem Leben seiner Untertanen nach seiner Willkür zu schatten. Oft wurde nicht einmal ein Gerichtshof abgehallen, sondern der Schuldige ohne wettere» verurteilt und an Leib und Leben gestraft. Ich kann die» nur al» Barbarei bezeichnen. Aber elbst wenn in aller Form vorgegangen wurde, be- landen die Richter meist au« unfähigen, oft sogar ufällig zusammengewürfelten Menschen, die mit dem Angeklagten nicht viel Federlesen» machten, wenn auch nur der Schein gegen ihn war. Ich habe in tiefer Beziehung so meine Erfahrungen gesammelt. Jeder Mensch kann irren. Deshalb finde ich die Idee, einen obersten Gerichtshof zu gründen, an den zu appellieren jedem freisteht, sehr vernünftig. E« ist die» ein All von Humanität, der in der Geschichte Frankreich» mit goldenen Buchstaben verzeichnet zu «erden verdient"

Ein sarkastische» Lächeln umspielle Guido« Mund. Du redest in Steinern heiligen Eifer, wie Du es verstehst," sagte er,ich aber schaue weiter, mein Lieber und sage Dir: die ganzen Neuerungen find nicht» al» Politik." Seine Sttmme zu einem leisen Mstem dämpfend, fuhr er fort:Denn dadurch, die Vasallen an die Appellation an die könig- ichen Gerichtshöfe gewöhnt werden sollen, erhält die Krone Gelegenheit, fich in deren Angelegenhetten zu mischen. Die ganze Geschichte läuft nur auf eine

notwendigen Handels sowie der Börse in ihrer ur­sprünglichen Bestimmung als Vereiufacherin des Marktes; er bekämpft alle Parasiten wie z. B. denHaudel, soweit er, ohne notwendig zu sein, nur die von anderen geschaffenen Werte auSbeutet und dadurch in gleicher Weise auf den Produzenten wie auf den Konsumenten drückt, da» unredliche, von dem Marke der Nationen zehrende Börsentum, *)und den Wucher in seinen tausenderlei Formen. Ein kleiner Teil der soziale» Fragen find die Lohnarbeiterfrage», die den Sozialdemokraten und Sozialidealiste» ausschließlich im Kopf hervmspuke«. Wir habe» in den vorauf­gegangenen Artikeln die allerwichtigste der Arbeiter­frage», welche die Beschaffung der Arbeit betrifft, berührt und auf einen diskutablen Weg zn ihrer Lösung hingewiese».

Wir kommen nunmehr zum Schluß. Im Grunde genommen ist jeder Staat sozialistisch, den» daS Wesen des Staates ist im Sozialismus begründet. In Deutschland waren die sozialen Fragen eine zeitlang hinter de» nationale» und liberale» Bestrebungen zurückgetreten, heute drängen fie fich wieder mächtig in den Vordergrund. Unsere Zukunftaufgabe ist, das sozialistische Wirken des Staates zu erweitern und zu vertiefen. Eine Partei, die ihre Mitarbeit hierzu verweigert, ist gerichtet. Der Nationalliberalismus hat mit der Errichtung und dem Ausbau des deutschen Natio»alstaates und mi der Beseitigung der letzte» Reste des FeudalweseuS im Großen und Ganzen seine Misfion erfüllt. Von den kleinen Ausgabe», die ihm noch geblieben, kann er als Partei nicht leben. Er wird also nur da«» dem beka»«te» Schicksal des Mohren von Genua entgehen, weuu er wie der evolutionistische Kouser- vativismus auf dem Gebiete des Sozialismus, dem Kampfplotze der Zukunft, Partei ergreift. Hier kann er wieder Mittelpartei werden, wir er eS ftüher auf dem Gebiete der nationale» und liberalen Be­strebungen gewesen. Ganz anders ist es mit der Fraktion Richter, die eine» passenden Namen zeitlebens niemals gefunden hat. Eugen Richter hat seine Ver­gangenheit auf dem Gebiet absoluter Verneinung; wir glauben ihm auf diesem Felde auch «och eine Zukunft

*) Hieraus ergeben fich auch die Grenzen des wohl- begründeten Antisemitismus. Für den Sozialisten ist der Antisemitismus keine Religion- oder Raffen- sondern eine Wirtschaftfrage. Die oben als parafitisch bezeichneten Handels- und Börsenelemente rekrutieren fich fast ausschließ­lich aus dem Judentum; An einem jüdischen Fabrikanten, Landwirt, Handwerker, Gewerbetreibenden, Lohnarbeiter usw. haben wir, sofern er redlich und national gesinnt ist, nichts auszusttzeri;

Zentralisation be» Staate» und bet königlichen Ge­walt hinaus. Voilä tont.

Mag bem fein, wie es will," erwiberte bei Bischof,ich hatte bie Einrichtung eine« Reichs­gerichte» für eine Notwendigkeit. Der beste Beweis >afür ist das traurige Erlebnis be« jungen Herrn von Peirol, ber eines schweren Morde« verdächtig, obschon völlig unschuldig, zum Tode verurteill wurde und unter bem Galgen stehend in ber letzten Se­kunde wie burdj ein Wunder vor bem schrecklichsten Tobe gerettet würbe. Mich munbert« nur, daß er heute hier erschienen ist, da er in den zwei Jahren, welche er nun auf feiner väterlichen Burg verlebt hat, wie ein Einsiedler sich von allm Menschen zurückzog."

Ob ein Reichsgericht in seiner Sache ander« entschieden haben würde, ist sehr ftaglich," versetzte Graf Guido.Doch da wir grade von diesem Ibenteurer reden, wäre e« mir sehr interessant, ihn kennen zu lernen. So viel ich hörte, ist seine 83er» gangenhett eine sehr dunkle "

Mit nichtm," sagte der geistliche WÜrdenttäger eifrig.Seine Geschichte ist eine höchst wunder­bare. Al» kleine« Kind von fahrenden Leuten ge­raubt und von ihnen aufgezogen, verlebte er, nach- dem er diesen entflohen, sein Jüngling«alter bei einem Vasallen Wilhelm» be» Achten von Mont- Peplat, namen« von Gironet, welcher burch bie Hanb eine« Meuchelmörber« fiel. Durch eine Verkettung von Umständen nun würbe ber jugendliche Peire liefe« Morde« verdächtig und entging nur durch Zufall bem Tobe von Henkershand. Woburch ihm )ie Kunde seiner Herkunft wurde, Miß ich nicht. Eine« Tage« erschien er in Peirol und legitimierte ch al« ber rechtmäßige Erbe berer von Peirol.

Da sein Vater längst gestorben und auch sein

prophezeie» zu köuue». Sei» Eude wäre es, wollte er sich nach dem Rate des Berliner Tageblatt auf opportuuistische Kompromisse in sozialen Frage» ein» lassen. Sei» Stern wird in uenem Glanze erstrahlen, weuu mau ihn nach Ueberwindung ber verworrene» Uebergangssituatiou, i» ber wir zur Zeit stecken, als de» Zentralpunkt des Antisozialismus erkennt. Dau« wird fich der gesamte Heerbann des absoluten Schacher­machai von neuem um ihn scharen, und auch Rickert wird versöhnt zu seinem überlegenen Meister, der fein Grundprinzip nicht zweifelhaften Augenblickserfolge» opfert, zurückkehre». Die Fraktion Richter wird ihre Bedeutung auf dem sozialen Zukunstkampfplatz haben als die Partei der Verneinung. Eine Partei aber, die ihre Fahne auf einem längst verlasseuen Kampf­platz entfaltet und auf dem wirklichen Gefechtsfelde jede» »ach seinem Belieben sich herumhanen läßt, wie heute noch der Nationalliberalismus, verzichtet dadurch auf jegliche Bedeutung. Wir glauben jedoch, daß auch diese Partei, wann erst einmal junge Kräfte den im Jdeeenlleise ftüherer Zeiten lebenden alten Herren*) die Fahne entwunden haben werde», mit klingendem Spiel auf dem wahren Kampfplätze an» rücken wird; anderenfalls wäre sieein Bonmot von vorgestern." Was endlich die Sozialdemollatte und die heutigen antisemitischen Gruppen betrifft, so halten wir fie für Gebilde der UebergangSzeit, die zwar z. T. dem Staate sehr gefährlich werden könne», schließlich aber wieder verschwinde» werde».

Die Zukunft gehört dem konservativ-evolutio­nistische» Sozialismus. Seine Losung ist: Ent­wickelung nicht Umwälzung! Sein Endziel ist der wirtschaftliche Fortschritt der Nation und innerhalb der letztere» das Recht aller: nach außen Macht, im inneren Recht! Der feste Boden aber, auf dem wir stehen, ist und bleibt die unwandelbare Treue zu Kaiser und Reich! Harry Finking.

*) Wir denken hier speziell an Gneist, den innere» Leiter der nationalliberalen Fraktion; Bennigsen ist nur der Führer des Nationalliberalismus nach außen hin, der ge­schickte Unterhändler mit der Regierung und der glänzende Parlamentredner.

Wochen-Rückblicke.

V Marburg, 23. Juni 1894.

Die deutsche Politik hat im allgemeine» Ferien. Nm der BundeSrat setzt seine Thätigkeit noch fort; ihn beschäftigt das Unfallverficherunggesttz für das Handwerk nnd die Einführung eines zwölf- stündigen Maximal-Arbeittages für daS Bäckereige-

Oheim, von dem man munkelt, baß er bei ber Entführung be» Knaben seine Hand im Spiele gehabt habe, vor kurzem da» Zeitliche gesegnet hatte, beide ohne «eitere Nachkommen, so nahm er mit ber Einwilligung unseres Vetters, be« Delphin«, ber ihn zum Ritter schlug, Besitz von bem Erbe seiner Väter, ba« sich leiber in sehr verwahr­lostem Zustanbe befand. Ich gebe keinen roten Heller für sein ganze» Besitztum. Du siehst au« alle bem, baß ber junge Mann eine merkwürdige Vergangenheit hinter sich hat; den Eindruck eine« Abenteurer« aber hat er bi« jetzt nicht auf mich ge­macht. Doch überzeuge Dich selbst. Dort hinten ber junge Mann mit den langen Locken, mit dem auibruckvollen frischen Gesichte, just neben Beraut« Landvogt, dem wackeren Pelisfier, ber ist Peire von Peirol."

Durch bie interessante Erzählung ihre» Vetter» aufmerksam gemacht, hatte auch Frau von Mercoeur nach bem Bezeichneten hingespäht. Wie aber warb hr, al« fie in ihm den schönen Mann erkannte, ber chon «ährend be« ganzen Mahle« ihre Aufmerksam- kett erregt hatte!

Zufällig hatte Peire von Peirol in demselben Augenblicke nach dem Delphin Robert, feinem Gönner, hingeblickt. Dabei begegnete er ben lebhaften, be- rounbernben Blicken der Baronin, bie ihn neugierig musterte. Hierdurch auf fie aufmerksam gemacht, bemerkte er ihre außergewöhnliche Schönheit Ohne mit eine Wimper zu zucken, hielt er ihren Blick au«, seich daraus fich gleichgilttg abwendend. Doch onnte er e« nicht unterlassen, seinen Nachbar zur Linken zu fragen, wer die schöne Dame sei znnschen dem Bischof« und bem Delphin.

(Fortsetzung folgt)