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öchenlliche Beilagen: Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain.

*** KMUn mASflxl&on: siaiAsn?* Frn>sp»chrr Mr. 66.Jllustrirtes Eonntagsblatt.

verantwortlicher Redakteur: Harry Finkiug in Marburg Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 55.

JV» 136.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Som» und Feiertageru Quartal-Abonnemevts-Prei» bet der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfgi (exkl. Bestellgeld). Jnserationsgebühr für die gespaltene Zelle »der deren Raum 10 Pfgi, Reklamen für die Zelle 25 Pfgi

Marburg,

Donnerstag, 14. Juni 1894.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition düscs Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. Mi, Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt tu M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u. Eo. in Frankfurt tu M., Berlin, Hannover, PariSi

XXIX: Jahrg.

Ter Thronwechsel in Marokko.

W. C. Marburg, 13. Juni 1894.

Eine ausführliche Schilderung deS Lebenslaufs US soeben verstorbenen Sultans Mulei Hassan von Marokko, wie sie am besten der Hauptmann bei der ftanzöstscheu, Militärmissiou in Marokko, Jules Ercke- naun, gegeben hat, lohnt nicht der Mühe: sein Leben füllte feit seiner Thronbesteigung im September 1873 eine unaufhörliche Reihe von Feldzügen und -ämpfen. Sie führten ihn kreuz und quer durchs Land. ES handelte sich meist um Steuereintreibuugeu »der Befestigung der Sultansmacht durch Einsetzung imer Salbe »der Gouverneure. Die größten und nichtigsten Feldzüge Mulei Hassans waren die nach dem Sus 1882 und 83, wo er 43 Gouverneure einsetzte, und im vorigen Jahre die überraschende Expedition nach Tafilett. Mulei Hasiau war selbst- »erständlich ein Kind seines Landes, voller Vor- vteile und ohne irgendwelche Kenntnisse, die den descheidensten europäischen Maßstab vertragen hätten. 6r laS, sprach und schrieb keine andere Sprache, als die arabische, in ihr aber war er Meister, nud den größten Teil seiner Muße widmete er den hl. Büchern des Isla«, ihren Kommentaren, der arabischen Poesie Md Wissenschaft, vor allem der Astronomie und llstrologie. Freilich ließen ihm die Regierungsge­schäfte selbst wenig Zeit zum Studium. Als absoluter Herrscher über Leben und Eigentum seiner Unter- chanen erledigte er alle Regierungsgeschäste selbst, md zwar so gewissenhaft, daß auch die kleinste Reklamation ihm vorgelegt werden mußte. Die rtnzelnen Wochentage waren nach genauem Stunden- plan zu bestimmten Beschäftigungen eingetcilt, Sonntags gab Mulei Hassan im Stall des Palastes Audienzen, Nontags fanden Schießübungen im Palasthof statt, an denen er sich beteiligte, Mittwochs war Truppen- schau und Zahltag für das Heer, der Donnerstag »ar den Frauen gewidmet, und au- den dann ver­anstalteten Spielen beteiligte sich der Sultan gern, Freitags zeigte er sich auf dem Ritt zur Moschee dem Volke und Sonnabends fand gewöhnlich unter Leitung des Sultans ein langer Ritt in die Um» gebung statt, zu dem die gesamte anwesende Kavallerie mfgeboten wurde. Oft ist der Vorwurf nachgc- sprocheu und nachgedruckt worden, Mulei Haflan sei ein grausamer Despot, der zur Beftiedigung seines Llutdurstes Menschen morden lasse. Eia marokkanischer Sultan ist zwar kein Lamm an Güte und Milde wd Mulei Hasiau war es auch nicht. Aber er wie sein Volk kannten das nicht anders, und wenn er

di: Todesstrafe, die Sklaverei und die Bastonnade abgeschafft. Eisenbahnen gebaut, Europäer ins Land gerufen und seine Uuterthauen mit den Segnungen der christlichen Kultur beglückt hätte, s» hätten sie ihn wahrscheinlich beim ersten Versuch als Verrückten in eines der vielen Heiligengräber gesperrt. An seinen Anschauungen und denen seiner Umgebung gemeffen, «ar Mulei Hasiau ein milder und billig denkender Herrscher, und seine Herrscherzeit wird unter die wenigen guten Regierungen zu rechnen sein, die das Land zu verzeichnen hat.

Der plötzliche Tod deS Sultans mag tu Nord- Westafrika mancherlei Zwischenfälle herbetführen. Der Sultan hat sich in deu 21 Jahren seiner Regierung viele bittere Gegner gemacht. Mehrfach wurden Gift- Attentate wider ihn versucht, aber der Sultan hatte, wie dies im Orient nichts Seltenes ist, seinen Körper an verschiedene Gifte gewöhnt, so daß er immer mit kurzer Krankheit davon kam. Diesmal scheint die Dosts nun gehörig stark gewesen zu fein. Zum Sultan ist der 16 jährige Lieblingssohn des Ver­storbenen Abdul Aziz ausgerufeu, der wohl seinen Regierungsantritt mit dem an orientalischen Höfen üblichen Akt der Niedermetzelung seiner Brüder und Nebenbuhler beginnen wird, falls diese nicht rechtzeitig sich in Sicherheit zu bringen verstehen. Gefährlich find die zahlreichen, von dem verstorbenen Sultan nur mit großer Mühe gebändigten Raubstämme, die sicher die Gelegenheit wahrnehmen werden, ihre alte Unabhängigkeit und Abgabenfreiheit zu erringen. Es wird auch bereits von Raubanfällen auf Karawanen belichtet. Die Marokkaner find berüchtigt durch ihren fanatischen Haß gegen alle Europäer, eS wird also sehr angebracht sein, nach der Hafenstadt Marokko's »ach Tanger, Kriegsschiffe zu senden.

Bedeutsam ist der Tod des SultanS für die Händel mit Spanien. Bekanntlich haben die Spanier mit den unter marokkanischer Oberhoheit stehenden Riffkabylen bei Melilla einen langen Streit gehabt, der schließlich zu einem förmlichen KriegSzuge der Spanier nach Melilla führte. Der Sultan von Marokko befahl seinen Untertanen, den Kabylen, von den Feindseligkeiten gegen die Spanier abzustehen, aber die Kabylen kehrten sich nicht daran, und dem Sultan, der in seinem Lande genug zu thun hatte, fehlte die Macht, seine» Worten Gehorsam zu erzwingen. Die Spanier machten hierauf den Sultan von Marokko selbst für die Kriegskostenzahlung verantwortlich, und nach langen Verhandlungen erklärte sich dieser zur teilweisen Bezahlung der Kosten bereit, womit man in Madrid schließlich einverstanden war, da ein

Mehr doch nicht zu erreichen gewesen wäre. Die Marokkaner, welche die zu zahlenden Millinxen natürlich aufbringen sollten, waren mit den Ent­schlüssen ihres Sultans keineswegs einverstanden, und es ist leicht möglich, daß Rachsucht und Er bitterung sich vereinigt haben, um dem Fürsten das Gift beizubringen. Ob die Spanier nun ihre Kriegs­entschädigung erhalten werden, ist sehr fraglich, und die Notwendigkeit einer neuen kriegerischen Expedition liegt sehr im Bereiche der Möglichkeit. Dann würden aber auch Frankreich und England haarscharf auf- passen, damit Spanien nicht etwa bei Gelegenheit seines Exekutionszuges ganz Marokko behält. Werden aus dieser marokkanischen Angelegenheit auch wohl kaum für Europa ernste Dinge hervorgeheu, der Thronwechsel kann doch noch recht viel von sich reden machen, bis der Fall endlich zur definittven Regelung gelangt. Lüstern nach Marokko find Frankreich, Spanien und England längst, aber Einer gönnt eS dem Anderen nicht.

Politische Rundschau.

* Marburg, 13. Juni 1894. Rothschild in Transvaal.

Wer gelegentlich mit Besorgnitz auf die übermächtige Stellung des HauseS Rothschild hinwies, auf seine Be­strebungen, den Kupfer-, Quecksilber- und Petroleummarkt zu beherrschen, insbesondere auch auf daS Finanzmonopol dieses HauseS in Oesterreich, Ungarn und Brasilien, wo es als maßgebender Träger des Staatskredits erscheint, mußte es sich gefallen lasien, von den verschiedenen Organen der Börse der Uebertreibung, der Schwarzfärberei, ja der Kulturfeindlichkeit beschuldigt zu Werdern Jetzt erregen in- desien, wie dieTägl. Rundschau* konstatiert, die unersätt­lichen Bestrebungen des HauseS Rothschild selbst in un­befangenen Finanzorganen Bedenken und zwar unter dem Eindruck der Meldung, daß das HauS Rothschild, nachdem es an den Diamantfeldern von Kimberley gewaltige Beträge verdient hat, die Goldfelder im Süden von Transvaal aufzukaufen, die nicht verkäuflichen aber wenigstens unter seinen Einfluß zu bringen beabsichtige. Die Goldeizeugung am WitwaderSrand ist von 52'/- Millionen Mark in 1891 auf 106 Millionen M. in 1893 gestiegen und wird im laufenden Jahre auf 150 Millionen Mark zu stehen kommen. Gegenwärtig liegt diese Erzeugung in den Händen einer großen Zahl von Aktiengesellschaften DerDeutsche Oekonomist" berechnet den kapitalistrten Reingewinn jener Goldfelder auf mindestens eine Milliarde ohne daS Anlegc- kapttal. Nach den Schätzungen de» preußischen Bergraths Schmetßer haben die Goldvorräte im WitwaderSrand einen

Wert von etwa 7 Milliarden Mark. ES handelt sich an­nähernd um ein Drittel der Golderzeugung der Erde, also um ein Riesenunternehmen, an wrlcheS einzig und allein das genannte Welthaus denken kann. Wo eS bisher her­vortrat, hat eS alle Konkurrenz uiedergeworfen, in erster Reihe auf Grund seiner gewaltigen KapitalSübermachst Die Ausbeutung eines Soldmonopols in Transvaal würde zunächst den wonopolisirten und daher billigen Ankauf aller Produktionsmittel, des Bedarfs an fremden Jn- dustrieerzeugnifien, Lebensmitteln u. f. toi ermöglichen. Nicht weniger eingreifend jedoch wie in Transvaal würde ein RothschildfcheS Goldmonopol auf die Währungkverhält- nifle wie auf die Finanzpolitik der Kulturstaaten zurückwirken können, ebenso sehr zum L»rteil« Rothschilds und der Börsenspkkulaüon, wie zum Nachteile der einzelnen Finanz­verwaltungen und der produzierenden Bevölkerung. Roth­schild könnte je nach dem Bedarf seiner Spekulation die Goldausbeute finken oder steigen lasten und nach seinem Jntereste die heutigen WährungSschwankungeu leiten. Von seinem liberalen Standpunkt auS beklagt derDeutsche Oekonomist" solche Auswüchse deS Kapitalismus und ver­langt im Inten sie der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung, daß jenen Monopolbestrebungen deS Hauses Rothschild that- krästig entgegengetreten werdn DaS Blatt vergißt nur hinzuzusetzen, daß dieses thatkrästige Entgegentreten eben einen entschiedenen Bruch mit den Manchesterlichen Anschauungen bedeuten würden Mit dem bloßen Gehenlaffeu kommt man nicht einen Schritt mehr Weiteri

Die sozialdemokratische Taktik, um die sich wiederholt der Streit auf Parteitagen und Kongreffen drehte, wird gegenwärtig in ganz verschiedener Weise gehandhabt. In Städten und Jndustriebezirken tritt der sozialdemokratische Agitator radikal, revolutionär und atheistisch auf, in den Dörfern ist er der gemäßigte, volksfreundliche Mann, derden lieben Gott und die Re­ligion beiseite läßt" und der nur von wohlthätigen Re­formen, keineswegs von Umwälzungen spricht. So ist auch die Taktik der sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichs­tage, wo sie ausschließlich Industrie- und Handelsbezirke vettreteu, eine völlig andere als die der Sozialdemokraten in Einzellandtagcn. Eklatant ist der Unterschied namentlich zwischen der Sozialdemokratie in der Bayerischen zweiten Kammer und der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. ES ist mti Verwunderung bewirkt worden, daß die bayeri­schen LandtagSabgeordncten sozialdemokratischerLebens- anschaunng" geschlossen für das bayerische Budget gestimmt haben, während im Reichstage bekanntlich seitens der Sozial­demokraten stets die prinzipielle Ablehnung des Budgets erfolgt. Nur die Taktik ist für dieses widerspruchs­volle Verhütten maßgebend. Herr von Vollmar hat jüngst in München selbst bekannt, daß ihm die Tattik alles fest

Der Trottbadour.

Roman von Karl SavelSbergi

22) ^Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung;)

Wa» sollte er nun beginnen? Er nahm sich vor, an Herrn von ©tränet zu schreiben und ihn ft bitten, daß er ihn an einen seiner Bekannten »der gar an den fürstlichen Hof empfehle Daß dieser, nachdem sein Jätzorn verraucht, milder über sein Vergehen denken und nicht abgeneigt sein würde, für eine entprechende Unterkunft außerhalb seines hause» zu sorgen, bauen war Peire fest überzeugt.

Unbehelligt erreichte er die Stadt und das .schwarze Roß," wo er ermüdet von dem langen Marsch sich bald zur Ruhe begab.

Al» er erwachte, wunderte er sich nicht wenig, M» in den hellen Morgen hinein geschlafm zu haben; noch mehr aber erstaunte er über da» Ge­räusch vieler Stimmen vor seiner Thüre Auch Äaube er deutlich seinen Namen zu vernehmen k wurde die Thüre aufgerissen und herein traten eiet Häscher. Ehe er noch eine Frage stellen »der sich zur Wehr setzen konnte, fand er sich gänzlich in ihrer Gewalt. Kaum ließ man ihm Zett, sich an» ftkleiden. Wie der schlimmste Verbrecher wurde er Nfeffelt und geknebelt, ohne daß seine Frage, wer- halb man ihn gefangen nehme, beantwortet worden väre. Al» er bleich, aber gefaßt sich in sein Schick- hl ergebend, mit seinen Wärtern die Straße betrat, hatte sich hier bereite eine große Menschenmenge »ersammelt, aus welcher ihm unverständliche Ver- vünschungen laut wurden und mancher Arm sich höhend gegen ihn erhob. Er war daher froh, al» Re das Rathaus erreicht hatten und die Thüre des Gefängnisses sich hinter ihm schloß.

Vergeblich sann er hin und her, was er ver­

brochen haben könne, er war sich keiner Schuld be­wußt. Da mußte offenbar eine Verwechslung vor­liegen, irgend ein Irrtum, der sich gewiß bald auf- klären würde. Doch der Tag verging, ohne daß sich ein Mensch um ihn kümmerte. Richt einmal Speise und Trank reichte man ihm. Ermattet von der Aufregung über die Ungewißheit seines Schick- sals, von Kälte, Hunger und Durst geschwächt, legte er sich, als das nur spärlich durch ein schmales Eisengitter in sein feuchtkaltes Gefängnis eindringende Tageslicht erloschen, endlich auf das halbfaule Stroh nieder, das er in einer Ecke vorfand. Aber an Schlaf war nicht zu denken, denn ein paar lang­geschwänzte Ratten huschten mehrmals über ihn weg; ja, als er einmal nach einer dieser Bestien griff, biß sie ihn wütend in die Hand, so daß er aufsprang und in dem engen Raume auf und ab ging, bis der Tag anbrach.

Endlich schien man sich seiner zu erinnern; ein Wärter brachte Brot und Waffer, dann war er wieder allein Da» Waffer war ftisch und rein, es erquickte ihn, da» Brot war hart und trocken; er verzehrte einen kleinen Teil davon, den Rest legte er auf da» Gesims des Fensters, damit es nicht die ekelhaften Besucher der verflossenen Nacht anziehe, die mit der zunehmenden Helle verschwunden waren. Da nicht anzunehmen war, daß sie vor dem Abend wiederkehren würden, legte er sich nun­mehr nieder und schlief einen unruhigen Schlaf, bis da» Geräusch der sich knarrend öffnenden schweren Thüre ihn weckte.

Zwei Häscher traten ein und forderten ihn auf, ihnen zum Verhör zu folgen. In dem Gerichts» zimmer endlich erfuhr et wessen man ihn beschuldigte. An einem schwarzbehangenen Tische, auf dem ein Totenkopf zwischen zwei brennenden Lichtern einen

gar schauerlichen Anblick gewährte, saß inmitten schwarzgekleideter Richter und Schöffen Graf Wilhelm selbst, der mit finsterer, unheilverkündender Miene den eintretenden Gefangenen ins Auge faßte. Dann gab er dem zu seiner Rechten fitzenden Richter, einem ehrwürdigen Greise namens Gofftoy ein Zeichen, mtt dem Verhör zu beginnen.

Rach den Üblichm Fragen über Name, Herkunft und Alter, die Peire mit vor Erwartung bebender Stimme der Wahrheit gemäß beantwortete, kam man endlich zur Hauptsache.

,®8 ist uns bekannt," begann der Richter,daß Ihr am verflossenen Sonntag von Eurem frütjern Dienstherrn, Guillem von Gironet, au» Gründen, die hier unerwähnt bleiben mögen, mit Schimpf und Schande seid weggejagt worden. Am nächsten Morgen seid Ihr mit einem un» schon lange ver­dächtigen Subjekte im schwarzen Roß eingekehrt. Wo habt Ihr jene Nacht zugebracht."

In der Hütte diese» Manne», da ich mich im Balde verirrt hatte. Meine Absicht war an jenem Abend, Mont- Peylat zu erreichen."

Wo liegt diese Hütte?"

Mitten im Walde, Herr, in der Nähe de» Meerbusen». Sie liegt so versteckt, daß sie nur schwer aufzufinden ist. Ich selbst würde rhne jenen Menschen den Weg dorthin kaum wiederfinden.

Kanntet Ihr diesen Mann schon vorher? Wie ist sein Name?"

Ich sah ihn nur ein einzige» Mal als Hausierer auf dem Schlosse; er nennt sich Francois "

Er schien Euch wohl der rechte Mann, um Eure Rachepläne ausführen zu helfen?"

Mein Herz weiß nicht» von Rache, Herr! Sie sollte ich

Schweigt und beantwortet nur, wa» Ihr ge­

fragt werdet. Erbost über den Euch angethanen Schimpf verließet Ihr da» Schloß mit der Absicht, Euch an dem Ritter zu rächen und suchtet jenen Hausierer auf, mit dem Ihr schon früher auf der Burg heimlich verhandelt habt. Derselbe ist am folgenden Tage, jedenfalls von Euch gesandt, um zu spionieren, auf Schloß Gironet eingekehrt und suchte Euch am nächsten Morgen wieder auf. Das war am Dienstag. Mittwoch Abend habt Ihr dis Stadt verlassen und seid in der Richtung gen Gironet gesehen worden. Wo habt Ihr den Abend zu- gebracht?"

Mit feierlich gehobener Stimme hatte der Greis diese Frage gestellt, die, wie jeder erwartet hatte, den Delinquenten in sichtliche Verwirrung versetzte.

Obschon Peire nicht wußte, weshalb man diese» Verhör mit ihm anstellte, war e» ihm doch klar, daß es sich um etwas Ungeheuerliches handeln müsse, um einen Diebstahl oder Mord, für dessen Thäter man ihn ansehe. Keine Macht der Erde aber würde ihn bewegen haben, zu verraten, daß er Agne» von Gironet aufgesucht. Eher würde er die grausamsten Qualen erduldet haben, ehe er die Geliebte bloßge­stellt hätte. So mußte er denn zu einer Unwahr­heit die Zuflucht nehmen und sagte, nachdem er seine Fassung wiedergewonnen hatte:

Ich habe einen Spaziergang in den Wald gemacht." Habt Ihr dabei mtt irgend jemand gesprochen?" Nein."

Wißt Ihr auch nicht, was unterdessen ge­schehen ist?"

Nein. *

"®a8 lügst Du, Elender," rief Graf Wilhelm aufspringend, da er seinen Zorn nicht länger zu bemeistern vermochte.Kannst Du noch leugnen angesichts diese» Beweise»?' (Forts, folgt)