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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Benmtworütcher Redakteur: Harry Finkiug in Marburg Redaktion und Expedition: Markt 21. Fernsprecher Nr. 58.
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Polttische Rundschau.
* Marburg, 12. Juni 1894.
Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs.
Bezüglich des von der Regierung in Aussicht gestellten
Gesetzes zum Schutze gegen den unlauteren Wettbewerb
Maßregel und ein ganzer Beweis für die bedauerliche Erscheinung zu erblicken, daß man in maßgebenden Kreise« noch immer bestrebt ist, dem abgelebten und allseitig als verderbenbringend verutteilten Manchestertum Zugeständnissr zu machen. Damit aber ist dem so oft verttösteten Handwerke nicht gedient. Nur ein offener vollständiger Bruch mit dem Manchestertum kann dem schwergeprüften Kleingewerbe Besserung bringen. Erhebungen und Erörterungen sind zudem seit Jahren reichlich gepflogen worden, sodaß nunmehr der Anspruch auf ein ungesäumtes gesetzgeberisches Vorgehen wohl gerechtfertigt ist.
Dir Rückkehr Englands zum Protektionismus
macht Fortschritte Das Oberhaus nahm mit 49 gegen 26 Stimmen die zweite Lesung der Bill, welche fordert, daß alle iwpoittrtcn Maaren die Bezeichnung des fremden Ursprungs tragen, und die Einfuhr der in fremden Gefängnissen fabricitten Gegenstände beschränkt, am Im Laufe der Debatte bekämpfte Playfair die Vorlage energisch als eine protektionistische, was jedoch nicht hinderte, daß die Vorlage, wie eben erwähnt, mit großer Majorität angenommen wurde. Es hat sich eben auch in England ein Umschwung der Anschauungen auf wirtschaftlichem Gebiete vollzogen, wohl eine Folge der energischen Agitation der sogenannten „Fair-Trader" gegen den Cobdenklubi
Ein Verfassungskonflikt
ist in Brüssel ausgebrochen. Nach einer Verfassungs- besttmmung sollen die Sitzungen nicht über den 12. Juni hinaus ausgedehnt werden. Trotzdem beabsichtigt die Regierung den Gesetzentwurf betreffend die Eingangszölle noch, zur Verhandlung zu bringen. Die Linke, welche diesen Gesetzentwurf bekämpft, will nun die Beratung auf Grund jener Verkassungsbestimmung hintertreiben. DieAbsttmmung über den Antrag des Finanzministers, an die Spitze der nächsten Tagesordnung den Gesetzentwurf betreffend die Eingangszölle zu setzen, wurde vorgestern in der Repräsentantenkammer dadurch unmöglich gemacht, daß die Liberalen den Sitzungssaal verließen. Die Parteikonferenz der Linken beschloß den soforttgen Austritt aus dem Parlament. Man glaubt, der König werde das Ministerium entlassen und ein Geschäftsministerium berufen. Dem widerspricht jedoch die Meldung, daß der Minister des Innern erklärte, die Kammer würde, ungeachttt des Beschluffes der Linken, fortfahren zu tagen.
Die italienische Kabinettskrise
chleppt sich von Tage zu Tage Wetter, und das einzige Ergebnis, welches fie bislang zu Tage gefördet hat, besteht in der Wahrnehmung, daß außer Crispi eigentlich niemand unter den irgend welche Geltung besitzenden Politikern des Landes hinreichenden moralischen Mut besitzt, offen mit der vollen Wahrheit hervorzutreten. Diese Wahrhett aber
erste Ergüsse ja auch die „Zukunst" veröffentlicht hat, angehört. Allein Herr Naumann hat aus früheren besseren Zeiten, als noch nicht das „Studium" der sozialdemokratischen „Wissenschaft" seine Gedanken verwirrt hatte, noch manchen Anhang, und darum müssen seine Ausführungen, auch wenn sie in Hardens „Zukunft" abgedruckt sind und nächstens wohl in der sozialdemokratischen Revue „Neue Zeit" zu finden sein werden, ernste Zurückweisung erfahren.
Herr Naumann erwähnt die bedenkliche» Aussprüche des Profeffors Weber auf dem Evangelischsozialen Kongreß, wonach der Klassen kam pf auf dem Lande vorhanden sei und durch die Anteilnahme der Pastoren unterstützt werden müsse. Die Gewährung der Koalitionsfreiheit für Landarbeiter sei, so behauptet Weber, selbstverständlich. Hierzu schreibt Naumann: „Der Geistliche soll die ländliche Proletarierbewegung, die nun doch einmal kommt, an der kein Kanzler und kein Majoratsherr mehr viel ändern kann, für den Anfang in seine Hand nehmen, damit sie gesittet und geordnet bleibt — eine Aufgabe, die der persönlichen Kraft des Vertreters der Kirche das Höchste zutraut. Ob die Geistlichen des Ostens das leisten können, was Weber von ihnen verlangt, ist uns augenblicklich noch aus mehreren Gründen zweifelhaft, aber wir danken es ihm' wenn er so groß von ihnen denkt. Es wird ihren Charakter stählen und wird sie fest machen gegen Drohung und Schmeichelei.."
Statt also auf die wirkliche Aufgabe der Landgeistlichkeit hinzuweisen, die doch darin besteht, den Frieden zu predigen und zu wahren, ruft Herr Naumann die Landpastoren als Mitstreiter im Klassenkampfe auf! Wer ist schlimmer, Herr Singer oder Herr Naumann? Wir glauben der Letztere. Von Singer weiß jeder, was er für ein Endziel im Auge hat, von Herrn Naumann weiß man es nicht. Von einem evangelischen Geistlichen aber erwartet ein Christ, daß er sich als Stütze von Altar und Thron erweise, daß er sammle und nicht zerstreue, daß er als Friedensbringer, nicht als Kampfanstifter auftrete; diese Erwartung täuscht Herr Naumann. Möge die evangelische Geistlichkeit, insbesondere die jüngere, also vor Versuchen ä la Naumann sich hüten.
Ein Versucher.
K.K. Marburg, 12. Juni 1894.
Es kann einem Zweifel nicht unterliege», daß der evangelisch-soziale Kongreß durch seinen ersten Generalsekretär, den infolge mannigfacher Reklame und be- bevklicher Unternehmungen bekannten angeblich liberale», thatsächlich aber demokratischen Herr» Göhre, mf cme schiefe Ebene geführt worden ist. Das hat insonderheit die nur agitatorischen Beweggründen ent- spmngene sogenannte Agrarer guete des KougreffeS gezeigt, die Herr Göhre angeregt hat und vermittel deren die Laudpastoreu in die Netze der mit de Sozialdemokrie liebäugelnden jüngeren Elemente, von denen sich der charaktervollste, der Kandidat »on Wächter, ehrlich zur Sozialdemokratie bekannt hat, gelockt werden sollten.
Den Landgeistlicheu wurde zugemutet, hinter dem Kücken der Brotherren deren Arbeiter über Lohn, »irtschaftliche Lage, Behandlung und dergl. aus- znforsche». Daß eiue solche „Erguete" nicht nur die Arbeiter stutzig zu mache», ja sie förmlich zu «dolutionieren geeignet war, sonder» daß fie auch das Vertraue» der ganzen Landgemeinde, auf die der Geistliche angewiesen ist, hätte erschüttern müssen, ist garuicht zu bestreiten. Die Pastore» waren denn wch mit wenig Ausnahme« viel zu klug und viel zu gewissenhaft und ehrlich, als daß fie den Göhreschen Lersuchuugen hätte» folge» wolle» und können. Ganz minimal war die Ausbeute der „Enquete" und kiud- lich ist es, daraus Schlüsse ziehen zu wollen.
Solche Schlüffe find allerdings nicht bloß von Herrn Göhre und von Herrn Professor Weber in teudenziös-liberaler Manier gezogen worden, sondern dadurch mancherlei bedenklicheKundgebnnge» bereits tekaunte Pastor Raumaun - Frankfurt a. M. hatte sogar deu Mut, sich mit dem genannten Euquete- Unternehme» zu identifizieren und seinerseits a« die Landgeistlicheu als Versucher herauzutreteu. Eiue «ffchtedene und ernste Warnung vor diesem Versucher ist darum unbedingt am Platze.
Zwar hat Herr Naumann seine Auslassungen in da „Zukunft", dem Tummelplätze großer und Leiner Skandalmacher, niedergelegt, und schon dieser Umstand dürfte weiten Kreisen offenbaren, daß der genannte Herr mit Unrecht Anspruch darauf macht, im Namen „der" Geistlichkeit zu sprechen, daß er vielmehr der Spielart Göhre-von Wächter, dessen
hätte? Aber nein, Agnes selbst hatte ihn ja hierhin gebeten. Vorsichtshalber zog er das Stilet aus der Scheide und betrat den dunklen, niedrigen Gang, an deffen Ende er einen matten Lichtschimmer erblickte.
Wie groß war seine Freude, als er hier Enriko vorfand, der ihn gar herzlich und stürmisch begrüßte. „Es geht alles gut," flüsterte er. „Herr von Gi- ronet hat mit seinem Sohne und Uc Brunel zu einem Spaziergange die Burg verlassen, seine Gattin ist mit den Frauen auf dem großen Saale und meine Kameraden habe ich auf der Rüstkammer beschäftigt. Auch Frau Christine ist für eine Stunde beiseite geschafft, Du stehst, wenn nichts Besondere« passiert, find wir vor Entdeckung sicher. Du wirst Fräulein Agnes allein in ihrer Kemenate finden; ich selbst werde Wache halten. Ein Glück ist'» nur, aß ihr Zimmer grade am Ende des Korridors legt, in den dieser versteckte Gang mündet. Für alle Fälle sei vorsichtig und bleibe nicht länger als eine Viertelstunde."
„O Bruderherz, wie kann ich Dir je diesen Liebesdienst vergelten?" erwiderte Peire, den Freund umarmend. „Doch nun komm, jede Minute ist kostbar."
Leise stiegen fie die enge schmale Wendeltreppe empor, bis fie vor einer mit Eisenwerk beschlagenen Thüre standen, welche sich nach einem Druck auf einen versteckten Knopf um sich selbst drehte und dann selbftthätig schloß Wer ihr Geheimnis nicht kannte, hätte hier niemals einen Ausgang vermutet, )cnn ihre Fugen wurden durch die Täfelung der den Gang abschließenden Wand verdeckt, so daß auch das geübteste Auge ihre Spuren nicht entdeckt hätte.
Gleich darauf stand Peire der Geliebten gegen«
schreibt die offiziöse „Neue Reichskorresp.": „Man darf sich eine gesetzliche Regelung der Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes nicht leicht denken. In Frankreich kennt man ein zu diesem besonderen Zwecke konstruirtes Gesetz nicht. Dott wird die concurrence deloyale hauptsächlich au" Grund einer allgemeinen Gesetzesbestimmung durch die Praxis der Richter eingedämmt. Die ftanzösischen Gerichte wenden gegen solche unredlichen Praktiken die schärfsten Sttafen an und haben so einen Zustand im Erwerbsleben geschaffen, zu dem wir in Deutschland, wo eine ähnliche Praxis der Gerichte auf Grund allgemeiner Vorschriften auch möglich wäre, aber sich nicht eingebürgert hat, nur durch Schaffung eines Spezialgesetzes kommen können. Das Gesetz wird sich der Hauptsache nach auf drei Punkte richten müssen. Einmal wird die Anpreisung von den Waren thatsächlich nicht innewohnenden guten Eigenschaften verhindert werden müssen, sodann die Ausnutzung von Geschästsbeziehungen Anderer und drittens die Diskreditirung der Konkurrenten. In die zweite Kategorie würde der Schutz der Fabrik- und Geschäftsgeheimnisse fallen, welchen die deutsche Industrie schon lange gewünscht hat, dessen Konsttuirung aber die Regierung bisher nicht unternommen hatte. Wenn der Schutz, den man auf den: ganzen Gebiete schaffen will, wirksam sein soll, so wird man sich mit strafrechtlichen Vorschriften nicht begnügen dürfen, sondern man wird auch die ‘ zivilrechtliche Seite, namentlich die Entschädigung für zugefügte Verluste, in Betracht ziehen müssen. Schon die Formulirnng dieser Vorschriften an sich wird recht schwierig sein. Denn man muß bedenken, daß es sich hier um eine Regelung handelt, die, wenn sie zu schroff erfolgt, auch berechtigten Wettbewerb leicht unterdrücken kann. Und das wird man auf alle Fälle vermeiden müssen. Sodann wird das richtige Maß zwischen dem sttafrechtlichen und zivilrechtlichen Schutz innegehalten werden müssen und schließlich wird auch die richtige Anpaffung der Strafen an die Schwere der unredlichen Manipularionen Schwierigkeiten machen. Jedenfalls ist die Arbeit zur Herstellung eines solchen Entwurfes keine leichte. Es ist aber zu hoffen daß es gelingen wird, schon so frühzeitig zu deffen Aufstellung zu gelangen, daß der Reichstag in seiner nächsten Session sich mit dem Gegenstände beschäftigen kann. Wenn irgendwo, so ist hier Eile geboten."
Zur Handwerker-Organisation.
In der Preffe wird die Nachricht verbreitet, das preußische Handelsministenum bereite eine Organisatton des Handwerks mit doppeltem Boden vor. Es soll nämlich die Absicht bestehen, die Jnnungshandwerker und die Nichtinnungshandwerker gesondert zu organisieren. Ein solcher Versuch wird ohne jeden Zweifel fehlschlagen und es wäre schade um die Mühe für die Vorbereitungsarbetten dazu. In einer solchen zwiegespaltenen Organisatton wäre doch nur eine halbe
über und drückte die heftig Weinende an seine Brust.
„O Peire! Ich war so allein, so grenzenlos allein und vereinsamt! Man schließt mich ein, als ob ich das größte Verbrechen begangen. Da litt es mich nicht länger, ich mußte Dich sehen, Dir noch einmal in Deine treuen Augen blicken. Ich weiß, daß es unschicklich ist Dich hier zu empfangen; aber ich glaube, unser Herrgott da droben fleht'« nicht für eine Sünde an. Und Du? Denkst Du nicht gering von mir?"
„Wie könnte ich?" flüsterte er innig und drückte ihre Hand gegen seine Brust. „O wüßtest Du, wie namenlos glücklich Du mich durch Deinen Brief gemacht hast! Mag nun kommen, was da will, Deine Liebe wird mich aufrichten und stark machen. Nicht rasten will ich noch ruhen, bis ich eine Stellung errungen, die alle Bedenken Deines Vaters beseitigen muß. Drum verzage nicht, Geliebte, Dir, nur Dir wird meine ganze Seele angehören mein Leben lang bis zum letzten Atemzug. Sprich, willst Du mir vertrauen, mir treu bleiben wie ich Dir?"
„Ja!" erwiderte fie, seine Hände herzlich drückend, und richtete sich hoch auf. „Ja, auch ich will stark sein und geduldig harren, bis Du wiederkommst. Ich kann es ja nicht denken, daß Gott uns sollte zusammengeführt haben, um uns nun zeitlebens zu trennen. Nein, Peire, wir werden uns Wiedersehen und dann — dann soll sich eine neue Welt uns austhun, die glückselige, freie SEelt unseres Glückes!"
Ihre Hände auf seine Schulter legend, sah fie ihm innig ins Auge.
Da klopfte es leise an die Thüre.
„O Gott, schon so bald!" flüsterte fie, innerlich erschauernd.
Sanft löste er ihre Hände von seinen Schultern
Marburg, Mittwoch, 13 Juni 1894
und sprach: „Es muß sein, Geliebte! Ich selbst fürchte nichts, aber Deinetwegen — bedenke Deinen Ruf — wenn man uns hier überraschte!"
„So geh, geh!" drängte sie. „Du hast Recht, es wäre schrecklich."
„Noch eins!" Er hatte ihre Hände ergriffen und fie fühlte, wie er ■ einen Ring an ihre Hand chob, einen schmalen Reifen.
„Nimm diesen Ring," sagte er. „Er sei Dir ein Zeichen meiner Treue, meiner heißen Liebe, wohin mich das Schicksal auch verschlagen möge. Wann ich ihn einst einlösen werde, das weiß Gott allein! Und nun leb wohl, mein süßes, mein einzige» Lieb!"
Einen innigen langen Kuß noch drückte er auf ihren Mund, dann riß er sich los.
Es klopfte zum zweiten Mal.
„Leb wohl!"
„Leb wohl!" Schon stand er an der Thüre, noch einmal blickte er zurück, sah, wie fie mit leisem Schmerzensruf den Ring gegen ihre Lippen drückte, winkte noch einen letzten Gruß, dann verließ er iehutsam da« Zimmer und folgte dem Freunde, der ihn hastig vor sich herdrängte zu der sich lautlos öffnenden geheimen Thüre.
Unbehelligt gelangten fie ins Freie, von wo Enriko nach herzlichem bewegtem Abschied von dem Freunde, der leicht ein Abschied für« ganze Leben ein konnte, auf einem Umwege zur Burg zurück- dhrte.
Gedankenvoll schritt Peire durch den finsteren Bald dahin; ihm war als habe er einen kurzen, eligen Traum geträumt. Aber schon bald mahnte ihn die ihn umgebende Einsamkeit, sowie die grimmige Kälte an die rauhe Wirklichkeit.
(Fortsetzung folgt.)
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- nud Feiertag«. — Quartal-Abonnerneuts-Prei« bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserationsgebühr für die gespaltene Zelle »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 2» Pfg.
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in ,
Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wim; Rudolf UUJu 5cOOI(l Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. "
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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Juli, zogen tage. !i»em vllst.
per (873 -r.
Der Troubadour.
Roma» von Karl SavelSberg.
6) (Nachdruck verboten.j
(Fortsetzung)
Man bedenke, daß Peire in dem glücklichen Alter Har, wo jeder, den bittere Schicksale noch nicht pessimistisch angehaucht, die Welt durch ein hellrotes Gla« beschaut, wo man nur zu leicht geneigt ist, unerreichbaren Idealen nachzujagen, und jedem lertraut, so lange man nicht von ihm hinter« Licht Nführt worden ist.
Zwar stiegen zuweilen Zweifel in ihm auf, ob 8gne« von ©fronet die ihm gelobte Treue bewahren »ürde, ob sie nicht mit der Zeit ihn vergessen und, km Drängen ihres Vaters nachgebend, einen ihr Henbürtigen oder gar Vornehmem heiraten werde, <ber dann verwarf er solche Gedanken als seiner Unwürdig, als einen Frevel an der Liebe des hold- tligen Mädchens, das gelobt hatte, nur ihn zu lieben k» an ihr Ende.
Endlich war der ersehnte Zeitpunkt da und lange Hon vor der festgesetzten Frist hatte sich Peire an kn beiden ineinander verwachsenen knorrigen Eichen ^gefunden, wo er den Hausierer treffen sollte Her die verabredete Zeit verstrich, ohne daß der Erwartete erschien.
Eine Stunde später machte Peire sich allein auf tn Weg, da größte Eile notlhat, wenn er das schloß noch zeitig erreichen wollte.
Dort sand er die am Abhange des Felsens in« kitten dichten Gestrüppes verborgene und nur von •»em Eingeweihten auffindbare geheime Thüre an- blehnt. Der Umstand, daß Francois sicht Wort holten, machte ihn stutzig. Sollte jene geheimnis- k>He Warnerin doch Recht gehabt haben? Wie, ketin man ihn hier in einen Hinterhalt gelockt
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