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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Des Zaren Leben.
W. K. Marburg, 28. Mai 1894.
Anderthalb Jahrzehnte beinahe fitzt der russische Kaiser Alexander in. auf dem Thron, persönlich ein redlicher Mau», ei« ehrenwerter Charakter, eiu sorgsamer Hausvater, wenn auch kein Staatsmann im großen Stile und kein weitsichtiger Politiker. Als Alexander IH. nach dem schrecklichen Tode seines Vaters die Regierung des russische» Reiches über« »ahm, fand er auf dem Schreibtische seine» Bor gä»gers den Entwarf einer russischen Verfassung. Var daS Bombenattevtat, welches seinen Tod hcrbei- führie, hatte den zweiten Alexander verhindert, seinem großen Werke der Aufhebung der Leibeigenschaft der Kauern ein nicht minder großes hiuzuzufüge», nämlich set»e« Volke eine Konstitution, der zerrütteten Reichs, sderwallung eine Kontrolle zu geben. Alexander II. halte sich lange hiergegen gesträubt; aber seine Ratgeber, an der Spitze Graf Loiis-Melikow, hatten es 6m t« überzeugender Weise nahe zu legen verstauben, daß der Nährboden des Nihilismus die verrotteten inaere» russischen Zustände, der Mangel an Recht mb Gerechtigkeit seien. Und so hatte der vorige Zar den Verfassungsentwurf im Prinzip genehmigt, das Schriftstück harrte nur noch der Formalität der kaiserlichen Unterschrift. Da kam der Thronwechsel. Einen Moment schien der neue Zar geneigt, das polttische Vermächtnis seines Vaters durchzuführen. Bald genug aber traten dem leicht zu beeinflußenden Selbstherrscher die Führer der starrsten russischen Richtung, die Vertreter der unversöhnliche» orthodoxen Kirche, hie dem Zaren geistig wett überlegene« Fanatiker ißobedonoszew, Katkow »ud Genossen näher und »ußten ihn völlig zu ihren Ansichten herüberzuziehen. Eie behauptete», die Schuld au allem Ungemach, welches das heilige Rußland betroffen, liege in dem Vordringen westeuropäischer Kultur, deren Produkt «ch ei» Verfaffungsstaat sei, sie forderte» den Kaiser wf, dem nationalen Ruffentum, der orthodoxe» Arche überall im Laude zum Siege zu verhelfe», bann würden auch andere Zeiten kommen, die Wlisten würden verschwinde». Und so geschahs. Der Verfassung» • Entwurf flog ins Feuer, an der Verwaltung wurde notdürftig ein klein wenig herum- geflickt, und endlich begann jene erbarmnngSlose Verfolgung unter Anßerachtlassuug aller bestehende» Rechte, die »ameuUich den Deutsch-Raffen so viel zugesetzt hat. AIS der dritte Alexander diese Wege der inneren Volitik einschlug, bestanden äußerlich »och die guten veziehungeu zu« deutschen Reiche u»d zu Oesterreich-
Der Troubadour.
Roma» von Karl SavelSberg^
•) sNachdruck verboten.!
(Fortsetzung)
So wurden die beiden Knaben treue Waffen- Nfährten und Freunde Doch war auch daftir ge- drgt, daß Peire nicht vergaß, in welchem Verhält- »iffe er zu der Familie seine» Brodherrn stand 8tt Tafel hatte er die Gerichte aufzutragen und hie Speisen vorzuschneiden; er mußte den Herrn wü> seine Gäste bedienen, ihnen zum Schlafengehen ne Kerzen »oraustragen und ihnen beim Entkleiden behilflich sein. Auch war e« sein Amt, die an- kämmenden Fremdlinge zu empfangen, ihne» da« M und den Bügel beim Absteigen zu haltm, so- ^e^ ihnen beim Ablegen der Waffen zur Hand zu
In dieser mannigfaltigen Thätigkeit verging ein Ähr nach de« andern, währenddessen Peire zu Einem stattlichen wohlgebildeten Jünglinge heran- *«chs. Da« ritterliche Leben war so recht nach feinem Wunsch; vergessen waren die Gelüste des Staben, einmal ein berühmter Sänger zu werden, Ifeuibte er doch e« viel besser zu haben, al« solch'
*in fahrender Sänger. Seine größte Freude war, feinen Herrn, sowie seinen Schildgefährten Alfons i» begleiten, wenn es hinausging nach Mont-Peylat •n den Hof de« Grafen, oder in fremde - Lande, •on bei Turnieren oder anderen Festlichketten auf. Mieten, wobei er al« Meisterknappe die anderen Stappen seine« Herrn zu beaufsichtigen hatte.
Nur eine« machte ihm große Sorge und ließ M manche Nacht schlaflo« durchwachen — da« war
Lufkeimen einer heftigen Liebe, gegen die er Ergeben« anzukämpfen suchte. Er machte sich selbst •i« größten Vorwürfe, schalt sich einen Thoren, daß
U«garn. Daß sie bald ein Ende nehmen würde», das war nur zu klar, denu die Ratgeber des Zare« wäre» zugleich die eifrigste» Förderer der Idee von dem große», ganz Osteuropa überspannenden Slaven- reiche, welche wieder ihre natürlichen Gegner in de» verbündete« Kaiserstaate» Deutschland und Oesterreich - Ungarn findet. Den Panslavisten schien es zweckmäßiger, in dem republikanische« Frankreich, dessen Verfüssung und Geistesrichtung ihnen doch ein Gräuel war, ein Werkzeug zu haben, als mit den benachbarten beide» Katserstaate» Hand in Hand zu gehe». In letzter Zeit scheint au» Ursachen, die fich wohl mit Sicherheit noch nicht feststellen lassen, eine Wendung in den Anschauungen des Zaren eingetreten zu sein, und es erscheint nicht anSgeschlosse«, daß Rußland und Deutschland »och einmal wieder gute Freunde weiden. Daß e» so wie bislang weder in der äußeren noch in der inneren Politik weitergehen kann, muß der Zar wohl eingesehen haben. Fester Anschluß an Deutschland und maßvolles Entgegenkommen gegen die berechtigte« Bestrebungen der gebildeten Kreise des russischen Volkes — da» wären die beide« richtige« Leitsterne für eine gesunde russische Politik. Mit dem bisherige« System hat man nichts anderes erreicht, als daß der größte Kaiser der Welt auch heute »och auf Schritt und Tritt für fein Leben zittern muß Eben erst ist wieder eine weitreichende Verschwörung entdeckt, die nichts Geringeres plante, als de« Kaiser mit seiner ganzen Umgebung in die Luft zu sprengen, and bereits mit der Ausführung dieses Projekts begonnen hatte.
Kaiser Alexander ist mehr als einmal nur mit knapper Not dem Tode entronnen, und zweimal blickte er ihm direkt ins Auge. Das erste Mal war es, als im Park von Gatschina eine Kugel ans einem Gebüsch heraus auf ihn abgefeuert wurde, die au seinem Kopfe haarscharf vorüberging. Das zwette Mal war es während der Eisenbahnkatastrophe von Borki, wo der Herrscher selbst an Kopf und Hand verwundet wurde. Mau hat mit allen möglichen SchreckenSmitteln gegen die Nihilisten gearbeitet, der Strick, die Knnte Sibttien, die unterirdischen Kerker der Peter > Paulsfestung haben Hunderte von Nihilisten aus der Welt geschafft, wiederholt hat ei» Petersburger Polizeimeifier hohe Auszeichnungen für die Ausrottung der Schreckenspartei erhalten und immer wieder steht Alles beim Alten. Die von dem russischen Selbstherrscher t»d feiner Regierung befolgte Politik hat also den Nihilisten auch nicht de» geringsten Abbruch gethan, und in der Verwaltung ist Manche» nicht besser, sondern im Gegenteil
er seine Gedanken auf ein Wesen richte, das unerreichbar über ihm stehe; aber wie einer, der in der Fieberhitze liegt, immer mehr nach Wasser dürstet, je mehr er trinkt, so ward auch seine Leiden- schäft um so heftiger, je öfter er Gelegenheit hatte, diejenige zu sehen, beten geistige und körperliche Reize, deren schöne Augen auf feine Seele einen unbezwinglichen Eindruck hervorbrachten. Agnes von Gironet war es, die ftin für alles Gute und Schöne so leicht empfängliche« Herz in einer Weise entflammte, daß er seine ganze Willenskraft auf- bieten mußte, um fich nicht durch Worte oder Blicke zu verraten.
Mehrere Jahre hatte die Jungftau, wie e« die Sitte der Zeit verlangte, am Hofe zu Mont-Peylat zugebracht, um feine Sitte zu lernen und sich in jeder Hinsicht zu vervollkommnen. Bei ihrer Rückkehr in« Vaterhau«, zu deren Feier Herr von Giro net ein glänzendes Fest veranstaltete, erregte ihre tadellose Schönheit allgemeine« Aufsehen. Als Peire, der erwartungsvoll ihrer Ankunft entgegengesehen, herbeeilte, nm ihr beim Absteigen, wie e« seine« Amte« war, knieend den Steigbügel zu halten und nun ehrfurchtsvoll ihr in« Antlitz blickte, da schoß ihm alle« Blut in die Wangen beim Anblick ihrer Schönheit Ihr freundliches Lächeln sagte ihm, daß sie den Gespielen der Jugendzeit nicht vergessen; aber er mußte sich bezwingen, denn dem Diener geziemte e«, bescheiden zurückzutreten. Niemals war Peire so unaufmerksam gewesen in der Ausübung seiner Pflichten, wie bei der heutigen Tafel Er mußte sich geradezu Gewalt anthnn, von ihr die Blicke abzuwenden, die, wie von einem Magnet an- gezogen, immer wieder die herrliche Gestalt betrachteten. Er war ftoh, al« er feiner Dienste enthoben war und fich aus fein Kämmerchen zurückziehen konnte.
schlechter geworde», al» es früher war. Ganz gewiß ist Rußland et» reiches Land, und es ist ein wahrer Schatz, wenn redliche und fleißige Verwaltungen die Interessen deS Staatsbürgers schütze» und für sein Wohl sorgen. Die Prozesse, welche dann und wann über BerwaltungSskaudale angestellt werde», bringen einige» Wenige» ans Licht, aber da» Meiste wird von der Regierung vertuscht. Und wie in de» untere» Regionen, so ist es auch ix den oberen. In jedem Ministerium sucht man fich selber thnn- ltchst große Rechte zu sicher», Eigennutz und Geld- speknlatiou, Bestechungen und Aemterschleicherei bilden überall eine Haupttolle. Die Wissenschaft wird geknebelt, für ein Wort, da» außerhalb des gestattete» Rahmen» fich befindet, giebt es Sibirien, und die grausame» „Verschickungen im Verwaltungswege" berauben einen Angeschuldigten eines jeden Rechtsschutzes. Soweit ist man i« anderthalb Jahrzehnte» unter der Regierung des dritte« Alexander in Rußland gekommen, und noch nicht einmal so viel hat die czarische Regierung erreicht, daß der Czar sich ruhig schlafen legen kann. Attentäter und Mörder bedrohen fortwährend sein Lebe». Soll das anders werden, bann muß Rußland ans dem alten Schlendrian heraus, uud neue Wege müssen betteten werde».
Polttische Rundschau.
♦ Marburg, 28. Mat 1894.
Der Kaiser über Sanalbauten;
Die Wanderversammlung der Niedersächsischen Kanal- Verein» in Dortmund hatte ein Begrüßungstelegramm an den Kaiser gesandt, worauf von dem Chef des Zivilkabinetts, Geh. Rat LucanuS, die nachstehende Antwort eingegangen ist, aus welcher sich ergiebt, daß der Monarch seinen bekannten Standpunkt in den Kanalftagen aufrecht erhält: „Seine Majestät der Kaiser haben sich über dar heue Gedenken der Teilnehmer an der Wanderversammlung deS Niedersächsischen Kanalvereins lebhaft gefreut, uud mich zu beauftragen geruht, der Versammlung Allerhöchst den herzlichsten Dank mit der Versicherung auszusprechen, daß Aller- höchstdksilben dem Projekte der Herstellung eine» Kanals von dem Rhein bis zur Elbe Ihr warmes Jutereffe auch ferner gerne bewahren werden." Demnach ist zu hoffen, daß die für jetzt abgelehnte Kanalvorlage demnächst eine siöhliche Auferstehung erleben wird:
Die „Kölnische Zeitung" wettert wieder mit voller Luugenkrast gegen den Bund der Landwirtei AuS dem bereits reichhaltigen Arsenal ihrer Vorwürfe, Drohungen und Denunziationen teilen wir noch
Seitdem hatte Peire Tag und Nacht keine Ruhe; wo er auch weifte, sah er ste vor sich, er sah sie in feinen Träumen, er sah sie, sobald er der Morgen« feine Augen öffnete, dann hörte er ihre wohl- lautende Stimme, ihr anmutige« Lachen. Wohl suchte er gegen die« Gefühl anzukämpfen, sie zu meiden, so viel er konnte, aber vergeben«! Die Sehnsucht, sie zu sehen, war schließlich stärker als sein Wille. Saß Agne« in der Laube, so stand Peire gewiß drunten im Walde, hinter Sträuchern versteckt und schaute mit verzückten Sinnen hinauf, bewunderte die Haftung ihre« reizenden Kopfe«, das goldblonde Haar, das in natürlichen Locken auf den schlanken Rücken herabwallte, schaute in Gedanken ihre von dunkeln Wimpern beschatteten blauen Augen, dir rosig angehauchten Wangen, den kleinen Mund mit den weichen roten Lippen. Dann preßte er die Hand auf da« wildpochenbe Herz und seufzte wie einer der von Sinnen ist.
Eine« Tage«, al« er wieder an feinem gewohnten Lauscherplätzchen stand und, in den Anblick der Geliebten verfentt, die ganze Well um fich her vergaß legte sich plötzlich eine schwere Hand auf seine Schulter, so daß er wie ein auf der That ertappter Verbrecher zusammenfuhr und jäh erbleichte. Sich umwendend sah er in Uc Brunel« spöttisch verzogene« Gesicht. Einige Augenblicke weidete fich dieser an feiner Verlegenheit, ohne zu sprechen, dann riß er mit schnellem Ruck Peire« Dolchmeffer tu« der Scheide und hielt er ihm auf die Brust. ,Wahnfinniger!" zischte er, „wie kannst Du e« wagen, da» Auge zu der Tochter Deine» Herrn zu erheben, dem Du, der Sohn der Landstraße, alle« verdenkst, was Du hast, war Du bist! Und wenn e« Dir wirklich gelingen sollte, dieses unschuldsvolle Kind zu bethöreu, wa« glaubst Du, würde da« Ende
folgendes mit: „Daß die phantastischen Forderungen deS Bundes von irgend einer Regierung nicht erfüllt werden können, versteht fich ganz von selbst, denn keine Regierung kann nur daran denken, die Mitglieder eines ganzen Stande» auf Kosten der Anderen zu StaatSpenfionären zu machen, die von bett Anderen erhalten werden sollen. Und darauf läuft die ganze Agitatton des Bunde» im Grunde hinaus Kann die Regierung aber daS nicht, so muß fie den Umtrieben de» Bundes entgegentteten, oder fie darf doch zum allermiudeften nicht dulden, daß staatliche Organe fich in den Dienst einer Bewegung stellen, die augenblicklich schon regierungsfeindlich im höchsten Grade, in ihren Folgen aber geradezu staatsfeindlich werden muß^ Noch ist es Zeit, bet Verwirrung in bett Köpfen Derer zu steuern, die mit ihrer Unterstützung des Bundes ein der Regierung erfreuliche» Werk zu thun glauben, weil der Vertreter der Regierung, der Landrat, dem Bunde angehört." Recht treffend bemertt hierzu die Korrespordenz deS Bünde» der Lardwirte: „Wenn die „Köln. Ztg." schon vor dem Gedarken zittert, daß Landräte den Bund unterstützen, so wird sie es vielleicht in nicht allzuferner Zett erleben, daß das ganze Staat»« misterium dasselbe thut. Hat der Bund aber erst die leitenden Stellen in Preuße» und im Reiche für sich, so wird auch der „Köln, Ztg." ihr Tag von Damaskus kommen, so wird fie — ihren gouvernementalen Ueberlieferungen getteu — fich hoffentlich mit aller Energie für die Ziele de» Bundes ins Zeug legem Möge fie daher nicht durch fruchtloses Toben über den Bund fich kompromittieren und daS bald erforderliche Einschwenke» unnötig erschweren!"
Welchen Unsinn
das sozialdemokratische Zenttalorgan der „wissenschaftlichen" Sozialdemokratie ben „Genossen" vorzusetzen wagt, möge die folgende Notiz ans dem „Vorwärts" Nr. 117 zeigen. Dort heißt eS:
„Heulen und Zähneklappern herrscht im Lager bet christlich- germanischen Agrarier unb Junker — nach kurzen Schauer» der Hoffnung. Die drei gestrengen Eisheiligen haben wohl grimmige Gesichter gemacht, aber fie haben die Kornernte in Deutschland nicht zerstört. DaS Brot bleibt billig, die Armen können etwas weniger schwer ihren Hunger stillen, und die christlich-germanischen Groß-Kornwucheret müssen fich mit niedrigen Getreidepreisen begnügen und ihre Bestellungen von Champagner (Seft), Kaviar und sonstigen Genüffen dieses ttdischen JammetthalS einigermaßen einschränken, Dem Reichstag aber werden fie in der nächsten Session wieder etwas „vorschreien" von ihrem entsetzlichen „Notstand", weil daS Volk billigere» Brot hat und fich einigermaßen satt eflen kann,"
Der „Vorwärts" bezieht seine „Wiffenschast" offenbar von der Börse. Dott mag eS unter den HaufierS ja so zugehen; denn diese Herren säe» nicht und ernten nicht; aber fein? Mit diesem Deinem eigenen Messer würde der erboste Vater mit Recht Dich niederstoßen, wenn er sein Kind je in Deinen Armen fände. Da» bedenke und schlage Dir diese Liebe aus dem Kopf! Du bist noch jung und manches hübsche Mägdlein von Deines Gleichen wird Deinen Lebensweg kreuzen, da« Dein Herz ungestraft minnen kann. Aber Agne« von Gironet steht so hoch über Dir, daß allein da« Verlangen schon strafwürdig ist, fie zu befitzen. Solltest Du e« Dir aber einfallen lassen, in Deiner unfinnigen Leidenschaft zu beharren, oder gar der Jungftau den Kops zu verdrehen, so wisse, daß ich schonungslos Herm von Gironet davon in Kenntnis setzen werde. Run richte Dich danach!"
Ehe der zerknirschte Jüngling noch ein Wort erwidern konnte, hatte sein Ährer ihm den Dolch vor die Füße geworfen und war schnellm Schritte« davon gegangen.
Da stand nun Peire, fassungslos, entsetzt, daß sein traute« Geheimnis nun entdeckt war, verraten durch seine eigene Unvorsichtigkeit. „A>, er hat nur zu sehr Recht," stöhnte er; »ich weiß ja, daß es eine wahnsinnige Thorheit ist, sie zu lieben, und doch — mein Herz wird nicht von ihr lassen. Um einen Kuß von ihrem ros'gen Mund wollt' ich gern sterben. Aber da« ist mehr als Wahnsinn, denn wie sollte fie, die Reine, Herrliche, dem Diener, dem Sohn der Landstraße, wie Brunel sagte, ihre Liebe schenken! Mag denn mein Herz verbluten an dieser Leidenschaft, die alle meine Sinne, mein Denken und Trachten wie ein Dämon bezaubert und be- thört, wa« liegt daran I Kein Mensch soll es merken, wie elend ich bin, und sie, die Holde, am allerwenigsten."
Mit diesem Vorsatz kehrte Peire in« Schloß zurück.