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Marburg, Freitag, 11. Mai 1894

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

--Ji.®"6*"1 Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Auuonceu-Bureaur von Haasenstein u. Vogler in v V1V Frankfurt a. M., Tasiel, Magdeburg unb Wien; Rudolf AÄ1A; ^yUQTy. Mofle in Frankfurt a. M Berlin, München u. Köln; ®. E.

Daube u. So. in Frankfurt a. Mi, Berlin, Hannover, Pari«.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und __ Feiertagen. Quartal-Sbonnewent«-Prei» bei der Expe-

10 1OS bitten 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 2S Pfg. (exkl.

Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltene Zelle oder beten Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

Politische Rundschau.

* Marburg, 14. Mat 1894.

Zum kouserbativeu Parteitag für Hessen-Nassau und Waldeck, vtlcher am 19. Mai, mittags 1 Uhr im hiesigen Eaolban stattfindeu wird, find die «orbereituugeu in vollem Gange. Schon jetzt haben so zahlreiche Parteigenosse» von allen Seiten auS Land und Stadt ihr Erscheine» angeküudigt, daß ei» glä»ze»der Der- lm>f der Parteitages Sicherheit zu erwarten M dürste. Diese Voraussicht darf indesien keinem Freunde der konservativen Sache Veranlassung geben, a seinem Teile lässig zu sein. Jeder Einzelne « durch persönliche Teilnahme an der Zusammenkunft seiner Parteigenosse» sein Jnterefle ßr die gute Sache bethättgen und dazu beürageo, wir unfein Gegnern zeigen können: Wir sind gelüftet, einig und stark! Heute, wo die llmstmzdemagogeu aller Art im Laude wühlen und hetzen, muß eS ja doch für jede» konservativen Mann eines Herzenswunsches Erfüllung und ei« wirkliches Labsal sein, einmal mit Gleichgesinnten zusammen- ^kommen, daS gemeinsame Band fester zu schlingen and dem christlich-königStreuen Empfinden sowie dem »erschütterliche« Festhalte» an dem mit Blut und Sise« zusammeugefügte» Baü der Reicher Ausdruck z« geben. Heute, wo es mehr den» je gilt, die rationalen Ideale zu verteidigen, aber auch auf eine» »irksamen Schutz der materielle» nationale» Güter, der produktive» »ationale» Arbett hiuzuwirke», ist S dringend »otwendig, daß die konservative Partei, Me in diese» beiden Kämpfen stets die erste» Reihen der Streiter gestellt hat, überall vollzählig auf dem Platze erscheint. Richt nur bei Wahlen gilt es, für die konservative Sache zu wirken, vielmehr muß in der Zwischenzeit in ernster Arbett der Bode» vorbe. rettet werden, der im oft unerwartet kommende» Wahlkampfe die erhofften Früchte zeitige» soll. Der bevorstehende Parteitag wird zu solcher Arbeit Ge- legenheit gebe». BerettS sind zwei hochinteressante Lvrträge angesagt worden. Herr RtttergutSbesitzer, steichstagSabgeordneter Dr. von Frege zu Alt-

-er Natsrt Lösung.

Roman von Ä. Widdern.

^Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

.Ich muß gestehen, mir war diese Bevorzugung Sets im hohem Grade peinlich, da alle meine Gedanken nur Ihnen galten. Dennoch konnte ich bu der Tochter meine« Präsidenten nicht auf un «tige Weise zeigen, wie gern ich der jungen Dame euch zu verstehen hätte, daß nun daß sie sich wisonst um mich bemühe. So vergingen Monde. 3ch trat Ihnen, teuere Metta«, näher und näher m wartete nur der Stunde, in der ich meine Anstellungsurkunde erhalten würde, um mich auch in aller Form um Ihre Hand zu bemühen. Glaubte sch mir doch diese Geduldprobe auferlegen zu müssen, in Anbetracht dessen, daß mir fett einiger Zeit bekannt ist, wie der Glanz meines Vaterhauses aus Älfmannshof nur noch auf eitlem Schein bafirt. Unvermögend, wie ich zur Zeit also bin, wollte ich km Weibe meiner Wahl doch wenigstens die Ein- Einste einer Richter« zu bieten haben.

Inzwischen reihten sich die Tage an einander: - ich kann wohl sagen, in süßem, ungestörten Glück. Da es war am letzverfloffenm Montag machte ich abends Toilette, um ein paar ent- Mnbe Stunden in der Nähe de» Mädchen« zu «erleben, in dem ich das Ideal meiner Träume verkörpert sah, als mein Diener in da» Schlaf- zimmer trat und mir eine Karte überreichte: .Der Herr wünschte unter allen Umständen empfangen werden," sagte er dabei.

Aergerlich ob diese» Ansuchen« nahm rch da« kleine, goldumrahmte Blättchen. Kaum habe ich «bet einen Blick auf dasselbe geworfen, al« ich ver- »ändert autrief: .Präsident von Hardensel»! 2Ba*

«auudors bei Leipzig, Mtglied des ,Bundes der Landwirte", gebtntt zu spreche» über die konser­vative Partei als eine ebenso königS- und reichStrene wie selbständige unb volkstümliche Partei. Ferner wttb Herr Professor Dr. Hüpeben auS Cassel einen Vortrag halten über da, Thema: .Inwiefern ist ba» konservative Programm in bet christlichen Weltanschauung begründet?" ES werben also hochwichtige Fragen zur Sprache kommen, bie jeben konservatire«, jeben christlichen, königS- unb teichstreuen Mann interessieren müssen. Außerdem wirb Herr Laubrat unb Laubtags- abgeorbneter von Trott zu Solz an bem Parteitage teiluehmen. Wer weiß, welch hohe» Maß von Verehrung unb Zuneigung unser« Herrn Lanbrat und LandtagSabgeorbneten von ber gesamten Landbevölkerung entgegengebracht wird, der ist überzeugt, baß es nur obiges Hinweises bebarf, um Anlaß zu gebe», daß die Herren Landwirte, Bauern und Ackerleute in hellen Haufen zum Partei­tage herbeiströmeu werden. Neber die näheren Einzel­heiten der Programmes wird in den nächsten Tagen in ber .Oberhefsischen Zeitung" weiteres mitgeteilt werden.

.Sie spielen mit Mitrailleuseu", eine gewisse Anzahl sogenannter .Gebilbeter" vämlich .und werden sich eines TageS sehr wundern, wenn die Dinger losgehen!" So schrieb uns vor einige» Tagen ei» rheinischer Industrieller, der un» der Zustimmung seiner Kollegen und Freunde zu unserem Vorgehen im .Falle Natorp" versicherte. Die Liebäugelet mit ber Sozialdemokratie, wie sie u. A. auch daS .Sozialpolitische Zentralblatt" tteibt, geht wirklich zu weit. In Nr. 32 des gerannten .wissenschaftlichen" Organs findet fich ein Artikel, der die .Maifeier" so ver­herrlicht unb beten .Bebeutung" so stark übertreibt, wie das selbst kein sozialdemokratisches Parteiblatt zu thuu. bisher gewagt hat. DaS Zentralblatt meint, die Maifeier sei .eine festeingewurzelte Einrichtung" geworden. So wett find wtt aber denn doch noch nicht, sonst hätte die.Feier' anstatt immer dürftiger zu werden, von Jahr zu Jahr fich imposanter ge­stalten müsse», während i» Wirklichkeit das Gegenteil der Fall war. Verherrlichtnun daS .Sozialpolitische

bedeutet dieser Besuch?" Ich faßte mich jedoch so­gleich unb befahl meinem Diener, den unerwarteten Gast nach bem Empfangszimmer zu führen: .Ich würde sogleich ebenfalls dort fein."

Fünf Minuten daraus stand ich dem Präsidenten gegenüber tief erschrocken über den verstörten Gesichtsausdruck de« alten Herrn und der fast mar- tnornen Blässe auf feinen Zügen.

,11m Gotteswillen, Herr Präsident, was ist ge­schehen!" rief ich denn auch, nachdem wir einander zur Begrüßung die Hände gereicht, und ich meinen Gast zum Sopha geführt hatte.

Er antwortete mir nicht gleich Sein Atem rang fich keuchend au« der Brust herauf. Dann sprang er jäh wieder von seinem Sitze empor und mir bie Hände auf die Schullern legend, rief er verzweiflungsvoll: .Retten Sie mein Kind, Herr Assessor!"

Ich sah verwundert in das zuckende Gesicht de« Mannes, dessen Stolz doch fast sprichwörtlich unter all' denen ist, die ihm amtlich unterstellt sind. .Aber, mein Gott, Herr Präsident ich bin ja nicht Arzt! Wie könnte ich

Er unterbrach mich. Und nun flüsterte er mit halb versagender Stimme an mein Ohr, wie er au« den Fieberphantafien feiner Tochter erfahren, daß sie mich liebe und sie sich innerlich von Gram ver- zehre, weil ich ihr eine andere vorziehe. ,O, Herr Assessor, dieser seelische Schmerz allein hat mein Kind auf da» Krankenlager geworfen," hauchte er. .Unb nun der Körper in Mitleidenschaft gezogen, wird t« sterben hinwelken wie eine Blume, der man Licht und Sonnenschein entzogen hat, wenn Sie nicht Mitleid mit meiner Angst haben," jammerte der Unglückliche jetzt, .der ich in der Patientin mein Ein und Alle», mein ganze« Glück verlieren würde."

Zeuttalblatt" de» .Weltfeiertag" auf Koste» ber Wahrheit, so trägt ber Schluß des Artikel» be» gleiche» entstellenden Charaller. DaS .wissenschaft­liche" Orga» schreibt uämlich:

Emen wahrhaft kläglichen Eindruck ruft dagegen da« Verhalten mancher Behörden sowohl in einzelnen Teilen Deutschland» wie be» Ausland» hervor, die durch chikanöse Maßnahmen die Maifeier zu stören suchten- DerAibeitertag ist in gewisiem Sinne eine Heerschau be» kämpfenden Proletariats; man sollte meiren, eine v-llkommen freie Entfaltung derselben müßte den Behörden erwünscht sein, um sich bei dieser Gelegenheit über die Größe der proletarischen Bewegung zu unterichten und ihren Umfang besser beurteilen zu lernen. Aber statt diese Gelegenhett verständig zu be­nutzen, wird die wahrlich hoch genug gestiegene Verbttterung ber arbeitenben Klasse durch ein nicht entschieden genug zu verurteilende» Verhalten noch verschärft, trotzdem all' die Jahre her bie Arbeiter ihre Maifeier in ber ruhigsten und maßvollsten Weise abgehalten haben."

Der Verfaffer ist kindlich genug, be» Behörde» zu empfehle», sie möchten de» Sozialdemokraten ihren Aufmarsch zum Kampfe gegen die heutige Staats- u»d Gesellschaftsordnung erleichtern! Wir überschätze» die Stärke ber .proletarischen Bewegung" wahrlich nicht; allein so viel steht boch fest, daß alle» ge­schehen muß, um diese Bewegung einerseits durch soziale Reformen, anderseits durch Zwangsmaßregeln gegen die demagogische Agitation einzubämmen. Ver­führen bie Behörben nach bem Rezept bes Zenttal- blatte», so könnte ber heutige Staat nur ruhig zu Gunsten der Sozialdemokratie abdanke» unb er wäre auch reff bazu. Die relative Ruhe aber, burch welche bie bisherigen Maitage angenehm enttäuscht haben, ist boch wohl in erster Linie dem umsichtigen unb energischen Verhalten ber Behörden sowohl, wie ber Mehrzahl der Arbeitgeber zuzuschreiben.

Zur Rede CriSpis.

In einem Artikel über die letzte, in Nr. 105 unserer Zeitung ausführlich wiedergegebenen Rede CriSpi's schreibt die .Nordd. Allg. Zig.": Es war ein echt staatsmännischer Bedanke und die Idee eines ManneS, ber seine Zett von Grund aus versteht, wenn CriSpi baS Nationalitätenprinzip nicht mehr als ausschlaggebend für die Führung der auswär­tigen Politik bezeichnete. Angesichts der Haltung ber italienischen Radikalen mußte ber Ministerpräsident den Schwerpunkt seiner Darlegungen darauf lege», daß ei» vom Dreibund losgelöstes Italien gegen die Möglichkeit, in einen Krieg verwickelt zu werden, viel weniger gesichert sei, als jetzt, wo ber Dreibund ein starkes Gewicht zu Gunsten ber Erhaltung des Stieben» in die Wagschale wirst. DaS eminent wahrhafte Wort CriSpi's, daß da» abgerüstete Ita­

lien am Tage eines europäische» Konflikts wie ehe­mals bie Kosten bezahlen müßte, konnte eine» beben» tenbcn Eindrucks auf die Hörer nicht verlustig gehe». CriSpi stellte die Berechtigung ber nationalen Idee nicht t» Abrede, beleuchtete aber überzeugend die großen Vorteile, durch welche die thatfächliche Ge­staltung ber Verhältnisse ben Verzicht auf die natio­nalen Jugeudträume für da» italienische Volk alS ungleich größeren Gewinn erscheinen läßt. Eine Mißdeutung seiner Worte braucht CriSpi umsoweniger zu besorgen, je bereitwilliger überall, wo man die Wohlfahrt Italien» aufrichtig wünscht, auch bie Schwierigkeiten gewürdigt werde», mit denen ber Lenker einer von Gefühlsimpnlsen mehr als ein an­deres Volk beeinflußte» Nario» rechnen muß. Die Freunde mb Bundesgenossen Italiens werden fich vielmehr des Eindrucks freue», welchen die Rede CriSpi's dahin «achte, baß fich eine große kompatte Mehrheit um das Banner ber Regierung schaarte unb bamit bie Zuversicht vermehrte, Italien unter der Aufrechterhaltung seiner vollen Bedeutung in ber politischen Gruppierung ber Möchte durch bie ver­einte Arbeit aller staatSerhaltenbe» Faktoren auch ber wirtschaftliche» Schwierigkeiten Herr werden zu sehen.

Zur Wollzollfrage,

Marburg, ben 10. Mai 1894.

DasBerl. Tagebl." hat in einem ArtikelAgrarische Rücksichtslosigkeiten" den Antrag be» Herrn v. Ploetz betr. die Einführung eines Wollzolle»" in einer recht leichtfer­tigen Weise zu bekämpfen gesucht. Es ist daher nicht schwer, die Einwände deS freisinnigen Blatte» zu wieder legen. Dies soll in folgendem geschehen.

Zunächst bringt das Blatt als Citat den folgenden Pass«»: Die VerttagSstaaten würden zu einer Verständigung schon des­halb bereit sein,weil auS sämtlichen Vertragsstaaten ettr- chließlich Rußland entweder keine oder keine nennenswerte Ausfuhr von Wolle nach Deutschland stattfindet." Jeder Leser muß glauben, der in Anführungszeichen ge­brachte PassuS finde fich in dem von dem Berl. Tagebl. angegebenen Zusammenhänge in der Begründung de» Antrages des Herrn v. Ploetz. Das ist natürlich nicht der Fall. Es heißt vielmehr in der Begründung des be- tteffenden Antrages :Die bisher abgeschlossenen Tarif- Ha n d e l S v e r t r ä g e hind ent bie Einführung eines Woll- zolleS deshalb nicht, weil auS sämtlichen VerttagSstaaten ..." b. h. also in bem Zusammenhänge, aus sämtlichen Ver­tragsstaaten, mit benen Tarif - Handelsverträge abgeschlossen sind. . . Nur in böswilliger Absicht kann man etwas Anderes herauslrsen. In der Begründung wird als» auS-

.Aber Herr Präfibent!" Er ließ mich nicht ansreden. Ein Bild der höchsten menschlichen Ver­zweiflung, sank Herr von Hartenfels plötzlich zu meinem Füßen nieder und rief: .Kommen Sie mit mir, Hülsmann! Begleiten Sie mich an ba« Bett meiner Tochter, bie nun diese Stunde gerade ein wenig fieberfrei ist, unb sagen Sie ihr, daß"

Er kam nicht wetter. Leidenschaftlicher Schluchzen erstickte die Stimme de« alten Herrn, der in seiner Angst einen Anblick bot, welcher hätte Steine er­weichen können.

Ich wußte den Bedauernswerten in meine Arme zu heben unb zum Sopha zurückzuführen. Jetzt versuchte ich e«, ihm mit den zartesten Worten be­greiflich zu machen, daß e« mir unmöglich fei, feine Bitte zu erfüHen.

Aber der Präsident hörte kaum, was ich sprach. Von neuem bat, flehte er mich mit den Lauten der höchsten Sarge an, ihm fein Kind zu retten. Und wieder warf der stolze Mann fich mir dabei zu Füßen, ja - er er, der fich sonst vor nie- mandem beugte, küßte sogar meine Hand in grenzen­loser, alles vergessender Verzweiflung

.O, Felicitas," flüsterte Alf,n«, nun er so wett i» seiner Erzählung gekommen,Sie können mir es nicht nachfühlen, wie meine Seele in diesen Augen- blicken rang. Auf der einen Seite sah ich bas Glück stehen, ba« mir Ihr Besitz - teure« an- gebetete« Mädchen gewähren mußte auf ber anderen ben unglücklichen Vater, welcher von meinen Lippen Tod ober Leben erwartete"

So stand ich vor bem Greife beide Hände auf die Schläfen gepreßt, in denen e« wie mit taufend Hämmern pachte. Hartensel« ahnte wohl den Kampf in mir. Die Augen gespenstisch weit geöffnet, blickte er mir starr in ba« Gesicht

sekundenlang, dann aber ertrug er e« nicht länger: .Sprechen Sie meinem Kinde das Todesurteil?" stieß er hervorso sei e« Ihnen gesagt, daß Sie auch mich damit in da« Grab stürzen. Ich will nicht leben ohne meine Tochter."

Ich stöhnte laut auf fast wie ein Schrei kam e« au« meiner Brust heraus.

.Sprechen Sie da« Todesurteil?" fragte ber Präsident.

Noch einmal rang es verzweifelt in mir. Dann aber bann reichte ich Hartensel» die Hand: Nein," sagte ich dabei mit zitternder Stimme.

Die letzten Worte waren leise kaum wie ein Hauch über bie Lippen Ihre« Bruders gekommen. Mn aber griff er plötzlich mit voller Leidenschaft­lichkeit nach meinen Händen und fragte heftig: .Wollen Sie jetzt den Stein auf mich werfen, Mädchen einen Treulosen in mir sehen?"

Ich schüttette den Kops.Gewiß nicht," er­widerte ich bann, .wie hätten Sie solchem moralischen Zwange widerstehen sollen? Gott möge nur geben, daß daß Ihnen Ihre künftige Ehe auch'

Alson» unterbrach mich:Ich kann nicht leben ohne Sie," stieß er jetzt hervor ,unb denke nicht daran, Olga an den Altar zu führen. Sobald sie vollständig genesen, werbe ich sie um Zurückgabe meine« Versprechens bitten. Damit aber"

Ich machte eine abwehrende Bewegung. Mit ernster Rede mahnte ich Ihren Bruder daran, daß er sein Wort gegeben und die Worte eine» Manne« auf festen Grund gebaut fein müssen. Er wollte Einwürfe machen, aber ich blieb dabei, daß e« kein Zurück für ihn gebe. So schieden wir beim fast im Zorn von einander. Nach drei Wochen aber feierte man im Harteufelt'schen Hause die Verlobung Olga« mtt Ihrem Bruder " Eovtsetzmi, W-)