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’J Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
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fehlte. Auch am nächsten Abend warteten wir ver-
(Fortsetzxug.)
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geworde«. Bei unS in Deutschland haben das die Sozialdemokraten längst offen ausgesprochen; allein
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Arbeiter- bis aufs bei de» Sozial.
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schM emweude Quebrachoholz überhaupt «och nicht ver-
Berantworüicher Redakteur: Harrtz Finking ht Marbur,. Redaktion und Expedition: Markt LI. Fernsprecher Nr. 55.
Die Sozialdemokratie in England.
Bevor die Sozialdemokratie in England an Boden gewonnen hatte, haben die Gewerkschaften unleugbar sehr segensreich gewirkt, und es war durchaus zu verstehen, daß man auch auf dem Festlaude sich bestrebte, diese Institutionen nachzuahmeu. Schon die betreffende« Versuche aber, die unter Napoleon III. mit der Verpflanzung der Trade unions nach Frankreich gemacht worden waren, haben gezeigt, daß die Zeiten für immer vorbei find, wo die Gewerkschaften im Sinne des Friedens arbeite». Seitdem die! Arbeitervereintgungeu wesentlich politischen Eharakter angenowmen haben, find fie zu Kampfesorganisationen
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haascnstein u. Logier in ,
Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AA1A; biaDta. Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. M *1 »
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
„Sie haben dem Herrn Amtsrat von Ihrer Absicht geschrieben ? Der aber versagt Ihnen die
orga»isatlo«eu dienen, sondern dem Kriege Meffer. In diesem Sinne hat sich auch englische» Gewerkvereiveu eine, von den revolutionären mit größter Siegesfreude
«geworden uud fie werde« fortan den Engländern «ebenso ihre „Macht" zeigen, wie bei uns die deutschen ! Sozialdemokraten beflissen find, als „Macht" aufzu- I treten. Tie englische Regierung geht nun damit um, den ! Arbeiter» — d. h. den Sozialdemokraten — eine «ganz verhängnisvolle Konzession zu macken. Bieher «war es dort Gesetz, daß jemand ein Jahr in einem «Orte als ansässig beglaubigt sein müsse, ehe er da» Recht erlangt, für ein Mitglied des Unterhauses zu I stimmen. Diese Bestimmung soll nun aufgehoben Iwerden und dadurch muß ft» die Wählerschaft des Laubes, — d. h. die sozialdemokrati che Wähler- schäft zu Ungunsten des Bürgertums — ganz erheblich vergrößeru. Mit dieser voraussichtlichen Wirkung rechnet deuu auch schon die sozialdemokratische Führerschaft. Wie groß diese Zuversicht ist, zeigt ein Aufsatz, den Herr Stephen N. Frx aus Loudon in dem bekannten kiypto-sozialdewokrattschen „Sozial- politischen Zcutralblatt" (Nr. 29) veröffentlicht hat. Herr Fox kommt in diesem Artikel zu dem Schluffe, es liege die Vermutung außerordentlich nahe, daß in nicht ferner Zeit die Arbeiter die Herren der Lage im Unterhause sein totrben. Vielleicht dürfte diese sozialdemokratische Hoffnung dem Lenker der englischen Politik, Lord Roseberry, der während der Zeit seiner Regierung anscheinend schon recht be- deukliche Sprünge machte, einigermaßen zu denke» geben.
Die Währungsvorlage in Oesterreich- Nu g a r u.
Er schüttelte den Kopf: „Das ist es nicht, Fe- llicitas," erwiderte er dann gepreßt. Und al» er meinem erstaunten Blick begegnete, fuhr er sich mit
I beiden Händen an die Stirn, auf der große Schweiß- Iköpfen perlten: „Wollen Sie mir eine Viertel- stunde geduldig zuhören?" fragte er — „so sollen Sie mein ganze» Bekenntnis hören. — Seien Sie barmherzig," setzte er dann hinzu, „und gestatten Sie mir, daß ich Ihnen erzähle, wie das Unerhörte gekommen. Sie könnten mich sonst nicht begreifen."
„So sprechen Sie doch," erwiderte ich kurz, „um Ihr Bekenntnis zu hören, fitze ich ja neben Ihnen "
Ihr Bruder schaute mir einen Moment betroffen in da« Gesicht. Dann senkte er seufzend den Blick und begann mit leiser Stimme:
„Sie wissen, Felicitas, wie Fräulein von Harden- fel» mich, ohne daß ich danach strebte, allen jungen Männern »orzog, denen fie in den Kreisen der halte rolle B—S begegnete."
(Fortsetzung folgt.)
Der Rätsel Lösnrrg.
Roman von 3L Widdern.
(Nachdruck verboten.!
I A»trag des Henn Dr. Barth beschlösse«, durch ein '! besonderes Ruudschreiben, das die Bestiebunge« und ^bisheriger» Letstuuge» der interparlameutarische« «Konferenzen darlegen soll, die deutschen Parlamentarier «zum Anschluß und insbesondere zum Besuche der «nächste« Friedenskonferenz (am 3. September d. Js. lim Haag) dringend aufzuforöern. Die negativen I „Leistungen" der bisherige« Friedenskongresse dürfte« Ido» wenigstens denjenige» Parlamentarier», die den!
Herren Baumbach uud Barth »ahe stehe», nicht ganz I unbekannt sein; wa» also daS geplante Rundschreiben lin dieser Hinsicht empfehlenswertes aufzählen könnte list vicht recht begreiflich. Es läßt sich doch wohl kaum annehmen, daß bas deutsche Agitationkkomitee
Iber FriedenSparlamentarier etwa auf de» Ausspruch des Herrn Rickert vom 4. Juli v. Js. hinzuweise»
IwillenS sei. Herr Rickert äußerte damals i» einer I IDanziger Wählerversammlung: Er habe auf den« letzten Friedenskongressen in Rom und Bern diel i Stimmunge» der einzelne» Delegierte» ke»ne» gelernt! und sei sehr abgekühlt worden. Selbst die französischen Teilnehmer au diesen Friedenskongressen I hätten den Frankfurter Frieden nicht anerkannt und« die Meinung geäußert, daß die „ e l s a ß - l o t h r i n g i s ch e Frage" »och einmal ausgeglichen werde»! müsse. „Geld köu»tJhr habe», so viel Ihr wollt, I wen» Ihr nm Elsaß-Lothringe» wieder herausgebt", I |fo habe zu ihm ei» alter Franzose gesagt. Ob Herr! Rickert, der ja schon unzählbar oft „abgekühlt" worden! ist, heute uoch zu dem famose» Friede»sv«»de gehört, I ift nicht bekannt: daß aber die „interparlamentarischen" I Konferenzen nutzlos sind, geht schon aus obigen! Worten hervor. Dem Freisinn ist es eben mehr am I de« Jnterparlamentarismus, als um die Kriedensliga I zu thu»; er schiebt die Friedensbestrebungen nur vor, I um eine internationale Verbindung berl Demokratie auzubahnen. I
Bleich, den Hut tief in die Stirn gezogen, so schritt er dann neben mir her — eine lange Weile schweigend. — E» war in den ersten Vormittagsstunden und die Promenade menschenleer. So zeigte er dann endlich aus eine Bank: „Setzen wir «n« gnädige» Fräulein meinte er dabei-
Ich gehorchte willenlos. Und wie wier dann unter einer »eitäfligen Linde Platz genommen und eine Nachtigall über unseren Hälptern ihre schmelzenden Melodiken erschallen ließ, da übermannte es ihn vollends. Er faßte meine Hände und drückte sie mit überströmender Leidenschaft an Mund, Auge und Brust: , O, Felicitas, Felicitas," rang er sich nun über seine Lippen, „wie grenzenlos ist meine Liebe für Sie! Welche» wunderliche Zukunftsbild malte sich meine Seele bereit» in der Hoffnung,! daß — Sie diese« Gefühl erwiderten. Und nun« ist da« ganze Zukunftrglück in ein Kartenhau« zu-l sammen gestürzt." I
»Ach!" Ich hatte ihm meine Hände entzogen.|
Marburg, Donnerstag, 10 Mai 1894
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_ _ „ begrüßte
Umwandlung vollzogen. Die Trade unions st«d im wesentlichen sozialdewakratische Organ isatioue»
Mm groß, Kicht« n sind
auch die interuatianale Sozialdemokratie hat seit einigen Jahren diesen Standpunkt auf das entschiedenste betont. Nicht dem Frieden sollen die
t Sie müssen alle» erfahren — denn ich will nicht,
gedlich auf seinen Besuch und ich begann bereits zu! daß Sie mich für einen Elenden halten, einen Dan
fürchten, daß ihm ein Unglück passiert, als der Zu-Juan, dessen Gefühle wechseln wie — wie —" Er _______________ fall es gewollt, daß wir einander unter den Bäumen! sand in seiner grenzenlosen Erregtheit keinen passen-
Aber Alfons begegnete der Löwin des £ages I bes J)ennannp[Qfce« begegneten. Aber welch' tiefes I ben Vergleich. Aber ich wußte ja, was er sagen
" " cx *“* wollte und nun tauchte plötzlich in meiner Seele
eine Ahnung auf — ein Verdacht, der mir das! Blut glühend heiß in das Gesicht trieb. Ich hätte laut ausschreien mögen, so beängstigte mich das s Gefühl, welche» sich jäh meine» ganzen inneren Sein» bemächtigt hatte. Aber ich nahm all' meine Kraft zusammen, um äußerlich ruhig zu bleiben. Und doch klang die Stimme heiser, mit der ich jetzt sagte. „Lassen Sie un» die Promenade hinabgehen, I zwiiiyi gciujutvtu t sjei aver verjagt ym Herr Assessor. Dort können Sie sich ungestört! Einwilligung zu einem Verlöbnis mit mir? aussprechen." — ------ * -
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Die deut'che Linke uud der Coroniniklub beschlossen I heute in Gegenwart Pleuers einstimmig die Arnahme «der Währungs-Vorlagen. Das Ergebnis der zweitägigen Beratung des PolevclubS war die Ablehnung Ides Vertagungsanirages des Graft» Pinirrski mit «24 gegen 11 Stimmen, worauf die Währungsvor- I lagen mit allen gegen zwei Stimmen angenommen I wurden, jedoch unter Hinzufügung eines bisher nicht I veröffentlichten Abänderungsauttages Abrahauiowicz,
der nach der „Neuen Freien Presse" die Regierung
Vor meinen Augen schwirrte und tanzte es in tausend bunten Sternen. Dabei fühlte ich mich von eisiger Kälte durchschauert. War das eine Ohnmacht, die sich mir nahte? Aber ich wollte nicht so ! jämmerlich schwach sein, der Charakterlosigkeit eines Mannes gegenüber — ich wollte nicht! So nahm ich denn wieder meine ganze Engerie zusammen und vollbewußt, daß diese Stunde über meine Zukunft entschied und mir eine Demütigung ohne Gleichen widerfahren war, sagte ich — immer mit dieser heiseren Stimme, die mir so fremd klang, daß ich sie kaum für He meinige halten konnte:
Volitische Rundschau ! Lohepreise, wie er aus früheren Jahre« flammt, • im l L ’ m , 1OO. keinen Zusammenhang, ein Zoll auf dasselbe würde Marburg, 9. Mai 1894. Ialfo auch nichts zur Erlöhuug der Preise der Lohe
Die Einführung eines Zolls auf beitragen."
Quebrachoholz, Gerechte Strafe
pelche von vielen Lohheckenbesitzer« gewünscht wird, I
gegen die andererseits die Gervereibesttzer sich aus L verschiedene« deutschen Etablissements erhielten, gesprochen habe«, unterzieht die „N. R. C." folgen- 3"tuugsmkldungen zufolge, alle diejenigen Leute, ,jer Erörterung, die wir lediglich als eine Stimme •ef$e trotz der viele» vorhergegange» Warnungen, ie dem Für und Wider des Meinungsstreites an-1am Mai eigenmächtig die Arbeit verließen, ihrej sthreu wollen, ohne uns die Aus'ührunge« in allen I Entlassung. Wenn auch die Opfer der „Vorwärts"! Punkten zu eigen macken zu können: -Setzer im Verhältnis zu dem Gros der Arbeiter-
„Das preußische Adgeordnetevhaus hat in fehlet| l4att' welches dem Maischwindel ftr» blieb, ver- heotigen Sitzung den Beschluß geroßt, die Regierung!^windend sind, so war die Maßregel doch um deS zu ersuchen, daß sie im Bundesräte auf die Ein- IPririziPs wille» notwendig. De« reiche« Kapi Miwg eines Quebrachozolles hinwirke. Es toaren I talifleD, welche an der Sp tze der Sozialdemokratie -Mm 100 Abgeordnete im Hause, als die Frage liehen, wäre es eine Kleinigkeit, die „Gemaßregelten" KS Qaebrachozolles zur Entscheidung kam das Haus überreichlich zu entschädigen, wen» nicht in Geldan- Wr also beichlußunsähig. Nach der Geschäfts-jselegerihetten bei den Führer« der Sozialdemokratie Mung aber konnte durch einen Hinweis auf biefe|6ie Gemütli'chlichkeit noch ungleich früher aufhörte als I Tatsache der Beschluß nicht verhindert werden. Der bei dem reakiiouärflen Bourgeios.
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w-w, m ? 7^ Art der internationale« Demokraten ist - bis er
^oben. Wenn andererseits also ein Rückgang imlDie deutschen Friedensparlameutarier ksise zu bemerke« gewesen sein sollte, so hat dies sind wieder einmal beisammengewese». Der be- itglich au der Behandlung der Rinde gelegen. Das!kannte „Diplomat", Herr Dr. Baumbach, hat dabei! «tbrachoholz hat demnach mit dem Rückgang der den Vorsitz geführt und die Versammlung hat auf
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Staub der Sache selbst wird dadurch nicht geändert« Der Fall Hegelmaier
2 M Giften Soviel übe^d?/ stelle abgesehen von seiner menschlichen Seite, auch
ame» »«ver Alfons vegegneie oer Lüwm res Tages
4 wie vor mit ruhiger Höflichkeit, während fein I ®r'^rt^<n bemächtigte sich beim Anblick be« Ge- «iehmen mir gegenüber von Stunde zu Stunde I ^bten meiner eeele ?! Alfons sah bleich aus wie ,r m inner wurde. — Und ich, Gettud?! — O, Sie|°" $ob unb toien »m Jahre gealtert Run fein iheti öen recht vorhin: ich liebte Ihren Bruder, mehr, bem meinen begegnete, zuckte es wie in grenzen-
i mehr, als er selbst es ahnte, der noch kein Schmerz um seinen Mund und ich sah, daß
^iniß von meinen Lippen gefordert, mir mit|’te v»n» bebte, mit der er den Hut zog. Er wollte eiten noch nicht gestanden hatte, was er für mich I irotzdem ohne ein Wort zu reden, an mir »orüber- ?!and. Trotzdem fühlte ich mich seine« künftigen |^Pen'e6er hafte eine namenlose Augst gefaßt. 38^ ^tze» sicher und war namenlos glücklich. I Frage: „Was ist geschehen," brannte mir förm-1
»Da erzählte mir das ältere Fräulein Hegemann I aus der Zunge So trat ich denn rasch auf * Morgen«. Olga von Hartenfels sei plötzlich!^" weine Hand auf seinen Arm legend,!
erkrankt und während der Nacht feien drei I Asterte uh: ^Um Gotteswilen, Herr Assessor, find ft an ihr Bett gerufen worden Ich will auf-15V Sie sehen so »erändert au», baß —| . 3 gegen Sie sein, liebe Gertrud, — Ihnen ge-1 ~ 3$ ^nnte nicht weiter, so erregt fühlte |
W, daß mir diese Krankheit wie eine Strafe!* 1^3hr Bruder aber lachte schneidend auf | erschien. Ich war albern genug, zu glauben, I' „ Eercht habe ich den Verstand verloren, gnädiges!
Allvater selbst wollte die schöne Kokette in dem Fräulein, erwiderte er mir dann. „Mir ist'«
eben hemmen, mir den geliebten Mann zu ent-1 wenigsten«, al« wäre ich reif für das Tollhau» | •ober — al» thäte ich am besten, mir eine Äugelj
-E« war eine abgemachte Sache zwischen mir I ^rch ben Kopf zu jagen." |
1 ben Töchtern be« Geheimrats, daß ich während! .Diese unerhörte Art sich zu geben, erschütterte!
Aufenthaltes in B. jeden Abend in dem|wich tief: „So leiden Sie seelisch?" fragte üb| ftrand'schen Hause verkehrte. Auch Alfon« | flüsternd. „Aber wollen Sie mich nicht zur 93er« | ein für alle Male geladen, seine Mußezeit dort | trauten Ihre» Kummers machen? Vielleicht bin ich | Nen. Nun wir uns näher getreten, machten | i« stände, Sie zu trösten — vielleicht — kann ich | ^uch von dieser Einladung den »»«giebigften | Ihne» auch helfen." |
und so sah ich den Teueren Abend für „Wieder lachte er in dieser entsetzlichen Weise,!
— bi« — — Ibie ich nie vorher wn ihm gehört. „Sie mich!
waren vierzehn Tage nach der Erkrankung trösten?! Gerade Sie, die ich inniger — leibend von Hartenfels vergangen, »l« Ihr Bruder schastlicher liebe, al» ich je geglaubt überhaupt ein| ersten Male an dem Theetisch der Geheimrätin l Leib lieben zu können —1! Und doch, Sie sollen, |