Einzelbild herunterladen
 

MOM JÄMg.

I Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

t - -t~ Jllustrirtes Sonntagsblatt.

lZMerarische».

In die Welt des Unfriedens und de» Irrtum» versetzt den Beschauer ein BildDie Wahnsivnigen- von dem Italiener Attanasio, da» in dem neuesten Hefte der Illustrierten ZeitschriftModernen Kunst" (Berlin W. 57, Verlag von Rich. Bong, Preis deS DierzehntagShesteS 60 Pf.) reproduciit wild. Eine erschütternde Tragik der Leben Sschicksale offenbart dieser Ausschnitt auS einem Stelen» zustande, der vernünftigen Menschen unfaßbar bleibt! Charakteristisch find die Gestalten der Unglücklichen aufgefaßt, scharf dar Leiden gekennzeichnet, daS den Geisteszustand in Verwirrung gebracht hat. In demselben Hefte finden wir einige anmutig illustrierte Artikel, von denen wir die Plauderei über eine Fahrt mtt dem Schnellzug Berlin- Mailand von Alfred Friedmann, sowie eine Charakteristik der ftanzössischen Lieder sängei in Ivette Guilbett von Ferry Böraton hervoiheben. Baionin Wedel-Wedel giebt eine Schilderung der ZttcuS Malier, bei bekannten Spott»« Rendezvou^Lariser aristokratischer Akrobaten und Schulreiter.

. ..... - 1 .

Besser tfs geOcm«, Glycerine, Vaseline, Carbol, Lanolin, Zink-, Bor- und sonstige Salbe« ist »ach den Versuche«, welche viele Aerzte gemacht habe«, Apotheker A. Flügge'» Myrrheu-Clome,*) weil desieu antiseptische, neubildeude und heilende Eigerschafteu sich in keiner andere« Salbe vereinigt finde».) Erhältlich in Tosen ä Mk. 1. oder Tuben zu 50 Pfg. in allen Apotheken.

Frankfurter Schuhlager Jacob Wolf, Wetter- gaffe 25. Größte» und billigste» Schuhlager Rar; bürg'». Reelle und aufmerksame Bedienung.

Stetig steigender Absatz sett 1880 findet der Holland Tabak bei v. Becker in Seesen a. Har»» 1» Pfd. heute noch fee. 8 Mark.

M 83

eben, Anfang April, ihre Eier an die grünen Knöspchen der Blütenquirle legen; deren Larven in manchen Obftbaugemeinden mehr Akpfel im Keime vernichten, al» auf einen ganzen Eisenbahnzug gehen.

Der Apfelblütenstecher und die Obstmade (Apfel, wicklet) sind die bestgehaßten Feinde de» Obstzüchter». Jetzt ist es Zeit, mit aller Energie gegen ersteren oorzuge hen; später ist'» zu spät dazu Also eine leichte Stange her! von Apfelbaum zu Apfelbaum gezogen, Tücher gebreitet, die Aeste abgeklopft und sie braungrauen Rüffelkäserchen gesammelt und ver­nichtet ! Die Mühe wird durch ein reichliche» Plu» an lachenden Aepfeln im Herbste belohnt!

Heinrich Freiherr Schilling v. Cannstatt.

gestärte Tastempfindung, da» Hautjucken, «ribbeln bei Gliedmaßen da» Charakteristische ist. Diese» Kapital, auf da» schon Schiller in seinem EffaY Neber de» Znsammenhang der thierischen Natur de» Menschen mit seiner geistigen" hinwie», ist übrigen» »och wenig bearbeitet, und e» dürfte der phtzfiologi« scheu Forschung Vorbehalten sein, hier noch manche» bedeutungsvolle Resultat zu erziele«.

Vom salzigen See berichtet man der Saale-Ztg." unterm 30. März: In letzer Zeit sind die Wasser in den Schächten der elften gewerk­schaftlichen Inspektion fortgesetzt gestiegen. Der Salzige See hat dagegen so bedeutend adgenommen, daß seit vorgestern Mittag die sog. Teufe bei der hiesigen Schweelerei vollständig isolirt ist. Bi» gestern Nachmittag »ar der See circa 100 m weit von derTeufe" zurückgetreten, in welcher das Wasser derartig schnell in der Tiefe versank, daß die steilen und stark zerrissenen, klaffenden erdigen Ufer derselben jetzt 3 bi» 4 m hoch über dem Wasserspiegel herrorragen. Erd- und Schlamm» massen stürzen nach und erweitern den Rand de« eiförmigen, unheimlichen Schlunde», welcher wohl an 300 m lang und im Mittel wohl an 70 m breit erscheint. Fischer, welche eiten Teil ihrer Beute noch vorgestern in der vieluferigen Teufe in Netzen u. bergt, geborgen hielten, sinv bei einem vergeblichen Versuch, diese ihre Beute wieder heraus» zubringen, derart in Gefahr geraten, daß sie von erneuten Versuchen vollständig Abstand genommen haben. Der Ort macht auf jeden Beschauer einen tiefernsten, ja unheimlichen Eindruck. Von einigen Seittn wird übrigen» behauptet, daß der See jeden» falls noch an anderen Stellen Abflüsse nach dem Erdinneren habe, und man kann dieser Ansicht in» sofern zuneigen, als ja bi« rapide Zurücklreten de« Wasserspiegel« von oer Teufe weg darauf hinzu» beuten scheint. Vom dem einst so stattlichen See­becken ist nunmehr nur noch ein rerhältnißmäßig schmaler und seichter Wasserstreifen übrig geblieben, bet sich bi» zu den viele hundert Meter in den Uferschlamm kunstvoll hineingebauten G.fiaber am Ostufer erstreckt. Vom sog. Bindersee find nur noch einige größere und kleinere vollständig rsolirte Tümpel übrig geblieben. Bei der bedeutenden Leistun^ssähigkeit der beiden Maschinen auf der Pumpstation am Flegel»berge wird e6 wohl nur weniger Wochen bedürfen, um da« noch vorhandene Wasser in den Rmgkanal zu werfen, der längst schon die oberirdischen Zuflüsse de» Seebecken» auf» genommen hat, um sie der Salzke und damit der Saale zuzusühren. Nächste Woche foll mit dem Au« pumpen begonnen werden. Einst werden hier, wo die Fluten de» Salzigen Sees rauschten, in einer fruchtbaren Thalsenke wogende Getreidefelder da» Menschenauge und Menschenherz erfreuen.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Leiertagen. Quartal-AbonnementS-Prei» bei der Expe­dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (>xkl. Bestellgelds JnserativuSgebühr für die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pf<p, Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Mittwoch, 11. April 1894

Vermischtes.

lieber die Rettung zweier Kinder vom Lode de« Ertrinke«» durch einen Hund wird derKöaigsb. Hart. Ztg." folgendes berichtet: Am zweiten Osterfeiertage spielten die beiden fünf- und sechrjährigen Kinder bei Eigentümer» ft. au» Nautzwinkel am Haffstra»de unter Ausficht der zwölfjährige« Schwester. Sie warf Stöcke und andere schwimmende Gegenstände in dal Wasser, nm fie dann von ihrem Spielgefährte», eine» großen Hofhunde, heraulholen lassen. Al» sich »u» die Schwester der beiden Kinder entfernte, gingen sie auf den Uferstig, und hier trat der fünfjährige Knabe beim Spiel mit dem Hu»de fehl, stürtzte tu» Wasser und zog auch da» Mädchen, an dessen Kleidern er sich festhalte» wollte, mit sich in die Fluten. Der Hund sprang den Kindern sofort nach und brachte zunächst den Knaben, und dann auch da» Mädchen au» Ufer. Al» das geschehe», setzte sich das kluge Tier gleichsam all Wache neben die weinende» und zitternden Riebet und dellte so laut, daß die zwölfjährige Schwester und noch eine Nachbarin herbeieilteu nnd die Kinder »ach der Wohuu»g brachten. Vor zwei Jahren hat dersebe Hund eine» auf dem Haff in« Wasser gefallene« jungen Fischerknecht gleichfalls vom Tode des Ertriukeu» gerettet, indem er aus dem Kahn sprang u»d deu jungen Mann so lange über Wasser hielt, bi» er in da» Boot gezogen werden konnte.

Ei»e Riesenbrücke, die alle ähnliche» Bauten auf dem europäischen Festlande weit über­trifft, soll auf Rechnung des Staates bei»g stell im bergische» Land zwischen Remscheid und Solingen über die Wupper gebaut werde». Die Kosteu de» Werke» find auf 91/* Millionen Mark veranschlagt. Die Höhe der Brücke vom Wupperspiegel bis zum Gleise beträgt 197 m. Der das Thal überspauueude Bogen hat eine Bieste von 170 m. Ei« anschau­liche» Bild von der Größe dieser Maße giebt der Prometheul." Denkt man fich vor dem Kölner Dom stehend, so würde der Boge» den ganzen Domplatz einschließlich des Domhotel» überspringen und sich dabei bi» zum Anfang der Pyramide de» Dome», also bis zu zwei Drittel der gewaltige« Höhe diese» Baues, emporschwiuge«. Der Wupperihalbtücke gegenüber ist auch die Srüuthaler Brücke, die bei Rendsburg über deu Nordostsee Kanal führt, ei» kleines Bauwerk, obwohl auf dieser in Höhe der höchsten Schifflmastm Eiseubahuzüge über de» Kanal fahre».

Ein physiologische» Phänomen. Thatsache ist, daß durch die Aufnahme gewisser Stoffe in der Form von Genußmiiteln oder Arzneien Sinnesempfindungen erzeugt werde». Die Erschei­nungen, die neuerdings beobachtet find, ohne daß man bisher in ihre Ursache» tiefer eingedrunge» wäre, sind u. a. folgende: 1) Gefichtsempfindnugen: Nach dem «enuß von Atropin, Bilsenkraut, Stechäpfel» wurde beobachtet, daß da» Auge Gegenstände in rötlicher Farbe steht, nach Santonin, Chromsäure, Pikrinsäure aber erscheine» dieselbe« i» gelblicher Farbe, Chinin erzeugt ein Flimmern uud die Wahr­nehmung von sprühende» Funken. 2) Gehörkem- pfiudungen t Nach dem Genuß von Salicyl, Benzoe­säure, Chinin ergeben fich häufig Gehör sstöruuge», wie Sausen, Klingen oder andere Geräusche. 3) Ge­schmacksempfindungen ganz eigentümlicher Art treten rach Quecksilber auf. Geruchsempfindungeu nach Antipyrin, Tastempfindungen nach Ergotin. Tie letzteren kennt man längst als die sogenannte Ätibbel krankheit. Ergotin ist die giftige Substanz, die iw Mutterkorn" enthalten ist, uud genießt mau Mehl, da» au» solchem Getreide bereitet ist, so kommt es zu Krankheitlerscheiunngen, unter welche« ebe« die

Triumphe feierte die stille Aurikel merkwürdiger­weise in der Schmach- und Unglückszeit unseres Vaterlandes, zu Anfang dieses Jahrhunderts, als deutsche« Gefühl und deutsche Ehre von der Selbst- ucht eines Korsen mit Füßen getreten wurde. Und sie geduldige Blume mußte e« tragen und errötete nicht darüber, daß deutsche Züchter ihren schönsten und stolzesten Varietäten den NamenBonaparte" aufdrückten! Die Aurikeln waren durch sorgfältige Hybridation zu solchem Farbenreichtum ihrer Zeich­nung in fast 1000 Varietäten, durch gute Pflege zu solcher Größe und Lieblichkeit gelangt, daß fie al« gefeiertste Modeblumen in keinem Garten ehlen durften Einzelne Liebhaber, ich nenne blo« einen Kommerzienrat Riemann in Nordhausen, einen Dr. Selig in Plauen, einen Kantor Pfeilschmidt in Dresden, besaßen Ektesammlungen, besonders in Topfpflanzen, bet Englischen und Lücker (Lütticher) Aurikel, die, weithin berühmt, als größte Sehens- Würdigkeiten galten, bei deren Anblick man den Donner der Kanonen und das Elend des Vater­landes vergaß' In Narretei ging diese Verehrung selbstverständlich in England über, wo man für ein besonder« selten gefärbte» Exemplar 23 Pfund Sterling bot! Heute ist die schöne Frühlingsblume mit ihrem bepuderten Gesichtchen in vielen Gärten mit Unrecht vergessen.

Fichtenbäumchen, überhaupt alle Koniferen, ver­pflanzen wir am besten bei beginnendem Trieb

Und nun im Obstgarten! Da weben sich ent­zückende weiße und rötliche Blütenschleier über Aprikosen, Pfirsiche, Kirschbäume und Pflaumen.

Wit haben die Bogelnistkästen in traulichen Ver­stecken angebracht und freuen uns jetzt der Danker chöre, die allabendlich über die friedlichen Obsthaine erschalle».

Die Schwalben kehren zurück! Da»Müllerchen", Schwarzköpfchen, Grasmücke, Rohrsänger und vor allem die Nachtigall erscheint wieder im heimatlichen Revier. Gegen Ende de« Monats hören wir den melancholischen Rus de« komischen Wendehälse», ja, wenn beständige Witterung anhält, au» dem er­grünenden Dom de» Walde- bas erste trauliche Kuckuck"I

Sieh da, auf dem Kirschbaum: zwischen schwellen­den Slütenlnosren sicht ein reizende» Vögelchen her­vor ein Blaukehlchen. Mit klugem Auge be­trachtet e« sich ein junges Blättchen, dann fitzt er sich zurecht und flötet wahrhaftig ein eigenartiger Liedchen. Hören wir recht?

Der Liebgott hct zum Früehlig gfeit: Gang, deck dem Würmli au ft Tisch!" Druf het der Chriesbaum Sütter treit, Viel tuufig Blätter grün und frisch Und» Würmli ufern Ei erwacht«, S' het gfchlofen i sinn Winterhuu», E« streckt si, und sperrt'« Müüli uf, Und ribt die blöden Augen u«. Und druf fe het'» mit stillem Zahn Am Blättli gnagt enanberno Und gfeit:Wie ist da« Gmüc« so gut! Mer chunt schier nümme weg dervo"

Daraus machte es sein Knixchen, hackt schnell nach Zweig und Blättchen und fliegt mit einem grünen Räupchen im Schnabel davon!

Also das war'-: Du seltene» alemannischer Vögelchen wolltest un« bas reizende Hebel'scheSieb­tem vorn Kirschbaum" blo» deshalb singen, um uns auf die vielen bösen Frostspannerräupchen, die j.tzt erwachen, aufmerksam z« machen, die uns Blätter und Blüten als ihr gute- Gemü» wegsreffen Geschieht es aus Ironie für die Lässigen, die den Leimring" im Herbst vergaßen? ober wolltest Tu sagen:s hat keine Not ich unb meine Kollegen sind ja da!?"

Und wa» huscht drüben der hochzeitlich gekleidete Buchfink auf den Apfelzweigen einher, der in der hohen Trauerrose so künstlich sein Nest gewebt? Er huscht, blickt, pickt und schluckt! Ab, alter Freund, bist Du auf der Käserjagd, nach den kleinen schlimmen Rackern? Sind sie denn schon da? Er nickt, setz! sich in Positur unb trillert uns mit gesträubter Kehle fröhlich seinen Finkenschlag:I die find diesmal ja riiefig da!"

Ja, wahrhaftig, fie find da klopfen wir an die Zweige, fo purzeln fie in ganzen Gesellschaften herunter. Ja wer denn? Die kleinen, kaum weizen­korngroßen Rüßler, die Apfelblütenstecher, die jetzt

Anzeige» nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein u. Vogler inoit Frankfurt a. SW;, Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AA1A« ^yutjig Masse in Frankfurt a. M Berlin, München u. Köln; G- L.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M;, Berlin, Hannover, Pari»._______________________

Zweites Blatt.

Unser Garten im April.

Blickte unser diesjähriger Ostermond so fteundlich i» die VorfcühlinSgärten hernieder, wie e« Viele für ihre Arbeiten wünschten? Jrn ganzen nem! Er lockte zuerst durch »arme Strahlen die Vorboten der lenzlichen »lütenkinder auf den Plan, bann schreckte er fie burch eisigen Blick, burch Reifnächte, kalten Regen unb Schneegestöber um fein Spiel von neuem zu beginnen. Aber bie unoerjärtelten, tapferen »lumenlinber de« Frühling» nehmen solche Launen nicht übel: sie schließen an ben rauhen Tagen ihre Blütenlädchen, fallen wieder in Schlaf, um fröhlichen Herzen« erneut zu erwachen, wenn Königin Senne siegreich triumphirt.

Nicht fo leicht zu locken unb zu bethörm finb andere Pflanzengestalten. Da steht der gute Stachel­beerstrauch, mit Frühling«fehnfucht im Herzen, mit tausend grünen Spitzchen, fix und fertig, fein grüne« Blätter- unb bescheidene« Blütenkleid über fich zu werfen: aber er traute bet Märzfonne nicht, wenn fie noch brannte. Er ist ein vorsichtiger, klug er. wägender Kumpan, der Buch führt über bie täglichen Durchschnitttwärmegrade, sie abbirt unb erst bann an die Geschichte glaubt, wenn bie von ihm nötig befunbene Summe erreicht ist. Dann aber Hurrah! Pedanterie uub Geschäftsbücher fliegen in alle Winkel, um in bie Arme König Lenz'» zu eilen! Wie durch Zauberschlag umhüllt ihn da« frische grüne Kleid und an feinen zahllosen Blüten- glöckchen hängen und schaukeln die beglückten Bienen! , c

Er unb viele anderen halten'« mit dem April, dem Haupt-Rüste- und Arbeürmonat de» Frühling«; mit ihm wollen wir es auch halten. Also flug», sowie sonnige Stunden in den lieben Garten locken, hinan», und die rückständigen Arbeiten des März beendigt und fröhlich an bie neuen gegangen! Ein ganze« Trüppchen Arbeiten finbs; ba hat ber Garten­freund, bie liebensroürbige Gärtnerin so manche« zu säen: Rosenkohl, Winterkohl, überhaupt alle Kohl- arten in« Freie. Cardy, unb wer will Artischoken. Ferner al« zweite Saat: Erbsen, Karotten, Rabieschen, Spinat, Schwarzwurzeln, Petersilie, Salatrüben, Mangold, Kerbel, Dill. Dann auch zarte Mairettige und Mairüben. Und wer möchte sein kleine« Versuchsquartier jetzt nicht mit einigen Sorten der trefflichen neuen Kartcffelzüchtungen bestellen!Pah, Kartoffeln!" Nein nicht pah! sondern ah! Macht» nicht der kleinen Hausfrau größere Freude als sie denkt, die Stauden fich ent­wickeln, blühen zu fehen und bann bie köstlichen mehlreiche i. geplatzten, felbstgezogenen Kartöffelchen auf ben Tisch zu bringen!? Von solch feinem Saat, gut ist ba« Postpaket (10 Pfund), franko, packfrei in bester Sorte, z. B. der trefflichen sehr ertrag reichen Panischen ZüchtungGloria" schon für 2,50 M. zu bekommen. Natürlich muß die Quelle echt fein. Eine foche ist z. B. die bekannte Kar­toffel. Kulturstation Hedwigiberg-Frankfurt a. O., wo auch intereffante Probesortimente, kleine und große, bi» zu vierzig Sorten enthaltend, abgegeben werben- Ä

E« können jetzt alle herangezogenen Gemüsesetz- linge gepflanzt w rden, ebenso noch Spargel unb Merettig Gurken, unb Bohnensaat lasse man noch fein; im Freien sollte sie vor Anfang Mai nie geschehen! .

Im Blumengatten binden mir unsere lieblich blühende Hyazinthen unb Narzissen an Stäbchen, säen Lein, Astern, Portulack, Winben, Golblack, Skabiosen, Nelken, Reseden, Kapuziner, Stroh- unb Papierblumen. Auch Lobelien, Salpiglosfi», Verbenm, Ageraturn, Tagetes, Zinnien, Balsaminen, Tabak unb Fuchsschwanz.

Mit Mirabilis, buntblätterigem Mais unb Ricinus, können wir eine Gruppensaat zusammen­stellen, bie sich an geeignetem, gutgrünbigen Platze später prächtig macht Wir pflanzen Sties- Mütterchen, Vergißmeinnicht, Maßliebchen, Schwert litten, Enzian, unb legen Gladiolenknollen, Ranunkeln unb Oxali» Rosen und Schlingpflanzen werden fertig aufgeheftet und beschnitten.

Unb wer pflanzt mit, bie köstliche Aurikel? e« gab eine Zeit, in ber biefe Blume im Vergöttert- werben selbst ber Nelkeüber" war. Ihre höchsten