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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Md »«lag: Joh.«»«; Koch, Uuiverfitäts-B«chdr»ckerei tu Marburg. Verantwortlicher Rtdatteur: Harry Finkin g tu Marburg.
Reduktion und Expedition r Markt 21; wVUUlUßPVlUTU Redaktion und Expedftiou: Marit 81.
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Erscheint täglich außrr m Ketttagts Lach ©».■#- rj Krmtagrm — Quartal-Ad»Lae«entS°Prri» bei kr typ-* ditto« 8 KL, bei «Ben PvstSrntrnr 2 KL 85 Vf«. faß. SeßeLgeld); Juserattvnsgebühr für die geb »d« deren 9Uxm 10 Neklameu für die
Marburg,
Donnerstag, 5 April 1894
Anzeige« nimmt enigegen die Expedition diese» Blatte», °owie die Armouttn-Burraur von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt <u M., Casirl, Magdeburg und Men; Rudolf Moste in Frankfurt e. M>, Berlin, München U; Köln; G. L. Daube u, To. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Pari»,
XXIX; Jahrg.
Zweites Blatt.
Aus der Reichshauptstadt.
— Liu Diebstahl ungewöhnlicher Art ist der „Freis. Ztg." gefolgt in CastauS Panoptikum auSgeführt worden. Daselbst befindet fich seit einigen Tage« eine neue Gruppe »ach Dantes „Göttlicher Komödie": „Aus dem 9. Kreise der Hölle", ein großes, figureureiches Tableau, das die Leide» der Sü»der uud Sünderinnen im Blutsee der Hölle plastisch darstellt. Die Gruppe ist mit dem Bilde der Hölle so ausgestellt, daß fich der Besucher fast unmittelbar vor derselbe» befindet. Eine der weiblichen Figuren, vo» denen manche der perspektivischen Wirkung wegen nicht groß find, hat einem Dieb offenbar ganz besonders gefalle». Er hat die arme weibliche Seele, die sich bereits t» den Klaue» des Te»fels befand, dem Satan entriffe», sie wie et» zweiter Orpheus aus der Hölle e»tführt uud mit- genommen. Die Frechheit des Diebes war um so größer, als er den Diebstahl zu einer Zeit ausführte, als fich zahlreiches Publikum in EastauS Panoptikum befand und der Raum vor dem Tableau keine» Moment vo» Besucher» leer blieb.
— Zur Frage der Berliner Gewerbe- Ausstellung erfährt die „Rat.-Ztg.", daß bei der jüngsten Beratung der gemischten Deputation die Mitglieder deS ArbeitSanSschuffeS der Ausstellung unter Beibringung von umfangreichem Akteumaterial ausgeführt haben, daß auch sie ursprünglich für eine Weltausstellung gewesen und dann, die Grenze» immer enger ziehend, zu dem jetzige» Plaue erst gekomme» seien, nachdem fie die Ueberzeugung gewonnen, daß die Regierung für die nationale Ausstellung einzu- treteu nicht die Abficht habe. Auch sie würden die letztere vorgezogen haben und noch vorziehe».
— Ei»e „Trinkgeld-Danksage-Ord. »uug" für Kellner besteht, wie die „Deutsche Verei»Szeituug" mittetlt, iu einigen Lokalen Berlins. Beim Engagement wird den Kellnern die Höflichkeit gegen die Gäste zur besondere» Pflicht gemacht und ihue» eingeschärft, daß fie nach erfolgter Zahlung fich vom Gaste durch ein einfaches „Danke" zu verabschiede» haben. Giebt es 5 Pfg. Trinkgeld, dann muß ei» ,Da»ke rrgebenst" erfolge»; giebtes 10 Pfg., ei» „Danke gehorsamst". Der Fall, daß ei» Gast mehr alS 10 Pfg. giebt, ist nicht vorgesehen, wahr, scheinlich werde» die Kell»er daun eine längere Dank- abreffe vom Stapel lassen müsse», und bei 50 Pfg. dürften Worte nicht mehr ausreichen, eS tritt dafür Kuiefall und Handkuß ein. Nun wtffeu die Gäste, wie fie eS auzufange» habe«, um ei»eu „ergebenste," oder „gehorsamste»" Dank einstecken zu können. Aber
VrofessorSchweningersLn1fettrmgsk«r.
Professor Dr. Schweninger veröffentlicht soeben in der „Sammlung medizinischer Abhandlungen" (Verlag von Max Merlin, Wien) eine Arbeit über die Fettsucht. Viel Neues scheint darin nicht ent. halten zu sein, aber es dürste doch für viele Interesse haben, einen znsammenfassenden Bericht über das nun seit Jahren so vielfach angewandte Verfahren zur Kenntnis zu nehmen. Da» „Wiener Fremden, blatt" referiert über die Schrift wie folgt: Außer den täglich wiederholten Abreibungen und Waschungen einzelner Körperteile mit kaltem oder heißem Wasser legt Schweninger bei der Behandlung der Fettsucht auf die mechanischen Einwirkungen Gewicht. „Be- züglich der Massageart bei Fettleibigen kann man rm allgemeinen sagen, daß, je kräftiger und tiefer die dicken Fettmaflen geknetet, gedrückt und gezwagt werden, desto größer die Wirkung. Die anfänglich dabei oft fich einstellenden Schmerzen pflegen nach einigen Tagen mehr oder minder zu schwinden, und was im Beginn eine Plage, wird meistens später für den Patienten ein Vergnügen." Was die Diät anlangt, so empfiehlt der Verfasser den Fettsüchtigen: Die Hauptnahrung soll aus Fleisch (jede Sorte, auch fettes Fleisch, kalt oder warm, ganz nach Belieben), Fische, Austern, Kaviar, Krebse, Hummer, Würste, Eier, Käse rc. bestehen. Als Nebennahrung dürfen Brot (weiß oder grau), Obst, Kompot, Spinat, Spargeln» Kohlarten, Sauerkraut, Gurken, grüner Salat genossen werden. Al» Getränke Wasser, Sodawasser, Sauerbrunnen, Frucht und Zittonen.
trotzdem wird es noch viele Kelluir geben, welche 5 Pfg. Trinkgeld als etwas Selbstverständliches, also auch ohne Dank hiuuehme».
Kunst und Wissenschaft.
Göttin gen, 8. April. Dem ordentlichen Professor an der hiesige» Universität Dr. William LeriS wurde der Rote Adler-Orden verliehen.
-e. München, 29. März. Die „Vereinigung der taubstummen bildende» Künstler" mit dem Sitze in München stellt die Veranstaltung eine. Kunstausstellung in diesem Jahre zu München in Aussicht. Der Zweck dieses Unternehmens ist nicht nur die Leistungen ihrer Schicksalgenosscu auf dem Gebiete der bildenden Künste und des Kunst- gewerbes höheren Stils dem allgemeinen Publikum zur Beachtung und Beurteilung vorzuführe», sonder« auch für die Hebung uud Förderung des Taubstummenbildungswesens Sorge zu tragen. Um zur Durchführung dieser Humanitätsbestrebungen gelangen zu könne», läßt bk Vereinigung au sämtliche taubstummen Kunstgenüsse» aller Rationen die Aufforderung ergehen, ihre Anmeldungen behnfs beabfichttgter Be- teiligung an der Ausstellung baldigst bethitige» zu »»Len. Nach Zustandekommen des Ausstellungs- Projekts werde» die diesbezüglichen detaillierten Programme den Interessenten zugestellt werde». Anmeldungen rc. find zu richten an die „Vereinigung der tanbstnmmen bildenden Künstler" in München, ScheLingstraße Nr. 113/1111,
Universitäts-Nachrichten. Der Privatdozent der Anatomie Ballowitz in Greifswald ist zum außerordentlichen Professor ernannt. — Der Privatdozent Grünhagen ist zum außerordentlichen Professor in der katholisch-theologischen Fakultät zu Breslau ernannt. — Der außerordentliche Professor Linck in Straßburg folgt einem Ruf nach Jena als ordentlicher Professor der Mineralogie und Geologk. — In der medizinische» Fakultät zu Königsberg habe» fich Dr. Max ASkenasy und Eugen Czaplewski habilitiert. — Professor Dr. Heinrich S ch w e i z e r - Sidler ist im Alter von 79 Jahren iu Zürich gestorben. Der zürcherischen Hochschule gehört er seit 1850 an; seine Ernennung zum ordentlichen Profiss»r erfolgte 1856. Seine Forschungen auf dem Gebiet der Sprachvergleichung verschafften ihm einen geschätzten Namen.
Vermischtes.
Leipzig, 2. April. Dar Reichsgericht hob das Urteil des Landgerichts I. Berlin, durch welches dem Buchdruckereibefitzer G l ö ß wegen Caprivi- Beleidigung eine Geldstrafe von 100 Mk. auferlegt wurde, auf die Revision der Staatsanwalts hin auf,
fast, Weiß- und Apfelwein Austern, Kaviar, Hummer und feine Fische lassen fich sehr gut durch Heringe, geräucherte Flundern rc., sowie Fleisch durch Wurstware, Spargeln durch Kohl, feine» Kompot durch Pflaumen ersetzen rc., lauter Sachen, die mit den bescheidensten Mitteln zu bestreiten find. Au« diesem Verzeichnis der angczeiatcn Diät geht^herror, daß al« verboten zu betrachten sind: Suppen, Kartoffeln, Rüben, Hülsenfrüchte, Makkaroni, Reis, Mehlspeisen, sowie Butter und F-tte (fo weit sie nicht zur Zubereitung der Fleischgerichte und der Gemüse gehören) und unter den Getränken: Bier, Rotwein, Milch, Kaffee, Thee, Chokolade, Cacao, Schnäpse Hebet den Hauptpunkt seiner Fetikur, sagt Professor Schweninger: Da» Wesen unserer Behandlung liegt in der strengsten Individualisierung der EinzelfalleS. Man gewöhne fich an kleine, lieber häufige Mahlzeiten und trenne das Essen unter Um- ständen vom Trinken. Giebt man dem Fettsüchtigen dieselbe Menge Nahrung und Getränke, die er ge- wohnheitsmäßig täglich, vielleicht in zwei Hauptmahlzeiten genießt, und wobei sein Körpergewicht stctr zugenommen hat oder gleich geblieben ist, auf drei, vier, fünf und noch mehr Mahlzeiten verteilt so wird das Resultat fast immer eine Gewichtsabnahme sein, zumal bei kleineren, wenn auch öfteren Mahlzeiten, sich die Gesamtzusuhr allmählich von selbst einschränkt. Große Mahlzeiten begünstigen die Fettbildung und den Fettansatz, kleine Mahlzeiten dagegen den Fettverbrauch und die Entfettung. Zum Schluffe noch ein Stoßseufzer, den Schweninger über die Schwierigkeiten bei der Behandlung Fettsüchtiger
uud verwies die Sache zur nochmalige» Verhandlung an das Landgericht II. Berlin.
Paris, 1. April. Die gemeldete Ex- plosio» auf dem Louvreplatz, welche mau für ein neues Bomben Attentat gehalten hat, war eine Gasexplosion. Es wurde» sechs Passante» »er- wundet, darunter einer schwer.
Chicago, 1. April. Ja einem Hause das südlichen Stadtteiles entstand durch das Umstoßen einer Petroleumlampe ein Brand. Die ganze Familie, aus neu» Personen bestehend, erstickte, und daS HauS brannte nieder.
— Unfreiwillige Komik. UeberdieAuknuft unseres Kaisers in Fiume wurde der „Kieler Ztg." telegraphiert: „Der Kaiser trug österreichische Uniform; er begrüßte und küßte die Kaiserin, hierauf dar ErzherzogSpaar, da» Gefolge uud die anwesende« Behörden." Der Berichterstatter hat wohl nicht genau hiugesehen. — Wie die Hildburghausener „Dorfztg." vom 25. März berichtet, ist der englische Klavierspieler Sidney Goldman» zum „Piano-Champiguou" der ganze» Welt ausgerufen worden. — Im Briefkasten der „Dresd. Nachr." fragt eine Martha Z. an: „Kann sich mein Bräutigam hier ueutralisteren lassen?" — I» dem Roman der „Hild. Ztg." vom 25. März steht zu lesen: „Ein arger Rheumatismus girg zum Herzen und ihr Gatte folgte bald nach." — Der „KreiS-Anz. für ben Kreis Greifswald" (Nr. 66) berichtet über den Vortrag, den Dr. K. in einer Versammlung der Bundes der Landwirte über das Thema gehalten hat: „Was können wir zur Hebung unserer Schweinezucht thun?" Der „Kladderadatsch" entnimmt dem Bericht folgende hübsche Stelle, die fich auf die Auswahl der zur Zucht bestimmte» Tiere bezieht: „Der Eder muß ttäftig auftteteu, männlich blicke»; das weibliche Tier muß einen sanften Ausdruck i» be» Augen habe», nicht« Männliches, bann hat es Anlage, eine gute Mutter zu werden."
Lh»«t«r-Anp1tze».
Frankfurt.
vom 4, bi» 8. April.
Opernhaus : Mittwoch den 4.: Vorstellung Bei ermäßigten Preisen: „Orpheus". Außer Abonn. Donnerstag den 6.: „Hänsel und Gretel". „Im Balletsaal'. Im Abonn. Große Preise. Freitag den 6.: Geschlossen. Sonnabend den 7.: „Lohengrin". Im Abonn. Große Preise. Sonntag den 8.: „Hänsel und Gretel". N.u einstudiert: „FortuuioS Lied". Im Abonn. Große Preise.
Schauspielhaus. Mittwoch den 4.: „Der Veilchenfresser". Im Abonn. Gew. Preise. Donnerstag ben 5.: Geschlossen. Freitag den 6.: „Talisman". Im Abonn. Gew. Preise. Sonnabend den 7.: Zum ersten Male: „Vergangenheit". Schauspiel in 3 Akten von Carry Brachvogel. Hierauf: Neu einstudiert: „Nach Mi ternacht". Im Abonn. Gew. Preise; Sonntag den 8.: „Orient
äußert: „Es versteht sich von selbst, daß das Schwinden des überschüssigen Fttte» sich auch,im Gesicht mehr oder minder geltend macht, wodurch ihm meist ein „leidender" Ausdruck verliehen wird. Kein Wunder, wenn der Patient dann von Bekannten mindesten» mit der Begrüßung abkomplimentiert wird: „Wie elend seh n Sie aus!" O't knüpft ich dann ein mehr ober minder „medizinischer" Gespräch daran, das fast immer mit dem weisen Spruch endet: „Nehmen Sie sich in acht vor solchen gefährlichen Kuren!" Den liebenswürdigen Leuten denen das Jv;»l eine» „g sunden" Menschen nur in Form eines dickbauchigen und dtckbackigen, also eines „wohlgenährten" Individuum» vorschwebt, östet e» gar keine Mühe, da» Mißtrauen zu säen; ;e glauben damit Fürsorge und Interesse für den i htienten zu bekunden und ziehen nachher stolz davon. Letzterer hat aber auch nicht immer den nötigen eisernen Willen, um jenen sich täglich wieder- -ölenden Einschüchterungen zu widerstehen und chwankt bann in seinem Vorhaben Daher die Notwendigkeit für ben Arzt, oft mit seinem ganzen Einflüsse einzugreifen, um Zweifel z» beseitigen, Au? regungen zu beruhigen, ben schwankenden Mut zu beleben. Da« weibliche Geschlecht bleibt trotzdem »f; über da» Auftreten von Runzeln schwer zu trösten Da muß man darauf aufmerksam machen, daß bi Haut nicht gleich dem Fettschwunbe folgen kann sondern sich erst später zusammenzieht — was in der That auch geschieht — unb auf dem Wege be» Gebulbprebigen» gewinnt man Zeit, bi» auch diese Schwierigkeit beseitigt ist "
reife"; Hierauf: „Nach Mitternacht". Im Abonn. Gew. Preise;
3R«M- *•!
Berlin, 3. April. SBetjen mit Ausschluß von Rauhweizen per 1000 Kilo loko 135—146 nach Qualität, Lieferungs-Qualität 138 Mk., per Mai 140 -140,25 bez, per Juni 141—141,25 141 bez., per Juli 142 bez., per September 144,25 bez. Sek. 50 Do. Kündig. - Preis 138,5 Mk.
Roggen per 1000 Kilogramm loko 112—122 u. Qual., Lieferungsqualität 118 Mk., inland. guter 117,5 ab Bahn bez, per diesen Morat 119-118,25-118,5 bez;, per Mai 122-122,75 bez.. per Juni 123,25—123,75 bez, per Juli 124,5—124.75bez., per September 127,25-127,5 bez. *el. 900 To. Kündtg.-Preis 119,5 Mk.
Gerste per 1000 Kilogr., große und kleine 144—180 nach Qual., Futtergerste 106—143.
Hafer per 1000 Kilogr. loko 130—176 n. Qualität, Lieferungsqualität 138 M., pommsercher, mittel bis guter 136 157, feiner 158-172, preußischer mittel bis guter 137—158, feiner 159-172, schlesischer mittel bi, guter 140—164, per diesen Monat 132 bez, per Mai 130,50 bez., per Juni 129,50—129,25 bez., per Juli 129,50 bez. Gik. 100 To. Kündig. Preis 132 Mk.
Mair per 1000 Kilogr. loko 107—114 nach Quall, per diesen Monat 103,25 bez, per Mai 103-138,25 bez., per Juni und Juli 108 bez, per August 103,75 bez
Erbsen per 1000 Kilogr. Kochware 150-185 nach Qual., Futterware 133—146 n. Qual., Viktoria-Erbsen 206 - 218.
Weizenmehl loko per 100 Kilogr. brutto einschließlich Sack Nr. 00 19,50—17,50, Nr. 0 17,25-15,50. Feine Marken über Nottz bezahlt. Roggenmehl loko Nr. 0 u. 1 15,10 bi, 14,75, do. feine Marken Nr. 0 m 1 16,50-15,58. Nr. 0 1,50 Mk. höher als Nr. 0 u. 1;
Roggenmehl Nr. 0 u; 1 per 100 Kilogr. brutto einschließlich Sack per diesen Monat 15,40 Mk., per Mai 15,55 bez. — > ii»
Merlosuugeu
(Ohne Gewähr.)
Badische 100 Thlr; - Loose vom Jahre 1867; Ziehung am 1. April 1894. Gezogene Serien: Nr. 52 107 141 211 225 240 413 529 551 565 556 600 668 705 736 870 886 1036 1050 1081 1118 1135 1138
1147 1152 1297 1440 1531 1578 1625 1639 1677 1685
1705 1715 1772 1782 1811 1823 1840 1944 1948 2004
2008 2011 2048 2061 2220 2333 2350 2352 2881. Die
Prämien-Ziehung findet am 1; Juni statt.
„Wie kannst Du mit Deinem HauS- standSgrlde auskommen?" fragte eine junge Neuvermählte die erfahrene Freundin. „Ihr seid iben so viel Personen am Tische wie wir, Du bekommst dasselbe Wochengeld wie ich, und Du verbrauchst, w e Tu selbst sagst, täglich für etwa 10 Pfennig Fleischextrakt; das köont- ich nicht möglich machen." Die Freundin meinte: „Versuche eS einmal; gerade diese 10 Pfennig täglich für echte« Liebig's Fleischextrakt find ökonomisch angelegt Ein Messer- pitzchen dieser vortrefflichen Zuthat gerbt der Nah. uug Kraft und Würze, und wenn die Speise nur schmackhaft ist und gut bekommt, ist mein Mann auch mit sehr ein» ächem Essen zufrieden. Ein gut zuberefteteS Gericht gelangt bei Gaumen und Magen ganz ander» zur Geltung, als eine fade Speise; darin ist das ganze Geheimnis enthalten, wie man durch Anwendung von Liebig's Fleischextiatt nicht nur Zeit und Mühe, sondern auch Güd sparen kann."
Landwirtschaftliches.
3» dieser Zeit der Futter»ot macht ein Leser der Fuldaer Zeitung auf ei» Unhaut aufmerksam, das als Schmarotzergewächs besonders auf sandigem Boden den Pflanze» die Nahrung ent« zieht. Wir meinen die, unter dem Name» Quecke», Queckeawmzel, Hu»dSzahnrc. betainten Repräsentanten der Familien Trittku« und Cynodon. Diese, der Landwirtschaft so unangenehmen Gewächse, werden im Frühjahre gesammelt, getrocknet und verbrannt. Dieselben verdienen aber eine vorteilhaftere Behandlung, den» fie können namentlich in diesem Jahre als Futtermittel gute Dienste leisten. Wohl erinnere ich mich schon vor 30 Jahren große Flächen von Quecken zum Austtocknen auf Wiesen cmSgebreitet gesehen zu haben. Damals sagte man mir aber auch, das sei Futter, mit welchem die armen Leute ihre Kühe nährte». Der Bauer verschmähte tolz solche Fütterung für sei» Vieh; er hatte da» nicht nötig. Aber „Not lehrt beten" sagt ein alte» Sprichwort. Mit Futternot kämpfen aber Heuer alle Bauern. Deshalb dürfen fie ihren Stolz auch diesmal fahren lassen. Reialich gewaschen, gettockuet, kleiugeschnitten, mit Häcksel vermischt und etwa» angefeuchtet liefert die Quecke ein ausgezeichnete» Futtermjlttl und ist namentlich ihre» Zuckergehalte» wegen für Milchkühe zu empfehlen. Möge also der Bauer diesesmal ei« altes Vorurteil überwinden zu dem doppelten Zweck: einmal sein Feld gründlich von ben Schmarotzerpflanzen zu säubern und dann ein hungernde» Lieh besser zu nähren.