dagegen der betreffende Oberst darin gefehlt habe,
Marburg, Freitag, 9. März 1894
Schentliche Beilagen: Krcisblatt für die Kreise Marburg nud Kirchhai«
- - Jllustrirtes Tonntagsblatt. * *"*"*
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte«,
die dlnnoncen-S^re-nx von Haasmstein n. Vogler in ,
granffurt o. M., Laffel, Magdeburg und Men; Rudolf AA1A;
Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München luSöIn; G. L. " 9
Daube m, Ko, in Frankfurt a.M>, Berlin, Hannover, Pari«,
-re 8er«r-Stt«-er. liebe Bro , ahnte dem besorgten Oberknecht sofort! wenn der Niklas nicht den Kopf oben behalten hätte, Kolmar Wending hatte einen tiefen Einblick in
Roma» von Georg Höcker, nichts Gute» . so würde der Wendingbauer sicherlich nicht daran den erbarmungslosen Charakter RetaS aethan und
(Nachdruck verbotcn-j Auch der Bauer gab Nlklas UN Herzen recht,!gedacht haben, einen reitenden Boten nach der Kreis- er, vor dessen roher Willkür schon so mancher ae- (Fortsetzung.) wenn er auch rauh polterte und schatt daß der l stadt zu senden, um so schnell als es nur irgend zittert hatte, fühlte nun blaffe, feige Furcht vor ber
Der Wendingbauer geberdete sich wie ein Ver« I Nichtsnutz von Jürgen sich jedenfalls wieder bei der! möglich war den Arzt und den Untersuchungsrichter! jungen entschlossenen Dirne. Er wußte e« an
zweifeltet. Schon am vergangenen Tage hatte er H-k-n-Sundel auf^lte, welch'letzterer er am liebsten herbeizuholen. JürgensLeben und noch mehr andessen Nachgiebia
ernsthaft mit seinem Sohne sprechen und ihm uor»|ben Ära9en umdrehen möchte I Der Kreisarzt hatte dem Bauern nur gar ge-I keit hing sein mühsam aufrecht erhcütenes Ansehen,
stellen wollen, wie sie nun beide auf Gnade unb| , Als aber die endlos langen Stunden des Vor-1 ringe Hoffnungen machen können. Die Wunde selbst! das Besitztum seiner Väter.
Ungnade in den Händen RetaS sich befänden. Dem! mittag« verstrichen waren und Jürgen sich noch! sei nicht gerade tödlich, hatte er kopfschüttelnd ge-1 Je deutlicher und klarer aber die Aussicht «t Kolmar war es nicht in den Sinn gekommen, daß I immer nicht auf dem väterlichen Hofe hatte blicken I meint, aber der ungeheure Blutverlust, den der Un< I Tage lag, daß das heimtückische Geschoß Balzers Jürgen angesichts der vollständig veränderten Lageilassen, da geriet auch der Wendingbauer in bangeIglückliche erlitten, schließe eine Genesung geradezu!seine verderbenbringende Wirkung vollenden werde auf seiner Liebe zur Hexen-Gundel beharren und es I Besorgnis — nicht des Sohnes selbst willen, denn laus. Der Himmel müsse ein Wunder thun, um! desto mehr schrie und jammerte der Wendingbauer.' lieber vorziehen könne, mit dem Bettelstab in der I Kolmar verstand nicht zu lieben,_am wenigsten Jürgen, I den Burschen zu erhalten. Aber an ein solcher I Zum Ueberfluß kam noch am selben Abend Hand ben väterlichen Hof zu verlassen, als die reiche | von dem er schon manch' rücksichtslosen Widerspruch I glaube er, der Arzt, um so weniger, al« die todes-! Reta Zenner auf den Hof gehuscht und ließ sich von Bauerntochter heimzuführen. Aber Kolmar Wending I halte erleiden müssen — sondern um. seines eigenen «ähnliche Bewußtlosigkeit von dem schwer Getroffenen I dem Bauern an das Schmerzenslager-seines noch hatte nicht recht gewußt, wie er seinem Sohne, der | zukünftigen Schicksales halber, welche» nun einmal! noch immer nicht weichen wollte I immer bewußtlos liegenden Sohnes führen. Ein
ihm als völlig fremder Mensch gegenüberstand und «mit der Person des Burschen untrennbar verknüpft! Als dann die Gerichtskommission und der Arzt «tiefes Grauen prägte sich auf dem Antlitze de« dessen innerstes Kühlen er bi« dahin weder hatte!war- Ifid? wieder entfernt hatten, blieb der Wendingbauer«Mädchens au«, als dieses auf die totenähnlichen
«erstehen können, noch wollen, von der heiklen An-! Deshalb hatte der Wendingbauer die Knechte!in völliger Ratlosigkeit bei feinem Sohne zurück |3üge des schwer Verletzten niederschaute.
gelegenheit zu sprechen anfangen sollte. Jürgen hatte l auf die Suche nach dem Vermißten au,schicken wollen. I Jetzt offenbarte es sich mit einem Male im »Ist er schon tot?* fragte sie alsdann während -ar einen harten Kopf, das wußte der Wending-1 Aber noch ehe er dazu gekommen war, waren einige! grellsten Lichte, was für einen feigen, wankelmütigen I sie verstört von Jürgen fortfchaute. ' bauer aus eigener Erfahrung nur zu gut, und so!Manner aus der Nachbarschaft in seinen Hof ge-lCharakter der so selbstherrlich und prahlerich aus-! „Er wird'« bald fein!* beulte der Ba»er auf latte er unschlüssig den Tag verstreichen lassen Mit l drungen und hatten ihm die Schreckenrkunde über. I tretende Mann eigentlich besaß. Alles Zureden des l.o Jemine, dar Unglück — was soll's dann werde« festen Vorsatze freilich war er ins Bett gegangen, I mittelt, daß Jürgen, dem Tode nahe und aus einer I Oberknechtes, der ihn zu öfteren Malen darauf Hin-Iden, Reta?*
«« nächsten Tage unbedingt mit Jürgen die Sache I schweren Wunde im Rücken blutend, bewußtlos von wie«, daß jeder Lärm für den schwer Verletzten Die Dirne schaute ihn mit starrem unheimlichem w» Reine zu bringen. I zufällig de« Weges Vorübergehenden am Waldes-1 geradezu verhängnisvoll fein könne, übten keine I Entschlüsse an. '
A« andern Morgen war aber ein trauriges Erfände auf gefunden worden fet. I Wirkung auf den Wendingbauern au«. Dieser geJ .Macht, daß Euer Bub' wieder aefunb wird
*«che» erfolgt. Zuerst war Rikla», der Oberknecht,I Nicht lange dauerte es, da brachte man ben Un.Iberbete sich vielmehr nach wie vor wie ein altes!Wendingbauer!* äußerte sie- an einem Toten ift »wr »»stört, zum Bauern gekommen und h^te glücklichen auf einer rasch aus Tannenzwmgen an- Weib, heuve, jammerte und schrie, und bei alledem mir nichts gelegen - ich will ihn ttbend und ae-
Mem angezeigt, daß Jürgen nirgend» auf dem gefertigten Tragbahre blutüberströmt nach Hause. trat da» ihm innewohnende böse Gewissen nur allzu sund für mich haben, — ift’« nicht, darntt so M
We zu finden und auch seine Lagerstatt in der! Run wußte Kalmar Wending weder au» noch I deutlich auf seinem angstverzerrten Gesicht hervor. I auch unser Handel nit, — sorgt, daß Ihr Eure Kammer droben vom Tage vorher noch unberührt ein. Er fing auf weibische Art zu wehklagen und Was lag ihm berat an bem Sohne! Mit diesem Schuldverschreibungen bald bei mir einlöst, — ich
L Da e» noch zu keinem Male vorgekommen war, zu jammern an, lief händeringend in Hau» und Hof hatte er gar kein Mitleid, der hätte seinethalben denk', Ihr kennt mich zur Genüge!*
»atz der Bursch eine Nacht außer dem Hause ver-1 umher und schrie in einem fort, daß er den ruch-1 ruhig sterben mögen, wenn er, der SBenbinabauer I Unter ihrem erbarmunnafnf#n SRinf» k«» arbeit ne* ^^ntmenMn mar^miehie I ^en.^öttK möchte.! nur dadurch nicht selbst so gut wie verloren gewesen! kicher und beredter sprach, al« all'ihre Worte, erschauerte
vbeu auf dem Hose auch so notwendig war rote da» i Damit war aber freilich nicht» ausgenchtet, und | wäre. Aber da lag der Hase im Pfeffer. |ber Bauer und blÄte verstört !or sich nied!^
K» gr w yntnegcn. — uatruu.oioosnexeaw.vrew oct oct wrpe»
JK ditto« 8 Mk>, bei eilen Postämter« 8 Mt. ü6 Pf,. (erfL
Bestell,eld). Jnseritttonl^bähr für Me orspaltvtt Zeile ober beten Rom« 10 88fg;, Rellomen fit btt Zelle SS Pf,.
Erstes Blatt. I »"LI °"""«° s«,u,8. fa. bie
Politische Rundschau ÄM b" aubadtormllfion'b« s'n™«"dm seiw8m®smSte"J^
«/ruiws lyau. Marineetat sehr entgegenkommend. Die erste« Rate» (Was wird man da wohl wieder zu erwarte, haben! ,hi“
* Marburg, 7. März, hur drei neue Schiffe, ein Panzerschiff, ein Panzer- Aum. d. Red.) Er weide nicht eher ruhen, al» bi»I5Da
«in erledigter deutsch-schweizerischer A^er und ei« Aviso wurden bewilligt, nachdem der „der letzte Jude daS Schiff in Hamburg ober Bremen „„erdinas iw her SS
Zwischenfall Führer de» Zenttums, vr. Lieber, sehr warm dafür bestiegen habe*. Von seine« Parteigenossen sei £ iSwÜLJSL
Unlängst gerieten inAirolo zwei reisende Seut^eL6 ^^ wird die neue .Marine- wieder soviel Material in den letzte« fünf Monate» fiiht auf dra Ä Blick e?d!nodkftr Anna!
mit Schweizer Offiziere« in Streit, der damit endete, ,to cbe^ »mmenttert gesammelt worden, daß er von neuem eine Anklage eingebracht ist. Tie rührende Fürsrnge derSoziasistm
daß letztere den Oberst»ffolter zu Hilfe h-rbeiriefen. Hef'Ibt etwas beantrage« werde. Sollte ma« ihn abweise», so für die armen Dynamitmänner ha? ihn veranlaß?
Dieser ließ die Deutschen unter militärffcher Be- A“? ultramontane wurde « dne Broschüre herausgegeben. Mit den Gz ist den Sozialisttneben sehr hart sehen z»
wachung nach einem Fott bringe», und verhörte sie! “ ?r!r I *.?-$ toet^e be» Kampf mit um so größerer|müssen, daß so mancher liebe Genosse der die ver-
erst, nachdem sie eine Zeitlang in Hast gesessen hatten.!^ Bewillige» I Kraft fuhren, denn das Gefängnis hat mir flut|faitne Bourgeois-Gesellschaft* ein wenig mit Dynamtt
Die dentsche Regierung, welcher der Zwischenfall zur MMone» für neue Schiffe. Die KonservativenIgethan*, schloß Ahlwardt seine Rede. An den letzte» iiddt dafür sein Zi ffir
Kenntnis gebracht wurde, that daraufhin die »ütigen I n-aeben nadbhent .... h».RI i,„,„ .. o ,», ,. w wertvolles Leben lasse» muß.' Was siegt den» daran
diplomatische, Schritte, und es wurde eine Untev £ ' h'aft»Mel« wen» es nicht etwa heißen soll, daS venu eini07 »onraeots ?n bie Sui? ftieae7' suchung eingeleitet. Das eidgenössische Milttär-13,JA /[bc' solche GefangniS habe dem Redner so gut gethan, daß er dafür so/doch nicht ein Ehrenwerter Vertrete?der
departement hat nach Kenntnisnahme von dem Er- burg*^vorgekommen^stnd ' ' "" der.Brande«- sich auf recht bald Wieder in dasselbe zmücksehne. zukünftigeu Gesellschaft «ti dem Leben büßen!
gebniS der Untersuchung über den Vorfall gefunden, ' ' SozialdemokratifcheBla-phemiee« Nu«, die gegenwärtige Sesellschast, die vorläufig
daß gegen die Offiziere, mit denen die Deutschen in Ahlwardt ist los! .. . r. ’ \ allein existeuzberechtigt ist, wird dem ei wähnten
Streit geraten waren, nicht ei,zuschreite« sei, daß! ~ }a X1UC. m „ ..... |.,,^eiche Stellung dir Sozialdemokratte zu denIsozialistischen Wunsche aeaenüber wobl kübl bis ans
«ichl7?f°r??erhöde,^ und ttst ^fd ^twaS anrichten kann, muß man ihn 1cho« d°e" nächstjährigen Se"anstie7»achÄÜtsch7andTfcobeT
Obersten dne zwölftägige Arreststrafe auferlegt. DieseS ^ ,^ J J W*rJ' 6at sür die im letzten deutsch- Seite die Dynamitarde^ von ihren RockMßen schüttel»
Resultat dürfte in Deutschland vollkommen bestiedige». !^ «l-i^' sei«' MM« «ri-S. v°n unstren Vätern, Brüdern I möchten während sie andererseits "ihre Jotereffeuae.
stndet sich in dem freisinnigen, aber eines anständigen «feiert wurde, gerade als ob er nicht wegen gemeiner! Auslassung der Leipziger Genoffenblattes der!ttennt' schließlich doch vereint zu schlagen. Toner fich befleißigenden .Liegvitzcr Tageblatt*.!Beleidigungen eine gerechte Strafe verbüßt hätte,!Wähler*: „Der SedanSrummel soll im nächsten! Männerstolz vor — de» Wähler«. Es schreibt: „Von hier wohnhaften, veimögenden sondern als wenn er et« von der Justiz zu Unrecht Jahre in Leipzig „großartig* werde» Die bidiaenI Der englische Radikale Labouchere, der bei dem Leuten, welche in früheren Jahren ihr Geld auf Verfolgter wäre. Tie Att Leute, die da in Ber-1 Mords Patrioten haben gehört, daß' die deutsche» süngste» Ministerwechsel zu fdnem Leidwesen wieder ländliche Hypotheken ausgeliehen haben, soll beab-1 liner Versammlungen diese» lärmenden Ahlwardt-1 Militäroereine Nordamerikas 1895 eine Narrenfahrt I ci”maI übergangen wurde und deshalb das Ministerium fichtigt werde», dieselben bei der schwierige» Lage kultuS treiben, gehöre« ebenso wie Ahlwardt selbst »ach Deutschland machen wolle» und habe» deshalb Rosebery aufs heftigste bekämpft, schließt einen sarkasti- der Landwtttschaft und mit Rücksicht darauf zu I keiner der drei bekannten antisemitischen Parteien a«. I unter Zustimmung des Rates der Stadt ^e I s^^u Artikel in der „Trnth* gegen den neuen Ersten kündigen, daß in letzter Zeit die Zahlung von Zinsen! DaS ist von den Führern der letzteren häufig genug amerikanischen Verdne eingeladen zur fünfunb-1 Mi-ist-r Lord Rosebery mit folgenden Worte»: mtterbttebeu ist. Wir halten das Kü»digen solcher l erklärt worden, eine Thotfache, die auch der gerechte!zwanzigsten Wiederkehr de» Rationalschlachtfestes nach! .Titelliebe und Speichelleckerei gegenüber Betitelten Hypotheken für das unrichtigste Mittel, nm das I Gegner nicht übersehen darf. Liebermann von Sonnen-1 Leipzig zu kommen. Wenn sich die Wünsche unserer bie schwache Seite der angelsächsischen Rasse. Kapital und die Zinse» zu rette«. Wenn bei ben I berg nannte einmal Ahlwardt in Umkehr««« eines Pattioten erfülle«, kau« der Sedansrummel den I Wir find ein Volk von Snobs. Es gibt nur eine jetzig« Preisen ber landwirtschaftlichen Produkte auch biblischen Gleichnisses dn „Schaf in Wolfs- Leipziger Steuerzahlern wieder rin schön Stück Geld Stadt, wo dieses Schranzenwesen nicht besteht: Rott- «och die Hypothekennot an die Besitzer heranttitt so klei der»* u»d dürfte damit de« Liebling des kosten.* Nun, solche Lästerungen werden hoffentlich hamptou*. Das heißt auf Deutsch: Labouchere beugt wird wahrscheinlich i« den meisten Fallen Kapital I Berliner PöbelS treffend charakterisiert haben, wie! nur den Effekt haben, dem deutsche« Volk welche« I vvr keiner Autorität er schmeichelt Niemandem, und Zinse» verloren sein. Es erscheint vorteilhafter,! auch aus der »euesten Rede des Mannes wieder! mit ganzer Seele an seinen Idealen hä»gt einen Inur ~ fti»em Wahlkreise, das ist nämlich Northampto»! deubedrängten Besitzern nochLuft zu lassen, da eshervorgeht. Ein Publikum daS durch Lust am heilsamen Schrecke« vorderideallosen roten Inter- Neber dieLageinSerbien deuselbeu innerhalb einer gewissen Frist wohl gelingen! „Radau* zusammengettiebe» worden, empfing de»Inationale einzujage»! und über die Stellvna her mfnrt, 6an4n ,,
MW, m. Lag, «MBb, M w. --- Im KÄ Rfi-’Ä