öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
JK 54
mitunter, entweder, um zu sehen, „auf wen geschimpft
44
«»»tsetzung W )
werden 1*
Berantwortlichcr Redakteur: Harry Finking in Marburg. Redaktion und Expedition: Mark LI.
digung klug gewählt hat, sogar freigesprochen und hat außerdem die Freiheit des Angeklagte«, »or Gericht neue Angriffe gegen seinen Gegner zu den alten hinzuzufügen. Wer mir meine Uhr auf der Straße entreißt, kann unter Umständen zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt werden. Wer mich in meiner Ehre verletzt, wer mich vor der öffentliche« Meinung herab- zusetzen sucht, wird im besten Falle mit Strafen belegt, die eigentlich gar keine Strafen find. Steht den« nicht die Ehre höher als das Eigeutnm!
Aus de« angeführten Gründen müffeu wir dem Herrn Krtegsminister durchaus recht geben, wenn er sagt, daß eia Man« in der Lage des General Kirchhoff sich in ähnlicher Weise wie der letztere vergeffe» kann. Vielleicht wäre es besser und angemessener, den Beleidiger in solchem Falle öffentlich mit einer Sauhatzpeitsche zu bearbeite», doch liegt es in der Natur der Sache, daß die ruhige Ueberlegung einem aufs gröblichste beleidigten Manne leicht abhanden kommt. Sache der Gesetzgebung aber ist es, in de« besprochene« unhaltbaren Verhältnisse« Wandel zu schaffe«. Rebe« Lebe« uud Eigentum des Mensche» muß auch die Ehre einen wirksamere» gesetzliche» Schutz habe». ES muß Handhabe» geben, mittels derer die Gerichte je»e frivole» Menschen, die mit der Ehre u»d dem gute» Namen anderer ein widerliches Spiel treibe», exemplarisch bestrafen köu»e». Dan» erst wird ma» vor de» genugsam charakterifierte» litterarischeu Wegelagerer» sicher sei».
wird, oder um sich zu vergewiffer», ob ma» nicht etwa selbst „in die Zeitung gekommen* ist. Gegnerische Blätter werde» nicht sachlich bekämpft, es hat sich da vielmehr eine ganz eigene, recht alberne Art von persönlicher Polemik herausgebildet. Wen« nun ein so angegriffener Blatt auch zur Beleidigungspresse gehört und den Tanz mitmacht, so ist die rechte Affenkomödie im Gange. Das Publikum gehe» zwar die verhandelten Dinge nichts a», aber es lacht darüber und freut sich, wenn es einer dem anderen mal „so recht gegeben* Hal. DaS ist es, was diese Blätter wolle»; ob die Würde der Presse und ihrer Vertreter darunter leidet, ist ihr gleichgiltig, wenn nur ein gewisser Teil deS Publikums der den Skandal liebt, veranlaßt wird, auf das Blatt zu abonnieren. Wird man von einer solche» Zeitung wgegriffeu und beleidigt, was soll man da thu»? leber die Art und Weise, wie Ehrenmänner derartige Dinge zu behandeln pflegen, find die Leiter solcher Demokratenblätter, die immer auf einer entsetzlich hohe» Kulturstufe stehe», zumeist erhaben. Geht man zum Richter, so wird der Angreifer «m einige Mark gepönt oder, wen» er die Form der Belei-
stand im Erkenntnis weiter ausgeführt, daß das Gericht den General auS der Reihe der Beleidigten überhaupt ausschied und annahm, dem Redakteur Harich wäre der Beweis der Wahrheit gelungen. Am Morgen um 9 oder ‘MO Uhr erhielt der General diese Nachrichten, und außer sich darüber, daß die Ehre seireS Kindes beschimpft, aufs un-
Der „Fall Kirchhoff" im Reichstage.
* Marburg, 5. März 1894.
hätte thun sollen. Ich habe in keinem Artikel etwas gefunden. HerauSgelesen habe ich allerdings aus einigen Arttkeln: Das steckt man ein und schüttelt fich ab wie ein Pudel, der aus dem Wasser kommt. Ich stehe nicht ou: dem Standpunkte und alle meine Kameraden hier anch nicht. Sie werden mir doch darin berstimmcn, wenn ich sage: Dem General billige ich mildernde Umstärwe zu, und vor allen Dingen in dem Falle, wo es sich um die Ver- tridigung der Ehre einer deutschen Jungfrau handelt."
Der Rede des Herrn KriegSmiuisters, die vo der Rechten mit warmen Beifall, »on der Linke» m großem Lärm aufgeuomme» worden, ist kaum noch etwas hinzuzufüge». Als besouders markantes Wort ist das vo» der „BeleidiguugSfteiheit* hervorzuheben. Es giebt thatjächlich in Deutschland keinen genügenden Sckutz gege» eine gewiffe Presse die auS Ska»dal- sucht und zum Abonnentenfang Verleumdungen uud persönliche Angriffe als Sport betreibt. Natürlich hängt diese Bcleidi- gungSpresse der Sache immer irgend ein Mäntelche« um; man beh^ptet, allerlei öffentliche Interessen zu vertrete», die meist kein vernünftiger Mensch entdecken kann. Eine in dieser Presse vielbeliebte Art ist e8, mit den gemeinsten Schmähartikel« gegen städtische Behörde» und sonstige in der Oeffe«tlichkeit stehende Persönlichkeiten borzugehe». Angeblich geschieht dies in kommunalem Interesse, in der Thal handelt es sich nur darum, das Publikum zur Lektüre des Blattes zu zwingen. Solche Blätter liest man
Wieder stand die Mondesscheibe am Himmel und tutete mit silbernen, zitterigen Strahlen herunter auf die schlafende Welt. Aber nicht voll konnte das reundliche Himmelsgestirn heute sein dämmerndes Licht ergießen, denn ab und zu verhüllten ihm neidische Wolke«, welche ruhelos am nächtlichen Himmel dahinjagtm, die träumende Erde. Dazu Mischte nächtlicher Frost in der Natur. Den Tag über hatte es fein vom Himmel herab geregnet, und all die zahllosen Tropfen, welche noch jetzt gleich ! )emantstäubchen die Nadeln der Kiefern und Tannenbäume bedeckten, waren festgefroren.
Vom Boden, gleichsam dem feuchten Moose ent» quollen, stiegen dichte Herbstnebel auf, welche zwischen
regt; „Du hast mein Eigentum gerettet, Jürgen!* — Der Bursche machte eine geringschätzige Hand- bewegung
„Nit der Rede wert,* sagte er abweisend, „das war Christenpflicht, Dir beizustehen, — der Zufall hat mi j gerade »orbeigeführt, und ich hab' den Mordbrenner auf der That erwischt» — schad' nur, daß er entkommen ist! Run nimm Dein Eigentum in acht; denn der heimtückische Gesell'kommt wieder, das kannst mir glauben!*
Damit machte er fich von Reta los und schüttelte auch ungeduldig die ihn mit dringlichen Fragen be- lästigenden Freunde und Nachbarn von sich ab. Er war müde und e« verlangte ihn nach Ruhe.
Bald hatte er den väterlichen Hof erreicht, und fleich darauf war er in seinem Bette fest einge» chlafen, al» ob eben nicht ein Auftritt sich abgespielt sabe, der für ihn selbst die allerverhängnisvollsten Folgen zeitigen sollte, noch ehe die Nacht zum zwetten s fiale die Erde in geheimnisvoller Umarmung um- aßt hatte.
den Kronen ver Bäume sich verfingen, und von de» blaffen Mondeslicht nur halb beleuchtet, gar gespenstige, unheimliche Gestaltenbilder schufen, welche lebhaftere Phantasie wohl leicht mit fratzenhaften Dämonen, die auf Unheil ausgehen, vergleichen konnte.
In der Hütte, welche Jllonka bewohnte, brannte noch Licht. Die unglückselige Frau selbst saß in eine Ecke gekauert in der niedrigen Stube und brütete nach ihrer Gewohnheit düster vor sich hin. Nur ab und zu richtete sie den Blick der rotgeränderten Augen auf das junge Liebespaar, das Hand in Hand treulich nebeneinander auf der Ofenbank saß und angelegentlich zu sprechen hatte. Dann ging er gleich einem dämonischen Lächeln über die welken, eingefallenen Züge Jllonkas und sie nickte hin und wieder vielsagend mit dem Kopfe.
„Es wird Unheil kommen — Unheil,* flüsterte sie vor fich hin und lachte schadenfroh dabei; „er hat lange gedauert, bis der Himmel mich gerächt hat — nun wird er's thun, er wird es thun l* setzte sie hinzu, als wenn ihr jemand widersprochen habe und fie ihr Recht fich wahren wolle.
Die Liebenden fuhren bei dem widerwärtigen Klange erschreckt auseinander und starrten auf die Unglückselige. „Um Gott, Mutter, war sprichst Du wieder unheimlich!* flüsterte Gundula und ein scheuer Ausdruck glitt dabei über ihr rührend schöne« ®e» icht; „ei ist mir wie gar bang' im Herzen!*
„Es wird gerächt — es wird gerächt,* murmelte Jllonka, ohne auf die Unterbrechung zu achten, mit e ntöniger Stimme »ieder vor fich hin; „ich sehe lut, viel Blut am Himmel — und der Mond cheint gespenstig rot — und auf dem Friedhöfe draußen da ruft »ich Dein Vater--sei still,
mein Liebling, mein Gabriel, nun wirst Du gerächt
Politische Rundschau.
* Marburg, 5. Marz.
Landwirt sch aftskammeru uud Unterverbände.
Der vo» der Regierung vorgelegte Gesktzentwurf über die Errichtung vo» Landwirtschaftskammern erklärt die Gründung von Unteroerbände» für zuläsfig. Wie wir bereits in voriger Nummer mitteilten, hat >ie Kommisfion zur Vorbereitung deS Gesetzentwurfs die betreffende Bestimmung gestrichen. Diese Stteichung dürfte jedoch nicht im Interesse der Landwirtschaft liege», noch der unter de» Vertretern der letztere» herrschende» Stimmung entspreche». So hat fich z. B. der hiesige landwirtschaftliche KreiSverei», wie aus dem in vorliegender Nummer veröffentlichte» Bericht hervorgeht, in gegenteiligem Sinne ausge- prochen uud die obligatorische Einführung des Systems der Unterverbäude für wünschenswert erklärt. In weiten Kreisen ist ma» der Ansicht, daß die
Marburg,
Dienstag, 6. März 1894.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte«, sowie die Annoncen-Buream: von Haasenstein u. Vogler in VVIV - ,
Frankfurt «. M., Cassel, Magdeburg und Wie»; Rudolf AA1A; -CfluTG.
Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.
Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Pari«.
Vr»ck wb Bettag. 3^^“®2L Jllustrirtes S-nntagsblatt
SrsMrtt täglich außer an Werktagen nach Ssun- und Äetertegen. — Onartal-AbomremtntS.Prei« bei der Expe- bitt»-; 2 Ml., bei allen Postämtern 8 SH. $8 (e$fL Bestellgeld). JnserationSg'dShr für die g-spalter-e Zeile •her deren Raum 10 Ü3ffc. Rrklamrn fit die Zeile 26 Pfg.
3« der letzte» Sitzung des Reichstages krittsterte I verantwortlichste beleidigt und verlcumdit ist, geht er zu der Abgeordnete Bebel i» seiner gewohnten Art dieI^--".befreundeten Rechtsanwalt, trägt ihm die Sache vor Militärverwaltung uud brachte insbesondere de» „Fall W «^k^ÄchKL
Kirchhoff* zur Sprache. Bekanntlich hatte der General «ehr. Ich kann dir nicht helfen.' Da wird der General Kirchhoff, dessen Tochter durch das „Berliner Tage-l in äußerste De!zweiflung versetzt, er bricht in Th'.ä. en aus blatt* aufS tiefste beleidigt worden, tu gerechter I und sagt: „Mein mm» Kind, ich weiß dir nickt zu helfen, deS genannte« Blattes, namens Harich eiaeu Schuß in einen Waffenladen, kauft sich einen Revolver und abgegeben. Er wurde dafür vom Militärgericht zu I Munition, sitzt sich in einen Wagen und fährt zum Redakteur S Monate» Festung verurteilt, j-dock na» ! 4 Tagen SE- Rechtsmittel hatte er ja nicht mehr. Er begiekt t...... Jft |ll® rum R-daknur Harich und fragt rhn, ob er nch bereu
begnadigt. Dadurch ist dem GerechligkeilSgefuhl I „kläre, den Beweis der Wahrheit für die Beleidigung zu des Abgeordnete» Bebel, der die That deS Generals I erbringen. Ta» lehnt der Redakteur ab, er wüßte sich der in seltsamer Verdrehung einen Mordaufall nennt, I Sache überhaupt nicht mehr zu eiinrern, das würde viel- nicht aeuua geschehe», weshalb der sozialdemokratische I l-'ck>t fein R-chtsbeistavd näher erläutern können. Darauf
811, pittom sagte der General: „Das find Ausflüchte, Sie werden den Abgeordnete auch diese Angelegenheit zu eiuem An I Rechtsanwalt doch instruiert haben, wie er vor Gericht die griff auf die Militärverwaltung auszunutzen suchte. Sache vertteten soll. Erklären Sie, daß Sie ein gemeiner Es wurde ihm eine glänzende Abfertigung seitensILügner find.' M.H., wenn einem die Braut, die des Herrn KriegSmiuisters Bronsart vou Schellendorf Frau oder die Tochter öffentlich beleidigt DM. °»d wi, d°b es für
von Interesse sein wird, wen» wir die echtdeutschen. Sie haben ein Recht dazu. Also der R-daktmr mannhafte» Worte des Ministers, wie solche lange! Harich verweigert zu erklären, daß er die Unwahrheit geeicht mehr im Reichstage gesprochen wurde», mögdfWn W, steigert e« auch auf die wiederholte Frage HAft s».s. m, ftfi.rhba I Da gießt der General einen Schuß ab, verlaßt das Lokal
lichst vollständig wiedergebe». DieRede, die überdies I unb stch Gerichten. Er befand sich in de» Sachverhalt i» authenttscher Weife klarlegt, W einern Suftanb der Notwehr. Niemand auf der folgeude» Wortlaut: I Welt war bereit, ihm zu helfen, es konnte ihm auch Nie-
„Jch will nur auf den Fall Kirchhoff eingehen. Der l mand helfen. In einem solchen Falle kann man sich sehr «bg. Bebel hat den Ausdruck „Mordaufall" gebraucht, der! leicht befinden, wenn man sich ja auch in einem Falle der wich aufs tiefste verletzt. Noch nie hat man so etwas einem I Notwehr befindet, wie man von einem wilden Tier oder preußischen General vorgewoisen. Wenn ich meine Rede-1 von einem tollen Hund angefallen wird. Wenn man sich fteiheit gebrauchen wollte, ich könnte anch einige Ausdrücke I dagegen wehrt, ist man in seinem Rechte. Aber allerdings, auweuden. Ich thue das nicht, sondern will nur die That-1 wenn man sich an einem Menscken vergreift, wird man fachen hervorheben, die dem Abg. Bebel nickt ge.au bekannt I bestraft, und das ist ganz in der Ordnung. Ich frage Sie gewesen fink 3« B-andenburg fühlten sich di- höheren I alle: Ist einer von Ihnen, der eine Tochter hat und nicht Offiziere durch einen Artikel beleidigt, der am 11. Februar I bereit wäre, sein letztes hinzugeben, um ihre Ehre zu ver- 1882 im Berliner Tageblatt erschienen war. Die Herren I teidigen und za retten? Ist einer unter Ihnen, der, ohne reichten eine Klage ein, weil fie an dem beleidigt waren, I tief zu erröten, imstande sein würde, vor seine Tochter zu was jedem Manne das Heiligste ist, an der Familieuehre. I treten und zn sagen: Ich habe nicht die MÜtel, ich habe Darüber wurde beim Amtsgericht in Berlin verhandelt, und I nicht den Mut, dir zu helfen und deine Ehre zn retten ?! 9 Monate später erfolgte der Urteilsspruch, wonach der Sie müssen die Sache doch auch einmal von diesim Gesichts- Redakteur Harich vom Tageblatt zu 1000 Mark Straft I Punkt aus betrachten. Wenn ein alter Offizier, der 39 verurt-llt wurde Wiederum 9 Monate später bekam erst «Jahr- seinem Könige gedient, der sich vor dem Feinde brav General Kirchhoff Kenntnis von dem Urteil. In dem Er-1 ausgezeichnet, der fein Blut vergossen, der aus schweren enutniS stand wunderbarerweisi, ja, ich darf wohl sagen I Wunden für sein Vaterland geblutet hat — wenn der an unbegreislicherweise ein Satz, aus dem der General erst l feiuem Lebensabend gezwungen wird, zum Revolver zu erfuhr, daß die ganze Beleidigung in d-m Tageblatt gegen greifen, um die Ehre feiner Tochter zu retten, m. H., das seine Person gerichtet war Das veränderte die Sache.!'st kein Raufbold und auch kein Mörder, sondern da sage Zweitens aber ersah er daraus, daß in der öffentlichenIich- es ist irgendetwas nicht ganz richtig im Verhandlung der Redakteur Harich sich bereit erklärt hatte, Staate, sei es in derVerleumdungsfreiheit den Beweis der Wahrheit anzutreten. Unbegreiflicherweise I o d e r an demSchutze, den wirvondenGe- - ich erlaube mir gor keine Kritik an dem Gericht —Ifetzen verlangen. Ich habe mir alle Zeitungsarttkel erklärte da» Gericht die» für nebensächlich und lehnte den I kommen laffen und sie aufmerksam studiert, ich habe überall Antritt des Wahrheitsbeweises ab. Unbegreiflicherweise I danach gesucht: Schreibt denn nicht einer, was der General
Bit Aerru-KuvÄrl I wenn wir das dritte Mal aufeinander treffen, dann
„„„ Aörf/r I Gnade Dir Gott, denn dann will ich Sieger bleiben!*
Roma» vo» «eorg voaeQ I ' ...
»Nachdruck »erb»tex.j I Hastig sich wieder umwendend und von neuem
I die Flucht ergreifend, war er gleich darauf in der Auch im Zennerhofe wurde es lebendig. Schwer-1 Nacht verschwunden.
Mae Tritte polterten die Stiege herunter. Das L Das lähe, heftige Rmgen mit dem Heimtückischen Thor wurde hastig aufgeschlossen, und einige Knechte hatte Jürgen gewaltig angestrengt und er stand nun «schienen unter diesem mit verstörten, schlaftrunkenen mit schwer atmender Brust einige Augenblicke un- ; lthättg da. Dann aber kam wieder Leben m ihn.
„Feuer - Feuer!* schrieen fie entsetzt auf, und Eben kamen auch die Männer von der nutzlosen auf den erneuten Ruf Jürgen» eilten fie diesem Verfolgung des Mordbrenners wieder zurück, und hastig zu Hilfe. nun hatte sich Jürgen schnell gefaßt.
Aber ehe noch die Männer ganz nahe an den! Besonnen »rdnete er an, daß einzelne der zur beiden miteinander Ringenden hatten heran kommen! Hilfe Herbeieilmden Wasser herbeitragen sollten, können, hatte Balzer schon mit der Kraft der Ver.«während er selbst und einige andere Kühne die zweiflung einen Augenblick zu benützen gewußt, in! Leiter zum Heuschober hinaufklimmten und in un- welchem Jürgen sich halb von ihm abgewendet hatte, I mittelbarer Nähe de« Brandherdes das vom Feuer um nach dem Feuer auszuspähen. Mit Aufgebot! schon ergriffene Futter auf den Erdboden zu zerren aller Kräfte hatte der heimtückische Bursche dem auf! sich bemühten.
ihn herab Gebeugten einen furchtbaren Stoß oor| Es war eine harte, gefährliche Arbeit, bte, nur die Brust versetzt und war dann mit affenartiger! von den zitternde« Mondesstrahlen schwach beleuchtet, Geschwindigkeit auf die Füße gesprungen. Im selben gar manchem der Mutigen einen sichern Tod hätte Augenblicke rannte er auch schon, so rasch ihn diel bringen können. Aber der zähen Energie Jürgens Beine nur trugen, dem Dorsausgange zu. gelang e« in Bälde, dar Schadenfeuer zu unter»
Aber sofort war Jürgen auch wieder auf den «drücken, ehe e« beträchtlich hatte um fich greifen Leinen. I können.
.Haltet ihn, den Mordbrenner!* schrie er. Jetzt trat er rauchgeschwärzten Hauptes, die Wirklich machten fich einige auf, um den Ent-1 dicken Schweißesperlen »en der angestrengten Arbeit »ichenen wieder einzufangen. lauf der Stirn, von dem noch rauchenden, halb ver-
Aber diesem schien die Tode«angst Flügel zu «kohlten Schuppen zurück und wollte den Heimweg Verleihen Erst al« er einen halben Büchsenschuß I einschlagen. Aber Reta, welche natürlicherweise auch Borsprung vor feinen Verfolgern hatte, blieb er I herbeigeeilt gekommen war und bisher händeringend stehen und fich urnwendend, ballte er die Faust gegen I und laut schreiend unter dem Hauseingang gestanden die Zurückgebliebenen. ! hatte, eilte nun hastig auf ihn zu und vertrat ihm
„Wart', warf, Du Hund!' schrie er au« der den Weg.
Ferne Jürgen zu, „zweimal hast mich unterbekommen;> „Wie soll tch Dir« danken?' schne fie aufge-