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rühm etabriuge«.
Die Selbstmorde in unserem Heere haben, wie ei» auf besten Quellen beruhender Auf. fotz des Militär-Wochenblatts konstatiert, gegen früher in erfreulicher Weise abgeuommen. In Preußen find 1890 211, 1891 204, 1892 205 und 1893 nur 114 Angehörige der Armee durch Selbstmord umge« kommen, das find von 10000 Mann 5,47, 5,33, 5,28 und 4,57. Im Jahre 1893 hat die preußische Armee weniger Selbstmorde zu verzeichne» gehabt, als in irgend einem der Vorjahre seit 1878. Die Erhebungen über die Ursachen dieser Selbstmorde find nicht vollständig, da fich bei 32% die u«» mittelbare Veranlassung zu der That nicht ermitteln ließ. Bei 31% wurde Furcht vor Strafe, bet 12 /0 Aerger und Streit als Ursache angegeben. UebrigenS find dergleichen Zahle» stets fragwürdig, da der Selbstmord, ebenso wie sonst in der Welt, auch beim ! Militär meist das Endergebnis einer ganzen Reihe l von Verhältnissen and Vorgängen sein wird. Dies Idars als feststehende psychologische Thatsache ange- Ivommen werden. Der augezogeue Bericht weist ans die Erscheinung hin, daß die Selbstmorde in den Länder» mtt germanischer Bevölkerung überhaupt viel ! häufiger find als in den romanischen und sl-vischen I Ländern. Unter allen Staaten steht Deutschland bezüglich der Selbstmorde leider an erster Stelle, indem hier von 10000 Lebende» durchschnittlich jähr. I lich 2,71 durch Selbstmord enden.
Deutsches Reich.
Aerli«, 25. Febr. Der Kaiser fuhr gestern früh nach Buckow. Er stieg an der Lisiöre eines Wäldchens zwischen Buckow uud Lichteurade zu Pftide, um die Uebuugeu des 1. Garde-Feld-Artillerie- Regiments und einer Infanterie-Abteilung zu beobachten. Hierauf fand »och vor dem Kaiser ein Parademarsch tat Trabe statt. Nach Beendigung der Uebung kehrte I der Kaiser zu Wagen nach dem Königlichen Schlosse zurück, nahm daselbst militärische Meldungen entgegen uud empfing hierauf den Königliche» Kammer- Herr» uvd Major «. D. Grafen v. d. Recke-Volmer- stein. Der Kaiser erschien sodann persönlich zur Gratulation beim Reichskanzler Caprivi und brachte demselben als Geburtstagsgeschenk einen Humpen und zwei Pokale aus grünem Glase mit, die für diesen Zweck »ach de» Juteutioneu des Ge- I scheukgeberS augeferttgt wurden. — Abends um 7
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Wetter»! 'Ungllttke! sah,'"mit käl'tem'Blute ermorden mögen.
Erde gestanden hatte, und da war Reta von so vrel Sorgen und Anordnungen in Anspruch genommen worden, daß fie ganz auf den Klatsch vergessen hatte.
Jetzt indessen fiel ihr alles wieder bei, und die Annahme dämmerte in ihr auf, daß der Wendrng- bauer möglicherweise nicht so reich sein könne, rote er fich vor aller Welt hinstellte. Reta hing unge- Imein am Selbe- Sie konnte fich nichts Höhere» denken, als recht viel »en dem blinkenden, gleißenden Metalle zu besitzen. Aber ungleich stärker al» die Habgier beherrschte die Liebe zu Jürgen ihr Herz. Es war freilich keine heilige, fromme Siebe, die sie zu dem Burschen zog; es war das rohe, ungestüme Verlangen eines selbstsüchtigen, gemalt- thätigen Herzen». Aber dennoch liebte Reta den Sohn des Wendingbauern voll und ganz auf iM Weise. Jnstinkti» kam ihr die Ahnung, daß sie au» einer etwaigen Verlegenheit des Wendmgdauern Vorteil für sich zu ziehen vermöge. Sie wußte I freilich noch nicht, inwiefern und ob überhaupt e» lihr dadurch möglich sein würde, einen entscheidenden Trumpf gegen Jürgen aurzuspielen. Aber von raschem Entschlüsse, wie fie war, schob fie da» fie I beschäftigende Vorhaben nicht auf die lange Bank, I sondern benutzte schon die nächste Gelegenheit, welche «sich ihr darbot, um bei Veite! Löb einmal auf den I Busch zu klopfen.
I Sie brauchte nicht lange zu warten, denn ge- I wöhnlich alle Monate ftagte der Handelsmann auch in ihrem Hofe nach, ob etwa» zu verkaufen sei: em I überzähliges Roß, eine Kuh oder dergleichen mehr. »Er war erst die Woche vor dem Tode des Zenner- I bauern dagewesen und erschien richtig wieder auf «dem Hofe, kaum daß Klau» Zenner vierzehn Tage I in seiner letzten engen Behausung gelegen hatte. | (Fortsetzung fotzt )
ferungSsi» kark.
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lträge.
Leipzig' fechtbar
—^Ulack-AboMemeutS-Pteta bei der Marburg,
Dienstag, 27. Februar 1894
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WöckeuMe Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
**^^,*y^“**V'^ ^,44. Berantwottlicher Redakteur: Harry Finkin g in Marburgi
«d »erlag: I o h. « » frRo ^UuWerfti-Buchdnt-kerei in Marburg. _______________ Redaktion und Exp-ditiou: Markt LI.
-lklopftr^ 6a”9 ihrer Entwickelung so wem
dl-I-m «-fti-b.» I D,° dk F-I-1« ‘XX, W
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte», sowie dieAmuncen-Bureanx vonHaasenstetan.VoÄer ta vvrv Frankfurt tu M., Cafiel, Magdeburg und Mm; Sdwolf AA1Ae Moste ta Frankfurt tu M., Berlin, München u. Kota;G. L Daube u, Co. ta Frankfutt a.M., Berlin, Hannover, Pari».
Ihm» ueuef^erteReiria/^Do«”bet Zahlreichen Fällen einIderuvg jeder werteschaffende« Arbeit auf ihr BannerI] veranlaßt worden. Doch geschrieben hat, wird die zweifellos bevorstehende 1 auf die „Oberhessische Zeituz ^ur^nbeIte^e8 sich habet meist um Dinge von weniger Wandlung in der Parteikonstellatio» uicht"nrfieg- len Monat März werden von alleiPostan- d Wichtigkeit für die beteiligten Staaten. Glaubt reich überdauern, sondern zweifellos daraus Nutzen I Sten, Landbriefträgern, in der Spedition dessen ein Volk seine vitalen Interessen durch ein ziehen. Wasihre Stellung l
K 21) sowie von unserer Filial- anderes verletzt, so dürfte es fich schwerlich bei einem W anbelangt, so wird fie voraussichtlich geschloffen! aNÄL-M-mm i« «irchh°in, «ta*u^dahn"' höchstens vativen gehegte und auch von unS verttetene Ueber-I entgegengenommen. NeMgehen^ dadurch zengung, daß der politische Wert de» Bettrages die
^Wnnenten erhalten die „Oberhess.Zeüung Gleicht von einigem Wert für die von jedem ver- eveutuellen wirtschaftlichen Nachteile desselben über-
;k8 rum 1. März unentgeltlich. künftigen Menschen gewünschte möglichste Erhaltung wiegen »erde, keine allgemein,- ge»°rdeu ist. Hi«
M * k otn" lh»a Friedens sei» Einem .guten Rat" zu folgenI sichtlich des Endergebnisses der bevorstehenden »e I
I Exped. der „O ch f Z g. \ ^cht einmal ei» Einzelner, viel weniger ratungen werden in der Presse die bekannten Rechen-1
eta Volk gezwungen werden, und überdies ist inl exempel veranstaltet, Mobei meist der Wunsch l »internationale Schiedsgcichte ? I Betracht zu ziehen, daß der Rat eines solchen SchiedS-1 Vater des Gedankens ist. Die .Köln. Ztg. rechn T jnierituuuiiuiv ' .,Es mi r Umständen je »ach der Zusammensetzung mit Ausschluß eines erkrankte» und eines jüngst
* Marburg, 26. S«. 1894. 0dn Don einseitigem zmückgettetenen Mitgliedes 198 Stimmen pro und
. ; In London tagte vor eiuigen Tagen üeder einmal ^ l tzttr 9^ 'Jb bainm tin schlechter sein 197 contra. Demnach tarn unter Umstanden eine
fhflt M Friedensliga. Dieselbe nahm die i-solution an. ^ eii ug g Agitation der Friedens- etrzelne Stimme de« Ausschlag geben.
U|lU|Kabftane und Salisbury Petstio« zu richte», önnte. Demnach wird ^»g^g d«Völker Sozialdemokratische Sicherheit--
in welchen dieselben ersucht werden, ;re« Emst tz N entspricht, immer nur eine schöne Liebhaberei! gefährdung. I
dahin geltend zu machen, baß Englar, Frankreich, I bie vielleicht in einem der Phanthasie I Unlängst habe» 42 Gemeindevorstande der Um-1
-Deutschland, Oesttrreich und Italien entsprungenen Utopien, nicht aber in der rauhen gepung Dresdens eine Eingabe an den sachflschen
richtnug von Schiedsgerichten erklären. Durch solche « Landtag gerichtet, in welcher über die schon oft in
internationalen Schiedsgerichte glaubendie Friedens-1 __ _____ I foer sßteffe erwähnte Beunruhigung und Belästigung
steunde den Krieg aus der Welt soffen können.I der Bevölkerung durch sozialdemokratische Rotten leb-
Ben» man nun auch letzteres Ziel tic rein humani-1 Politische «/tUllvschall. hafte Klage geführt wird. Aufgrund dieser Petition
täten Standpunkte ein schönes Ideal nennen darf,! * Marburg, 28. Febr. 1894. Lüt bk erste Kammer des Landtages der Regierung
s, ist an der Ausfichtslofigkeit deSselbl für absehbare > Derrn ssischeHandelsvertrag I bie Erwartung ausgesprochen, daß fie „mit allen Seit doch wohl nicht zu zweifeln. “ “ M h t erster male auf der Tagesordnung zulässigen Mitteln dem Umfichgreife» und de« AuS- jßelt nehmen wie sie ist. Mau kamden historischen I steht « i NnianSklcktlick werde» roch einige Ischrettuugeu der staatszersetzenden Elemente entgegen-
.. plötzlichen Sprung unterbrechen, als landie menfch »oqenvergy , 4 herfAfebeie ©teHuna welche ausschuß der zweiten Kammer einstimmig beider <“*"* » Natur plötzlich umwa-b-l, M-Kd da!dt^ Lj,' DI-,- «-«-» -I»-
°.E- h» -«d-u Imm-r mVIch w-I»- dl- PH--I-» d-r Ski.
lamme, selbständige Staatengebilde, solange durchSprache, <x-tsckeiduna falle» wird ^darüber tteter des „laisser faire et aller“ wenig inS Ge-
Silur, historische Traditio» und S JoiEn Ä» « i t fallen. Diese aus vergangenen Zeiten stam-
efi« getrennte Nationen siebt. US solche Konflikt ist mit Sicherheit MtS vorauszufagen,^ oenn gW^en ben versteinerten Resten
rertucher. durch Schiedsgerichte a» der Welt zu I w h $ aeaiünbete» Parteien I heute nicht mehr vorkommender Organismen. Wer
" " ^sse«.^ Große, mächtige Völker s Bast» L Aiche Zustä»^ wie die in Sachse» herrschenden
>as Recht der fteie» politischen selMestimmung g ^ ” 9'9 { [ Fällen verschoben hat, in- aus eigener Enschaunng kennt, ist nicht im Unklaren _ verzichten; wenn fie durch einen drspruch nich Lauft dn -j-tt i 6etieffenbe„ Parteien darüber, daß sowohl die Mittel zur Lorbeuguns als
v x das erlangen würden, was fie fr ihrRecht oder I ftlgev st n st» g bricht sich in immer I auch die Handhaben zur Bestrafung fozialdemo-1 qr LebenSinteresse hatten, wurde hre ^at I weiteren ^Kreifm^die Erkenntais' Bahn, daß die wirt- krattfcher Rohheiten vielfach nicht mehr ausreichen.
bei Slpptö an bie ^affen bleib«. 3ebe» Soll 6at I =tnterefien mehr al» bisher in ben Vorder- Ungestört können die sozialbemokratischen Agitatoren!
I »ß°-d<mstIn.S,«-d-->dM»d°..ddE-^ "LÄchI-d«-.SM-«d< d-ul- dl- Mch« uud totall dl- "- -
etwaige gewaltsame Durchfuhrungdes Schiedsspruchs grun . J' Wahlbewegungen darauf hin- stehenden Ausschreitungen veranlasse». Die Worte! lk-ch ,-m-l.,---- r°»d-l- d< °.d-,-u s>° m-l» uud d°ch ,«-»Ilch -UV--,
schestern. T bildet I erst deren wirtschaftspolitische uud erst in zweiter I sanglich zu wählen, so daß sie nur in seltenen!
8M« -d. -°°- »M- S-fuuguir -lui^,-., ^==!==^T=!=^==!^1^T*^r=:=!!====!== 19Iber ba§ fefte männliche Auftreten Jürgens hatte!und fließen leicht. Im innersten Herzen sah e»I Aßt Ll unwillkürlich in Respekt versetzt. laber bei der Dirne ander» aus. Sie freute sichI
| Roeum 6o« (Beere jeder; P Gleich allen Feiglingen verbarg er deshalb die Ides uneingeschränkten Besitzes des vom Vater er-1
M Nachdruck verboten.) I i^^.rliche Schwäche seine» Innern und die auf I erbten Reichtum». Hatte sie auch brsher mtt Geld!
■ (Fortfetzmltp) , I diesem lastenden auälerischen Selbstvorwürfe hinter! und Gut geschaltet und gewaltet, rote es tn rhrem
ll Die Entdeckung, daß Jürge, dem so sein au». , . ^ ' auch zwiefach lärmendem Gepoller I Belieben gestanden hatte, so ^ . ^ doch jMm r
geklügelten Plane zu folgen fih roeigert.i.und.em ’ noch mehr oder mmder,voml Vater^°MMg 3
Mädchen da» kaum das Rotoendtgste sem eigen! @ t noch nicht einmal in seiner Eigen-1wesen. Jetzt war sie niemand mehr Rechenschaft Gwmnte heiraten wollte, bracht den Wendingbauer I - r Ortsschulze, der verhaßten Geliebten seine» I schuldig als fich selbst und konnte von ihrem vielen K» «m Kn &.Ä- 6« ta Krailntt« irS «Ich-Sch-mv G.lK-imu Kli-bi^, G-b-°uch m-ch-n
k in den Sinn, daß er seine Iewissrnrfchuld durch!,.. „ r» bereiten.sondern mit in der Tasche geballter | Die Gelegenheit, em gut Teil Geld Io» zu wer I Mine Verbindung seine» Sohw» mtt Gundula zumL ^b zähneknirschend ließ er die beiden vor-Iden, sollte ihr denn auch baldigst geboten roer^n.
Teile wenigsten» wieder zu Usen und gut zu machen I - wenigstens in ihrer einsam gelegenen Wald-1 Beim Durchkramen der vom Vater hinterlassenen ] wrmochte. Unbußfertig und selbstsüchtig, nur au; büt^anQ|x “}e ÖOr unbehelligt. | Papiere und Dokumente hatte Reta nämlich zu ihrem
dm eigenen Vorteil bedacht, z-rmarterte er sich völlig 9 * * | nicht geringen Staunen einige Schuldverschreibungen
j stta Gehirn, um einen Plan alSzusinnen, der Jürgen I , . ,, , -rx».«* ker g-nk p;n | aus neuester Zeit gesunden, welche vom Wending-
__ zum Nachgeben zwingen mußte. Er mußte einenI Aus LLTÄ.'L'LBÄ'L w«ra. Di-,-- ih-
»/ä. SSÄWiS sxs - K war ihm" als ob er (tu# ben tetnmietten Sägen fhmmte Seine g-rückt °h'T^od de. Vatei» ^eno R begünstigen.
^Anstatt sich aber selbst anzuklagen, daß er durch gewesen «ar- hatte auch seine ^'^r^s^hm.eigen °nirmäßigd ch Getdbettäge ihren Vater seine unfinnigen Spekulationen sich so tief in die gewesenen, Hmfei «nb da» mußte einen tieferen Grund haben.
Lotmäßigkeit ^be« schlaum Wucherer» gebracht, und mcht übermatzig mel Ztr ttchkett ^^nge Plötzlich fiel bei Nachsinnenden auch der häufige
»it Marmesmut die natürlichen.Konsequenren eiNk» ^bt Zudem ro« ei a » <5 ^ eigmtlich Verkehr auf, welchm Vettel Löb auf dem Wending. Thun» zu tragen, wollte er m.^r Selbstsucht I flüsfig^roeftn^M Mtt aus » unterhielt. Einmal war eschr sogar zu Ohren!
sein eigene» Wohlergehen mtt bem £ tag « toge Ä geroefen. Vor gekommen, daß der stolze Wendmgbauer und der
seine» einzigen Sohne» erlaufen- 2^, tm Ittch & , ne ejne QOt auffällige|kleine Handelsmann gar ernstlich hintereinander ge-
MU taUtW. ft»**,9”0"" '“Äata’&S*« to fmmmfä« unb n& -Kn ft-undMIluh-S°,I- L-h»- »nb Kffm jimg-m -i-b-iglüL S ta b« Stablgu», miUmanbK b°wn. .
Am liebsten hätte der Gewalthättge Gundula, tief« ^warz geru-toer un° aewußt Da« war freilich um die Zeit gewesen, m welcher : nunmehr ebenfalls die Anstifterin seine«seLstU^e 8« Wf ^hr wohlfeilIder Leichnam des altenZennerbauern noch über der