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öchcntliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
«orf Mb Verlag: Joh.«ug. Koch, Universität«-Vuchdruckerei i» Marburg. Verantwortlicher Redakteur: Harry Finking in Marburg,
»tedaknou urd «Expedition: Markt 21. ^UUVvV PllUlUßvVlUVl* Redaktion und Expedition: Markt 21.
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Giycheiut täglich «nßer «u Werkt»,« Mch S»W- xab Friert»««. — Qu»rt»l.«b»an«ientS-Preir bei der 9t»f ktteii s Ml., bei «Leu Postämter» 2 Ml. -5 Ps,. (exkl. BtMgelb). Juier«ti,n»«rbühr für die Mveltcue Zeile »brr der« Raum 10 Pt,.. Siekl-m« für to Z ilr 26 Pf«.
Marburg,
Sonntag, 25. Februar 1894
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie die Annonem-Bureaux von Haasentzei» u. Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg und Mm; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube «, Eo. inFrankfutt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
XXIX; Jahrg.
Neubestellungen
auf die „Oberhessische Zeitung" für den Monat März werden von allen Postan- stalten, Landbriefträgern, in der Expedition Markt 21), sowie von unseren Mal Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegengenommen. Neuzugehende Abonnenten erhalten die „Oberhess. Zeitung" bis zum 1. März unentgeltlich.
Die Exped. der „Oberhess. Zto."
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Wochen-Uebersicht.
W. C. Marburg, 24. Febr. 1894.
Der politische Kampf, der im deutschen Reiche um die Annahme oder Verwerfung des russischen Handelsvertrages lebt, ist für einen Moment unter brochen worden. Es war ein Ruf des Schmerzes und der Teilnahme, welcher durch da» ganze deutsche Vaterland hallte, als aus unserem Reichskriegshaf« im Norde» die Kunde kam von einem so traurigen Md schweren Unglück, wie eS tu dieser Weise unsere Marine seit ihrem Bestehen »och nicht erlitten. Bis zur Stunde hat die sofort eiugeleitete Untersuchung die direkte» Ursachen des schweren Unglücks noch nicht llar zu legen vermocht, und nur so viel steht fest, daß bei der Mannschaft des Schiffes nichts vorge- kommen ist, was den Unfall hätte herbeirufen können. Unter der Teilnahwe einer nach Tausende» zählenden Volksmenge hat die Bestattung der Verunglückten nach dem Befehl des Kaisers mit großen militärischen Ehre» stattgefunden.
Mit einem Ausflüge »ach Wilhelmshaven hat der Kaiser seine« angekündigte» Besuch beim Fürsten Bismarck in Friedrichsruhe verbunden, der jedoch nur einige wenige Abendstunde» umfaßt hat. Nach dem Willen des Monarchen trug diese Begegnung den Charakter eines Privatbesuches, lieber Hamburg ist der Kaiser sodann nach Wilhelmshaven gereist und von dort nach einem unangemeldeten Besuch des Bremer Ratskellers zurück »ach Berlin.
Nus Dresden kommt die erfreuliche Nachricht, daß der König Albert von Sachs«, der von einem mehr lästigen, als gefährlichen Leiden heimges»cht war, au» ganz wieder hergestellt ist.
Der russische Handelsvertrag ist nunmehr, nachdem er im Bundesrat einstimmig genehmigt ist, dem
Air Herett-Gnndcl.
Roman von Georg Häcker.
sNachdruck »erboten.]
(Fortsetzung.)
,Se scher' Dich zum Teufel!" schrie ihn der Alte ungeberdig *n; „aber noch ist nit aller Tage Abend, merk' Dir's - ich will Deinen trotzigen Sinn schon beugen!"
Wieder sah ihn Jürgen freimütig an, während tiefer Ernst in den Linien seines männlich schönen Angesichts sich ausprägte. „Vater, da, wird Dir xie und nimmer gelingen," sagte er in festem Tone. „Dank dem Herrgott lieber, daß es so gekommen ist. Ich denk', die Mutter wird im Himmel eine rechte Freud' haben darüber, daß die Gundula mein Weib wird."
Der Alte glotzte ihn blöde an und schlug dann betreten die Augen nieder. „Was schwatzest da wieder für ein heillos dummes Zeug?" grollte er
Jürgen atmete tief auf. „Ich hab' Dir noch nie davon gesprochen, Vater," sagte er hastig. „Aber jetzt, wo Du Dich gar noch stellst, als ob Dir ein himmelschreiend' Unrecht geschieht, »ährend der Gundula arme Mutter nvch heut' Dein Uebelthun nit verwinden kann —"
„Bub', war wagst gkgen mich!" schrie der Wen- dingbauer dazwischen und verfärbte sich sichtlich dabei.
„Die Wahrheit. Vater," entgegnete Jürgen mit fester Stimme. „Heraus muß es doch einmal; wo wir so weit miteinander gekommm find — da muß die Ehrfurcht vor dem Vater schweigen. So »ifP und hör'«,' setzte er gleich darauf hinzu, ruhig den tvrvflammenden, tückischen Blick des Alten aut- haltend. „Ich hab'« der Mutter zugeschworen auf ihrem Sterbebett, daß ich nach Kräften an meiner vnkel» Weib und der Gundula da» himmelschreiende
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Reichstage zugegangen, und am Anfang der nächste» Woche werde» die Beratungen beginnen, die bis zu« Begin» dir Osterferien zur Entscheidung geführt sein müsse». Die Versammlungen von Jntereffente» für und wider de» Vertrag habe» sich in der letzte» Zeit gehäuft; die Generalversammlung des Bundes der Landwirte hat sich mit großer Entschiedenheit gegen den Vertrag erklärt, während der deutsche Handelstag und Vertretungen der deutschen Industriellen ebenso entschieden dafür etn getreten find. Jedenfalls wird der Kampf im Reichstage recht heiß werde», uab von beide» Seite» wird das Aeußerste aufgeboten werde», das, was für das Beste gehalten wird, durchznsetzen.
Der Reichstag hat im Laufe der letzten Woche die Etatsberatung gefördert; vor Allem find bte Kolonialausgaben bewilligt worden, freilich »ichr, ohne daß der Kolonialverwaltung von alle» Seiten recht lebhafte Klagen vorgettage» wurden. Im preußischen Abgeordnetenhause gelangte» wenig interessante Dinge z»r Verhandlung. Die Beratung eine» Antrages, der sich mit de» Staffeltarifen für Getreide und Mühlenfabrikate auf den preußischen Staatsbahne» beschäftigte, ist von der Tagesordnung abgesetzt worden, weil der Eisenbahnminister Dr. Thielen erklärte, daß im Schooße der Staatsregierung die Erörterungen über die Frage noch fortdauerten. Schlimme Stunden verlebt jetzt der Kriegsminister Bronsart von Schellendorf in der Budgetkommission deS Reichstages. Noch nie find von de» Forderungen der Militärverwaltung für Kasernenbauten u. bergt so viele Posten gestrichen worden, wie diesmal. Der Minister betonte wiederholt, daß nur wirklich dringende Ausgabe» verlangt würde», aber die Kommission blieb bei ihre» Abstriche».
Die turmhohe Freundschaft zwischen Russe» und Franzosen hat jetzt zum ersten Male einen Riß bekommen. Tie Mehrheit der Pariser Deputierteu- kammer strebte eine «ußerordentliche Erhöhung der Getreidezölle an und alle Mahnungen, die Dinge nicht zu übertreiben, blieben erfolglos. Da ist dann von Petersburg aus eine deutliche und bestimmte Schrift nach Paris gekommen, daß die russische Regierung es ja Frankreich nicht verbieten könne, ihre Zölle zu erhöhen, aber wen» dies geschehe» sollte, so werde auch der im Vorjahr abgeschlossene russisch- französische Handelsvertrag sofort gekündigt werden. Man hat i» Paris aus doch einen kleinen Schreck bekomme» und die Kammer hat vo» der ursprünglich geplante» Erhöhung abgesehen und es bei einem geringere» Zollsatz bewende» lasse».
Unrecht wieder gutmachen will, — so wahr mir Gott helfe, Vater, das will ich auch halten' Weil Du mein Vater bist, muß ich Dich schonen. Kein Mensch hat je etwas von meiner Wiffenschast erfahren, — selbst die Gundula und ihre Mutter nit, ober gerad' darum bin ich's ihnen schuldig, daß ich ihnen die Ehr' zurückgeb', und — das kannst mir glauben, solche» würd' ich gethan haben, selbst wenn ich die Gundula auch nit noch lieber hält', als mein eigen Leben!"
Der Wendingbauer stieß einen wüsten Fluch aus und ballte die Faust gegen seinen Sahn. „Mach' daß Du hinauskommst, Du Hund!" brüllte er. „Halt'- nur mit der Hexenfippschaft, bist gerad' so ein frommer Maulschwätzer, wie der Pfarrer — aber mich kriegt Ihr nit unter!" setzte er hinzu und stampfte dabei mit dem Fuße heftig auf die Diele. „Was Du sagst von Deiner Mutter, ist alles dummes Zeug! — Ich bin der Wendingbauer und bleib’ e« auch! Die Hexen-Gundel aber soll der Teufel holen mitsamt Dir, Du finnlos dummer Narr!"
Jürgen seufzte aus und tiefe Bettübni« prägte ich in feinen offenen Zügen aus. Gegen solche Verstocktheit gab es kein Zureden — da konnte nur der vergeltende Himmel laut und nachdrücklich reden! So wendete sich der wackere Bursch' und verließ iiüfdjroeigenb da» Gemach, ohne au das wüste Schelten seine» Vater» sich fürder nach zu kehren.
Kolmar Wending aber blieb in der Stube zurück und warf sich mit einem rauhen Fluche in den ledernen Sorgenseffel, der diesen Namen nun mit vollem Fug und Recht verdiente.
Haß und Ingrimm wüteten in dem Herzen de« inster vor sich Hinbrütenden. Er sah sich unerbitt-, ich verfolgt von der Nemesis, und der Pulsschlag
Die Anarchisten ruhten auch in dieser Woche nicht. Die Pariser Geschäftswelt, die ohnehin über schmale Einnahme» klagt, beginnt nervös zu werde», da sie einen allgemeinen Fortzug der Fremd« befürchtet. Auch in Spanien hat man eine neue, weitverbreitete Auarchisten-Verschwörung entdeckt, deren Ziel die Ermordung vo» hochstehend« Beamten war. Im Greenwich-Park bei Loudon wurde ei» verunglückter, in d« letzte» Züge» liegender Anarchist gefunden, der eine Bombe in der Tasche getrage» hatte, die unterwegs selbst explodierte und ihren Träger zerfleischte. Ma» fühlt sich versucht in die Worte Homers einzustimmen, die da lauten: „Also möge es jedem ergeh», der solches zu thun wagt."
Heftige parlamentarische Kämpfe loben augem blicklich in der italienischen Volksvertretung. Die Kammer», die soeben wieder zusammengetreten sind, stehe» vor der schwer« Aufgabe, die ihnen vom Ministerium Crispi unterbreitete Finanzreform zu beraten und darüber zu beschließen. Da es in keinem Parlament der Erde wohl so viel heißes Blut giebt, wie im römischen, so kann man sich denke», zu welchen Scenen eS hier kommt. Ministerpräsident Crispi bewahrt erfreulicherweise die vollste Ruhe, und es ist zu hoffen, daß eS ihm gelingt, die finanzielle und wirtschaftliche KrifiS zu beend«.
Recht heiß geht eS auch im ungarische» Reichstag zu, wo die neue Ehegesetzgebung zur Beratung steht, die auf das Heftigste angefeindet wird. Der Charatter der neuen Gesetzgebung ist liberal, wie der des Ministeriums Weckerle, und mit dem letztere» steht oder fällt auch das ganze Kabinett.
Der brasilianische Bürgerkrieg scheint nun doch endlich einen schnelleren Fortgang nehmen zu wollen. Dem Präsidenten Peixoto haben seine in alle Welt hinaus telegraphierten Siegesberichte wenig geholfen und die Aufständischen find ihm näher und näher gerückt, und haben, wie behauptet wird, bereits eine» Teil von Rio de Janeiro eingenommen. In mehreren Gefechten, die in den letzten Tagen stattgefunden haben, find die Aufständischen Sieger gewesen, wie denn überhaupt in einer ganzen Reihe von Provinzen ihr Erfolg schon entschieden ist. Das Vergnügen, nach dem Sturze des Kaisertums antimonarchische Regierungsformen zu haben, hat den Brastlianern schon Millionen über Millionen gekostet, mehr, als der Kaiser von Brasilien in einigen Menschenaltern erhalt« hätte.
seines bösen Gewissens verkündete ihm nur allzu- deutlich, wie gar verdient die Heimsuchungen waren, die er jetzt erleiden mußte.
Jürgen konnte freilich nicht wissen, wie feine Weigerung, die reiche Reta zu heiraten, härter als jeder andere Schicksalsschlag den verstockten Sinn und da« von Sorgen schwer belastete Herz der Wendingbauern treffen mußte Dieser nämlich verschloß gar ängstlich ein Geheimnis in seiner Brust, das zwar noch niemand im Dorfe ahnte, welches ihm jedoch schon gar viele schlaflosere Nächte und sorgenvollere Stunden verursacht hatte, als das mahnende Gewissen in ihm, das fein selbstherrlicher Eigenwille trefflich zum Schweigen zu bringen ver stand.
Kolmar Wending war schon längst nicht mehr der reiche Mann, für den die Gohrunger ihn hielten und als welchen sie ihn achteten; zu einem solchen ehlte ihm nicht viel weniger al» alle«. Ein rächen- des Schicksal hatte Jllonka« Verwünschungen nur zu vollkommen in Erftillug gehen lassen und Unglück über Unglück war mit unheimlicher Beharrlich- :eit nimmer vorn Hose gewichen.
Der Bauer hatte anfänglich fich wacker bestrebt, nach Kräften die erlittenen Verluste wieder auszugleichen. Aber als sich immer neue Schicksalsschläge )en alten zugesellten, da hatte ihn die Habgier ver ilenbet, und auf noch kühneres Wagen sich ein» äffend, war er immer tiefer auf die abschüssige Bahn geraten.
Bald hatten sogar ernstliche Geldverlegenheiten den stolzen, selbstherrlichen Mann zu bedrücken en- gefangen, und während die Gohrunger ihn noch immer al« der Reichsten Einen gepriesen, war er oftmals wegen der Beschaffung verhältnismäßig geringer Geldbeträge, welche er zur Fortführung des
Die wirtschaftliche und politische Seite des deutschrussischen Handelsvertrages.
* Marburg, 24. Febr.
Bezüglich deS russisch deutschen Handelsvertrages wird nach wie vor viel geredet und geschrieben. Die Notion ist in dieser Sache in drei große Teile gespalten, von den« zwei die Annahme deS Vertrages anstreben. Auf keine» Fall kann man die Mehrheit, die der Vertrag im Reichstage voraussichtlich erhalt« wird, und der auch eine Mehrheit im Lande entspricht, als eine homogene Masse betrachten. Während der eine Teil dieser Mehrheit den Vertrag als eine» weiteren Schritt auf der schiefen Ebene znm bedingt« Freihandel bejubelt und sich desselben als eines Sieges über das immobile Kapital und die produktiven WirtschastSklassen freut, wird der andere Teil durch weit ernstere Erwägungen zum Fallen- laffen feiner Bedenken bewogen. Und aus den Reih« der entschiedene» Gegner des Abkommens, die de» Blick von der erwarteten Schädigung ihrer Interessen nicht abwenden wollen ober können, wird nach und nach doch mancher jenen Erwägungen zngängig, die sowohl wirtschaftlicher als auch politischer Nainr find.
Was zunächst daS Interesse der Landwirtschaft au dem Vertrage betrifft, so ist dasselbe unsere» Erachtens nicht so groß wie seinerzeit bei den Zollermäßigungen gegenüber Oesterreich und Rumänien. So lange der Fünfmarkzoll noch unangetastet dastand, war eS begreiflich, wenn sich die deutsche Landwirtschaft mit aller Kraft gegen die Herabsetzung desselben sträubte. Seitdem jedoch in diese Mauer an mehrere» Stelle» Bresche gelegt ist, seitdem Deutschland auch ohne Rußland genugsam mit fremdem Getreide z»m Zollsatz von 31/2 Mark versehen wird, könne» wir gegenüber unserem östlichen Nachbar allein nicht mehr an dem höheren Satz festhalten, ohne diesen zu de» schärfsten Repressalien zu zwingen. Der ans diesem Verhältnis entstandeneZollkrieg hat ungemein viele» Schade» angerichtet. Auf de» Druck, de» inzwischen das russische Korn außerhalb Deutschlands auf den Weltmarktpreis ausübt, haben wir bereits hingewiesen; dieser Druck ist auf die Preise in Deutschland ntäjf ohne Wirkung geblieben. Wir find der Ueberzeugung, daß die Gewährung des 3^/z-Marksatzes an Rußland, nachdem die Budapester und Bukarester Händler sich desselben zum Nachteil der deutschen und zweifellos auch der deutsch-österreichischen Landwirtschaft erfreuen, nicht mehr so großen Schaden verursache»
Haushaltes dringend benötigte, in peinlichste Verlegenheit geraten.
Da hatte sich nun wie gerufen der Handelsmann Beitel Löb bei ihm eingestellt. Dieser, in der Kreisstadt wohnend, kannte Gebirg und Leute wie sich selbst. Mit Hoch und Niedrig machte er feine Geschäfte, und da er sich fein demütig und bescheiden gab, auf der anderen Seite aber auch mit scharfe« Ange die Fehler und Schwächen feiner Mitmenschen erkannte und diesen zu schmeicheln wußte, verstand er, fich das Verträum der weitesten Kreise zu erwerben.
Hoch und teuer hatte er den Wendingbauer beschworen, daß e« ihm die größte Ehre feines Ledens sei, dem hochangesehenen Manne in etwa» gefällig sein zu dürfen.
Solch eine Sprache war wie Musik in den Ohren des trotzigen Bauern erHungen, und dieser hatte angefangm, Geldgeschäfte mit dem schlauen Handelsmarine zu machen. Das war Jahre hindurch gegangen, und immer neue große Summen hatte Beitel Löb dem bedürftigen Großbauern herbeifchaffm müffm.
Er hatte es immer gern und ohne jede Weigerung gethan, fich auch mit bescheidenen Zinsen begnügt; daß er fich vom Großbauern hatte Sicherheit geben und — nur zum Schein, wie er sich auSdrückte — das oder jenes Feld dafür verschreiben lassen, wer mochte es ihm verdenken? UebrigenS hatte ja zu keinem Male irgend ein Mensch von diesem Handel zwischen dem Großbauern und Beitel Löb nur ein Sterbenswörtchen erfahren. Die Schuldverschreibungen ruhtm verschwiegen und ficher in der fettigen Brieftasche des Handelsmannes, und Kolmar Wending hatte vielleicht nimmermehr daran gedacht, wie tief er eigentlich feinem Gläubiger verschuldet fei, wenn