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JK 44

XXII; Jahrg.

Erstes Blatt

Neubestellungen

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ergänzt die

Ereignisse des 26. Januar in Berlin.

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Aber diejenigen, welche sich in Jürgens Nähe en, hüteten sich wohl, diesem Verlangen nach« men. Keiner wollte der erste fein. Bei einer igen Rauferei beteiligte sich gern ein jeder; aber! . wo es offenbar auf Tod und Leben ging, doch keiner mitthun.

Zum Ueberfluß drängten sich jetzt die Knechte WendinghofeS, der alte Niklas voran, durch die ge und scharten sich schützend um den Sohn Gutsherrn.

.Platz da und von unserm Herrn weg!* schrie

I Neben ihm schritt mit beschwichtigenden Geberden per Schänkwirt, der durch einen neuen häßlichen l Auftritt Einbuße an seiner Feiertagseinnahme zu I erleiden fürchtete, auf der anderen Seite mit dem reichen einflußhabenden Großbauern es nicht ver« derben wollte. Aber seine Mühe blieb bei dem! zornerregten Manne umsonst. i

Wo ist der Bub', der mir die Ehr' ver- schimpfiert hat?" schrie der Wendingbauer gleich Aim Eintreten in den Saal schon, mit kirschbraunem Geficht, und dabei fuchtelte er hitzig mit beiden [Fäusten in der Luft umher.

Jürgen hatte wie schützend den rechten Arm um I den Nacken der noch immer zitternden Gundula ge-I legt und diese eng an sich gezogen. I

Hier bin ich!" rief er dann so laut, daß der! Vater ihn hören mußte, und dabei schaute er diesem I mit feste« unerschrockenem Blicke entgegen. I

i riehen wolle. Zu diesem Zwecke soll alsbald der iLandeSeisenbahnrat einberufen werden.

I Mehrere Handelskammern im Süden und I Westen, die sich in Eingaben an bett Reichstag für! Annahme des rusfischen Handelsvertrags erklären, betonen dabei doch, daß fie die Aufhebung der preu- ßifchen Staffeltarife bestimmt erwarten. Die Kon­servativen werden zum russischen Handelsvertrag den Antrag auf 2 jährigen Gültigkeit anbringen.

Die öffentliche Meinung Rußlands bespricht die nunmehr bekannte» Einzelheiten des russisch- deutscheu Handelsvertrages in sehr günstigem! Sinne. Die Zugeständnisse, die Rußland der deutsche» I Industrie gemacht hat, werden durchaus nicht als! zu groß befunden, namentlich mit Rücksicht auf die! Vorteile, die dem rusfischen Getreidehandel aus bem| Vertrage erwachsen. Besondere Befriebiguug hat ber Umstand erregt, baß Rußlanb bas Recht ber Meist, begünstigung zugestaubeu wurde, denn dadurch genießt es auf bett brutschen Getretbemärkten dir gleichen Vorteile, wie seine Konkurrenten im Getreibehanbel Die überwiegenbe Mehrheit ber russische» Zeitungen Met, baß durch die au Deutschland gemachten Zu- [gestäudniffe der russische Zolltarif seinen schutz- zöllnerlschen Charakter nicht verloren habe, und ver­sucht es, diese »uficht mit Ziffern an der Hand gegenüber jenen Moskauer Zeitungen zu begründen, die mit dem rusfisch-deutscheu Handelsverträge unzu­frieden sind, weil er »ach ihrer Meinung die Inter­essen der rusfischen Eisenwerksbesitzer und Fabrikanten i schädige. Von anderer Seite wird diesen wenigen I ungünstigen Stimmen eutgegengehalte», daß durch die auf zehn Jahre hinaus festgesetzte Stabilität des

I russisch-deutschen Zolltarises für den Handel und die Industrie Rußlanb eine gesicherte unb ruhige Ent­wickelung ermöglicht wirb, ba bie Gefahr vo» plötzlich eintretenden ungünstigen Zollerhöhungen nunmehr auf volle zehn Jahre ausgeschlossen ist. Ferner wird betont, baß ber russische Konsument, b. h. bie große Masse beS rusfischen Volkes, burch bett Hanbelsver- trag, bei bett Eingang beutscher Waren wieder! ! ermöglicht, jebeufalls gegen bie bis jetzt übliche! Ausbeutung burch ben russischen Fabrikanten geschützt! sein wirb, inbettt biefer nunmehr gezwungen sein wirb, I wenn er nicht burch ben deutschen Fabrikanten gänzlich I verdrängt werden will, bie beste Ware zu liefern unb!

I Die neue Tagung des englischen Paria» Iments wirb, wie bieTimes" schreibt, ungefähr lam 1. März beginnen. Die Vertagung des gegen» Iwartigen Parlaments sei kaum vor dem 26. oder 127. b. M. zu erwarten. Dem Vernehmen nach wolle bie Regierung infolge der Wiberstanbes deS Hause» der Lorbs bie schottische Fischereibill aufgeben. Auch bie Arbeiterhaftpflichtsvorlage solle zurückgezogen werden, wenn bie LordS dabei beharren, die $e» I ftimmungen bet Bill nicht obligatorisch werden z» lassen. Da dann nur bie Kirchspielsbill dem Paria» mente vorliegt, so könnten sich die müden Unterhaus» Mitglieder nächste Woche einige Tage Ruhe gönnen.

3m englischen Unterhause ist am Montag die Anarchistenfrage zur Sprache gekommen. De» ! Standpunkt, ben der Staatssekretär des Innern, Asquith, babei gegenüber etwa zu ergreifenben inter» nationale» Maßnahmen eingenommen hat, beckt sich ungefähr mit ben Anschauungen, bie schon »st Ans» bruck gefaubeu haben. Es kann sich bei solchen Maß- "ahmen hauptsächlich nur um ben stänbigen Austausch aon Mitteilungen über bie in den einzelnen «anbei»

ps Burschen in diesem Moment geschaut hätte. ! würde ernstlich für den wackeren Jürgen besorgt I gewesen sein, denn e» lag viel Unheil in dem von Iber Leidenschaft verzerrten Gesicht Balzer».

I Aber noch sollte die Reihe leidenschaftlich erregter Auftritte an diesem Tage nicht abgeschlossen sein. !

Kaum hatte der tteue Niklas Zeit gefunden, sich zu seinem jungen Herrn zu wenden und ihm zuzu- ffüstern:Was habt Ihr gemacht? Gleich uns auf dem Fuße folgt der Vater! Unten ist er gesessen [in der Wiitsstub'; man hat's ihm gesagt, was hier vorgefallen ist mit Euch! Jetzt eilt er wutenbrannt herauf schaut, da ist er schon * da erschien I der Wendingbauer auch schon mit Unheil veikün-1 benbem Antlitz im Saale. |

über?" fragte Jürgen zurück. Seine Sttmme klang s» metallen scharf unb fein Blick ruhte dabei mit so seltsam niederdrückendem Ausdrucke auf dem [Vater, daß ringsum niemand höhnisch zu lachen wagte.

Oder," sagte ber Wendingbauer zögernd, »äh- renb er bie erhobene Hand langsam wieder sinken I liefe,ober ich fluch' dem Tag, da Dich die Weh- mutter mir zuerst auf ben Arm gelegt hat!"

auf dieOberhessische Zeitung" für ben Monat März werden von allen Postan- stalten, Landbriefträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial- Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und

Haha!" lachte der Wendingbauer giftig da» zwischen und spie dann zur Seite;in ein Narren- h*u« gehörst Du eingesperrt, Du dalketer Bud'! Da hält' ich auch ein Wörtchen mitzusPrechen, denk ich!"

,3» allem, Later, nur in dem nit," fuhr Jürgen

j ben Zollkrieg täglich neu geschaffenen Reizungen ein |®nbe genommen haben unb damit eine Quelle nicht I nur von volkswirtschaftlichen, sondern auch polittsche» I Streitigkeiten verstopft worden ist. Diese gute I Wirkung des russisch deutschen Handelsvertrages wird I namentlich in ben biplomatischen Kreise» Petersburgs I hervorgehoben und an bie Spitze aller Erwägungen I gestellt.' Diese Kreise begrüßen baher den Abschluß Ides Vertrages mit Befriedigung, b« er zur Be» Ifestigung be» europäischen Friebens beitrogen werbe, inbem er bie zwischen Rußlanb unb Deutschland be­standene Spannung mildere. DeS Weiteren hofft man in ben biplomatischen Kreisen der russischen Hauptstadt, daß als nächste Folge deS Abschlüsse» des russisch-deutschen HanbelSverttages die feit ge­raumer Zeit geführten Verhandlungen zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn beschleunigt und bald zu dem gewünschten Ergebnisse geführt werden dürsten.

Das ungarische Abgeordnetenhaus hat gestem bie Beratung ber Eherechtsvorlage begonnen. Vor dem ReichStagsgebäube hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, bie bie Minister, besonder» ben Ministerpräfibenten Wckerle und den Justizminister, begeistert begrüßte.

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Person Fahrt,

Abonnenten erhalten dieOberhess. Zeitung bis zum 1. März unentgeltlich.

Die Exped. derOberhess. Ztg."

Die Aeren-Grrrr-el.

Menum von Georg Hocker.

sNachdruck verboten.]

(Fortsetzung;)

Politische Rundschau.

Heute kommt voraussichtlich im Abgeorbneteuhause bie Frage ber Staffeltarife zur Erörterung,

Wetter entgegengeuommen. Neuzugehende

ißig tu sche» !

w I Bestell,

-1 Dein Ernst nit es wäre ein ungerechter Fluch: ler fiel auf Dein eigen Haupt, Vater!"

IThust jetzt nach meinem Willen »der nit?" dunterbrad) ihn ber Wendingbauer barsch, während jer sich befehlshaberisch in die Höhe reckteEs ist I lerne Ehr' für des Wendingbauern Einzigen, sich labzugeben mit solch' einem wüsten Ding!" Dabei >me, ex mit verächtlicher Geberbe auf die ihn mit I erloschenen Augen anstarrende Gundula, die am I Itebfien vor Scham und Weh hätte sterben mögen.

Wenn Du durchaus einen Liebeshandel haben |mu|t, ehe Du des Zennerbauern Reta heirat'st, s» Imach- mit einem honetten Mädel aus und nit | mit der Hexen Gundel!"

L . »Vater!" schrie da aber Jürgen so drohend auf, !° der Alte zählrngs verstummte.Sei still, Gun- °ula, wein' nit - duld'» um mich, was Dir ge­schieht I" tröstete er in weichem, flehendem Tone die m krampfhafte« Schluchzen Ausbrecheude, welche I schmerzgebrochen in seinen Armen hing.Hör', Vater, wendete er sich dann gleich darauf mit leisem Beben in seiner Stimme, welchem man die I ^gärende Erregung seine« Innern anzumerken vermochte, an diesen,Du bist im Irrtum, wenn [Du memst, ich wolle nur ein Spiel treiben mit 25" Herzen der Gundula! So ein ehrlos schlechter 9Bu$t bin ich mt, daß ich ein arme« Mädel be» kügen rannt, das mir blindlings vertraut! Die Gundula »st mein Schatz und wird mein Weib, da» rst sicher und gewiß!-

Der Widerbesuch des Kaisers in Friedrichsruhe

-A »Wart', wart, ich vergelt' Dir'« noch!" lallte er ItK®um mehr menschenähnlicher Stimme.Heut' mich hingestreckt, daß ich dalag wie ein Nariü pi Deinen Füßen; die Stund' kommt noch, nit zur Du mit« vergelten sollst!" j

® «et in die blutunterlaufenen, tückischen Äugens

[ Sofort wendete sich Kolmar Wending an seinen

unsanfter Gewalt drängte er die da-1Vater," schrie Jürgen auf und' fuhr mit der zwischen Stehenden zur Seite, und gleich darauflHand krampfhaft nach dem Herzen, .da«- da« ist

berg« OCH »gelaust er ber belstäud rFüße! meiner Schänd und g

k, « Sunt hweik

! stank en sich Vater und Sohn Auge in Auge gegen« [über.

I Einen Augenblick herrschte Totenstille im Saale. I3tfles hatte sich um bie kleine Gruppe geschart und I starrte mit schadenfrohen oder ängstlichen Blicken lauf die beiden Männer.

ISo, ba« ist der Schandbub' also, den ich mei< Inen Sohn nennen muß?" schrie der Wendingbauer Idann plötzlich.Den Arm thust Du augenblicklich I von der Dirn', »der e« geschieht gleich noch ein Un- I glück, sag' ich Dir!"

IVater, mach' keinen Auftritt hier vor all' den Leuten," entgegnete Jürgen in bescheidenem, aber festem Tone;mit denen bett' dabei wie« er I geringschätzig auf bie herumstehenden Burschen I »hab' ich wohl leicht fertig werden mögen, sie wer-! den sich sobald nimmer an mich herantrauen Aber! wenn wir beide etwa« miteinander abzuschwatzen I [haben, so, denk ich, ist der Wendinghof groß genug!"! r _ »Ob Du den Arm »egthust von der gottoer-1 lassrnen Dirn'!" schrie der Wendingbauer nur noch! »m so zorniger und dabei hob er die geballte rechte! Faust wie zum Schlage in die Höhe.Den Arm! fort, Bub', sag' ich Dir, ober" |

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain Jllustrirtes Sonntagsblatt.nss

oa uno von unferm Herrn weg!" schrie Oylll * ®lte ehrliche Niklas, während er grimmig beide mnn«! zugleich nach ben Widersachern schüttelte Rt sind wir selbst schier ein Dutzend »off,

Der Kaiser hat sich eutschloffeu, verhältnismäßig schnell dem Altreichskanzler im Sachseuwalbe einen Segenbesuch abzustatten, unb hieraus ist zu ent« * RR »ehmeu, baß bie Versöhnung zwischen dem Monarchen «d dem ehemaligen leitenden Minister nicht nur ein zeremonieller Akt, sonbetn aufrichtige Herzenssache ^uvesen ist. Um so mehr hat bas letztere ber Fall fein können, als biefe Aussöhnung von keinerlei Mischen Hintergedanken beeinflußt worben ist, unb EE Bie bei dem Besuch am 26. Januar im alten Schlosse Vfl « der Spree wird auch bei des Kaisers Anwesen- [ . ¥ U Sell im Sachseuwalbe alles außer Betracht bleiben, »a8 Über bas Gebiet be» Persönlichen hinausragt. Die verflossenen Wochen haben an dem gewohnten Sauge bet Reichsmaschine auch nicht bas Geringste Räubert, unb bie tommenben Tage werben bas eben« ßiwenig thun. Was wir zu verzeichnen haben, unb! Meß eti großer Genugthuung nach allen, aus Friedrichs- ^nche vorliegenden Berichten verzeichnen können, das! ist bie Thatsache, baß ber greife Staatsmann sich! 6r8A! «ßerordentlich wohl unb munter befinbet, daß bei! alte gute Humor wieber bei ihm im vollsten Umfange! ^gekehrt zu fein scheint. Dieses vortreffliche Be I ^.frben verbürgt bem ersten Kanzler bes Reiches noch I «cht frohe Tage, unb nun, da alle äußerliche Ver-1 pmmuug verschwunbeu ist, wird mau auch gern seine ä®'. «fichten über ber Welt Wohl unb Wehe nach wie "g- 7 w vernehmen. In manchem Wort, bas früher ans kaust an Sachseuwalbe seinen Weg in bie Zeitungsspalten l' wd, lag eine sehr erklärliche Verstimmung, eine Ver-1

Erscheint täglich außer an Werktagen nach 6m» und an __x =

Feiertagen. - Quartal-Abamremmt» -PreiH bei der «rpe» juxigen nimmt entgegen die Expedition diese» Blatte«,

dittan L Mk., bei aller: Pastiimtern 2 SRL 45 tgtojeJ>ie »nnoncerEureaux von Haasenstein u. Vogler in

Bestellgeld). JnserationSgebühr für die grspaüme Zelle Magdeburg und Wien; Rudolf

»der deren Raum 10 Pftp, Reklamen für die Zeile 25 tzfg. *'VUlierSuig, 60. y"CürU(It 1094 Moste in Kankfutt e. Bl, Berlin, München vu Köln; ®. L. =====Xg------------------- Daube n, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, PariSi

dm nur, Ihr Buben, wenn Ihr noch eine Schneid' dazu!"

h$fl[ ^ber die Angreifer zogen sich murrend zurück, u ango " unerschrockene Austretm Jürgen» hatte über

,uj »Wir rechnm ein andermal ab mit ihm!" raunte m Z. diner oder der andere, aber keinem war e« 4. ^rnst mit seiner Drohung.

sckwiea Jv?1 Valzer, der sich wiederum in den hintersten »send«! JfTr des Saales verkrochen hatte, schüttelte in ' Biofem Ingrimm rachsüchtig die Faust gegen

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gefehlt, welche aus dem Rohr im Garte» der Zwietracht einen Dnickv'on bundessiaatlicke/ Sei!e»^?E,^ ,-,C? U^9. be.8 Hanbelsverttages besten Gegnern gegen-

entfachten. Das ist erfreulicherweise ein überwunbener Staubpunkt, unb bes Kaisers Besuch in Friebrichs- ruhe beweist, baß auch Meinungsverschiedenheiten, wie solche, bie aus ber großen Tagesfcage bes beuisch-russtschen Hanbelsverttages entstehen konnten, nicht geeignet fhtb, neuen Konflikt heroorzurufeu.| Kaiser Wilhelm II. ist gewiß ber letzte, welcher eine sachlich vorgetragene Ansicht falsch beutet, wenn sie I mit ber seinigeu nicht übereinstimmt. Der Kaiser I hat oft gerug bewiesen, baß er alle ihm vorgetragenen I I Darlegungen ruhig anhörte, und burchaus nicht ver- I langt, baß vor ber kaiserlichen Majestät bas Recht Iber freie» Ueberzeugung schwinden soll. Fürst I Bismarck, ber nicht wieder daran denkt, das Stener- I ruber bes Reichs in seine Hanb zu nehmen, hat so Igut wie jeder andere Reichsbürger bas Recht, zu I sagen, was er benkt, unb es wirb heute manches lanbers klingen, wie e» mitunter wohl seit bem

18. März beS Jahres 1890 geklungen hat. Die! freunbschastliche Verstänbigung zwischen bem Kaiser unb bem greifen Staatsmann hat viele Wünsche be- ftiebigt, viele Mutmaßungen beseitigt, bie sich lange lrotz ber offenkunbigen Unwahrheit immer wieder an bie Oberfläche drängten. In unserer heutigen Zeit, bie nervöser ist, als sie zu fein Anlaß unb Grund I [hat, sind bekanntlich seit dem Ausscheiden bes Fürsten Bismarck aus ben Amtsgeschäften bie wunberlichsten I politischen unb persönlichen Meldungen über ben! Fürsten Bismarck, die Ursachen seines Rücktrittes unb | feine späteren unb früheren Beziehungen zum Kaiser aufgetaucht. Nachbem nun wieber alles in bas

I richtige Geleis gekommen unb bas Ereignis mit überraschenber Schnelle, ohne Kenntnis eines Anbereu hereingebrochen ist, kann man auch wohl sagen, baß beim Ausscheiben bes Fürsten Bismarck aus seinem hohen Amte Dinge mitspielteu, von welchen außer bem Kaiser unb ihm selbst Niemanb Kenntnis hatte ' Diese Dinge find nun wieder geregelt, aber es wird gut fein, hierauf besonders hinzuweisen, damit in Zukunft neu auftauchenden Phantasiegebilden weniger Glaube» geschenkt wird. |