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öchcntliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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BefieBgelb); Jnserationkgebühr für die eefo«lte»e Zei! ,der deren Raum 10 Pfg., Ätüteca für die Zeile 25 Pf,

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Redaktion, Druck und Verlag: Ioh. Ang. Koch, Univerfitäts-Buchdiuckerei in Marburgs Expedition: Markt 21.

selben unter der Adresse: Herrn Restauratenr Meyer in Cassel Wilhelmstraße 6, mit dem Vermerk: Zur ,Kartoffel-Ausstellung", frei einzusendcn. Besondere Kosten entstehen dem Aussteller nicht. Zugleich find die Herren Versuchsausteller ersucht, die von ihnen geerntete» Hafersorten womöglich in Halmen und Körnern auszustellen. Die Tages - Ordnung ist wie folgt aufgestellt: 1. Geschäftsbericht. 2. Vorlage der Rechnung von 1892/93 und Gesuch um Er­teilung der Entlastung dem Rechuungsleger. 3. Die Futternot, sowie die Maßregeln zu ihrer Abhülfe. Berichterstatter: der General - Sekretär Gerland. 4 Ueber die Währungsfrage. Berichterstatter: Prof. Dr. Lexis Göttingen. 5. Landwirtschaftliches aus Chicago. Berichterstatter: Profeffor Dr. Backhaus- Göttingen. 6. Wahl eines Mitgliedes des Direktoriums anstelle des statutenmäßig ausscheidenden Herrn Th. Bier- schenk. 7. Bestimmung des Orts der nächsten General-Versammlung. Den Herren Delegierten, welche schon Tags zuvor nach hier kommen, die er­gebenste Nachricht, daß ste sich im kleinen Stadt­parksaal Abends vorher treffen können.

Marburg, 12. Febr. Hinsichtlich der Kolportage der Schmutzlttteratur hat die Regierung zu Kassel folgende Verfügung erlassen:Es ist auf dienstlichem Wege zu unserer Kenutniß gekommen, daß durch umherzieheude Kolporteure, zumal auf dem Laude, innerhalb des diessestigen Bezirkes hie und da eine Schmutzlttteratur feilgeboten bezw. vertrieben wird, welche nicht nur die sittlichen Grundlagen des VolklebenS zu untergraben droht, sondern insbesondere auch auf die Schuljugend, welcher derartige Unterhaltuugs- schristen zu Hause zugänglich sind, höchst nachteilig wirkt. Zur Verhütung dieses Mißstandes wollen die Herrn Landräte, durch Vermittlung der Schulvorstände, die Lehrer auweisen, daß dieselben dem betreffende» OrtsvorstandeRachricht geben, welcher untertzinreichung eines Exemplars der betreffende» Schrift wegen straf­rechtlicher Verfolgung das Nötige veranlaffen wird."

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sie begrüßte und um die Erlaubnis bat, neben ihr Platz nehmen zu dürfen. Er sah, wie es schien, mit besonderem Jnteresie auf die kunstvolle, schnell fortschreitende Arbeit, mit welcher Lydia sich be­schäftigte, und sagte dann lächelnd:Wundern Sie sich nicht, wenn ich den Bewegungen Ihrer Finger so «nteilvoll folge, ich habe soebsn eine höchst inter- esiante Abhandlung über das Altern der menschlichen Hand gelesen, welche ein englischer Arzt, Sir James Erichton Browne, veröffentlicht hat Genaue Be­obachtungen in den Fabriken zu Sheffield und Bir> mingham ergaben für ihn folgende Resultate. Er fand, daß, wenn ein Arbeiter etwa im siebenzehnten oder achtzehnten Lebensjahre die höchste Stufe der Vollkommenheit erreicht. Diese höchste Leistungs­fähigkeit behält die Hand etwa zehn Jahre, dann beginnt ein Altern derselben. Wenn wir bedenken, daß ein Arbeiter in den Federmefferfabriken von Sheffield täglich achtundzwanzigtausend Hammer­schläge ausführt"

Wie ist das möglich? Achtundzwanzigtausend Hammerschläge!"

Unser Puls macht sechrzig bis siebenzig Schläge in der Minute und ebenso schnell folgen sich auch die Hammerschläge in der Fabrik Da ist es kein Wunder, wenn die Nervencentren, welche für ein und dieselbe Handlung so ost in Anspruch genommen werden, schließlich erlahmen. Der englische Arz^ macht noch folgende bemerkenswerte Angabe: Bis zum vierzigsten Lebensjahre kann ein geschickter Ar­beiter in der Knopffabrikation wöchentlich fünfund­vierzig Schilling verdienen, im fünfundvierzigsten sinkt sein Verdienst bereits auf achtunddreißig Schilling und beträgt im fünfundsechszigsten nur noch zwanzig Schilling. Ist es nicht hart, Fräulein, daß in dem Alter, welches eine größere Pflege für den Menschen beansprucht, der Verdienst so viel geringer wird? Unsere Altersversicherung bezeichnet einen großen Kultursortschritt, nur ist das siebenzigste Jahr, in welchem der Arbeiter in den Genuß der Rente tritt, zu fern gesteckt. Vielleicht ermöglichen unsere Fi­nanzen bald eine Aenderung. Doch über welch ernste Dinge spreche ich da zu einer jungen Dame, verzeihen Sie mir den unpaffenden Unterhaltungs­stoff, allein ich gestehe offen, daß Fragen dieser Art mich vor allen anderen interessieren."

Sie bemerkten, Herr von Lenthe, daß die mensch­liche Hand nach dem vierzigsten Jahre schnell altert, allein ich habe einen sechszigjährigen Violinvirtuosen gehört, dessen Fingerfertigkeit nichts zu wünschen übrig ließ, und Michel Angelo handhabte den Meißel als achtzigjähriger Greis mit demselben staunens­werten Geschick, wie in den Tagen seiner Jugend."

(Fortsetzung folgt.)

Die Hiuterbliebeneu, denen nach dem Gesetze eine Erhöhung der Pension zusteht, brauche», da die Zahlbarmachuug der erhöhten Sätze von der Unter* stützuugsabteilung des Kriegsministeriums veranlaßt werden wird, Anträge erst zu stellen, wenn bis zum 31. März 1894 eine Anweisung nicht erfolgt ist. Es steht aber auch ein neues Versorgungsrecht nach dem Gesetze den Ehefrauen der Vermißte», den­jenigen Witwen, denen die Unterstützung wegen mangelnder Bedürftigkeit versagt oder entzogen war, ferner denjenigen, bereu Ehemann an den Folgen einer durch den Tod verursachten Beschädigung inner­halb eines Jahres nach Friedensschluß verstorben war, sowie denjenigen Elter» und Großeltern, welche Ansprüche auf Grund des Pensionsgesetzes von 1871 begründen können. Die Hinterbliebenen dieser Kategorien haben ihre Ansprüche bei dem zuständigen Landratsamt »der der Polizeiverwaltung ihres Wohn­orts geltend zu machen. Diese Behörden geben die vorbereiteten Anträge an die Regierungen weiter, die zweifellos unbegründete Ansprücke zurückweisen, die übrigen aber der Unterstützungsabteilung desKriegS- ministeriums vorlegen. Es wird hierbei noch be­sonders darauf hingewiesen, daß alle» Wittwen im Falle ihrer Wiederverheiratung mit einem Deutschen die Unterstützung noch auf 12 Monate verlassen bleibt.

Marvnrg, 12. Febr. Die Direktion des Land­wirtschaftliche» Zeutral-Vereins für den Regierungs­bezirk Cassel erläßt folgende Bekauntmachung: De» vetehrlichkn Vorständen teilen wir ergebenst mit, daß die 42. General - Versammlung am Mittwoch den 7. März d. I., vormittags 11 Uhr in Cassel im großen Saale deS Stadtparks stattfinden wird und bemerken, daß »ach § 5 der Statuten des landwttt- schaftlicheu Zentral - Vereins die landwirtschaftlichen Zweig-Vereine in der General-Versammlung durch selbsterwählte Delegierte vertreten werden. Die letzteren find mit der Direktion allein stimmberechtigt, die für den Zentral-Verein bindenden Beschlüsse zu fassen, sowie den Ort der nächsten Wander-Versamm­lung zu bestimmen. Das Recht, Delegierte zur General-Versammlung zu entsende», steht zu: a) sämt­lichen landwirtschaftlichen (Kreis-, Orts-, Lokal-) Vereinen des Zentral-Vereinsbezirks. Die Vereine, welche bis 50 Mitglieder zählen, haben eine» Delegierten, diejenigen, welche über 50100 Mit­glieder zählen, zwei u. s. w. zu erwählen. Kein Verein darf jedoch mehr als sechs Delegierte haben, b) den Spezialvereinen, welche einzelne besondere Aufgaben der Landwirtschaft auf dem Gesamt-Gebiete des Regierungsbezirks ins Ange fasse», dem Verein zur Beförderung des Gartenbaues in Cassel, dem Fischerei-Verein in Cassel und dem Bienenzucht-Verein für den Regierungsbezirk Cassel. Diese Vereine wählen auf je 10» Mitglieder einen Delegierten, jedoch nicht mehr als drei; c) den Vereinen, welche besondere Aufgaben als lokale Vereine betreiben (der Gartenban-Verein zu Gelnhausen, Verein für Vogel­kunde und -Zucht i» Witzenhausen, Verein für Ge­flügel- und Singvögelzucht zu Hauau rc. rc) wählen ohne Rücksicht auf die Zahl ihrer Mitglieder je einen Delegierten. Au die verehrlichen Vorstände richten wir das Ersuchen, die Wahl der Delegierten für die 42. General-Versammlung baldmöglichst veranlassen und uns das Resultat derselben demnächst mitteile» zu wollen. Mit der General-Versammlung soll eine Ausstellung von solchen Kartoffelsorten ver­bunden werden, welche sich in den letzte» Jahren in unserem Regierungsbezirk besonders bewährt haben. Die Ausstellung wird eine Stunde vor Beginn der Generalversammlung, also Vormittags 10 Uhr ge­öffnet. Die auszustellenden Proben müssen mindesten? 1 kg wiegen und können nach Schluß der General- Versammlung von dem Aussteller wieder fortge­nommen werden. Mtt jeder Probe ist ein Schein einzusenden, auf welchem anzugeben ist: 1. Name und Wohnort deS Ausstellers. 2. Name der Kartoffel. 3. Tag der Aussaat und der Ernte. 4. Größe der Ernte »ebst Angabe des Prozentsatzes fauler. 5. Boden und Düngung, auf und in welchem die Kartoffeln gewachsen find. 6. 3m wievielte» Jahre der Aussteller die Sorte um gebaut hat. 7. Ob und bejahenden Falls wieviel Zentner er zur Saat abzugebeu hat. Eine Benrteiluug und Prämtterung findet nicht statt. Anmeldungen sind bis zum 28. Februar dieses Jahres bet unserem Geueral- ekretär Herrn Gerland zu Cassel einzureichen. Wer seine Probe» vorher einse«den will, hat die-

Mnzes Vermögen eingebüßt. Er war ein stolzer, chrliebiger Mann und trug den Verlust mit unge­rochenem Mut. An Friedrich Büchner sollte Niemand einen Heller verlieren; er verkaufte die herrliche Ma nahe der Stadt, seine wertvolle Gemäldegallerie und bezahlte bis auf den letzten Pfennig jede aus- stchmde Forderung. Dann zog er mit seinen beiden Töchtern Malvine und Lydia nach einer kleineren Stadt, in welcher er von den Zinsen seines jetzt

[ ^nda, in welcher sich zuweilen Damen, deren Woh- ' unter der Glut der Mittagsonne litten, mit Ar Näharbeit niederließen Hier saß eines Tages Ma und stickte an einem Battisttaschentuche, als s Wilhelm von Lenthe aus dem Lesezimmer tretend,

vollen Ruhe, gleichsam als etwas Selbstver­ständliches auf.

Lydia war eitle Waise und lebte unter der Ob­hut einer alten Dame. Ihr Vater, früher einer der reichsten Kaufherren der alten Hansestadt B.

Hessen-Nassau.

Marvurg, 12. Febr. Der Kriegsminister hat zu dem am 14. v. M. ergangene» Gesetz, betreffend die Gewährung von Unterstützungen an Invalide aus den Kriegen vor 1870, am 25. v. M. Ausführungs- bestimmungen erlassen, denen wir folgendes entnehmen: Die Zuschüsse, die de» pensionierte» infolge der Kriege vor 1870 invalide rc. gewordenen Offizieren, Sanitätsoffizieren und Beamten vom 1. April 1892 ab zustehen, werden ihnen von der Pensionsabteilung des Kriegsministeriums angewiesen werden, ohne daß es dieserhalb zunächst eines besonderen Antrages der Beteiligten bedarf. Bei der großen Zahl dieser Pensionäre wird es jedoch nicht möglich sein, sie sämtlich vor Ende März 1894 zu befriedigen. Die­jenigen Offiziere rc., denen bis Ende März eine An­weisung über die ihnen zustehenden Gebühren nicht zugegangeu ist, mögen sich au die vorgenannte. Ab­teilung des Kriegsministeriums wenden. Bezüglich' der nicht im Offiziersrang stehenden Invaliden sollen die Bezirkskommandos alsbald eine öffentliche Auf­forderung erlassen, wonach diese Invaliden sich nnter Beibringung ihrer Milttärpapiere und des Peufions- qutttungsbuchs zur Erlangung der zu gewährenden Penstonszuschüsse persönlich oder schriftlich bei dem zuständigen Bezirksfeldwebel anzumelde» haben. Die Gebührnisse sind alsdann durch die Bezirks­kommandos zu berechue», welche die Bewilligung der Zuschüsse vou Fall zu Fall auf dem Dienstwege bei den Generalkommandos zn beantragen haben. Eine Beschleunigung der Anweisung ist anzustreben; es find daher bestimmte Fristen für die Einreichung der Anträge der Bezirkskommandos nicht festzusetzeu.

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r Rut geringen Vermögens leben konnte. Malvine verheiratete sich kurze Zeit vor dem Tode des Vaters, tie zu jener Zeit erst fünfzehnjährige Lydia begab Rch unter den Schutz einer ihr verwandten Dame Rnb hielt mit ihr Haus in einfach würdiger Weise.

L In ihrem Fühlen und Denken blieb sie jedoch

Misten Jahre betrachtet hatte. Sie lustwandelte Ri wachem Traume noch in dem großen Garten der väterlichen Villa und sah in den Treibhäusern die Menen Pflanzen und köstlichen Früchte sich ent­wickeln, oder betrachtete die Oelgemälde von Meister- Hand, mit welcher ihr Vater einst seine Zimmer ge- schmückt. Alle diese Schätze befanden sich jetzt in Anderer Hand, allein das war ein böser Zufall ge- ®efeti, eben so gut hätten ja die Spekulationen des «aters einschlagen, und noch ganz andere ungeahnte Herrlichkeiten heroorzaubern können. Lydia war

Nene Wege.

Novelle von 6. Rudorfs.

(Nachdruck verboten.)

In dem kleinen Badeort H. begegnete man vor Jahresfrist häufig auf der Promenade, welche un- Melbar neben dem Seestrande hinläuft, zwei Herren, deren Aeußeres gleich für fie einnehmen mußte. Es wtten jder Major von Lenthe und dessen einziger Sohn Wilhelm. Der Major, ein Mann in der Mitte der fünfziger Jahre konnte für das Urbild bei Germanen gelten. Eine kräftige hohe Gestalt, ein Gesicht voll Frische und Lebenslust, mit großen blauen Augen und von einer Fülle blonder Haare »mahmt. Der Sohn war kleiner, hatte dunkle Ingen, welche durch einen Ausdruck des Sinnens und Forschens den interessanten Kopf noch ver­schönten. Aus dem gegenseitigen Verhalten der beiden Männer sprach die innigste Liebe, und sie wurden nicht müde, mit einander zu plaudern und ihre Ansichten aurzutauschen. Oft sah der Major fei gelegentlichen Acußerungen des Sohnes mit einem geradezu undefinirbaren Blick der Ueberraschung auf Wilhelm; sie blieben dann wohl stehen, um Auge in Auge das interessante Gespräch weiter zu führen. Der Major von Lenthe war ein reicher Mann und entstammte einer alten Adelsfamilie Er hatte vor wenigen Jahren seinen Abschied ge­nommen und lebte auf seiner Besitzung Elmenhorst. Wilhelm hatte sein Assessor Examen mit Auszeichnung bestanden und hegte den Wunsch Rechtsanwalt zu werden.

Unter den Damen, welche sich in diesem Sommer in H. eingefunden, war unstreitig die sehr hübsche Lydia Büchner, auch an Grazie und Geist die her- vorragenste. Sie mochte kaum zwanzig Jahre zählen, bewegte sich jedoch mit einer Sicherheit, als ob sie eine geborene Herrscherin sei. Es war nur natürlich, daß sowohl der Major als auch Wilhelm bei den Soireen, oder sonstigen von dem Bade- Komitee veranstalteten Vergnügungen, mit Lydia in freundliche Berührung kamen. Sie nahm die Auf­merksamkeiten der beiden Herren einer wunder-

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Loofe f hatte zuletzt durch verfehlte Spekulationen fast fein 25 Ml Garn»« N-rmN-i-n MniwhiiSt ffir mar ein finher.

Vermischtes.

Werdau i. Sachsen. Eine» grausige» Fund machten dieser Tage mehrere Werdauer Herren beim Jagen auf dem Langenbernsdorfer Revier. Durch Rauch und einen auf große Entfernung bemerkbaren widerlichen Geruch aufmerksam gemacht, stießen fie plötzlich mitten im Dickicht auf einen lichterloh brennenden Menschen in fitzender Stellung. Der herbeigerufene Arzt fand, nachdem das Feuer gelöscht war, in der Brust des Leichnams eine tiefe Schuß­wunde vor. Wahrscheinlich hat man es mit einem Selbstmörder zu thun, der sich erschossen und dessen Kleider durch den Pfropfen in Brand geraten waren.

(Eine Ueberraschung für den Kaiser.) Die kaiserliche» Prinzen habe» ihrem Vater zum Geburtstage eine besondere Festfreude bereitet. Da der Tag wegen des 25 jährigen Militärjubiläums eine erhöhte Bedeutung hatte, so dachte die Kaiserin, daß auch ihre Kinder diesmal den Vater durch etwas Außerordentliches überrasche» müßten. Der Erzieher der Prinzen, Garnison Pfarrer Keßler, wurde daher noch in den letzten Tagen zur Kaiserin berufen, die ihn bat, eine kleine Gelegenheitsdichtung für die Prinzen in Szene zu setze», wobei das militärische Jubiläum in erster Linie berücksichtigt werde« solle. Herr Keßler ist derHauspoct der kaiserlichen Familie und hat eine starke poetische Ader. Er sattelte also schleunigst den Pegasus und konnte der Kaiserin noch am selben Tage die gewünschte Dichtung über­reichen. Die Prinzen waren darin als Vertteter der einzelne» Leibregimenter gedacht, und es tontben in dem Poöm die Glanztage dieser Truppenteile sinnreich mit dem Jubiläum verknüpft. Nun wurden schleunigst die Uniformen für die Prinzen beschafft. Inzwischen lernten die Letzteren eifrig, und bei ihrer schnellen Fassungsgabe hatte» sie sich die Verse bald eingeprägt. Am Morgen des Geburtstages käme» sie im Glanz der neuen Waffeuröcke stolz anmarschiert und führten ihre Aufgabe in so reizender Weise durch, daß der Kaiser vor väterlicher Freude strahlte. Nicht minder glücklich war die Kaiserin, daß ihre Ueberraschung so ttefflich gelungen war.

Zeit-Heirat. Die merkwürdige Ein­richtung des Heiratens auf bestimmte Zeit besteht, wenn man einem Bericht des PariserTemps" Glauben schenken darf, im nordöstlichen Teile PerfimS, wo man mit de» Europäern nahe Beziehungen unter»

ä?*"*" Jllnstrirtes Sonntagsblatt

Erscheint täglich außer an Werktagen «ach K»W- «nd Feiertagen. Q»artal-Ab,Mement«-PreiS bei brr Sxpe- bitt»« 2 ML, bei allen Postämtern 2 SM. 25 Psz. (exkl. Beftettgelb); Jnserationkgebühr für die gespalleue Zeile

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ihrem Vater dankbar, daß er gehandelt hatte, wie h- \ £ es gethan. Strömte noch einmal die goldige < Att zu ihr heran, so durste sie sich in Seelenruhe 14» wer erfreuen.

Vor dem Kurhause in H. befand sich eine Ve-

KL« die reiche Erbin, als welche man sie bis zu ihrem

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, IVlflTvUTUe sowie die Annoucen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in VVIV

* Frankfurt <u M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf XaIa; JsüMg

Dienstag, 13. Februar 1894 Müsse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L.

v Daube u, Co. in Frankfurt a.M Berlin, Hannover, Parts-