'klschtz 2,50.
f.) Gien
Übend-s lasse, ei "graps Weiden । Pag U
(? ।
ereil
Itlfü.
öenftiK
■ertnn
h- Grü, ih- daseli Wafferk heres 2. grifft. 14 tner Za«
>.Hinterh« .Stanbeji Gefch get
im Lad eres 2.8t« Ncnstadtl rteneinftii ;nt Erker, er. i«La> «res 2.5
rteneiiftri
i. Parten
n
irkt
Fü- Mstk
r*v
nme rstee raten Intel
»Heft? »de t» .
ifeyr,
>O£
t od»
trstr. k
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
*****“'lotf "ta ®S»3 esM»« "m««1sL”ri 15 * Jllustrirtes Lonntagsblatt. Redaktion, Druck ^^rlag. 3^^®
JK 32
Erscheint täglich eucher en Werktagen nach eenu» inb stietteeen. — Quattal-Abonnernents-Prei» bei der Sxpe- Mtton 2 Mk., bei allen Postämtern 2 *H. 25 »f* (e* veftell«ld)i Jnferattanlgrbühr für die gespaltene Zeile Xttbettn Bonn 10 Pf^, StÄmmr für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 8. Februar 1894.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bnream von Haasensteiu u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L Daube «, Eo. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Parisi
XXII: Jahr,.
' Zweites Blatt.
Der deutsch-russische Zolltarif.
In dem deutsch-russischen Bertragstarif für die Einfuhr nach Rußland, welcher einen Teil des ab- zuschließenden Handelsvertrages bilden soll, finden sich nachstehende Zollsätze für den Pud in Rubeln Sold (die Zahlen, welche nicht eingeklammert sind, bedeuten den neu vereinbarten Zollsatz, diejenigen in der Klammer den Zollsatz des allgemeinen russischen Zolltarifs von 1891):
Kartoffelmehl, Stärke, Dextrin, Gemüse — bedeutend herabgesetzt resp. zollfrei; Hopfen 3,50 (10,00); Saffian, Aaee, Chevreau, Chagrinleder mit eingepreßten Mustern jeder Art, lackiertes, kleines — 12 (15); Bisamfelle - 6,60 (18,00); Fuchsfelle — 12 (18); Lederhandschuhe — 2,55 (3) per Pfd.; Notizbücher und Portefeuilles aus Samisch-. Glaceleder, Saffian, Pergament per Pfd. — 0.70 (2,00); Tischler-, Drechsler-, Schnitzarbeiten — ermäßigt; Gement aller Arten - 0,08 (0,10); Bernstein — ermäßigt; Töpferwaren: Geschirr jeder Art, Ziegel — 0,25 (0.30): Thonplatten, Ofenkacheln, Steingutkrüge, unbemalt — 0,20 (0,30); Geschirr, verziert, bemalt, vergoldet — 0,60 (0,75); Thonplatten, Kacheln, glasiert, mit Relief, buntfarbige — 0,50 (0,75); Thonplatten ec. vergoldet, mit Skulptur — 1,50 (3,75); Fayencewaren mit einfarbigen Mustern, aber nicht in der Masse gefärbt — 1,25 (1,40); dieselben mit Malerei — 3,30 (0,75); Majolika, Glas, Glaswaren — ermäßigt; Kohlen und Torf (über die westliche Landesgrenze eingeführt) — 0,01 (0,02); Koks desgl. - 0,015 (0,03); Mineralien, mineralische Produkte — ermäßigt; chemische und pharmazeutische Produkte, nicht besonders genannt — 1,50 (2,40); Kupferfarben und Arsenik- Kupferfarben 3,00 (4,00); Grünspan - 3,60 (4,00); Farbstoffe aus Teer — 14,00 (17,oo); Gußeisen, besonders genanntes ausgenommen, über weslliche Landesgrenze eingeführt — 0,30 (0,35); Eisen: Band- und Sortiereisen — 0,50 (0,60); Schienen — 0,50 (0,60); in Blättern jeder Art bis Nr. 25 Birminghamer Kaliber, Tafeln über 18 Zoll breit, Sortiereisen über 18 Zoll breit oder hoch, oder über 7 Zoll dick, Fa^oneisen — 0,65 (0,85); Blätter über Nr. 25 Birminghamer Kaliber — 0,80 (1,00); Blech, Eisenblech überzogen — 1,55 (1,70); Stahl: Band- und Sortier-Stahl — 0,50 (0,60); Stahlschienen — 0,50 (0,60); in Blättern bis Nr. 25 ec. (wie bet Eisen) — 0,65 (0,85); in Blättern über Nr. 25 — 0,80 (1,00), Zinnfolie — 2,00 (8,00); Blei — ermäßigt; Zink: in Blöcken, Bruchstücken, Zinkasche — 0,45 (0,50); Zinkblech — 0,80 (1,00); Goldarbeiten jeder Art, Juwelierarbeit ec. 35,20 (44,00); Fabrikate aus Kupfer, Btttanniametall — ermäßigt; Gußeisen-Fabnkate — ermäßigt ; Eisen- und Stahl-Fabrikate — 1,40 (1,70); Eisen- und Stahlkessel-Arbeiten - 1,40 (1,70); elektrische Kabel aller Art —t2,00 (4,00). Draht aller Art, verzinnt »der sonst metallisch überzogen, ivird mit einem Zuschlag von 25 pCt. verzollt. Drahtfabrikate aus Eisen oder Stahl — 3,20 (9,00 resp. 4,40), aus Küpser- und Kupferlegierungen bis Nr. 29 inkl. Birminghamer Kaliber mit faserigem Material oder Guttapercha überzogen — 7,50 (9,00). Non Draht, der mit Seide, auch mit Beimengung von anderen faserigen Materialien überzogen ist, wird ein Zuschlag von 20 pCt. erhoben. Messerwaren, Sensen u. a., Handwerkzeuge, Fabrikate aus Zinn, Zink :c. — ermäßigt. Maschinen aus Kupfer u. a. — 4,32 (4,80); Gasmesser, Gas-, Petroleum-, dynamo-elektrische Maschinen, Nähmaschinen, Lokomobilen, Tender u. a. — 1,40 (1,70); Lokomotiven — 1,80 (2,00); landwirtschaftliche Maschinen — 0,50 (0,70), Lokomobilen mit komplizierten Dreschmaschtuen, Waagen mit Zubehör, Apparate für elektrische Beleuchtung — eimäßigt; Uhrwerke zu Wand-, Kamin-, Reffe-, Tischuhren ohne Gehäuse oder getrennt vom Gehäuse, vom Stück 1 Rubel, außerdem für das Pfund 0.50 (0,76). Uhren mit vom Gehäuse ohne Hilfe eines Jnstruminls untrennbaren Werken werden nach dem Mattriale des Gehäuses verzollt und unabhängig davon wird eine Zollgebühr von 1,50 Goldrubel vom Stück für das Werk erhoben. Uhrwerke sogenannten amerikanischen Systems zahlen 60 Kopeken Gold das Stück ohne Gewichls- zufchlag. Solche Uhren unterliegen, wenn das Werk un- ttennbar mit dem G-häufe verbunden ist, dem GewichtSzoll für das GehäuSmaterial und außerdem einem Stückzoll von 60 Kopeken Gold für jedes Werk. — Uhrwerkteile jeder Art, nicht zusammengesetzt — 0,50 (0,75) für das Pfund. Flügel, nicht transportable Orgeln — 112 (132,. PianinoS — 64 (80), deSgl. musikalische Instrumente, sowie Zubehöre 0,10 (0,20) für das Pfand. Kragen, Manschetten, Vorhemden aus Papier, auch mit Baumwollgewebe überzogen, ohne Spuren von Nähten, zusammengewogen mtt den Startonl — 2,40 (24,8). Geleimtes Papier, Schreibpapier ec. — ermäßigt, ebenso Leldrucke, Sloten, Karten, Pläne: Wolle, gekämmte, nicht gefärbt — 4,50 (5,50;; »färbte — 6,00 (7,00); gesponnen, nicht gefärbt — 8,50 (9,00) gefärbte — 9,80 (10,50); gewundene, nicht gefärbt — 9,80 (10,50); gefärbte — 11,40 (12,00): Sarnuft und Plüsch, sowie Bänder daraus, mit Pohl aus Seide (oder bourre de soie), welche weder in der Kette noch im Einschlag Seide (ober bourre de soie; enthalten — auch mit einer höchstens halbzölligen Lifiere aus Seide ober Halbseide - für das Pfund 3,00 (7,50). Gewebte ober gestrickte Zeuge au» Wolle ober Ziegenhaar mit oder ohne Baumwoll-Beimischung — 1,05 (1,20 resp. 1,50). Dieselben bedruckt unterliegen einem Zuschläge von 30 pCt. Gestrickte Fabrikate: seidene - 5,00 (7,50) für das Pfund; halbseidene — 1,90 (3,00); baumwollene — 0,60 (1,00); alle anderen - 0,60 (1,00) für d«S Pfund.
Schnüre und Posamentterbänder, Franzen, Quasten re.: seidene und halbseidene — 1,90 (3,00); alle anderen — 0,60 (1,00) für daS Pfund. Bei Baumwollfabrikaten mit Seidenbeimengung tritt ein Zuschlag von 20 pCt. ein: Sonnen-, Regenschirme und Stöcke mit Schirmen per Stück: überzogen mit Halbseidenzeug — 1,50 (2,50); überzogen mit Wollenzeng — 0,60 (1,00); jeder Art, mit oder ohne Ueberzug — 0,35 (0,50): Metallkröpfe, Porzellanknöpfe — ermäßigt: Galanterie- und Toilettenfachen, nicht besonders benannte: Kinderspielwaren: 1) wertvolle, ans Seide, Aluminium, Perlmutter, Schildpatt, Elfenbein u. s. w. — 1,80 (2,00) für das Pfund; 2) ordinäre, mit Teilen, Einfassungen 2C aus nicht kostbaren Metallen und Metall- kompostttonen, Hoin, Knochen, Meerschaum, Fischbein re. — 0 40 (0,50) für das Pfund. Bleistifte aller Art, zusammengesetzt oder nicht, zusammengewogen mit den Schachteln, in denen fle eingeführt werden — 0,35 (0,40) für das Pfund Aufgrund des für den deutsch-russischen Handelsvertrag in Aussicht genommenen gegenseitigen Rechts der Meistbc- günftiguttg werden der deutschen Ausfuhr ferner auch die Tarifsätze auS dem russisch-französischen Handelsvertrag von 1893 zugute kommen, sofern dieselben günstiger sind als diejenigen deS nunmehr vereinbarten Tarifs.
Vermischtes.
— (Eine Münchener Kellnerin) stand dieser Tage vor Gericht. Die „N. N." berichten darüber: Ein feingekleidetes Frauenzimmer betritt den Gerichtssaal unter mehrere» ungeschickten Verbeugungen gegen de» Richtertisch uud nimmt auf der Anklagebank Platz. Die Dame lüftet den Schleier and zeigt, das Publikum musternd, ein volles gerötetes Gesicht. „Ah, d'Mari!" rief ein Mau» im Zuhörerraum, u»d „Maxl, mach' mer au guet'n Zeug'»!" tönt eS zurück. Der Maxl ist, tote an seinem Aeußern ersichtlich, ein Metzgerbursch, die Marie eine Kellnerin. Nun kommt zum Aufruf: Marie X., Kelluerin auS dem bayerischen Wald, wegen Körperverletzung und Beleidigung. Sie tritt mit einer wahren Andacht vor und spricht in tiefer Altstimme: „DaS bin ich, Herr Stadtrichter." Richter: „Sie sollen am 10. Dezember in der . . . Bierhalle den Vergolder I. nicht bloS roh beschimpft, sondern auch ihm noch einen gefüllten Maßkrug an den Kopf geworfen habe». Erzählen Sie nns de» Hergang." Angeklagte: „Bin so frei, Herr Rat. Nämlich bei uns geht a Mordsg'schäft und wir Kellneiinnen hab'n grab' z'wergln, daß mer firti wer'». Jetzt keuua S' unsere Leut' in der Münch'nerstadt. A jeder, der dir a boanig's Fünfer! giebt, wennst eahm am Abend a» Weiher voll Bier zuattag'n hast, der moaut, er will z'erst bedeaut sein. Der Oane schreit: „Mari, a Maß!" der Andere: „Was iS' mit meine Schweinswürstl!" Der brüllt: „Kellnerin, zahl'»!" wieder Oa»er: „Weun's ka G'schwollne mehr giebt, na kriag i a Dutzend!" Oaner schimpft über's schlechte Einschanka und blast in sein Krug eine, daß er im S'stcht ausschaugt, als sollt' er rasiert wer'», dem Andern wieder fehlt sei Btermerkerl und Unseroaner schwitzt wie a Bär. Der Herr kommt alle Minuten und raunzt: „Marie, wo hab'» S' den» eahnern Kopf! PasfenS do a wengl auf oder es giebt a Luftveränderung!" und i' steh' nachher da wie d' Moni von Dacha uud soll dene unbändige» G'sölln in aller Freundschaft Herr wer'n San's nur ftoh, daß Sie ka Kellnerin wor'n sa», Herr Staatsanwalt!" Richter: „Wie war es also am 10. Dezember?" Beschuldigte: „Ja sehgn's, Herr Rat, döS war a so! Der Vergolder dader kimmt alle Tag und trinkt dreimal drei Quattl, dazu lest er zwoa Zeitungen und dann geht's Mams'n an: über z'wmig Lohn, z'viel Arbet, über Unterdrückung von die Arbeiter, und wenn eahm Koauer augiebt, »o kimmt er über's schlechte Einschenka. Wifl'n S', ich hab' a große Geduld, aber so a Z'widrian, der macht an Heiling tappet. Jetzt'» bring' i eahm wieder drei Qnarll und scho' im Aufheben toot'8 ’n net genua. „Kellnerin, daher!" schreit er, „moan's vielleicht, a Arbester stiehlt sei Geld, daß ihr recht dick uud fett wer'n könnt. D'raufschenka, sag' i!" 3 last' eahnt no' an Schapfa draufthnan und druck mi. No net z'fried'n war der Kund' und schreit: „Meine drei Quart! will i hab'n!" un hoaßt mi an .... i ttan' mir's gar net z'sag'n, ... an att'u Stellwag'n. Jetz'n war's ans! 3 nehm' den Krvag, schütt' eahm 's ganze Bier in's G'ficht un werf' eahm 'n Kruag a glei' nacht. Un dös hätten Sie a thon, Herr Rat. Wiffen's, all's hat seine Grenzen." Richter: „Hat der Mann keine Anstalten gemacht, Sie für diese That zu züchtigen?" „Herr Staatsanwalt! aber was glaub'» S' de»»? Da- worfa hätt' i den Kripp'nretter. Da müaß'n scho
Andere kemma. Mir san vom Wald dahoambt." — Bet der natürlichen Darstellung der tapferen Wald- lerin wurde auf Vernehmung der Zeuge» verzichtet uud die Angeklagte zu fünf Mark verurteilt. Die Beschuldigte legte die fünf Mark auf den Richtertisch und sagte: „Meint Herrn, so viel war der G'spaß scho' wert!"
— (Die Abschaffung der Trinkgelder) ist auch in Paris eine brennende Frage. 3a, in Patts noch viel brennender als anderswo, da kaum in irgend einem anderen Otte der Welt, selbst nicht im bakschischlüsternen Orient, so viel Trinkgelder gegeben werden muffen, als in der ville lumiere. Grund genug, daß die toetfeften Männer in Wort und Schrift mit Wucht für Abschaffung der Trinkgelder eintreten. Aber dazu schweigt auch der Schalk nicht! Brieux zeichnet uns im „Figaro" eine Scene aus dem „trinkgeldlosen" Parts des 3ahreS 1896 mit so viel Humor, daß sich die Leser daran ergötzen werden. Ein Pariser, der im 3ahre 1894 eine Reise um die Welt angetteten hat und im Jahre 1896 wieder zurückgekommen ist, fetzt sich auf die Terrasse eines Boulevardcafes und ruft: „Kellner, ein Bock!" Niemand kommt, dann entwickelt sich folgende Scene: Gast: Heda, Sie, Kellner, ein Bock! — Kellner: Was will der Kerl da? — Ei» Nachbar: Entschuldigen Sie, Bürger, seit Abschaffung der Trinkgelder im vorigen Jahre redet man nicht mehr so. Die Kellner haben dadurch ihre volle Würde erlangt. Sie sehen ja anch, welche Schnurrbärte sie tragen. Sie müssen höflicher sein. (Er wendet sich selbst an den Kellner): Herr Restanrattonsbeamter, würden Sie, wenn Ihre Zeit es erlaubt, vielleicht die Güte haben, so liebenswürdig zu sei», diesem fremden Herrn da ein Glas Bier zu besorgen? — Kellner: Bum!!! (Stößt ein Weinglas voll Bier so heftig auf den Tisch vor den Gast nieder, daß diesem die Tropfen über den Rock fliegen). — Gast: Na, Sie könnte» ... — Kellner: Was wollen Sir »och?? (Ballt eine Faust und hält Sie dem Gast unter die Nase). — Gast: Nichts, entschuldigen Sie, ich meinte nur..... Die Gläser sind aber
sehr klein! Früher nannte man das ein Bordeaux- glas, nicht ein Bock. — Seltner: Seit Abschaffung der Trinkgelder haben die Wirte den Inhalt der Gläser vermindern muffen. Wem das nicht paßt, der braucht ja nicht zu kommen. — Gast: Ah so, entschuldigen Sie! (Trinkt das Glas aus und legt das Geld auf den Tisch). — Kellner: Heda Sie! Noch zwei Sons! Seit Abschaffung der Trinkgelder haben die Wirte sich genötigt gesehen, aufzuschlagen. Wem das nicht paßt... — Gast: Schon gut, schon gut, entschuldigen Sie. (Legt 2 Sons auf den Tisch und läßt seinen Stock dabei fallen.) — Kellner: Seien Sie doch vorsichtiger! Welches Geräusch machen Sie! — Gast: Früher hoben die Kellner einem den Stock auf, wenn man... — Kellner: Ja, früher! Seit Abschaffung der Trinkgelder ... — Gast: Verzeihung, ich dachte nicht daran, mein Herr. Würden Sie aber nicht doch vielleicht ausnahmsweise die Güte haben, mir den Stock aufzuheben, ich kann mich nicht bücken, weil ich einen steifen Nacken habe. Bitte, mein Herr l — Kellner: Sehr schön, Bürger! Ich willige ein, aber ich bin nicht verpflichtet dazu. — Gast: Danke sehr 1 (Will ihm 10 Centimes geben.) — Kellner: Was fällt Ihnen ein? Sie find wohl nicht von hier? Meine Würde... — Gast: Entschnldige» Sie güttgst. Ich wollte mich nur erkenntlich zeige». — Kellner (Setzt sich neben de» Gast an den Tisch und nimmt ihm eine Zigarre ans dem Etui): Sie wollen sich erkenntlich zeigen? Sehr schön, dann bezahlen Sie ein Bock für mich. Ich willige rin, ein Glas mit Ihnen zu trinken. — Gast: Sehr schön, die Abschaffung der Trinkgelder! Die Welt macht merkwürdige Fortschritte. Adieu, mein Herr! — Kellner: Adieu Bürger! Gruß und Brüder- lichkett! — Gast (Geht zur nächsten Droschke und fragt) x Was kostet die Fahri ohne Trinkgeld? — Kutscher: Ohne Trinkgeld? Zwei Franken! — Gast: Gut! Fahren Sie mich nach der Börse. — (Steigt ein.) — Kutscher (Fährt ab und murmelt vor sich): So, Du Hölleubrateu, Du willst kein Trinkgeld gebm? Warte, Kerlchen, Du sollst Deine Freude habe»! (Au der Ecke der Rue Vivienne läßt er sich von einem Omnibus umrennen. Die Droschke zerbricht. Der Fahrgast stürzt auf das Pflaster und windet .sich in Schmede». Der Kntscher ruft ihm
zu): So, jetzt kannst Du Deine Knochen im Taschen» tuch heimtragen! Ich — bin versichert!
— (Aufschneiderei.) Amerikaner: „Ja wiffen Sie, die Deutschen sind noch sehr zurück. Bei uns auf der Chicagoer Ausstellung hat man fahrbare Hotels." — Deutscher: „Das ist »och gar nichts. Wenn ein Mitglied des Reichstages gestorben ist, erhebt sich das ganze Haus!"
Maskenball! Ueberall
Tönt's uns froh und hell entgegen. Welch ein Lebe», welch ei» Rege». Vereint zum malerische» Bild, Sehe» wir vorbei eS zieh» Froher Scherz die Lnft erfüllt. Und des Frohsinns Knospen blüh». Narren, groß und klein, Heut heißt's lustig sein, Hent kann man im frohen Reigen, Seine Narrheit offen zeigen. Alle Generationen
Sieht man hier im frohen Schwarm, Völker aus den fernsten Zonen, Schreiten friedlich Arm in Arm. Wie die Wangen glüh», Hell die Augen sprüh», Wie es glitzernd sich im Kreise, Drehet nach des Tanzes Weise. Wenn die Pfropfen knallen, In geschmückten Hallen, Trinkspruch sich on Trinkspruch reiht, Wenn in hcit'rer Lnst,' Brust sich schmiegt an Brust, Dann fühlt man des Faschings schöne Zeit.
So war's gestern! Aber heute, Sitzet man, des Jammers Beute In der Klause, bleich und schwach. Und zählt seine Kasse nach. Leergebrannt ist die Stätte! Ach wenn ich mein Geld noch hätte. I» des Beutels tiefsten Gründen, Ist kein Heller mehr zu finden. O Karneval! Mein Geld ist all! H. D.
Lttttrnrifches.
Die vorwöchentliche Nr. 2640 ber „3IIttftri tr ten Zeitung" enthält u. a ein Porträt bes Fürsten BiSmarck nach bem neuesten Gemälde von Franz v. Lembach und ein patriottscheS Lied: Deuischlai bS Dank an Bismarck, Dichtung von Paul Hcyse. einstimmiger VolkSchor von Host, sowie fotgenbe auf den Besuch BiSmarck in Berlin bezügliche JAusttationen: 1. Ankunft be8 Fürsten auf bem Lchiter Bahnhof. Originalzeichnung von William Pape. 2. Fahrt nach bem Kaiserlichen Schlosse. Originalzeichnung von C. Becker. 3. Abschriften der Ehrenkompagnie bin4 Fmst Bismarck und den Prinzen Heinrich. Originalzeichnung von H. Lüders. 4. Begrüßung deS Fürste« durch den Kaiser im Schlöffe. Nach einer authentischen Sk-zze g-zeichnet von R. Knötel. 5. Abschied auf bem Lehrter Bahnhof. Originalzeichnung von H. Binde. Außerdem befinden sich in dieser Nummer noch eine Anzahl anderer Jllustrattonen. Preis dieser Nummer ist nur 1 Mark.
„Der Stein der Weisen". Inhalt der zuletzt abgegebenen 4; HesteS: lieber Erdbeben (6 Bilder); Millefiori- und Filigranglas (11 Biiber); Frau Hasel; Prachtfiuken (5 Bilder); Das Fahrrad für militärische Zwecke (3 Bilder); DaS Eichhorn. In der „Kleinen Mappe": Eine schwebende Nachtlampe für Stiegenhäuser (2 Bilder), Geflügelställe und Taubenschläge (mit Bild), DaS Observatorium auf bem Montblanc (mit Bild), Fo.t- schritte in der Champignonzucht, Die Hochbahn in Newport (Vollbild) .... In der Beftage: „Die Wiffeuschaft für Alle": Die Bewegung deS GleffchereiseS (mit Kärtchen); „Die Quecksilberlustpumpe" (mit Bild); Experimenteller Beweis des Wariotte'schen Gesetze» (mit Bild); Bodendruck (5 Figuren); AuS der Geschichte der Botanik (3 Bilder). Außerdem „Vom Spielttsch", „Vom Lesettsch" uud „Briefkasten". „Der Stein der Weisen" (A. Hattleben'S Verlag, Wien) erscheint zweimal monatlich im Umfange von je 32 Quaiisetten mit stets circa 40 Abbildungen und kann in jeder Buchhandlung abonniert werden.
Die Elektrizität, ihre Erzeugung, praktische Verwendung und Messung^ Für jedermann verständlich kurz dargestellt von Bernhard Wiesen- gruitb; 44 Abbildungen. Preis Mk. L—. (Verlag von H. Bechhold, Frankfurt a. M.)
— Besitzer alter Briefschaften u. f. w., sowie Förderer von Wohlfahrtseinrichtungen weifen tote auf die Annonce des Kgl. Schauspielers Steinecke tu Hannover hin. Mancher besitzt tu alten Briefschaften ein hübsches Sümmchen, da für alte Post- toettzeichen je nach Seltenheit hohe Preise bezahlt werden; Ankaufsliste wird gratis ausgegeden, damit sich jeder vom Wette seiner Objekte selbst überzeugen kann, denn nicht da» Alter bedingt den Preis,