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* Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Jllustrirtes Sonntagsblatt. 2222^^^^2221
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hol| Jtß. 10 wäJ®.I‘'3ä<ÄSgiHT »• »e «»aw w Sonnabend, 13. Januar 1894
«äd Ibn deren Raum 10 W. Rellame» für die Zelle 25 Vf«. ' __
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition diese« Blatte«, sowle die Annoocen-Bureaux von tzaasenstetn u. Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Mofle in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Pari«.
XXIX. Jahrg.
Die Aufhebung des Jdentitäts-
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ttlla.zj 3n dem Antwortschreiben auf die Eingabe des preußische» konservativen Vereins, hat der ReichS- n & Vo uler die Aufhebung des Identitätsnachweises in .«ficht gestellt. Dieselbe hängt von dem Abschluß । deutsch russischen Handelsvertrags ab; um in esem Falle kann den Wünschen der Handelsplätze r Ostsee und weiter landwirtschaftlicher Gebiete im ien mtsproche« werden. Gegenwärtig wird für etreide, das ins Ausland geht, der Zoll nur dann rgütet, wen» der Nachweis erbracht wird, daß Sselbe Getreide zuvor vom Ausland eingeführt war Volir deniitätSuachweis). Vor der Herrschaft der Ge- 42 d eidezölle ging von den Ostseeplätzen aus viel naen bii «tscheS Getreide iuS Ausland, gewisse deutsche . Di« etreidesorten find namentlich in England beliebt. ■ it de» Getreidezöllen schwand diese Ausfuhr, weil ,TO t Steigerung des Inlandspreises dmch den Zoll ■^yy A Verkauf im Jolande vorteilhafter machte. Die Wen Provinzen und namentlich die Hafenstädte m Memel bis Stettin hin haben darunter viel zn Iben gehabt, und mit ihnen auch die landwttt- »oo Miche Bevölkerung, bereu Interessen mit dem irtllfff ei kehr in den nahen Handelsplätzen eng zusammen- lagen. Deshalb war schon in der Session 1887/88 t Vorschlag gemacht worden, den Identitätsnachweis lauf« chuheben und bei der Ausfuhr von Getteide, eichviel welcher Herkunft, einen Betrag in Höhe es Getreidezolles zu erstatten. Jndeffe» seit und . i lange Differentialzölle gegen Rußland bestehen, | K 0 hbc die Beseitigung des Identitätsnachweises die Illi siikurig der Differentialzölle zum Teil aufhebeu und 7 । ei russischen Landwirtschaft tu den Grenzländern
lauf« "Ütze» als der unsrige».
11 Da Deutschland weniger Brotfrucht baut, als I bedarf, so muß auch jede Ausfuhr inländischen 1 XlL «tteides an derselben oder an irgend einer anderen trenzstelle eine im gleichen Betrage größere Getreide- nnfn »fuhr nach sich ziehen. Bedenken gegen die Auf- X ebnng des Identitätsnachweises wurden namentlich uuiu westlichen und südlichen Deutschland er- o6eH. hjxx fürchtete mau, daß man genötigt sei, au )—150! stelle der Getreidebezüge aus dem deutschen Osten cobeu fre tchr Getreide aus dem Auslande zu beziehe», und n nnvl oj$ dadurch int südliche» und westlichen Deutschland -------- ie hier gewöhnlich höher als im Osten stehenden
Jnn Deutlich von der Form der Vergütung der Zollsätze lUy tlf Aufhebung des Identitätsnachweises abhängen.
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Wsen!" meinte er.
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Die Herrn-Gtttt-el.
Roman von G e o r g H ö ck e r.
(Nachdruck verboten, j
(Fortsetzung.)
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»lernet Zöeine,
Der Bauer sprang hastig wieder auf und nestette ch hart an fie heran.
»Weißt, ich wüßt' wohl noch eine für uns/ igte er mit heiserer Stimme, während e» unheim- >ch in seinen Augen aufglühte.
r. *♦ Das junge Weib sah ihn nur zaghaft an-
i Einen Augenblick lang war er still, und jeder ‘ er beiden schien die innersten Gedanken der anderen treten zu wollen Dann deutete Kolm« Wendim Wich mit rauher Geberde nach den beiden au
IljW Tische liegenden Papieren.
»Wenn die dort nit da wären, dann wär' uns
Reinhi
werde«.
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ich muß, wie viele andere auch?"
.ii »Freilich wohl/ entgegnete die Bäuerin zaghaft;
ITT. '*^r was machen?"
* ' Der Wendingbauer zwinkerte erst mit den Lugen i»u iu den Papieren auf dem Tische und dann uac> neben ** mächtigen Kachelofen hinüber, in welche» hel< die Zlammm loderten.
irwaltBf »Da könnt' »an so ein Stück Herrgott spielen!"
Aber fie find da!"
10 Flajl «Freilich, freilich!" kopfnickte der Bauer; »aber (7 *«i könnt's machen, daß fie auf einmal nimmer zwar« • «ären, war meinst, Frau?"
------' _ »Das wär' ein Unrecht, eine himmelschreiende ~M’!* warf die junge Bäuerin entsetzt ein.
,O, Du dummer N«r!" giftelte der Bauer, "dem et fie nach wie vor mit glühenden Augen wstarrte, „ist'S etwa keine Eünd', wenn fahrend ft”™ auf unfern alten Hof zu hause» kommt — d VRtt - »eun ich im besten Fall vielleicht ein Ackerbauer wra. ti» nmi. wie viele andere auch?"
Bei der Ausarbeitung der angekündigte« Vorlage wird vo» vornhereiu darauf Bedacht genommen, die Sache so zu regeln, daß ei» Handel mit Einfuhr- dleinen und spekulative Einfuhren möglichst beschränkt und ausgeschlossen und damit die Bedenken gegen die Maßregel hinfällig werden. Daß dies zu erreichen möglich ist, zeigen verschiedene Vorschläge, die chon aus sachverständigen Jntereffentenkreisen so z. B. von der Bremer Kaufmannschaft, gemacht worden find.
Ganz unzweifelhaft wird den östlichen Provinzen, wo die landwirtschaftliche Lage am meisten gedrückt st, mit der Maßregel ein großer Vorteil geboten; >aS dortige Getreide kann wieder ungehindert den ür seine Eigenart, sei es im natürlichen Zustande, fei es in Mischungen, besten Markt anfsuchen, und für die Handelsplätze au der Ostsee werden die empfindlichen Nachteile beseitigt, die sie unter der Schutzzollpolitik durch den Rückgang der Ausfuhren landwirtschaftlicher Produkte erleiden mußten. Mit Recht hatte auch die ostpreußische Eingabe vermieden, fich gegen jedweden Handelsvertrag mit Rußland zu erklären; denn stcherlich wären die östlichen Gebiete bei Fortdauer der wirtschaftlichen Spannung mit dem Nachbar laude — indem Differentialzölle und mithin auch Identitätsnachweis bliebe — übler daran, als wen» mit einem für viele inländische Erwerbszweige vorteilhaften Handelsverttage auch die Aufhebung des JdentttätsnachweiseS zu Staude käme.
Die in dem Antwortschreiben außerdem angekündigte Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Frage, wie der gesunkene Wert des Silbers wieder zu heben sei, haben wir bereits in Nr. 8 dieses Blattes besprochen. Der Reichskanzler erklärt nicht ohne thatsächlichrn Anhalt für die Ansicht zu sein, daß ein Versuch, gemeinsame Beratungen mit fremden Regierungen herbeizuführen, znr Zeit erfolglos bleiben würde. Man kann daraus schließen, daß auch die Vereinigte« Staaten Nordamerikas zur Zeit auf die Fortsetzung der internationalen Münz- kouferknzen verzichten. In jenem Ausschuß werden die Gegner unseres Währungssystems Gelegenheit haben, genügende und ausführbare Mittel zur Wiederherstellung des SilberpreiseS anzugeben, was bisher noch nicht geschehen ist. Es wäre schon viel erreicht, wenn dadurch eine so überaus schwierige und in alle wirtschaftlichen Verhältnisse eingreifende Frage den Agitationen i« bretteren Schichten, wo sie nur höchst obeiflächlich und unter mehr oder weniger großen Irrtümer« behandelt zn werden pflegt, entzogen würde. Jedenfalls beweist auch diese Maßregel in Verbindung mit der seit längerer Zett im Reichsschatzamte und
meinte er mit einem häßlichen Lächeln. „Ein Griff — und dann find wir unbestrttten Herr au dem Wending-Hof!"
»Um Gott, Mann, was sinnst?" flüsterte die Frau und sah fich zaghaft um.
»Keiner weiß es, als wir beide," fuhr Kalmar Wending nur noch um so eindringlicher fort; »es geht um unser Glück, um unsere Zukunft! Kann ich dafür, daß ich der Jüngstgeborene bin, oder gar, daß der Gabriel wieder auferstanden ist von den Toten? —Tod und Teufel!" schrie er und stampfte mit dem Fuße auf bett Boden »Wären wir nit Esel, wenn wir den Bettelsack über den Bucke hängten, nur damit die Bettelleut' fich zum Herrn aufspielen könnten? E» geht um unser Glück, ich sag' Dir'» noch einmal."
Die junge Frau gab keine Antwort. Aber auch fie starrte mit finster zusammengqogenen Brauen vor fich nieder. Eie dachte an das nur mäßige Vermögen, welche« fie auf dem Hofe hatte einbringen können; diese» würde kaum zureichen, um ein kleine» Bauerngut zur Hälfte anzukaufen. Sie aber war e» gewöhnt, zu herrschen und von den anberen beneibet zu werben; daher graute e» ihr vor der Möglichkeit, in Zukunft gegen andere bescheiden zurücktrete» z» müffe». Dann war es ihr aber auch um ben einzigen Buben, bett fie ihr eigen nannte. Da« Herz drehte fich ihr im Leibe bei dem Gedanken um, baß eine andere de» Glücke» auf dem Wenbing-Hofe ftoh werben sollte, wahrenb fie selbst mit ben Ihrigen einer ungewissen Zukunft entgegenschaute Da wallte e» auch in ihrem Herzen siedend heiß auf.
.Thu'«!" sagte fie und Rente ihrem Mann mit kalter Entschlossenheit in bie Augen
Dieser »ersuchte »»fzulachen, aber seinen »er-
a« ben beteiligten preußischen Stelle« schwebe« Erhebungen ähnlicher Art, wie sehr die Regierung zu einer gründlichen sachlichen Prüfung vo« Wünschen und Beschwerde« bereit ist.
Politische Rundschau.
-e. In seiner gestrige» Sitzung genehmigte der Reichstag zunächst in erster und zweiter Lesung >as Handelsprovisorium mit Spanien nnb begann >ann die erste Lesung der Tabacksteuer, die der Reichsschatzsekretär Graf PosadowSkt mit einer zwei- tündigen Rede einleitete. Aus dem Hause sprachen die Abgg. Fritzen nameuS des Zentrums und Basser- mon» namens eines Teiles der Natioualliberale» gegen, Abg. v. Stumm für die Vorlage. Morgen indet die Fortsetzung der Beratung statt. — Der Minister deS Innern macht bekannt, daß die Eröffnung des auf den 16. d. M. einberufenen Landtages an diesem Tage Vormittags 11 Uhr im Weißen Saale des hiesige» Königlichen Schlaffes erfolge» wttd. Zuvor wttd Gottesdienst um 10 Uhr in der Schloßkapelle und nm 10’/2 Uhr in der St. Hedwigskirche stattfinden.
Der „Reichsanzeiger" teilt mit, daß gestern int Königliche« Schloß in Berlin eine Sitzung des K r o n r a t s stattgefunde« hat. Den Gegenstand der Beratungen bildeten die Verhältniffe deS ländlichen Grundbesitzes und die Errichtung von Landwirtschafts- kammer». Durch vorstehende Mitteilung könnte nachstehende Meldung der ,B. B.-Ztg." eine gewisse Bestätigung erhalten: Wie aus guter Quelle verlautet, wird bie zur Eröffnung deS preußischen Landtags zu verlesende Thronrede in bestimmter Form die Absicht der preußischen Regttruug zum Ausdruck bringen, der Landwirtschaft nicht nur über die jetzige Stift» hinwegzuhelfeu, sondern für dieselbe auch neue und feste Grundlagen zu gewinne». Die Ankündigung des Gesetzentwurfs über die Landwirtschaftskammer» bietet die geeignete Anknüpfung dazu.
Der Pariser »Times"-Korrespondent hat sich seinen Leser» dieser Tage einmal spanisch präsentiert. Der phantafiereiche Mann schrieb nämlich, Königin Christine von Spanien habe im vergangenen Jahre, als man ihr Wohlwollen für den Dreibund nachsuchte, folgende Worte geäußert: „Früher war ich eine österreichische Erzherzogin, jetzt bin ich die Königin-Regenttu von Spanien, die Mutter des Königs von Spanien und nichts anderes. Die Interessen, die ich zu verteidigen habe, sind die Interessen Spaniens. Die Freundschaft, die ich zn unterhalten und zu befestigen habe, ist die mit Frankreich, weil dessen Freundschaft mehr als die ttgend eines an
zerrten Lippen wollte die» kaum gelingen. Er schritt hastig nach dem Tisch und tastete unsicher mit beiden Händen nach de« Papieren, bann ballte er sie mit bei Brieftasche zu einem Knäuel zusammen, schritt mit diesem hastig zum Ofen und warf ihn im nächsten Augenblicke in die hellauf- lodernde Glut.
Hierauf atmete er schwer auf nnb trat zu seinem Weibe zurück.
»Da» wäre besorgt!" sagte er; „jetzt soll sie'» un» beweisen müssen, baß fie meine» Bruder« Weib gewesen ist!"
Fra» Käthe sah ihn erschrocken an. Jetzt, wo da» Verbrechen geschehen war, wollte schon die Rene fie überkommen-
„Um Gott, wa» hast gethan?" Rammelte fie
»Un« aus der Not geholfen," meinte Kalmar Wending und reckte fich trotzig in bie Höhe. »Wann's nit recht ist, will ich'» verantworten, — nach meine» Vater» Sinn mar’», nnb damit ist'S abgemacht. Reben wir ntt mehr bariber!"
Dann aber, al» fein Blick von ungefähr nacj bem Holzbivmi» be» gekreuzigten Heiland« fiel, das nach frommer Ort«fitte in der einen Stubeuecke aufgehängt war, verfärbte er fich sichtlich und schlug betreten bie Auge» nieber.
Der sterbende Bruder hatte ben Herrgott zum Zeugen anzernfen wider ihn, falls er ein Unrecht beginge gegen da« schutzlos zurückbleibende Wei > und dessen Kind- In diesem Augenblicke sagte fich Kolm« Wending, daß er ein Verbrechen begangen habe und abgewichen sei von dem Pfade be« strengen Recht«; aber trotzig verhärtete er fein Herz gegen jede bessere krkenntni«. 6« war mit einemmale festbeschlossene Sache bei ihm geworden, mit eiserner Stirn einem jeden Hindernis entgegenzutreten.
eren Landes zur Ruhe, zum Gedeihen uud zur Größe Spaniens beitragen kann. Ich erinnere mich ehr wohl der Rolle, die Anna von Oesterreich zum Schade» ihres Adopttv-Vaterlandes spielte, u»d « teht fest, daß ich jenem Beispiel nicht folgen werde." In und für fich könnte die Königin — bis auf die srankreich betteffeude Stelle — in der That so ge- proche» haben und würde die MUtettung Glauben verdiene», obgleich dieselbe vom Pariser „TimeS"- ^orrespondenien herstammt. Bemerkenswert erscheint >los, daß die offiziöse „Correspondencia" in Madrid die ganze Nachricht mitsamt der „ausschließlichen Freundschaft für Frankreich" der Weiterverbrettung für wert erachtet. Daran» wäre zu schließe», daß, wenn auch nicht die Königin ganz so gesprochen, »ie hier erzählt wird, die derzetttge Regierung Ihrer Majestät jedenfals so denkt.
In militärischen Fachkreisen fällt « auf, daß der Zar Alexander III. für de«, wie es scheint, wffuungslos erkrankten Warschauer Oberbefehlshaber General Gurk» bereits einen Stellvertreter, den General Pawlow ernannt hat; die Ernennung wttd wohl bald endgiltig werde«. Neber die Bedeutung liefet Ernennung wird der „Köln. Ztg." ans Petersburg geschrieben: Dem Warschauer Oberbefehlshaber ind unterstellt 10 Gouvernements mit etwa einem Flächeninhalt wie Ost- und Westpreußeu, Posen, Schlefien zusammengenommen, 4 Armeecorps, 6 Sa» valleriedivifioue», die stärksten tusfischen Festungen uud überaus zahlreiche sonstige Truppen. Plato« Pettowitsch Pawlow ist ein im Stieg uud Friede« bewährter General und somit seine Wahl gewiß klug getroffen. Wie viele der besten rusfischen Heerführer, Totleben, Radetzky, Fürst Jmeritinski, ist Pawlow aus dem Jngenieurcorps, der rusfischen Elitettuppe, hervorgegangen, kam aber bald in den Generalstab, in welchem er seine gesamte Laust ahn, bis znrn Corpsbefehlshaber durchmachte, meistens in hohen Stellungen im Saukasus. Er hat daher auch jenen ganz eigenartigen kriegerischen Typus der kaukafische» Offiziere, der fich vorteilhaft von dem der europäisch- russischen unterscheidet. Im Saukasus wird der Dienst besser gehandhabt, und man beschäftigt fich weniger mit Politik. Vom Srimhiege bis zum letzten Türkenkrieg nahm Pawlow an den meisten rusfischen Feldzügen mit Auszeichnung teil. 18 Jahre Offizier, war er bereits General. Ende der 70er Jahre wurde er znrn Befehlshaber d« VI. Armeecorp» (Warschau) ernannt und vor etwa drei Jahren znrn Gehilfe» des General» Gurko. Er ist erst 59 Jahre alt und völlig rüstig.
Die junge Bäuerin erschrak, al« fie ihn so finster brütend vor fich niederblicken sah.
»Um Gott, wa« geht in Dir vor?" flüsterte sie voll banger Scheu.
»Nicht», nicht»!" entgegnete der Bauer, «ährend er schwer aufatmete. »Dummes Zeug — es ist vorüber!"
Als aber eine halbe Stunde später im Wending« Hofe zu Nacht gegessen wurde und da» Gesinde, das manches hatte verstohlen munkeln hören, be» jungen Bauer neugierig betrachtete, »nterließ e* Solmar Wending zum erstenrnale, seitdem er die Herrschaft über den Hof angetreten hatte, da« Tischgebet vorzusprechen. Er beauftragte den Niklas damit, der kopfschüttelnd dieser hohen Auszeichnung nachkam, während der junge Großbauer selbst mit finster gerunzelter Stirn und trotzig zusammen- gebissenen Zähnen dastand.
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Noch an demselben Abende war die Kunde von dem abenteuerlichen Ereignisse allgemein irn Dorfe bekannt. Die große Schenkstube de« Dorfwirt«- hause» war voll besetzt und die Männer und Jungburschen saßen — natürlich an getrennten Tischen, denn auf dem Dorfe scheiden fich die »erheirateten streng von ben lebigen Ständen — und schwatzten aufgeregt Über ben ungeheuerlichen Vorfall. Seit Menschengedenke« war «kaum einmal vorgekommen, baß ein Trupp fahrenber Leute sich nach dem weltverlorenen ®ebirg«borfe verirrt hatte. Zum letzten- male war bi« geschehen, al« Gabriel Wending heimlich auf und baoongelaufen war. Nun kam der entartete Sohn b« stolzen Wending-Hofe« selbst al« fahrender Rann zurück, ter nicht« fein eigen nannte, als sein armseliges Gefährt, ein zerlumpt gekleidetes Weib und ein ebensolches Kind (Forts, folgt.)