Zweites Blatt
Sohue au diesem Tage der Welt bescheert.
Vermischtes.
Weihnachten.
heiligen Abend brennen.
Der Gebrauch des erleuchteten TannenbauwS ist malte, germanische Sitte. DaS heutige christliche WeihuachtSfest nämlich ist die Wye-Nacht der alten Germanen: Mitternacht, Wintttiouneuweude, all des Jahre» Mutter und Aufaug. Wye-Nacht hieß die erste der zwölf Jul-Nächte, der höchsten Krstzeitm der Germanen. Von den zahlreichen, auf ihren religiösen Sern nicht mehr zu entziffernde» Festzette» unserer fromme« Altvordern stehen zwei bi» auf unsere Tage überbrachte Hauptfeste fest, den» ihre Feier hängt mit Erscheiuuagen des gestirnte« Himmel» zusammen: die Sommer- und Wi»tersou»enweude. Mst dem Sommersonueuweudtag, mit dem der Tag abuimmt, verliert der Ltchtgott »ald« seine Herrschaft, vr stirbt dmch deu finstern
chen Wuotaus.
Deukeu wir au die Vorliebe uuserer Vorfahren für die Bäume, an ihre Sitte, solche mst allerlei Opfergabea zu zieren, so köuuen wir uu» die Lut-
Mona» unentgeltlich.
Dor Nr. 1 des neuen Quartals wird ein hstdsch «uSgestatteter „Wandkalender für das Zstchr 1894" beigefügt werden.
Die Expeb. der „Oberhess. Ztg
des Lichts wieder ei« auf Erden. Wye-Nacht ist gekommen; die Götter wandeln in solch heiliger Zeit
Fest das Sunna (Sonnen)-Rad. . .
«eurad, das in lebendigem Schwung am Himmel i Das Andenken a» diese Idee
Damen "die auf dem Sopha aueiuaudergeschmiegt saßen, 'hatten offenbar sehr wichtige Dinge zu be-
__ Die .Germania", LebeuSverstcheruug»- Aktien Gesellschaft zu Stettin, hat ihre Policebe- dtngungen für Todesfall-Versicherungen in verschiedenen wichtige» Punkten eine Abänderung unterzogen, durch die deu Versicherten dieser Gesellschaft die weitgehendste» Zugestäuduiffe für die Jnkrafterhaltung der Police bei Nichtzahlung der Prämie, bet Reisen, Berufswechsel, im Falle des Selbstmordes rc. eiuge- räumt werden. Nach de» neuen v. 1. 12. 1893 ab gültigen Bedingungen der „Germania wird jede I Versicherung, die länger als 1 Jahr in Kraft bestanden hat, bet Nichtzahlung der Prämie innerhalb der ge- währten Resptktfrist vou 30 Tagen ohue Weiteres so lauge iu Kraft erhalten, als 60 Proz. der rechnungsmäßigen Prämien,eserve oder der Rückkaufsvert «ach Abzug der etwa bewilligten Darlehue rc. auSretchen zur Deckung der unbezahlt gebliebenen Prämie« «ebst 5 Proz. Zinsen im Mindestbetrage von ein» auf je 1000 der versicherte« Summe. Diese Bestimmung der „Germania" macht die Police i« Wirklichkeit unverfallbar, soweit eine Lebensver- sichcrungS-Gesellschaft überhaupt Unverfallbarkeit der .Police gewähren Ion». — Lebensweise und Berufswechsel üben nach 5 jährigem Bestehe« der Bersicheru»g keinen Einfluß auf deren Fordauer auS. Ebenso wird nach 5 jährigen Bestehen der Police die volle I versicherte Summe bei Tod durch Selbstmord, Duell oder Richterspruch ausgezahlt. — Die Auszahlung .deS versicherten Kapitals erfolgt ohne Diskontoabzug gewöhnlich 14 Tage wenn aber im Geschästsgebiet .der „Germania" Krieg oder eine Epidemie herrscht, .3 Monate rach Beibringung der vorschriftsmäßigen Papiere. Durch diese höchst liberale Reform der , Verficherungsbediuguugeu der.Germauia" werden ihren Versicherten die denkbar größte» Vorteile geboten.
•| — (Seltsame Wette.) Zwei Bauern Im
lich mit ihr. Uud sag im, die Gabi ist tausendmal schöner als die S.; die hat ueflich bei uns ire halbe Frisur verloren uud dau kau sie ihre Zäne aus dem Munde heran» nemen und die von der Gabi find festgewachsen. Und vergiß auch nicht aus deine Ida!" - „So steht die Geschichte?" rief Gus av aus. „Das hätte ich früher wisse» sollen. Und stracks steckte er deu Christkindlbrief in die Rocktasche und raunte eiligst in den Salon. — Me Ida hatte darauf einen sehr großen Aerger. Al» sie ül deu Salo» trat, stand der Gustav, der kecke Mensch, da uud hielt die Gabi im Arme. „Aber Gustav, was thust Du?!" platzte sie heraus. - »Aber Jdchen, ist Dir den» das uicht recht, daß ich dte Gabi lieb habe?" - „3a, aber was wird dem Iba» Christkindl sagen? Das wird ganz böse sein, ~ • „Ah! Du
eingeräumt; sein mildes Kerzenlicht erhellt ebenio bie| Stube beS einsamen Junggesellen oder des kivder- armeu HauseS als die Kammer des an die Fahne gebundenen KrtegSmmus. Auch dem heimatlosen Wanderer glänzt er im Asyl gleich einem rettenden Sterne am nächtlichen Himmel. Der Schmuck des TauneubaumS ist fteilich ein anderer geworden seit altgermanischer Zett. An Stelle der bewundernswerten Erzeuguisse der modernen Industrie mit ihren Glaskugeln und naturgetreu uachgeahutten Früchte», an Stelle der vergoldeten md versilberten Nüsse und > „Also gut. aller erdenklichen Kunsterzeugnisse des Zuckerbäckers zierte die alte Germanin den Baum mit rotbackige» Aepfeln, mit Nüffen und Waldflüchten, außerdem mü Honig (Leck = Leb) - Kuchen, endlich mit süße» I Spiingerlein aus Honigteig, gemodelt als die Pferd
mj {eben so ist das nur ein Beweis dafür, daß ihm | nichts au mir liegt. Das kann ich übrigens schon darm erkemeu, daß er immerfort hinter der S. her ist. hinter der koketten Persou. Nein, daS erlebt er uicht." Sie hatte sich so iu Eifer geredet, daß sie aar nicht bemerkte, wie ihr Schwesterchen, dte kleine Ida, die im Erker auf dem weißen Bären-
f* K ter und malte aus ei» Blatt, daS tümlichen Handel, wegen deffen sie jetzt i» eine» im Kiuderzimme herausaerisse« war, Prozeß verwickelt find. Der eine hielt sich sür so
offenbar unb Tintenver- reich und unterschätzte deu andern iu seine» Ser-
mü glühendem J ®,JL a-rabe SBette: I möaensverhältnisieu derart, daß er eine Wette ein- sch«-udu°g -2- auf seinem Grundstücke so viel Bäume,
ÄS wenn - ja wenn als jener Pfennige im Vermögen habe. Diese Wette sein Kowpagnon welden konn, 1 , wurde schriftlich in Segeuwart von fünf Zeuge» fest-
er nicht der chwarze Bösewicht wäre vvu dem eoen w» H das Ergebnis? Der erste lim Salo» »»“-AW’aE!,!; da „ W« al. 4 M»l°.°> Kind? — ^eibe iw» t ® Ljanme auf seinem Gute haben müffen, nachdem machte sie gerade uvter die fß. JL ^nstatiert war, daß der andere eht Vermögen vv»
«“» SÄ»A.’ÄÄ 4 Ä” Pl-°>1°-- °d-- 40000 M. 6*. .mir die Adresse. MttVerguuge», g v . Verlierende nun trotz der Abmachung die Idenn?" — „Schreib "ur:Wohlgft>o h s -^rpflichtete Abgabe seines Baumguts verweigerte, I«. S Ä dmch .1« W- «-«-
1 »b. M* do- Ob,-,» «6.6». d»
? Agr* XX» 2? K » ÄS' ÄXrsSÄW* S'" - 6r lacht? Md ging. Draußen aber Nacht gestorben!" Und was antwortet »ach tteftm *! „ das Briefchen auseinander - der vor- Sinnen der Chef? „Sv-o-o da hänge» Sie ! witzige Mensch - uud laS: „Liebes Ketstkinil! sei mal gleich dasl Schild ins Fenster: Ausverkauf iIso gut und schenk doch der Gabi zu Weihnachten! wegen Todesfall!
den Gustav. Sie hat tu so Hb und er t» so grau-j
Berlin, 21. Dezbr. Dem „Bert. Tagebl. ging ein Brief de» Professors Renleanx au die Redaktton von „Stahl uud Eisen" i» Düsselgorf zu, worin er die Angriffe des Blattes auf Reuleaux Urteile über die Chicagoer Ausstellung zmuckweist
“XU“ “X T-°. O« dM. M*. X eta M
ist bisher Über die Urheber der Dynamit-Explosion am Ende gar gelesen? - ^^R° cht ^Du bist
Lnfl ka» Auffinden Anderes wünschen" - -s klang ganz we nerlick> -
angeLndigt wstd daß nud noch einma einen °
bie Kirche während brr Mitteruachtsmeffe am Weih- schreibe». - Und ste itef ichmoueno
| Blattern Epidemie läßt sich ganz Paris impfen. 3» jedem Hause wird geimpft, in allen Spitäler» uu- evtgeltlich. Neu ist, daß in den Neuster« geimpft wird. So soll heute diese 3mpfuug im Ministerium
I deS Innern an allen Beamten Borget ontme» werde»,
Wohl kaum i» andere» als in den germanischen! Lande« hat sich der Weihnachtsabend zu einer so geheiligten Familienfeier erhoben; u»d währmd in Deutschland der grüne Tannmbaum im Schmucke der Lichter und glänzenden Zierrate den strahlende» Mittelpunkt de» Feste» bildet, ist davon bei de» romanische» Völkern Italiens, Frankreichs, Spaniens i»icht das ftlSSATS V&i"S überallhi» ist die Sttle der Heimat mltgeiogen.1 * Wn '"»hta .««»»liebt erb
Hab wo keine Tanne das stevudliche Grü» bietet, ist e» die Palme oder irgend welche» Sttauchwerk, auf beste» Zweige» uud Blätter» die Lichter am
(MnljilW MUH
Wetli* —
ftnrf m* Berl*|: g^Än^ota ***** R-daktton unb Expedition: Markts.
Anzeigen nimmt entgegen die EMditwn dieses Blatter, ___
sowie die Annoncen-Bureaux von Haasmstein u. B-M m XXVIII Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf AAVU1‘ Mofle in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G.L.
Daube u, Co. in Frankfutt a.M., Berlin, Hannover, Paris. , ---
^Et^-Abou»eme»t»-Preir bei der EM- Marburg,
302. Sonntag, 24. Dezember 1893.
Ordnen^Raum io Pfg., Reklame» für btt Zeile28 Pfg.__ —
Sübut lein» blind!» Brud-I, ben ®oll d« beS W-ch»-chl«b-um-r «Nir-U. Wl-mm
»U »<Lm v°» ta» .. dl- Staall »« dl- d» So» M ««-HN-, l-d°m »m
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Süteli«»« 1894 „DKeNfftte««ta-d« d. «?-’■ ” - ' —-
Zett««-" nebst ihren Gratis - Beilagen I Wintersonnenwende naht, uud mü ihr gewinnt illustriertes Sonntagsblatt", .Baldur, Wuotaus und Friggas Sohn, der reine,
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Der Baldur - Mytus hatte bei bt» Germane» neben ber natürliche» Bedeutung einen tiefen moralischen Sinn. Baldur und Hödur sind dii- göttlichen Gestalten, mit welchen das sittliche Licht und die sittliche Finsternis versinnbildlicht werden. Baldur, der Gute, muß dem Siege Hödurs, des Bösen, I weichen, und das Böse siegt am Ende ganz in dieser Welt des Kampfes, iu der Welt Wuoians, DuonarS, ZioS d. h. der Helden der Gewalt. Darum muß auch'nach der Vorstellung der alten Germane» diese ganze Welt samt jenen Heldengöttern untergehen - bie Götterdämmerung erscheint, ihr folgt das Baldnr- reich, ein Reich des Lichts, der Tugend, in welchem I etoig der wiedererstandene Baldur herrscht.
Für die christlichen Bekehrer der alten Deutschen boten die heidnischen Feste derselben bedeutungsvolle
! Merksteine, und in richtiger Erkenntnis des ihnen
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Neu eintretenbe hiesige Bezieher erhalten! Norddeutschland hat sich das Wort „3nl" - das ^r^räulttnMelanie^^^^Es"Sträube?- d" »la» bii ,um Schluff, bei ‘S!”3t«»Uta M, to
SWWw °°° ■—« -.«? ÄSÄ ÄÄfi unter dem Weihnachtsbaum finden kann.
Wie aber das Wort „3ul" in diesen verschiedenen Verbindungen mit neudeutschen Ausdrucken und vor allem „Wye-Nacht" als Weihnacht in der Sprache fottlebt, so find auch die schönsten der ur- alten, mst dem Jubelfeste zusammeuhäugenden Gebräuche auf unsere Tage gekommen: der Weihnachtsbaum und die Weihnachtsbescheernng. Wie kö»me man sich den Helligen Abend, nn» im christttchen Sinne, denken, ohne den erleuchteten und glanzend gezietten Tannenbaum l Niemand fühlt sich so arm, Ium be» Schmuck des Lichterbaumes entbehre» zu