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Zweites Blatt

Ansari- 3 Uhr. Abends:Pechschulze-.

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Vermischtes

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Süddeutscher Herren-Kleider-Bazar.

wird deren Schmerz ob solcher Enthüllung zu würdigen wissen. Sie hat derartig niederschmetternd auf alle Fleischverächter gewirkt, daß sofort der Antrag gestellr worden ist, jedem Mitgliede des Vegetarier. buudeS den Handel mitLeichenfetzen, Leichen und lebendem Getier" zu verbieten. Wem bei solcher Be- nennung einerWild- und Geflügelhandlung" der Appetit nicht vergeht, der muß starke Magennerven haben! Aber ein Unglück kommt selten allein, und zu dem pflanzeuköstlichen Wild- und Geflügelmann hat sich alsbald ein ebensolcher Briefmarkenhäudler gesellt, der gewissenlos genug sein soll, seine Marken man höre und schaudere! mit Fischleim zu be­festigen. Eine andere Leuchte der vegetarischen Ge­meinde Berlins beschäftigt fich in den Mußestunde» mit der Beförderung der ohnehin dort wachsenden Bewegung zu Gunsten des Maflenkousums von Pferdefleisch, und er steht in dem dringenden Ver­dacht, heimlich selbst ein , Roß "beef-Esser zu sein. Um aber das Unglück voll zu machen, ließ fich dieser Tage ein eifriger Vorkämpfer der naturgemäßen Er­nährung in einem Berliner Restaurant in dem schreck­lichen Augenblick, als er gerade ein blutiges Beefsteak seinem inneren Menschen einverleiben wollte, von empörten Genosieu abfasse». Wie die letzteren in die entweihten Fleischeffer-Hallen geraten sind, ist noch unaufgeklärt. Jedenfalls ersteht mau aus dieser Un- und Umfall-Liste, daß es gleich jenen Wasser­predigern, die heimlich Wein trinken, auch Pflanzenkost­apostel giebt, die heimlich ihre Bäuchlein mitTier- leicheufctzeu" mästen und öffentlich rühmen, daß alles leibliche Heil allein von Gemüsen und Früchten komme.

(Sonderlinge.) Es ist durchaus nichts Ungewöhnliches, daß Fronen im gewöhnlichen Leben fich der männlichen Kleidung bedienen; weit seltener findet man es, daß der ernste Mann fich der weib­lichen Kleidung bedient und gerade das Außer­gewöhnliche solchen Betragens macht folgendeauthen­tische" Fälle bemerkenswert. Mr. JameS RobbinS, Kommandeur der Militärstation in Coopers Mills, Missouri, trägt in seiner eigenen Behausung nur weibliche Bekleidung und setzt seine» ganzen Stolz darein, daß seine Kleider biS in das geringste Detail genau der letzten Mode entsprechend sind. Rock und Taille müssen auf das Perfekteste fitzen und dex würdige Kommandeur trägt sogar einen Damenhut! Keine der Frauen in ganz Coopers Mills, sogar die der anderen Offiziere, habe eine solche Auswahl in Kleider», wie er fie besitzt; alle fehle Kleider sind vom feinsten Material. Er kauft nur daS Beste. Seiue weiße Wäsche ist vom feinsten Leine», mit Pliffees, Einsätzen und feinen Spitzen besetzt. Der zweite Fall ist ein französischer Bauer, der in der Umgegend von Paris wohnt. Er trägt seinen Weiber­rock ausGeschäftsgründen!" Mehrere Frauen, wie Rosa Bonheur und Madame Dieulafoy, haben von der Polizei die Erlaubnis erhalten, männliche Kleidung ausGeschäftsgründen" zu fragen, und dieser Bauer thut umgekehrt dasselbe, da er eine Be­schäftigung hat, die im allgemeinen von Frauen auS- gesührt wird, nämlich eine Art Markt - Gärtnerei, ; bei welcher sein Weiberrock scheinbar ein notwendiger

Teil seiner Ausrüstung für ihn ist. Kapitän John

ME* Wir machen unsere Leser ganz besonders auf die heutige .Stadt-Beilage der Nähmaschinenfabrik Seidel & Naumann aufmerksam. Genannte Fabrik ist augenblicklich die größte dieser Branche in Deutschland nnd bekanntlich die erste, welche deutschem Fabrikat gegen die amerikanische und englische Konkurrenz den Weltmarkt eroberter WaS solide Arbeü und Material und dadurch bedingte absoluteste Dauerhaftigkeit betrifft, steht fie noch hrMe unerreicht da und ist deshalb ganz besonders für den Familieugebrauch geeignet. Den Verkauf der Maschinen für Marbn g und Umgegend hat die Firma Fr, Engel hier, Bahnhofsfrr 25, übernommen.

eines jnngen bösartigen Stieres bis zum Nachbar zu reiten. Trotz aller Warnungen wurde das «vernünftige Vorhaben ausgeführt, und zwar während »er Tränkung der Viehheerde am Gutsteiche. Kaum satte fich der verwegene Retter auf den Rücken des stieres geschwungen und sich im Genick desselben estgekrampst, als das Thier unter wütheudem Brüllen nicht den Weg znm Nachbar, sondern im sausenden Galopp direkt nach der offenen Gutsscheune nahm, gefolgt von der ganzen Viehheerde. Hier gerieth das wüthende Thier zwischen Wagen, Pflüge und Eggen nnd an den spitzen, eisernen Zinken der letzteren erhielt nicht nur der Stier erhebliche Verletzungen, sondern auch der Reiter; letzterem gelang es abzuspiugen, er kam aber hierbei zu Fall, und nun wurden ihm vom Stter durch einen einzigen Hornstoß zwei Rippen gebrochen und nicht unbedeutende Verletzungen am Kopfe beigebracht. Sämmtliche Personen des Gutshofes hatten zu thuu, um den jungen Mann aus- seiner lebensgefährlichen Lage zu befreien; dann brachte man ihn nach der elterlichen Wohnung und sofort hierher in ärtzliche Behandlung. Die Verletzungen sollen so schwer sein, daß eS staglich ist, ob der junge Mann mit dem Leben davonkommt.

Pest, 20. Dezbr. Eine heute stüh gemeldete Falschmünzeraffäre stellt sich als ein großartiger, nach amerikanischem Muster arrangierter Schwindel heraus. Man wollte leichtgläubigen Personen unter der Vor­spiegelung der Herstellung falscher Banknoten, welche de» echten täuschend ähnlich sähen, Geld herauslocken. Der verhaftete Maler heißt Leopold Goldschmidt.

Prag, 20. Dezbr. Das gegen den Advokaten Dr. Wolf in Rakonitz verübte Dynamit-Attentat wird der sozialistische» Partei zugeschrieben. Auf die Ergreifung des Uebelthäters ist eine Prämie von 500 Gulden ausgesetzt. Umfassende Sicherheitsmaßregeln wurden getroffen. Die Stadtwache wurde verstärkt. Mehrere Haussuchungen blieben erfolglos.

Paris, 20. Dezember. In Virien - le - Grand wurden mehrere Säcke mit Depeschen und einge­schriebenen Briefen gestohlen. 4 Säcke wurden auS- geleert an der Schweizer Grenze gefunden. Von den Dieben fehlt jede Spur.

N e w y o r k, 20. Dezbr. In Nord-Labrador find infolge der dort herrschenden Not 200 Indianer

Theater-Anzeigen, «öffel.

Königliche Schausviel er Bom 24. bi» 31; Dezember.

Tricot - Knabenanzüge von Mk. 1.80 an

Buckskin-Knabenanzüge ä.75 an

Sonntag den 24.: Geschloffen. Montag Lohengrin". Anfang */i7 Uhr. Dienstag Neu einstudiut:Julius Cäsar". Mittwoch Der Verschwender". DornerStag den 27.: .. fromm". Zum ersten Male:SpiclmannSglück". Frettag den 29.:Der Widerspenstigen Zähmung". Sonnabend den 30.:Martha". Sonntag den 31.: Mit aufgehobenem Abonnement. Extra-Vorstellung für Kinder.Aschenbiödel".

Vierteljahr 1894 derOberhesfischen AeitMlA" nebst ihren Gratis - Beilagen Illustriertes Sonntagsblatt", Kreisblatt" für die Kreise Marburg und Kirchhain undZiehungsliste der

Preußischen Klassenlotterie".

Bestellungen bitten wir auswärts sofort erneuern zu wollen, damit sämtliche Nummern rechtzeitig geliefert werden tonnen. Der AbonnementtpreiS beträgt bei allen Postan­stalten Deutschlands 2 Mk. 65 Pfg., in Marburg bei der Expedition 2 Mk.

Gediegene Leitartikel und politische Korre­spondenzen werden die Leser derOber- hesfifchen Zeitung" über alle Fragen und Vorgänge von allgemeiner Bedeutung auf dem Laufenden erhalten. Den Vorgängen in unserer Stadt wie in der Provinz und den angrenzenden LandeSteilen widmet die Oberhessische Zeitung" eine besondere Auf­merksamkeit. Der feuilletonistische Teil der Oberhesi. Ztg." bringt intereffante Erzäh- klngen von guten Autoren und dasIllu­strierte Sonntagsblatt" wird wie bisher dm Lesern eine angmehme Unterhaltung bieten.

Inserate findm in keinem anderen täglich erscheinmden Blatte Oberhessens eine so große Verbreitung wie durch dieOberhess. Ztg".

Neubestellungm auf dieOberhessische Zettung" für das erste Vierteljahr 1894 «erden von allen Postanstalten, den Land­briesträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Filial - Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegen« genommen.

Nm eintretende hiesige Bezieher erhalten bei Blatt bis zum Schluffe des laufmden Monats unentgeltlich.

Der Nr. 1 des neuen Quartals wird ein hübsch ausgestatteterWandkalender sür das Jehr 1894" beigefügt werden.

Die Exped. derOberhess. Ztg.

Pflanzen

in großer Auswahl

Brooks von Miuueloukasee i» Minnesota trägt zwar keine Srauenfleibung, sieht aber mit seiner Haarfrisur nicht weniger merkwürdig au8. Er hat prachtvolle», langes, dunkelbraunes Haar, welches er in ehe» zierlichen griechischen Knoten verschlungen, mtt Haar­nadeln aufgesteckt, trägt. Diese Marotte wird folgen­dem Umstande zngeschrieben: Vor 25 Jahren hatte er mit seinem Zwillingsbruder einen heftigen Streit, und zur Buße verpflichteten fich beide, ihr Haar nie mehr zu schneiden und ferner ein Hundehalsband zu tragen! Der Bruder ist längst gestorben und der Kapitän hat das Halsband daher durchfeilen laflen und entfernt, sein lange» Haar hat er aber au» eigener Wahl behalten.

Die Spielbank in Monte Carlo wird, wie Genueser Blätter melden, seit dem jüngsten Bombenatteutat in Paris scharf bewacht, da es heißt, die Anarchisten wollten fie schonin den nächsten Tagen in die Luft sprengen. Polizeiagenten bewachen nun die Zugänge zur Bank, wer dort einfreten will muß fich vorher ausweisen. Ob die berühmte Art de» bisherigen Ausweise» in Monte Carlo, das einfache Vorzeige» der Visitenkarte, in diesem Falle auch al» hinreichend zum Eintritt in denCercle" erachtet wird, ist nicht gesagt.

(Der Rest bleibt.)Schnell, Barbier!" sagte ein Herr, der in eine Rasterstube trat,rasteren Sie mich, ich sehe schon aus wie ein Stachelschwein!" Sofort, mein Herr," sagte der höfliche Rasierer, die Stacheln werden wir bald weg haben!"

(Auch ein Vorteil.)Man hat doch", klagte kürzlich ein Theater-Direktor einem Kollegen, den ganzen Tag keine Ruhe, bald kommt Der, bald Jener."Ja," antwortete der Kollege, wenn ich a Bissel Ruh' haben will, setz' ich mich an die Kasse, da hab' ich gleich welche."

(Zarte Anfrage.) Dame:Sagen Sie mal, würden Sie je deS Geldes wegen heiraten, Herr Baron?" Herr:Wie viel haben Sie denn?"

ei» vorzüglich«- Hrrreugescherrl. Handliche, übersichtliche Aufbewahrung sämmtlicher wichtigen Schriftstücke, wie Versicherungs-, Personal-, Werth-Papüre rc. (7173

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öchmtlichc Beilagen: Kreiöblatt für die Kreise Marburg und Kirchhai«.

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gg- Ausführlicher Prospekt gern z« Dienste«.'Ä

Das Kreisblatt für den Kreis /rankenden ist das für alle Verwaltung»- und Justizbehörden des Kreises amtlich bestimmte Publikationsorgan, in allen Städten und Ortschaften deS Kreises viel und gern gelesen und eignet sich vortrefflich auch nach Auswärts als Jnserttonsorgan für alle Geschäftsleute. Abounements- preiS vierteljährlich 1 Mark. Die kletngespaltene Juseratenzeile kostet 10 Pfg., bei Wiederholung Rabatt, größere Anzeigen und im Abonnement nach Uebereintunft, (7804

'ttSSSnaS Frankfurt a. M, Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf ÄÄV111. <;ayrg.

Sonnabend, 23. Dezember 1893.

oder deren Raum 10 Pfg., Reklame» für die Zeile 25 Pfg. ____________________________ "

buchstäblich verhungert.

(Traner bei den Vegetariern.) Mau schreibt au» Berlin: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt daS ist nicht allein das LoS der Liebenden auf dieser unvollkommenen Erde, sondern das Schicksal so zttmlich aller Strebenden. Wie groß war der Jubel im Lager unserer Vegetarier, als angeblich strenge Anhänger der Pflanzenkost Sieger im großen Distanzmarsch Berlin-Wien und bei ähnlichen Proben von Kraft nnd Ausdauer geblieben waren! Aber auf diesen Freudenrausch ist nunmehr ein schlimmer Katzenjammer gefolgt. Es hat sich nämlich heraus­gestellt, daß einer dieser Sieger, auf welche alle ____ Pflanzenkostgänger so ungemein stolz find, ein Berliner KöniaSbergi. Pr. 19. Dezbr. Eine harte Kaufmann, nicht allein mtt Wild nnd Geflügel einen Strafe hat den 16jährigen Sohn eines Gutsbesitzers schwungvollen Handel treibt, sondern sogar letzteres tm greife Fischhauseu getroffen, der in jugendlichem häufig eigenhändig abschlachtet. Wer den Abscheu Uebermuth fich anheischig gemacht hatte, auf dem Rücken | waschechter Gemüse-Esser vor dieser Prozedur kennt,