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oder irren wir nicht, sogar der kleinen Königin von Holland eine Puppe verehrt habe, welche mit Hilfe eines in dem Kunstwerk verborgenen Phono. graphen zu sprechen befähigt war. Um nun dieses Geschenk auch anderen als Köntgskindern erreichbar zu machen, hat jetzt, wie das Patent- und technische Bureau von Richard Lüders in Görlitz meldet, et« Pariser Sptelwareufabrikant, M. Jumeau, die fabrik­mäßige Herstellung solcher Puppen eingerichtet, welche kleine, eigens zn dem Zweck konstruierte Phonographen n der Brust tragen, deren Walzen die üblichsten Redensarten der Puppenkonversatiou enthalten und diese beim Aufziehen des Mechanismus ertönen lassen. Die Fabrik läßt diesen Phonographen die Sprach- eindrücke durch einige junge Damen einpräge», deren Stimmen so modulationsfähig find, um den naiven, zarten, lispelnden Kinderton möglichst getreu wieder- zugeben. Wenn auch solche Puppen nicht ganz billig kommen werden, wird doch die Fabrik viele Abnehmer für die hübsche Neuheit haben; hoffentlich läßt sich Deurschlands Puppenindustrie nicht den Rang ab­laufen und bietet uns bald die Neuheit ebenso gut wie die Pariser Firma.

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Vermischtes.

(Sprechende Puppen.) Eine recht schöne Puppe ist wohl der sehnlichste Weihnachtswunsch eines jeden kleine» MädchenS; bewegliche Augen, ftifier- bares Haar, eine wohltönende Stimme sind die An sorderunge«, welche an solche Kunstwerke gestellt werden, und Sonneberg iu Thüriuge» leistet das möglichste, um solchen Wünschen gerecht zu werde». Vor etlicher Zeit nun meldeten die Zeitungen, daß Edison einer europäische« jugendlichen Prinzessin

sobald der Pfarrer den Segen darüber gesprochen, bei den Worten:Trinkt aus diesem Kelche wahre christliche Bruderliebe!" einige Schlucke davon, und verteilt de» Rest dieses Weines, den man Johannes- segen nennt, daheim unter alle Hausgenossen, um auch sie vor Vergiftung und anderer Gefahr zu schützen. Wie nämlich der heilige Evangelist de» ihm von den Heiden dargereichte» Giftbecher, nachdem er das Kreuz darüber geschlagen, ohne allen Schaden leerte, so soll auch der JohanneSsegeu oder der JohanneStrunk vor allem Uebel bewahren. In Böhmen hebt man daher diesen geweihten Wein auf, um ihn zum Abschtedstrunk vor Reise» und zum Versöhnungstrunk zu nehme»; in Tirol, um ihn bei Trauungen de« Brautleute« zu reichen, und iu Wein­fässer zu gießen, damit auch in ihnen der Wein ge­segnet sei, indem die Trinker des St. Johannes- segens nach dem Glauben der Bewohner des Lech- thales selbst vor dem Blitze sicher find.

Der Tag nach dem Feste Johannis des Evan­gelisten, der 28. Dezember, ist dem Gedächtnis der auf Herodes Befehl getötete« Kinder geweiht, u«d eins der ältesten Feste der Kirche. Als Erinnerung an den bethlehemitische« Kiudermord war eS in Eng­land früher üblich, die Kinder mit der Ruthe oder Peitsche am Morgen ans dem Bette zu jagen, während in Deutschland und de» Niederlanden aus demselben Grunde der Tag der unschuldigen Kiudlein gerade umge­kehrt ei« Fest der Jugend ist. In Antwerpen und Brabant sind die Kinder Herr im Hause, ziehe» die Kleider ihrer Eltern an und geben den Dienstboten alle nötigen Befehle, indem namentlich das jüngste Mädchen das Recht hat auzuordnen, was den Tag über ge­kocht werden soll, und in vielen Orten Deutschlands herrscht »och immer die Sitte, daß an diesem Tage, der deshalb in Schwaben Pfeffertag heißt, die Kinder mit Ruten oder grünen Reisern auf den Straße» umherziehen, die Vorübergehenden schlagen, auch noch in die Häuser kommen und sich eine Gabe erbitten, die gewöhnlich in Aepfelu, Nüssen, Pfefferkuchen und dergleichen besteht. Bei Lichtenfels in Bayern pflegen die Jungen die Mädchen mit Rosmarinstengeln au die Beine zu schlagen, indem sie sprechen: Da komme ich her getreten mit meiner ftische» Gerten, mst meinem ftischen Mut. Schmeckt der Pfefferrag gut? wofür die Mädchen am Neujahrstag die Knaben mit gleichem Spruche, aber mit der Frage pfeffern: Schmeckt das neue Jahr gut? Im Baireutschen heißt derselbe Brauch fizelu, d. h. öfters mit der Rute schlage», und im Egerland dürfe» an diesem Tage nicht nur die Kinder ihre Eltern, sonder» auch alle männlichen Personen die weiblichen schlage». Die Birkenruten, welche man dazu nimmt, werde« schon am St. Barbaratage geschnitten, in das Glas Wasser gelegt und mit einem roten Seidenbande zu- sammengebunden. Aus Dankbarkeit für das Gepeitscht­werden muß man sich erlöse«, sei es durch Geld, se es durch eine Flasche Likör oder Punsch, hat aber, wenigstens wer dem weibliche» Geschlechte angehört, das Recht, am Neujahrstag Vergeltung auSzuüben.

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ift es nicht gut, während der Zwölfen zu arbeiten; ! u Mecklenburg ist es selbst verboten, gewisse Tiere 1 bei ihrem rechten Namen zu nennen und wer'nicht i Langschwanz" statt Fuchs undBönköper" statt ! Maus usw. sagt, zahlt eine Geldstrafe, deren Betrag ' vertrunken wird. Zahlreiche Sagen berichten die üblen Folgen, welche sich die Uebertteter der maanig- achen, während der Zwölfen geltenden Vorschriften ^gezogen haben, und besonders der wilde Jäger, )er an der Spitze seines wütenden Heeres unter ebenso vielen Namen durch die Lüfte braust, wie >ie Frau Holle, straft gleich dieser jeden Fürwitz der Menschen auf das Unnachsichtigste. Wenn daher in den gefürchteten 12 Nächten Frau Holle oder Portha, die Bewahrertn der Toten, mit denen sie am Tage in einem Berge wohnt die Thüringer Sagen nennen den Hörselberg bei Eisenach des Abends mit ihrem wilden Heer den Berg verläßt, um ihren Umzug anzutreten, so schreitet ein alter Mann mit langem Bart nud weißem Stab voran, de» man den getreuen Eckhart nennt, weil er jeder­mann und vor allem die Kinder, welche er trifft, dringend warnt, dem schrecklichen Zuge aus dem Wege zu gehen.

Nicht minder verbreitet als der weitere Glauben, daß sich in der Chttstnacht das Wasser in Wei« ver­wandle, ist der fromme Wahn, daß um Mitternacht alles Vieh im Stalle auf die Kntee falle und rede. Ebenso soll in der Christnacht die Rose von Jettcho blühen, die Chrtstwurz, eine Art Nieswurz, ihre erste Blume tragen, welche Gesundheit und langes Leben verleiht, der Hopfen, selbst im tiefsten Schnee, wohl fingerlang emporsptteßen und alles im Keller bewahrte Gemüse knospen. Auch vermeint man, während der Chttstmelte nicht nur die Hexen erkennen, sondern auch diejenigen erblicken zu können, welche im nächsten Jahre sterben werden, und wäscht man sich, während es zur Chiistmette läutet, unter drei Brücken das Gesicht, so steht man, wie man im Oberinnthal glaubt, alles, was das kommende Jahr bringen wird. Da­mit das Vieh gedeihe, stellt man bei Göttingen das Futter in der Weihnacht hinaus ins Freie und will bei Camarn ein Knecht selbst bei mäßigem Futter immer gesunde und fette Pferde habe«, so nimmt er ein Bündchen Heu, geht damit um Mitternacht der Christnacht dreimal in die Mrche und gibt das Heu nachher den Pferden zu stessen.

Dasselbe glaubt man im Müasterlande dadurch erreichen zu können, daß mau am Stephanstag (26. Dezember) Häksel unter den freien Himmel stellt, denn der heilige Stephan, der erste Märtyrer, welcher für den christlichen Glauben starb, wird als Patton der Pferde verehrt. An seinem Gedächtnistage, der früher der große Pferdetag hieß, pflegt man noch jetzt in England den Pferden zur Ader zu lassen, an manchen Orten Deutschlands Hafer in der Kirche zu weihen, und in Schweden hie und da das ehemals allgemein übliche sogenannte St. Stephansjagen abzuhalten, indem man mit den Pferden nach fremden Tränken reitet und um die Wette wieder heimjagt.

Auch, zogen dort ftöhliche junge Bursche«, welche man Stephanslente nannte, truppweise durch die Dörfer, um althergebrachte Lieder zur Feier Fro's zu fingen, und feierlich auf das Andenken des heiligen Erzmänyrers die Siephanskanne oder Minne zu trinken, wie dies anderwärts am Tage Johannis des . Evangelisten (27. Dezbr.) geschah und häufig noch , jetzt geschieht. Wenigstens wird in ben meisten : katholischen Kirchen noch alljährlich a« diesem Tage ' der Wem geweiht und teils tu der Mrche, teils zu . Hause getrunken. In Schwaben nimmt jeder ein i beliebiges Maß Wein mit sich in die Messe, trinkt,

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Die geheimnisvollen 12 Nächte.

Die Zett vom 21. Dezember bis 1. Jannar gilt im Bolksaberglaub« als die mysterienreichste Zett drS ganze» Jahres. Es verlohut sich deshalb wohl der Mühe, vo» dm zahlreiche» Wunderding«, welche der Bolksmrmd ihnen angedichtet, einige der inter­essantere» Revue passieren zu tafle».

Nach dm zwölfen glaubt man das Wetter jede» Monats vorauSbestimme« zu könne» und was man bi diese» 12- Nächten träumt, soll der Reihe- »ach in dm 12 Monaten des Jahres wahr werden. Aber auch dm «elftem und den in Teufelsgestalten ver- waudeltm Gotthette» der Vorzett ist die Macht ge» taffen, in dieser Zett ihr Unwesen zu «eiben. Darum

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