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Zweites Blatt
। Marburg bei der Expedition 2 Mk.
Gediegene Leitartikel und politische Korre- - fpondenzen werden die Leser der „Ober-
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Neubestellungen auf die „Oberhessische Zeitung" für das erste Vierteljahr 1894 werden von allen Postanstalten, den Landbriesträgern, in der Expedition (Markt 21), sowie von unseren Mal - Expeditionen in Kirchhain, Neustadt und Wetter entgegen- l genommen.
Nm einttetmde hiesige Bezieher erhalten \ das Blatt bis zum Schluffe des laufenden | Monats unentgeltlich.
\ Der Nr. 1 des neuen Quartals wird ein ( hübsch ausgestatteter „Wandkalender für das i Jahr 1894" beigefügt werden.
Die Exped. der „Oberhess. Ztg.
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Vierteljahr 1894 der „Oberhesstschen
ZeitttNg" nebst ihren Gratis - Beilagen „Illustriertes Sonntagsblatt",
I „Kreisblatt" für die Kreise Marburg Rund Kirchhain und „Ziehungsliste der | Preußischen Klassenlotterie".
Bestellungen bitten wir auswärts sofort ernmern zu wollen, damit sämtliche Nummern g rechtzeitig geliefert werden könnm. Der Abonnementspreis beträgt bei allen Postanstalten Dmtschlands 2 Mk. 65 Pfg., in
Vermischtes.
Berlin, 18. Dezbr. Durch rühreide Einfachheit und durch die Menschenfreundlichkeit des Richters übte eine Verhandlung, die vor dem Schöffengerichte ßattfand, eine besondere Wirkung auf die Zuhörer aus. Nach Auftuf der Sache schiebt ein ernst au8-
i den angrenzenden Landesteilen widmet die । „Oberhesfische Zeitung" eine besondere Auf- ! merksamkeit. Der feuilletonistische Teil der „Oberhess. Ztg." bringt intereffante Erzäh- llmgen von guten Autoren und das „Illustrierte Sonntagsblatt" wird wie bisher den Äsern eine angenehme Unterhaltung bieten.
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Bedienung in und außer tan Hanse
5°:0 Grüchislhc Obligationen von 1881-84. 5% Griechische Obligationen bon 1890.
4"o Griechische Monopolanleihe von 1887.
Angesichts der Abficht der griech. Regierung, die jetzt fälligen Coupons dieser Anleihen nur mit 50 in Papier (— ca. 30% in Gold) einzulösen, ist eine Vereinigung der Besitzer zur energischen Wahrung ihrer Rechte geboten. Eine solche Vereinigung soll in einer, auf Donnerstag den 4. Januar nach Berlin etnberufenen Versammlung gebildet werden.
Wir find bereit, die Vertretung der Inhaber der bezeichneten Papiere, ohne daß ihnen dadurch «osten entstehen, in dieser Versammlung zu übernehmen und sind gern zu jeder Auskunft erbötig.
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öchenttiche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Allnftrirtes Sonntagsblatt. Verantwortliche^ Redatteur. ^bi^n; ^ettt ai.
sehender Mann einen zwölfjährigen Knaben vor fich her bis an den Richtertisch. Nun antworte und unterstehe Dich nicht zu lügen! Es ist mein Sohn, Herr Richter. Vors.: Nehmen Sie um dort Platz, Herr B., Sie können der Verhandlung beiwohnen. Der kleine Sünder ist ärmlich, aber mit großer Sauberkeit gekleidet; sein hübsches Gesicht schwimmt in Thränen, das kleine bunte Taschentuch, das er zwischen den Händen ringt, ist naß. — Vors.: Nun komme hier mal vor diesen Tisch, mein Junge, und weine nicht so sehr, damit ich Dich verstehen kann. Du heißt Emil B. und bist 12 Jahre alt? - Der Angeklagte vermag nur zu nicken. — Vors.: WaS ist Dein Vater? — Angekl.: Arbeiter. — Vors.: Hat er Dir den» nicht gesagt, daß man nicht stehlen darf, und hast Du dies nicht auch in der Schule gelernt? — Angekl.: Ja. — Vors.: Wohin kommen denn die Menschen, welche stehlen? — Angekl.: Jus Gefängnis. — Vors.: Nun ja, Du sollst nun aber gestohlen haben. Räumst Du es ein? — Angekl.: Ja, aber ich will es ganz gewiß nicht wieder thuu. — Vors.: Du hast eine« ganzen Kasten voll Chokolade fortgenommen, der an der Thüre eines Kaufmannsladeus stand; wolltest Du Alles allein essen? — Angekl.: Nein, ich wollte den anderen Knaben etwas abgeben. — Vors.: Hat Dein Vater Dich denn bestraft? — Angekl: Ja, er hat mich sehr gehauen. — Der bleiche Manu erhebt fich und sagt ingrimmig: „Herr Prästdent, der Junge stiehlt nicht wieder." — Der Staatsanwalt beantragt einen Verweis. Vors.: Du sollst diesmal noch nicht ins Gefängnis kommen, wo alle die bösen Menschen find, aber Du bleibst zeitlebens ein bestrafter Mensch, das kann nie von Dtt genommen werden. — Der ernste Mann stöhnt, die Thränen des Knaben fließen stärker. — Vors.: Willst Du mir nun das Versprechen geben, daß Du Dich nie wieder au fremdem Eigentum vergreifen willst? — Argekl.: Ja, das will ich. — Vors.: Na, dann komm her und gieb mir die Hand darauf. So, nun halte Dein Wort. (Zum Vater.) Heir B., Sie werde» wohl Ihren Sohn wegen dieser That nicht weiter züchtigen
- (Professor Michelet f-) Wie tele graphisch aus Berlin gemeldet wird, ist dort im hohe» Alter von 92 Jahren der bekannte Philosoph der Hegel'schen Schule, Professor Karl Ludwig Michelet gestorben. Ein geborener Berliner, hatte er fich au der dortigen Universität philologischen und philosophischen Studien gewidmet und sich 1826 habilitiert. Seit 1829 war er Professor der Philosophie. Einer der ergebensten Schüler Hegels, machte er sich nach dessen Tode als Vertreter der Linken seiner Schule durch seinen vorgeschrittenen, au Radikalismus streifenden politische» und kirchliche» Liberalismus bekannt. Von seine» zahlreichen Werken find hervorzuheben: „DaS System der philo ophischen Moral", die Streitschrift gegen Schelling: „Schelling uid Hegel", „Das System der Philosophie als exakter Wissenschaft", „NaturrechtoderRechtsphilosophie" usw.
— Ueber das Lebensalter der regierenden Fürsten giebt der neue Gothaische Hofkalender für 1894 folgende Auskunft: Abgesehen von dem Papst Leo XIII., welcher im 84. Lebensjahre steht, ist der älteste Fürst der am 24. Juli 1817 geborene, also
X8F" Um die Aufnahme sämtlicher für die Sonntagsnummer bestimmte« Inserate zu ermögliche», richte» wir «» unsere verehelichen Inserenten die Bitte, ihre Annoncen, besonders solche größere« Umfangs, unserer Expedition gefl. frühzeitiger — möglichst schon Donnerstags— aufgebe« zu wolle«. Daß Annonce«, welche erst am Sonnabend Morgen eingehen, in der Sonntagsnummer »och Platz staden, dafür kann nicht garantiert werde«.
_ Gedichte von D. Saul. Elegant gebunden mit Goldschnitt Preis Mark 3. - Deutsche Verlags-Anstalt m Stuttgart.) Schon seit Jahren sind wir m den bedeutendsten Zeitschttstcn einzelnen Gedichten unseres hessischen Landsmannes D. Saul begegnet. Wir freuen uns, unseren Lesern heute mitteilen zu können, daß soeben eine «ammlung der Poesien des Genannten in schmuckem äutzerem Gewände nnttr obigem Titel erschienen ist. Das Büchlern scheidet sich in zwei Hauptabteilungen, deren erste wieder m folgende Rubriken zerfällt: „Aus der Jugendzeit", „Wandern und Rasten", „Vermischtes", „Stachelreime und Spruche . Das Schwergewicht der Sammlung ruht in der zweiten Hauptabteilung, Worin das beste aus der Reifezeit des Mannes vereinigt ist. Was allen Liedern gemeisam ist, den frühsten wie den letzten, das ist ein wunderbar tiefes Mmeben des Dichters mit der stummen Schöpfung, eine Naturbefeelung, wie sie in gleich geheimnisvollem Zauber nur etwa bei Lenau zu finden ist. In der prächttgen Ausstattung, welche der rühmlichst bekannte Verlag ihm gegeben hat, eignet es sich ganz dazu, als willkommenes Festgeschenk unter dem Weth- nachtsbaum ein Plätzchen zu finden. Insbesondere in der hessischen Heimat des Dichters möge seinem Erstlingswerke eine freundliche Aufnahme beschieden sein!
Patent-Nachrichten.
19. Dezember 1893;
Auszug für die „Oberheff. Zeitung" von Brockhues & 6k , Technisches Patent- und UebersetzungS-Bureau. Köln a.RH., Metzerstraße 5.
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Mrsierputzmafchine. - Carl Döring in »eilte SW.
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76 Jahre alte Großherzog von Luxemburgs Nicht ganz ein Jahr jünger find der König von Dänemark und der Großherzog von Sachse» Weimar. 74 Jahre alt sind die Königin von Großbritanien und der Großherzog vou Mecklenburg-Strelitz. Nach diese» 6 über 70 Jahre alte» Fürsten folge» 11, die zwischen 60 und 70 Jahren alt sind, sodann 5 über 50 Jahre alte, ferner 11, die zwischen 40 und 50 Jahre alt find, 2 zwischen 30 und 40 und 2 zwischen 20 und 30. Die drei jüngste» regierenden Fürsten find der 17 Jahre alte König Alexander von Serbien, die 13 Jahre alte Königin der Niederlande und der 7t/2 Jahre alte König Alfons XIII. von Spanien. Werden die Regenten »ach dem Regierungsantritt geordnet, so steht obenan die Königin vou Großbritannien, welche seit dem 20. Juni 1837, also 56 V. Jahre regiert; alsdann folgt der Kaiser von Oesterreich, der durch den Tod des Herzogs von Sachsen-Coburg und deS Fürsten von Waldeck an die zweite Stelle gerückt ist, mit 45 Regierungsjahren, demnächst der Großherzog von Baden mit 41 und die Großherzöge von Oldenburg und Sachsen-Weimar-Eiseuach, sodauu der Herzog vou Sachsen-Altenburg mit 40 RegieruugSjahren.
14 Fürste» regieren noch nicht 10 Jahre, drei von ihnen, der Fürst Georg von Schaumburg-Lippe, der Fürst Friedrich von Waldeck und der Herzog Alfred von Coburg find erst im Jahre 1893 zur Regierung gelaugt.
— Kaum glaubliche Naivetäten werden aus den Verhöre», die anläßlich deS Pariser Bombenattentates angestellt wurden, erzählt. Et« leicht verletzter Galleriebesucher, Besitzer eines große» Pariser Gasthaufe», erklärte, er habe de» Blitz gesehen und den Knall gehört, jedoch geglaubt, es sei in der Kammer üblich, das Ende jeder Rede durch einen Schuß anzuzeigen. (!) Eine Dame, der die Person und die Rede des jungen Abgeordneten Mirmav ausnehmend gefallen hatte, sagte aus, fie habe zuerst angenommen, in der Kammer werde besonders schönen Sieben zu Ehren ein Feuerwerk abgebrannt (!), doch wäre ihr Irrtum ihr zum Bewußtsein gekommen, als fie sich an Gesicht und Brust verwundet gefühlt habe. Rouvier bildete fich ein, man habe auf ihn geschossen; er sprang auf und schrie zur Galletie gewandt: „So schieße» Sie doch, hier ist meine Brust, schieße» Sie." Seine Nachbarn drückten ihn auf seinen Sitz nieder.
^literarisches.
- „Vom Fels zum Meer", 1893'94, Heft 4. (Union, DeutscheVerlagsgcsellschaftStuttgart, Berlin, Leipzig.) Dem durch die Spezialausstellungen in Wien, München, Berlin nach seinem Tode schnell zu allgemeiner Würdigung gelangten Landschaftsmaler I. E. Schindler ist der erste illusttierie Aufsatz dieses Heftes gewidmet. Er entstammt der berufenen Feder A. v. Vineentts. Der neue Roman „Der Raugierbahnhof" vou Helene Bühlau, welcher das moderne Künstterleben in München zum Untergninb hat und dessen Kämpfen seine Konflikte entnimmt, sowie ein illustrierter Aufsatz von Prof. Schmarsow über deutsche Bildwerke des Mttelalters bringen den künstlerisch-vornehmen Charakter der Revue in unterhaltender Form zum Ausdruck. Daneben finden sich gehaltvolle Plaudereien von I. Sünde und Karl Hecker, eine humoristische Novelle aus Süofrankreich, „Der Fall Blanchart" von Noeldechen, ein geistvoller litterarhistorischer Essay vou Erich Schmidt und viele andere Beiträge namhafter Autoren.
„MS BHaSfiSÄffiE'fi Marburg. BSSÄSSffi® um. 3*,.