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11.

. Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain

** 3^M0&^"<e,d 11** Jllustrirtes Sonntagsblatt. "VS ä&twesG.e *

Pnben ®erbe?' so «den Vernünftigen vom Unvernünftigen unterscheidet.

H<n, 6on einer der schreck- Und nur einen vernünftigen, d. h. logischen, wenn

fiTia d r K^?EU »löst zu wnden, für welche auch teuflische» Zweck jener Handlung können wir

, Y ; Geschichte ein schwaches Analogon nur uns denken: die Förderung der Reaktion.- Also

' in ben Tagen der großen Revolution findet. Vaillant ist verrückt; aber, wie wir gestern schon

I sagten, in den sozialdemokratischen Heiligenkalender

Politische Rundschau Itommt er doch, das werden wir schon sehe».

- K - *«*Li^^,ää'8ä,s'U:

TTIIftirT in hrm ItrloK kn£. ...! t>>h jpxio I cm , 9011^ älläS Raoul Dubois und Jacques Stt bCt lt66* ®Kie Joseph Delguey-Malavas alias Jean Maurice

brK ?Krcbifttn unb bie Weiterver- Daguet Die Verhandlungen werden voraussichtlich

Äf SPÄ*? vorgegangen werde» müsse, zwei Tage dauern; höchstwahrscheinlich wird, soweit Hoffentlich wird die Aufregung, welche die Attentate «irgend angängig, die Oeffeutlichkeit zuaelaffen werde» mT01«6,0110 ynb ^üri8 "lleutholben hervorgerufen, Die umfangreiche Anklageschrift umfaßt nicht weniger nicht wirkungslos verpuffen. Die Polizei versichert, als 80 Seiten. Für de» Prozeß find so zahlreiche £a?*iftttn4C imiÜUf ^"iöen der Gesuche um Zutritts karte» eiugelaufeu, daß bereits

Anarchisten. Wir sehe», wie wenig diese Ueber- alle vergriffen find. Auch eine Anzahl ausländischer toadmnfl nützt. In Loudon, in Parts, in Berlin usw. Journalisten haben um Zutritt zu den Verhandlungen ke-wt man die Leiter der anarchistischen Be- gebeten. * Eyanoeungen

? nichts gegen die Gesetze Wie aus Paris gemeldet.wird, erfolgt die A», £2 Ä bUi,6eH £ uv behelligt. Nun, klage gegen Vaillant wegen Mordversuchs und dann bedarf es eben einer Ergänzung der Gesetze beabsichtigter Zerstörung des Gebäudes der Denn- Zeziell S-gen die Anarchisten. Wie, sollen biefe tfertenfammer. Sluf je? eimehen SSftrtmS M.Water« fotiWrm wühl«? »Il man «ras,. $ m," geI,8' ,3«, S tote pefaffen abwarten, bis aus der Saat die furchtbare! suchuugsrichter, er habe Vaillant eine T a. «proffen ist-da«ll-b,I an taLtlUe Äft ' ®.mL8? m6' bC ®ö$r<rB be8 Anarchismus kennen. Die Frage, ob Vaillant Mitschuldige hat Mündlich den Weg zu verlegen. Im Uebrigeu dürste bleibt vorerst offen. Da feststeht daß der Verbrecher von internationalen Maßregel» gegen den Anarchismus ohne Arbeit und mittellos war, stellt die Polizei jetzt ° lang- keine Rede sein, bis Frankreich den An- Nachforschungen an, woher er die Mttel zur Be! ]iob ßteot. zahluug zweier Wohnungen und zur Beschaffuna der

DerS?Otto art 8 ist betreffs des Pariser I Sprengstoffe usw. hatte. Die Polizei bat am 8ombenan)$kg8 letzt zu folgendem Ergebnis gelangt: Triumphbogen angeklebte Plakate entfernt in welchem lieber bie Kategorie, in welche Vaillant Marchal, gesagt wird, daß man diejenigen die ihre Nächste» bAA»r5Cbtr be» Kammer Explosion, gehört, kann im Kriege töten, durch Denkmäler ehre solche Männer nfldj Allem was bis jetzt bekannt ist, ein Zweifel aber wie Ravachol und Vaillant, welche die Ge- ni^t obwalten. Es ist einer jener sogenannten Ver- sellschaft von krebs kranken Mitgliedern befreie" werfe brechertypen, jener krankhaft veranlagten Menschen, I man ins Gefängnis und töte sie SöAhifc hJs bie an der Schwelle des Jrrenhanses Herumschwanken Plakates heißt eS:Sei ohne Furcht Vaillkn^m« unb, we«»^ sie in ihrer geistigen Umnachtung oder! wird Dich räche». Hoch die Anarchie l" »Entartung eine Blutthat verüben, je nachdem ihr DasJournal de St. Petersboura" beftritot ? rL U^ erfannt wird, in der Zelle für «die Errichtung eines russischen Mtttelrneer- SobiuW oder auf dem Schaffot ende». Nur ei» geschwade?s und meint ma» überehebeä* Wahnsinniger, nur ein Unglücklicher mit anormalem fache, daß schon vor mehr al8 lOoXbrSn

konnte es fein, der am Sonnabend die ge- russische Flott" im MittelmA erschi ne» Ä^d L labcne Sardinenbüchse in die französische Kammer sich seit 1856 fast ununterbrochen ruistscke K^m»^ wotf. Ei» vernünftiger Mensch hat bei jeder Handlung dort aufgehalten hätten. Das ist^dmchalis nicht einen bewußten Zweck das ist es gerade, was«übersehe» worden, aber man konnte es als un-

-e. Die Mordmaniilkfn I Haschisch rasend gemachter Malaheu gehört in Indien s ' . . zu de» alltäglichen Vorkommnissen. Unser Zeitalter

$a8 Attentat, welches die anarchistischen Mord-1 neigt infolge erhöhter Nervosität zum Ausbruch viel- bramer am Sonnabend in der Pariser Kammer ver-1 fälliger Formen des moralischen Wahnsinns. Dahin 2 dneS£be4L!CreÄ ban schließt fich muß man zählen den Spiritismus/ den nationalen . V sensationelle» Verbrechen dieser und konfessionellen Veifolgungswahnsinn, die Kinber- Mblikum be? T?eat»! i *>? ^tteutat auf bas verbrechen und manche andere Erscheinung des modernen SnbHfunt des Theaters in Barcelona, auf dieisozialen Lebens. Die furchtbarste Ausgeburt des Straßenpassanten in Ehicago, auf das Restaurant! moralischen Wahnsinns ist ober der mit dem Blitz und die Kaserne in Paris, das Massacre im! und Donner der furchtbaren Explosivstoffe der neuen *1 9^1 £ Attentat auf das Nieder- «Zeit bewehrte Anarchismus. Der Wahnsinnige, im

Z walddenkmal, die Verbrechen Kammerers und Stell- Stadium der Tobsucht mit der Dvnamitbömbe Zum Schus gegen derartige Angriffe haben hantierend, das ist der Gipfel des moralischen Zeit- ^^n'^?se-?^"rungeu bereets mit besonderen Ge- Wahnsinns, und dieser muß, es koste was es wolle, ; ftfcen gerüstet, die englische mit der Parlamentsakte I vernichtet werden

üchisch?mi!^b üb-r die Srplosivstoffe die öfter- Alle Gesetze und Vorbeugungsmobregeln, welche ? ? m t ^setz, welches die Erzeugung in erster Linie die Explosivstoffe, deren Erzeugung, hLi?® nt ^^vstoffen unter ver-1 Verwendung und Vertrieb treffen, werden anarchistische r 6arite Kontrolle stellt und bie Franzosen versuchen Verbrechen nicht verhindern, weil es stets einzelnen Satfe Smaniie«1 S Pre^esetzcs, durch Maniaken gelingen wird, mit der bekannten List und w«fe aeftim»Htifle« nber bie Erzeugung unb ben Tücke, welche ein Merkmal jedes Wahnsinns, auch »esitz von Explosivstoffen, die Verübung anarchistischer des moralischen, find, Mittel und Wege zu finden ®reuel zu verhindern Diese Einzelanstrengungen um die iu ihnen vo handene Mordma» e M befrie' ÄÄ'S al§ Pi0en- 68 wüssen die Manioken direkt 'getroffen

« Seifcmngen durch Seuchen mit werde». Eine internationale Vereinbarung muß jeden emfeitigen Maßregeln zu steuern. Wie gegen die «Anarchisten, sei er nun blvs Theoretiker ober ein tonr^n1 Maßnahmen ei forderlich Mann der Thot, als gemeingefährlichen Wahnfinnigen

tearen, so können auch gegen die anarchistische «erklären, ber im Interesse der Gesellschaft unb ihrer $ropaganba nur internationale Abwehrmittel Aus Ordnung unschädlich zu machen isfl Die Polizei- mich der Anarchismus behörden elfer Staaten kennen die Anhänger ber ein- Seuche, die sich durch Ansteckung von Volk I Anarchistenlehre- Man mache mit ihnen fein Feder-

^breitet. ES ist die Seuche eines moralischen «lesens. Wer immer bie Notwendigkeit des Bestandes ffiavnPnnS »61(^6, tote bie ©ei^te lehrt, große einer festen gesellschaftlichen Ordnung leugnet, barf ^ n?nhrti*ftp8ne4 ist, es eine als im Widerspruch mit den Denk- und Weltgesetze»

»tr tS " der Moral msamty, eine stehend betrachtet werden. Die Gesetze aller Staaten « du* wahllosen Vernichtung fremder müssen diesen Begriff des Anarchismus anfnebmen

Menschenleben gesteigerte, es ist die Seuche der Mord- und nach ihm verfahren. Gefährliche Manioken jeder Wabnünniae ünd fl"b w^alisch Art, und das sind die Anarchisten in jedem Stadium

° N« SteÜta? Hundes zm'LüLru^?» ^uIvili^

,schuhe, mfenbe befreien nud bei der damaligen Unkenntnis «jein Ideal, die Unordnung den Krieg Aller eenen uchei-, es krankhaften Charakters der Erscheinungen und I Alle, verwirklicht finbet. Wenn in der tarnen ttvili

tr Aussichtslosigkeit internationaler Vereinbarungen fierten Welt fein Anarchist ber eirtwcfl als solcher ;uwu °t-n. bis sie von selbst erloschen. Dazu ge- bekannt ist, i» Freiheit fassen wftb unb dft wahm EhLb h? ? nU^9 b« ^es«ll°uten, der tonzenben witzige Lehre bes Anarchismus auch nicht das kleinste : inber, die Herenprozesse und andere, Orient I Organ findet, durch welches sie verbreitet werden ib jogar gewisse Forme» der Mordmanie endemisch. Ikann, dann wird die schrecklichste moralische Enibemi<> - b---chU°>- S«. d-r «si--- d,« '19. 3-6»«^»Ä

(7441 « z» ben Mordmaniaken, und die Mordmanie vom | mörderischen Keime keinen Nährboden und keinen

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Voaler in ^ankfutt a. M Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf XXVIII. Stoffe in Frankfurt <u M., Berlin, München u. Köln; G. L.

Daube n, Co. in Frankfutt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

.Haben Sie tausend Dank für diese Mitteilung; fragte Bodmer, und sein ohnehin bleiche« Gh man hat mir schon gesagt, daß dieser Glaube auch nahm jetzt eine Farbe an, daß der Baron ibn^ A" ^dl-rit hat, meine Unschuld an den Tag zu schrecken am Arm ergriff und sagte-^ Setzen bvlng-n." uns, lieber Doktor, ich sehe, Sie sind tief

M.-S L:«s L SkSS bftÄ SrTÄrÄ^.

hntAf* Z AAo ld) mtt gehörte," Platz genommen; ber Leutnant war wieder ir/die sagte jetzt naher tretend der Leutnant; er hatte Fensternische zurückgctreten. °

Khm;rin,Unben Unb P°nb ernft und freimütig vorRein Aufschub!" sagte nach Verlauf mehrerer 93obmsiefr' I Minuten sich aufrichtend der Doktor.Lassen Sie

mein ^terlagst einem ftemden Einflüsse jetzt sogleich klar zwischen uns wnden Hnr

? ? r?e ber ®?on e,m; "ber Bodo ließ Baron! Was hat ihre Tochter ihrem Verlobttn biefe Entschuldigung nicht geltenEin Mann I geschrieben?" 9 -»«tobten

sollte durch keines Menschen Augen sehen als durch ISie könne seine Gattin nicht werden weil ste die semigen, und der Rittmeister von Warnbeck einen andern Mann liebe, und habe sich' M ihm hatte mich nicht täuschen können, wenn ich nickt «nur verlobt aas Verzweiflung darüber m-il W Hangen gemfen wäre. Genüg! Ihnen diese M-nn ihre Liebe «e,Öe- S Ä Erklärung, Herr Doktor?" mit müder, gebrochener Stimme ünh

Sie genügt mir," erwiderte Bodmer, und beideIMann" nb blefer

reichten einander die Hände; der Druck war aber« .War ick'" oeftnnh .r, a 'Ln Lft "0<6-**** gg» nfti6n

tragen aber nute Sie, lieber Bodmer-. b«mn n °°r

wieder.Ihre seltsame, unerklärliche Flucht! Wo» s Widerspriltee ^in wanche

veranlaßte Sie nur dazu?" Handlun^m»^", Aursagen wie in meiner

Sollte nicht in den Mitteilungen, welche Adelheid ßhE ^ ^fe loffen sich auf diesen Umstand zurück- betS4W ba8U Iie9en?<Ifagt^r ^Scron ^^m^roan»6 b>nfS®hrehrf rfn,l'h

Fräulein Adelheid hat ihrem Verlobten noch!.Nun aber lassen'Sie jede Rücksicht^*roinben<fimb andere Mitteilungen gemacht, als in dem Briese sprechen Sie, nicht 7ls ob Sie von sickern ± enthalten find, ben man mir soeben vorgelegt hat?"Ieinem anderen e^ählten " f ern

11II ttl C t» i die öffeniliäe GerichtsverHandlung erspart worden

Erzählung von F. Arnefeld. «ist, selbst wenn sie mit meiner Freisprechung ge-

sNachdruck verboten.s I endet hätte."

(Fortsetzung.) IEs wird Sorge getragen werden, daß der wahre

@r wird wahrscheinlich so ziemlich den gleichen I Sachverhalt allgemein bekannt und Ihre Ehre glän- hhalt gehabt haben wie ber an die beklagens- l ^nd wieder hergestellt wer de. Ihnen eine andere tuen Eltern," war die Antwort,unb daraus ^nugthuung zu geben, steht leider nicht in unserer klärt er sich, daß der in seinem Stolze tief ver- Macht," sagte ber Amtsgerichtsrat.

frte Mann ihn vernichtete, was ober sein Ver-1Sie ist ausreichend," versetzte Bodmer und en keineswegs entschuldigt; vielleicht giebt Ihnen I unterschrieb das Protokoll. Von dem Amtsgerichts« - von Letten noch nähere Aufklärung Er er-«rat geleitet, verließ er mit einer Verbeugung gegen tet Sie." die Herren ben Saal und stand bald daraus in dem

»Er erwartet mich? Wo?" I wohnlich eingerichteten Gemach, das dem Vorsitzen-

.Jch habe ihm ein Zimmer anweisen lassen.«den des Gerichts als Privatzimmer diente und das 6d) zuvor bitte ich, die notwendigen Formalitäten I dieser dem Baron eingeräumt hatte, da er mit fei­erledigen." Inem Takt erkannte, daß die Unterredung zwischen

Das Protokoll wurde Bodmer vorgelesen, und I diesem und Bodmer nicht im Hotel stattfinden könne r Vorsitzende fragte, ob er etwas dagegen zu erd Der Amtsgerichtsrat hatte Bodmer nut eintreten * » t ± I lassen und, die Thür hinter ihm schließend, sich so,

.^»foöte ich?" entgegnete er mit einem trau-«gleich wieder entfernt. Mit ausgeflrerften Länden len fiädjeln.Das Protokoll enthält nur die «kam ihm der Baron entgegen, während Bodo von statigung dessen, was ich in metntn Verhören I Letten in unsicherer, verlegener Haltung mit halb igefagt; man wollte meinen Worten niemals abgewandtem Gesichte am Fenster stand.

auben fchenken " Er richtete seine Rede Vorzugs-Lieber, lieber Bodmer!" rief Herr von Letten ic an ben Amtsrichter Flörecke, der währenb ber«So müssen wir uns Wiedersehen! Können, wollen m$en Verhandlung mit langem Gesicht bagesessen I Sie uns verzeihen?" en

Meßt in seiner Verlegenheit nicht recht wußte,Herr Boron, Sie - Sie hoben mir ja kein ^m,,er bl,e. Aageri richten sollte. «Leid zugesügt," stammelte Bodmer, den eine tiefe

@6 fehlte leder Beweis für die Wahrheit Ihrer Wehmm beim Anblick des Barons überkam. Der lauptung, sagte er. - I stattliche Mann schien in den wenigen Wochen um

»Ich meine aber, auch die Beweise für die Be-l Jahre gealtert zu sein w

Hlbigung standen auf ziemlich schwachen Füßen,Doch, doch!" entgegnete er.Ich hätte den hauptung hier, Behauptung dort," erwiderte Bob-1 Glauben meiner Frau unb meiner jüngsten Äinber K. »doch lassen wir das jetzt Ich danke Gott,«an Sie, ben nichts zu erschüttern vermochte, teilen M in elfter Stunde die Wahrheit an den Tag «sollen

bmmen uns daß mir und der Familie Letten« »Gott segne sie dafür!" unterbrach ihn Gotthold.

frfifctat täglich außer en Werktagen wich Setm- xnb rww» 7

js 294 Marburg,

Freitag, 15. Dezember 1893.