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Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- xnb Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2 Mk., bei alle» Postämtern 2 ML 25 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnserationSgebühr für die gespaltene Zeile »der deren Raum 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Mg.
Marburg,
Donnerstag, 14. Dezember 1893.
«"zeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Cafiel, Magdeburg und Men; Rudolf Moffc in Frankfurt -. M., Berlin, München u. Köln; G. L. Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
XXVIII. Jahrg.
-e. Principiis obsta.
Den Anfängen tritt entgegen.
Während die Regierungen sich an einer mehr formalen, als realen Erfüllung ihrer Aufgabe als Hüter der bestehenden Ordnung genügen lassen, »ährend der eigentliche Bürgerstand teils aus Be- pmnlichkeit, teils in unbegreiflicher Selbstverblenduug km Anschwellen der anarchistischen Sturmflut müßig pschaut, ist das Mordbrennertum fieberhaft geschäftig. Liberal! wirbt es neue Rekruten, drillt dieselben nach Leu Regeln der Verschwörerkunst und läßt seine tzmdlinge gleich reißenden Bestien bald hier, bald dort auf seine ahnungslosen Opfer los. Aber an Stelle der Einzelattentate bezw. neben denselben her- Imfend, ist neuerdings die Praxis des Massenmordes Meten — entsprechend jener Taktik, durch Erregung allgemeiner Panikausbrüche das Ziel, die Menschheit st chaotische Zustände zu schleudern, desto rascher zu «eichen.
Daß die im Staat und in der Gesellschaft zur Lerteidigung der höchsten Kulturgüter berufenen Hüter des Bestehenden, ausgerüstet mit reichen sowoh zeistigcn als materiellen Machtmitteln, inihrem Kampfe jegen den Todfeind aller geordneten Autorität bisher jo gut wie keinen Erfolg aufzuweise» haben, sollte i- ernstem Nachdenken mahnen. Staat und Gesellschaft werden fich entschließen müssen den anarchistische» Stier bei den Hörnern zu packe». Es geht nicht o, daß man die jeder Autorität und jeder gesunden Vernunft hohnsprechenden Lehren eines Karl Marx, kakunin, Kropotkin und ihrer proletenhaften Nach- ickr ungehindert durch Rede, Schrift und Druck ierbreiten läßt. Es geht nicht an, daß man durch Äffereutes Zusehen die von den sozialdemokratischen mkiiousgewaltigen ihrem Publikum vorgespiegelte dmödie fittlicher Entrüstung über „anarchistische Spitzel" stillschweigend gutheißt, während selbst i der Reichshauptstadt anarchistische Vereinigungen, ftvorgegangeu aus der sozialdemokratischen Propa- wda, bestehen. Das ist ja selbstverständlich, daß ie Herren Bebel, Liebknecht und wie sie alle heißen »gen, welche in der heutigen sozialdemoftatische» wegung ein behäbiges Führerdasein friste», an den ühateu in Barcelona und Paris persönlich un- ftldig find und daß fie es ehrlich meinen, wenn 1 mit Rücksicht auf ihren eigenen Komfort die hnamitfanatiker zu allen Teufeln wünschen. Aber bilden ein Bindeglied in der Kette der gegen dat, Kirche und Eigentum gerichteten Agitation.
Wie erst kürzlich wieder der Reichskanzler zu
Irrtümer.
Erzählung von F. Arnefeld.
sNachdruck verboten.)!
(Fortsetzung.)
Das Benehmen des Leutnants brachte den Ritt- iister ganz außer sich. »Und Sie können wirklich barten, daß ein Mann wie ich der eigene Herold solchen Schmach sein, daß er einen solchen üf, hätte er ihn empfangen, noch einem andern pt preirgeben sollte?"
»Wenn davon Freiheft, Ehre, Leben eines mfchen abhinge, allerdings."
„Eines Menschen!" hohnlachte der Rittmeister, er was für eines Menschen! Hat er ihr das t auch nicht gemischt, so ist er doch die Veran- ang, daß fie es genommen; die Sttafe, und m sie ihn in ihrer ganzen Schwere getroffen «, wäre wohl verdient gewesen.'
»Ihre Aeußerung ist mir ein wiederholter Be- l, daß Sie den Brief meiner armen Schwester Angen und gelesen haben."
Der Rittmeister schwieg einige Minuten, der Äge Ausdruck seine« Gesichts ging in einen kalten, »legenen, boshaftm über. „Run ja, ich habe den ief empfangen und gelesen und ihn dort im Ka- 1 verbrannt," sagte er langsam, „und würde er 1 heute wieder gebracht, so handefte ich ebenso. !r möchten zehn Bodmers im Gefängnis, im Zucht- is verkommen, ehe ich eingestände, daß meine Vrt sich vergiftet habe, weil fie von diesem Menschen Wmäht worden ist."
Die von einem Schlage getroffen, taumelte der biant zurück; die 6mpöring, die fich seiner bei > cynischen Eingeständnis bet Rittmeisters be- Vigt, wich für den Augenblick dem Schrecken
treffend äußerte, daß aus der Sozialdemokratie fich die „Jungen" und aus diesen die Anarchisten ent wickeln, so wftd immer wieder als Hanptursache der Attentate die Verbreitung der sozialdemoftattschen Moral oder vielmehr Unmoral zu erachte» sein. Wenn Herr Singer die „Jungen" nur dadurch zu entschuldige» weiß, daß er erklärt, man solle „warten", die Bourgeoisie sei „noch nicht so weit", wenn Herr Bebel „lehrt", die gegenwärttge Gesellschaft sei dem Untergange geweiht, und je rascher fich dieser Untergang vollziehe, desto besser sei es; wenn Herr Liebknecht täglich den nahen „Kladderadatsch" verkündet und lediglich vorsichtshalber einen Zweifel darüber ausspricht, ob der „Umschwung" ein blusiger oder unblutiger sei» werde — so sind das Aeußerungen, welche wahnwitzige „Geuoffen", die „nichts zu ver Heren haben", oder die sich »ach der Berühmthei eines Herostrates sehne«, zu Unthaten gegen das „System" ansporne» muffen.
Die entfesselte Leidenschaft macht nicht an der Stelle halt, wo man es wünscht; ist eine Hetzbe- wegnng auf der abschüssige» Bahn angelangt, so gibt es kein Halte» mehr. Wer fie aber entfesselt, übernimmt die Mitverantwortung für alle ihre Konsequenzen. Darum muß man das Uebel an der Wurzel anpacke» Es ist nicht einzusehen, warum die vorbeugende Bekämpfung der Cholera gebilligt, jene der Autoritätsuntergrabung aber mißbilligt oder gar gehindert werden sollte. Wft werde» der anarchistischen Bewegung nur Herr werden, wenn eine für jeden erkennbare Grenzlinie gezogen wird, die jeden, den es angeht, belehrt, daß jenseits derselben der Kriegszustand mft Recht, Sitte und Gesetz beginnt, in welchem der llebertreter ebensowenig ans Rücksicht zu rechnen hat, als et selber solche gewährt.
Deutsches Reich.
Zkerli«, 12. Dezbr. Heute Morgen arbeitete der Kaiser mit dem Chef des Militärkabinetts und dem Jnspefteur der Feld-Artillerie, nahm sodann den Vortrag des Ministers des Königliche» Hauses entgegen und empfing später de» aus Palästina zurückgekehrten Präfidenten des Evangelischen Oberkirchenrats I). vr. Barkhause». Schließlich nahm der Monarch militärische Meldungen entgegen.
— Es verlautet aus bester Quelle, daß die Meldung der Blätter, es habe fich ein Gegensatz zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler in der Auffassung der auf Se. Majestät und den
über die Enthüllung, welche in der letzten Aeußerung desselben enthalten war.
„Das — das hat in dem Brief gestanden?" tammelte er. „In dem Briefe an meine Eltern fand sich darüber nichts."
„Die Geständnisse waren also nur für mich bestimmt," knirschte der Rittmeister. „O, es war ein erhebender Moment für den Majoratsherrn von Falkenhorst, als er schwarz auf weiß das Geständnis in Händen hielt, daß er, welcher die Wahl gehabt unter bett Töchtern der vornehmsten Familien des Landes, von dem Fräulein, dem er die Ehre angethan, sie zu seiner Gemahlin erheben zu wollen, nur erhört worden war aus Verdruß, aus Verzweiflung, weil ihre Liebe zu dem Hauslehrer ihres Bruders keine Erwiderung gefunden, und daß fie fich den Tod giebt, well fie mit dieser Liebe im Herzen nicht die Gattin eine» Mannes werden kann, für den fie —"
Er brach ab, al« sträube fich die Zunge da«, was er noch zu sagen hatte, auszusprechen.
„Hätte ich bett Brief gelesen," fuhr er etwas ruhiger fort, „ehe ine Anklage gegen Bobmer er- hoben worben war, so hätte ich vielleicht dafür gestimmt, baß über bie Art, wie Adelheid aus dem Leben gegangen, ein Schleier gebreitet worden wäre; das ließ fich nicht mehr thun; die Kugel war be- refts ins Rollm gebracht, dank Ihrer Eilfertigkeit, gerr Leutnant" — schaltete er ironisch ein — „fie konnte nur aufgehalten werden, indem ich den Bries preirgab, und da«, ich wiederhole es, hätte ich nicht gethan, und wenn da« Leben von zehn Bodmer« auf dem Spiele gestanden haben mürbe!"
„Furchtbar! Furchtbar!" murmelte Bodo von Letten, den da» Entsetzen schüttelte; Warnbeck deutete eine Bewegung ander» und schlug wieder einen
Reichskanzler unternommenen Attentatsversuche, sowie ferner in der Behandlung der württernbergischen Schwierigkeiten herausgebildet, völlig unbegründet ist. Man kann von einem Gegensätze höchstens insofern rede», als der oberste» Polizeibehörde die Attentatsversuche als der Veröffentlichung unwert erschienen, während der Kaiser eine ernstere Auffassung hegte und für de» glücklichen Ausgang des Anschlags Dankgebete in de» Kirche» anordnen ließ. Jnbettef der württernbergischen Angelegenheit dürsten, wie auS authensischer Quelle mitgeteilt wftd, die zwischen Berlin und Stuttgart entstandenen Friftioneu hauptsächlich auf an höchster Stelle sich bemerkbar machende Einflüsse, welche von landsmannschaftlicher Seite ausgehen, zurückzuführe» sei».
— Der französische Botschafter Herbette soll, dem „L.-A." zufolge, von Paris die Weisung erhalte» habe», stch mit dem deutschen Auswärsigen Amte ins Benehme» zu setze», nm zu erfahren, wie man hier über eine internationale Verständigung zum Zwecke gemeinsame» Vorgehens gegen die Anarchisten denke. Es heißt, daß die Anregung bereits Gegenstand ernster Erörterung in der deutschen und preußischen Regierung gewesen sei.
Sehr lehrreich ist, was das offizielle Organ unserer Sozialdemokratie, der „Vorwärts", über den Pariser Bombenanschlag schreibt. In seiner bekannten Unehrlichkeit wagt er weder ein offenes Lob, noch einen offenen Tadel, immerhin aber verräth seine gewundene Sprache deutlich, daß die Sympathien der August Bebel und Genossen an: Setten August VaillantS stehe». Der „Vorwärts" schreibt nämlich u. A.: Dft ersten Telegramme ließen auf eiu ähnliches Verbrechen wie das von Barcelona schließen. Sie habe» sich als falsch erwiesen. Von einer „Bombe" kann nicht die Rede fein, und schwere Verwundungen scheinen überhaupt nicht vorzuliegen. So weit stch bis jetzt übersehe» läßt, war der Sprengstoff nicht stärker, als er bei manche» Feuerwerkskörpern gebraucht wird, und die Hülle jedenfalls sehr primitiv hergestellt. Wer diese Bombe warf, kann unmöglich eine Massenmetzelei beab fichtigt haben, wie nach dem erste» Telegramm geglaubt werde» mußte. Und zwischen einem Bubenstreich, auch dem verwerflichsten und verworfensten, und einem infernalischen Verbrechen ist den» doch ein Unterschied, und je nachdem das Ei»e ober das Andere vorliegt, muß das Urteü ein verschiedenes ei». Unter solchen Umständen, und »och dazu ange- rchts der höchst verdächsige» Eile, mit der die europäische Reaksion das EreiguiS zu „sruksifizieren"
ämeradschaftlichen Ton an. „Du siehst ein, daß ich nicht anders handeln konnte, lieber Schwager. Wärest Du nur eu mir gekommen, ehe Dein Vater mit dem oufgefunbcnen Briefe nach Rauen fuhr, wir würden uns sicher verständigt und alle« beim alten gelassen haben, die Sache trifft Euch ja so chwer wie mich. Vielleicht ist e» noch nicht zu spät, wenn ich sogleich satteln lasse —*
Er wollte bie Klingel in Bewegung setzen. Bobo prang bazwischen.
„Nimmermehr!" schrie er. „Unb wenn Haus Lettenhofen krachenb zusammenstürzte, wenn wir auf Gut unb Namen verzichten müßten, wenn ich nie wieber das Ehrenkleid meines Kaisers tragen dürfte, so macht ein Letten fich doch nicht zum Genossen eines Lügners unb falschen Zeugen!"
»Herr Leutnant I" schrie der Rittmeister wut- >ebenb. „Aus biese Beleidigung giebt es keine Antwort; fie kann nur durch Blut gesühnt werden."
Bobo von Letten zuckte bie Achseln. „Ich be« bauere, Herr Rittmeister, Sft finb für mich nicht mehr satisfaktionsfähig."
Warnbeck brüllte auf unb wollte fich auf den Leutnant stürzen, aber biefer trat hinter einen Sessel unb sagte, ihn unverwandt unb ruhig anblidenb: „Zwingen Sie mich nicht, Ihre Leute zu meiner ßilfe herbeizurufen. Ich schlage mich nicht mit Ihnen, aber es entspricht auch nicht meinen Leben», ewohnheiten, mich zu raufen."
Ohne bie Blicke von feinem Gegner zu wenden, verließ er rückwärts schreitend da» Zimmer, unb e» mußte in biesen Hellen graublauen Augen etwa» von ber Gewalt eine» Tierbänbiger» liegen, berat ' Varnbeck staub wie gebannt unb rührte fich nicht. <ftst al» bie Schritte be« jungen Manne« »erhallt warm, griff er nach irgend einem Gegenstanbe, um
sucht, werde» wir u»8 heute »icht weiter über dasselbe äußern und wolle« bloß noch bemerken, daß das, was über die Person des mtdeckten Urhebers der Explosion bekannt worden ist, der Ansicht, daß es sich um eine politische Aktion gehandelt habe, weit eher widerspricht, als sie bestätigt. — Unehrlicher, als es hier geschieht, kann man fich gewiß nicht ausdrückm. Wenn aber, wie alljährlich, zu Neujahr der rote Kalender des „Vorwärts" erscheint, wftd man darin neben den Reinsdorff, Hödel, Nobiliug, Ravachol und Pallas auch den vorkommenen Vaillant als sozialdemokratischen Heiligen verzeichnet finden, obwohl die Sozialdemokratie mit „Bubenstreichen" oder „infernalischen Verbrechen" nichts z» thun habe» will.
— Die Anarchisten bespräche» am Montag Abend die jüngste» Anschläge und die Regierungsmaßregel» gegen den Anarchismus in einer Versammlung, die, etwa 400 Mann stark, tat großen Saale der „Konkordia" in der Andreasstraße tagte. Der Einberufer Schlosser Wiesenthal führte die Geschäfte der Versammlung — ganz ohne Leitung kommen auch die Herren Anarchisten nicht aus. Mau könne, so wurde gesagt, angefichts der Pariser Vorgänge »icht mit der Sprache heraus, kämen internationale Vereinbarungen, so müßte» die A»archisten dazu Stellung vehmm. Buchdrucker Wilhelm Werner führte u. A. aus: Ob die Attentate recht oder unrecht find, wolle, er nicht untersuchen. Er wolle aber keinen Terroristen von seinem Vorhaben abhalten; dies habe jeder Einzelne mit sich selbst abzumachen. Vielleicht überuehme Rußland die sämtlichen anarchistischen Elemente, nm Sibirien damit zu kulttvieren. Die Todesstrafe habe be» Mord nicht aus der Welt geschafft, die Maßregeln werden die Attentate auch nicht beseitige». Die Attentate seien Temperamentssache. Die bürgerliche Gesellschaft streue de» Same» für sie; sie fei schuld an den Ereignisse» in Spanien und Frankreich.
— Sämtliche Fraktionen beraten die Handels- Verträge. Noch ist unsicher, ob tot Zentrum dft Freunde des rumänischen Handelsvertrags die Gegner überwiegen. Die bayerischen und schlesischen Klerikale» sind gegen de» Handelsvertrag. Die Fraktion ssitzun, des Zentrums war bewegt. Bei den Nationalliberaleu und der Reichspartei giebt es eine kleine Minderheit gegen de» Verttag mit Rumänien. Die wirtschaftliche Vereinigung des Reichstages tagte heute behufs Stellungnahme zu den Haudelsverftäge». v. Plötz kons.) ist der Ansicht, daß die anderen Verftäge amtlich zurückgestellt werden sollten, bis der rnsfische Handelsvertrag erledigt sei. Der „Post" zufolge
einem Zorn Lust zu machen Ein prachtvoller Armleuchter aus Meißener Porzellan flog gegen den Marmorsims des Karnins und zersplitterte in viele Stücke. Dann setzte er die Glocke mit einer Heftig- eit in Bewegung, daß zwei Diener, von verschiedenen Seiten kommend, herbeigestürzt kamen.
„Packen!" herrschte er ihnen zu; „schnell! Ju einer Stunde soll der große Wagen vorfahren, ich muß noch zum Mittagszuge in Groß-Benitz sein!"
Seine Befehle wurden pünktlich ausgeführt. Al» er fich in einen Wagen erster Klaffe be« an bei kleinen Station haltenden Zuges warf, lachte er: „Jetzt, mein Herr Doktor Bodmer unb mein Herr Leutnant von Setten, klagen Sie!"
XV.
Dr. Gotthold Bodmer hatte bie Mitteilung empfangen, baß bie Untersuchung geschlossen sei unb eine Angelegenheit vor bem nächsten Schwurgericht zur Berhanblung kommen würbe. Gleichzeitig hatte man ihm anheimgegeben, fich einen Verteidiger zu wählen, unb e« war von ihm als solcher ein Studiengenosse bezeichnet worden, der fich in Berlin als Rechtsanwalt niebergelaffen und in der verhältnismäßig kurzen Zeft feiner Thätigkeft sich schon einen sehr guten Ruf als Verteidiger erroorben hatte.
Gottholb erwartete ben Besuch be« Rechtsanwalt« mb ging ernsthaft mit fich zu Rate, was er ihm agen müsse, unb was er ihm sagen bürfe, ohne bi« üote und eine Lebende, bie ihm über alle» steuer »ar, zu kompromittieren.
Bobmer war viel zu sehr ein Sohn seiner nüchternen, praftischen Zett, als daß e» ihm hätte n ben Sinn kommen können, fich in romantischer Leise anfzuopfern, nur damit bas Haupt einer Ser» orbenen mit einem trotz allebern etwas zweifelhaft« Nimbus umkleidet bleibe, aber es ward ihm dach