wünschenswert, in Kirche und Schule das Deutschtum nach Kräften zu fördern. ES ist sicher nicht ohne Grund, daß Westpreußen auch nach der neuesten Statistik wieder weitaus die meisten des Lesens und Schreibens unkundigen Rekruten aufweist.
Die Uebelstände 'find natürlich nicht unbemerkt geblieben und haben eben zu der Wiedereinführung
Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.
vrnL Verla« 3Ä^t50“6^2*2* Jllnstrirtes Sonntagsblatt. ^Redaktion und Expedi^ou^MardÄ? Marburg.
Marburg, “
JvSL «03* r* Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Men; Rudolf XXVIII. 5^(16rQ.
SSffikäMSMSL?«Sonnabend, 9. Dezember 1893. Mosie in Frankfurt e. M., Berlin, München u. Köln; G. L. * x>
»txr deren Raum 10 Pfk, Reklamen für die Zelle 25 Pf«.'0 Daube u, Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. PariS.
-e- Der Polonismus.
In der jüngsten Zeit ist des öfteren auf die von der Regierung den Polen gemachten Zugeständnisse Mgewiesen worden. Die politischen Folgen dieser Wendung beschränken sich, wie man bereits aus der sieratung und dem Schicksal der Militärvorlage ersieht, nicht auf Preuße», und wir werde» dieselben »ohl auch in der jetzigen Session des Reichstages Mihrnehmen. Thatsächlich hat sich bis jetzt wenigstens, die polnische Bewegung selbst hierbei sehr wohl befunden. Von Interesse ist unter diesen Umständen iichstchende Zuschrift aus parlamentarischen Kreisen, vrlche durch die Presse über diese Begünstigung des Polentums verbreitet wird:
Der Polonismus hat in de» letzten Jahren Fortschritte gemacht, die vordem als undenkbar galten, tzr hat nicht nur in Posen und in Westpreußen neue Wahlkreise gewonnen, sondern er hat besonders auch m Oberschlefie», das lange ohne jede politische Verbindung mst dem früheren Polevreiche gewesen war, «ächtig um sich gegriffen. Vorläufig folgt die Bewegung noch dem Zentrum; aber es ist nur eine Arage der Zeit, wann der Bruch geschieht, und es ist kein Geheimnis, daß schon jetzt eine Anzahl oberschlesischer Abgeordneter, die offiziell zum Zentrum zählen, der Polenftaktiou näher stehe». Hand in Hand mst dem Fortschreiten des Polentums geht ein gesteigertes Selbstbewußtsein, daS gelegentlich in «ffene Schmähung des Deutschtums ausartet. Ist S doch bei den letzten Wahlen zum preußischen Ab- geordneteuhause vorgekowmen, daß ein Pole mit deutschem Namen und des Deutschen sehr wohi »ächtig dem Wahlvorstande zurief: „Sprecht polnisch, deutsche Hunde!" Unter solche» Umstände» erfcheiur « nicht ungefährlich, daß die preußische Regierung de» polnischen Bestrebungen weit evtgegenkommt. ft heißt, der polnische Sprachunterricht in den Volks- tzule» der Provinz Posm werde wieder eingeführt. Die Nachricht kann nicht erstaune», denn die Re- giemng war in letzter Zeit auf dem beste» Wege zu diesem Ziel des Polonismus. Man machte hier eine Seine Konzession und da eine kleine Konzession; mau pstattete eine Sprachenverorduung, nach der die tirchenvorstände und Gemeindevertretungen selbst da- mber zu befinden haben, ob sie sich des Deutschen »der Polnische» als Geschästssprache bedienen wollen, van räumte den Pfarrern den Vorsitz in den Kirchen- torftänbc» ei», kurz, man begünstigte gerade die ein- ftlßreicheu Elemente des Polentums. Und doch wäre 8 schon im Interesse der allgemeinen Volksbildung
Irrtümer.
Erzählung von Fi Arnefeld.
sNachdruck verboten^ (Fortsetzungi)
t „Den Schlüssel," wiederholte Frau Bodmer, glicht nur den Schlüflel zu dem Kasten, sondern i dem ganzen Rätsel, aber er wird gefunden wer- dm; die Zuversicht, welche jetzt meine Brust erfüllt, Alscht mich nicht Und nun laß uns gehen."
„Noch eine Frage," sagte Hildegard, sie zurück- Ütend, „darf ich meiner Mutter noch länger ver- ihweigen, was ich Dir vertraut?"
Frau Bodmer blickte sinnend vor sich nieder, Um sagte sie: „Du darfst er. Du hast Gotthold ksprochen zu schweigen, bis er es an der Zeit hält, i reden, und Du könntest durch Dein Geständnis tzt die Dinge nur noch mehr verwirren. Warte vH; wer weiß, wie bald das Siegel von Deinem iunde genommen wird, und suche auch möglichst kräuschlo» nach dem Schlüssel."
Sie verließen zusammen das Gehölz, dann kennten sich ihre Wege. Frau Bodmer ging nach vn Wirtshause, wo ihrer der Wagen harrte, mit tm sie von der Station gekommen war, und Hilde- ttd kehrte nach Lettenhofen zurück. Je näher sie doch dem Ziele ihrer Wanderung kam, desto mehr «achte die gehobene Stimmung, in welche die Unter« «düng mit Gottholds Mutter sie versetzt, wieder * Niedergeschlagenheit Platz. Nicht, daß wieder veifel und Mißttauen gegen den Geliebten ihr erz beschlichen, wohl aber bedrückte sie schwer und werer da» Geheimnis, das sie vor ihren Ettern wahrm mußte; wohl fiel es ihr schwer auf die feie, daß sie von neuem den Kämpfen mit dem mder und dem nicht minder harten Kampf gegen nrnbeck entgegenging.
deS polnische» Sprachunterrichts i» den Volksschulen der östlichen gemischt-sprachige» Laudesteile geführt. Die „Nordd. Allg. Ztg." sagt darüber, der von dem Kultusminister Graf Zedlitz eingefühlte, sogenannte „Privatunterricht" im Polnischen — in den Schullokale» durch die angestellten Lehrer — sei an manchen Orten in schlimmster Weise ausgebeutet worde» und ausgeartet. Die staatliche Schulaufsicht über denselben habe sich so gut wie unwfiksam erwiese». Vielfach habe die Beteiligung au dem Privatunterricht geradezu den Charakter einer Agitation und einer Demonstratio» angenommen. Kultusminister Bosse sei deshalb der Ansicht, daß es besser fei, diese» Privatunterricht wieder aufzuheben und das, was in demselben geboten und ermöglicht werden soll, eine gründliche und nachhaltige Erlernung des Religionsunterrichts seitens der polnisch redenden Kinder der Volksschulen, in den Regierungsbezirken Posen und Bromberg in den amtlichen Stundenplan der Volksschulen selbst zu verlege». Das preußische Staatsmiuisterium solle fich iuzwische» auch mit dieser Absicht des Kultusministers einverstanden erklärt haben.
Ob diese veränderte Form — polnischer Sprachunterricht innerhalb des Lehrplanes, anstatt des „Privatunterrichts" — die Uebelstände ausschließen wird, muß abgewartet werden. Nach de» bisherigen Erfahrungen ist wenig Aussicht dazu vorhanden.
Deutsches Reich.
Aerti«, 7. Dezbr. Der Kaiser fuhr gestern Nachmittag «ach beendeter Generalprobe im Berliner Theater nach dem hiesigen Schloß, konferierte mit dem Reichskanzler und empfing darauf deu Staatssekretär des Auswärtige» Amts zum Vortrag. Nachmittags kehrte der Kaiser nach dem Reuen Palais zurück. Heute Vormittag 10 Uhr nahm der Kaiser den Vorttag des stellvertretende» Chefs des Militärkabinetts, Oberst v. Lippe, entgegen.
— Der Bundesrat beriet iu seiner heuttgen Sitzung die Denkschrift über daS Patentgesetz vom 1. April 1891, sowie die Denkschrift über daS Gesetz, betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern, vom
„Wäre Fritz hier!" seufzte sie. „Er wäre mir eine Schildwache gegen den Rittmeister, und ein Bundesgenosse bei meinen Nachforschungen nach dem Schlüssel l"
Als sie den Hof betrat, kam der Baron ihr eilfertig entgegen. „Gut, daß Du da bist," sagte er; „ich muß sogleich nach Nauen fahren; der Kommandeur des Kadettenhauses hat an mich telegraphiert, daß er Fritz zurückschickt, ich will ihn abholm."
„Was ist mit Fritz?" fragte Hildegard von einer neuen Sorge erfüllt.
„Der Bursche ist so aufgeregt, daß der Ober tabsarzt erklärt hat, es könne auf feinen ganzen Organismus den nachteiligsten Einfluß ausüben, wenn man ihm nicht Freiheit gewähre; et ist deshalb bis nach den Pfingstferim beurlaubt. Ich denke, der Kommandeur fürchtet die Ansteckung und entfernt ihn deshalb; mit kommt er jetzt auch wenig gelegen."
„Aber mir kommt er sehr gelegen," flüsterte Hildegard nachdem ihr Vater sich entfernt. „O Gott ich danke Dir! Du hast den erflehten Beistand gesandt."
XII.
„Hildegard, Papa läßt anspannen; er will mit Bodo nach Falkenhotst fahren," flüsterte am nächsten Tage kurz nach dem Mittagessen Fritz der Schwester zu, welche sich nach den Küchenräumen begeben hatte, um im Auftrage ihrer Mutter einige Anordnungen zu treffen.
„Gott fei Dank!" entgegnete Hildegard, „so sind wir heute vor dem Rittmeister auch sicher. Mama M ihren Nachmittagsschlaf im Gartensaal, da wer- >en wir endlich Gelegenheit zum ungestörten Suchen oben."
1. Juli 1891. Außerdem wurde die Neuwahl vo» 5 Mftgliederu der Kommission für Arbeiterstatistik vorgeuommeu, sowie der Ausschußbericht über den Entwurf der Bestimmungen wegen der Nachmittags« pause» der in den Spinnereien beschäftigten jugendlichen Arbeiter beraten.
— Die Budgetkommission des Reichstags hat sich nochmals mit dem Gesetzentwürfe, betreffend die Gewährung von Unterstützungen an Invalide aus dem Kriege von 1870/71 beschäftigt und den gestern angenommene» Abänderungsantrag des Abg. Singer zu 8 6 Abs. 2 wieder aufgehoben. Ei» Antrag wurde angenommen, welcher dahin geht, diese Novelle in den Rahme» der früheren Gesetzgebung einzureihen. Im übrige» wurde die Novelle genehmigt.
— Die Deutschsozialen brachten im Reichstag den Antrag ein, einen Gesetzentwurf vorzulege», wodurch den nicht in Deutschland geborene» und erzogenen Personen die dauernde berufsmäßige Ausübung bet Seelsorge, bes Jugeubunterrichts unb bet Erziehung untersagt werben soll.
— Die Vethaubluugen mit ben anwesenden französischen Delegierte» übet die eubgiltige Abgrenzung Kameruns sollen am Freitag ihren Anfang nehme».
— Die „Notbb. Allg. Ztg." teilt als Seiten- stück zu dem kameradschaftliche» Einvernehmen bei bet Eiulabuug bes benachbarten russische» Dragoner-Regiments bntch bie Garnison Soldau mit, baß höhere russische Postbeamte aus Sosnowice am 3. Dezember bet in Kattowitz stattgehabteu Einweihung bes neuen Reichspostgebäubes beiwohnten unb bem Staatssekretär von Stephan ein Begrüßung? - telegramm übermittelten. Letzterer bankte unb brückte seine Freude über bie fteundnachbarliche Beteiligung ber russischen Kollege» au ber Einweihungsfeier aus.
— Die „Nordd. Allgem. Ztg." stellt in einer Korrespondenz die schweizerische und die deutsche Sozialdemokratie einander gegenüber unb betont bie partikularistische Abschließung bet elfteren. Sie bezeichnet bie schweizerische» Sozialisten im Vergleiche zu ben deutschen, bie kosmopolitischen Träumen nachhängen, als recht gesunbe, klare Köpfe, bereu Ziele so gefaßt seien, baß sie zunächst ben begrenzten Boben ihrer Heimat zusammenfassen wollen. „Wenn solche Gebauke» bei ber Sozialdemokratie einziehen, so werben sich bie Führer selbst allmählich überzeugen, baß bie kosmopolitischen Revolutionsideen nur i« einem Fiebetttaume zur Herrschaft gelangen können".
— Ahlwarbt, welcher gegenwätttg in Plötzensee seine Haft von fünf Monaten verbüßt, will eine
Hildegard hatte dem Bruder schon am vergangenen Abend zugeraunt, daß sie eine genaue Durch- suchung von Adelheids Zimmern vornehmen müsse Fritz war je och von den Eltern, die sich um ihn sorgten, so in Anspruch genommen gewesen, daß sie ihn nur ganz flüchtig sprechen und ihm nicht einmal mitteilen gekonnt hatte, um was es sich dabei eigentlich handle. Auch am anbem Tage war für sie noch keine Gelegenheit dazu gewesen und jetzt lag ihnen für den Augenblick Dringenderes ob, nämlich von Dorothee das Oeffnen der Zimmer zu erlangen. Sie wollte sich zuerst durchaus nicht dazu verstehen und berief sich auf den strengen Befehl des Herrn Baron.
„Papa will die Zimmer nur verschlossen halten, »mit Mama durch ihren Anblick und durch den Anblick von Sachen, die Adelheids Eigentum waren, nicht immer von neuem aufgeregt wird," sagte Hilde- gard. „Wir werden uns aber schon in acht nehmen, >aß sie nichts davon merkt"
Die alte Haushälterin schüttelte den Kopf. «Es ft nicht deshalb allein, man stört die Ruhe der Toten, wenn man vor Ablauf der ersten sechs Wochen in ihren Sachen wühlt."
„Aber Dorothee, wie kann man so abergläubisch sein," verwies Fritz in seinem Kadettenstolz.
„Es ist kein Aberglaube, man hat Beispiele —"
„Still, still, streiten wir nicht," unterbrach sie Hildegard, denn wenn Dorothee sich erst auf das Anführen von Beispielen einließ, konnte die Verhandlung sehr weitläufig werden. „Willst Du es auf Dein Gewissen nehmen, wenn Bodmer unschuldig verurteilt wird?"
„Herr Bodo sagt aber, er sei schuldig."
„Und Hildegard und ich sagen, er ist unschuldig!" rief Fritz.
nochmaligeVerha»dlu»g des Judenflinten-Pro« z ess es herbeiführen und hat bereits einen Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Er glaubt, durch nachträglich erhaltenes Beweismaterial die Richtigkeit der seiner Zeit vo» ihm erhobeueu Behauptungen erweisen zu könneu.
Areskan, 7. Dezbr. Die Verhandlungen betteffS der Loslösung des österreichischen Teiles ber Breslauer Diözese find bem Abschlüsse nahe. Fürstbischof Kopp hat bereits seine prinzipielle Zustimmung angekünbigt.
M Suche«, 7. Dezbr. Die Abgeorbnetenkammer nahm bas Krebftgesetz für weitere Doppelgeleise und Beschaffung von Bahn-Fahrmaterial im Gesamtbeträge von 30,494,200 Mk. an
Ausland.
Hesterreich-Ilngenn. DaS Abgeordnetenhaus nahm einen Gesetzentwurf au, betreffend die Ausdehnung der Unfallversicherung auf diejenigen Betriebe, welche bisher der Unfallversicherung nicht angehört haben. Dahin gehören u. a.: Eisenbahnbetrieb, Binnenschiffahrt, Straßenreiuigung, Theater, BerufS- feuerwehr. Gleichzeitig wurde eine Resolution angenommen, wonach auch die Post« und Telegropheu- bedienstete» ber Unfallversicherung unterliegen.
Italien. Den Blättern „Don ChiSciotte" und „Meffagero" zufolge betreffen bie im letzten Augenblick bezüglich ber Kabinettsbilbung entstandene» Schwierigkeiten ben General Baratieri. „Do» ChiSciotte" meldet unter Vorbehalt, der König miß- billge die Wahl Baratieri's zum Minister. Baratieri soll als gebürtiger Trientiner mit den Irredentisten in Beziehung stehen.
Rom, 7. Dezbr. Der König empfing Vormittag Zanarbelli und wird Nachmittag bie Präsidenten des Senats empfangen.
Aranstreich. Kammer. Dupuy übernahm bie Präsidentschaft mit einer kurzen Rebe, bie allgemeinen Beifall fanb. Er versprach, alle Kräfte auf- zubieteu, um bie ihm zu Teil geworbene Ehre zu verbienen, sich aller Parteilichkeit zu enthalten, alle Meinungen zu respektieren nub keine zu verachten. Wenn er manchmal im Jbcenkampfe zu lebhaft au- gegriffen unb zu schroff geantwortet habe, so werbe er in seiner jetzigen Funktion um so mehr Mäßigkeit unb Höflichkeit üben.
Hugkavd. Unterhaus. Grey erklärte, baS Protokoll, betreffenb bie Errichtung eines neutrale» Staates zwischen Siam unb ben britischen Besitzungen, sei unterzeichnet. Der Wortlaut bes Abkommen»
„Die Mama sagt es auch," fügte Hildegard hinzu; „wenn Du Dich noch länger weigerst, uns die Schlüssel zu geben, muß ich ihre Hilfe anrufen, daß sie es Dir befiehlt"
„Fräulein Hildegard, das werden Sie nicht!"
„Was bleibt mir übrig, wenn Du mich dazu zwingst?" entgegnete das junge Mädchen, wohl wissend, daß die Alte alles thue, ehe sie ihrer angebeteten gnädigen Frau eine Unruhe bereiten ließe. „Ich gehe sogleich zu ihr." Sie wandte sich »ach der Thür. Dorothee hielt sie am Arm zurück.
„Bleiben Sie nur; wenn Sie und Junker Fritz etwas wollen, da weiß ich schon, daß ich nachgeben muß; aber ich wasche meine Hände in Unschuld. Da haben Sie die Schlüssel."
Sie händigte sie Hildegard ein, und die Geschwister eilten geräuschlos bie Treppe hinauf. Fritz nahm Hikegard den Schlüflel aus der Hand und schloß die Thür auf, dann aber blieben beide doch zögernd auf der Schwelle stehen; ein Grauen, das sie nicht abzuschütteln vermochten, befiel sie, als sie nun in das durch die geschlossenen Läden verdunkelte Zimmer blickten.
„Genau wie an jenem Morgen, als ich sie wecken wollte," flüsterte Hildegard. „Mir ist, al» sähe ich sie dort auf dem Bett liegen."
„Da» Bett steht gar nicht mehr da," antwortete Fritz, dessen Auge fich bereits an bie Dunkelheit gewöhnt hatte, ebenso leise; dann faßte er fich ein Herz und fügte hinzu: „Komm, Hildegard, ich will sie gäben öffnen, wir werben es boch nicht wie Dorothee machen unb an allerlei Schnickschnack glauben."
Im vorschriftsmäßigen Taktschritt, aber nicht ohne boch verstohlen in bie Ecken zu blicken, ging er zum Fenster unb stieß bie Läden auf. „Er ist