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öchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg «nd Kirchhai«

SMAnt S^peMttou^SttSL ntiIet to ""bw Jllustrirtes Sonntagsblatt

M 286

Zweites Blatt

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i» den Reichslanden erfülle vollkommen ihren Zweck. Die Einführung des UnterMtzungswohnfitzgesetzeS in den ReichS-

Qesetz

Abg. Frhr. v. Gültl in gen (Reichspartei) erklärt, die

»och Molkenbuhr (Soz.) auf Lücken in der Vorlage hinge-

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Der Himmel im Dezember.

November und März find die beide« schlimmsten Monate deS Jahres in meteorologischer Beziehung, aber auch der Dezember ist nicht viel bester; erst

und der letzte Monat des Jahres, sind Januar und Dezember einander gleich, eS stehen endlich einmal alle großen Planeten am Himmel. Der kleine Merkur steht tief im Südosten etwa von 6 Uhr bis 6 Uhr 45 M. Für die SichtbarkeitSverhältniffe der Venus ist der Monat Dezember ebenfalls ganz besonders günstig. Bei Sonnenuntergang steht der Planet bereits am südwestlichen Himmel, er geht mit jedem Tage später unter, zuletzt erst gegen 8 Uhr abends. Mars ist als Morgenstern sichtbar und geht gegen 5 Uhr morgens auf. Jupiter steht wie Venus bei Sonnenuntergang bereits hoch am Himmel, fast genau im Osten. Der Saturn geht etwas vor 3 Uhr morgens auf, am Ende des Jahres bereits um 1 Uhr 30 M.

von rödel' tb«l»

der Januar mit seinen klaren Frosttagen bringt eine energische Wendnug zum Befferen. Der wahre Luft- drnck im Meeresniveau steigt im Dezember um 0,9 mm auf 762,0 mm als Monatsmittel, wo­gegen die Lufttemperatur merklich abfällt und um 3,0 Grad Lelsius auf 0,7 Grad Celsius herunter- finkt. An Bewölkung und Regentage» ist der Dezbr. allen übrigen Monate» weit voran, 77 pTt. des Himmels find durchschnittlich bedeckt, auf klare Tage ist also wenig oder gamicht zu rechuen. Tage mit meßbarem Niederschlag hat der Dezember 16,1, unter diesen 6,7 Tage mit Schnee. Indessen find seine Niederschläge wenig ergiebig, da die NiederschlagS- höhe nur 51 mm beträgt, also nicht mehr, wie im Mai mit 12,3 Regentage» und nur 2/s soviel wie im Juli, wo 74 mm Regen au 14,0 Tagen fallen. Die absolute Feuchtigkeit der Lust beträgt 14,2 mm, die rrlative 84 pCt.

Die Tageslänge nimmt zunächst noch ab, allerdings eigentlich nur Vormittags, indem die Sonne mit jedem Tage etwa eine Minute später aufgeht und zwar bis zum Ende des MouatS, während der Sonnenunter­gang nur bis zum 12. deS Monats früher erfolgt, daun schiebt er sich wieder heraus, bis zum 31. Dezbr. um 10 Minuten. So kommt es, daß am 1. Dezbr. der Vormittag «m 22 Mnuten den Nachmittag über­trifft, am 15. Dezember ist er noch 9 Minute« länger, am 31. Dezbr. dagegen um 8 Minuten kürzer.

Am 1. Dezember geht die Sonne ans um 7 Uhr 51 Min. und geht unter um 3 Uhr 47 Min., die astronomische Dämmerung dauert noch bis 4 Uhr 35 Min., die bürgerliche bi» 5 Uhr 56 Min. Am 15. Dezember beginnt der Tag um 8 Uhr 7 Min., der Abend bricht an um 3 Uhr 44 Min. und wird durch die Dämmeruug bis 5 Uhr 54 Mn. verzögert. Arn 31. Dezember weicht die Nacht dem Morgenlicht um 8 Uhr 14. Mn. das Tagesgestirn finkt herab

um 3 Uhr 54 Min., die Dämmerung währt bis

6 Uhr 1 Min. Am 21. Dezember, 3 Uhr Nach­

mittags, tritt die Sonne in das Zeichen des Stein­bocks, sie hat am Mittag den größten Abstand vorn Scheitelpunkt und bringt bett kürzeste» Tag hervor, es beginnt im astronomischen Sinne der Winter. Die Sonne steigt am Horizont empor nm 8 Uhr 11 Mn., der Tag endet um 3 Uhr 46 Min., seine Ausdehnung beträgt als» 7 Stunden 35 Min. lieber die Flecken- thätigkeit auf der Souue ist nichts Besonderes zu berichten; anormale Störnnge» haben nicht statt- gesunde».

Der Mond ist am Anfang des Monats im Ab- nehmen begriffen; am 8. Dezember Neumond, und am 9. Dezember steht der Mond in Erdferne, einen Tag nach Winters Anfang in Erdnähe, Vollmond ist am 23. stüh 5 Uhr. Am letzten Tage bei Jahres steht der Begleiter unseres Planeten abermals i» Erdnähe.

In Beziehung auf die Planeten find der erste

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(WerwillsicheinenBulkan kaufen?) Die beiden großen Vulkane Sttollur «nd Geysir auf Island gehören einem Privatmau». Dieser hat im Kopenhagener Amts bl." die Anzeige erlafle», daß beide Vnlkane für 3000 Kronen zu verkaufen find.

Pensionsanstalt deutscher Journalisten und Schriftsteller (A. V.) Der Stand der vorläufig angemeldete» Mitglieder ist im Monat November von 492 auf 533, der definitiv aufge­nommenen von 215 auf 259 gestiegen. Nachdem die mannigfachen Vorteile eines Eintritts im Jahre 1893 schon mehrfach erörtert wurden, erübrigt nichts als das wiederholte Ersuchen an alle Interessenten, sich möglichst bald zu melden. Als sehr erfreulich ist der nunmehr beschlosfene korporattve Beitritt desJournalisten- und SchriftstellervereinS für Schlesien und Mähren" des neugegründetenWest- österrerichischen Journalisten- und Schriftstellerver­bandes", die fortschreitende Organisation der Orts- verbände, die Anteilnahme deutscher Journalisten im AuSlande zu bezeichnen. Die bisherigen Mn- nahmen der Anstalt beziffern sich auf rund 50 000 M. Schenkungen erfolgten ». A. von den BerlagSfirmeu BrockhanS und Reclam in Leipzig, Bazar-Aktienge­sellschaft in Berlin, Zugang in Brünn. Ausschlüsse jeder Art werden von der Penfionsanstalt, München, Schäfflerstraße 16/11, jederzeit bereitwilligst erteilt.

Verantwortlicher Redakteur: D r. H. W. Kühne in Marburg. Redaktion und Expedition: Markt 21.

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Stettin, 3. Dezbr. Am 27. November wurden i« Strellin bei Stolp Herrn Mach gehörig von etwa 30 Schützen auf einer Feldmark von ungefähr 4500 Morgen 450 Hasen geschaffen, davon im ersten Treiben, einem Vorstehtreiben, 213. Der Schwer­punkt dieses seltenen Resultates liegt überhaupt darin, daß von den 6 Trieben nur ein Kessel war, die anderen 5 Vorstehtriebe.

Schneidemühl, 2. Dec. Das Projekt deS Oberbergrats Freund erweist sich als undurchführbar Die verstopfte Quelle des Unglücksbrunnens brach heute mit ernster Gewalt hervor. Es herrscht völlige Ratlosigkeit. Die Gefahr wächst.

Königsberg i. Pr., 3. Dezbr. Ein seltener Hase ist, wie dieK. H. Ztg." berichtet, in ver­gangener Woche bei einer Treibjagd auf den Feldern zwischen Neuhausen und Koppelsdorf erlegt worden. Mau fand nämlich au seinem Halse eine mittels einer Kette befestigte Blechtafel mit der Aufschrift: Entlassen nach vierwöchentlicher Gefangenschaft als flinkes Junghäschen. Wessen Schuß mich treffen sollte, bringe Nachricht meinem unten genannten Pfleger. Glauttnen bei Kreuzburg, den 12. Mai 1888. Bärwald, Gutsbesitzer." Freund Lampe hat sich also nicht weniger als fünfeinhalb Jahre dem tätlichen Blei zu entziehen gewußt und in dieser Zeit bat Weg anS der Kreuzbnrger Gegend bis in die von Neuhausen zmückgelegt.

(Kraft des Sturmwinds.) Manschreibt aus Lübbenau: Daß die Stürme der vorletzte» Woche nicht nur auf dem Meere so heftig wüteten, sondern auch hierzulande, beweist der Fall, daß hier ein großer, starker und gesunder Manu von der Plattform eines Eisenbahnwagens durch einen Wind­stoß herabgeschleudert wurde. ES war der Groß­händler Z., der mit der Eisenbahn vom Kottbuser Markt nach Hause fuhr. Der Unfall ereignete sich bei Raddusch. Als man nach Ankunft des Zuges den Verunglückten suchte, fand man ihn zwar be«

Warnung vor Täuschung.

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Apotheken) hat zu oerschied«»«» werthlosen Nachahmungen ka» selben geführt. Es sei de»h-0> hiermit nochmals darauf auf­merksam gemacht, daß die ächten, von den Professoren Dr. R. Virchow, Dr. von tiietl, I>r. Reclam, Dr. von Xnssbaum, Dr. Berte, Dr. von Korczynski, Dr. Rrandt, Dr von Frerichs, Dr. von Scan­nen!, Dr. C. Witt, Dr. Zdekauer, Dr. Soeder- stiidt, Dr. Lambl, Dr.

wiesen hat, wird dieselbe an eine Kommission von 21 Mit­gliedern verwiesen.

Bei Beratung der Novelle zum Viehseuchengesetz teilt btt Minister v. Heyden mit, daß die Maul- und Klauen­seuche im September den tiefsten Stand gehabt habe, aber im Oktober in Oberschlesien und Ostpreußen etwas stärker ausgetreten ist, so daß Gefahr vorhanden ist, daß in ein­zelnen Landesteilen die Seuche sich verbreitet. Der Minister wünscht, daß in die Kommission für die Vorlage möglichst diele praktische Landwirte gewählt werden.

Die Vorlage wird einer Kommission überwiesen. Die auf der Tagesordnung stehenden Rechnungssachen werden ohne Debatte erledigt. Die nächste Sitzung findet morgen, nachmittags 1 Uhr, statt. Tagesordnung: Stcmpelsteuer- gesetznovelle.

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Som- «nd (ID Aiiltit u.a

Feiertagen. Quartal-Abonnements-PreiS bei der Expe- wItITvUvUt

dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exkl. ~

Bestellgeld). JnseratiouSgebühr für die gespaltene Zeile Dienstag, 5. Dezember 1893 »der d«en Raum 10 Pfg., Reklamen für btt Zelle 25 Pfg. 0

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Berlin, 4. Dezember 1893. 1 Uhr.

Am BuudeSratStische: Dr. v. Boetticher, Frhr. v. Marschall, v. Heyden, Dr. Nieberding u. <u

Zur ersten Beratung steht zunächst der Gesetzentwurf, betreffend die Aruderung des Gesetze» über den Unter- stützungSwohnsitz «nd die Ergänzung de» EttafgesetzbuchS.

Abg. ®reift (Ztr.) befürwortet, daß die von den Snneiudrn unterstützten Personen in besonderen Anstatten beschäftigt Werdern

Abg. B r ü h a e (Soz.) hätt eine Acnderung de» Jn- palidstäiS- und de» UnfallverstcheruugSgesetzes für wichttger als die Vorlage. Redner wünscht die Ausdehnung des Sesetze» auf Bayern und Elsaß-Lothringen, welchem Wunsche Osann (ntL) sich anschließt.

Staatssekretär v. B o e t t i ch e r erklärt, die Ausdehnung «f Elsaß, Lothringen werde fich ermöglichen laflen, sobald b»rt die Verwaltung»- und Steuerreform beendigt sein verdtt Bezüglich Bayern» komme das Reservattecht in betracht. Man möge zunächst die zunehmende Wirkung der sozialpoltttschen Gesetze abwarte«.

Abgi v. H o l l e u f e r (kons.j erklärt fich im wesentlichen «ü der Vorlage einverstanden Dr. Böcke! (Antts.) be- püßt in der Vorlage eine wesenlliche Einlastung ländlicher Kemeiudtm

Abg. Gamp (Reichsp.) empfiehtt eine Besttmmung, daß «ach dem 60. Lebensjahre kein neuer UnterstützungS Wohnsitz erworben werden könne und daß die untere Alters­grenze für den Erwerb de» Unterstützungswohnsitzes auf das 16, Lebensjahr herabgesetzt werde.

Staatssekretär m Bötticher spricht fich gegen die Anführung der obigen Altersgrenze auSi ES sei unmöglich zu bestimmen, wann die Erwerbsfähigkeit aufhöre. Die Ltadtgemeinden würden bestrebt sein, Leute, welche fich der obigen Altersgrenze nähern, abzuschieben.

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pferuder landen sei daher nicht angebracht.

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Die Adgg. Schröder (ft eis. Vereinigung) und von t werd» Rarquarbfen (natl.) hatten eine Beratung der Vorlage heilig» 1 ta der Kommission für überflüssig.

Abg. Winterer (Elsäffer) führt aus, die Armenpflege