öcherrtliche Beilage«: Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
M 285
»erlag • 3^j^Än8Jt^0(^e^’ne^^^,tKtferti " Jllustrirtes Sonntagsblatt
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatter, sowie die Annoncen-Bnreaux von Haasenstein u. Vogler in w mit __
Frankfurt tu M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf AA V 11k 5((XDtQ« Mofle in Frankfurt a. Mi, Berlin, München u. Köln; G. L Daube u, Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, PariSi
Verantwortlicher Redakteur: Dr. H. W. Kühne in Marburgi Redaktion und Expeditwn: Markt 81.
Erscheint täglich außer au Werktagm mich Son», und an *^***4,^
Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe- VJluTvUTU*
dition 2 Mk., bei allen Postämtern 2 Mk. 25 Pfg. (exL
Dienstag, 5. Dezember 1893
Zweites Blatt.
Kommunallandtag für Kurhessen.
(Spezialbericht der Oberhessischen Zeitung.)
Ms. Eassel, 2. Dezbr. 1893.
Die zweite öffentliche Sitzung des Kommunal- landtages fand heule statt und wohnte derselbe» als Vertreter der Kgl. Staatsregierung Se. Excelleuz der Herr Oberpräsideut Magdeburg uud Herr Ober- präfidialrat Poteu bei. Der Vorsitzende Herr Kammer« Herr von der Malsburg-Escheberg eröffnete die Sitzung um ll1/* Uhr. Nach Verlesung uud Genehmigung des Protokolles wurde ia die Tagesordoung eingetreten und erstattete zunächst Herr Sanitätsrat Dr. Eudemaun als Berichterstatter ausführliche Mitteilungen über den Voranschlag der Landesbibltothek zu Cassel für das Jahr 1894. Darnach entspricht der Voranschlag im Allgemeinen bett Einstellungen im laufenden Etat. In der Ausgabe sind an Ge hältern 2 598 Mk. mehr eingestellt, waS auf die den Beamten gewährten Zulagen, sowie ferner auf die Annahme eines wissenschaftlichen HülfsarbeiterS und die im Jahre 1894 zu erwartenden Gehaltsauf- ' besserungen zurückznsühren ist. Au Ruhegehältern find 400 Mk. weniger vorgesehen, was durch das Ab leben der Wttlwe des Bibliothekars Groß, zu erklären ist. Die Gesamtsumme der Einnahmen und Ausgaben beziffert sich auf 35 700 Mk. Als Einnahme ist ei» Zuschuß aus der Landeshauptkafle im gleichen Betrage eingestellt. Auf Antrag des Hauptausschusses wird dann auch der Voranschlag gutgeheißen, lieber ben Voranschlag ber Lanbesbtbliothet zu Fulba für baS Jahr 1894 berichtete Herr Laudesrat Dr. Knorz. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe auf 6280 M. ab unb ist, von geringen Aenderungeu abgesehen, bem laufeuben Etat ziemlich gleich. Auf Antrag bes Berichterstatters wirb auch biefer Voranschlag vom Landtage genehmigt. Darnach gelaugte baS „Reglement zur Ausführung bes Ar- ttkels I des Gesetzes vom 22. April 1892, betreffend die Entschädigung für au Mtlzbraud gefallene Tiere" zur Beratung. Als Berichterstatter fungierte Herr Gutsbesitzer Beiuheuer, welcher bett Antrag des Hauptausschusses begründete, bet bahingiug, ber Landtag wolle sich die Genehmigung deS obigen Reglements durch die Herren Reflortmiuister des Innern und für Landwirtschaft, Domänen uud Forste» vom 8. August 1893 zur Nachricht dieueu lasse». Nunmehr gelaugte der Voranschlag deS Viehseuchenfonds für bas Jahr 1894 zur Beratung. Für baS Jahr 1894
konnte von bet Erhebung einer Abgabe für ben Viehseuchenfoubs ebenfalls abgesehen werbe», obwohl bem Amtsrat Spötter zu Domäne Mittelhof anch im Jahre 1893 für wegen Rotzkrankheit getötete Pferbe erhebliche Entschädigungssummen (8687 M.) gezahlt werden mußten, und infolgedessen der Reservefonds für Pferde sich nur um einen geringen Betrag vermehrt hat. Der Reservefonds für Pferde wird bis zum Schluffe des JahreS 1893 voraussichtlich eine Höhe von 68000 Mk. erreichen, ber Reservefoub für Rindvieh etwa 102000 Mk., sodaß die im Reglement vorgesehene Maximalhöhe von 40000 Mark (für Pferde) und 80000 Mark für Rindvieh immer noch erheblich überschritten ist und die Unterlassung einer Abgaben-Erhebung unbedenklich erscheint. Auf Antrag des Berichterstatters Herrn Gutsbesitzers Sinning wurde im Sinne des Beschlusses des Hauptausschuffes der Voranschlag genehmigt. — Ueber die Vorlage des Landesausschusses, betreffend Antrag auf Genehmigung eines über den Umbau der Ladenräume und des I. Stockes des der hessischen Brandoersicheiungs-Anstalt gehörigen Hauses Rr. 6 am Friedrichplatze gefaßten Beschlusses, berichtete Herr Justizrat Rieß und beantragte Namens des Hauptausschusses „der Kommunallandtag wolle die nach der Provinzialordnuug erforderliche Ge nehmigung dazu, daß der Etat der hessischen Braud- versicherungsanstalt für 1893 unter Titel IV. la um die Summen des revidierten Kostenanschlages mit 15000 Mk. durch den Landes-Ausschuß erhöht worden ist, nachträglich erteilen". Sodann wurde in die Beratung des Voranschlages der Jrreuheilanstalt zu Marburg für das Jahr 1894 eingetreten. Derselbe balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 256 900 Mk. Von den Pfleglingen sollen hierzu 160180 Mark erhoben werden, sodaß die kommunalständischeu Kassen noch einen Zuschuß vou 85600 Mk. leisten müssen. Als Berichterstatter befürwortete Herr Sanitätsrat Dr. Endemann, den Antrag des Hauptausschuffes, der Landtag wolle dem Voranschlag der Jrrenheil- anstalt seine Genehmigung erteilen, auzunehmen. — Dasselbe geschieht. Znm Schluß gelangt der Bericht des Landesausschusses, betreffend die Unterstützung deS Betriebes von Kreiskraukenhäuseru Seitens des Bezirksverbandes zur Beratung. Als Berichterstatter begründete Herr Sanitätsrat Dr. Endemann die Anträge des Hauptansschnsses. Infolge einer vom Kreise Hofgeismar ergangenen Anregung hatte nämlich der vorjährige Kommunallaudtag beschlossen, „daß unter Anerkennung des Bedürfnisses der Errichtung von Kreis-Krankenhäusern der Landesausschuß ermächtigt werde, die Grundsätze ber Unterstützung des
Betriebes dieser Krankenhäuser zu entwerfen und dem nächsten Kommunallandtage votzulegen." Inzwischen haben sich nun die in Betracht kommenden Verhältnisse in einer ber Errichtung unb Unterstützung ber KreiSkrankeuhäuser ungünstigen Richtung verschoben. So gelangen bie Einnahmen aus ber Lex Hüne in Fortfall, bie Kreise selbst verhalten sich ablehuenb unb abwartenb, ferner stellt ber Entwurf eines Reichsseuchengesetzes erhebliche Veränderungen übet die Fürsorge für ansteckende Kranke in Aussicht 2c. und endlich empfiehlt es sich, für den Bezirks verband, bei der eigenen Finanzlage desselben dermalen und abgesehen von der Möglichkeit einer ferneren Belastung durch das in Aussicht stehende Reichsseuchengesetz, nicht seinerseits Anregung zu weiteren erheblichen Ans gaben zn geben. Det LaudeSausschuß hat deshalb geglaubt, von der ihm im vorigen Jahre erteilten Ermächtigung keinen Gebrauch zur Zeit machen zu sollen. Ueber diesen Antrag entspinnt sich eine längere Debatte. Herr Landtat von Schenk Wttzenhansen betont, daß et es für richtiger halte, wenig große als viel kleine Krankenhäuser zu bauen, denn bei kleine« Krankenhäusern würden die Kosten verhältnismäßig vfil höher sein. Herr Kanrmerherr von Pappenheim - Liebenau will diesen Standpunkt nicht unwidersprochen lassen schon um den Schein zu vermeiden, daß diese Ansicht etwa maßgebend für de» ablehnenden Beschluß des Landesausschusses gewesen sei. Im Gegenteil, nur die augenblickliche Lage mache die Errichtung kleiner Krarkenhäuser, die er nach wie vor für sehr wünschens wert halte, unmöglich. Herr Bürgermeister Berta- Sooden hält die Ktaukenhäuset ebenfalls für seht zeitgemäß und zweckmäßig. Im Kreise Schlüchtern bestehen solche Anstalten uub bewähren sich in jeder Beziehung gut. Er fei der Ansicht, der Kommunal- landtag im vorigen Iahte habe sich im Prinzip mit den Kreisktankenhäuseru eia verstanden erklärt. Er beantrage daher, dem Kreise Schlüchtern eine jährliche Unterstützung von 5000 Mk. zu bewilligen. Herr Laudrat von Schwertzell-Ziegenhain bemerkt, das Bedürfnis für Kreiskrankenhäuset dürfe nicht allgemnin verneint, sonder« von Fall zu Fall erwogen werden. Im übrigen ist er für den Antrag Berta. Nachdem mehrere Redner widersptocheu, zieht ber Antragsteller feinen Antrag zurück. Darauf wird ber Antrag des Landesausschusses angnnommeu und bie Sitzung geschlossen.
Hessen-Nassau
MarSurg, 4. Dez. (Der Erlaß gegen bie Sozialbemokratie.) Die „Norbb. Allg. Ztg." knüpft erneut a» ben Erlaß des Ministers des Innern
gegen bie Sozialbemokratie an; sie erachtet bie barem geübte Kritik für sie sehr unzweckmäßig unb beklagt die Uneinigkeit ber bürgerlichen Parteien in bet Bekämpfung bet Sozialbemokratie; sie sagt: „Der Parteigeist feiert in unserem öffentlichen Leben leibet sehr betrübte Triumphe. Wem aubers als ben umstürzlerischen Bestrebungen ber sozialrevolutiouären Propaganda kann es denn zugute komme», wenn in demselben Momente, in welchem an Alle die Mahnung ergeht, jene zu bekämpfen, Alle rufen: die Anderen sind es welche die silbernen Löffel gestohlen haben?! Die Erfolge, welche die Sozialdemokratie anfzuweisen hat, sind nicht zum wenigsten Erfolge ber Uneinigkeit ihrer bürgerlichen Gegner, bet Uneinigkeit, welche nicht einig fein will, weil bet Anbete einen Parteirock von anberet Farbe trägt. Uub wen« angesichts dieses wenig erbaulichen Zustandes der Regietnugs- organe ihrerseits ihre Pflicht und Schuldigkeit thuu und sich bemühe«, innerhalb des gesetzlich gezogenen Rahmens jene Bekämpfung der Sozialdemokratte in die Wege zu leiten, die eigentlich Sache der bürgerlichen Parteien wäre, von diesen aber aus Patteisucht nicht geleistet wird, dann hat Niemand den ehrlichen Nut, auzuerkennen: ja, das ist das Richtige, und wir wolle» uns beffer«; nein, bann ist eben bieses auch nur eine erwünschte Gelegenheit, ben bürgerlichen Parteikonkurrenten einiges Unangenehme zu sagen! Daß babei ber Weizen ber Sozialdemokratie gedeiht; — kann man sich darüber wundern?
Marv«rg, 4.Dezbr. (Einschränkung de» militärischen Urlaubs.) Im Jntereffe der militärischen Ausbildung wird bei der nunmehrigen zweijährigen Dienstzeit sowohl ber sogenannte Ernte- Urlaub, als auch ber übliche Urlaub zu Weihnachten, Ostern, Pfingsten in Wegfall kommen, beziehungsweise bedeutend eingeschränkt werbe«.
Marburg, 4. Dezbr. (6 5 Feiertage.) Wie eine Durchficht des Kalenders von 1894 ergießt, werden im nächsten Iahte sämtliche Feiertage, welche nicht ein für alle mal auf einen Sonntag gelegt find, an einem Werktage gefeiert. ES kommt ein solcher Fall ziemlich selten vor. Die Zahl der Ruhetage beträgt unter Hinzurechnung der Sonntage hn Jahre 1894 65, wovon allein 7, bei den Katholiken 8, auf den Monat Dezember entfallen.
Ca. 6000 Stück Seidenstoffe — ab eigener Fabrik — schwär re, weiße und sa>b(ge — w 75 Psk bis Mk >8 65 p. Meter — glatt, gestreift, karriert, gemustert, Damaste rc. (ca. 240 versch. Qual, und 2000 versch. Farben, DessinS rc.) «y Porto- und steuerfrei ins Hans !! Katalog und Muster umgehende
G. Hennederg'S Seidenfabrik (L k. Hoff.), Zürich.
Vorschuss - Verein
e. 6.
Marburg
eit «beschränkter Haftpflicht
Der Verein gibt größere und kleinere
Darlehen
gegen hinlängliche Sicherheit.
Die (616
Spark ass< desselben verzinst Einlagen bei kurzer Rückzahlungsfrist mit 3 / %; größere Beträge bei längerer Kündigung nach besonderer Vereinbarung. Geschästslokal: Marktgaffe 18 eine halbe Treppe hoch, Eingang durch den Hausflur. Kassenstunden: Vormittags 9—12 Uhr, Nach- mittags 3—4 Uhr.__
□ 00000000 00 c
Zithern §
X billig zu verkaufen. (7302 g
X Ed. Bamberger, g 000000000000
Süßrahmbutter ist regelmäßig zu hoben bet ö<Yl Leypoldt am Morst.
PM" Grösstes Lager am hiesigen Platze *W
Parfümerie«, Schwämme«
Bürste«,
sowie allen für die Tollette «tthigen Segenstünden empfiehlt
Ch. Ebert, Rosensttaste 3.
US)
^k leinere Erkerwohnung zu nenn.
OM849) Rosenstrotze 7II.
tu billigste« Preise«.
(8955
Fuhrwerk.
(Wagen und Chaise«) bringt in empfehlende Erinnerung.
Konrad Boss, Friseur 89 Wettergaffe 89.
Der plastische Rathgeier im Obst- uud Gartenbau.
Erscheint wöchentlich, reich illnstrirt.
-reis vierteljährlich 1 Mark.
Der praktische Rathgeber hat die Aufgabe, allen denen, die ihren (Sorten selbst bewirthschasten, sei es, daß fie Obst ziehen, Gemüsebau treiben, oder ihre Blumen selbst pflegen wollen, bauernb Anleitung zu geben, wie fie am praktischsten, billigsten unb sichersten ihren Zweck erreichen. Vier wiffenschastlich gebübete Gärtner ftnb an ber Rebastion angestellt. Der prattische Rathgeber besitzt einen Versuchsgarten, unter seiner Leitung steht ein Mustergarten von 45 Morgen. — Auch ist mit bei Redaktion eine Versuchskellerei verbunden, in welcher Obstweine nach stets verschiedenen Methoden und Reeepten gekeltert werden.
Man abonnitt bei der Post oder in jeder Buchhandlung.
Probenummern find auf Wunsch unentgeltlich zu beziehen durch die Königliche Hofbuchdruckerei Trowitzsch ». Sohn in Frankfurt a. O. [6741
Dampfziegelei V. Zalehner & Co., Cassel
empfiehlt
Handsteine, Maschinensteine, Formfiegel, Falzziegel etc.
Wkihnachts-Berkauf von Spielwaaren jeher Art ?u Fabrikpreisen. Hpirlumarenfliblik Wilhclmstr. 7.