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Sorten find durchweg geschwefelt. Krachmandeln find alle geschwefelt und komme« schon in diesem Zustande vom Auslande in deu Handel, und zwar ergab die Untersuchung in 100 Gramm Kernen von Krachmandeln 13 Milligramm schwefeliger Säure. Zur Erlassung eines allgemcineo Verbotes gegen das Schwefeln der Nüsse kann dermalen jedoch nicht geraten werden, nachdem angenommen wird, daß ein Liebhaber von Nüssen schwerlich mehr als zehn Stück auf einmal verzehrt und in diesen etwa fieben Milligramm schwefeliger Säure enthalten find. Ein Verbot der Krachmandeln, die ausländisches Produkt und allgemein geschwefelt find, würde einer Aus­schließung dieser Früchte vom Verkehre gleichkommen. Wenn also auch kein Verbot des Schwefelns und des Verkaufes geschwefelter Nüsse erfolgt, weil beim Genüsse mäßiger Quantitäten eine Schädigung der Gesundheit der Konsumenten nicht zu besorgen ist, legt der Oberste Sauitätsrat Gewicht darauf, daß daS Publikum erfahre, daß durch den. Schwefelungs­prozeß der alten verdorbenen Ware ein gleiches Aus­sehen wie der ftischen und die Möglichkeit gegeben wird, verdorbene alte Nüsse und Mandeln in den Handelsverkehr zu bringen. Ferner werden in Wien die Viktualienhändler angewiesen werden, geschwefelte Nüsse und Mandeln ausdrücklich als geschwefelte zu verkaufen.

Realisten vom reinsten Wasser müssen es gewesen sein, die am letzten Sonntag den schau­lustigen Bewohnern des Töpferdorfes Velten in der Mark SchillersRäuber* vorführten. Der Gastwirt Sch. hatte aus Berlin ein Schauspieler Ensemble gewonnen, das auch pünktlich eintraf und ein aus-

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verkauftes Haus erzielte. Unter großem Beifall wurde die erste Scene zwischen dem alten Moor und seinem Sohne Franz gespielt, dann fiel der Vorhang, und damit war der erste Akt und das Schiller'sche Trauerspiel überhaupt zu Endel Denn als die ziemlich geduldigen Zuhörer nach halbstündigem ver­geblichem Warten unruhig wurden und die endliche Fortsetzung des Stückes forderten, ergab es sich, daß dieBerliner* hinter den KulissenDie Räuber* weitergespielt hatten. DaSEnsemble* war mit der Kaffe auf- und davongegangen, nicht in die böhmischen Wälder, sondern nach Berlin.

- (Thatkräftige Beihilfe zur elek- irisch en Eisenbahn.) Eine elektrische Eisenbahn wurde unter ganz eigenartigen Umständen in Hannover, einer kleinen Stadt von 4000 Einwohnern in Pennsylvanien, gebaut. Eine Ackerbau - Ausstellung sollte während der dritte» Woche des September dott stattfinden, und die Einwohner wünschten sehr, ihre Bahn für diese Zeit fertig zu haben. Der Bau derselben ging ihneu aber nicht schnell genug, und dÄher erboten fich eine Anzahl Bürger, unentgeltlich an dem Bau zu arbeite». Mau hatte so daS sonder- bare Schauspiel, gegen hundert Menschen aller Stände, voran die Stadt-Kapelle, zusammen zur Arbeit sich begeben zu sehen, die Hacke oder Schaufel auf der Schulter, dem Befehl eines gewählten Anführers ge­horchend und mit Ausdauer mehrere Stunden lang arbeitend, während die Kapelle ihre schönsten Stücke >azu spielte. Bei Einbruch der Nacht begaben fich liefe freiwilligen Arbeiter wieder auf deu Rückmarsch, ndem sie begeisterte Hurrahrufe ertönen ließe» voll Befriedigung über ihr vollbrachtes Tagewerk.

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Seestemüude, 29. Novbr. (Folge« des letzte« RovembersturmeS.) Ueber de« Schaden, welchen der verheerende Nordoststurm in der Zeit vom 16. bis 22. November der Schifffahrt im Atlantischen Ocean, im Kanal und in der Nordsee zngefügt hat, gicbt die neueste Verlustliste deSGermanischen Lloyd* Aufschluß. Danach sind von dem genannten Institut in dem erwähnten kurzen Zeitraum nicht weniger als 373 Seeunfälle registriert worden. 15 Dampfer und 89 Segelschiffe gingen gänzlich verloren, 124 Dampfer und 145 Segelschiffe erlitten mehr oder minder starke Havarie. Was die Totalverluste an- belaugt, so verunglückten u. a. 9 Dampfer und 58 Segler durch Strandung, 5 Dampfer und 8 Segel­schiffe sanken und 18 Segler mußten verlassen werden.

Heidelberg, 1. Dezember. Die Universität Heidelberg feierte am 22. d. M. ihre vor 90 Jahre» durch ben Großherzog Karl Friedrich erfolgte Wieder­herstellung mit einem Akte, bei welchem der Prorektor Prof. Erb die Festrede über Neurasthenie hielt und den üblichen Jahresbericht erstattete. Die Zahl der augenblicklich die Vorlesungen besuchenden Personen beträgt 1121 (30 mehr als im vorigen Winter), darunter 961 immatrikulierte Studenten. Preis­schriften waren bei der Theologischen und der juristischen Fakultät eiugegaugen, doch konnten Preise nicht znerkannt werden, wohl aber eine ehrenvolle Erwähnung der theologischen Arbeit. Nachmittags folgte

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ein Festmahl im Museum, dem außer den Professoren und beit Vertretern sämtlicher studentischen Verbände viele Ehrengäste und sonstige Freunde der Universität beiwohnten.

St. Etienne, 80. November. Die Dynamit­niederlage, in welcher fich 500 Kilo Dynamit be­fanden, ist in die Luft geflogen. Die Ursache dieses Unglücks konnte noch nicht festgestellt werden. Der Wächter der Niederlage ist getötet worden.

Eine ärztliche Warnung. Der Oberste Sanitätsrat in Wien erläßt eine besonders in der Zett vor Weihnachten bemerkenswerte Warnung gegen den übermäßigen Genuß von Nüssen und Krach­mandeln von auffallend lichtgelbem Aussehen, da diese Farbe und das frische Aussehen der Nüsse durch einen Schwefelungsprozeß hervorgerufeu werden. Das Gutachten dieser obersten Sanitätsbehörde wurde dadurch provoziert, daß ein Viktualienhändler beim Ministerium des Innern um Freigebung des Ver­kaufes geschwefelter Nüsse ansuchte, welche vom Publikumwegen ihres schönen, weißen, reinlichen Aussehens den schwarzschaligen inländischen Nüssen vorgezogen werden* und von den Marktaufstchts- organen häufig beanstandet und konfisziert werden. Das Ministerium des Innern holte infolgedeffeu das Fachgutachten deS Obersten Sanitätsrates ein. In dem Gutachten wttd ausgeführt, daß durch das Schwefeln nicht nur die äußere Schale, sondern auch die Haut der Nußkerne gebleicht wird und daß tu 100 Gramm Kernen von geschwefelten Nüssen 16 Milligramm schwefeliger Säure nachgewiesen werden konnten. Insbesondere die unter den Namen Grenobler* undFranzösische Nüsse* bekannten

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