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Deutsches Reich.

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Herr Richter in die Schranken.

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L -Aber wie?' fragte sie, an [HIU unwillkürlich ihren Mut stärkend.

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8 Die Meichstagssitzung vom 28. November.

Die Spezialität des Abgeordnete» Richter ist der Etat, und wenn die Stunde im Reichstag kommt, da dieser Rechenkünstler seine Kritik übt an der Auf. siellnvg des Schatzamts, dann sind von der Regierung alle Manu au Bord, um vereint jede Blöße zu er- spähen, die etwa die Ausführungen des Oppofirions- »avneS böten. Die Minister schreibe» mit Feuer­eifer Bemerkungen nieder oder blätter» in den Akte», »m sich zu überzeugen, ob Richter diese oder jene Erklärung der Regierung genau cstiert habe; die Kommissarieu erhalten Auftrag, »achzusehen, ob der Redner sich nicht an einer Stelle zu einem früher einmal abgegebenen Urteil in Widerspruch gesetzt habe. Kurz, jeder ist auf seinem Posten und folgt mit gespannteste. Aufmerksamkeit den Worten des

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f~~r,~i| Fritz nickte, während er noch ein Stück Kuchen V ergentlrch lieber gehabt al, rhren Bräutigam vom Teller nahm.Freilich hab' ich', ihr gesagt; ~ , «ich dachte, vor Verbündeten braucht man doch keine

Der Eintritt de, Mädchens, welches Kaffee und »Geheimnisse zu haben."

^äck hereinbrachte und das dafür erforderliche! .Verbündete?" fragte Frau Bodmer.

Mrr auf dem Tisch zurechtsetzte, unterbrach hier -Nun, um die Unschuld meines Herrn Doktors non Lettens Herzensergießungen, sehr zur Ei'!an den Tag zu bringen. Wir haben uns das gleich Wentng ferner Zuhörerin, welcher es entsetzlich! am ersten Tage versprochen."

wesen wäre, noch weiter die Vermutungen des> .Fräulein Hildegard auch!" sagte Fra» Bodmer, ^>ben über das Verhältnis ihres Sohnes zu der! die Hände faltend, mit Thränm in ben Augen. Erstorbenen anhoren zu müffm. Das eben war! ffiemifi aewifi." beteuert«, «tri* tont» » rA

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» W am ^brzen fraß Um Frrtz von! werde ich ja aus ihr auch nicht mehr ei ist feit hei Jtaffee^trunb6ne^nV^" 1Adelheids Tod alles wie umgewandelt in Letten-

Mel Kaffee em und versorgte ihn mtt Kuchen. IHofen. Eigentlich hat fie Herrn Bodmer sehr lieb,.

Wöchentliche Beilagen: Kreisblatt für die Kreise Marbnrg und Kirchhain

8*tlM ^R^dHon8»^°^t^He^^aLnUlttd 2221 Jllnstrirtes Sonntagsblatt. ^Redaktion Md Ex^i^in^Martt 21. ®larBnr8i

Knosp, Flligm (4341 cibelberg o. M ten di spreisr.

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nicht mehr, und gestern hat fie sogar dem I wenn^ick ? herausbnngen können;

Igegenüber behauptet, Warnbeck wisse recht aut d^lnickt inf l>ann lasse ich doch

I nein' Sohn! rief die alte Frau! ohnehin fo schwer, der Rittmeister den fie in beit

Ierschrocken, glaube ich nicht, er wird nichtiTod nicht leiden kann, verfolgt ste wie ihr Schatim" - ** s-°-

Lik^F^F fie W tanwuL«,'Ä* $?; 7/ich°L hL-ch ft-^L 'L ÄZ wiren Zn I«.

I cSnb ^ogt^ ich solle fie zufrieden lassen, fie wisse! glaube sein Goldfuchs und seine iroei ^koblickmnrr-n EtÄ- ,ammtie**»-;ÄÄ'

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L'ääsä? 3 äS« aft Aach demIUntersuchung, daß der Inhalt der Schachteln

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition dieses Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstetn u. Vogler in ,

Frankfurt a. M., Eaflel, Magdeburg und Meu; Rudolf XX VIII, Moffe in Frankfurt -. M., Berlin, Machen m Köln; G. L

Daube n, So. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover. PariSi

6.?ÄÄI"i-« schl-ch.-? Scht-ßg-ach dm. Schloff-, w dm. Redner nähertrat und dann mit dem Grafen Caprivi konferierte. Nickt einmal de« liebenswürdigen, sanft aussehenden Chef des RetchSmarineamtS, Staats, sekretär Hollmann, schonte der Kritiker. Schließlich erhielten auch noch die einzelstaatliche» Finauzminister eine tüchtige Predigt wegen ihrer Nachgiebigkeit gegen die Forderungen des Reiches, die sie mit Würde au- hörten. Triumphierende» Anllttzes neigte sich Richter bei den Pointen der Rede abwechselnd nach der Seite der Sozialdemokraten und der Nationalliberaleu hin; aber während die ersteren unter Führung Singers und Liebknechts durch bestiedigteHört!'Hört'" diese Pointen unterstriche», verharrten die letztere» in kühlem Schweige». Auch dieFreisinnige Ver­einigung" zeigte eine studierte Zurückhaltung.

Vorherr hatte Herr Miquel dem Reichstage, wie er sagte,klarzumachen" gesucht, weshalb die Re­gierung die vorgelegten Steuern und keine anderen wählte. Miquel sprach mit aller Feinhett, mit Leben­digkeit und Ueberzeugung, aber er vermochte dennoch utcht zu erwärmen. Auch die Konservativen, seine Freunde kargten mit dem Beifall. Ten Ratschlag an die Raucher, künftig ihre Ansprüche etwas zu be­scheiden, quittierte das Haus mit einem Heiterkeits-1 ausbnuch. Graf Posadowsky, der nach Richter das! Wort ergriff, sprach erheblich fließender und deutlicher als am ersten Tag der Etatsberatnug. Namens! der Konservativen trat Herr von Frege ans. Die! Stenographen schrieben mit Windeseile, von bem| strudelnde» Vortrage nichts zu verlieren. |

3m Foyer stand man in erregte» Gruppen zu I ammeu nnb besprach den mysteriösen Anschlag auf den Reichskanzler. Sobald ein Mitglied der Re-1 gierung erschien, wurde es mit Fragen nach den Einzel-!

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sou». und jk 283 BäääWäs Marburg, Sonnabend 2. Dezember 1893.

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"XI QrtJu L1 ~ Fritz von Letten hätte kein Kadett sein müssen,

ni I Erzählung von F. Arnefelb. |wenn er den gebotenen Erfrischungen nicht tapfer

*7 M Machdriuk öeiboten.] I hätte zusprechen sollen Eine kurze Zeit war er

iUfe» ld (Fortsetznng,) Iganj von diesem Geschäfte in Anspruch genommen;

in» 5< »Guter, guter Fritz," rief Frau Bodmer aerübitlirot^en bem Schlürfen und flauen sagte er dann: »®enn Sie das könnten!" j»Solch gefüllten Butterkuchen bekommt man doch

aBu .34 «erde es können!" erwiderte er zuver-!^^nd wie bei Jhnm, Tantchen Bodmer, das hat ßchiüch. I Hildegard auch immer gesagt. Geben Sie ihr nur

fragte fie, en seinem Zutrauen | Elchen, wenn sie Sie besucht."

, , , . an 't | »Hildegard Fräulein Hildegard" verbesserte

Das weiß ich noch nicht, aber es geschieht 3n I u1011 Bodmer,o, die wird nicht wieder zu mir

rrerzehn Tagen habe ich Ferien, dann fahre üd wmwen wollen I" wieder nach Lettenhofen darf ich Sie bei der "Doch!' versicherte Fritz, die geleerte Taffe recht Durchreise wieder besuchen?" schaltete er ein. | nachdrücklich auf bett Tisch setzend;ich glaube, sie .Gewiß, Fritz! Ich bitte darum," sagte die alte N eine wahre Sehnsucht danach. Das heißt," stau freundlich. «Ach, es war so schön, wenn Sie l^llie er sich die Nase reibend, etwas kleinlaut hinzu, I »it Gotthold kamen!" I ganz gewiß weiß ich's nicht. Man wird ja aus

.Es waren immer Festtage für mich, und Adel- |$r auch nicht mehr recht klug." |

neues A und Hildegard kamen auch so gern zu Ihnen," | »Haben Sie ihr gesagt, daß Sie mich besuchen | sagt d.s ^widerte der Kadett.Tie batten beide Herrn! wollten?" fragte Frau Bodmer, die unschwer indem! vodmer gerade ebenso lieb wie ich; ja wiffen Sie," |°ff£ncn Gesicht des Knaben zu lesen vermochte. | HCUU |ßte er altklug hinzu,ich glaube, Adelheid hat! Fritz nickte, während er noch ein Stück Kuchen!

|bulber bestaub, wie es zu FeuerwerkSkörperuI zu! Schlöffe bilbete "etne^bUtgebrängte Meuschenmeuge unb Sprühfeuern, verweubet wird. Das Spalier, welche die Majestäten mit lebhafte» Zu-.

I Pulver war vorher angefeuchtet unb bann getrocknet! rufen begrüßte.

toorben. Auch ber Mechanismus wirb jetzt plötzlich Karksruhe, 30. Novbr. In ber zweiten Kammer "wen nngenugcnb bezeichnet, um mehr als sprach heute ber Präsibeut Gönner seine Entrüstnua leichte Verwunbnngen und allenfalls die Zertrümmerung über dm Attentatsversuch auf den Kaiser aus und I fihpr hteualtCr^r!be $ct Kaiser soll erklärte, er werde mit Zustimmung der Kammer dm

über dieses ihm gestern mitgeteilte Ergebnis gescherzt (?)! Kaiser zur Vereitelung des Attentats beglückwünschen. I"60 °^^Sp^z-ug" gesprockm haben. Major München, 30. Novbr. Die Kammer setzte heute I -V^yer bestretiet in berDeutschen Warte" ent-1 die Beratung des Militäretats fort. Dem Abgcorb- I schieden, daß das an den Reichskanzler aus Orleans! neten von Bollmar gegmüber legte der Kriegsminister gesandte Kästchen ungefährlich gewesen sei. Ikurz die Dnellftage dar, ebenso das QualifikationS-.

I r^rr.«aaUk^ers.3,7Ibu^6 6ir "Agence Havas" aus I wese», die Natural-Verpflcgnng, die angebliche Ver- I i6 ^rt toeber eine Rue Bouilong noch I Wendung von Offiziere» im Hofdieuste »sw. Der I®ln®D6ne,r $e^n.tta bekannt sei und daß die KliegSrniuister bestreitet die Existenz eines Kasteu- °uslanbische Anarchisten unbIgeistes im Offizierkorps unb betont, baß bie Armee I h ^b 3nterrationale als Urheber ber Attentats-1 nicht bloß das Vaterland gegen den äußeren Feind Iversuche Hinweisen, bemerkt^ dieNorddeutsche Allg.lzn verteidigm, sondern auch die innere Ruhe unb 7ler verstanden, weshalb Ordnung aufrecht zu erhaltm habe. Redner will !MM stq tu Frankreich so außerordentliche Mühe, im Bundesräte gelegentlich eine Erhöhuna der Ent» ^b^"^ortlichkeit für bie in Orleans I schäbigungfür Einquartierung anregen.

ausgehecktm Bubenstücke von den franzöfischm =

Anarchisten weg auf anarchistische Ausländer zu Ausland

lÄ8ta"ää aei:*n äs

_ . . . ________________.^..^..gege?1 dm ^Anarchismus «rzubabn^ P2)80,11 erf^e101 ber Eintritt der bisher

heitm des ^ifalles bestürmt. Als der Reichskanzler keineswegs mit Gewißheit bekannt, ob die Attentat fr"aatick u»b"bie°9"s^ ?lldS?Htlfer

im Saale erschien, eilte ihm Prinz von Arenberg anarchistischen Ursprungs find 1 unb ble ß°fu9 der Krise ist weit hinaus»

(Z-ntrw») ev-a-a-o. °,s

formpartei unter Hiuzurechnuua der «baa KJh! ^ttgehabten Unterredung mit dem Präsidenten Carnot Böckel, vr. Sigl undBruckmaier eine»!^?Eruahm Casimir Perier bie Fortsetzung bet durch Vertretung in den Kommissionen haben so/ Ferner! bilbnua ^^ete» Vorbesprechunge» zur Kabinetts- mm i« äb7 ÄÄK.XW' ia Sma' s«te L-,u°, ba 5i"ib e»* d°- to

Jjannoe« 30 Novbr Der Onitw ...s w.L 30. Novbr. Die Polizei food hier

M Als Richter sagte, b?e «egieruu7 m^ 2)61 Kaiser nahm

umt«»fO gäbe abschaffen, lachten bie Konkernatinen ^^ Vorntitiag vor seiner Abreise nach Hannover

Redners. Wiederum holte Herr Richter aus seinem Zettelkasten, einer stannmSwerten Sammlung von .politischem Material, allerlei hervqx, worauf, man nicht gefaßt sein ckonnte. Er spielte dm vorigen Reichsschatzsekretär Herrn von Maltzahn gegen den jetztigm, Gras v. Posadowsky, auS; damals redete Herr v. Maltzahn so, heute rebet Graf Posadowsky so. Nn» ist allerdings ber Umstand ziemlich fatal für die Regierung, daß bei der Empfehlung der Militärvorlage die Finauzverhältniffe des Reiches wie der Einzklstaaten tu Hellen Farben gemalt wurden, MEt den Einwand zu mtkräftm, es fehle an Geld' während diesmal umgekehrt die düsteren Farben von dm Finanzleitern bevorzugt werde», um die Nvt- veudigkeit über die Kosten der Heeresorganisation hinansgeheuder neuer Steuern zu erweisen. Richter ahellte bas dunkele Gemälde zu einem wahrenFrei- licht" - Bilde. Er rechnete Ueberschüsse ans, eine. Million nach der andern türmte et auf. Erstaunt!/" soh Fiuanzminister Miquel eruf, als ihm solcherart! /^ , , - - «uuiviiy

bewiese» wurde, daß seine «logen über -die Sinan» l i entgegen, als erster seinen Glückwunsch not Preußens gar keine Berechtigung hätten. Ueber= |:aI8,Lbl?<01 Am folgte Miquel, der die Rechte Haupt fuhr Richter gegen Miquel das schwerste Ge- er8 m l 6elllcn ®äni»en faßte und gerührt

schütz auf. Herr Miquel steckte zwar anscheinend I$utteIte- thkirch gleichmütig die Hände tu die Taschen und bllckte mit|~ spöttischem Lächeln zu dem donnernden Redner hinüber, aber die Ruhe schien hoch etwas gemacht. *